Ich arbeite gerne an meiner Geschichte, sehr gerne - das Problem habe ich in letzter Zeit mit meinem Arbeitsplatz.
Mein liebstes Schreibutensil ist ein metallener Füller, der wirklich jedesmal ausläuft, wenn man ihn benutzt. Er ist schon alt und etwas verbeult, aber ich habe mich an ihn gewöhnt. Schlimmer noch, ich liebe ihn sogar. Wenn ich mich abends ins bett lege, dann brauche ich nur meine tintigen Finger zu betrachten und weiß sofort, dass meine Geschichte heute wieder um einige Seiten gewachsen ist. Arbeite ich am PC, sehe ich davon nichts. Wenn ich mal keine Tintenpatronen mehr habe und auf Kugelschreiber umsteige, male ich mich ganz gedankenverloren an. Das ist fast wie ein Ritual, das ich brauche, um mich selbst als Autor zu erleben.
Mit dem Füller und meinem Collegeblock kann ich überall arbeiten. Zum beispiel draußen an der frischen Luft in meinem Garten, während meine Schwester ihre Hausaufgaben macht oder selbst am schreiben ist. Ich schreibe auch gerne in der Schule (weil ich voll der Emo bin und keine Freunde habe, die sich mit mir unterhalten müssen, habe ich mehr Zeit XD).
Nur an meinem Schreibtisch, da schreibe ich furchtbar ungern. Ich schreibe auch ungern am PC, auch wenn dann alles ordentlicher ist. Und klar muss ich das irgendwann alles abtippen. Aber der Compi ist eine große Versuchung.
Es ist nämlich so: Ich sitze an meinem Schreibtisch und will endlich Kaputel 7 schreiben, aber der Schreibtisch ist mir nicht suaber genug dafür. Also räume ich auf, das kann gut und gerne mehrere Stunden dauern. Dann fahre ich meinen Rechner hoch. Aber damit habe ich noch nicht alles zusammen: Ich hole aus meinem ranzen meine letzten Aufzeichnungen, breite meine drei Notizbücher vor mir aus, dann mache ich mir einen Tee oder eine heiße Tasse (je nachdem), die Charakterbögen, die ich ordentlich in eine Mappe geheftet habe, dann noch zwei Bücher, die ich stilistisch gut geschrieben finde, mein Tagebuch, das tiefere Gedanken zu meinem buch enthält, ein Packung Kaugummis, um mich zum Schreiben zu animieren (ich kau meine Texte sozusagen gut durch), meinen MP3-Player mit koreanischer Popmusik, damit ich nicht den Text schreibe, ein paar Blätter für Notizen die mir während des schreibens kommen, dazu natürlich meine Federtasche mit besagtem Füller und Buntstiften, falls ich etwas zeichnen will (zu meiner STory natürlich) und eine Tüte Bonbons, um mich für alle zweitausend Wörter zu belohnen.
Und dann kriege ich die Krise, weil mein Tisch wieder dreckig müllig ist. Ergo schreibe ich kein Wort. Kein EINZIGES.
Deshalb nehme ich mir gerne meinen Collegeblock und schreibe dort, wo mir das nicht passieren kann. Ich bin nämlich einerseits zu gemütlich, um mich nur aufs wesentliche konzentrieren zu können, ich brauche die richtigen Utensilien, andererseits aber zu ordnungsfanatisch, um damit umgehen zu können. Außerdem ist mein Schreibtisch zu klein. Eigentlich ist er normalgroß, aber... es passt eben nicht all das rauf, was ich brauche.
Deshalb schreibe ich ungern am PC oder Schreibtisch. Ich bin aber dennoch gerne in meinem Zimmer, deshalb habe ich mir etwas dazu ausgedacht. In meinem Zimmer steht eines dieser Sofas, die man ausklappen kann und dann ein knappes Doppelbett ergeben. Im Grunde ist mein Zimmer zu klein für sowas, es ist winzig, Leute. Wenn ich das Sofa ausklappe (ich muss erst meinen Stuhl rausschieben, sonst geht das nicht), ist der Boden fast vollständig bedeckt. Nur um das Sofa herum (es ist dann eine glatte Fläche, ohne Lehne oder so) ist noch etwas Platz. Dort stelle ich dann zwei Kartons hin, eine gefüllt mit Büchern, die mir als Inspiration oder Stilvergleich dienen oder in denen ich nur so blättere, im anderen Süßigkeiten und Aufputschmittel (also in meinem Fall Tee, andere mögen Kaffee vielleicht lieber). Manchmal setzte ich auch ein Stofftier dazu. (Anmerkung: Da wir mehrere Kinder sind, ist es bei uns tradition, die Stofftiere nach und nach vollständig an das jeweils jüngere Geschwisterchen zu vererben. aber da wir fast hundert stück haben, gehe ich manchmal in das Zimmer meines kleinsten Bruders und hole mir ein Stofftier für nen Nachmittag schreiben hoch.)
Auf dem ausgebreiteten Sofa verteile ich Notizbücher und naja, alles was sonst noch oben stand (es alles noch mal aufzuzählen wäre wohl sinnlos), lege mich in die Mitte und schreibe auf meinem Collegeblock. So schreibe ich am liebsten. Manchmal höre ich auch noch Radio dazu.
Aber wenn ich mal ein größeres Zimmer bekomme, dann werde ich mir einen riesigen Schreibtisch zulegen und endlich mal ein Bücherregal anschaffen. (Ich kann leider keines haben, denn ich wohne unterm Dach, also habe ich nur schräge Wände und da ist auch noch meine Kommode und mein normalgroßer Schreibtisch am eizig graden Stückchen...) Am besten wieder mit Fenster. In meinem jetzigen Zimmer habe ich zwei Fenster, eines vorm Schreibtisch und das andere direkt über meinem Sofabett. Ich kann immer den Sternenhimmel sehen, wenn es nicht bewölkt ist
Bin übrigens ganz grün vor Neid, wenn ich mir eure Schreibplätze so ansehe. O.o