Have you ever murdered a darling?

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Have you ever murdered a darling?

Beitragvon Irishman » 03.08.2015, 18:23

Hallo und einen wunderschönen Tag,

in letzter Zeit war ich häufiger dazu gezwungen, mich mit der ganzen "murder your darlings" Geschichte auseinanderzusetzen. Mein persönlicher Lieblingscharakter - der, für den ich meinen Roman größtenteils begonnen habe - wurde mit der Zeit immer weiter von der Geschichte verdrängt. Inzwischen funktioniert der Plot sehr gut - wenn nicht sogar besser - ohne ihn. Und obwohl ich das weiß, obwohl ich ihn bereits rausgestrichen habe (nicht ohne den Gedanken, ihm ein späteres Buch zu widmen) lässt er mich einfach nicht in Ruhe.
Manchmal lese ich Passagen mit ihm und bin sofort bereit, Himmel und Hölle in Bewegung zu setzen, nur um ihn irgendwie wieder in das Buch zu bekommen.
Und dann frage ich mich: obwohl alle Instinkte bei mir schreien, dass ich ihn rauslassen soll, warum lässt er mich nicht in Ruhe? Warum drängt er sich wieder auf? Ist es richtig, meinem Instinkt zu vertrauen oder mache ich mir damit lediglich vieles einfacher, was mit einiger Arbeit doch lösbar wäre?

Das sind eher rhetorische Fragen. Ich weiß, was die meisten darauf antworten würden. Was mich eher interessiert ist, ob einer von euch schonmal entgegen jedem Instinkt einen "darling" behalten hat und wie es ihm dabei ergangen ist. Hat es funktioniert? Ist man selber daran gewachsen, ist die Geschichte daran gewachsen? Oder hat es alles ruiniert?

Ich freue mich sehr auf eure Erfahrungen!

Sonnige Grüße!
Ire
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Re: Have you ever murdered a darling?

Beitragvon Ankh » 03.08.2015, 21:41

Also eine ganze Hauptfigur habe ich noch nicht gestrichen, das stell ich mir schon hart vor :shock: Aber normalerweise sind die ja so in den Plot verstrickt, dass es ohne sie nicht geht.

Szenen, Subplots, tolle Dialoge und Nebenfiguren hab ich aber schon gestrichen. Wenn man so durcheinander schreibt wie ich, dann bleibt das nicht aus, und ich komm damit eigentlich gut zurecht. Vieles kann man ja wiederverwenden, einen tollen Charakter bringt man sicher mal wieder unter, vielleicht an einer Stelle, wo er sowieso besser zur Geltung kommt. Eine witzige Szene lässt sich oft auch in anderem Zusammenhang verwursten. Gerade hab ich den Mord an einer Nebenfigur gestrichen, weil er so kompliziert ist, dass ich mir jetzt überlege, da einen eigenen Krimi draus zu machen. Ideen gehen nicht verloren. Wenn eine an einer Stelle nicht passt, dann passt sie woanders umso besser.

Zu deinem Problem: Behalte erstmal beide Versionen. Lass sie ruhen, und dann lies sie nochmal mit ein bisschen Abstand (oder lass sie von einem Betaleser lesen). Vielleicht hat dein Bauchgefühl ja Recht, und der Geschichte fehlt ohne die Figur etwas. Sie muss ja nicht unbedingt plotrelevant sein, vielleicht gibt sie der ganzen Geschichte nur eine ganz eigene Sicht auf die Dinge. Watson z.B. ist für den Plot der Sherlock Holmes Geschichten weitestgehend überflüssig, aber die Geschichten funktionieren nur, weil man Holmes eben durch die Augen eines Dritten sieht. Manchmal ist es gut, einen Beobachter zu haben, mit dem sich der Leser identifizieren kann, ohne dass er großartig ins Geschehen eingreift.
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Re: Have you ever murdered a darling?

Beitragvon lucarius » 03.08.2015, 22:56

Für meinen Hauptcharakter ist es geplant, dass er umgebracht wird, allerdings hat das einen ganz bestimmten Grund und da sich meine Geschichte im Urban-Fantasy bewegt, bleibt er eh nicht lange tot, da ich ihn ja noch brauche, nur ist das kurze, brutale Ableben für die Weiterentwicklung meines Charakters notwendig. Ihn jedoch komplett abzuschieße, würde für meine Geschichte schon mal nicht funktionieren, da er fest in der Geschichte eingeplant ist und sich die Geschichte ja um ihn dreht und nicht er um die Geschichte.
Auf der anderen Seite hab ich gehört (kucken tu ich es ja nicht), dass in "Game of Throns" schon einige Hauptcharaktäre abgemeuchelt und durch andere ersetzt wurden. Wenn es für die Geschichte passt, ist sowas sicherlich auch möglich, man muss es nur gut und plausibel aufziehen.
Mein Bruder verkauft einen Gedichtesammelband "Die besten Gedichte 2009/2010", wo auch eins seiner Gedichte mit drin ist. Den Band gibt es zwar auch woanders zu kaufen, aber mein Bruder hat selbst auch einige Exemplare zum Verkaufen erhalten
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Re: Have you ever murdered a darling?

Beitragvon Anchesa » 04.08.2015, 08:42

Bisher bin ich noch nicht in die Situation gekommen, da ich ja sehr genau plotte, aber ich kann mir gut vorstellen, dass das ziemlich schwierig ist. Oft sind Szenen, die man gerne schreibt ja auch die besseren (außer vielleicht man ist ein wirklicher Profi). Deswegen ist es vielleicht besser, da auf dein Bauchgefühl zu hören.

Wie kann man sich das denn vorstellen, dass der Prota nicht mehr in die Geschichte passt?
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Re: Have you ever murdered a darling?

Beitragvon VickieLinn » 05.08.2015, 09:46

In meiner Geschichte stirbt "nur" eine Nebenfigur. Aber das tut sie nach etwa 800 Seiten, also genug Zeit, um eng mit der Prota anzufreunden, ihr wichtig zu werden - und die Vergangenheit vom NC wird natürlich auch behandelt.
Ich ertrage es auch nur, weil ich mich schon von Anfang an mich dafür entschieden habe und mich im Laufe des Schreibprozesses mich an diesen Gedanken gewöhnen konnte ... ich frage mich, wie die Test- und Betaleser darauf reagieren. Sie scheinen ihn alle zu mögen.
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Re: Have you ever murdered a darling?

Beitragvon _Kerstin_ » 05.08.2015, 11:44

Ich kenne beide Varianten: Ich habe ein Mal einen Darling behalten und es war eine Fehlentscheidung. Ich würde es nicht wieder machen.

Momentan habe ich die unangenehme Aufgabe einen Aspekt (keine Figur) aus meinen Manuskript herauszustreichen, der eigentlich mal der Aufhänger der ganzen Sache war, der Kernaspekt. Es fällt schwer, aber ich weiß, dass es am Ende wohl besser ist.
Das bedeutet für mich allerdings nicht, dass ich das nicht an anderer Stelle erneut verwenden werde - nur eben nicht in dieser Geschichte.

So handhabe ich das eigentlich mit allen meinen "Darlings", ob Szenen, Handlungsstränge oder Figuren. Sie wandern alle in einen imaginären Schuhkarton und werden bei Bedarf wieder herausgeholt und abgestaubt. :wink:

Edit: Wortwiederholung gelöscht
Zuletzt geändert von _Kerstin_ am 05.08.2015, 14:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Have you ever murdered a darling?

Beitragvon Badabumm » 05.08.2015, 12:46

Bedeutet dieses "murdered" nun, dass ich einen Helden, den ich mag, VOR dem Schreiben verwerfe (er taucht also erst gar nicht auf), oder bedeutet das, dass ich einen Helden in meiner GESCHICHTE sterben lasse? Ich komme mit der Begrifflichkeit nicht klar.
.
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Re: Have you ever murdered a darling?

Beitragvon Ankh » 05.08.2015, 14:06

"Murder your darlings" bedeutet eigentlich, dass man unnötige Dinge streicht, auch wenn sie einem ans Herz gewachsen sind. Also so, dass sie im fertigen Manuskript gar nicht mehr auftauchen. Das können Figuren sein, aber auch Motive, Szenen oder Sätze, die man zwar liebgewonnen hat, die aber objektiv betrachtet die Geschichte nicht voranbringen.
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Re: Have you ever murdered a darling?

Beitragvon Ellione » 10.08.2015, 16:15

Bei meinem ersten Roman hatte ich zu Anfang einen Mitschreiber, der verlangte, dass meine männliche Hauptfigur zu Gunsten einer anderen Hauptfigur sterben sollte. Ich habe mich darauf eingelassen und ganz wundervolle Abschiedsszenen geschrieben ... aber dann. Je weiter ich kam, desto mehr fehlte der Chara um bestimmte Handlungsstränge in Gang zu setzten oder fortzuführen.

Als mein Mitschreiber später aus dem Projekt ausstieg habe ich das Ableben wieder gestrichen und alles, was wir danach geschrieben hatten, umgeschrieben. Ich habe es nie bereut.

Mir fällt übrigens ein Buch ein, das mich als Leser verloren hat, weil ein Hauptchara gestorben ist. Im "Clan der Otori" wird relativ zu Anfang ein Edelmann eingeführt, mit einer interessanten Geschichte und einem ungewöhnlichen Charakter. Ich mochte ihn sofort - und dann wurde er umgebracht, bevor die Mitte des Buchs erreicht war ... Ich habe es nie zu Ende gelesen.
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Re: Have you ever murdered a darling?

Beitragvon juliets » 13.08.2015, 09:52

Ich bin da auch zwiegespalten.

Auf der einen Seite hatte ich es auch schon, dass ich eine Idee auf Grund von sogar zwei Charakteren hatte, aus der aber erstmal nichts geworden ist, weil die Charaktere beide zu flach, zu stereotyp waren. Im Endeffekt habe ich sie dann immer wieder ein Stück verändert, bis sie zur Geschichte gepasst haben. Dabei haben sich aber Wesenszüge und Aussehen total verändert. Irgendwie sind es für mich noch dieselben Charaktere, weil ich weiß, welchen Schaffensprozess sie durchlaufen haben. Andere könnten das aber bestimmt nicht nachvollziehen, wenn ich ihnen nur die Entwürfe vom Anfang und vom Ende der beiden Charaktere zeigen würde.

So mache ich das mit allem, was mir wichtig ist, aber nicht so recht passen will. Da streichen zu schmerzhaft wäre, verändere ich immer einen Teil und probiere aus, ob es reicht. Solange, bis alles stimmig ist.

Andererseits lese ich häufig Bücher nur auf Grund ihrer spannenden Charaktere. Aber das ist Ansichtssache.
Sei beim Schreiben ehrlich bis es weh tut, oder lass es bleiben.
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Re: Have you ever murdered a darling?

Beitragvon Ankh » 13.08.2015, 12:20

So mache ich das mit allem, was mir wichtig ist, aber nicht so recht passen will. Da streichen zu schmerzhaft wäre, verändere ich immer einen Teil und probiere aus, ob es reicht. Solange, bis alles stimmig ist.


Oder, bis du dich leichter von ihnen trennen kannst. iIch hab das mal erlebt, ewig an einem Charakter rumgefeilt, und als er endlich in den Plot passte, mochte ich ihn nicht mehr und konnte ihn klaglos streichen :XD:

Mir fällt es übrigens auch viel leichter, Dinge nachträglich zu streichen, die ich einmal niedergeschrieben habe. Während dem Schreiben denk ich immer "nein, der Satz ist so toll, der muss drinbleiben, auch wenn er nicht so recht passt" :fool: , und wenn ich die Szene nach zwei Wochen wieder lese weine ich dem Satz keine Träne mehr nach wenn er fliegt. Manchmal denke ich, die Sachen wollen einfach raus, und wenn sie dann draußen sind kann ich mich emotional besser von ihnen lösen.
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Re: Have you ever murdered a darling?

Beitragvon Arya007 » 10.10.2015, 14:00

Hey,
Ich kann das gut nachempfinden!
Ich habe tatsächlich einen meiner wichtigsten Charaktere sterben lassen. Zwar keinen Prota aber doch eine meiner liebsten Figuren. Sie musste sich opfern um meine fünfjährige Prota zu retten. Ich saß ungelogen vor meinem Laptop und habe fast geheult :oops:
Es ist Herz zerreißend, aber letzten Endes notwendig. Irgendjemand in dieser Szene musste sterben und es blieb nur sie. Man muss nun mal entscheiden ob es das Beste für das Buch ist oder nicht :(
Und das ist eine Entscheidung, die meiner Meinung nach, jeder für sich treffen sollte...

Lg Arya
I'll never give up 'cause even if it'll take years of work and thousand trys, it'll always worth it <3

das Leben ist eine Gutenachtgeschichte <3
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Re: Have you ever murdered a darling?

Beitragvon Hark » 10.10.2015, 15:24

Ich kann mit dieser Regel nichts anfangen. Denn die Darlings sind genau die Höhepunkte, welche einen besonderen Text von einem Allerweltstext unterscheiden. Im Gegenteil finde ich: Pflege die Darlinge, mache sie zum unverzichtbaren Bestandteil der Geschichte. Das unterstreicht die Wortkunst. Und alles wird gut. Meine Meinung.
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Re: Have you ever murdered a darling?

Beitragvon Maggi1417 » 10.10.2015, 15:39

Ich kann mit dieser Regel nichts anfangen. Denn die Darlings sind genau die Höhepunkte, welche einen besonderen Text von einem Allerweltstext unterscheiden. Im Gegenteil finde ich: Pflege die Darlinge, mache sie zum unverzichtbaren Bestandteil der Geschichte. Das unterstreicht die Wortkunst. Und alles wird gut. Meine Meinung.

Dieser Satz wird einfach oft falsch verstanden. Natürlich verlangt niemand, dass du die besonders gelungenen Szenen/Sätze/wasauchimmer löschen sollst. Das wäre ja nun wirklich Quatsch.
Es geht bei diesem Tipp um die Dinge, an denen man, aus welchem Grund auch immer, besonders hängt, die aber keinen Mehrwert für den Roman haben oder ihn sogar schlechter machen.

Während der Revision trifft man immer mal wieder auf solche "Darlings". Szenen, die Spaß machen, aber Tempo oder Rhythmus stören, faszinierende Orte, die im Setting keinen Sinn machen, Figuren, die man gerne hat, die aber keine Funktion erfüllen, Gespräche, die zackig und witzig sind, aber inhaltlich völlig leer. Solchen Kram.
Man muss einen Roman immer als großes ganzes betrachten. Welche Geschichte möchte ich erzählen? Welche Botschaft habe ich an den Leser? Elemente die da nicht reinpassen, müssen gestrichen werden, auch wenn sie schön geschrieben sind.

Man muss sie ja nicht wegschmeißen. Einfach ein neues Word-Dokument für solche Schnipsel anlegen und abwarten, ob man sie nicht doch noch mal irgendwo verwenden kann.
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Re: Have you ever murdered a darling?

Beitragvon Hyena » 11.10.2015, 07:08

Ich gehöre auch zu der Fraktion, die ein Buch zur Seite legt und nie wieder anschaut, wenn der Lieblingschar zu zeitig stirbt. Wenn es fast am Ende ist (und es KEIN Mehrteiler ist), okay. Aber wenn es um die Mitte herum ist oder noch zeitiger, hat das Buch für mich verloren. Einfach weil ich dann keinen Grund mehr habe, es weiter zu lesen. Was nützt mir der ausgefeilteste Plot, wenn mir jemand fehlt, durch dessen Augen ich ihn wahrnehmen, mit dem ich mitfiebern kann? Ich wäre da sehr vorsichtig, einen Charakter vor zwei Dritteln des Buches zu töten, wenn ihn ein Großteil der Betaleser mehr mag als den Hauptchar.

Auf der anderen Seite kann ein gut plazierter Tod die Leser auch fesseln und mitleiden lassen, es gibt genügend Charas, die durch ihren Tod für die Leser unsterblich wurden. Den Tod von Severus Snape zB finde ich passend, obwohl es mein Lieblingschar in der Reihe war. Aber ich hatte nicht das Gefühl, dass er mir als Leser sinnlos entrissen wurde, nur "damit jemand stirbt", wie das leider bei den meisten meiner verschiedenen Lieblingscharas der Fall ist, die meist lieblos "abkratzen" (bewusst so formuliert), weil es in der Regel "nur" irgendwelche Antagonisten und/oder Nebenfiguren sind.

Beispiel:

Der Tod von Grishnakh im HdR hat mich einfach nur angekotzt. Endlich mal ein intelligenter Ork mit interessantem Charakter, der eine Intrige plant! Aus dem hätte man so viel herausholen können! Und dann lässt Tolkien ihn nach einem einzigen Kapitel in irgendeinem Nebensatz sterben und nie wieder erinnert sich jemand an ihn. Gorbag aus Cirith Ungol das Gleiche. Das kann man in vielen Büchern beobachten - Hauptchar langweilig und quälen einen bis zum Ende mit ihrer Anwesenheit, coole Nebenchars werden dafür lieblos verheizt. So macht lesen keinen Spaß.

Dass ich das Lied von Eis und Feuer nicht lese, hat unter anderem den selben Hintergrund. Ich weiß sowieso, dass nicht ein einziger meiner Favoriten es lange machen wird. Wozu sollte ich mir die Bücher also antun? Am Ende bin ich ohnehin einfach nur frustriert.

EDIT:

Und ja, auch ich habe einen meiner liebsten Chars bereits getötet, ohne mit der Wimper zu zucken. Traurig war ich erst hinterher und habe, wie viele das wohl tun, auch überlegt, ihn doch wieder aufkreuzen zu lassen, aber nein. Sein Tod war notwendig, um den Hauptchar seelisch in Grund und Boden zu stampfen, damit er anschließend eine innere Wandlung vom Jammerlappen zum Kämpfer, der sich trotz allem wieder aufrafft, durchleben kann. Außerdem gab es noch genügend andere interessante Chars in diesem Machwerk^^
Zuletzt geändert von Hyena am 11.10.2015, 19:17, insgesamt 2-mal geändert.
"Ich behaupte, dass jeder Künstler einen inneren Motor hat, etwas das ihn antreibt, ein Defizit, etwas Fehlendes, eine große Sehnsucht, die er mit seiner Kunst vielleicht erfüllen kann." ~ Mein NaNo-Buddy: Höllenhund Lucky
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