Handlungsstränge

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Handlungsstränge

Beitragvon Dave82 » 19.10.2015, 15:42

Hallo zusammen,
wie entscheidet ihr, wieviel Handlungsstränge ihr einbauen wollt oder wie wieviel sind maximal am besten, dass es ein guter Roman wird und es nicht so verzerrt wird.

Danke.

Dave
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Re: Handlungsstränge

Beitragvon Justin » 19.10.2015, 15:56

So was entscheidet man nicht....

Man kann einen Plot ausdenken, und da kann man die Geschichte entwickeln und sehen was für Handlung notwendig ist um die Geschichte zu erzählen.

Man kann einfach los schreiben und die Handlungsstränge ergeben sich aus der Erzählung.

Meistens schreibt man viel mehr als man braucht um selber die Figuren kennenzulernen und bei der Überarbeitung bzw. durch Betaleser fliegt Einiges wieder raus.

Schreib einfach wie du denkst bzw. was du für nötig hältst und dann wenn die Geschichte so weit ist, siehst du was fehlt oder was zu viel ist. Lass dich bloß nicht in irgendwas einzwängen, die dich dann beim Schreiben blockierst weil du irgendwo gehört hast, dass man so oder so viel Handlungsstränge brauchst oder haben darfst.

Je man du schreibst, desto mehr Erfahrung du sammeln wirst - dann entwickelt man ein Gefühl dafür was man machen soll und die eigene Geschichte zu transportieren bzw. was zu dem eigenen Stil passt.
You can observe a lot just by watching.
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Re: Handlungsstränge

Beitragvon Maggi1417 » 19.10.2015, 17:26

Also ich hatte in meinem vorletzten Projekt 5 POV-Figuren, die natürlich alle einen eigenen Handlungsstrang hatten (die aber alle zur Haupthandlung gehörten) und das war für mich schon hart an der Grenze. Schließlich hat man für jede Figur mit eigenem Handlungsbogen auch noch eine handvoll Sub-Plots (Charakterentwicklung, Beziehung zu anderer Figuren).
Wie du schon sagst, man kommt da schnell in einen Bereich, wo es einfach zu viel ist und der Leser sich kaum noch auf die einzelnen Handlungsbögen konzentrieren-, geschweige denn mitfiebern kann.

Wenn das dein erstes oder eines deiner ersten Projekte ist, würde ich versuchen, dass ganze so fokussiert wie möglich zu halten: Ein Protagonist mit einem Hauptplot, und dann noch ein B-Plot (häufig eine Romanze).
Das vernünftig auf die Reihe zu bekommen, ist oft schon schwer genug. Wenn man den Dreh einmal raus hat, kann man anfangen, mehrere Handlungsstränge zu einem Hauptplot zu verweben.
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Re: Handlungsstränge

Beitragvon Bella98 » 19.10.2015, 19:38

Handlungsstränge plane ich nicht unbedingt im Voraus.
Am besten ist es (meiner Meinung nach) einfach mal mit dem Protagonisten loszulegen. Wenn du z.B. merkst, dass im Hauptstrang die Geschichte stockt bzw. noch etwas Stoff bräuchte, ist ein weiterer Handlungsstrang oft eine gute Möglichkeit, um mehr Spannung zu erzeugen. Natürlich kannste dir auch gleich fünf Protas basteln und alle auf einmal losrennen lassen :mrgreen: , aber das ist ein ganz schöner Akt.
Das Wichtigste ist, dass es zu deiner Geschichte passt und dass DU auch damit klarkommst. Dann kannst du einen, fünf oder von mir aus auch zehn Handlungsstränge bringen!
Alles Liebe, Bella
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Re: Handlungsstränge

Beitragvon Ankh » 20.10.2015, 10:46

Sorry, bei der Frage musste ich spontan an das hier denken :XD:

Im Prinzip hat jede Figur zunächst ihren eigenen Handlungsstrang. Jeder lebt sein Leben mit seinen eigenen Motiven, Problemen, Erkenntnissen und Hindernissen. Manche davon sind uninteressant, bei anderen steppt der Bär. Eine Geschichte beginnt nun da, wo die Erlebnisse eines Charakters erzählenswert sind.
Ich würde daher zunächst mit dem Hauptstrang = der Geschichte des Hauptcharakters beginnen und diese ausarbeiten. Dabei ergibt sich oft auch schnell eine Nebenhandlung, entweder hat ein Nebencharakter seine eigenen interessanten Probleme, oder dem Hauptcharakter eröffnet sich noch ein Nebenschauplatz, wie z.B. die von Maggie erwähnte Romanze, die gerne mal die Aufmerksamkeit des Helden beansprucht, während er eigentlich die Welt retten soll.
Falls es einen Antagonisten gibt, dann hat der potentiell seinen eigenen Strang, da er meist aktiv seine Ziele verfolgt; aber es liegt an dir, ob du ihm diesen Platz in deiner Geschichte einräumst oder seine Geschichte nur indirekt da erzählst, wo sie die Geschichte des Helden überschneidet.
Nebencharaktere werden interessanter, wenn sie ihre eigenen Motive und Probleme haben, vor allem, wenn sie damit dem Hauptcharakter im Wege stehen. Diese Stränge aufzulösen wird damit auch zur Aufgabe des Hauptcharakters, damit er endlich ungehindert seinen eigenen Plot verfolgen kann.
Wie du schon sehen kannst, sind solche Stränge meist eng miteinander verflochten. Sie zweigen voneinander ab oder verschmelzen, kreuzen sich oder laufen nebeneinander her. Und genauso organisch, wie sie sich durch deine Geschichte ziehen, entstehen sie meist auch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Autor dasitzt und sich vonimmt "ich schreibe dieses Buch mit fünf Handlungssträngen". Viel öfter dürfte er dasitzen und denken "verdammt, das sind viel zuviele Stränge, da muss ich radikal welche rauskürzen. Aber welche? Dieser ist interessant, und dieser ist so schön, und diesen brauche ich, damit der Hauptplot Sinn ergibt ...".
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Re: Handlungsstränge

Beitragvon Maggi1417 » 20.10.2015, 16:18

Aber welche? Dieser ist interessant, und dieser ist so schön, und diesen brauche ich, damit der Hauptplot Sinn ergibt ...".
Und ich würde sagen, auf diese sollte man sich beschränken, sonst fängt man sich schnell die Jordan-Martin-Krankheit ein und schreibt seine Geschichte in ein riesiges Knäuel ausgefranster, abgerissener und verknoteter Plotfäden.

Man sollte sich irgendwann im Laufes des Planungsprozesses klar machen, welche Geschichte man eigentlich erzählen will. Hauptkonflikt? Prämisse? Thema? Darauf konzentrieren und allen überflüssigen Ballast rauskürzen, auch wenn er "cool" ist. Ist schwer. Gerade wenn man länger an einem Projekt arbeitet, fallen einem beim Schreiben zig Dinge ein (Plots, Figuren, World-Building) über die man gerne noch mehr erzählen würde, aber damit kann man sich echt die Story ruinieren.
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Re: Handlungsstränge

Beitragvon Minna » 20.10.2015, 16:44

@Ankh: Das ist aber eine hübsche Möglichkeit sich den Plot zu visualisieren. Muss ich mal für mein Projekt ausprobieren (wahrscheinlich nicht sehr sinnvoll, aber unterhaltsam).

@ Dave82: Ich habe meine Handlungsstränge als einzelne 7 Punkte Plots durchgeplant und dann wie Maggie schon erwähnte durchsortiert, was für den Hauptplot notwendig ist. Diese werden jetzt hübsch verwoben. Der Rest wird rausgeschnitten und geht zurück ins Ideenglas.

Liebe Grüße
Minna
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