Zu meiner Schande muss ich zugeben, dass ich mir das Buch einmal in der Bibliothek geliehen hatte, aber nach ca. 40 Seiten aufgehört habe mit dem Lesen und es wieder abgegeben hatte. Jetzt, da du es so toll fandest, bereue ich es schon wieder =D War einfach eine spontane Mitnahme, weil mich das Thema interessiert hat.
Zum perfekten Vorbild: Ich finde ja eigentlich an fast jedem Buch etwas auszusetzen. Aber für mich sind "Die Bücherdiebin" von Markus Zusak und "Die entführte Prinzessin" von Karen Duve in gewisser Weise Vorbilder... beide sind "glaubwürdig" (von den Personen her und deren Handlungen und Entscheidungen... wobei die entführte Prinzessin doch eher etwas (gewollt) überspitzt daherkommt ), vom Schreibstil her wunderschön und vor allem orginell.
Ich fand ja "G.A.S.: Die Trilogie der Stadtwerke" sogar fast besser als "Ich und die anderen" : ) Aber über "perfekte Vorbilder" kann ich leider nicht viel sagen, da ich scheinbar nicht sehr kritisch bin; zumindest finde ich oft Filme und Bücher gut die von Kritikern oder Leuten die ich kenne regelrecht zerrissen werden
Das Buch habe ich noch nicht gelesen, werde es mir aber mal ausleihen. Mein Vorbild ist ebenfalls "Die Bücherdiebin" von Markus Zusak. Ein wundervolles Buch mit spannender Thematik und tollen Charakteren.
Auf deine Empfehlung habe ich mir das Buch sofort bestellt, auch brav ohne die Rezensionen zu lesen, und du hast absolut Recht: Ein neues, frisches, anderes Buch, das so leicht und so unglaublich tief zugleich mit den vorkommenden Themen umgeht. Ich bin froh, dass ich es gelesen habe, auch wenn es mich etwas mitgenommen hat, und ich außerdem (da ich gestern Nacht das Buch angefangen habe und es heute in der Uni beendet habe) erheblichen Schlafmangel erlitten habe ^^ Das Buch kann man einfach nicht aus der Hand legen!
Ich hab's inzwischen auch gelesen und bin begeistert, einmal vom Schreibstil: sehr spannend, die Figuren sehr lebendig, man kann richtig mit ihnen mit zittern. An einigen Stellen war es mir allerdings ein wenig zu langatmig, z. B.
besonders die Chefin, die ihre Mitarbeiter drängt, krank zu feiern.
Aber das ist Kleinkram. Ich bin sehr empfindlich, was Gewaltszenen angeht, aber hier ist es optimal angedeutet. Ich verstehe, was passiert, ohne dass es zu brutal geschildert wird. Hervorragend! Auch das Thema fand ich sehr spannend. Jeder von uns hat widerstreitende Bedürfnisse, verhält sich mal so und mal so, wie z. B.
Eines meiner Lieblingsbücher! Matt Ruff hat noch einige andere geniale Teile geschrieben (Fool on the Hill) und gehört zu den besten Erzählern der Moderne. Ein anderer guter Erzähler ist übrigens (meiner Meinung nach) Michael Chabon. Von dem besorge ich mir jedes Buch, ohne zu lesen, worum es geht. Matt Ruff hat die herrliche Gabe, auch schwierige Themen mit leichter Hand sehr einprägsam zu beschreiben. Bei ihm weiß man manchmal nicht genau, ob da nun Magie am Werk ist oder alles eine Spinnerei des Protagonisten ist.
Ich muss sagen, Matt Ruff ist mein absoluter Lieblingsautor Ich finde das Buch und vorallem die Idee einfach genial, aber ich darf ja nicht spoilern
Er und Jane Austen sind meine "Vorbilder", obwohl die beiden sehr unterschiedlich schreiben/geschieben haben. Am liebsten aber mag ich sein Buch "GAS - Die Triologie der Stadtwerke", würde das eigentlich auch als mein großes Vorbild bezeichnen
Ich finde, Matt Ruff hat mal wieder einen *push* verdient. Danke für die Erinnerung, dass ich endlich mal Fool on the hill lesen sollte.
@Asimore: Ich finde, zwischen IudA und GAS gibt es kein "besser" oder "schlechter". Es sind eben zwei unterschiedliche Genres, ein SciFi-Abenteuer und ein (in einem ganz bestimmten Sinn) realitätsbasierter Roman. Beide habe ich allerdings bisher nur einmal verschlungen und noch nicht mit kritischem Blick gelesen.
Da zum Thema Ruff schon alles wichtige gesagt ist, beantworte ich nur Jackys dritte Frage und beschränke mich auf zwei kurze Bücher und vier sehr lange.
Als erstes fällt mir da Jostein Gaarders Durch einen Spiegel, in einem dunklen Wort ein. Was beschrieben wird, ist der Dialog zwischen einem todkranken Mädchen und einem Engel. Sehr weise und sehr eindrücklich, aber, im Gegensatz zu Ruff, nicht so – wie soll ich sagen – laut?
Sehr laut hingegen wird es bei Ensel und Krete von Walter Moers. Ensel und Krete, zwei niedliche Fhernhachenkinder machen Urlaub im großen Wald bei den Buntbären. Es kommt, wie es der Titel schon vermuten lässt, dazu, dass sie sich im größtenteils unzivilisierten Wald verlaufen. Die Vielzahl der Dinge, denen die beiden dort begegnen, hier aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen und spoilen, deshalb lasse ich es. Nicht nur bei der Erfindung des Waldes (überhaupt des Kontinents Zamonien) nimmt sich Moers ein paar Freiheiten, wohl wissend, dass er den Leser nach einer Seite bereits in der Hand (oder, auch das mag selten einmal passieren, vergrault) hat. Nur einen Tipp will ich allen mitgeben, die mutig genug sind, dieses Buch zu lesen: Hexen stehen immer zwischen Birken.
Die vier sehr langen Bücher heißen Der Drachenbeinthron, Die Nornenkönigin, Der Abschiedsstein und Der Engelsturm. Wer ein mustergültiges Beispiel für ca. 3500 Seiten kontinuierlicher und plausibler Charakterentwicklung mit durchweg spannendem Plot und konsistenter und facettenreicher Welt, sucht, findet es hier. Wer den Herrn der Ringe gelesen hat und den Stil etwas klobig fand, ist hier genau richtig.