[UrFan]Helden - Prolog

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[UrFan]Helden - Prolog

Beitragvon Sheyla » 27.06.2015, 10:47

Hy Zusammen

Bin sehr nervör, da ich hier das erste Mal etwas selbst geschriebenes zeige...
Na dann.
Zum Titel; Der Titel ist provisorisch, also noch nicht fest. Weiss noch keinen anderen für das Buch dass ich vorhabe zu schreiben.

Zum Buch
Ich habe diese Geschichte aus vielen Helden und Darstellungen von anderen Personen in Filmen zusammengesetzt. Wenn euch der Film Avengers was sagt, naja so ähnlich, nur dass nicht alle Helden übernatürliche Kräfte haben. UUUUnd ich habe das Buch vor dem Film angefangen zu schreiben :|

Ich habe diese Figuren gut studiert, allerdings muss ich immer wieder sehen und mich selber kontrollieren, denn es gibt sie bereits, und es erfordert viel Zeit, dadurch ein Buch zu schreiben.
Das erste Kapitel ist schon fertig und das zweite geht auf sein Ende zu. Bevor ich allerdings die Kapitel zeige, fange ich mit dem Prolog an.

Danke fürs lesen! :wink:

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Prolog

Wyoming; Yellowstone Nationalpark kurz vor 6:00 am
Der Wind durchfuhr ihr langes schwarzes Haar, als sie durch den Wald joggte. Diesmal hatte sie allerdings nicht denselben Weg wie jeden Tag genommen. Zumal da sie jemandem nicht begegnen wollte. Aber was sie nicht wusste war, dass sie ihn nie mehr zu meiden brauchte, denn an diesem Tag verschwand sie spurlos aus dem Park.

New York; Innerhalb eines Hochhauses kurz vor 6:00 am
George fing heute früher mit der Arbeit an, da er mit dem Harper Projekt im Rückstand lag. Niemand sonst befand sich im Gebäude, denn die normale Anfangszeit war um 8:00 Am. Er blätterte die ersten Seiten durch und unterzeichnete diese. Eine Minute bevor die volle Stunde schlug, schaute er kurz auf die Uhr und pünktlich zur Stunde klingelte sein Handy einsam in dem Raum, in welchen sich George gerade noch befunden hatte.

Nebraska; Nebraska City kurz vor 6:00 am
Endlich war sie das Discogetöse los. Ihre Freundinnen wollten sie unbedingt in die neue Disco mit dem einfallslosesten Namen der Welt mitnehmen. „Party“ hiess der Club. Aber nun ist es vorüber, dachte Lisa und eilte die verlassenen Strassen entlang. Schnell bog die 15-Jährige in eine Abkürzung ein. Ihre Mutter hasste es, wenn sie durch das unheimliche Gässchen ging. 10 Meter bevor Lisa wieder auf die Hauptstrasse traf, wehte ein eisiger Wind durch die nun leere Gasse. Liesa wurde seither nicht mehr gesehen.
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Re: Helden - Prolog

Beitragvon Freigeborene » 27.06.2015, 17:53

Hallo Sheyla :girl:

Ich kann dir deine größte Angst schonmal nehmen. Dein Text ist nicht schlecht, es ist ein sehr eigener Stil und Einstieg in ein Buch. Allerdings gefällt es mir, wie du die einzelnen Szenarien kurz anreißt und die Problematik des Buches vorstellst.
Allerdings gibt es einige Dinge, die ich anmerken möchte. Bekomm keinen Schock, deshalb ist dein Text nicht vollkommen scheiße :wink: Erstmal erscheint es viel, doch es sind keine schwerwiegenden Fehler :D

6:00 am
6:00 am
8:00 Am
6:00 am

Du solltest dich für eine Schreibweise von "am" entscheiden, wobei ich sogar dazu tendieren würde beide Buchstaben groß zu schreiben... Aber das ist Geschmacksache und es kann sein, dass es dazu eine Regel gibt, aber das weiß ich nicht genau :oops:

Diesmal hatte sie allerdings nicht denselben Weg wie jeden Tag genommen

Der Satz ist sehr schwierig formuliert und die einzelnen Satzteile wirken als ob sie zwar zusammen hängen, aber nicht zusammen gehören. Daher mein Vorschlag "Sonst lief sie einen anderen Weg, aber dieser hier war ihr heute lieber"

Zumal da sie jemandem nicht begegnen wollte

Auch dieser Satz klingt wieder nicht richtig zusammen gesetzt. Da ich denke, dass mit "jemand" eine bestimmte Person gemeint ist, könntest du schreiben "Zumal sie ihm/ihr nicht unbedingt begegnen musste" oder "Zumal sie ihm/ihr nicht treffen wollte beim joggen". Sollte allerdings mit "jemand" "alle" gemeint sein sollen, könntest du schreiben "Hier würde ihr niemand begegnen. Sie genoss heute die Einsamkeit".

Eine Minute bevor die volle Stunde schlug

Welche volle Stunde? 8 uhr oder 6 uhr?

pünktlich zur Stunde klingelte sein Handy einsam in dem Raum, in welchen sich George gerade noch befunden hatte.

Mein Vorschlag: "Pünktlich zur Stunde klingelte sein Handy, doch niemand hob ab, denn an diesem Tag verschwand George spurlos aus dem Park." Vielleicht wäre es cool, wenn du jeden Absatz mit dieser Formulierung enden lässt. Dann spiegelt sich der Zusammenhang der Ereignisse in der Formulierung wieder :writing:

hiess

Hieß wird mit einem scharfem S geschrieben

10 Meter

Zahlen bis einschließlich zwölf werden ausgeschrieben :wink:

Lisa
Liesa

Wie wird der Name denn jetzt geschrieben?

Auch bei dem dritten Abschnitt solltest du das Ende dann umschreiben, falls du meine Idee umsetzen möchtest.

Liebe Grüße,
Freigeborene :dasheye:
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Re: Helden - Prolog

Beitragvon Libelle » 27.06.2015, 18:33

Hallo Sheyla,

schön, dass du den Mut gefunden hast, etwas von dir zu zeigen.

Deine Beschreibung habe ich leider nicht ganz verstanden, außer dich von Filmfiguren hast inspirieren lassen und schon ein paar Kapitel geschrieben hast. Den Prolog bekommen wir hier zu lesen. Hast du konkrete Fragen oder möchtest du nur allgemeine Rückmeldung?

Damit ich etwas Sinnvolles schreiben kann, muss ich wissen, as dein Ziel war, was du erreichen wolltest. Dein Prolog erinnert mich an typische, scharfe Filmschnitte. Wolltest du das auf deinen Text übertragen?

Ich schreibe jetzt trotzdem mal, was mir beim Lesen deines Prologs so in den Sinn kam.

Sheyla hat geschrieben:Der Wind durchfuhr ihr langes schwarzes Haar, als sie durch den Wald joggte.

Bei »langes schwarzes Haar« musste ich spontan an Groschenromane denken. Ist es an dieser Stelle wichtig, dass ihr Haar lang und schwarz ist?

Diesmal hatte sie allerdings nicht denselben Weg wie jeden Tag genommen. Zumal da sie jemandem nicht begegnen wollte.

Ich würde im Aktiv formulieren: Diesmal nahm sie allerdings nicht denselben Weg wie sonst, denn sie wollte einem bestimmten Jemand nicht begegnen.

Aber was sie nicht wusste war, dass sie ihn nie mehr zu meiden brauchte, denn an diesem Tag verschwand sie spurlos aus dem Park.

Hier würde ich straffen: Noch ahnte sie nicht, dass sie sich deswegen keine Sorgen mehr zu machen brauchte. An diesem Tag sollte sie nämlich spurlos aus dem Park verschwinden.

Niemand sonst befand sich im Gebäude, denn die normale Anfangszeit war um 8:00 Am.

»Denn« kam schon im vorherigen Abschnitt vor, würde ich daher ersetzen.
Die Zeitangaben mit dem »am« finde ich total seltsam. Da wir in Deutschland sind und du auf Deutsch schreibst, also für eine deutschsprachige Zielgruppe, würde ich das überdenken. Für mich wirkt es künstlich.

Eine Minute bevor die volle Stunde schlug, schaute er kurz auf die Uhr und pünktlich zur Stunde klingelte sein Handy einsam in dem Raum, in welchem sich George gerade noch befunden hatte.

Diesen Satz musste ich dreimal lesen, um ihn zu verstehen. Erstens steht hier plötzlich ein Name, bei dem ich kurz irritiert war. »Wer ist George?« Zweitens ist das Wichtigste irgendwie in dem Bandwurmsatz verwurstelt. George guckt auf die Uhr und dann klingelt sein Handy einsam. Ich würde daraus zwei Sätze machen. Dass George auf die Uhr guckt, ist meiner Ansicht nach irrelevant. Überhaupt sind zu viele Infos enthalten, wenn man es mit dem Absatz mit der Joggerin vergleicht, der kurz und bündig war.

Schnell bog die 15-Jährige in eine Abkürzung ein.

6 Uhr morgens? Die 15-Jährige hat die ganze Nacht in der Disco abgehangen?

Ihre Mutter hasste es, wenn sie durch das unheimliche Gässchen ging.

Aber Discobesuche sind okay? Ich glaube, die Gasse ist Lisas geringste Sorge.

10 Meter bevor Lisa wieder auf die Hauptstrasse traf, wehte ein eisiger Wind durch die nun leere Gasse. Liesa wurde seither nicht mehr gesehen.

Aber der George wurde wiedergesehen?

Ich verstehe, dass du ominöse Vorfälle schildern willst, bei denen Menschen spurlos verschwinden. Die Vorfälle an sich finde ich interessant und sie machen mich neugierig, was da wohl passiert sein könnte.
An der sprachlichen Umsetzung würde ich aber feilen.

  1. Überlege dir, wie die Abschnitte aussehen sollen und mache es überall gleich. Die Joggerin kommt zum Beispiel sehr knapp, während man bei Lisa schon fast die halbe Lebensgeschichte erfährt.
  2. Vermeide Bandwurmsätze und verarbeite das Besondere/Wichtige/Spannende vor allem nicht in einem Nebensatz. Im Moment geht viel Effekt verloren.

Das ist alles nur meine persönliche Meinung und du musst nichts davon umsetzen. Trotzdem hoffe ich, dass du etwas mit meinen Kommentaren anfangen kannst.

Viele Grüße
Libelle

[Edit: Satz gelöscht, den ich vergessen habe zu streichen.]
Zuletzt geändert von Libelle am 27.06.2015, 20:48, insgesamt 1-mal geändert.
»Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten.«
Karl Kraus (1874 – 1936)
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Re: Helden - Prolog

Beitragvon Sheyla » 27.06.2015, 19:47

Danke für eure Rückmeldungen :pc:

Freigeborene hat geschrieben:Hieß wird mit einem scharfem S geschrieben


Da ich nicht in Deutschland wohne, sondern in der Schweiz, ist für mich leider der Gebrauch des ß Fremd. Daher kann ich es auch nicht anwenden und in meinem Programm ist es auch nicht vorhanden. Aber danke für die Anmerkung.

Libelle hat geschrieben:Damit ich etwas Sinnvolles schreiben kann, muss ich wissen, as dein Ziel war, was du erreichen wolltest. Dein Prolog erinnert mich an typische, scharfe Filmschnitte. Wolltest du das auf deinen Text übertragen?


Eigentlich wollte ich damit erreichen, dass dem Leser auffällt, dass alle zur genau gleichen Zeit an total unterschiedlichen Orten verschwinden. Alle waren allein und niemand hat sie in diesem Augenblick gesehen. Dies ist das Ziel meines Prologs.

Libelle hat geschrieben:Hast du konkrete Fragen oder möchtest du nur allgemeine Rückmeldung?


Ich wollte nur eine allgemeine Rückmeldung. Zu meiner Angewohnheit gehört, dass ich sehr kompliziert schreibe, was ich unbedingt unter in den Griff bekommen muss. :wink:

Libelle hat geschrieben:Dass sie spurlos aus dem Park verschwindet, halte ich nicht für nötig, ist aber sicher eine Geschmacksfrage.


In meiner Geschichte ist es wichtig, daher bestehe ich darauf :D

Danke nochmals für die Rückmeldung. Hoffe ich konnte offene Fragen klären. Habe den Prolog in meinem Programm soweit umgeschrieben.
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Re: Helden - Prolog

Beitragvon anby77 » 27.06.2015, 20:47

Eigentlich wollte ich damit erreichen, dass dem Leser auffällt, dass alle zur genau gleichen Zeit an total unterschiedlichen Orten verschwinden. Alle waren allein und niemand hat sie in diesem Augenblick gesehen. Dies ist das Ziel meines Prologs.

Sie verschwinden aber nicht zur selben Zeit - zumindest nicht, wenn die Zeit so angibst. Die Orte liegen nämlich in verschiedenen Zeitzonen und wenn keine Zeitzone dabei steht, gehe ich von Ortszeit aus. New York hat Eastern-, Nebraska City Central- und der Yellowstone Park hat Mountain-Time. Das heißt: Wenn George um 6:00 am Eastern Time verschwindet, ist für Lisa erst 5:00 am Central-Time und für die anonyme Besucherin im Yellowstone Park sogar erst 4:00 am Mountain Time. Wenn sie wirklich gleichzeitig verschwinden sollen, musst Du entweder die Zeitverschiebung zwischen den Orten kompensieren, und Lisa um 5:00 am und die Yellowstone-Besucherin um 4:00 verschwinden lassen oder wenn Du jedes Mal 6:00 am da stehen haben willst, dazu schreiben, welches 6:00 nun gemeint ist.
Außerdem würde ich an Deiner Stelle der Vollständigkeit halber auch jemanden verschwinden lassen, der an der Westküste wohnt, wo Pacific-Time gilt. Einfach damit nicht der Eindruck entsteht, das Verschwinde-Phänomen würde an den Rocky Mountains enden.

Ein weiterer Punkt, der mir aufgefallen ist: Nebraska-City ist ein weitgehend unbedeutendes Kaff mit etwas mehr als 7.000 Einwohnern. Ich habe ein bisschen Schwierigkeiten, mir da Diskos und unheimliche Gässchen vorzustellen; zumindest für die Disko wäre Omaha glaubhafter. Das ist zwar auch kleiner als Stuttgart, aber wenigstens eine Großstadt. Gässchen (egal ob unheimlich oder nicht) wirst Du aber in den meisten amerikanischen Städten nicht finden. Die sind nämlich nahezu alle nach Schachbrettmuster (okay, manchmal sind es keine Quadrate sondern Rechtecke, aber das schenkt sich nicht viel) aufgebaut. An der Ostküste gibt es ein paar historische Stadtkerne, die nicht irgendeiner Variante des "grid plan" folgen; aber im Mittleren Westen dürftest - außer bei ganz winzigen Weilern - Du vergeblich nach Ausnahmen von Quadratraster suchen. Die Straßen sind zwar nicht unbedingt gleich breit, aber "Gässchen", die obendrein noch geeignet sind, Wege zu verkürzen, sind da ausgeschlossen. In Zeiten von google maps kann man sich solche Freiheiten nicht mehr herausnehmen; nimm Dir die zwei Minuten, die es braucht, um Nebraska-City auf den Schirm zu holen, und überlege Dir, ob die Stadt wirklich zu Deinem Verschwindeszenario passt.

Wahrscheinlich wäre es besser, wenn Du Deine Geschichte irgendwo ansiedelst, wo Du Dich ein bisschen auskennst. Es muss ja schließlich nicht immer Amerika sein.
Je größer der Dachschaden, desto schöner der Ausblick zum Himmel.
(Karlheinz Deschner)
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Re: Helden - Prolog

Beitragvon Yorinde » 27.06.2015, 20:59

Hallo Sheyla.
Dann werde ich auch mal meinen Senf dazugeben. :-)
Wie meine Vor"rednerin" schon bemerkt hat, wirken die Bilder die du zeichnest wie kurze Filmsequenzen. Zusammen mit der interessanten Idee, drei Menschen gleichzeitig an verschiedenen Orten spurlos verschwinden zu lassen kann das durchaus gut funktionieren. Aber anders als in einem Film, in dem unserer Vorstellung alles fertig vorgesetzt wird, musst du mit Worten erst ein Bild im Kopf deiner Leser kreieren. Nimm dir dafür ruhig ein, zwei Sätze und einen Atemzug mehr Zeit.
Ich nehme mir zur Veranschaulichung mal nur die erste deiner drei Szenen heraus.

Sheyla hat geschrieben:Wyoming; Yellowstone Nationalpark kurz vor 6:00 am
Der Wind durchfuhr ihr langes schwarzes Haar, als sie durch den Wald joggte. Diesmal hatte sie allerdings nicht denselben Weg wie jeden Tag genommen. Zumal da sie jemandem nicht begegnen wollte. Aber was sie nicht wusste war, dass sie ihn nie mehr zu meiden brauchte, denn an diesem Tag verschwand sie spurlos aus dem Park.


Es gibt den geflügelten Satz "Show, don't tell.". Was du hier gemacht hast, ist "tell". Du erzählst relativ emotionslos und aus einer gewissen Distanz von einer jungen (das nehm ich jetzt mal an) Frau, die morgens durch den Park joggt, einen anderen Weg nimmt weil sie jemandem nicht begegnen will und dann spurlos verschwindet. Ich als Leser habe kaum Möglichkeiten, eine Beziehung zu dieser Figur aufzubauen. Um das Bild dem Leser lebendig vor Augen zu malen, braucht es mehr "show", weniger "tell". Ich bin jetzt mal so frei und nehme deine Idee, um sie sprachlich ein wenig abzuwandeln. Nicht weil ich mir anmaße, dass ich es besser kann, sondern nur um dir zu verdeutlichen, was ich meine. Darf ich der Dame kurzzeitig einen Namen geben? :-)

Vielleicht hätte sie doch ein langärmeliges Shirt anziehen sollen. Der kühle Herbstwind ließ sie frösteln und unwillkürlich etwas schneller laufen. Das trockene Herbstlaub raschelte unter ihren Füßen, inzwischen waren die Bäume schon fast kahl. Jenna lugte hinauf zum grauen Himmel. Es sollte kein schöner Tag werden und fast meinte sie, das Wetter hatte sich mit ihrer Stimmung verschworen. Warum konnte sie nicht wenigstens im Park Ruhe vor ihm haben? Dieser Typ, inzwischen verfolgte er sie schon bis in ihre Träume. Und bis in den Park. Ihren Park! Aber heute würde sie ihm keinen Gefallen tun. Nein, heute konnte er am Weiher auf sie warten, bis er schwarz wurde! Sie hatte schon am Parkplatz kurzerhand den linken Abzweig genommen. Diesen Weg kannte sie zwar kaum, aber was machte das schon - Hauptsache sie konnte sich voll auf ihren Workout konzentrieren! Noch einmal steigerte sie das Tempo, doch weniger wegen der Kälte als vor Wut. Der Weg senkte sich zum Flussufer hin, erst leicht dann allmählich steiler. Jenna strauchelte und kam aus dem Tritt, fast wäre sie gestürzt. Im letzten Moment fing sie sich wieder, nahm das Tempo raus. Durch den kurzen Schreckmoment war ihre Wut verraucht. Sie blieb stehen und sah sich um. Es waren sowieso nur noch zwei Wegbiegungen bis zum Parkplatz. Ein paar Atem- und Dehnübungen würden ihr gut tun, schließlich stand ein langer Bürotag bevor.
Jennas Kollegin entdeckte den Wagen der jungen Frau zwei Tage später unberührt auf dem einsamen Parkplatz. Von Jenna aber fehlte seitdem jede Spur.

Darüber hinaus würde ich dir gern noch zwei, drei sprachliche Hinweise geben:

Sheyla hat geschrieben:Der Wind durchfuhr ihr langes schwarzes Haar, als sie durch den Wald joggte.


Wortwiederholung versuchen zu vermeiden - anders formulieren. Oder die Beschreibung des Haares erst mal ganz außen vor lassen.

Sheyla hat geschrieben:Diesmal hatte sie allerdings nicht denselben Weg wie jeden Tag genommen. Zumal da sie jemandem nicht begegnen wollte.


Klarer formulieren:
Heute nahm sie einen anderen Weg, denn sie wollte ihm/ihr einfach nicht mehr begegnen.

Sheyla hat geschrieben:Aber was sie nicht wusste war, dass sie ihn nie mehr zu meiden brauchte, denn an diesem Tag verschwand sie spurlos aus dem Park.


Dieser Satz kann den Leser irritieren. Im Satz zuvor schreibst du aus ihrer Sicht, nämlich dass sie jemanden meidet und deswegen woanders lang joggt. Jetzt änderst du die Perspektive und schreibst, dass sie an diesem Tag aus dem Park verschwinden wird. Man könnte aber auf den ersten Blick meinen, die junge Frau will aus dem Park verschwinden, tut das quasi aktiv.

Ich hoffe, du kannst an dem Beispiel deiner ersten Szene nachvollziehen, was ich dir rüberbringen wollte. Mein Fazit: Die Idee klingt gut, auch die kurzen Sequenzen aus dem Leben verschiedenster Personen haben Potential. Sprachlich ist das Ganze ausbaufähig - aber Übung macht den Meister! :-)
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Re: Helden - Prolog

Beitragvon TheRanch90 » 30.06.2015, 22:27

Heyho, hier mein Feedback zu deinem Helden-Prolog :)

Wyoming; Yellowstone Nationalpark kurz vor 6:00 am

Wenn es kurz vor 6 ist, wieso schreibst du dann nicht einfach "05:57" oder sowas? Hat was finde ich, ist aber wohl Geschmackssage.

Diesmal hatte sie allerdings nicht denselben Weg wie jeden Tag genommen.

"Diesmal" klingt nicht schön. Generell hört sich der Satz komisch an. "Heute hatte sie allerdings einen anderen, als den gewohnten Weg eingeschlagen." Vielleicht so?^^

Zumal da sie jemandem nicht begegnen wollte.

Nicht jemandem. -> Einer(ganz) bestimmten Person...

Aber was sie nicht wusste war, dass sie ihn nie mehr zu meiden brauchte, denn an diesem Tag verschwand sie spurlos aus dem Park.

Wieso fängst du den Satz mit "aber" an? Finde, das macht den Satz langsam. Ich würds ganz weglassen oder zumindest "Was sie aber nicht wusste...". Das "war" vor dem Komma ist umgangssprachlich und kommt weeeeg :)
Innerhalb eines Hochhauses

Sorry aber was ist das denn :XD: Innerhalb eines Hochhauses? Wie wärs denn mit "im 59. Stock des Empire State Buildings" ?! Klingt doch deutlich besser oder?

Niemand sonst befand sich im Gebäude, denn die normale Anfangszeit war um 8:00 Am.

Es befindet sich also sonst NIEMAND in einem Hochhaus in New York? Weil die Arbeit erst um 8 beginnt und es 6 ist? Naaaaja :)
Er blätterte die ersten Seiten durch und unterzeichnete diese

Von einem Vertrag? Von einer Urkunde? Zeitschriften?

Eine Minute bevor die volle Stunde schlug, schaute er kurz auf die Uhr und pünktlich zur Stunde klingelte sein Handy einsam in dem Raum, in welchen sich George gerade noch befunden hatte.

1. Wiederholung der Stunde, die sich nicht schön anhört.
2. Verstehe ich den Satz nicht. Der Satzbau ist irgendwie ziemlich verwirrend.
3. Er schaute auf die Uhr. Okay. Welche Uhr? An der Wand? Am Arm? Auf dem Schreibtisch?
4. Sein Handy. Welches Handy? Liegt es auf dem Tisch? Auf dem Boden? Wieso klingelt es zur vollen Stunde? Ruft jemand an? Geht der Wecker?
5. Welcher Raum?

Versteh mich bitte nicht falsch, ich verstehe, was für ein Bild du darstellen willst. Er blickt auf die Uhr während die letzten Sekunden bis zur vollen Stunde verrinnen und Punkt 6 ist er "zack!" aus dem Raum verschwunden und sein Handy vibriert alleine auf dem Glastisch vor sich hin. Dadam!
Leider kommt überhaupt keine Spannung und Atmosphäre auf, so wie du das geschrieben hast. Zu viele Sachen die plötzlich passieren oder auftauchen, ohne dass man weiß wo sie herkommen oder wo sie sich befinden. Und dann noch alles in verschachtelten Sätzen. Hm...

Ihre Freundinnen wollten sie unbedingt in die neue Disco mit dem einfallslosesten Namen der Welt mitnehmen.

"Hatten sie mitnehmen wollen". Das, was du schreibst ist die falsche Zeit.

Schnell bog die 15-Jährige in eine Abkürzung ein.

1. Die 15-Jährige?!?! In einem Club? In Amerika? Bis 6 Uhr morgens? Da musste leider ne 21-Jährige draus machen, sonst ist das nicht realistisch.
2. Ist "Abkürzung" wieder umgangssprachlich, so wie du es verwendet. Man kann in keine Abkürzung einbiegen, man kann höchstens eine "nehmen" :)

10 Meter bevor Lisa wieder auf die Hauptstrasse traf,

1. Man schreibt Zahlen 1-12 aus.
2.Wieso "wieder"?

Sooo, wie du siehst habe ich ziemlich viele Anmerkungen, obwohl dein Prolog eigentlich recht kurz ist.
Inhaltlich finde ich es gut, auch deine Idee, wie du es aufgebaut hast, leider ist die Umsetzung nicht wirklich gut. Du erzeugst keine Bilder beim Leser. Oft beginnen die Sätze mit komischen Wörtern und sind einfach zu umständich und emotionslos geschrieben. Du versuchst definitiv Spannung zu erzeugen, aber wie gesagt, da musst du noch ein bisschen an den einzelnen Absätzen feilen. Der Leser muss geschockt zurückgelassen werden, jedesmal wenn eine der Personen am Ende der Absätze verschwindet.
Heldenaufgabe. Auf gehts :)

LG
Ranch
Zuletzt geändert von TheRanch90 am 05.07.2015, 21:05, insgesamt 1-mal geändert.
Vertan sprach der Hahn und stieg von der Ente.
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Re: Helden - Prolog

Beitragvon Dingelchen » 05.07.2015, 18:56

Hallihallo,

ie verschwinden aber nicht zur selben Zeit - zumindest nicht, wenn die Zeit so angibst. Die Orte liegen nämlich in verschiedenen Zeitzonen und wenn keine Zeitzone dabei steht, gehe ich von Ortszeit aus

Damit ist mein Hauptkritikpunkt auch schon angesprochen. Ich war mir recht sicher, dass da unterschiedliche Zeiten herrschen, aber aufgrund der Wahl der gleichen Ziffern der Eindruck erstehen sollte, dass die verschiedenen Szenarien zeitgleich passieren.

So, und nun zum Rest:

Ich persönlich mag kurze, knackige Prologe (auch, wenn ich mich selbst nicht so recht dran halte :mrgreen: ), weil sie immer so schön zum Rätseln einladen und einen auch irgendwie ins kalte Wasser schmeißen. :)
Deine Idee dahinter gefällt mir sehr gut, und ich hab da schon weitaus schlechtere kurze Prologe namhafter Schriftsteller gelesen.
Stilistisch hab auch ich ein bisschen was zu meckern:
Der Wind durchfuhr ihr langes schwarzes Haar, als sie durch den Wald joggte

Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber ich finde in so einem Fall immer "während" deutlicher in der Aussage.
(Die "langen schwarzen" Haare stören mich im Gegensatz zum Vorposter allerdings nicht. Ich weiß, zu viele Adjektive sind schlecht, blabla - aber solange mir nicht gleich der Inhalt ihres gesamten Kleiderschranks in drei Sätzen offenbart wird, find ich das okay so, weils für mich ein kleiner visueller Anker ist. Außerdem weiß man als Leser ja noch gar nicht, ob ihre Haarfarbe nicht vielleicht wichtig ist).

Zumal da sie jemandem nicht begegnen wollte. Aber was sie nicht wusste war, dass sie ihn nie mehr zu meiden brauchte, denn an diesem Tag verschwand sie spurlos aus dem Park.

Ich vermute, sie möchte einer bestimmten Person (die du hier nicht erwähnen möchtest, warum auch immer) nicht begegnen. Einer Person, die sich immer im Park aufhält.
Es ist aber ein bisschen irritierend, weil offenbar manche auch etwas anderes darunter verstehen, wie ich aus den vorangegangenen Posts las. Ich würde das daher ein bisschen unformulieren. Statt "Jemandem", falls es wer bestimmtes ist, einfach "ihm".

Eine Minute bevor die volle Stunde schlug, schaute er kurz auf die Uhr und pünktlich zur Stunde klingelte sein Handy einsam in dem Raum, in welchen* sich George gerade noch befunden hatte.

*welchem
Wortwiederholung ("Stunde") und den Satz finde ich zu lang, als dass hier für mich Spannung aufkäme (ich selbst neige btw. auch zu langen Sätzen^^).
Irgendwie so in der Art fände ich persönlich es krasser: "Es war eine Minute vor Acht. Exakt 60 Sekunden später klingelte sein Handy. Georg hörte es nicht - er war verschwunden."
Okay, stilistisch auch noch ausbaufähig xD, sollte nur ungefähr die Richtung, die ich meinte, wiedergeben. ;)
Wobei es wahrscheinlich auch Geschmacksache ist (so, wie fast alles beim Schreiben): Aufgrund deiner Art der Zeitangabe hier, und deinen kurzen Absätzen, fände ich den, quasi, "Telegrammstil" - also kurz und zackig, geeigneter und spannungsgeladener. Allerdings kanns theoretisch natürlich sein, dass du den Leser gar nicht so stressen magst, und lange Sätze ein Stilmittel sind, um einen Gegensatz zwischen dem Geschehen und dem Gefühl beim Lesen zu entwickeln.

„Party“ hiess der Club.

Ja, da hast du dir was sehr Uneinfallsreiches einfallen lassen :mrgreen: :dasheye:

Aber nun ist es vorüber

Meint sie damit nur das Discogetöse, oder ist mehr für sie vorüber? Etwas, das der Leser noch nicht wissen kann? Da bin ich mir an der Stelle nicht sicher gewesen, ob das mehr aussagen soll, oder nur, dass sie nicht mehr in der Ätz-Disco abhängen muss.

Ihre Mutter hasste es, wenn sie durch das unheimliche Gässchen ging.

Da sieht man, wie unterschiedlich Eindrücke sind. Im Gegensatz zu einem Vorposter hier (ich weiß jetzt nicht mehr, in welchem Post die Kritik kam), finde ich es nicht eigenartig, dass die Mutter sie in Discos lässt, aber es nicht mag, wenn ihre Tochter durch das unheimliche Gässchen ging. Meine Eltern ließen mich in Jugendzeiten auch schon mal länger in mein Stammlokal gehen, nur vom letzten Stück des Heimwegs, da etwas abgelegen, wurde ich dann immer abgeholt, was sowohl mir als auch meinen Eltern recht war ;) . Und generell gibts halt an vielen Orten Gegenden, die man/frau aus was-für-Gründen-auch-immer lieber meiden sollte. Vielleicht liest man über den Grund hier ja später sogar noch etwas.

Jedenfalls finde ich, dass der Prolog auf jeden Fall Potenzial hat. Und als Leser weckt er auch durchaus mein Interesse.

Liebe Grüße
Dingelchen
"Im Mondlicht drehten sich die Paare. Die Feigheit mit der Tugend, die Lüge mit der Gerechtigkeit, die Erbärmlichkeit mit der Kraft, die Tücke mit dem Mut.
Nur die Vernunft tanzte nicht mit."

(Horváth - Jugend ohne Gott)
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Re: Helden - Prolog

Beitragvon Ankh » 06.07.2015, 09:33

Hi!

Zum Kennenlernen der Personen sind die Abschnitte vielleicht ein bisschen zu kurz. Da du uns zum Teil die Gedanken der Personen verrätst, gehe ich davon aus, dass wir eine Verbindung zu ihnen herstellen sollen. Dazu würde ich dir raten, jeweils eine etwas ausführlichere Szene zu schreiben. Wer sind diese Leute? Wie sieht ihr Alltag aus, bevor sie in ein Abenteuer, vielleicht in eine ganze andere Welt gerissen werden? Was (oder vielleicht wen?) lassen sie hier zurück?

Andererseits hat auch die Knappheit etwas Interessantes. Dann würde ich aber auch eine entsprechend distanzierte Form wählen, wie einen Zeitungs- oder Polizeibericht. Wir erfahren darin nichts über die Gefühle und Gedanken und Persönlichkeiten der Leute, sondern nur die Umstände ihres Verschwindens, und wundern uns über die Parallelität der Ereignisse. Auch das kann sehr wirkungsvoll sein:

"Gestern morgen verschwand Georg X von seinem Arbeitsplatz im Y Building, New York. Sein letzter Zugriff auf seinen Computer erfolgte um 5:59, eine Minute später reagierte er nicht auf einen Anruf. Auf den Überwachungsaufzeichungen ist nicht zu erkennen, dass er seinen Arbeitsplatz verlassen hat. Zu dem Zeitpunkt seines Verschwindens befand sich außer ihm niemand im Gebäude."

Auf diese Art erfahren wir zwar nichts über George, aber dazu haben wir in den folgenden Kapiteln sicher noch Gelegenheit. Dafür wird uns ein Rätsel präsentiert: Wie kann ein Mann spurlos von seinem Arbeitsplatz verschwinden? Die Frage ist auf jeden Fall interessant genug, um weiterzulesen. Die Nüchternheit eines solchen Berichts ist auch ein schöner Kontrast zu den vielleicht phantastischen, übernatürlichen Dingen, die George erleben wird, und deutet an, dass George nun buchstäblich nicht mehr in dieser nüchternen Realität existiert.
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