[SciFi]Henry (Teil 1/2)

[SciFi]Henry (Teil 1/2)

Beitragvon ACri » 27.08.2014, 23:43

Hallo,

mal wieder eine Geschichte von mir. Eigentlich wurde diese Geschichte für das Story Center "Nummern" (http://www.pmachinery.de/archive/496) geschrieben. Allerdings habe ich nie mehr was davon gehört und es wurde auch nichts dergleichen veröffentlicht. Deshalb stelle ich sie nach vielen Monaten jetzt hier mal rein:

Titel: Henry

1, 9, 11, 20, 300 und 2020.

Diese Zahlen bedeuteten sein Leben. An nichts anderes konnte Henry mehr denken. Unzählige Spekulationen, Behauptungen und Meinungen über deren Bedeutung hatte er gelesen, gesehen, gehört oder selbst ausprobiert. Keine ergab für ihn einen Sinn.

Es war jetzt fast 12 Jahre her. Damals wurde die Zahlenfolge exakt sieben Tage ununterbrochen aus der Region um den Andromedanebel von SETI aufgefangen. Anfangs dachte man an einen Zufall. Doch Auswertungen hatten ergeben, dass es kein neues Wow!-Signal war, wie Ende des letzten Jahrtausends. Das Wow!-Signal war damals eine Sensation. Eine Buchstaben- und Zahlenfolge wurde über das Radioband empfangen. Einmalig. Doch mit neueren Methoden stellte es sich im Nachhinein als ein zufälliger Mischmasch verschiedener Störsender dar.

Doch die Zahlen, die seinen Namen trugen, die Steel-Zahlen, waren kein Zufall. Sie wurden binär gesendet. Jede Zahl einzeln mit einer Pause von exakt 10 Sekunden. Wie ein intergalaktischer Morsecode. Ein kurzer Ton war eine Null, ein langer Ton eine Eins. Die Pausen zwischen den einzelnen Tönen betrug immer genau 1 Sekunde.

“Der neue Fibonacci-Code”, “Koordinaten im Universum”, “Das Datum für einen Angriff”, “Die intergalaktischen Lottozahlen”...Henry konnte die Thesen nicht mehr hören. Er schlürfte an seinem kalten Kaffee und ging die Ergebnisse von letzter Nacht noch einmal durch. Wieder einmal hatte ein Computer vier Monate gerechnet, um am Ende gigantische Zahlenreihen auszuspucken, die genauso rätselhaft waren, wie die Steel-Zahlen selbst. Nichts ergab einen Sinn.

“Gibt es was Neues?”, Henry drehte sich herum. Hinter ihm stand Melanie.
“Nein - ich habe dich gar nicht gehört. Wann bist du reingekommen?”

Melanie war Henrys Kollegin. Sie war Mitte 30, brünett und sportlich elegant. Henry, der schon einen leichten Bauchansatz bekam, hatte sich für seine 39 Jahre trotzdem ganz gut gehalten.

“Bin schon ‘ne ganze Weile hier. Mike hat mir die Ergebnisse mit einem Wort schon zusammengefasst. Nada!”, antwortete sie grinsend.

Henry legte die Ergebnisse seufzend zur Seite.

“Irgendwas Neues von unseren Hobby-Mathematikern?”

Hobby-Mathematiker nannte Henry alle, die sich eher einen Spaß daraus machten, immer neue Theorien und Berechnungen anzustellen. Vielleicht hatte doch mal einer einen nützlichen Hinweis - also sammelte er ihre Werke und Melanie ging diese von Zeit zu Zeit durch.

“Nein. Nur der übliche Mist”, entgegnete sie ihm.

Henry hatte noch viel vorzubereiten. Übermorgen war der “Steel-Kongress”. Seit fünf Jahren trafen sich regelmäßig einmal alle sechs Monate alle bedeutenden Wissenschaftler, Mathematiker und Physiker in New York, um über ihre Arbeit zu sprechen. Selbst anerkannte Ufologen waren anwesend. Henry hasste diesen Kongress mittlerweile. Trotzdem musste er darauf vorbereitet sein.

***

“...eine Billion neunhundertelf Milliarden zweihundertdrei Millionen zweitausendzwanzig ist nicht nur eine Zahl. Wenn man diese Zahl als Faktor zur Einstein’schen Formel nimmt und die Quantenphysik dabei berücksichtigt, wird einem schnell klar, warum diese Zahl weder eine Primzahl, noch eine Bellsche Zahl oder gar eine Catalan Zahl ist...”

Professor White war berühmt für seine Vergleiche zu Einstein und die einzelnen Nummern als eine große Zahl anzusehen und daraufhin zu untersuchen. Henry hörte nur mit einem Ohr zu. Der Steel-Kongress war bereits drei Tage alt und bald würde seine Abschlussrede kommen.

“...der natürliche Logarithmus der Zahl ist 28,2787 folgende und der dekadische Logarithmus ist 12,2813 folgende. Daraus ergibt sich...”

Henry sein Smart-PC vibrierte. Er sah auf das Display, doch er kannte den Teilnehmer nicht. Er zögerte erst, doch schließlich nahm er das Gespräch entgegen und zog seine Datenbrille auf. Vor seinem Auge wurde der Anrufer als Hologramm projiziert. Für Henry war es so, als stünde er ihm direkt gegenüber. Die anderen um ihn herum bekamen davon nichts mit. Es war ein älterer Mann, den Henry nie zuvor gesehen hatte.

“Ja bitte?”, sagte Henry schon fast genervt und leise, um die Zuhörer nicht zu stören.

Der Anrufer zögerte. Henry wollte schon fast wieder auflegen.

“Ich habe die Lösung auf ihre ganzen Fragen”, sagte der Mann schließlich.

“Woher haben sie diese Nummer?”

‘Schon wieder so ein Spinner’, dachte Henry. Er ärgerte sich und sah sich im Gedanken schon, wie er allen Kontakten seine neue Nummer gab, die er direkt nach diesem Gespräch beantragen würde. Bereits zum dritten Mal in diesem Jahr. ‘Wie kamen diese Leute immer nur an seine Nummer? Ich dachte,...’

“Sie glauben mir nicht”, fiel der Mann ihm ins gedachte Wort.

“Sie wissen, dass dies ein geschützter Anschluss ist? Ich werde das Gespräch jetzt beenden.”

“Primzahlen”, sagte der Anrufer nur.

Henry stockte der Atem.

“Es sind keine Primzahlen”, antwortete er nur.

“Sie wissen, was ich meine. Sie haben nicht nur die Zahlenreihe empfangen, sondern eine Woche später auch die Primzahlen von 2 bis 97.”


2. Teil: henry-teil-2-2-t51245.html
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Re: Henry (Teil 1/2)

Beitragvon Luftmensch » 28.08.2014, 10:30

Hallo Acri,

na dann mal auf ins Gefecht ;)

Zuerst einmal eine Frage: Bleibt es bei dem Titel "Henry"? Oder ist das nur ein Arbeitstitel? "Henry" ist für mich ein sehr spannender Titel,da es einfach überhaupt nicht neugierig macht. Ein Titel sollte den Leser ansprechen und im besten Fall einen kleinen Vorgeschmack auf die Handlung / den Inhalt bieten.
An nichts anderes konnte Henry mehr denken.


Um hier den Fokus auf diesen Zahlenzwang zu legen, würde ich dir raten, das "mehr" zu streichen.

Unzählige Spekulationen, Behauptungen und Meinungen über deren Bedeutung hatte er gelesen, gesehen, gehört oder selbst ausprobiert.


Wie kann man Spekulationen, Behauptungen und Meinungen ausprobieren oder sehen? Das ergibt für mich keinen Sinn. Ich mache eine Behauptung, ich habe eine Meinung oder ich spekuliere. Vielleicht habe ich es auch nur bis heute falsch gemacht ;) Hört sich für mich etwas komisch an.

Keine ergab für ihn einen Sinn.


Hier muss ich auch die Stirn runzeln. Also ergeben die Behauptungen usw. für andere einen Sinn?
Ansonsten mein Vorschlag: Keine ergab einen Sinn.

Es war jetzt fast 12 Jahre her.


Der Satz hört sich für mich etwas zusammenhanglos an. Ich würde dir raten, ein Komma hinter "her" zu setzten und den Satz mit dem darauffolgenden zu verbinden.

Anfangs dachte man an einen Zufall. Doch Auswertungen hatten ergeben, dass es kein neues Wow!-Signal war, wie Ende des letzten Jahrtausends.


Das gleiche Problem auch hier. Entweder den ersten Satz verlängern oder beide verbinden. Sonst wird der Leser aus dem Lesefluss gerissen.

Das Wow!-Signal war damals eine Sensation. Eine Buchstaben- und Zahlenfolge wurde über das Radioband empfangen. Einmalig.


Und auch hier, das gleiche Problem. Satz eins und zwei verbinden und die Ellipse am Ende, also den letzten Satz, um die Wirkung des Wunders zu verstärken mit einem Ausrufezeichen versehen: Einmalig! Kommt anders an, als Einmalig.

Doch mit neueren Methoden stellte es sich im Nachhinein als ein zufälliger Mischmasch verschiedener Störsender dar.

Doch die Zahlen, die seinen Namen trugen, die Steel-Zahlen, waren kein Zufall.


Bemerkst du es? ;)

Sie wurden binär gesendet. Jede Zahl einzeln mit einer Pause von exakt 10 Sekunden. Wie ein intergalaktischer Morsecode.


Hier habe ich wieder dieses Problem mit dem Lesefluss, der abgehackt wird. Ich würde dir raten, Satz eins und drei zu verbinden: "Sie wurden binär gesendet, wie ein intergalaktischer Morsecode. Jede Zahl einzeln und (oder ein Komma hier, obwohl das "und" sich besser anhört) mit einer Pause von exakt 10 Sekunden (wobei man die "zehn" ausschreiben würde)."

Die Pausen zwischen den einzelnen Tönen betrug immer genau 1 Sekunde.


Die Pausen -> Plural, daher die Pausen zwischen den einzelnen Tönen betrugen immer genau eine Sekunde.
Ich würde dir wirklich raten, die Zahlen auszuschreiben.

“Die intergalaktischen Lottozahlen”...Henry


Das sieht für mich ungewöhnlich aus, wegen den "…" . Hast du hier einfach drei Punkte hintereinander gesetzt oder die "richtige" Weise mit der Zahlenkombination auf der Tastatur benutzt? Nach den "…" kommt so viel ich weiß ein Lehrzeichen, dann das nächste Wort.
Wobei mich auch die Anführungszeichen gleich davor verwirren. Vielleicht könntest du die Thesen kusiv schreiben? Für mich hören sich die Thesen auch an, als wären sie Werbesprüche :wink:

Er schlürfte an seinem kalten Kaffee und ging die Ergebnisse von letzter Nacht noch einmal durch.


Bisher wurde auch nichts über sein Setting verraten. Nur eine kleine Anmerkung meinerseits ;)
Ich mag es eigentlich immer, wenn ich mir das Drumherum um den Charakter vorstellen kann. Es muss nicht viel sein, aber schon ein bisschen ;)

Melanie war Henrys Kollegin. Sie war Mitte 30, brünett und sportlich elegant. Henry, der schon einen leichten Bauchansatz bekam, hatte sich für seine 39 Jahre trotzdem ganz gut gehalten.


Das ist jetzt ungünstig, da der Sprung zwischen Melanie und Henry ziemlich abrupt stattdindet.
Zuerst: Was bitte ist "sportlich elegant", sorry, ich kann mir darunter nichts vorstellen. Es entsteht kein Bild in meinem Kopf. Du "beschreibst" und "zeigst" nicht. Zeig mir doch, dass sie brünett und sportlich elegant ist ;)
Wieso wird aufeinmal Henry beschrieben? Beinahe schon im "gleichen Atemzug" ;) Es fühlt sich beim Lesen sprunghaft an, als würde der Autor dem Leser einen Gedanken vorenthalten.

“Bin schon ne ganze Weile hier. Mike hat mir die Ergebnisse mit einem Wort schon zusammengefasst. Nada!”, antwortete sie grinsend.


'ne ganze Weile.

“Irgendwas Neues von unseren Hobby-Mathematikern?”

Hobby-Mathematiker nannte Henry alle, die sich eher einen Spaß daraus machten, immer neue Theorien und Berechnungen anzustellen. Vielleicht hatte doch mal einer einen nützlichen Hinweis - also sammelte er ihre Werke und Melanie ging diese von Zeit zu Zeit durch.


Vorschlag: "Irgendetwas Neues von unseren Hobby-Matematikern?", fragte Henry. So nannte er alle, die …"
Dann brauchst du keine Wortdoppellung schon im nächsten Satz.

“Nein. Nur der übliche Mist”, entgegnete sie ihm.


Vorschlag: "Nein, nur der übliche Mist", entgegnete sie."
Wir wissen ja, dass sich beide unterhalten und es ist fließender, da natürlicher, wenn Satz 1 und 2 verbunden werden.

Henry hatte noch viel vorzubereiten. Übermorgen war der “Steel-Kongress”. Seit fünf Jahren trafen sich regelmäßig einmal alle sechs Monate alle bedeutenden Wissenschaftler, Mathematiker und Physiker in New York, um über ihre Arbeit zu sprechen. Selbst anerkannte Ufologen waren anwesend. Henry hasste diesen Kongress mittlerweile. Trotzdem musste er darauf vorbereitet sein.


Der erste und letzte Satz sind im Prinzip das Geliche. Beide geben kaum Inhalt her und wiederholen sich.
Die direkte Wiederholung von "alle" kannst du umgehen, wenn du sagst, dass man sich halbjährlich trifft.

“...[LEHRZEICHEN]eine Billion neunhundertelf Milliarden zweihundertdrei Millionen zweitausendzwanzig ist nicht nur eine Zahl. Wenn man diese Zahl als Faktor zur Einstein’schen Formel nimmt und die Quantenphysik dabei berücksichtigt, wird einem schnell klar, warum diese Zahl weder eine Primzahl, noch eine Bellsche Zahl oder gar eine Catalan Zahl ist[LEHRZEICHEN]...”


Professor White war berühmt für seine Vergleiche zu Einstein und die einzelnen Nummern als eine große Zahl anzusehen und daraufhin zu untersuchen. Henry hörte nur mit einem Ohr zu. Der Steel-Kongress war bereits drei Tage alt und bald würde seine Abschlussrede kommen.


Was ist der Unterschied zwischen Nummern und Zahlen? Ich weiß, dass Ziffern etwas Anderes sind, als Nummern und Zahlen (die ich jetzt synonym nehmen würde). Irre ich mich? Duhttp://www.duden.de/rechtschreibung/Nummerden sagt nein ;)

Vielleicht könntest du dagen, dass der Kongress seit drei Tagen stattfindet. "Drei Tage alt" das hört sich irgendwie merkwürdig an.

“...der natürliche Logarithmus der Zahl ist 28,2787 folgende und der dekadische Logarithmus ist 12,2813 folgende. Daraus ergibt sich...”


Lehrzeichen.

Henry sein Smart-PC vibrierte.


Wie bitte? :wink:

Er sah auf das Display, doch er kannte den Teilnehmer nicht. Er zögerte erst, doch schließlich nahm er das Gespräch entgegen und zog seine Datenbrille auf.


Vielleicht das zweite "doch" streichen.

“Ja bitte?”, sagte Henry schon fast genervt und leise, um die Zuhörer nicht zu stören.

Der Anrufer zögerte. Henry wollte schon fast wieder auflegen.


‘Wie kamen diese Leute immer nur an seine Nummer? Ich dachte,...’


Lehrzeichen.

“Sie glauben mir nicht”, fiel der Mann ihm ins gedachte Wort.


Passt hier nicht, da er eigentlich nichts erklärt oder gesagt hat. Bis auf die Tatsache, dass er die Lösung zum Problem hätte. Wobei man hier eigentlich sagen würde: Hören Sie mir zu! oder so etwas.

“Primzahlen”, sagte der Anrufer nur.

Henry stockte der Atem.

“Es sind keine Primzahlen”, antwortete er nur.

“Sie wissen,[Hier gehört kein Komma hin, denke ich] was ich meine. Sie haben nicht nur die Zahlenreihe empfangen, sondern eine Woche später auch die Primzahlen von 2 bis 97.”



Fazit:

Eine sehr interessante Geschichte, die zwar Sci-Fi sein soll, aber bisher habe ich nichts von der Sci-Fi-Welt mitbekommen. Außer der Sache mit der Hologramm-Brille ;) Daher lieber etwas an der Welt rumbasteln und dem Leser auch einen Blick in diese Welt ermöglichen.
Zum Protagonisten Henry kann ich leider nichts sagen. Er ist immer noch sehr blass und hat für mich nicht den Anschein, als wäre er irgendwie besonders. Er ist besessen von diesen Zahlen und bisschen grieskrämig, aha und weiter? Bauchansatz, sieht aber noch okay aus. Aha, und sonst? Nichts :|
Zu der Frau, die mal eben aufgetaucht ist, wobei sie nichts zum Geschehen beigetragten hat, kann ich noch weniger sagen.
Dann der Typ am Telefon, den du zeigen könntest, wenn Henry ihn schon sieht, dann will der Leser auch wissen wie der Typ aussieht. Wie verhält er sich? Mimik, Gestik? Sieht er gehetzt aus? Wie ein Penner oder gehört er zur Oberschicht, mit teuren Klamotten usw.?
Von der Handlung her, kann ich auch nicht viel mehr sagen. Es geht um irgendwelche Zahlen, aber wieso diese Zahlen so wichtig sind, das sollte zumindest angedeutet werden.
Zu deinem Stil: Bitte solche 1 Zahlen ausschreiben. Und bitte die richtigen Satzzeichen verwenden und die Sätze nicht zu sehr runterbrechen, ansonsten fliegt man ständig aus dem Lesefluss.


Und bitte denk daran, ich kritisiere deinen Text und nicht dich.
Wenn dir meine Anmerkungen weitergeholfen haben, freut es mich. Wenn nicht, kann man auch nichts machen ;) Nimm was du willst / brauchst, den Rest einfach in die Tonne hauen.

Liebe Grüße :girl:
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Re: Henry (Teil 1/2)

Beitragvon CraX » 31.08.2014, 01:11

Hallo ACri,

gleich vorweg eine Warnung: Wenn du deine gute Laune behalten willst, lies diese Kritik NICHT!
Sie fällt nicht besonders gut aus! :|


1, 9, 11, 20, 300 und 2020.

Eine Story mit dieser Vorgabe zu schreiben ist natürlich ein ganz schöner Hammer, vor allem wenn man 2020 nicht mal als Jahreszahl verwenden darf! Sich daran zu wagen – Respekt!

Diese Zahlen bedeuteten sein Leben. An nichts anderes konnte Henry mehr denken. Unzählige Spekulationen, Behauptungen und Meinungen über deren Bedeutung hatte er gelesen, gesehen, gehört oder selbst ausprobiert. Keine ergab für ihn einen Sinn.

Das ist ein genauso abstrakter Beginn wie bei meinem „Zeitexperiment“. Allerdings mische ich nach so einem trostlosen Einstieg dort eine Minihandlung ein, während du im Folgenden im Infodump verbleibst. Also irgendetwas, was er gerade tut, wäre nicht schlecht, um überhaupt ein Bild von der Situation zu bekommen.
Wenn ich dann anschließend lese, dass die Sache 12 Jahre her ist, fällt es mir etwas schwer zu glauben, dass er an gar nichts anderes mehr denken kann.
Wenn ich den nächsten Absatz lese, tendiere ich dazu den ersten eigentlich komplett zu streichen.

Damals wurde die Zahlenfolge exakt sieben Tage ununterbrochen aus der Region um den Andromedanebel von SETI aufgefangen.

Das damals würde ich wegnehmen.
Die Zahlenfolge wurde exakt sieben Tage ununterbrochen aus der Region um den Andromedanebel von SETI aufgefangen.
Als Absender würde ich eher das Sternbild nehmen, in dem sich Andromeda befindet, es sei denn, du erklärst, wie sie die Entfernung zur Nachbargalaxis festgestellt haben.

Wow!-Signal

Klingt okay, wenn das hier eine Parodie werden soll, sonst würde ich mir einen ernsthafteren Namen ausdenken.

Einmalig.

Comicsprache? In bestimmten Situationen sind Einwortsätze angebracht, aber hier m.M. nicht.
Und die Buchstaben und Zahlenfolge ergaben das idiotische Wort „Wow“? Selbst bei einer Parodie tut das weh.

Doch die Zahlen, die seinen Namen trugen, die Steel-Zahlen, waren kein Zufall.

Ich weiß jetzt nicht, ob die „Steel-Zahlen“ ein wissenschaftlicher Begriff sind, oder sein Name, vermutlich letzteres. Dann wäre es vielleicht so verständlicher:
Doch die Zahlen, die seinen Namen trugen, Steel, waren kein Zufall. Allerdings müsstest du uns jetzt erklären, wie man von 1, 9, 11, 20, 300 und 2020 auf „Steel“ kommt. Aber vermutlich habe ich hier grundsätzlich etwas nicht verstanden.

Jede Zahl einzeln mit einer Pause von exakt 10 Sekunden. Wie ein intergalaktischer Morsecode. Ein kurzer Ton war eine Null, ein langer Ton eine Eins. Die Pausen zwischen den einzelnen Tönen betrug immer genau 1 Sekunde.

Trotz der simplen Erklärung verstehe ich es nicht. Wie wird z.B. die zweite Ziffer 9 aus Nullen und Einsen gebildet? Naja, vermutlich dann neunmal Lang?

Er schlürfte an seinem kalten Kaffee und ging die Ergebnisse von letzter Nacht noch einmal durch. Wieder einmal hatte ein Computer vier Monate gerechnet, um am Ende gigantische Zahlenreihen auszuspucken, die genauso rätselhaft waren, wie die Steel-Zahlen selbst. Nichts ergab einen Sinn.

Die Ergebnisse der letzten Nacht sind die Ergebnisse, die man während einer Nacht erarbeitet hat, nicht die von 4 Monaten. Was ist das überhaupt für eine Zeitepoche und für ein Rechner, der 4 Monate lang mit 6 Zahlen arbeitet – und vor allem – was arbeitet er überhaupt damit?

Melanie war Henrys Kollegin. Sie war Mitte 30, brünett und sportlich elegant. Henry, der schon einen leichten Bauchansatz bekam, hatte sich für seine 39 Jahre trotzdem ganz gut gehalten.

Das ist schön, dass man gleich eine Personenbeschreibung der beiden bekommt, allerdings wirkt diese allzu aufgesetzt.

Nada!

Nada?

Selbst anerkannte Ufologen waren anwesend.

In der Gegenwart zumindest gibt es keine anerkannten Ufologen, nur selbsternannte. In einer Zukunft, in der es noch keine Alienkontakte gibt (was ich hier annehme), wird das nicht viel anders sein, außer RTL übernimmt eine Kasperleregierung.

“Steel-Kongress”

Also wer oder was ist denn jetzt Steel?

Wenn man diese Zahl als Faktor zur Einstein’schen Formel nimmt

Wenn du hier Einstein zitierst und ernsthaft und glaubhaft bleiben willst, solltest du die Formel benennen. (Einstein hat eine Menge Formeln vom Stapel gelassen).

Wenn man diese Zahl als Faktor zur Einstein’schen Formel nimmt und die Quantenphysik dabei berücksichtigt, wird einem schnell klar, warum diese Zahl weder eine Primzahl, noch eine Bellsche Zahl oder gar eine Catalan Zahl ist...”

um zu belegen, dass dies keine Primzahl ist, ist es Blödsinn, Einstein und Quantenphysik ins Spiel zu bringen, die haben nichts damit zu tun. Bellsche oder Catalan sagt mir nichts, aberd as ist in einem SciFi in Ordnung.

der natürliche Logarithmus der Zahl ist 28,2787 folgende und der dekadische Logarithmus ist 12,2813 folgende.

Der Satzbau stimmt hier für mich nicht (über den Inhalt kann ich nichts sagen).

Henry sein Smart-PC vibrierte.

Kleiner Druck- oder Denkfehler?

Er sah auf das Display, doch er kannte den Teilnehmer nicht. Er zögerte erst, doch schließlich nahm er das Gespräch entgegen und zog seine Datenbrille auf. Vor seinem Auge wurde der Anrufer als Hologramm projiziert. Für Henry war es so, als stünde er ihm direkt gegenüber. Die anderen um ihn herum bekamen davon nichts mit. Es war ein älterer Mann, den Henry nie zuvor gesehen hatte.

Deine Sprache ist fürchterlich, sorry wenn ich das so hart sagen muss.
Und wenn ich in einem SciFi von Hologramm rede, muss ich glaube ich keine Einführung für Vollidioten machen, denn wer nicht weiß, was ein Hologramm ist, sollte keine SciFi lesen.
Versuchs mal so:
Er zögerte kurz, dann setzte er seine Datenbrille auf und nahm das Gespräch entgegen.
Vor seinem Auge wurde das Hologramm eines älteren Mannes projeziert, den er nie zuvor gesehen hatte.

Ist nur halb so kurz und du langweilst die Leser nicht.

“Ja bitte?”, sagte Henry schon fast genervt und leise, um die Zuhörer nicht zu stören.
Der Anrufer zögerte. Henry wollte schon fast wieder auflegen.

Auch hier ...
“Ja bitte?”, zischte Henry leise und leicht genervt (den Rest kann man sich denken).
Der Anrufer blickte nervös um sich. Henry hatte keine Lust auf solche Spiele und sein Finger wanderte auf den Beenden-Button.
“Ich habe die Lösung auf ihre ganzen Fragen”, sagte der Mann schließlich.
“Woher haben sie diese Nummer?”

Die logische und natürliche Reaktion auf solch eine Behauptung wäre meiner Meinung nach:
1. „Welche Lösung?“
2. „Wer spricht da überhaupt?“
3. „Woher haben sie diese Nummer?”

‘Schon wieder so ein Spinner’, dachte Henry. Er ärgerte sich und sah sich im Gedanken schon, wie er allen Kontakten seine neue Nummer gab, die er direkt nach diesem Gespräch beantragen würde. Bereits zum dritten Mal in diesem Jahr. ‘Wie kamen diese Leute immer nur an seine Nummer? Ich dachte,...’

Macht nicht wirklich Spaß, solche Sätze zu lesen.
Gedanken würde ich nicht in einfache Anführungszeichen setzten, einfach in gar keine. Der Mittelteil ist viel zu kompliziert und ungeschickt ausgedrückt.
Schon wieder so ein Spinner, dachte sich Henry. Er würde eine neue Nummer beantragen müssen, diese Leute werden langsam lästig.


“Sie glauben mir nicht”, fiel der Mann ihm ins gedachte Wort.

Ins "gedachte Wort fallen" habe ich jetzt auch noch nicht gehört. Originell ist es aber trotzdem nicht.

Henry stockte der Atem.

Ist das jetzt ein Wow-Effekt? Etwas übertrieben, oder?

Fazit:
Tut mir wirklich leid, aber ich kann bei diesem Text keine Stelle finden, die mich überzeugt, anspricht oder halbwegs begeistert. Das liegt an deinem Stil, an dem du einfach noch arbeiten musst. Aber dafür bist du ja hier. Es ist meine Meinung, und nicht mehr.
Die Story beherbergt eine gute Idee, die man ausbauen kann.


Liebe Grüße
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Die wahren Abenteuer sind im Kopf und sind sie nicht im Kopf, dann sind sie nirgendwo.
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Re: Henry (Teil 1/2)

Beitragvon dadazinga » 10.09.2014, 23:40

Hallo ACri,

ich wundere mich, was das Sci-Fi Forum mit Vornamen als Titel hat :D Eine meiner Geschichten hieß Clara; es gibt Cecilia und jetzt Henry. Komisch ;)

Egal...also so eine harsche Kritik wie mein Vorredner kann ich nicht vergeben. Aber lies selbst (falls du noch interessiert bist).

1, 9, 11, 20, 300 und 2020.

Mit einer Zahlenfolge anzufangen ist in der Tat mutig. Niemand liest das und es erzeugt auch keine Neugierde.

Es wird nicht wirklich klar in was für einer Zeit die Geschichte spielt. Das heißt wie ungewöhnlich es ist, dass eine Zahlenfolge aufgeschnappt wird. Außerdem muss ich die ganze Zeit an LOST denken, da bekommst du Pluspunkte, weil das meine LIeblingsserie ist :D

Doch Auswertungen hatten ergeben, dass es kein neues Wow!-Signal war, wie Ende des letzten Jahrtausends

Dummer Name für ein Signal

Doch die Zahlen, die seinen Namen trugen, die Steel-Zahlen, waren kein Zufall. Sie wurden binär gesendet. Jede Zahl einzeln mit einer Pause von exakt 10 Sekunden. Wie ein intergalaktischer Morsecode. Ein kurzer Ton war eine Null, ein langer Ton eine Eins. Die Pausen zwischen den einzelnen Tönen betrug immer genau 1 Sekunde.

Am Ausdruck kannst du immer noch arbeiten, aber die Erklärung gefällt mir so eigentlich.

“Die intergalaktischen Lottozahlen”..

Da musste ich schmunzeln. Kann mir gut vorstellen, dass bestimmte Medienerzeugnisse das so beschreiben würden.

ging die Ergebnisse von letzter Nacht noch einmal durch. Wieder einmal hatte ein Computer vier Monate gerechnet, um am Ende gigantische Zahlenreihen auszuspucken, die genauso rätselhaft waren, wie die Steel-Zahlen selbst. Nichts ergab einen Sinn.

Da muss ich meinem Vorredner etwas rech geben. Das mit letzte Nacht und 4 Monate ist komisch. Du meinst wahrscheinlich, dass er 4 Monate gerechnet hat (das ist wirklich lange!!!) und in der letzten Nacht fertig war? Und was versucht der da zu berechnen?

Melanie war Henrys Kollegin. Sie war Mitte 30, brünett und sportlich elegant. Henry, der schon einen leichten Bauchansatz bekam, hatte sich für seine 39 Jahre trotzdem ganz gut gehalten.

0815-Beschreibung

Nada!”, antwortete sie grinsend.

Nada verstehe ich, Vorredner kann wohl kein Spanisch ;) Aber grinsend ist vielleicht ein zu starkes Adjektiv um einen Misserfolg zu beschreiben.

Henry hasste diesen Kongress mittlerweile. Trotzdem musste er darauf vorbereitet sein.

Beschreibe ruhig mehr, warum er ihn hasst. Showing not telling.

“...eine Billion neunhundertelf Milliarden zweihundertdrei Millionen zweitausendzwanzig ist nicht nur eine Zahl. Wenn man diese Zahl als Faktor zur Einstein’schen Formel nimmt und die Quantenphysik dabei berücksichtigt, wird einem schnell klar, warum diese Zahl weder eine Primzahl, noch eine Bellsche Zahl oder gar eine Catalan Zahl ist...”

Das hab ich nur überflogen. Wissenschaftlicher Kauderwelsch glaubhaft zu machen, ist schwer. Versuch ich auch gerade mit einer Geschichte. Hier find ich, gelingt dir das nicht.

“...der natürliche Logarithmus der Zahl ist 28,2787 folgende und der dekadische Logarithmus ist 12,2813 folgende. Daraus ergibt sich...”

Da das offenbar nicht wichtig ist, was er da erzählt, könntest du das auch in eine indirekte Rede oder Zusammenfassung schreiben. Es ist ja kein Drehbuch, sondern eine Kurzgeschichte.

Henry sein Smart-PC vibrierte.

Okay, DAS ist ein Fehler, den ich kaum verzeihen kann. Der tat weh. :D

zog seine Datenbrille auf.

Kann das sein, dass du hier aufsetzen und anziehen zusammengewürfelt hast? Entscheide dich für eine Variante ;)

Der Anrufer zögerte. Henry wollte schon fast wieder auflegen.

Mehr Kontext, warum er genervt ist. Ich kann nicht Gedanken lesen. Warum mag Henry keine unbekannten Anrufer?

“Sie glauben mir nicht”, fiel der Mann ihm ins gedachte Wort.

Find ich gar nicht so schlecht.

Henry stockte der Atem.

“Es sind keine Primzahlen”, antwortete er nur.

Das passt nicht. Ihm stockte der Atem (abgenutzter Ausdruck, übrigens) und dann seine Antwort. Wieder weiß ich nicht, was in seinem Kopf vorgeht.


Ich bin von Schreibstil noch nicht wirklich überzeugt. Man sollte sich immer wieder daran erinnern, nicht Sachen zu behaupten (Ihm stockte der Atem, er war genervt etc.), sondern zu beweisen. Beziehungsweise seine Aussagen mit Umschreibungen ausdrücken. Allgemein gibst du zu wenig Kontext.

Aber die Prämisse gefällt mir. Eine mysteriöse Zahlenreihe wird aufgefangen und die Wissenschaft ist seit 12 Jahren ratlos. Das macht schon neugierig.

Also Fazit: Inhalt gut, arbeite an der Form :)
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Re: Henry (Teil 1/2)

Beitragvon WindupBird » 24.09.2014, 18:21

Hallo ACri,

ich bin zwar selbst absoluter Schreibanfänger, aber vielleicht kann ich dir ja mit meiner Meinung die ein oder andere Anregung geben ;)

ACri hat geschrieben:Diese Zahlen bedeuteten sein Leben. An nichts anderes konnte Henry mehr denken.

Der zweite Satz hört sich für mich nicht so schön an, ich würde ihn umstellen:
Henry konnte an nichts anderes mehr denken.

ACri hat geschrieben:Unzählige Spekulationen, Behauptungen und Meinungen über deren Bedeutung hatte er gelesen, gesehen, gehört oder selbst ausprobiert. Keine ergab für ihn einen Sinn.

Hier kann ich mich Luftmensch nur anschließen. Du könntest dich für eines der Wörter (oder Alternativ auch "Theorien", "Erklärungsversuche", usw.) festlegen und den Satz entsprechend anpassen.


ACri hat geschrieben:“Der neue Fibonacci-Code”, “Koordinaten im Universum”, “Das Datum für einen Angriff”, “Die intergalaktischen Lottozahlen”...Henry konnte die Thesen nicht mehr hören. Er schlürfte an seinem kalten Kaffee und ging die Ergebnisse von letzter Nacht noch einmal durch. Wieder einmal hatte ein Computer vier Monate gerechnet, um am Ende gigantische Zahlenreihen auszuspucken, die genauso rätselhaft waren, wie die Steel-Zahlen selbst. Nichts ergab einen Sinn.

Wolltest du die "Thesen" gewollt lustig gestalten oder wirkt das (zumindest auf mich) nur unfreiwillig so? Keines der angegebenen Zitate erweckt den Anschein, als stamme es von einem Wissenschaftler..
Ich weiß zwar nicht in welchem Jahr deine Story spielt und über wieviel Rechenleistung Henry verfügt, aber ich kann mir keine sinnvolle Prozedur vorstellen, die mit den gegebenen Zahlen dermaßen lange beschäftigt ist.. da wären mehr Hintergrundinfos super :)


ACri hat geschrieben:Henry hatte noch viel vorzubereiten. Übermorgen war der “Steel-Kongress”. Seit fünf Jahren trafen sich regelmäßig einmal alle sechs Monate alle bedeutenden Wissenschaftler, Mathematiker und Physiker in New York, um über ihre Arbeit zu sprechen. Selbst anerkannte Ufologen waren anwesend. Henry hasste diesen Kongress mittlerweile. Trotzdem musste er darauf vorbereitet sein.

Bei Ufologen stellt sich mir auch wieder die Frage, ob gewollt ins komische gezogen oder nicht..
Zwei mal "alle" stört mich etwas.. wie wäre es mit "halbjährlich"?
Mir kommt die Tagungs-Frequenz übrigens äußert hoch (und damit unglaubwürdig) vor, für ein solches Themengebiet..


ACri hat geschrieben:“...eine Billion neunhundertelf Milliarden zweihundertdrei Millionen zweitausendzwanzig ist nicht nur eine Zahl. Wenn man diese Zahl als Faktor zur Einstein’schen Formel nimmt und die Quantenphysik dabei berücksichtigt, wird einem schnell klar, warum diese Zahl weder eine Primzahl, noch eine Bellsche Zahl oder gar eine Catalan Zahl ist...
Professor White war berühmt für seine Vergleiche zu Einstein und die einzelnen Nummern als eine große Zahl anzusehen und daraufhin zu untersuchen.”

Oben schreibst du, dass die Zahl binär gesendet wurde.. warum also sollte ein Wissenschaftler die fünf Zahlen fälschlicherweise als eine einzige Auffassen? Ich würde auch vermeiden, Begriffe in den Raum zu werfen, die einfach nicht angebracht sind.. oder gehe mehr auf sie ein :)
Da deine Zahl auf 20 endet, ist es auch ohne Quantenphysik und Einstein-Formel relativ schnell klar, dass es sich nicht um eine Primzahl handelt ;)

ACri hat geschrieben:“...der natürliche Logarithmus der Zahl ist 28,2787 folgende und der dekadische Logarithmus ist 12,2813 folgende. Daraus ergibt sich...”

Was ergibt sich denn daraus?


ACri hat geschrieben:“Primzahlen”, sagte der Anrufer nur.

Henry stockte der Atem.

Finde ich an dieser Stelle einfach nur unglaubwürdig.. er hatte doch so viele Theorien gehört und widerlegt, wieso sollten ihn dann gerade Primzahlen aus dem Konzept bringen? Zumal bei den gegebenen Zahlen die Primzahl-Frage leider nicht wirklich spannend ist..

Ich weiß leider, wie frustrierend schlechte Kritiken sind, aber nimm es nicht persönlich sondern als Chance deinen Schreibstil zu entwickeln und eine spannende Geschichte zu Papier zu bringen :)
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Re: Henry (Teil 1/2)

Beitragvon Aradir » 25.10.2014, 02:27

Hallo,
auch ich wage mich mal an eine Kritik. Auch sie wird leider nicht besonders gut ausfallen. :wink:
1, 9, 11, 20, 300 und 2020.

Diese Zahlen bedeuteten sein Leben. An nichts anderes konnte Henry mehr denken. Unzählige Spekulationen, Behauptungen und Meinungen über deren Bedeutung hatte er gelesen, gesehen, gehört oder selbst ausprobiert. Keine ergab für ihn einen Sinn.

Ich finde diesen Anfang ziemlich gelungen. Die Zahlenfolge ist "geheimnisvoll" und das ist immer gut.

Und im Gegensatz zu manch anderem hier weiß ich, dass das "Wow!-Signal" sehr wohl ein Name ist, der auch so verwendet wird. :mrgreen:

Doch die Zahlen, die seinen Namen trugen, die Steel-Zahlen, waren kein Zufall.

Also heißt er Henry Steel? Oder wie soll man das verstehen? Verwirrend. Wenn die Zahlen schon Steel-Zahlen heißen, solltest du zumindest den Nachnamen von Henry mit reinschreiben.
Sie wurden binär gesendet. Jede Zahl einzeln mit einer Pause von exakt 10 Sekunden. Wie ein intergalaktischer Morsecode. Ein kurzer Ton war eine Null, ein langer Ton eine Eins. Die Pausen zwischen den einzelnen Tönen betrug immer genau 1 Sekunde.

Als Hard-SF-Liebhaber wäre hier der Punkt wo ich das Buch weglegen würde.
Ich nehme mal an, dass es sich um Außerirdische handelt, die das Signal senden, also keine Menschen aus der Zukunft.
Woher kennen die den Binärcode? Das ist eine menschliche Erfindung.
Woher kennen die menschliche Zeiteinheiten? Ebenfalls menschlich.
Entweder du müsstest diese Signal "ummodulieren", z.B. 17,3 Sekunden zwischen jedem Ton und ein unbekannter Ton oder aber dein Prota müsste tierisch am Rad drehen, weil da entweder Menschen senden oder aber ein Alien die Menschheit beobachtet hat, dann mit xfacher Lichtgeschwindigkeit zurück zum "Andromedanebel" (nebenbei: Das ist ein verdammt großes Gebiet. Spätestens nach dem ersten Signal hätte man das um etliche Größenordnungen präziser hinbekommen.) gerast und hätte dann gesendet.
Davon abgesehen: Dein Prota muss auf jeden Fall noch viel mehr am Rad drehen. Denn ein "Funksignal" müsste vom Andromedanebel so vor 2,5 ⋅ 10 hoch 6 Jahren abgeschickt worden um bei uns anzukommen. Da hat der Sender ein riesen Schwein gehabt, dass nach den paar Millionen Jahren die das Signal unterwegs ist, zufällig gerade jemand am anderen Ende sitzt, der die Mittel hat das Signal zu empfangen. Als das Signal losgeschickt wurde, gab es noch nicht mal Steinzeitmenschen!
Und dieser ominöse Sender hat zufällig auch noch das gerade gültige menschliche Maßsystem benutzt?

Für diesen Konflikt solltest du einen sehr guten Erklärungsansatz haben.

Er schlürfte an seinem kalten Kaffee und ging die Ergebnisse von letzter Nacht noch einmal durch. Wieder einmal hatte ein Computer vier Monate gerechnet, um am Ende gigantische Zahlenreihen auszuspucken, die genauso rätselhaft waren, wie die Steel-Zahlen selbst. Nichts ergab einen Sinn.

Das ergibt auch keinen Sinn. Der Computer muss irgendeinen Ansatz haben um zu rechnen. Und wenn er einen hat, dann hat Henry eine Idee, was das wohl sein könnte. Die hat er aber ja nicht. D.h. er hat seinen Computer einfach so rechnen lassen. Und das kann kein Computer.
Mal abgesehen davon: Was hat Henry denn erwartet? "Hello world"?

Melanie war Henrys Kollegin. Sie war Mitte 30, brünett und sportlich elegant. Henry, der schon einen leichten Bauchansatz bekam, hatte sich für seine 39 Jahre trotzdem ganz gut gehalten.

Das würde ich raus nehmen und unter den restlichen Text mischen.
Henry stand auf, ächzend.Vielleicht sollte er mal wieder was für seine Fitness tun. Der Rettungsring war nicht gerade kleidsam.
So in der Art. Sonst wirkt es doch arg unbeholfen.
“Bin schon ‘ne ganze Weile hier. Mike hat mir die Ergebnisse mit einem Wort schon zusammengefasst. Nada!”, antwortete sie grinsend.

Was für Ergebnisse?! Stell dir doch einfach mal die Frage, was für eine Frage man stellen könnte, die eine einfach Antwort ausspuckt. Wenn man ein Aliensignal untersucht, kann mal wohl kaum erwarten, dass einem die Lösung sofort ins Gesicht springt. Stattdessen muss man das Signal und die statistischen und linguistischen Analysen wieder und wieder überprüfen, genau wie im Rest der Wissenschaft.
Hobby-Mathematiker nannte Henry alle, die sich eher einen Spaß daraus machten, immer neue Theorien und Berechnungen anzustellen. Vielleicht hatte doch mal einer einen nützlichen Hinweis - also sammelte er ihre Werke und Melanie ging diese von Zeit zu Zeit durch.

“Nein. Nur der übliche Mist”, entgegnete sie ihm.

Dann hätte er binnen Windeseile den ganzen Schreibtisch und den Rest des Gebäudes zugemüllt, wenn er alle Werke sammeln würde.
“...eine Billion neunhundertelf Milliarden zweihundertdrei Millionen zweitausendzwanzig ist nicht nur eine Zahl. Wenn man diese Zahl als Faktor zur Einstein’schen Formel nimmt und die Quantenphysik dabei berücksichtigt, wird einem schnell klar, warum diese Zahl weder eine Primzahl, noch eine Bellsche Zahl oder gar eine Catalan Zahl ist...”

Und wieder: Es wirkt als würdest du ein paar Vokabeln wild durcheinanderwürfeln. Zum Beispiel fällt mir keine Methode der Mathematik ein, bei der man die Quantenphysik mit einbezieht (es sei denn, man berechnet irgendwelche Quanten, was dann aber nichts mehr mit der Analyse einer Zahl zu tun hat).
Dazu: Welche Einsteinsche Formel? Das hier ist doch wohl eher eine Frage der Statistik und der Kryptographie in denen Einstein eher wenig Einfluss hatte (wenn mich nicht alles täuscht).
Professor White war berühmt für seine Vergleiche zu Einstein und die einzelnen Nummern als eine große Zahl anzusehen und daraufhin zu untersuchen.

Wieder: Ergibt keinen Sinn! Eine einzelne Zahl ist vollkommen nutzlos, solange man sie nicht zu anderen in Verbindung setzen kann. Das ist eine Grundaussage der Kryptographie. Man versucht immer möglichst viele Daten zu erhalten und nicht künstlich die eigene Basis zu verkleinern.
Henry sein Smart-PC vibrierte.

Schreibfehler?
Er sah auf das Display, doch er kannte den Teilnehmer nicht. Er zögerte erst, doch schließlich nahm er das Gespräch entgegen und zog seine Datenbrille auf.

Dreimal er in zwei Sätzen ist kein guter Stil.
Er zögerte erst, doch schließlich nahm er das Gespräch entgegen und zog seine Datenbrille auf. Vor seinem Auge wurde der Anrufer als Hologramm projiziert. Für Henry war es so, als stünde er ihm direkt gegenüber. Die anderen um ihn herum bekamen davon nichts mit.

Du solltest das meiner Meinung nach nicht so ausführlich beschreiben. Interessiert mich als Leser nur bedingt, ob die anderen was mitbekommen oder nicht. Im Gegenteil es zieht mich aus der Geschichte heraus. Besser wäre du beschreibst nur das was er direkt sieht und erlebt.
Der Anrufer zögerte. Henry wollte schon fast wieder auflegen.

Überflüssig.
“Ich habe die Lösung auf ihre ganzen Fragen”, sagte der Mann schließlich.

Sehr unbeholfen. Wie wärs mit: "Ich habe die Antwort."?
“Sie glauben mir nicht”, fiel der Mann ihm ins gedachte Wort.

Weg damit.
“Primzahlen”, sagte der Anrufer nur.

Henry stockte der Atem.

“Es sind keine Primzahlen”, antwortete er nur.

“Sie wissen, was ich meine. Sie haben nicht nur die Zahlenreihe empfangen, sondern eine Woche später auch die Primzahlen von 2 bis 97.”

Dieses ganze Gespräch macht keinen Sinn. Warum schaltet Henry so schnell? Gerade ärgert er sich über seine Telefonnummer und denkt an den ganzen Stress, aber innerhalb einer Millisekunde schaltet er um? Nicht wirklich.
Außerdem können anscheinend beide Gesprächsteilnehmer Gedanken lesen. Wie bitte kommt Henry vom Wort Primzahlen auf seine Arbeit und der ominöse Fremde von "Es sind keine Primzahlen" auf die geheime Info?
In der Realität hätte keiner eine Ahnung wo von der andere da gerade quasselt.
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Re: Henry (Teil 1/2)

Beitragvon Bernd » 20.01.2015, 21:53

Hallo ACri,

ich bin gerade zufällig über diese Geschichte gestolpert. Die ist zwar inzwischen ein halbes Jahr alt, aber ich hoffe, es ist brauchbar, wenn ich ungeachtet anderer Kommentare meine Eindrücke schildere.

Im Grunde finde ich den ersten Teil im ganzen eher gelungen. Note 3+ oder so. Als ich die ersten Absätze gelesen habe, war ich neugierig, weiterzulesen. Das hast Du also schon mal erreicht. Gut gemacht. Der Stil ist oft ein bisschen unbeholfen, weil er sich am Film Contact (sorry, der Vergleich liegt nahe) oder irgendwelchen Klischees zu orientieren scheint. Als Mathematiker, der ich bin, achte ich darauf, ob da jemand zumindest plausibles Zeug erzählt. Die Dialoge sind manchmal zu platt, zu trivial. Es stört mich, dass Du insbesondere bei den Dialogen ständig große Absätze machst. Und nun etwas detaillierter:

ACri hat geschrieben:1, 9, 11, 20, 300 und 2020.

Diese Zahlen bedeuteten sein Leben. An nichts anderes konnte Henry mehr denken. Unzählige Spekulationen, Behauptungen und Meinungen über deren Bedeutung hatte er gelesen, gesehen, gehört oder selbst ausprobiert. Keine ergab für ihn einen Sinn.
Der Anfang ist wiegesagt gut, macht neugierig. Zahlen, die sein Leben bedeuten - eine starke Formulierung!

ACri hat geschrieben:s war jetzt fast 12 Jahre her. Damals wurde die Zahlenfolge exakt sieben Tage ununterbrochen aus der Region um den Andromedanebel von SETI aufgefangen. Anfangs dachte man an einen Zufall. Doch Auswertungen hatten ergeben, dass es kein neues Wow!-Signal war, wie Ende des letzten Jahrtausends. Das Wow!-Signal war damals eine Sensation. Eine Buchstaben- und Zahlenfolge wurde über das Radioband empfangen. Einmalig. Doch mit neueren Methoden stellte es sich im Nachhinein als ein zufälliger Mischmasch verschiedener Störsender dar.
"wie Ende des letzten Jahrtausends" kannst Du weglassen. Das Wort "neues" vor "Wow-Signal" impliziert bereits, dass es mal was gegeben haben muss, das so heißt, was wichtig war. Ich finde es gut, dass Du hier darauf verzichtest, uns im Detail zu erklären, was das war. Wer will, kann ja nachlesen, aber von Belang ist es nicht und würde die Spannung hier nehmen. Insofern ist es aber auch eine Überlegung wert, die wenigen vorhandenen Anmerkungen ebenfalls wegzulassen.

ACri hat geschrieben:Doch die Zahlen, die seinen Namen trugen, die Steel-Zahlen, waren kein Zufall. Sie wurden binär gesendet. Jede Zahl einzeln mit einer Pause von exakt 10 Sekunden. Wie ein intergalaktischer Morsecode. Ein kurzer Ton war eine Null, ein langer Ton eine Eins. Die Pausen zwischen den einzelnen Tönen betrug immer genau 1 Sekunde.
Er, Henry Steel, hat sie also entdeckt und sie wurden nach ihm benannt. Das verrät uns viel über seinen Ruhm in der Fachwelt und seinen Arbeitsplatz.
Was meinst Du mit "waren kein Zufall"? War es kein Zufall, dass sie entdeckt wurden, dass sie seinen Namen trugen, oder dass die Zahlen nicht zufällig sind? Letzteres kann man offenbar aber nicht ausschließen, wenn alle anderen Theorien sich bislang als unglaubwürdig entpuppt haben, oder? Welche Indizien sprechen dafür, dass es keine Zufallszahlen sind?
Die Sekundenangaben finde ich doof. (Hier auch gewisse Parallelen zu "Contact"!) Und zwar deshalb, weil eine Sekunde letztlich eine sehr irdische Einheit ist, die ursprünglich im 60iger-System als der 3600 Teil einer Vierundzwanzigstel Erdrotation definiert wurde. Dass hier Sekunden ins Spiel kommen, lässt also irdischen Ursprung vermuten. (Übrigens ist die Zeitspanne von 1 Sek. zwischen den Bits und 10 Sek. zwischen den Zahlen zu groß, als dass die neuen Zahlen später schnell über Henrys Bildschirm laufen könnten.)
Und wieso Binär? Hätte man das Signal auch als etwas anderes auffassen können? Hat man andere Zahlensysteme ausprobiert? Hat man andere Codierungen in Betracht gezogen?

ACri hat geschrieben:“Der neue Fibonacci-Code”, “Koordinaten im Universum”, “Das Datum für einen Angriff”, “Die intergalaktischen Lottozahlen”...Henry konnte die Thesen nicht mehr hören. Er schlürfte an seinem kalten Kaffee und ging die Ergebnisse von letzter Nacht noch einmal durch. Wieder einmal hatte ein Computer vier Monate gerechnet, um am Ende gigantische Zahlenreihen auszuspucken, die genauso rätselhaft waren, wie die Steel-Zahlen selbst. Nichts ergab einen Sinn.
Beim Fibonacci-Code werde ich als Mathematiker hellhörig. Beziehst Du Dich hierauf: http://en.wikipedia.org/wiki/Fibonacci_coding ? Oder auf die Fibonacci-Folge? Bei letzterem wäre zu beachten, dass diese Folge eine ganz bestimmte ist, nämlich a(0)=a(1)=1, a(n+2)=a(n)+a(n+1). Deine Folge hat damit nichts zu tun! Es ist bloß eine Folge.
"Intergalaktische Lottozahlen" fand ich lustig! :D
Was hat denn der Computer da vier Monate lang gemacht? Hat er die Zahlen analysiert? Das sollte schneller gehen. In vier Monaten kann ein Großrechner - und das SETI dürfte keine geringen Rechenkapazitäten besitzen - ganze Galaxiekollisionen simulieren! Dagegen ist so eine Folge ein Taschenspielertrick.

Jetzt kommt ein Dialog und damit startet die eigentliche Handlung. Leider endet hier der gute Teil der Geschichte, der Dialog gefällt mir nicht:
Zunächst stört mich wiegesagt, dass Du dauernd große Absätze machst, wenn z.B. der Sprecher wechselst, aber auch das nicht mal konsequent. Im Dialog werden zunächst absolute Belanglosigkeiten ausgetauscht. Smalltalk, der nichts über die Figuren, das Setting oder eine sich anbahnende Handlung verrät. Die einzige neue Info erhält man zwischendrin: Wie alt die Personen sind und ob sie gut aussehen. (Das hätte man besser anderswo eingebaut, als damit den Dialog "aufzupeppen".)

Interessant, dass die "Hobby-Mathematiker" (sind das keine Spezialisten?) nach all den Jahren immer noch ständig neue Theorien finden. Scheinen sehr kreativ zu sein. Und interessant, dass Melanie die zielsicher alle als unsinnig bewerten kann. (Ansonsten wären die Zahlen ja kein Mysterium mehr.)

Ui, es gibt sogar einen nach ihm benannten Kongress! Warum heißt der nicht "Steel-Zahlen-Kongress" oder so. Ist er so interessant oder sind es die von ihm gefundenen Zahlen?

***

ACri hat geschrieben:“...eine Billion neunhundertelf Milliarden zweihundertdrei Millionen zweitausendzwanzig ist nicht nur eine Zahl. Wenn man diese Zahl als Faktor zur Einstein’schen Formel nimmt und die Quantenphysik dabei berücksichtigt, wird einem schnell klar, warum diese Zahl weder eine Primzahl, noch eine Bellsche Zahl oder gar eine Catalan Zahl ist...”

Professor White war berühmt für seine Vergleiche zu Einstein und die einzelnen Nummern als eine große Zahl anzusehen und daraufhin zu untersuchen. Henry hörte nur mit einem Ohr zu. Der Steel-Kongress war bereits drei Tage alt und bald würde seine Abschlussrede kommen.

“...der natürliche Logarithmus der Zahl ist 28,2787 folgende und der dekadische Logarithmus ist 12,2813 folgende. Daraus ergibt sich...”
Ok, hier versuchst Du, den Leser in eine Stimmung zu versetzen, die dem Kongress angemessen ist: Schlau klingende, langweilige Vorlesungen. Du wirfst mit Begriffen um Dich, die wenig Sinn machen: Man braucht keine Quantenphysik oder irgendeine Einstein-Formel (was für ein Faktor?), um zu prüfen, ob eine Zahl prim, bellesch oder catalansch ist. Das ist Kinderkram. Und den wird ein berühmter Professor nicht kurz vor Ende des Kongresses loswerden. (Damit wird er vielleicht ganz am Anfang des Kongresses wiederholend beginnen, wenn es wichtig ist.) Klingt für einen Leser, der keinen Plan von Mathe hat aber sicher irgendwie schlau. Das gleiche gilt für die Logarithmen. Ganz ehrlich: Du musst hier nicht in eine erdachte Fachmaterie eintauchen. Aber anstatt mit schlauen Begriffen um Dich zu werfen, solltest Du Dich lieber auf die Wirkung der Vorlesung auf die Zuhörer, auf die Gesten des Professors oder sein Ansehen beschränken.

ACri hat geschrieben:Henry sein Smart-PC vibrierte.
"Henry sein..." Ist nicht Dein ernst, oder? :wink: (Henrys...)

ACri hat geschrieben:Er sah auf das Display, doch er kannte den Teilnehmer nicht. Er zögerte erst, doch schließlich nahm er das Gespräch entgegen und zog seine Datenbrille auf. Vor seinem Auge wurde der Anrufer als Hologramm projiziert. Für Henry war es so, als stünde er ihm direkt gegenüber. Die anderen um ihn herum bekamen davon nichts mit. Es war ein älterer Mann, den Henry nie zuvor gesehen hatte.
Warum nimmt er das Gespräch entgegen? Was bringt ihn dazu? Selbst zu Hause gehe ich an Anrufe mit fremder oder unterdrückter Nummer nur in begründeten Fällen ran. Aber auf einem Kongress?! Dieses Verhalten finde ich erläuterungswert! Den Satz "Für Henry war es so, als stünde er ihm direkt gegenüber." finde ich überflüssig. Inwzischen sind wir Leser durch SF-Literatur und Filme doch hinreichend mit der nicht real-existierenden Idee von holographischen Projektionen vertraut. Die Erläuterung wirkt fremd, da die Technik für Henry selbstverständlich ist und nicht erläutert werden muss. Für den Leser ergib sich das aus dem Kontext.
(Man schreibt ja auch nicht: "Er stieg in sein Auto, ein vierrädriges Gefährt, welches als Nachfolger der Dampfmaschine Menschen schnell befördern konnte, und fuhr nach Berlin." Man schreibt einfach: "Er stieg in sein Auto und fuhr nach Berlin. 3 Stunden später war er da." Auch wenn man nicht wüsste, was ein Auto ist, klappt das: Kennt man den Startort, ergibt sich aus dem Kontext, dass ein Auto ein schnelles Fortbewegungsmittel sein muss. Ähnlich kann auf technische Beschreibungen durch geeigneten Kontext verzichtet werden.)

Der nun folgende Dialog ist mäßig spannend. Die Gesprächspartner verhalten sich hölzern und unlebendig. Was sie sagen und vor allem wie sie es sagen ist unglaubwürdig. Die Sprecher wirken wie Handpuppen, die Du das sagen lässt, was der Leser wissen muss, aber nicht wie lebendige Charaktere. Warum ruft der eigentlich ausgerechnet jetzt an?!?!?

... (mehr unter Teil 2)
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Re: Henry (Teil 1/2)

Beitragvon Lex » 27.01.2015, 17:05

Hallo Acri,
ich bin totales Greenhorn was Schreiben anbelangt und ganz frisch hier im Forum. Da ich aber SiFi gerne lese gebe ich meinen Senf mit dazu. Die anderen Kritiken habe ich nur kurz überflogen...

ACri hat geschrieben:1, 9, 11, 20, 300 und 2020.

Finde ich schon mal interessant! Macht mich neugierig. Auch wenn ich bei 2020 gleich an eine Jahreszahl denken muß. Evtl. wäre hier statt Komma ein Bindestrich als Trennzeichen klarer?

ACri hat geschrieben:Diese Zahlen bedeuteten sein Leben. An nichts anderes konnte Henry mehr denken.

Diese Zahlen waren sein Leben, er konnte an nichts anderes mehr denken.

ACri hat geschrieben:Es war jetzt fast 12 Jahre her. Damals wurde die Zahlenfolge ...

Es war vor fast 12 Jahren. Damals....
Es war vor fast 12 Jahren als diese Zahlenfolge....

ACri hat geschrieben:Wow!-Signal

Ich mußte mal Wikipedia bemühen um rauszufinden daß es diesen Begriff tatsächlich gibt. Du solltest nicht voraussetzen daß der "gemeine Leser" was damit anfangen kann. Erkläre den Begriff kurz. Erkäre auch, wie es zum Namen kam! Ich find's lustig, daß dieser Name daher kam daß Ehmann ein "Wow" auf das Blatt schrieb! Bau das ein!

ACri hat geschrieben: Steel-Zahlen

Das solltest du näher erläutern. Warum heissen diese Zahlen so? Heisst Henry also 'Henry Steel'??

ACri hat geschrieben:“Der neue Fibonacci-Code”, “Koordinaten im Universum”, “Das Datum für einen Angriff”, “Die intergalaktischen Lottozahlen”...Henry konnte die Thesen nicht mehr hören.

Gefällt mir! Ich würde es etwas ausweiten ala: die Presse überschlug sich mit Spekulationen. Henry konnte diese Thesen....

ACri hat geschrieben:“Gibt es was Neues?”, Henry drehte sich herum. Hinter ihm stand Melanie.

Momentan ein wenig verwirrend. Wer sagt das? Henry? Ich würde hier eine Erklärung erwarten, daß die Stimme plötzlich erklingt, ihn aus seinen Überlegungen reißt.... etc.

ACri hat geschrieben:Henry sein Smart-PC vibrierte.

Igitt, schrecklicher Satz :) Weg mit dem "sein", das klingt so nach Kindersprache.

ACri hat geschrieben:“Ja bitte?”, sagte Henry schon fast genervt und leise, um die Zuhörer nicht zu stören.

Gefällt mir auch nicht. Warum ist er genervt? Er ist ja selber schuld wenn er ran geht?

ACri hat geschrieben:“Ich habe die Lösung auf ihre ganzen Fragen”, sagte der Mann schließlich.
“Woher haben sie diese Nummer?”

Wenn jemand die Lösung all meiner Fragen hat frage ich nicht danach, wo er die Nummer her hat.
Laß den Anrufer etwas rumdrucksen, so daß Henry diese Frage frägt und kurz vor dem auflegen ist etc. Dann "Ich habe die..."


ACri hat geschrieben:Er ärgerte sich und sah sich im Gedanken schon, wie er allen Kontakten seine neue Nummer gab, die er direkt nach diesem Gespräch beantragen würde.

Mußte ich 2x lesen um es zu kapieren. "Geheimnummer" würde es klarer machen.

ACri hat geschrieben:“Sie glauben mir nicht”, fiel der Mann ihm ins gedachte Wort.

Man kann niemanden in die Gedanken fallen, aber man kann seine Gedanken unterbrechen.

ACri hat geschrieben:



Mich macht der Text jedenfalls neugierig auf deinen zweiten Teil!
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Re: Henry (Teil 1/2)

Beitragvon vic24 » 16.02.2015, 09:23

Hallo und n' Morgen..


Ein paar Dinge sind mir aufgefallen, die man in diesem oder jenem Punkt vielleicht anders machen könnte.
Der Anfang liest sich eher wie der Abriss einer Biographie.
Vielleicht könnte man die Sache damit umschreiben, seit wann sich Henry damit beschäftigt und wie sehr ihn die Sache mit diesen Zahlen auf Trab gehalten hat. Mir fällt dabei spontan ein Rückblick in Henrys Geschichte ein, »wie er dazu kam«:

Diese Zahlen bedeuteten sein Leben. An nichts anderes konnte Henry mehr denken. Unzählige Spekulationen, Behauptungen und Meinungen über deren Bedeutung hatte er gelesen, gesehen, gehört oder selbst ausprobiert.


Vielleicht könnte man stattdessen die Sache so umformulieren:

Diese Zahlen waren seit zwölf Jahren ein stetig kreisender Dämon in seinem Kopf. Sie beherrschten seinen Verstand derart, dass er sich kaum noch mit etwas anderem beschäftigen wollte und so kam es, dass er alles studierte, was seit dem Erscheinen dieser Zahlenfolge gesagt, geschrieben oder gemutmaßt wurde, ohne dass irgendjemand den Sinn erfassen konnte


Es ist ein wenig wie im Krimi. Was, wann, wieviel, wer und wo (oder so ähnlich). Henrys "Ermittlungen" in diesem Punkt sind seit langem in einer Sackgasse gelandet, der kurze Schlenker in die letzten 12 Jahre Vergangenheit sollte die Sache verdeutlichen. Man kann das in einem Halbsatz sicherlich noch ausschmücken.

Damals wurde die Zahlenfolge exakt sieben Tage ununterbrochen aus der Region um den Andromedanebel von SETI aufgefangen. Anfangs dachte man an einen Zufall. Doch Auswertungen hatten ergeben, dass es kein neues Wow!-Signal war, wie Ende des letzten Jahrtausends. Das Wow!-Signal war damals eine Sensation. Eine Buchstaben- und Zahlenfolge wurde über das Radioband empfangen. Einmalig. Doch mit neueren Methoden stellte es sich im Nachhinein als ein zufälliger Mischmasch verschiedener Störsender dar.


Das ursprüngliche WOW! Signal würde ich in diesem Abscnitt an den Anfang stellen. Der Leser weiss dann, um was es geht und nachdem sozusagen die Vergangenheit (und Realität) den historischen Höhepunkt darstellt, kommt die fiktive Ernüchterung, weil es eben kein neues WOW! Signal ist. Es ist jedoch nicht korrekt, dass (damals) eine Buchstaben- oder Zahlenfolge entdeckt wurde. Es war nur der Ausschlag auf einem Messgerät, eine (gerichtet oder ungerichtet) elektromagnetische Anomalie, die ein Wissenschaftler auf einem Papierausdruck mit seinem dahingekritzelten WOW! honorierte, Wikipedia weiss da sicherlich mehr.

“Der neue Fibonacci-Code”, “Koordinaten im Universum”, “Das Datum für einen Angriff”, “Die intergalaktischen Lottozahlen”...Henry konnte die Thesen nicht mehr hören. Er schlürfte an seinem kalten Kaffee und ging die Ergebnisse von letzter Nacht noch einmal durch. Wieder einmal hatte ein Computer vier Monate gerechnet, um am Ende gigantische Zahlenreihen auszuspucken, die genauso rätselhaft waren, wie die Steel-Zahlen selbst. Nichts ergab einen Sinn.


Wiederholungen am laufenden Band. Eigentlich wurde es an dieser Stelle für den Protagonisten in der Vergangenheit peinlich und es sollte signalisieren, dass er sich ungern erinnert.
Also nicht, dass ich das auch so schreiben würde, ich habe genug Scripte herumliegen, die thematisch um sich selbst kreisen. :roll: Ich würde das anders umschreiben:

Henry kamen die unzähligen Thesen der Presse in Erinnerung. “Der neue Fibonacci-Code”, “Koordinaten im Universum”, “Das Datum für einen Angriff” oder “Die intergalaktischen Lottozahlen”. Mit einer gewissen Gereiztheit wischte er die Gedanken beiseite und überflog noch einmal die nächtlichen Ergebnisse.



Wieder einmal hatte ein Computer vier Monate gerechnet, um am Ende gigantische Zahlenreihen auszuspucken, die genauso rätselhaft waren, wie die Steel-Zahlen selbst. Nichts ergab einen Sinn.



Einen Fakt mit "wieder" am Anfang zu beschreiben, mag meiner Meinung nach funktionieren aber dann muss auch beschrieben werden, "...was bisher geschah..." aber das würde einen unwichtigen Aspekt in den Mittelpunkt rücken. Beiläufiger wäre vielleicht die Erwähnung

Vier Monate lang gab der Computer Daten aus, deren Bedeutung ebenso wenig zu ergründen waren wie die Steel-Zahlen.


Vor allem fällt dann das Wort "Sinn" weg, das wäre, weil schon vorhanden, eine Wiederholung.


Henry drehte sich herum. Hinter ihm stand Melanie.


Beim lesen hat sich mir eine »gedankliche Lücke« aufgetan.. Wer die beiden nicht kennt, fragt »und?? Da steht sie nun.«
Das sie seine Kollegin ist und wie aufreizend sie möglicherweise ist, würde ich nur beiläufig erwähnen weil: es tut an dieser Stelle nichts zur Sache.
Etwa so:

Henry fuhr herum und tat überrascht. als hätte er Mandy nicht erwartet.


oder

Er drehte sich rasch um und seine Kollegin stand weniger als eine Handbreit...


Gut, ok, wenn Kinder mitlesen.. :shock:

Was ich sagen will, der Standortbezug von zwei Protagonisten ist einfach zu wenig. Buch lesen ist hauptsächlich Kopfkino und dem Leser muss klar sein, wer, wo und warum wo steht und was sie dort machen. =>Ich schreibe das deshalb, weil ich in eigenen Texten früher auf dasselbe Phänomen stieß. Ich nenne es ganz nüchtern Aktenschreiben, denn viele Texte ähneln der Auflistung von Fakten, ohne besondere Lebendigkeit, so meine Erfahrung. Um das Bild lebendiger zu machen, Henry hat die Nacht durchgeackert, er ist sozusagen, nicht mehr frisch, hat vielleicht einen Dreitagebart, Ringe unter den Augen und die Kollegin "... ist stets die perfekte Erscheinung wie immer, im Gegensatz zu Henry...". Unbewusst wäre es für den Leser vielleicht von Vorteil, wenndie Protagonisten an dieser Stelle optisch gegensätzliche Erscheinungen sind.

“Bin schon ‘ne ganze Weile hier. Mike hat mir die Ergebnisse mit einem Wort schon zusammengefasst. Nada!”, antwortete sie grinsend.


Der nächste Punkt im Text, sie grinst.
Zieht man den gesamten Text und den Hintergrund zu Rate, ist das »Grinsen« unpassend. Signale aus einer anderen Welt zu empfangen, Wissenschaft überhaupt, ist eine todernste Angelegenheit und dramaturgisch gesehen ist das Grinsen nicht wirklich plausibel (in diesem Punkt). Und wenn doch, dann würde ich es anders umschreiben.

»Du bist so in das Problem vertieft, du hast mich nicht bemerkt. Mike hat die Ergebnisse in einem Wort zusammengefasst: Nada!« bemerkte die Wissenschaftlerin mit einem Lächeln.


Man stelle sich vor, Henry ist ohnehin schon angesäuert von der augenscheinlichen Ergebnislosigkeit und die Kollegin grinst ihm, womöglich noch ungeniert die Nachricht ins Gesicht. Das frustriert noch mehr. Es klingt wie »ich habe es dir ja gesagt.. Nada! Das hast du nun davon!«, die Kollegin ist demnach nicht sehr taktvoll. Ich halte sie jedoch für diplomatisch genug, dass sie imhm die Information diplomatisch überbringt.

Henry legte die Ergebnisse seufzend zur Seite.


Welche Ergebnisse und wo hat er sie her? Auf Papier oder ein Tablet? Das hättest du weiter oben genauer beschreiben sollen. So würde ich nur schreiben

Der Wissenschaftler wandte seine Augen von den Ergebnissen ab.


Und Hobbymathematiker.. *grübel*
Ok, wenn dieser (eiläufig erwähnte) Fakt einen zentraleren Teil der Geschichte darstellt, dann sollte man die Frage anders stellen:

Haben unsere Hobbymathematiker etwas neues Herausgefunden?


Der folgende Satz sollte dann aber umgestellt werden.

Hobby-Mathematiker nannte Henry alle, die sich eher einen Spaß daraus machten, immer neue Theorien und Berechnungen anzustellen. Vielleicht hatte doch mal einer einen nützlichen Hinweis - also sammelte er ihre Werke und Melanie ging diese von Zeit zu Zeit durch.


in beispielsweise

Henry nannte all jene, die scherzhaft unsinnige Theorien und Berechnungen anstellten, abfällig Hobbymathematiker, weil ihre Arbeiten kaum zur Lösung beitrugen. Dennoch sammelte er ihre geistigen Ergüsse denn er gab die Hoffnung nicht auf, vielleicht doch eine brauchbare Lösung zu finden.


Dass Melanie die Arbeiten der anderen (Hobbyrechner) von Zeit zu Zeit begutachtete, würde ich weglassen. Der Fokus liegt in diesem Punkt auf Henry und es ist sozusagen seine Last mit den Hobbyisten.

streiche

“Nein. Nur der übliche Mist”, entgegnete sie ihm.


besser wäre

Ihr Schweigen offenbarte ihm die Erfolglosigkeit der Mathematiker.


---------------------------

Beim nächsten Teil wirds fachlich.. möglicherweise liege ich in diesem Punkt daneben.
Einleitend wäre ein Satz zum Ort und zur anderen Szene ganz wichtig. Ich hatte kurz den Gedanken "...woher kommt denn nun dieser Professor???..."
Da der Leser sich noch immer mit Henrys Sichtweise auseinandersetzt bzw aus seiner Sicht die Dinge sieht, sollte beschrieben werden, was er »in diesem Augenblick der Konferenz« sieht, denkt, fühlt. Die Sache ist stinklangweilig, Henry kennt schon alles, der Kongress ist überflüssig.

“...eine Billion neunhundertelf Milliarden zweihundertdrei Millionen zweitausendzwanzig ist nicht nur eine Zahl. Wenn man diese Zahl als Faktor zur Einstein’schen Formel nimmt und die Quantenphysik dabei berücksichtigt, wird einem schnell klar, warum diese Zahl weder eine Primzahl, noch eine Bellsche Zahl oder gar eine Catalan Zahl ist...”

Henry hörte nur mit einem halben Ohr zu, als Professor White weitschweifige Ausführungen machte und die allseits bekannten Argumente gebetsmühlenartig in den Raum warf.

“...der natürliche Logarithmus der Zahl ist 28,2787 folgende und der dekadische Logarithmus ist 12,2813 folgende. Daraus ergibt sich...”


was dann folgt, sollte die Spannung steigern.. In seiner Tasche vibrierte es, ein Anrufer! Das Wort "Smart-PC würde ich weglassen, ich glaube, dass der Begriff mehr und vor allem falsche Fragen aufwirft. Er zog sein Handy vielleicht auch ein Smartphone, aus der Tasche und mustert unauffällig das Display. Immerhin ist es nicht sonderlich gut, inmitten einer Menschenmenge ein Gespräch zu beginnen.. also würde ich noch beiläufig erwähnen, dass er froh über den unbekannten Anrufer war, der für eine willkommene Unterbrechung gesorgt hat.

»Hallo?«
Henry musterte die Projektion eines älteren Mannes vor seinen Augen. Er rückte die AR-Brille zurecht.
Der ältere Mann zögerte einen Moment, Henry war geneigt, die Verbindung zu unterbrechen.
»Ich habe die Lösung auf ihre ganzen Fragen«, offenbarte die virtuelle Erscheinung.
»Woher haben Sie diese Nummer?«
Henry interessierte sich nicht für eine weitere Lösung, davon hatte er mittlerweile ganze Festplatten voll in seinem Labor stehen. Vielmehr ärgerte es ihn, dass die Nummer seines Handies wie Falschgeld im Umlauf war.
»Glauben Sie mir etwa nicht?« Der Mann ignorierte die Frage.
»Woher zum Henker haben Sie die Nummer?«
Henrys Ton wurde schärfer aber der Anrufer ließ nicht locker.
»Primzahlen!« platzte es aus ihm heraus.
»Verdammt, es sind keine Primzahlen«, fuhr Henry wütend dazwischen.
»Sie wissen genau, was ich meine«, fuhr der Fremde unbeirrt fort. »Wir beide wissen genau, dass Sie nicht nur eine Zahlenreihe empfangen haben sondern zwei. Nur etwas später haben Sie Primzahlen empfangen, habe ich Recht?«
Henry starrte betroffen in das Smart Glass hinein. Der Fremde hatte Kenntnisse, die sonst niemand haben konnte. Nicht einmal die Hobbymathematiker oder Melanie wussten von der Primzahlenreihe und er selbst hatte alle Hinweise darauf aus den Speichern entfernt. Offenbar war er nicht gründlich genug.
»Wer zum Henker sind sie und woher wissen Sie das alles?«



Das zur kurzen Umschreibung. Vielleicht kannst du auf diese Weise den Text umschreiben.
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