[Liebe]Harlem Christmas Story [Weihnachtswettbewerb]

Liebe, Romantik, Sehnsucht

[Liebe]Harlem Christmas Story [Weihnachtswettbewerb]

Beitragvon snoopylein90 » 07.12.2014, 20:42

Mary vergrub ihr Kinn tiefer in den Schal, der um ihren Hals gebunden war. Die Kälte stach in ihre Wangen wie tausend kleine Nadeln.
Ihr Mann Joseph legte seinen Arm um ihre zitternden Schultern. »Soll ich dir meinen Mantel geben?«
»Ach was, es geht schon. Was hilft es mir, wenn du krank wirst?« Sie ließ die Schultern hängen und zwang sich weiter zu gehen. Nach wenigen Schritten musste sie pausieren, da sich ein Schmerz durch ihren Unterleib grub. In gekrümmter Haltung atmete sie tief durch. Dann richtete sie sich wieder auf und stapfte weiter.
»Schatz, komm her!« Er packte sie am Arm und zog sie hinter eine Mülltonne am Straßenrand. »Duck dich«, flüsterte er ihr ins Ohr.
In der Ferne standen sich zwei Gruppen von Männern gegenüber. Einer schlug die Faust in seine Hand.
Mary wusste, dass es gleich Ärger geben würde. Und da passierte es auch schon. Einer der Männer zog eine Pistole. Mary zuckte zusammen und der kleine Junge, den sie unter dem Herzen trug erschrak mit ihr. Verunsichert strich sie über ihren Bauch. Die Männer verteilten sich und verschwanden hinter dem nächsten Wohnkomplex.
Nur einer blieb am Boden zurück. Joseph rannte auf den leeren Parkplatz. Dabei sah er sich mehrfach nach der Gang um. Mary folgte ihm zögernd. Sie sog scharf die Luft ein und presste die Hand vor den Mund. Es war kein ausgewachsener Mann war, der auf dem feuchtkalten Asphalt lag, sondern ein Knabe nicht älter als vierzehn. Der Schnee um sein rechtes Bein, hatte sich bereits rot gefärbt.
Geistesgegenwärtig riss sich Josef einen Ärmel seines Sweatshirts ab und hielt ihn Mary hin. Bis vor ein paar Tagen hatte sie noch als Krankenschwester gearbeitet. Sie legte das Bein frei und suchte nach der Kugel. »Wie heißt du?«
»Adrian«, presste der Junge hervor.
»Hör mir zu Adrian. Sieht aus als hättest du nochmal Glück gehabt. Es ist nur ein Streifschuss. Ich muss die Wunde trotzdem verbinden sonst wirst du verbluten und das willst du deiner Mutter doch nicht am Weihnachtsabend antun?«
Der Junge nickte nur. Sie wickelte den Stofffetzen fest um die Wunde und Joseph hatte große Mühe den Jungen festzuhalten, der sich vor Schmerzen krümmte.
»Das sollte die Blutung fürs erste stoppen. Es muss aber wahrscheinlich genäht werden.«
Mary und Joseph halfen Adrian auf und stützten ihn.
Plötzlich spürte Mary wieder diesen krampfenden Schmerz in ihrem Unterleib. Sie atmete tief ein um gegen den Schmerz anzukämpfen und blieb einen Moment stehen.
»Was ist mit dir, Schatz?«
»Es ist das Baby. Die Wehen werden stärker und der Abstände immer geringer.«
Joseph setzte Adrian ab und schlang seine Arme um Mary.
»Kannst du ein Stück weiter gehen?«
Mary nickte. Zu groß war der Schmerz um nur einen Satz herauszubringen. Ein paar Schritte weiter befand sich eine Unterführung, die sie wenigstens vor dem Schnee schützte.
»Ich werde Hilfe holen. Vielleicht bietet uns jemand einen Unterschlupf.« Adrian humpelte ebenfalls zu den beiden. Joseph sah ihn an. »Ich werde Hilfe holen. Beschütz meine Frau und meinen einzigen Sohn, bis ich wieder da bin.«
Mary zitterte am ganzen Körper. Sie hatte sich etwas Besseres für ihren Sohn gewünscht, als am Weihnachtsabend in der Gosse von Harlem auf die Welt zu kommen. Das Geld für eine Krankenversicherung hatten sie nicht.
Als Joseph zurückkehrte, war er allein und Mary konnte die Verzweiflung in seinen Augen sehen.
»Keiner ist bereit uns aufzunehmen. Erst recht nicht, weil wir Adrian geholfen haben. Sie fürchten, dass die Gang nach ihm sucht.«
»Lass uns weiter gehen. Irgendwo wird jemand gütig sein.«
Mary biss die Zähne zusammen und zwang sich Schritt für Schritt weiter. Die Abstände der Wehen wurden immer kürzer, der Druck immer stärker.
In der Ferne machte sie zwei Gestalten aus und Joseph rief ihnen zu. »Hilfe, meine Frau bekommt ein Baby! Wir wissen nicht wohin!«
»Tut uns leid, wir sind nicht von hier.«, antwortete die ältere Dame und ging an den dreien vorbei.
»Ich weiß einen Ort«, kam es von Adrian. »Es ist nicht sonderlich gemütlich, aber wir wären dort vor dem Wetter geschützt und es gibt ein paar Matratzen.«
»Wie weit ist es?«
»Es ist gleich da hinten.« Er zeigte auf einen weiteren Wohnkomplex, der schwarz in den Himmel ragte. »Meine Freunde hängen dort oft in den Garagen ab.«
Mit letzter Kraft schleppte sich Mary auf die Matratze, von der Adrian zuvor gesprochen hatte. Warm lief es über ihre Beine.
»Die Fruchtblase ist geplatzt.«
Joseph fand eine Flasche Spiritus und füllte sie in eine Metalltonne. Dann zertrümmerte er einen Stuhl und warf die Holzstücke hinein. Wenig später erhellte ein Feuer die kleine Garage.
Über die folgenden Stunden voller Schmerz und Angst, hielt Joseph ihre Hand und übersäte sie mit Küssen.
Dann hatte sie kaum mehr als zehn Sekunden Pause zwischen den Wehen. Sie riss den Mund auf und schrie aus ganzer Leibeskraft. Noch nie in ihrem Leben hatte sie solche Schmerzen verspürt.
Plötzlich sah Mary zwei Männer durch das verschmutzen Fenster, die auf die Garage zukamen.
»Wer schreit denn da so laut?«, fragte einer der Männer mit kratziger Stimme. Er wandte sich dem hochgewachsenen Glatzkopf zu. »Gehören die zu dir? Was machen die hier in meinem Viertel?« Er zog eine Pistole aus seinem Halfter und richtete sie auf den Kopf des Glatzkopfs.
Dann war es soweit. Der Schmerz fiel von ihr ab und ein kleiner zögerlicher Schrei erfüllte die Garage.
Alle Augen waren auf dieses eine Kind gerichtet.
Adrian stellte sich vor Mary. »Sie gehören zu mir. Ohne die beiden, wäre ich verblutet. Einer der Blackfishs hat mich angeschossen.«
»Adrian? Was hast du hier zu suchen. Müsstest du nicht längst bei deiner Mutter sein?«
»Onkel Charlie, können wir das später besprechen? Die Frau braucht Hilfe.«
Der Glatzkopf konnte seinen Blick nach wie vor nicht von dem kleinen Jungen wenden. »Er sieht fast genauso niedlich aus wie mein Sohn.«
Er zückte sein Handy und wenig später kamen Menschen aus allen Richtungen herbeigeströmt, um den kleinen Joshua auf der Erde willkommen zu heißen.
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Re: Harlem Christmas Story [Weihnachtswettbewerb]

Beitragvon Tina Antosch » 08.12.2014, 19:35

Hallo snoopylein!

Ich mach hier mal einen Versuch eines Kommentars:

Mary vergrub ihr Kinn tiefer in den(im) Schal, der um ihren Hals gebunden war. Die Kälte stach in ihre Wangen wie tausend kleine Nadeln.
Ihr Mann Joseph legte seinen Arm um ihre zitternden Schultern. »Soll ich dir meinen Mantel geben?«
»Ach was, es geht schon. Was hilft es mir, wenn du krank wirst? « Sie ließ die Schultern hängen und zwang sich weiter zu gehen. Nach wenigen Schritten musste sie pausieren, da sich ein Schmerz durch ihren Unterleib grub. In gekrümmter Haltung atmete sie tief durch. Dann richtete sie sich wieder auf und stapfte weiter.
»Schatz, komm her!« Er packte sie am Arm und zog sie hinter eine Mülltonne am Straßenrand. »Duck dich«, flüsterte er ihr ins Ohr.
In der Ferne standen sich zwei Gruppen von Männern gegenüber. Einer schlug die Faust in seine Hand.
Mary wusste, dass es gleich Ärger geben würde. Und da passierte es auch schon. Einer der Männer zog eine Pistole. Mary zuckte zusammen (Weil es einen Schuss gab, nehem ich an?) und der kleine Junge, den sie unter dem Herzen trug(Komma) erschrak mit ihr (woran merkt sie das? Kannst du das erzählen?). Verunsichert strich sie über ihren Bauch. Die Männer verteilten sich und verschwanden hinter dem nächsten Wohnkomplex.
Nur einer blieb am Boden zurück. Joseph rannte auf den leeren Parkplatz. Dabei sah er sich mehrfach nach der Gang um. Mary folgte ihm zögernd. Sie sog scharf (unglückliche Formulierung – ist die Luft scharf oder das Einsaugen?)die Luft ein und presste die Hand vor den Mund. Es war kein ausgewachsener Mann (war), der auf dem feuchtkalten Asphalt lag, sondern ein Knabe(ist kein sehr gebräuchliches Wort) nicht älter als vierzehn. Der Schnee um sein rechtes Bein,(ein Komma) hatte sich bereits rot gefärbt.
Geistesgegenwärtig riss sich Josef einen Ärmel seines Sweatshirts (du weißt, wieviel Kraft es kostet, einen Ärmel eines Sweatshirts abzureißen?)ab und hielt ihn Mary hin. Bis vor ein paar Tagen hatte sie noch als Krankenschwester gearbeitet. (Warum jetzt nicht mehr?)Sie legte das Bein frei und suchte nach der Kugel. »Wie heißt du?«
»Adrian«, presste der Junge hervor.
»Hör mir zu(Komma) Adrian. Sieht aus(Komma) als hättest du nochmal Glück gehabt. Es ist nur ein Streifschuss. Ich muss die Wunde trotzdem verbinden(Komma) sonst wirst du verbluten und das willst du deiner Mutter doch nicht am Weihnachtsabend antun?«
Der Junge nickte nur. Sie wickelte den Stofffetzen fest um die Wunde und Joseph hatte große Mühe den Jungen festzuhalten, der sich vor Schmerzen krümmte.
»Das sollte die Blutung fürs erste stoppen. Es muss aber wahrscheinlich genäht werden.«
Mary und Joseph halfen Adrian auf und stützten ihn.
Plötzlich spürte Mary wieder diesen krampfenden Schmerz in ihrem Unterleib. Sie atmete tief ein(Komma) um gegen den Schmerz anzukämpfen und blieb einen Moment stehen.
»Was ist mit dir, Schatz?«(Hat er die Schwangerschaft nicht mitbekommen?) 
»Es ist das Baby. Die Wehen werden stärker und der Abstände immer geringer.«
Joseph setzte Adrian ab und schlang seine Arme um Mary.
»Kannst du ein Stück weiter gehen?«
Mary nickte. Zu groß war der Schmerz(Komma) um nur einen Satz herauszubringen. (Vielleicht:Der Schmerz war zu groß) Ein paar Schritte weiter befand sich eine Unterführung, die sie wenigstens vor dem Schnee schützte.
»Ich werde Hilfe holen. Vielleicht bietet uns jemand einen Unterschlupf.« Adrian humpelte ebenfalls zu den beiden. Joseph sah ihn an. »Ich werde Hilfe holen. Beschütz meine Frau und meinen einzigen Sohn, bis ich wieder da bin.« (Er überträgt die Verantwortung für eine Gebärende in einer solchen Gegend einem verletzten 14Jährigen?)
Mary zitterte am ganzen Körper. Sie hatte sich etwas Besseres für ihren Sohn gewünscht, als am Weihnachtsabend in der Gosse von Harlem auf die Welt zu kommen. Das Geld für eine Krankenversicherung hatten sie nicht.(Warum nicht, wenn sie bis vor kurzem als Krankenschwester gearbeitet hat?)
Als Joseph zurückkehrte, war er allein und Mary konnte die Verzweiflung in seinen Augen sehen.
»Keiner ist bereit uns aufzunehmen. Erst recht nicht, weil wir Adrian geholfen haben. Sie fürchten, dass die Gang nach ihm sucht.« (Hat er den Leuten erzählt, dass sie ein Opfer eines Bandeskampfes dabei haben, als er um eine Unterkunft für seine Frau bat, die in den Wehen liegt?)
»Lass uns weiter gehen. Irgendwo wird jemand gütig sein.« (Das Wort „gütig“ passt zwar zur Weihnacht, aber nicht zu diesem Paar und diesem Milieu.)
Mary biss die Zähne zusammen und zwang sich Schritt für Schritt weiter. Die Abstände der Wehen wurden immer kürzer, der Druck immer stärker.
In der Ferne machte sie zwei Gestalten aus und Joseph rief ihnen zu. »Hilfe, meine Frau bekommt ein Baby! Wir wissen nicht wohin!«
»Tut uns leid, wir sind nicht von hier.«, antwortete die ältere Dame und ging an den dreien vorbei.(Sehr unwahrscheinlich, dass sie nicht vorgeschlagen hat, einen Rettungswagen zu rufen, und waren es nicht zwei "Gestalten", dann müsste es "gingen" heißen)
»Ich weiß einen Ort«, kam es von Adrian. »Es ist nicht sonderlich gemütlich, aber wir wären dort vor dem Wetter geschützt und es gibt ein paar Matratzen. «
»Wie weit ist es? «
»Es ist gleich da hinten. « Er zeigte auf einen weiteren Wohnkomplex, der schwarz in den Himmel ragte. »Meine Freunde hängen dort oft in den Garagen ab. «
Mit letzter Kraft schleppte sich Mary auf die Matratze, von der Adrian zuvor gesprochen hatte. Warm lief es über ihre Beine.
»Die Fruchtblase ist geplatzt. «
Joseph fand eine Flasche Spiritus und füllte sie in eine Metalltonne. Dann zertrümmerte er einen Stuhl und warf die Holzstücke hinein. (In den Spiritus? Oder in die Flamme, nachdem er den Spiritus entzüdet hat) Wenig später erhellte ein Feuer die kleine Garage.
Über die folgenden Stunden voller Schmerz und Angst, hielt Joseph ihre Hand und übersäte sie mit Küssen.(Was macht der verletze Bursche die ganz Zeit?)
Dann hatte sie kaum mehr als zehn Sekunden Pause zwischen den Wehen. Sie riss den Mund auf (das bedingt der Schrei aus Leibeskräften  )und schrie aus ganzer Leibeskraft. Noch nie in ihrem Leben hatte sie solche Schmerzen verspürt.
Plötzlich sah Mary zwei Männer durch das verschmutzen Fenster, die auf die Garage zukamen.
»Wer schreit denn da so laut? «, fragte einer der Männer mit kratziger Stimme. Er wandte sich dem hochgewachsenen Glatzkopf zu. »Gehören die zu dir? Was machen die hier in meinem Viertel? « Er zog eine Pistole aus seinem Halfter und richtete sie auf den Kopf des Glatzkopfs. (Gehören die Männer nicht zusammen? Warum bedroht einer den anderen?)
Dann war es soweit. Der Schmerz fiel von ihr ab und ein kleiner zögerlicher Schrei erfüllte die Garage.
Alle Augen waren auf dieses eine Kind gerichtet.
Adrian stellte sich vor Mary. »Sie gehören zu mir. Ohne die beiden, (Kein Komma ) wäre ich verblutet. Einer der Blackfishs hat mich angeschossen. «
»Adrian? Was hast du hier zu suchen. Müsstest du nicht längst bei deiner Mutter sein? «
»Onkel Charlie, können wir das später besprechen? Die Frau braucht Hilfe. «
Der Glatzkopf konnte seinen Blick nach wie vor nicht von dem kleinen Jungen wenden. »Er sieht fast genauso niedlich aus wie mein Sohn. «
Er zückte sein Handy und wenig später kamen Menschen aus allen Richtungen herbeigeströmt, um den kleinen Joshua auf der Erde willkommen zu heißen. (Ein Messer kann man zücken, ein Handy eher nicht.)


Die Geschichte ist ziemlich aktionsgeladen. Man wird in die letzte Phase einer Geburt hineingenommen, ohne das Paar und seinen Hintergrund zu kennen. Das Wunder einer Geburt vollzieht sich in einer chaotischen Situation unter schäbigen Bedingungen, was auf dieser Welt leider unzählige Mal passiert. Von daher ist es mehr als realistisch, aber ich finde keine rechte Verbindung zu den Protagonisten.

Vielleicht solltest du außer Schmerz und Kälte mehr innere Gefühle schildern: Bedenken, Sorgen, Hoffnungen. Damit kann man sich als Leser meist in irgendeiner Form identifizieren.

Alles Liebe
Tina
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Re: Harlem Christmas Story [Weihnachtswettbewerb]

Beitragvon Verena » 09.12.2014, 15:27

Hallo,

dann mache ich mal weiter.

snoopylein90 hat geschrieben:Mary vergrub ihr Kinn tiefer in den Schal, der um ihren Hals gebunden war (Wo sollte er auch sonst sein?). Die Kälte stach in ihre Wangen wie tausend kleine Nadeln.
Ihr Mann Joseph legte seinen Arm um ihre zitternden Schultern. »Soll ich dir meinen Mantel geben?«
»Ach was, es geht schon. Was hilft es mir, wenn du krank wirst?« Sie ließ die Schultern hängen und zwang sich weiter zu gehen. Nach wenigen Schritten musste sie pausieren, da sich ein Schmerz durch ihren Unterleib grub. In gekrümmter Haltung atmete sie tief durch. Dann richtete sie sich wieder auf und stapfte weiter.
»Schatz, komm her!« Er packte sie am Arm und zog sie hinter eine Mülltonne am Straßenrand. »Duck dich«, flüsterte er ihr ins Ohr.
In der Ferne standen sich zwei Gruppen von Männern (Das ist eine unglückliche Bezeichnung. Zwei Männergruppen würde schon besser klingen, wobei mir das jetzt auch nicht überragend zusagt.) gegenüber. Einer schlug die Faust in seine Hand.
Mary wusste, dass es gleich Ärger geben würde. Und da passierte es auch schon. Einer der Männer zog eine Pistole. Mary zuckte zusammen und der kleine Junge, den sie unter dem Herzen trug, (Das ist ein Nebensatz. Deshalb das zweite Komma zur Abgrenzung des übrigen Satzes.) erschrak mit ihr. Verunsichert (Als werdende Mutter würde ich über den Bauch streichen, um mein Kind zu beruhigen.) strich sie über ihren Bauch. Die Männer verteilten sich und verschwanden hinter dem nächsten Wohnkomplex.
Nur einer blieb am Boden zurück. Joseph rannte auf den leeren Parkplatz. Dabei sah er sich mehrfach nach den Gangs um. Mary folgte ihm zögernd (Zeig uns ihr Zögern. Lass sie ihm langsam oder mit großem Abstand folgen.). Sie sog scharf die Luft ein und presste die Hand vor den Mund. Es war kein ausgewachsener Mann war, der auf dem feuchtkalten Asphalt lag, sondern ein Knabe nicht älter als vierzehn. (Der Satz ist zu holprig. Auf dem feuchtkalten Asphalt lag kein Mann. Es war ein Junge, nicht älter als vierzehn. Knabe sagt heutzutage auch keiner mehr. Deshalb die Anpassung.) Der Schnee um sein rechtes Bein, hatte färbte sich bereits rot gefärbt. (Eben liegt er noch auf dem Asphalt, jetzt auf Schnee. Da musst du dich für eins entscheiden.)
Geistesgegenwärtig riss sich
Josef riss sich einen Ärmel seines Sweatshirts ab und hielt ihn Mary hin. (Noch hat er den Mantel an. Da ist das Abreißen nicht so einfach.) Bis vor ein paar Tagen hatte sie noch als Krankenschwester gearbeitet. (Da bin ich unsicher. Krankenschwestern kommen sehr früh in den Mutterschutz. Da kann das Kind in ihrem Bauch noch nicht so stark zucken, dass sie es merken kann.) Sie legte das Bein frei und suchte nach der Kugel. »Wie heißt du?« (Wann wurde überhaupt geschossen? Das hast du nicht erwähnt.)
»Adrian«, presste der Junge hervor.
»Hör mir zu, Adrian. Sieht aus, als hättest du nochmal Glück gehabt. Es ist nur ein Streifschuss. Ich muss die Wunde trotzdem verbinden. Sonst wirst du verbluten und das willst du deiner Mutter doch nicht am Weihnachtsabend antun.«
Der Junge nickte nur. Sie wickelte den Stofffetzen fest um die Wunde. undJoseph hatte große Mühe den Jungen festzuhalten, der sich vor Schmerzen krümmte.
»Das sollte die Blutung fürs erste stoppen. Es muss aber wahrscheinlich genäht werden.«
Mary und Joseph halfen Adrian auf und stützten ihn.
Plötzlich spürte Mary wieder diesen krampfenden Schmerz in ihrem Unterleib. Sie atmete tief ein, um gegen den Schmerz anzukämpfen, und blieb einen Moment stehen.
»Was ist mit dir, Schatz?«
»Es ist das Baby. Die Wehen werden stärker und der die Abstände immer geringer.«
Joseph setzte Adrian ab und schlang seine Arme um Mary.
»Kannst du ein Stück weiter gehen?«
Mary nickte. Zu groß war der Schmerz, um nur einen Satz herauszubringen. Ein paar Schritte weiter befand sich eine Unterführung, die sie wenigstens vor dem Schnee schützte. (Schneit es?)
»Ich werde Hilfe holen. Vielleicht bietet uns jemand einen Unterschlupf.« Adrian humpelte ebenfalls zu den beiden. Joseph sah ihn an. »Ich werde Hilfe holen. Beschütz meine Frau und meinen einzigen Sohn, bis ich wieder da bin.« (Sowas sagt doch kein Mann zu einem verletzten Jungen. Welcher Mann würde seine schwangere Frau zurück lassen, wenn er sie in Gefahr vermutet?)
Mary zitterte am ganzen Körper. Sie hatte sich etwas Besseres für ihren Sohn gewünscht, als am Weihnachtsabend in der Gosse von Harlem auf die Welt zu kommen. Das Geld für eine Krankenversicherung hatten sie nicht.
Als Joseph zurückkehrte, war er allein und Mary konnte die Verzweiflung in seinen Augen sehen.
»Keiner ist bereit uns aufzunehmen. Erst recht nicht, weil wir Adrian geholfen haben. Sie fürchten, dass die Gang nach ihm sucht.«
»Lass uns weiter gehen. Irgendwo wird jemand gütig sein.« (Gütig sagt heute doch auch keiner mehr. Ich würde eher von helfen sprechen.)
Mary biss die Zähne zusammen und zwang sich Schritt für Schritt weiter. Die Abstände der Wehen wurden immer kürzer, der Druck immer stärker.
In der Ferne machte sie zwei Gestalten aus und Joseph rief ihnen zu: »Hilfe, meine Frau bekommt ein Baby! Wir wissen nicht wohin!«
»Tut uns leid, wir sind nicht von hier.«, antwortete die ältere Dame und ging an den dreien vorbei.
»Ich weiß einen Ort«, kam es von Adrian. »Es ist nicht sonderlich gemütlich, aber wir wären dort vor dem Wetter geschützt und es gibt ein paar Matratzen.«
»Wie weit ist es?«
»Es ist gleich da hinten.« Er zeigte auf einen weiteren Wohnkomplex, der schwarz in den Himmel ragte. »Meine Freunde hängen dort oft in den Garagen ab.«
Mit letzter Kraft schleppte sich Mary auf die Matratze, von der Adrian zuvor gesprochen hatte. Warm lief es über ihre Beine.
»Die Fruchtblase ist geplatzt.«
Joseph fand eine Flasche Spiritus und füllte sie in eine Metalltonne. Dann zertrümmerte er einen Stuhl und warf die Holzstücke hinein. (Ich würde den Spiritus über das Holz kippen. Andersherum macht er sonst wenig Sinn, weil er verbrannt ist, bevor das Holz brennt.) Wenig später erhellte ein Feuer die kleine Garage.
Über die folgenden Stunden voller Schmerz und Angst, hielt Joseph ihre Hand und übersäte sie mit Küssen.
Dann hatte sie kaum mehr als zehn Sekunden Pause zwischen den Wehen. Sie riss den Mund auf und schrie aus ganzer Leibeskraft. Noch nie in ihrem Leben hatte sie solche Schmerzen verspürt.
Plötzlich sah Mary zwei Männer durch das verschmutzen Fenster, die auf die Garage zukamen.
»Wer schreit denn da so laut?«, fragte einer der Männer mit kratziger Stimme. Er wandte sich dem hochgewachsenen Glatzkopf zu. »Gehören die zu dir? Was machen die hier in meinem Viertel?« Er zog eine Pistole aus seinem Halfter und richtete sie auf den Kopf des Glatzkopfs.
Dann war es soweit. Der Schmerz fiel von ihr ab und ein kleiner zögerlicher Schrei erfüllte die Garage.
Alle Augen waren auf dieses eine Kind gerichtet.
Adrian stellte sich vor Mary. »Sie gehören zu mir. Ohne die beiden, wäre ich verblutet. Einer der Blackfishs hat mich angeschossen.«
»Adrian? Was hast du hier zu suchen. Müsstest du nicht längst bei deiner Mutter sein?«
»Onkel Charlie, können wir das später besprechen? Die Frau braucht Hilfe.«
Der Glatzkopf konnte seinen Blick nach wie vor nicht von dem kleinen Jungen wenden. »Er sieht fast genauso niedlich aus wie mein Sohn.«
Er zückte sein Handy und wenig später kamen Menschen aus allen Richtungen herbeigeströmt, um den kleinen Joshua auf der Erde willkommen zu heißen.
(Das hat in der Weihnachtsgeschichte funktioniert, weil ein Engel den Heiland angekündigt hat. In unserer heutigen Welt wären sie wohl eher gekommen, weil der Mann sie gerufen und Hilfe verlangt hat.)

Ich habe manches kommentarlos gestrichen. Das sind Worte, die du nicht brauchst. Mich lassen die Personen auch ziemlich kalt. Ich kenne sie nach der Geschichte genauso wenig wie zuvor. Schade.
LG Verena
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