[Spannung]Hopp und weg!

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[Spannung]Hopp und weg!

Beitragvon unkompliziert » 16.02.2015, 00:19

Der erste Kommentar wurde eingearbeitet und in meinem letzten Beitrag in diesem Thread habe ich auch ein oder zwei Fragen, bei denen ich mich sehr über eure Hilfe freue!

Das brave Mauerblümchen Suki erlebt einen wirren Traum, an dessen Ende sich sich in der Obhut fremder Menschen wiederfindet, von denen sie nicht weiß, ob sie ihnen trauen kann und ob sie die Wahrheit sagen.

Sie verbringt knappt drei Tage in einer Art Krankenhaus. Ihr Arzt dort erzählt ihr, sie sei auf Drogenentzug nach einer wilden Partienacht. Mit ihrem Pfleger gerät sie in heftigen Konflikt, weil sie darauf drängt mit ihrer Familie sprechen zu können und mehrfach versucht zu fliehen.

Dass sie unter dem Resteinfluss von Medikamenten steht, spürt sie selbst.
Sie kann kaum einen klaren Gedanken fassen und handelt rein aus dem Bauchgefühl heraus.

Sie ist auch hin- und hergerissen zwischen ihrem bisherigen Leben, in dem Behörden und Ärzte immer fachlich kompetent und vertrauenswürdig waren -- und ihren unglaublichen Erlebnissen der letzten Zeit.

Soll sie kooperieren um möglichst schnell wieder gesund zu werden?
Oder sich mit Klauen und Zähnen verteidigen?
Eins ist klar: Sie hat noch nie in ihrem Leben wirklich gekämpft oder auch nur jemanden angebrüllt.

Los geht's!
_________________________________________________________________________________
Ungeduldig streifte Suki Harrers Hand von ihrer Schulter: „Ok.“
Richard Harrer war befristet ihr gesetzlicher Vormund und Therapeut, der sie nach einem angeblichen Drogenexzess durch den restlichen Entzug und zurück in die Realität begleiten sollte. Nur erinnerte sich Suki nicht, ob und wie sie in diese Lage gekommen war.
Viel besser erinnerte sie sich an einen alten Mann, einen militärischen Gefangenen, und an die Gewalt der Wächter im Zug, die sie beide ertragen mussten. Für den Moment war er der einzige Mensch, dem sie vertraute, und der einzige von dem sie sicher wußte, dass er sich nicht gegen sie verschworen hatte.

Harrer, ihr angeblicher Therapeut, athletisch aber kaum größer als sie, mit dichten, kurzen braunen Haaren und ebenso warmen, braunen Augen, machte zwar einen freundlichen Eindruck, gehörte aber definitiv zu den Leuten, die sie nicht nach Hause gehen ließen.
Sie hielt ihre Handschellen hoch. „Können Sie mir die abnehmen?“
Er zwinkerte ihr über seine etwas zu große Nase verschmitzt zu. „Ich weiß nicht, kann ich?“
„Haben Sie nicht den Schlüssel?“ Noch stand der Zug.
Er sah sie fest an: „Kann ich mich auf dich verlassen?“ „Ja.“
Draußen wurden die militärischen Gefangenen in einen Transporter geführt. Die Fronten waren für Suki nie klarer gewesen. Sie konnte kaum dabei zusehen. Im Gegensatz zu den zwei Aufsehern, die an der offenen Tür ihres Wagons standen und rauchten.
„Wirklich?“ Was fand er daran so amüsant? „Du machst keine Dummheiten?“ Der Zug setzte sich langsam in Bewegung. Sie gab sich alle Mühe nicht ungeduldig zu wirken. „Ja!“
Die erste Handschelle schnappte auf, dann die zweite. Schon war sie an ihm vorbei, den Gang entlang gerannt. Der Zug beschleunigte bereits, aber die Tür der rauchenden Wachmänner war noch offen. Harrers Schrei verriet sie: „Suki!“, da war sie bereits bei den beiden. Einer griff sofort in ihre Jacke. Sie zögerte, als hätte sie es sich anders überlegt, der Bahnhofsboden vor der Tür flog dahin. „Nein!“
Sie sprang, riss den Aufseher, der ihre Jacke gepackt hatte mit sich. Bei der Landung entfloh der Boden unter ihren Beinen und sie überschlug sich. Auf der Seite schrammte sie noch etwas weiter, bevor sie atemlos zum Stillstand kam. Eine weitere Gestalt sprang aus der Tür und rollte sich ab.
Sie versuchte auf die Beine zu kommen, aber ihr Körper gehorchte ihr nicht mehr. Sie hörte das Geräusch des abfahrenden Transporters. Zu spät.

Sie bekam wieder Luft. Sie konnte sich aufsetzen. Ihre Arme waren trotz der Schmerzen nicht völlig Matsch. Die Erleichterung darüber dauerte genau eine Sekunde.
Denn der Wachmann aus dem Zug hatte den Sturz besser verkraftet und eilte auf sie zu. Harrer tauchte hinter ihm auf und hielt ihn zurück. Gemeinsam kamen die beiden näher. Der hinkende, wütende Wachmann und Harrer, der sich nichts anmerken ließ und sich nonchalant den Dreck aus den kurzen, dunklen Haaren, dem T-Shirt, der Jacke und der Jeans klopfte. Er drängte den Mann in der blauen Uniform diskret ab und murmelte: „Lassen Sie. Das geht in Ordnung. Sie können gehen.“ Und tatsächlich humpelte der andere davon.
Sie und ihr neuer Therapeut waren allein.
Trotzig starrte sie zu ihm hinauf und versuchte sich auf alles einzustellen, was sie jetzt erwarten würde. Auch er schien zu überlegen. Dann lachte er trocken auf und grinste: „Was war denn das? Und wo wolltest du dann hin? Dort mitfahren?“ Er deutete in Richtung des Transporters. Auf der nächsten Straße hätte sie ein Auto anhalten können. Aber sie machte sich nicht die Illusion die auf eigenen Beinen noch vor Harrer zu erreichen.
Genaugenommen bereitete ihr bereits das Aufstehen Kopfzerbrechen.

Der Mann vor ihr schmunzelte noch. „Du hast Mut. Aber du bist schlecht gefallen. Hast du dich verletzt?“
Es war gut, dass er noch so gefasst war. Der Güterbahnhof war wieder fast menschenleer. Hinten an der Poststation wartete eine kleine Schlange Menschen vor dem einzigen Schalter, aber ob die sich im Ernstfall zuständig fühlen würden, bezweifelte sie inzwischen.
Längst hätte die Polizei oder irgendeine andere Behörde nach ihr suchen müssen und sie nachhause bringen. Etwas lief hier gewaltig schief!
„Hast du dich verletzt?“ Sie schüttelte einfach mal den Kopf. Und wenn? Dann ging es ihn nichts an. Harrers Gesicht wurde ernst: „Ich hoffe nicht. Denn du wirst ab heute selbst für deine Handlungen Rechnung tragen. Du bist selbst gelaufen, selbst gesprungen. Jetzt solltest du auch selbst wieder aufstehen.“
Suki schaute ihn nicht länger an. So ein Scheißkerl! Ihre Arme waren soweit brauchbar. Ihre Schulter schmerzte, aber es war auszuhalten. Rücken und Oberschenkel, wo die Prügel des Aufsehers im Zug sie getroffen hatten, taten unbeschreiblich weh. Sie versuchte sich zu drehen und einen Weg zu finden, wie sie diese Muskeln schonen konnte. Auf keinen Fall durfte sie jetzt Schwäche zeigen und heulen! Ihr Begleiter ließ ihr Zeit.

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Zuletzt geändert von unkompliziert am 28.02.2015, 19:15, insgesamt 7-mal geändert.
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Re: Hopp und weg!

Beitragvon Bernd » 21.02.2015, 14:55

Hallo unkompliziert,

der Text sollte definitiv überarbeitet werden, um einen glaubwürdigen Fluchtversuch darzustellen. Es fehlt Spannung und ich habe Probleme, mir den Schauplatz vorzustellen. Die Figuren bleiben flach (ok, es ist auch ein kurzer Text) ich entdecke Ungereimtheiten. Wegwerfen würde ich ihn nicht, aber neu schreiben.

Erst am Ende des Textes habe ich festgestellt, dass diese Geschichte die Fortsetzung von etwas anderem sein soll. Aber die habe ich nicht gelesen. Von daher betrachte ich diesen Text als eigenständiges Werk.

unkompliziert hat geschrieben:Ungeduldig streifte Suki Richard Harrers Hand von ihrer Schulter: „Ok.“

Bereits hier stolpere ich. Wenn ich den vorigen Text und damit die Figuren nicht kenne, kann ich nicht entscheiden, ob die eine Person "Suki Richard" heißt, welche die Hand eines gewissen "Harrers" abstreift, oder ob es eine "Suki" gibt, die "Richard Harrers" Hand loswerden will. (Dies wird erst im zweiten Satz klar.) Wer von beiden sagt "Ok."?
unkompliziert hat geschrieben:Richard Harrer war befristet ihr gesetzlicher Vormund und Therapeut, der sie nach einem angeblichen Drogenexzess durch den restlichen Entzug und zurück in die Realität begleiten soll.
Vormund UND Therapeut... geht das? Solltest Du mal recherchieren. Inhaltlich erfahren wir auch, dass Suki ein Drogenexzesses zulasten gelegt wird, den sie offenbar nicht begangen hat. Seltsam ist dabei, dass man so einen Mißbrauch i.d.R. nachweisen kann. (Und wenn nicht, auf welcher Basis wird sie entmündigt und in eine Therapie gesteckt?) Von vielen Drogen wird man zudem nicht vom einmaligen Konsum körperlich abhängig, sodass der Therapeut erkennen wird, dass keine Abhängigkeit vorliegt. Wozu dann die Therapie? Wenn es eine Droge war, die sofort abhängig macht, kann man das "angeblich" streichen.
Achte außerdem auf die Zeiten:" Harrer WAR"... "begleiten SOLL". Es muss "sollte" heißen. (Aber dann hast Du eine Wiederholung dieses Wortes im folgenden Satz.)
unkompliziert hat geschrieben:Das Problem: Suki erinnerte sich nicht, wie sie in diese Lage gekommen sein sollte.
Die Protokoll-artige Formulierung "Das Problem:" gefällt mir nicht. Klingt zudem aus oben genannten Gründen nicht glaubwürdig. Es sei, es ist irgendeine "Verschwörung" gegen Suki in Gange, in der Harrer mit drin hängt. Das aber widerspricht exakt der Aussage zwei Sätze weiter:
unkompliziert hat geschrieben:Für den Moment ist er der einzige Mensch, dem sie vertraut und der einzige von dem sie sicher weiß, dass er sich nicht gegen sie verschworen hat.

unkompliziert hat geschrieben:Harrer, ihr angeblicher Therapeut, (...) mit (...) warmen, braunen Augen, machte zwar einen freundlichen Eindruck, gehörte aber definitiv zu den Leuten, die sie nicht nach Hause gehen ließen.

Ziemlich widersprüchlich, findest Du nicht? Er sieht freundlich aus, ist in Wahrheit aber ein ganz abgebrühter. Sie vertraut ihm, aber irgendwas stimmt nicht und das wittert Suki, bei all den Andeutungen. Nach allem, was ich über Harrer jetzt weiß, kann ich ihn überhaupt nicht einschätzen. Aber auch Sukis Verhältnis zu ihm verstehe ich nicht. Und warum ist er ihr "angeblicher" Therapeut? Entweder er ist es, oder er ist es nicht. eben war er es noch. (Sie vertraut ihm!) Jetzt hat sie Zweifel...
unkompliziert hat geschrieben:Sie hielt ihre Handschellen hoch. „Können Sie mir die abnehmen?“
Er zwinkerte ihr über seine etwas zu große Nase verschmitzt zu. „Ich weiß nicht, kann ich?“

Soweit ganz amüsant. So ein Spruch zeugt von herablassendem Humor. Ein erster brauchbarer Charakterhinweis auf Harrer.

Die nun folgende Szene kann ich bezüglich Harrers Verhalten kurz als "unglaubwürdig" abstempeln. Würde sich so jemand verhalten, der eine potentiell sich selbst gefährdende Jugendliche (?) in Handschellen bei sich führt? Wohl eher nicht. Warum hatte sie während der Zugfahrt Handschellen an? Da war die Gefahr der Flucht doch weit geringer als jetzt, am Bahnhof! Noch ein paar Anmerkungen zu dieser Szene:
unkompliziert hat geschrieben:Draußen wurden die militärischen Gefangenen in einem Transporter geführt. Die Fronten waren für Suki nie klarer gewesen. Sie konnte kaum dabei zusehen.

Du meinst vermutlich "in EINEN Transporter". Das "EINEM" geht auch, verfälscht aber den Sinn. (Was ist das denn für ein Bahnhof, dass da Gefangene verladen werden? Klingt nach Deportation! Soll aber ein "normaler" Güterbahnhof sein?) Ansonsten sind die soeben zitierten Sätze mir unklar! Die Fronten zwischen wem? Ihr und Harrer? Oder den Gefangenen draußen und ihren Wärtern? Und wobei sieht sie zu? Dabei, wie die Fronten klar sind???
unkompliziert hat geschrieben:Sie hörte das Geräusch des abfahrenden Transporters. Zu spät.

Heißt das, sie hatte vorgehabt, mit einem bewachten Gefangenentransporter zu fliehen? Verstehe ich nicht... da ist sie doch aufgeschmissen!
unkompliziert hat geschrieben:Sie bekam wieder Luft. Sie konnte sich aufsetzen. Ihre Arme waren trotz der Schmerzen nicht völlig Matsch.

Diese "nicht völlig Matsch"-Formulierung passt nicht, denn ihr Arm wurde ja nicht zerquetscht. Sie hat Schürfwunden, vielleicht ist der Arm gebrochen.
unkompliziert hat geschrieben:Denn Wachmann aus dem Zug hatte den Sturz besser verkraftet und eilte auf sie zu.

Satz unklar. Ich nehme an, Du meinst "DER Wachmann..."
unkompliziert hat geschrieben:Denn Wachmann aus dem Zug (...) eilte auf sie zu. Harrer tauchte hinter ihm auf und hielt ihn zurück. Gemeinsam kamen die beiden näher. Der hinkende, wütende Wachmann und Harrer (...). Er drängte den Mann in der blauen Uniform diskret ab

Wozu diese komplizierte Beschreibung der Konstellation beide Personen. Reicht es für die Dramatik nicht, wenn beide auf sie zukommen?
unkompliziert hat geschrieben:Sie und ihr neuer Therapeut waren allein.

Ach so, Harrer ist neu!!! Das war mir bislang unklar. Ich dachte, wo sie ihm doch vertraut und er ihr auch (er hat die Handschellen abgenommen), müssten sie sich schon eine Weile kennen!
unkompliziert hat geschrieben:Trotzig starrte sie zu ihm hinauf und versuchte sich auf alles einzustellen, was sie jetzt erwarten würde. Auch er schien zu überlegen. Dann lachte er trocken auf und grinste: „Was war denn das? Und wo wolltest du dann hin? Dort mitfahren?“ Er deutete in Richtung des Transporters. Auf der nächsten Straße hätte sie ein Auto anhalten können. Aber sie machte sich nicht die Illusion die auf eigenen Beinen noch vor Harrer zu erreichen.

Dann war es die ganze Zeit kein Gefangenentransporter, sondern ein Sprinter oder LKW?! Da habe ich vorhin was falsch verstanden. Ich bin verwirrt. Da war doch definitiv vorhin von Gefangenen die Rede... hier:
unkompliziert hat geschrieben:Draußen wurden die militärischen Gefangenen in einem Transporter geführt.

unkompliziert hat geschrieben:Genaugenommen bereitete ihr bereits das Aufstehen Kopfzerbrechen.

Die impliziert, DASS sie JETZT aufsteht. (Was aber nicht zu dem passt, was da noch kommt...
unkompliziert hat geschrieben:Der Mann vor ihr schmunzelte noch. „Du hast Mut. Aber du bist schlecht gefallen. Hast du dich verletzt?“
Es war gut, dass er noch so gefasst war.
Nicht zwingend. Vielleicht ist es die Ruhe vor dem Sturm... wie auch immer, ich finde seine Reaktion seltsam. Er unterstellt ihr Mut. Dann das "schlecht gefallen" (kann man gut fallen?) und dann die fürsorgliche Frage. Sollte er nicht lieber sauer sein? Ich hätte jetzt was herablassendes oder ironisches erwartet. Der Harrer scheint ja ein bisschen sadistisch zu sein, oder?
unkompliziert hat geschrieben:Der Güterbahnhof war wieder fast menschenleer. Hinten an der Poststation wartete eine kleine Schlange Menschen vor dem einzigen Schalter, aber ob die sich im Ernstfall zuständig fühlen würden, bezweifelte sie inzwischen.

Eine Poststation am Güterbahnhof? Gibt es so was noch? (Wo und wann spielt das Ganze denn überhaupt?) Bislang habe ich mir den Bahnhof wie einen klassischen deutschen Güterbahnhof vorgestellt. Jede Menge Gleise, ein paar rangierende Loks, herumstehende Zugteile und Waggons, aber eine Poststation? Klingt definitiv nach Wildem Westen vor 200 Jahren.
unkompliziert hat geschrieben:Längst hätte die Polizei oder irgendeine andere Behörde nach ihr suchen müssen und sie nachhause bringen. Etwas lief hier gewaltig schief!

Moment mal. Ich denke, Harrer ist ihr Vormund. Warum sollte die Polizei dann nach ihr suchen? Ein vermisstes Kind wird ja auch nicht mehr gesucht, wenn es wieder bei seinen Eltern ist. Und juristisch ist der Vormund etwas vergleichbares. (Nagel mich aber nicht auf die Details der Unterschiede fest.)
unkompliziert hat geschrieben:„Hast du dich verletzt?“
Das sagte Harrer schon.
unkompliziert hat geschrieben: Jetzt solltest du auch selbst wieder aufstehen.
Wie schon erwähnt, ich dachte, sie stünde inzwischen schon.
unkompliziert hat geschrieben:Suki schaute ihn nicht länger an. So ein Scheißkerl! Ihre Arme waren soweit brauchbar. Ihre Schulter schmerzte, aber es war auszuhalten. Rücken und Oberschenkel, wo die Prügel des Aufsehers im Zug sie getroffen hatten, taten unbeschreiblich weh. Sie versuchte sich zu drehen und einen Weg zu finden, wie sie diese Muskeln schonen konnte. Auf keinen Fall durfte sie jetzt Schwäche zeigen und heulen! Ihr Begleiter ließ ihr Zeit.

Also doch ein Sadist, der Harrer. Dass Suki im Zug Prügel bekommen hatte, wusste ich nicht. Aber wiegesagt, betrachte ich diese Geschichte aufgrund ihrer neuen Überschrift auch isoliert als alleinstehenden Text.

Auch wenn meine Rückmeldung nicht sehr positiv ist, hoffe ich, dass es Dich auf Probleme hinweist und Du das Kapitel nochmal neu und dreimal so gut hinbekommst.

Grüße
Bernd
Bernd
 
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Re: Hopp und weg!

Beitragvon unkompliziert » 28.02.2015, 15:56

Hallo Bernd,

dank dir vielmals für deinen ehrlichen Eindruck zu meinem Text.
Ich weiß, dass keine leichte Entscheidung ist, Zeit, die man eigentlich für das Schreiben von eigenen Projekten bräuchte, abzuknapsen um einen ausführlichen Kommentar zu verfassen.
Vor allem, wenn der Hauptberuf auch schon zu einem großen Teil am Schreibtisch stattfindet.

Um so mehr freue ich mich, wenn mir jemand diese Zeit schenkt!

Alle Texte die ich einstelle (falls ich sie nicht extra anders markiere) sind Teile eines Buches, dessen Rohfassung aber erst noch im entstehen ist.
Parallel dazu bin ich auch noch am ausprobieren, wie düster oder leichtfüßig der Erzählton werden soll.
Von der Gruseligkeit her, möchte ich James Bond oder Akte X nicht überschreiten. Es soll schon zur Sache gehen, aber einen nicht bis ins Mark erschüttern. FSK 16 trifft es dann wohl?

Was die wissenschaftliche Belegbarkeit angeht, möchte ich mich auch im Rahmen dieser beiden Produkte (und einiger Action Block Buster) bewegen. Ich möchte, dass es zumindest möglich ist zu glauben, was ich erzähle. Einfach damit ich den Leser in der Geschichte mitnehmen und unterhalten kann.

Ich verstehe schon, dass noch einiges an Recherchearbeit vor mir liegt. Aber mein Ziel ist nicht, dass jemand sagt: Wow! So wie das in dem Buch beschrieben ist, können es jederzeit passieren!
Mir reicht: "Mmh. Möglich. Wenn auch unwahrscheinlich."

Wenn ich einen Text in der SWS vorfinde, dann gehe ich nicht davon aus, dass es eine abgeschlossene Geschichte sein soll. Da scheine ich aber eine von wenigen zu sein. :oops:
Ich möchte jetzt nicht übertreiben und eine lange Erklärung am Anfang und nochmal eine am Schluss schreiben. Aber ganz ohne scheint es nicht zu funktionieren. Das seh ich jetzt ein. :geek:

Bernd hat geschrieben:der Text sollte definitiv überarbeitet werden, um einen glaubwürdigen Fluchtversuch darzustellen.


Das liegt ein Missverständnis vor. Es ist kein sorgfältig durchdachter Fluchtversuch eines erwachsenen Menschen bei klarem Verstand, sondern eine emotionale Kurzschlussreaktion eines verunsicherten jungen Menschen mit Restdrogen im Blut

Sie schließt sich dem einzigen Menschen an, der von dieser Situation ganz klar als einziger nicht profitiert. Also auch kein Drahtzieher sein kann.
"Der Feind meines Feindes ist mein Freund."
Abgesehen davon hat sie Mitleid mit ihm, während sie allen anderen gegenüber nichts außer "Furcht" und "etwas-weniger-Furcht" empfindet.

Aber klar: Es ist ungefähr so sinnvoll wie vieles, was Betrunkene tun. Aber in einem ähnichen Zustand befindet sie sich.

Bernd hat geschrieben:Es fehlt Spannung und ich habe Probleme, mir den Schauplatz vorzustellen.


Wie würdest du in diesem Fall die Spannung erhöhen?
Das mit dem Schauplatz ist notiert. :idea: Danke! Ich werde mir in den nächsten Tagen dazu etwas überlegen.

Bernd hat geschrieben:Die Figuren bleiben flach (ok, es ist auch ein kurzer Text)


Ganz richtig. Die Figuren haben eine Vor- und eine Nachgeschichte. Und sie entwickeln sich.
Das bringe ich in einem 1000 Wörterabschnitt nicht unter -- und möchte es auch nicht alle 1000 Wörter wiederholen.

Ich sehe es wie im richtigen Leben: In dieser Zeit die hier erzählt wird, könntest du Harrer und Suki nicht kennenlernen. Nur etwas über sie erfahren.
Von Suki erfährt man, dass Gefühle für sie wichtige Handlungsgründe sind. Wie man ihr Vertrauen gewinnt und wie nicht. (Das freundliches Auftreten allein oder gewaltsames Einschüchtern nicht ausreicht.)
Von Harrer erfährt man, dass er im ersten Moment immer jemanden mit Samthandschuhen anfassen würde. Dass er sich zutraut eine junge Frau in kürzester Zeit wieder zu findet, denn er könnte wirklich besser auf sie aufpassen. Dass er es nicht persönlich nimmt, dass sie ihm Schwierigkeiten macht.
Dass es ihn aber auch nicht sonderlich erschüttert, dass sie sich bei ihrem Sprung aus dem Zug wahrscheinlich verletzt hat.

Sind solche Menschen wahrscheinlich?
Menschen wie Harrer nicht. Deswegen lohnt es sich eine Geschichte rund um diese Frage auf zwei Beinen zu schreiben.
Menschen wie Suki? Ich glaube, wenn sie nicht in diese Extremsituation gekommen wäre, wäre sie vielleicht kein Mädchen wie "die meisten" gewesen. Aber zumindest ein Mädchen so wie es viele gibt.

"ich entdecke Ungereimtheiten."
Ich versuche herauszufinden, welche Ungereimtheiten jetzt nur durch diese 1000 Wörter verursacht werden.
Die möchte ich gerne beseitigen!
Und welche geklärt wären, wenn du weiter lesen könntest, bzw wenn der komplette Anfang in der SWS stehen würde. (Was ich aber einfach nicht tun kann.)

Bernd hat geschrieben:Wegwerfen würde ich ihn nicht, aber neu schreiben.

Das ist ein Wort. Danke.

Bernd hat geschrieben:Von daher betrachte ich diesen Text als eigenständiges Werk.

Siehe oben. Zum Teil funktioniert das. Zum Teil sicher nicht. Aber ich bin für jede Erkenntnis dankbar, die sich durch fremde Augen ergibt.

Bernd hat geschrieben:Bereits hier stolpere ich. Wenn ich den vorigen Text und damit die Figuren nicht kenne, kann ich nicht entscheiden, ob die eine Person "Suki Richard" heißt, welche die Hand eines gewissen "Harrers" abstreift, oder ob es eine "Suki" gibt, die "Richard Harrers" Hand loswerden will. (Dies wird erst im zweiten Satz klar.)

:idea: Danke! Hab ich behoben.

Bernd hat geschrieben:Wer von beiden sagt "Ok."?

Das grammatikalische Subjekt des Inquitsatzes = Suki.
Das würde ich nie anders machen.

unkompliziert hat geschrieben:Richard Harrer war befristet ihr gesetzlicher Vormund und Therapeut, der sie nach einem angeblichen Drogenexzess durch den restlichen Entzug und zurück in die Realität begleiten soll.Vormund UND Therapeut... geht das?


Es spielt mit der Idee, dass sich Therapeuten dann über den Willen ihrer Patienten hinwegsetzen können, wenn diese nicht in einem Zusand sind, in dem sie mündige Entscheidungen treffen können.
:idea: Aber ich werde versuchen mich um diese realen und rechtlich festgelegten Bezeichnungen herum zu kommen.
FRAGE: Er soll ihr helfen und er kann entscheiden, was sie darf und was nicht.
Wie nenne ich das?


Das andere ist, dass ich ja aus der Perspektive von Suki erzähle. Sie hat vielleicht keine genau Vorstellung was welcher Berufszweig genau tut und was welcher Arzt genau darf.
Mit 19 Jahren und einer glücklichen Kindheit, hat sie in dieser Richtung auch noch nicht viel erlebt.

Da nennt sie in Gedanken vielleicht etwas "Vormund" oder ""Therapeut", weil sie das richtige Wort dafür nicht kennt.

Wie ihre Situation genau ist und wie da hineingeraten ist, versucht sie selbst erst herauszufinden. Deswegen möchte ich es dem Leser auch noch nicht auf die Nase binden.

Bernd hat geschrieben: Inhaltlich erfahren wir auch, dass Suki ein Drogenexzesses zulasten gelegt wird, den sie offenbar nicht begangen hat. Seltsam ist dabei, dass man so einen Mißbrauch i.d.R. nachweisen kann.


Aber Suki kann sich ja schlecht selbst testen. :XD:
Also kann sie dem, was ihr gesagt wird, nur glauben. Oder auch nicht.
(Weil sie es sich nicht vorstellen kann und sich nicht erinnert.)

Bernd hat geschrieben:(Und wenn nicht, auf welcher Basis wird sie entmündigt und in eine Therapie gesteckt?)
Es wird aus Sukis Sicht erzählt. Sie erfährt es in der Situation noch nicht. Deswegen erfährt es der Leser auch noch nicht.

Aber vorstellbar wäre Suizidgefährdung. Oder Gefährdung anderer.

Bernd hat geschrieben:Von vielen Drogen wird man zudem nicht vom einmaligen Konsum körperlich abhängig, sodass der Therapeut erkennen wird, dass keine Abhängigkeit vorliegt. Wozu dann die Therapie? Wenn es eine Droge war, die sofort abhängig macht, kann man das "angeblich" streichen.

Ich brauche nicht "viele Drogen" die beim einmaligen Gebrauch abhängig machen, mir reicht EINE schon aus. ;) Suki muss nicht statistisch repräsentativ sein.

Das "angeblich" drückt ihre Unsicherheit aus. Sie zweifelt heftig zwischen zwei völlig widersprüchlichen Realitäten. Das was sie sich vorstellen kann und das, was alle, wirklich alle, anderen sagen.

Sie kann sich nach einmal Haschisch ein Psychose eingefangen haben und diese gerade erleben. Vielleicht nimmt sie die Realität deswegen stark verzerrt war?

Denkbar ist auch Mischkonsum oder dass mit anderen Chemikalien gestreckt wurde, ohne dass die Konsumenten das wussten.

Achte außerdem auf die Zeiten:" Harrer WAR"... "begleiten SOLL". Es muss "sollte" heißen.
:idea: Werde ich noch einmal eingehend kontrollieren.

Bernd hat geschrieben:
unkompliziert hat geschrieben:Das Problem: Suki erinnerte sich nicht, wie sie in diese Lage gekommen sein sollte.
Die Protokoll-artige Formulierung "Das Problem:" gefällt mir nicht. Klingt zudem aus oben genannten Gründen nicht glaubwürdig. Es sei, es ist irgendeine "Verschwörung" gegen Suki in Gange, in der Harrer mit drin hängt.
:twisted: tja. Das fragt sie sich auch.

"Das Problem" ist ihre Art eines ironischen Tonfalls. Ich wollte damit eine deutlichere Verbindung zu dem Erzähler herstellen, der ja aus ihrer Sicht heraus erzählt.
:idea: Aber entweder muss ich den Leser schon vorher in der wörtlichen Rede an ihre Art sich auszudrücken gewöhnen, oder ich muss eine Art von Ironie verwenden, die besser und allgemein als solche zu erkennen ist.
Das war zu sehr ein Suki-Insider-Joke.


Bernd hat geschrieben:Das aber widerspricht exakt der Aussage zwei Sätze weiter:
unkompliziert hat geschrieben:Für den Moment ist er der einzige Mensch, dem sie vertraut und der einzige von dem sie sicher weiß, dass er sich nicht gegen sie verschworen hat.

Nein. "er" bezieht sich auf das letzte vorausgehende maskuline Nomen "den alten Mann, einen politischen Gefangenen".
Aber wenn das trotzdem missverständlich ist, denke ich nocheinmal darüber nach.

Bernd hat geschrieben:Ziemlich widersprüchlich, findest Du nicht? Er sieht freundlich aus, ist in Wahrheit aber ein ganz abgebrühter. Sie vertraut ihm, aber irgendwas stimmt nicht und das wittert Suki, bei all den Andeutungen.


Das ist das fiese an Menschen. Sie können freundlich tun, aber sich in Wirklichkeit etwas ganz anderes dabei denken.
Und nur weil Suki davon ausgeht, dass von ihm im Moment keine unmittelbare Gefahr droht, heißt dass noch nicht, dass sie ihn für vertrauenswürdig hält.

Ich fände es langweilig, wenn man in der ersten Sekunde gleich sieht:
"Der ist durch und durch ein Held." oder "Der ist ein absoluter Schurke."
Etwas komplizierter ist es schon.
Und ich mag es nicht, wenn ein Autor nur schreiben muss "warme braune Augen" oder "schlechte Zähne" und man weiß schon, wie der Typ sich im Rest des Buches verhalten wird. Also ob alle guten Menschen hübsch und alle fiesen Menschen häßlich sein müssen.

Nach allem, was ich über Harrer jetzt weiß, kann ich ihn überhaupt nicht einschätzen.
Jap. Du nicht und Suki auch nicht. Es ist ein Puzzle, dass sich Stück für Stück zusammensetzt. Und das waren erst die ersten zwei (für Suki zumindest. Aus der Vorgeschichte "Sie vergessen niemanden." erfahren alle anderen schon etwas mehr.)

Bernd hat geschrieben:Und warum ist er ihr "angeblicher" Therapeut?

Sie oben. Sie ist sich nicht sicher, was der Wahrheit entsprichtund ist misstrauisch.

Bernd hat geschrieben:
unkompliziert hat geschrieben:Sie hielt ihre Handschellen hoch. „Können Sie mir die abnehmen?“
Er zwinkerte ihr über seine etwas zu große Nase verschmitzt zu. „Ich weiß nicht, kann ich?“

Soweit ganz amüsant. So ein Spruch zeugt von herablassendem Humor. Ein erster brauchbarer Charakterhinweis auf Harrer.

:girl: Das freut mich.

Bernd hat geschrieben:Da war die Gefahr der Flucht doch weit geringer als jetzt, am Bahnhof!

Nein. :mrgreen: Da hatte sie ihren persönlichen Begleiter Harrer noch nicht, der sich zutraut eine nicht/kaum trainierte junge Frau jederzeit wieder einholen zu können.

Die Quote Aufseher zu Vielleicht-Flüchtlinge war wohl im Zug wesentlich schlechter als 1:1.
Vielleicht müssen sie sich auch mehr auf die härteren Fälle konzentrieren, und das Mädel wird halt mitgenommen, weil der Transport sowieso läuft.
Die Qualifikation der Aufseher ist ganz offensichtlich schlechter. (Der der Suki schlägt, reagiert in dem Moment völlig über und auch sehr unprofessionell!)
Nun ja. Und vielleicht gehen die Wachen gerne auf Nummer sicher. Haben gerne etwas Redundanz und auf der langen Fahrt gerne auch mal etwas Zeit, in der sie *nicht* alle Hände voll zu tun haben.

Bernd hat geschrieben:Du meinst vermutlich "in EINEN Transporter".

:idea: Danke. Hab ich ausgebessert.

Die Fronten zwischen wem? Ihr und Harrer? Oder den Gefangenen draußen und ihren Wärtern? Und wobei sieht sie zu? Dabei, wie die Fronten klar sind???

Harrer spricht sich mit den Wärtern ab. Sie scheinen gemeinsame Ziele zu verfolgen.
Suki und die anderen Gefangen litten unter den Wärtern. In diesem Moment ist sie sich sehr sicher, wer die Bösen und wer die Guten sind.
Die Fronten sind also klar. Es gibt keine Partei, von der sie nicht weiß auf welcher Seite sie steht.

Bernd hat geschrieben:Heißt das, sie hatte vorgehabt, mit einem bewachten Gefangenentransporter zu fliehen?
Verstehe ich nicht... da ist sie doch aufgeschmissen!

:D Erklärung zu ihrem Geisteszustand: Siehe oben.
Auslöser was sicher das Gefühl nicht alleine mit den Wärtern und Harrer zurückbleiben zu wollen.
Wäre sie, unwahrscheinlicherweise, doch auf den Beinen aufgekommen, hätte sie versucht einen Unbeteiligten um Hilfe zu bitten oder eine befahrene Straße zu finden um ein Auto anzuhalten.
Aber das war halt nur eine Verzweiflungstat in einer ausweglosen Situation.
Hätte sie wirklich Chancen gehabt, hätte es Harrer auch besser aufgepasst.

Er geht das Risiko ein.Beobachtet. Lässt sie die Erfahrung machen.


Bernd hat geschrieben:Diese "nicht völlig Matsch"-Formulierung passt nicht, denn ihr Arm wurde ja nicht zerquetscht. Sie hat Schürfwunden, vielleicht ist der Arm gebrochen.


:idea: Ein weiterer Versuch, den Erzähler, weil er aus Sukis Sicht erzählt, auch mit Sukis typischen Worten sprechen zu lassen.
Was ne blöde Idee, oder?


Bernd hat geschrieben:Satz unklar. Ich nehme an, Du meinst "DER Wachmann..."

:idea: Danke. Habe ich ausgebessert.
Unglaublich, wie oft man einen Text lesen kann, und manches trotzdem noch übersieht. Ärgerlich.

Bernd hat geschrieben:
unkompliziert hat geschrieben:Denn Wachmann aus dem Zug (...) eilte auf sie zu. Harrer tauchte hinter ihm auf und hielt ihn zurück. Gemeinsam kamen die beiden näher. Der hinkende, wütende Wachmann und Harrer (...). Er drängte den Mann in der blauen Uniform diskret ab

Wozu diese komplizierte Beschreibung der Konstellation beide Personen. Reicht es für die Dramatik nicht, wenn beide auf sie zukommen?


Für die Dramatik sicher. Ich will aber zeigen, dass Harrer vor dem wütenden Wachmann bei Suki sein möchte. Daran sieht man, 1. dass ihm bewusst ist, dass sich der andere nicht beherrschen kann,
2. dass er nicht möchte, dass es zu einem Zwischenfall kommt,
3. dass er die Autorität hat, da einzugreifen.

Bernd hat geschrieben:Dann war es die ganze Zeit kein Gefangenentransporter, sondern ein Sprinter oder LKW?! Da habe ich vorhin was falsch verstanden. Ich bin verwirrt. Da war doch definitiv vorhin von Gefangenen die Rede...

Ich hätte "Transporter" nie mit einem Zug, sondern immer mit einem LKW in Verbindung gebracht. zB Viehtransporter, Schwerlasttransporter
:idea: Aber "Lkw" oder "Sprinter" sorgt für ein klareres Bild. Das werde ich ausbessern.

Bernd hat geschrieben:
unkompliziert hat geschrieben:Genaugenommen bereitete ihr bereits das Aufstehen Kopfzerbrechen.

Die impliziert, DASS sie JETZT aufsteht. (Was aber nicht zu dem passt, was da noch kommt...

Nein. Das impliziert es auch nicht:
http://www.redensarten-index.de/suche.p ... 5D=rart_ou
"Über ein Problem nachdenken", "vor einer unlösbaren Aufgabe stehen"

Bernd hat geschrieben:
unkompliziert hat geschrieben:Der Mann vor ihr schmunzelte noch. „Du hast Mut. Aber du bist schlecht gefallen. Hast du dich verletzt?“
Es war gut, dass er noch so gefasst war.
Nicht zwingend. Vielleicht ist es die Ruhe vor dem Sturm...


Da hast du völlig Recht!
Aber es ist kein allwissender Erzähler und aus Sukis Sicht, ist es natürlich angenehmer, wenn er jetzt nicht wütend ausrastet.

Bernd hat geschrieben:wie auch immer, ich finde seine Reaktion seltsam. Er unterstellt ihr Mut.

Jap. Er weiß, er hat es mit einer jungen Frau zu tun, die weder Stunt- noch Kampfausbildung hat. Solche Mädels trauen sich (aus gutem Grund!) in aller Regel nicht, aus einem fahrenden Zug zu springen.
Diese Überwindung findet er anscheinend anerkennenswert.

Bernd hat geschrieben:Dann das "schlecht gefallen" (kann man gut fallen?)

Klar! Für verschiedene Sportarten und Berufe kann man das sogar trainieren.

Wenn man sich abrollt und seine Gliedmaßen entsprechend hält, dann man die kinetische Energie allmählich abbauen und dann richtet sie am Körper nicht ganz so viel Schaden an.

Bernd hat geschrieben: und dann die fürsorgliche Frage. Sollte er nicht lieber sauer sein?


1. Du interpretierst es als fürsorglich.
Aber rein sachlich hat er jetzt nur gefragt, ob an ihr etwas kaputt ist. Wen dem so ist, ist es seine Zuständigkeit sich darum zu kümmern, wie er sie von dem Ort wegbringt. Oder wenn es etwas Ernstes ist, einen Krankenwagen zu rufen. Damit macht er gerade mal Dienst nach Vorschrift.

Fürsorglich wäre: "Tut es (sehr) weh?" "Warum machst du denn soetwas?" "Soll ich dir aufhelfen?" am kitschigsten: "Alles wird gut. / Vertrau mir."

2. Nicht jeder lässt sich anmerken, wenn er sauer ist.
"Rache ist ein Gericht, dass am besten kalt serviert wird."
Aber vielleicht sind solche Aktionen Kinderkram für Harrer. Außerdem hat er es ja mehr oder weniger in Kauf genommen.
Schließlich war es ohnehin eine sich selbst bestrafende Reaktion, eines teil-beduselten jungen Menschen in einer Extremsituation (Freiheitsentzug, Kontaktabbruch zur Familie).
Er ist intelligent und selbstsicher genug, sich da nicht persönlich angegriffen zu fühlen. Auch wenn diese Einstellung nicht soweit geht, dass er sie mit Fürsorglichkeit überschüttet.

Bernd hat geschrieben: Ich hätte jetzt was herablassendes oder ironisches erwartet. Der Harrer scheint ja ein bisschen sadistisch zu sein, oder?


So haben wir ihn erlebt. Aber er hat genug Selbstwertgefühl, dass er es nicht damit aufbessern muss, über jemanden zu spotten, der im wahrsten Sinne des Wortes, ohnehin schon am Boden liegt.

Bernd hat geschrieben:Eine Poststation am Güterbahnhof? Gibt es so was noch? (Wo und wann spielt das Ganze denn überhaupt?)


Eine kleine Stadt, in der es einmal etwas Industrie gab. Inzwischen sind die Firmen aber mit ihrer Produktion an andere Standorte weitergezogen.
Ich kenne genau ein Kaff, in dem das der Fall ist. Mein Geburtsort.
Statistische Relevanz ist mir egal.Für mich muss es nur vorstellbar sein.
:idea: Aber trotzdem vielen Dank für deinen persönlichen Eindruck. Ich nehme den ernst und werde in diesen Text und oder in den vorhergehenden etwas über den Bahnhof oder den Ort einfügen.

Die Kleinstadt in der Suki landet werden die Leser später noch sehr viel besser kennenlernen. Aber ich möchte eben vor allem aus Sukis Perspetive erzählen, deswegen erfährt man vorher fast nichts über die Gegend. Eben genausowenig wie sie.

Muss ich real existierende Städtenamen und Gegenden einfügen?
Ich habe eine Vorstellung von der Gegend und finde sie vorstellbar, weil ich in ähnlichen Orten wie diesen schon war. Aber ich wollte mich eigentlich so wenig wie möglich festlegen.
Aber ich werde mal versuchen, auf alle Fälle einen Ortnamen parat zu haben, falls es wirklich sein muss.

Es ist eine wenig bewohnte, abgeschiedene Gegend am Meer. So wäre es mir am liebsten.
Ein sehr kleines Kaff muss es in jedem Fall sein.

Bernd hat geschrieben:Ein vermisstes Kind wird ja auch nicht mehr gesucht, wenn es wieder bei seinen Eltern ist. Und juristisch ist der Vormund etwas vergleichbares. (Nagel mich aber nicht auf die Details der Unterschiede fest.)

Siehe oben.Sie ist sich nicht sicher, ob ihre Erinnerung oder alle anderen Menschen sie täuschen.
Falls sie entführt worden ist, müsste sie längst gesucht -- und in ihrer heilen Welt und schon längst gefunden worden sein.

unkompliziert hat geschrieben:„Hast du dich verletzt?“
Das sagte Harrer schon.
:idea: Ja. Schon, aber...
Ich muss den Satz wieder aufgreifen, weil sonst nicht klar ist, warum Suki den Kopfschüttelt.
Und das nachzuerzählen, ist auch nicht der Renner an Eleganz.
Gibt es einen Alternativvorschlag?

Ansonsten würde ich sagen: Er frägt einfach ein zweites Mal, weil er den Eindruck hat, dass sie zu benommen oder zu abgelenkt war, um ihm beim ersten Mal zu hören.

Bernd hat geschrieben:Auch wenn meine Rückmeldung nicht sehr positiv ist,


... bin ich um so mehr froh darum. Es ist tausendmal besser, als diese blöde Leere, wenn man gar nicht weiß, wie der Text bei anderen ankommt.
Und bei kritischen Kommentaren kann man sich auch sicher sein, dass einem niemand um des lieben Friedens willen nur Honig ums Maul schmiert.

Bernd hat geschrieben:und Du das Kapitel nochmal neu und dreimal so gut hinbekommst.

:oops: Oh Schreck! Ich kann mit Erwartungsdruck gar nicht gut umgehen.
Ok. Wenn es sich ergibt, dass ich diesen Abschnitt wirklich noch einmal ganz neu schreibe, dann werde ich an deine Anmerkungen denken und dir zeigen, was draus geworden ist.

;) Aber ob ich es wirklich so völlig abändere, kann ich noch nicht versprechen.

Vielen Dank für deine Arbeit
und dir viel Spaß und Erfolg beim Schreiben!

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Re: Hopp und weg!

Beitragvon Libelle » 04.03.2015, 16:36

unkompliziert hat geschrieben:Richard Harrer war befristet ihr gesetzlicher Vormund und Therapeut, der sie nach einem angeblichen Drogenexzess durch den restlichen Entzug und zurück in die Realität begleiten sollte.


Zu deiner Frage, wie man so etwas nennt: Harrer ist sicherlich nicht der Vormund. Das würde ja im Konflikt mit der Behandlung stehen und außerdem könnte es in Willkürlichkeit abdriften. Der Vormund könnte das Jugendamt sein.
Nichtsdestotrotz könnte Harrer seine Macht als Therapeuth ausüben, denn kritisiert wird in der Hinsicht nur selten. Wer hört schon auf eine 19-Jährige. Siehe z.B. dieser Artikel.

Harrer, ihr angeblicher Therapeut,

Hier bin ich wie Bernd irritiert und würde das definitiv so umformulieren, dass man sich das besser vorstellen kann. Im Moment stolpert man als Leser regelrecht in die Geschichte und wird mit lauter »Tatsachen« konfrontiert.

Mein Vorschlag wäre: »Richard Harrer behauptete ihr Therapeuth zu sein.«

[…] athletisch aber kaum größer als sie, mit dichten, kurzen braunen Haaren und ebenso warmen, braunen Augen, machte zwar einen freundlichen Eindruck, gehörte aber definitiv zu den Leuten, die sie nicht nach Hause gehen ließen.

Ich finde es seltsam, wie das Aussehen des Mannes (athlethisch, dichtes Haar, etc.) in den Kontext »nicht nach Hause gehen lassen« gestellt wird.

Ist der andere Mann, dem sie vertraut, eigentlich noch da? Ich bin schon nach einem Absatz total durcheinander und zwar nicht passend zur Geschichte.

Draußen wurden die militärischen Gefangenen in einen Transporter geführt.

Verstehe ich nicht. Suki ist angeblich wegen Drogenkonsums in Behandlung bei Harrer und fährt, warum auch immer, mit dem Zug durch die Gegend. Und plötzlich gibt es auch noch militärische Gefangene? Das kann nur bedeuten, dass Suki ebenfalls eine militärische oder politische Gefangene ist, denn Normalos werden ganz sicher nicht in die Nähe der »wichtigen« Gefangenen gelassen.

Die Fronten waren für Suki nie klarer gewesen. Sie konnte kaum dabei zusehen.

Welche Fronten?

Harrers Schrei verriet sie: „Suki!“, da war sie bereits bei den beiden. Einer griff sofort in ihre Jacke. Sie zögerte, als hätte sie es sich anders überlegt, der Bahnhofsboden vor der Tür flog dahin. „Nein!“

Wer ruft »Nein«?

Sie hörte das Geräusch des abfahrenden Transporters. Zu spät.

Wieso zu spät? Wollte sie zu dem Transporter?

Harrer tauchte hinter ihm auf und hielt ihn zurück.

Wo kommt der denn her? Teleportation? Der Zug ist schon losgefahren und informiert, ob der gebremst hat, wurden wir auch nicht.

Sie und ihr neuer Therapeut waren allein.

Wo sind sie? Wo ist der Typ hingehumpelt?

Genaugenommen bereitete ihr bereits das Aufstehen Kopfzerbrechen.

Wohl kaum. Suki befindet sich auf der Flucht. Sie verschwendet keine Gedanken daran, ob und wie die Muskeln funktionieren. Entweder der Körper reagiert wie geplant oderer tut es nicht. Aber man denkt nicht groß darüber nach.

Zudem vermisse ich Sukis Gefühle. Im Moment ist alles sehr neutral berichtet. Da ist dieser Harrer, der behauptet ihr Threapeuth zu sein, sie erinnert sich nicht, wie sie hierher gekommen ist. Jeder normale Mensch hätte vermutlich Angst.

„Hast du dich verletzt?“[Absatz!!!]
Sie schüttelte einfach mal den Kopf. Und wenn? Dann ging es ihn nichts an.[Absatz!!!]
Harrers Gesicht wurde ernst: „Ich hoffe nicht. Denn du wirst ab heute selbst für deine Handlungen Rechnung tragen. Du bist selbst gelaufen, selbst gesprungen. Jetzt solltest du auch selbst wieder aufstehen.“

Wähle für jede Figur einen eigenen Absatz, dann ist klarer, wer was sagt/denkt und wann sich das Thema ändert.

Oh, da gab es schon Teile vorher? Schade, dass du das nicht oben erwähnt hattest. Ich habe deinen Link ganz unten erst übersehen, weil ich dachte, er gehört zur Geschichte. Normalerweise lese ich nicht das Ende zuerst bei kurzen Texten.

Generell bin ich aber der Meinung, dass man auch mittendrin in eine Geschichte einsteigen und schnell reinkommen können sollte. Das ist hier leider nicht der Fall. Was ich vermisse (auch wenn es sich nur um eine Rohfassung handelt), ist Atmosphäre. Als Leser weiß ich nicht, ob ich mich fürchten soll, ob ich mitfiebern soll oder ob die Figuren sowieso egal sind. Sukis Figur und Motivation bleiben vage.
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Re: Hopp und weg!

Beitragvon Sasskia » 04.03.2015, 17:17

Huhu unkompliziert!

Obwohl mir die ersten beiden Teile deiner Geschichte durchaus gefallen haben, kann ich mit "Suki" überhaupt nichts anfangen.

Ich war schon überrascht, als du ein Mädchen für die "Ausbildung" gewählt hattest, doch sie sollte ja taff sein und fast einen Job torpediert haben.

Weshalb sie in einem Zug "transportiert" wird, gemeinsam mit militärischen Gefangenen (macht ihr das in Deutschland so?) ist mir rätselhaft. Auch die Anwesenheit und das Verhalten der Wärter versteh ich nicht. Ist das ein Sonderzug? Wieso hält er dann auf einem Bahnhof, anstatt irgendwo auf freiem Feld, was viel unauffälliger wäre?

Dann taucht Harrer auf und anstatt die Situation sofort zu kontrollieren, wie es von einem Ausbildner erwartet wird, macht er auf "Guter Onkel"? Kann ich auch nicht nachvollziehen.

Wie meine "Vorkommentierer" bereits erwähnt haben: Wenn du auf der Flucht bist, rennst du, gleichgültig, ob dein Arm oder dein Fuss gebrochen ist.

Mein Vorschlag zu diesem Abschnitt:

Ich hätte sie eher sediert gelassen und in einem Krankenwagen zu Harrer gebracht. Anscheinend verfügt er über entsprechende Kenntnisse, sonst wäre ihm die Krankenakte nicht übergeben worden.

Damit könntest du diese "Zughürde" überspringen und weiter auf Psychoterror setzen :XD:

Liebe Grüße aus Wien

Sasskia :girl:
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