[Liebe]Im Kumhausener Forst

Liebe, Romantik, Sehnsucht

[Liebe]Im Kumhausener Forst

Beitragvon Heribertpolta » 01.04.2015, 17:37

Wir kannten uns vom Geschäft ihres Vaters her, hatten uns also schon einige Male zuvor gesehen; aber nie wäre ich auf die Idee gekommen, Kontakt mit ihr aufzunehmen – viel zu jung erschien mir das Mädchen.
Dass wir uns beim Joggen trafen, war eher ein Zufall, wenn auch ein sehr schöner, zugegeben... Wir sind uns an der Preisenberger Allee begegnet und ab diesem Zeitpunkt verabredeten wir uns regelmäßiger; wofür ich ihr übrigens dankbar bin, denn ohne das Pflichtbewusstsein, das einer Verabredung übersteht, wäre ich nie wieder unter achtzig Kilo gekommen.

Wir joggten zunächst zweimal die Woche, dienstags und donnerstags; dann kam noch der Freitag hinzu. Es ging zur Sackgasse Tannenstraße hinaus über einen Feldweg hinab ins Schlehental, vorbei an einem Birkenhein Richtung Norden nach Untergolding und in Untergolding selbst bogen wir von der Ortsstraße in den Ammerweg ab. Von dort aus führte die Strecke, vorbei an einem seichten Fischweiher, durch den Kumhausener Forst zurück auf die Preisenberger Allee Richtung zu Hause Achdorf.

Es war der erste wirklich warme Tag im Mai des letzten Jahres. Die ganze Zeit über, also schon von der Preisenberger Allee weg, hatte sie damit begonnen, mich auf eine eigentümlich kätzische Art zu necken; sagte ich A, dann behauptete sie Z, und wenn mir nach grün war, dann verlangte sie nach schwarz. Ständig, vor allem nachdem wir den Ortseingang Untergolding passierten, stichelte sie mich von schräg hinten her an, verdrehte ihre Stimme beißend nach oben und machte Anspielungen bezüglich meines Alters. Zwei Jahrzehnte lagen zwischen uns; zwischen Julia und mir.

Seit wir den Ammerweg passiert hatten, wurde es ganz schlimm: sie lief um mich herum und feixte immerzu; dann sprang sie vor mich hin und wackelte kokett mit dem schönsten Arsch Landshuts.
Sie sagte, dass ich ohnehin nicht nachkäme - ich sei zu alt, so sie; also wechselte ich in einen gemächlich schneller werdenden Trab und blieb an ihr dran. Bis zum Fischweiher wollte ich sie eingeholt haben und spätestens am Kumhausener Forst, sollte sie nur noch meinen kaum noch vorhandenen Hintern sehen, so mein Plan.

Schließlich hatte ich sie eingeholt und sie vertrug es nicht. Jetzt versuchte sie, mich von der Straße zu drängen. Ich packte sie an Genick und Oberarm, legte sie am Wegesrand in die Wiese und lief lachend weiter. Schon nach kurzer Zeit klebte sie wieder an mir dran. Gemeine Sachen konnte sie kaum noch aussprechen, denn dafür fehlte ihr inzwischen der Atem, aber hin und wieder schubste sie mich und einmal blieb ich unvermittelt stehen, um sie auf meinen Rücken prallen zu lassen. Das klappte.

Mittlerweile waren wir im Waldstück angekommen. Sie sagte nichts mehr, lief mir nur noch nach. Dann nicht einmal mehr das, als ich das Rascheln und Scharren ihres Laufschritts auf der Erde nicht mehr hören konnte, blieb ich stehen und drehte mich um; sie stand mit verschränkten Armen an einem Baum gelehnt und sah bockig in die Wipfel. „Verloren“, sagte ich und sie antwortete „Alter Mann“. Dann sind wir gemeinsam ins Moos gesunken.

Ihre Spucke schmeckte dick und süß; sie hatte ihre Hände, ihre schönen weißen Hände, in meinen Haaren vergraben. Ganz nah sah ich sie vor mir, so nah wie nie zuvor, und ihr Atem fing sich in meinem Bart.
Ein zarter, weißer Flaum wuchs an den Haaransätzen und eine blonde Strähne zog sich zu ihrem Mund hin und blieb an ihren begehrlichen Lippen haften.

Die Grübchen in ihren Mundwinkeln, ihre hohen Wangenknochen, das runde Kinn, die Stupsnase, ihre lebhaften Augen, die etwas zu großen Schneidezähne... - all das erinnerte mich stets an die Gesichtszüge eines niedlichen Disney-Hasen, wenn sie in ihrer fröhlichen Albernheit neben mir herlief. Nun aber, leidenschaftlich seufzend, so hinreißend sich unter mir windend, mit ernster Hingabe im Blick und voller aufrichtiger Zärtlichkeit, meinte ich eine andere Julia in den Armen zu haben. Eine gereifte Julia.

Den Reißverschluss ihrer Trainingsjacke hatte ich ein ganzes Stück weit geöffnet und eine ihrer weißen Brüste ausgepackt; bei jedem Stoß schwamm sie hinauf bis zu ihrem Schlüsselbein und dann wieder zurück, fast bis zu ihrem weichen Bäuchlein hinab.
Ihren schönen, blonden Kopf hatte sie meist zur Seite gedreht und ihre Arme lagen weit ausgestreckt im Moos; manchmal aber schrie sie hell auf, packte meinen Schädel an den Schläfen, sah mir tief in die Augen und sagte ganz aufgeregt „Ja, so, fester, los“ und solche Dinge zu mir. Ich antwortete lediglich mit dem etwas behäbig gewordenen Gerammel eines Vierzigjährigen.

Vor allem für mich, galt es, zunächst keine Zeit zu verlieren; denn ich hatte zugegebenermaßen einige Bedenken gehabt, wie lange ich die Spannung hätte halten können; aber Julia kam mir entgegen, indem sie ihre Jogginghose bloß bis zu den Knien hinunter gezogen hatte und sich den Schlüpfer schnell und einfach aus dem Schritt zog, um mich schneller aufnehmen zu können.
Nach dem ersten Eindringen folgte ein schweigsames Lächeln beiderseits und dann ein zärtlicher Kuss.

Später, nach einer gewissen Zeit des Schlängelns, des Stoßens, Schwitzens und Röchelns, entschieden wir, dass Julia Trainings- und Unterhose komplett ausziehen solle. Währenddessen wir diesen Wechsel vornahmen, sahen wir nach allen Seiten, um sicher zu gehen, wirklich ungestört zu sein, und schon im nächsten Moment nahm ich ihrer Beine beide und legte sie mir über die rechte Schulter; aus dieser Stellung heraus sah ich, dass bei jedem meiner Stöße gegen Schenkel und Po, Unregelmäßigkeiten in ihrem Bindegewebe auftraten. Es gibt nichts schöneres, nichts erotischeres, dachte ich in dem Moment, denke ich noch heute, als die leise aufkommende, sich schüchtern ankündigende, zarte Cellulite einer jungen Frau.

Am Abend saß ich in der Küche und trank Tee und während ich so da saß, überlegte ich, dass mir Julia schon zu viel Gewicht abgenommen hatte. Eigentlich mag ich keine trainierten Frauen. Mit dem Fett verlieren sie auch ihre Weiblichkeit. Isso.
Grüße,

Heribert Polta
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Re: Im Kumhausener Forst

Beitragvon HERZallerliebst » 02.04.2015, 10:40

Hallo mein Lieber,

wie ich sehe bist du auch aus Niederbayern (ich wohne gar nicht so weit von Landshut entfernt - nämlich direkt an der Donau!). Ich hoffe, deine Behausung steht noch und wurde nicht vom Sturm hinweg gerafft?
Dein Text hat mich zunächst mal aufgrund seiner Thematik interessiert. Ein älterer Mann, eine jüngere Frau - die unterschiedlichen Gefühle. In diesem Fall, die eher männlichen. Nicht zuletzt, weil ich momentan in einer Beziehung zu einem deutlich älteren Mann lebe, kratzt mich sowas auf und fasziniert mich. Das zieht sich durch mein Leben, wie eine heiße Spur. Und weil mir der Text gefällt, möchte ich ihn mir mal zur Brust nehmen. Ich hoffe, ich bin dir nicht zu engstirnig und kleinkariert, aber ich mache mir gerne die Mühe, einen Text Satz für Satz zu durchdenken.

Heribertpolta hat geschrieben:Wir kannten uns vom Geschäft ihres Vaters her,


Das ist auf jeden Fall Umgangssprache (dialektgefärbt? ;) ) Es kommt nun drauf an, ob die Umgangssprache hier gewollt war, ob du den Text soziolektal färben wolltest, oder ob es nur ein flüchtiger Fehler ist. Ansonsten würde "Wir kannten uns durch das Geschäft ihres Vaters" vornehmer klingen.

aber nie wäre ich auf die Idee gekommen, Kontakt mit ihr aufzunehmen – viel zu jung erschien mir das Mädchen.


Der Satz ist gut, einleitend, treffsicher. Nur finde ich die Beschreibung "das Mädchen" hier überflüssig. "Viel zu jung erschien sie mir" wäre prägnanter, aber das ist nur eine persönliche Geschmackssache meinerseits. Ich mag eben prägnante Schlüsselsätze in Absätzen ;)

Dass wir uns beim Joggen trafen, war eher ein Zufall, wenn auch ein sehr schöner, zugegeben...


Da es hier eher ersichtlich ist, dass der Ich-Erzähler in seinem Sprachstil erzählt, also eher umgangssprachlich, könnte man das oben von mir beklagte auch gerne stehen lassen ;)

Wir sind uns an der Preisenberger Allee begegnet und ab diesem Zeitpunkt verabredeten wir uns regelmäßiger


Hier besser: "ab diesem Zeitpunkt verabredeten wir uns regelmäßig." Aussagekräftiger, standfester, männlicher :D

Wir joggten zunächst zweimal die Woche, dienstags und donnerstags; warum hier ';' ? Um zu verdeutlichen, dass sich die gemeinsame Zeit steigert? Oder wäre hier ein Komma auch ausreichend? dann kam noch der Freitag hinzu. Es ging zur Sackgasse Tannenstraße Komma hinaus über einen Feldweg Komma hinab ins Schlehental, vorbei an einem Birkenhein Richtung Norden nach Untergolding und in Untergolding selbst bogen wir von der Ortsstraße in den Ammerweg ab. Von dort aus führte die Strecke, vorbei an einem seichten Fischweiher, durch den Kumhausener Forst zurück auf die Preisenberger Allee Richtung zu Hause Achdorf.


Kleinvieh und so weiter... du weißt, was ich meine ;)

Es war der erste wirklich warme Tag im Mai des letzten Jahres. Die ganze Zeit über, also schon von der Preisenberger Allee weg, hatte sie damit begonnen, mich auf eine eigentümlich kätzische Art zu necken;


Der Ausdruck "kätzische Art" ist mir nicht geläufig, gefällt mir aber. Nur wird mir in diesem Kontext nicht ganz verständlich, was damit gemeint ist. Du erklärst es zwar im nächsten Absatz... aber ich bin mir nicht sicher, ob der Ausdruck hier wirklich passgenau ist.

sagte ich A, dann behauptete sie Z, hier kein Komma und wenn mir nach grün war, dann verlangte sie nach schwarz. Ständig, vor allem nachdem wir den Ortseingang Untergolding passierten, stichelte sie mich von schräg hinten her schräg hinten? Reicht nicht: "stichekte sie mich an"? an, verdrehte ihre Stimme beißend nach oben Der Ausdruck klingt auch irgendwie quer... "schlug mit ihrer Stimme eine beißende Tonlage an"? Obwohl "beißend" ja eher die geruchliche Komponente meint... "unangenehm", "schrill"? und machte Anspielungen bezüglich meines Alters. Sehr gut, haha, sehr naturgetreu!!! Zwei Jahrzehnte lagen zwischen uns; zwischen Julia und mir. Ist ihr Name für die Geschichte von Bedeutung? Wenn nicht, weil es sich hier um eine Kurzgeschichte handelt, dann würde ich ihn weglassen, der Einschub stört den Lesefluss, finde ich


Ach wie toll, wie erfrischend! Ich musste wirklich grinsen, weil ich dieses Gezanke doch so wunderbar genau kenne. Und besser hätte ich es nicht beschreiben können. Das Ansticheln der jungen Frau (gruselig, das hätte ich sein können!), das ständige Widersprechen, weil sie ihn mag, aber es selbst nicht ganz wahrhaben will oder zumindest nicht so offensichtlich. Wirklich köstliche Passage!

Seit wir den Ammerweg passiert hatten, wurde es ganz schlimm: sie lief um mich herum und feixte immerzu; dann sprang sie vor mich hin und wackelte kokett mit dem schönsten Arsch Landshuts.


Diese Passage passt nicht so gut in den Kontext. Hier kommt die junge Dame eher etwas 'billig' daher, furchtbar aufdringlich und das lustige Gezanke, das zuckerleichte, das du oben beschreibst, verliert hier seinen Charme.
Wenn es so gewollt war - okay. Ansonsten würde ich dieser Passage das 'Derbe' nehmen, es etwas legerer daherkommen lassen.

Sie sagte, dass ich ohnehin nicht nachkäme - ich sei zu alt, so sie "ich sei zu alt" - den Nachsatz kannst du weglassen ; also wechselte ich in einen gemächlich schneller werdenden Trab und blieb an ihr dran. Bis zum Fischweiher wollte ich sie eingeholt haben und spätestens am Kumhausener Forst, kein Komma sollte sie nur noch meinen kaum noch Wortwiederholung "nur noch" und "kaum noch", stört. vorhandenen Hintern sehen, Punkt so mein Plan.


Hier greifst du das Thema von oben nämlich wieder schön auf! Sie zieht ihn wegen des Alters auf, er lässt sich nur zu gern aufstacheln, der ganze Flirt wirkt irgendwie kindlich und doch kokett.

Schließlich hatte ich sie eingeholt und sie vertrug es nicht.


"Sie vertrug es nicht" ist eher wieder umgangssprachlich. Eleganter wäre: "Schließlich hatte ich sie eingeholt, was sie nicht auf sich sitzen lassen wollte" - oder so ähnlich.

Jetzt versuchte sie, kein Komma mich von der Straße zu drängen. Ich packte sie an Genick und Oberarm Das klingt aber wenig einfühlsam! , legte sie am Wegesrand in die Wiese und lief lachend weiter. Schon nach kurzer Zeit klebte sie wieder an mir dran umgangssprachlich. Besser: "klebte sie mir wieder an den Fersen" . Gemeine Sachen konnte sie kaum noch aussprechen, denn dafür fehlte ihr inzwischen der Atem, aber hin und wieder schubste sie mich und einmal blieb ich unvermittelt stehen, um sie auf meinen Rücken prallen zu lassen. Das klappte.

Mittlerweile waren wir im Waldstück angekommen. Sie sagte nichts mehr, lief mir nur noch nach. Dann nicht einmal mehr das, Punkt. Neuer Satz als ich das Rascheln und Scharren ihres Laufschritts auf der Erde nicht mehr hören konnte, blieb ich stehen und drehte mich um; sie stand mit verschränkten Armen an einem einen Baum gelehnt und sah bockig in die zum Wipfel. „Verloren“, sagte ich und sie antwortete „Alter Mann“. Dann sind wir gemeinsam ins Moos gesunken.


Der letzte Kommentar - köstlich, wirklich! Ihr angekratzter Stolz, der sie solche Sachen antworten lässt und er wird davon auch noch verführt. Super! :twisted:

Ihre Spucke schmeckte dick und süß;


Ihre Spucke? Was, wie? Also vornehm klingt ja anders :D Er wird ja wohl nicht ihre Spucke verköstigen, oder? Gut, man könnte drüber streiten, aber mir mag das jetzt nicht so gefallen.

sie hatte ihre Hände, ihre schönen weißen Hände, in meinen Haaren vergraben. Ganz nah sah ich sie vor mir, so nah wie nie zuvor, und ihr Atem fing sich in meinem Bart.
Ein zarter, weißer Flaum wuchs an den Haaransätzen und eine blonde Strähne zog sich zu ihrem Mund hin und blieb an ihren begehrlichen Lippen haften.


Schön beschrieben, wie sie sich näher kommen, ohne zu flach zu sein.

Die Grübchen in ihren Mundwinkeln, ihre hohen Wangenknochen, das runde Kinn, die Stupsnase, ihre lebhaften Augen, die etwas zu großen Schneidezähne... - all das erinnerte mich stets an die Gesichtszüge eines niedlichen Disney-Hasen, wenn sie in ihrer fröhlichen Albernheit neben mir herlief. Nun aber, leidenschaftlich seufzend, so hinreißend sich unter mir windend, mit ernster Hingabe im Blick und voller aufrichtiger Zärtlichkeit, meinte ich eine andere Julia in den Armen zu haben. Eine gereifte Julia.


Bewegt mich irgendwie. Obwohl ich den 'Disneyhasen' eher Fehl am Platz empfinde.
Aber ich kann ihre Gefühle nachvollziehen. Ich kann seine verstehen. Alles in allem - trifft mich.

Den Reißverschluss ihrer Trainingsjacke hatte ich ein ganzes Stück weit geöffnet und eine ihrer weißen Brüste ausgepackt; bei jedem Stoß schwamm sie hinauf bis zu ihrem Schlüsselbein und dann wieder zurück, fast bis zu ihrem weichen Bäuchlein hinab.
Ihren schönen, blonden Kopf hatte sie meist zur Seite gedreht und ihre Arme lagen weit ausgestreckt im Moos; manchmal aber schrie sie hell auf, packte meinen Schädel an den Schläfen, sah mir tief in die Augen und sagte ganz aufgeregt „Ja, so, fester, los“ und solche Dinge zu mir. Ich antwortete lediglich mit dem etwas behäbig gewordenen Gerammel eines Vierzigjährigen.


Och, du tust deinen Altersgenossen aber schon etwas Unrecht :twisted: Gerammel - also bitte. Aber ich stelle mir vor, was sie empfinden muss. Sie denkt womöglich: "O Gott, wie reif er doch ist, wie viel Lebenserfahrung hat, ich hatte nie so guten Sex! Ich muss ihm zeigen, wie erfahren ICH schon bin - das mag er sicher". Schön. Vor allen Dingen keine plumpen Beschreibungen, toll.

Später, nach einer gewissen Zeit des Schlängelns, des Stoßens, Schwitzens und Röchelns, entschieden wir, dass Julia ihre Trainings- und Unterhose komplett ausziehen solle sollte . Währenddessen wir diesen Wechsel vornahmen, sahen wir nach allen Seiten, um sicher zu gehen, wirklich ungestört zu sein, Kein Komma und schon im nächsten Moment nahm ich ihrer Beine beide "ihre beiden Beine" klingt hier besser und legte sie mir über die rechte Schulter; aus dieser Stellung heraus sah ich, dass bei jedem meiner Stöße gegen Schenkel und Po, Unregelmäßigkeiten in ihrem Bindegewebe auftraten. Es gibt nichts schöneres, nichts erotischeres, dachte ich in dem Moment, denke ich noch heute, als die leise aufkommende, sich schüchtern ankündigende, zarte Cellulite einer jungen Frau.


Also, dass der Protagonist junge Cellulite schön findet, finde ich als Frau naturgemäß etwas seltsam, passt aber zu ihm, passt zu dem, was ihn antreibt.

Am Abend saß ich in der Küche und trank Tee und während ich so da saß, überlegte ich, dass mir Julia schon zu viel Gewicht abgenommen hatte. Eigentlich mag ich keine trainierten Frauen. Mit dem Fett verlieren sie auch ihre Weiblichkeit. Isso.


Und dann - BUMM - Ende. Aus. Punkt. Das ging mir jetzt etwas zu schnell, zu abrupt. Okay, er merkt, dass sie vielleicht nicht mehr für ihn war, als das, was sie eben war - ein junges Mädchen, mit dem er Sex hatte. Und dass sich dahinter nicht viel mehr verbirgt. Vielleicht behauptet er das auch aus Eigenschutz, weil ihm die Sache zu heiß ist. Aber trotzdem ist mir das Ende zu kurz. Es steckt eine Botschaft dahinter, die aber verloren geht, dadurch, dass es so extrem abgehackt endet. Und das letzte 'Isso' würde ich mir ganz sparen.

Okay... alles in allem:
Mir hat es wirklich gut gefallen, ich finde mich an vielen Stellen selbst wieder, genauso das, was ich schon erlebt habe - aber ich bin damit ja auch "vertraut" (wenn man das in dem Kontext so sagen kann :D )
Ich mag den Protagonist gern leiden, das Mädel eher nicht. Sie kommt so naiv daher - was aber ja wohl gewollt ist. Das klingt aber so nach 'leichtem Mädchen' und gibt dem ganzen doch einen wenig vertrauenserweckenden Touch. Denn nur weil junge Mädchen mit älteren Herren schlafen sind sie nicht zwangsweise zeitgleich naiv und fremdbestimmt, wie es uns bekannte Medien oft vorgaukeln wollen.
Mir gefällt aber deine Sprachwahl, gefallen die wenigen Metaphern, die du aber gekonnt einsetzt, mir gefällt die Idee und auch die Umsetzung.

Danke für diesen kurzweiligen, humoristischen Text.

Ich wünsche dir schöne Ostertage,
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Re: Im Kumhausener Forst

Beitragvon Sasskia » 02.04.2015, 12:30

Guten Morgen!

Du hast dir mit diesem Text sicher viel Mühe gegeben, Heribertpolta.
Allerdings hab ich nicht den Eindruck, "Heribertpolta" zu lesen, da sich dein Stil verflixt eng an Thomas Mann anlehnt:

- Überlange Schachtelsätze, die konstruiert klingen
- Unmengen an Satzzeichen, womöglich mit Semikolon, Doppelpunkten und Gedankenstrichen kombiniert
- Bildhafte Sprache, die antiquiert erscheint

Das beginnt schon beim ersten Satz:

Wir kannten uns vom Geschäft ihres Vaters her, hatten uns also schon einige Male zuvor gesehen; aber nie wäre ich auf die Idee gekommen, Kontakt mit ihr aufzunehmen – viel zu jung erschien mir das Mädchen.


Sie kannten sich, also hatten sich schon einige Male gesehen. Was nun? Kennen oder nur gesehen?
Und seit wann spricht ein Vierzigjähriger nicht mehr mit einer Zwanzigjährigen?
Wäre sie minderjährig, okay, das könnte ich nachvollziehen; aber in dieser Konstellation wirkt es nur melodramatisch und unpassend.

Dass wir uns beim Joggen trafen, war eher ein Zufall, wenn auch ein sehr schöner, zugegeben...


Weshalb die vielen Punkte? Und was bedeutet: "Eher ein Zufall"? War es einer oder nicht?

Wir sind uns an der Preisenberger Allee begegnet und ab diesem Zeitpunkt verabredeten wir uns regelmäßiger; wofür ich ihr übrigens dankbar bin, denn ohne das Pflichtbewusstsein, das einer Verabredung übersteht, wäre ich nie wieder unter achtzig Kilo gekommen.


Du schreibst im Präteritum. Aus welchem Grund wechselt du jetzt die Zeit am Beginn des Satzes, um danach wieder im Präteritum weiterzuschreiben, um danach wieder die Zeit zu wechseln.
Nun, beim letzten Teil des "Monstersatzes" könnte der Zeitenwechsel bedeuten, du dankst ihr heute noch dafür.
Aber gerade in diesem Fall wäre es sinnvoller gewesen, das in einem eigenen Satz darzustellen, als einen "Zeitenmix" zu veranstalten.

... das Pflichtbewusstsein, das einer Verabredung übersteht, ... Was soll das bedeuten?
Übersteht es eine Verabredung, also dauert es an?
Steht es über der Verabredung? Als was?

Es ging zur Sackgasse Tannenstraße hinaus über einen Feldweg hinab ins Schlehental, vorbei an einem Birkenhein Richtung Norden nach Untergolding und in Untergolding selbst bogen wir von der Ortsstraße in den Ammerweg ab. Von dort aus führte die Strecke, vorbei an einem seichten Fischweiher, durch den Kumhausener Forst zurück auf die Preisenberger Allee Richtung zu Hause Achdorf.


Nachdem du im nächsten Absatz nochmals akribisch erklärst, wo was geschieht, ist diese Beschreibung obsolet.

Die ganze Zeit über, also schon von der Preisenberger Allee weg, hatte sie damit begonnen, mich auf eine eigentümlich kätzische Art zu necken; sagte ich A, dann behauptete sie Z, und wenn mir nach grün war, dann verlangte sie nach schwarz.


Wie kommst du darauf, dass dieses Verhalten eine eigentumlich kätzische Art zu necken wäre?
Ich hatte Katzen. Was du schilderst erinnert mich eher an bockige Kinder.
Wäre es eine eigentümlich kätzische Art, müsstest du sie nicht extra erklären, dann wüsste der Leser sofort, was du ausdrücken möchtest.

Ständig, vor allem nachdem wir den Ortseingang Untergolding passierten, stichelte sie mich von schräg hinten her an, verdrehte ihre Stimme beißend nach oben und machte Anspielungen bezüglich meines Alters.


Die ganze Zeit über, ständig, vor allem, also schon ....
Das klingt mühsam konstruiert und nicht nach der Leichtigkeit des Seins, den albernen Neckerein zwischen Menschen, die sich näherkommen. Der verzweifelt antiquiert (verzeih, aber das ist mein Eindruck) gehaltene Stil passt nicht zur Stimmung im jetzigen Jahrhundert.

.. stichelte sie mich von schräg hinten her an Wieso noch ein "her"? Woher und wohin denn sonst?
..verdrehte ihre Stimme beißend nach oben.. Das ist ... grauenhaft, verzeih mir.
Stimmen können sich überschlagen, aber verdrehen? Beißend nach oben?

Seit wir den Ammerweg passiert hatten, wurde es ganz schlimm:...


Seit ... wir passiert hatten. Sobald? Als? Nachdem?
Seit dient zur Angabe des Zeitpunktes, an dem ein noch anhaltender Zustand begonnen hat.
Ist dies hier der Fall?


Sie sagte, dass ich ohnehin nicht nachkäme - ich sei zu alt, so sie; also wechselte ich in einen gemächlich schneller werdenden Trab und blieb an ihr dran. Bis zum Fischweiher wollte ich sie eingeholt haben und spätestens am Kumhausener Forst, sollte sie nur noch meinen kaum noch vorhandenen Hintern sehen, so mein Plan.


Sie sagte doch bereits am Beginn des Satzes, weshalb das wiederholt anführen?
Zum gewählten Stil passt dann ich blieb an ihr dran allerdings nicht. ...konnte ich ihr Tempo halten, ... und ließ mich nicht abschütteln.

Die Kommasetzung nach Kumhausener Forst erschließt sich mir nicht.

Bis zum Fischweiher wollte ich sie eingeholt haben, und spätestens am Kumhausener Forst sollte sie nur noch meinen kaum noch vorhandenen Hintern sehen, so mein Plan.

Wobei "kaum noch vorhandenen" würde ich streichen. Dein Hintern kann nicht "kaum noch vorhanden" sein. Er ist da oder nicht. Er kann "kaum zu sehen" sein. Aber da ist er. Definitiv.

Schließlich hatte ich sie eingeholt und sie vertrug es nicht.


Kühne Behauptung. Wieso vertrug sie es nicht? Sie versuchte, dich von der Straße zu drängen ... wie?

Ich packte sie an Genick und Oberarm, legte sie am Wegesrand in die Wiese und lief lachend weiter.


:thinking:
Nicht einmal mit sehr viel Fantasie kann ich mir vorstellen, wie du das bewerktstelligen willst.

Schon nach kurzer Zeit klebte sie wieder an mir dran.


Wieder ein Stilbruch, siehe oben.

Gemeine Sachen konnte sie kaum noch aussprechen, denn dafür fehlte ihr inzwischen der Atem, aber hin und wieder schubste sie mich und einmal blieb ich unvermittelt stehen, um sie auf meinen Rücken prallen zu lassen. Das klappte.


Abgesehen davon, dass mir auch dieser Satz zu lang ist, liebe ich ihn :love:
Genau das will ich lesen!
Das bist du, dein Stil, dein Werk, dein Geist! Wie treffend: "Das klappte."

Mittlerweile waren wir im Waldstück angekommen. Sie sagte nichts mehr, lief mir nur noch nach. Dann nicht einmal mehr das, als ich das Rascheln und Scharren ihres Laufschritts auf der Erde nicht mehr hören konnte, blieb ich stehen und drehte mich um; sie stand mit verschränkten Armen an einem Baum gelehnt und sah bockig in die Wipfel. „Verloren“, sagte ich und sie antwortete „Alter Mann“. Dann sind wir gemeinsam ins Moos gesunken.


Das Wort "angekommen" impliziert für mich, dass ihr das Ziel erreicht habt. Das widerspricht allerdings der Schilderung der Laufstrecke, was noch ein Grund für deren Streichung wäre.
Mittlerweile hatten wir den Kumhausener Forst erreicht... oder liefen durch den Kumhausener Forst.

Die folgenden Sätze scheinen mir wie eine Mischung aus "Altertum" und "Postmoderne".
Sie sagte nichts mehr, lief mir nur noch nach .... Moderner Stil
Dann nicht einmal mehr das (hier würde ich einen Punkt vorziehen)
Als ich das Rascheln und Scharren ihres Laufschrittes auf der Erde nicht mehr hören .... Altertum

Entweder, du beschreibst ihren Laufschritt mit "ich konnte hinter mir kein Rascheln und Scharren mehr hören", oder du hörst die Schritte hinter dir nicht mehr. Beides ist zuviel!
Als Leser gehe ich davon aus, dass beim Joggen der Laufschritt die Erde berührt. Was denn sonst? Auch unnötig!
Wie sieht man bockig in die Wipfel? Da fehlt die Beschreibung.

Dann sind wir gemeinsam ins Moos gesunken.
Zuerst hab ich gelesen: Dann sind wir gemeinsam im Moor versunken.
Fand ich besser :XD:
Du schilderst eine Szene: Sie lehnt an einem Baum und schaut bockig in die Wipfel. Du sagst: "Verloren." Sie sagt: "Alter Mann." Wieso sinken sie gemeinsam ins Moos? Sind sie plötzlich umgefallen? Kein Blick, keine Annäherung, keine zögernden Berührungen? :roll:
Diese Szene hast du lieblos gestaltet.

Den nächsten Absatz hättest du ebenfalls "runder" formulieren können.
Woher sie ihre weißen Hände hat, wenn ihr doch drei Mal die Woche joggen geht, ist mir unklar.
Statt "begehrlicher" Lippen (veralteter Begriff) möchte ich "sinnliche" Lippen vorschlagen. Wobei auch hier eine Beschreibung "sinnlicher" gewesen wäre, als die schlichte Behauptung.

Dafür "sprudelt" der nächste Absatz vor Adjektiven förmlich über:

Die Grübchen in ihren Mundwinkeln, ihre hohen Wangenknochen, das runde Kinn, die Stupsnase, ihre lebhaften Augen, die etwas zu großen Schneidezähne... - all das erinnerte mich stets an die Gesichtszüge eines niedlichen Disney-Hasen, wenn sie in ihrer fröhlichen Albernheit neben mir herlief. Nun aber, leidenschaftlich seufzend, so hinreißend sich unter mir windend, mit ernster Hingabe im Blick und voller aufrichtiger Zärtlichkeit, meinte ich eine andere Julia in den Armen zu haben.


Es erinnert dich stets? Wieso stets? Es erinnert dich daran. Punkt.
Disney-Hasen sind niedlich. Das ist ihr Hauptjob. Das nochmals extra anzuführen ist nicht notwendig.
Fröhliche Albernheit - im Gegensatz zu? Traurige Albernheit?
Ernste Hingabe - im Gegensatz zu? Fröhliche Hingabe? Ist Hingabe nicht per se "ernst"?
Voller aufrichtiger Zärtlichkeit - das wird zur Satire, die sich selbst zerstört.

Den Reißverschluss ihrer Trainingsjacke hatte ich ein ganzes Stück weit geöffnet und eine ihrer weißen Brüste ausgepackt; bei jedem Stoß schwamm sie hinauf bis zu ihrem Schlüsselbein und dann wieder zurück, fast bis zu ihrem weichen Bäuchlein hinab.
Ihren schönen, blonden Kopf hatte sie meist zur Seite gedreht und ihre Arme lagen weit ausgestreckt im Moos; manchmal aber schrie sie hell auf, packte meinen Schädel an den Schläfen, sah mir tief in die Augen und sagte ganz aufgeregt „Ja, so, fester, los“ und solche Dinge zu mir. Ich antwortete lediglich mit dem etwas behäbig gewordenen Gerammel eines Vierzigjährigen.


Okay, Romantik ist nicht deine Stärke.
Die Beschreibung einer über den Körper schwimmenden Brust entbehrt für mich nicht einer gewisse Komik. In das Geschehen zieht es mich als Leser nicht, eher im Gegenteil.
Aber interessant ist doch, dass du es schaffst, bei jedem Stoß besagte Brust zwischen Schlüsselbein und Bauch schwimmen zu lassen, und dann antwortest du mit dem etwas behäbig gewordenen Gerammel eines Vierzigjährigen. Was jetzt? Stoßkraft oder Behäbigkeit?
Woher weißt du, wie Vierzigjährige im Allgemeinen "rammeln"?
Gibt es empirische Untersuchungen zu diesem Thema?


Vor allem für mich, galt es, zunächst keine Zeit zu verlieren; denn ich hatte zugegebenermaßen einige Bedenken gehabt, wie lange ich die Spannung hätte halten können; aber Julia kam mir entgegen, indem sie ihre Jogginghose bloß bis zu den Knien hinunter gezogen hatte und sich den Schlüpfer schnell und einfach aus dem Schritt zog, um mich schneller aufnehmen zu können.
Nach dem ersten Eindringen folgte ein schweigsames Lächeln beiderseits und dann ein zärtlicher Kuss.


Sollte dieser Absatz nicht vor der "Reißverschluss"-Attacke kommen?
Der erste Satz ist ein Monster. Die Satzstellung, Kommasetzung, Aneinanderreihung ... und die Schilderung an sich: Sehr seltsam!
"Vor allem für mich, galt es, zunächst keine Zeit zu verlieren;" Nicht nur "vor allem für dich", sondern explizit "für dich" galt es, keine Zeit zu verlieren. Was soll "zunächst" erklären?

"denn ich hatte zugegebenermaßen (was für ein Wort!) einige Bedenken gehabt, wie lange ich die Spannung hätte halten können"
Wieso hätte halten können? Das beschreibt doch einen völlig anderen Zustand, als du meinst!
ich hatte einige Bedenken gehabt, ob meine Erregung ausreichte ... "Spannung" find ich ... doof, sorry.
Julia kommt dir also entgegen, indem sie ihre Jogginghose bloß bis zu den Knien runter zieht.
Nun, das kommt jetzt ganz auf die Jogginghose an.
Nur bei alten, ausgeleierten Modellen würde dir das in dieser Situation wirklich "entgegenkommen".
Im Normalfall hast du jetzt definitiv ein Problem, weil ihre Knie zusammengepresst werden.
Aber, sie ist ja durchtrainiert und hält dagegen ... dann wird es anstrengend, wenn auch noch der Schlüpfer "schnell und einfach" aus dem Schritt gezogen wird.
Hast du da je ausprobiert? Es hat geklappt?
Ein schweigsames Lächeln und ein zärtlicher Kuss. Was ist ein schweigsames Lächeln? Wieso sollte der Kuss nicht zärtlich sein?

Später, nach einer gewissen Zeit des Schlängelns, des Stoßens, Schwitzens und Röchelns, entschieden wir, dass Julia Trainings- und Unterhose komplett ausziehen solle.


Wieso "später", wenn danach die endlose Aufzählung des Geschehens folgt?
Wieso "einer gewissen Zeit", wenn doch klar ist, dass das Schlängeln, Stoßen, Schwitzen und Röcheln Zeit braucht?
Und wenn Julia Trainings- und Unterhose ausziehen soll, was impliziert "komplett"?

Währenddessen wir diesen Wechsel vornahmen, sahen wir nach allen Seiten, um sicher zu gehen, wirklich ungestört zu sein, und schon im nächsten Moment nahm ich ihrer Beine beide und legte sie mir über die rechte Schulter; aus dieser Stellung heraus sah ich, dass bei jedem meiner Stöße gegen Schenkel und Po, Unregelmäßigkeiten in ihrem Bindegewebe auftraten.


Währenddessen, nach allen Seiten umsehen und schon im nächsten Moment ... funktioniert nicht.
Sie zieht sich aus, du kontrollierst die Umgebung, das funktioniert.
Damit wäre auch der "Wechsel" hinfällig, was immer du damit meinst. Sich ausziehen ist doch kein Wechsel.
Sie bleibt ja auch am Boden liegen, wobei, wenn du ihrer Beine, beide (!), nimmt, wozu dann ausziehen?
Verzeih, aber der Ausdruck, ihrer Beine, beide ... :thinking:

Am Abend saß ich in der Küche und trank Tee und während ich so da saß, überlegte ich, dass mir Julia schon zu viel Gewicht abgenommen hatte. Eigentlich mag ich keine trainierten Frauen. Mit dem Fett verlieren sie auch ihre Weiblichkeit. Isso.


Schönheit und Erotik liegen im Auge des Betrachters. Das ist nicht zu kommentieren.
Allerdings kann ich mit mehr oder weniger Fett weder an Weiblichkeit verlieren noch gewinnen.
Weiblichkeit umfasst kulturell und gesellschaftlich der Frau zugeschriebene Eigenschaften.
Verlierst du deine Männlichkeit, wenn du abnimmst?
Isso ... welch kreative Wortschöpfung, die jedoch verneint werden muss. Nein, das ist definitiv nicht so, weil, wie oben erklärt, schier unmöglich!

Fazit:

Dieser Text scheint mir gekünstelt, hochstilisiert und aufgeblasen.
Anstatt auf einen Spannungsbogen zu achten, verlierst du dich in verschachtelten Sätzen.
Was willst du damit erreichen? In welche Stimmung soll der Leser gebracht werden? Was willst du wirklich vermitteln?
Bis zu der Stelle, wo du sie auf deinen Rücken prallen lässt, war es zumindest für mich noch unterhaltsam.
Danach stürzt du meiner Meinung nach ab.
Du bedienst Klischees, ohne zu beschreiben, weshalb es so sein soll, sondern stellst einfach eine Behauptung auf. (Altersunterschied, das Gerammel eines Vierzigjährigen aber stark wie Superman ... etc.)
Von deinen Gefühlen erfährt der Leser nur, dass du Angst hast, die Spannung nicht halten zu können.
Das ist mir insgesamt zu oberflächlich, klischeehaft und ohne Seele geschrieben.
Du hast viel mehr zu bieten, davon bin ich überzeugt.

Liebe Grüße aus Wien

Sasskia :girl:
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Re: Im Kumhausener Forst

Beitragvon DrJones » 20.04.2015, 19:06

Hallo Heribert,

Ich hatte Deinen neuesten Beitrag schon gestern gelesen und konnte es jetzt kaum erwarten,
diesen heute zu kommentieren. Die Geschichte hat bei mir so richtig nachgepuckert!


Heribertpolta hat geschrieben:Wir kannten uns vom Geschäft ihres Vaters her, hatten uns also schon einige Male zuvor gesehen; aber nie wäre ich auf die Idee gekommen, Kontakt mit ihr aufzunehmen – viel zu jung erschien mir das Mädchen.

Das sagt mir: Er ist schon älter... Auch eine erotische Komponente wird vorausgedeutet.

Dass wir uns beim Joggen trafen, war eher ein Zufall, wenn auch ein sehr schöner, zugegeben...

Hier frage ich mich: Wem erzählt er das eigentlich? Es liegt am "zugegeben".


Wir sind uns an der Preisenberger Allee begegnet

Was geschah dort? Was ist dort?

und ab diesem Zeitpunkt verabredeten wir uns regelmäßiger; wofür ich ihr übrigens dankbar bin, denn ohne das Pflichtbewusstsein, das einer Verabredung übersteht, wäre ich nie wieder unter achtzig Kilo gekommen.

Wir joggten zunächst zweimal die Woche, dienstags und donnerstags; dann kam noch der Freitag hinzu. Es ging zur Sackgasse Tannenstraße hinaus über einen Feldweg hinab ins Schlehental, vorbei an einem Birkenhein Richtung Norden nach Untergolding und in Untergolding selbst bogen wir von der Ortsstraße in den Ammerweg ab. Von dort aus führte die Strecke, vorbei an einem seichten Fischweiher, durch den Kumhausener Forst zurück auf die Preisenberger Allee Richtung zu Hause Achdorf.

Eine sehr genaue Beschreibung des Weges. Für die Geschichte an sich irrelevant. Es hilft mir aber,
an die Story zu glauben, und es zeichnet den Ich-Erzähler als einen sehr genauen Menschen.
Nett...
:D

Es war der erste wirklich warme Tag im Mai des letzten Jahres.

Oh, oh, der warme Mai ... eine erotische Vorausdeutung. Ich beuge mich gespannt vor!

Die ganze Zeit über, also schon von der Preisenberger Allee weg, hatte sie damit begonnen, mich auf eine eigentümlich kätzische Art zu necken;

"kätzisch" Nice! :lol:

sagte ich A, dann behauptete sie Z, und wenn mir nach grün war, dann verlangte sie nach schwarz. Ständig, vor allem nachdem wir den Ortseingang Untergolding passierten, stichelte sie mich von schräg hinten her an, verdrehte ihre Stimme beißend


Passt zur Katze. Eine kleine Raubkatze also...


nach oben und machte Anspielungen bezüglich meines Alters. Zwei Jahrzehnte lagen zwischen uns; zwischen Julia und mir.

Das ist ein großer Altersunterschied. Was ist er für ein Typ, dass er eine so junge Freundin hat?

Seit wir den Ammerweg passiert hatten, wurde es ganz schlimm: sie lief um mich herum und feixte immerzu; dann sprang sie vor mich hin und wackelte kokett mit dem schönsten Arsch Landshuts.
Sie sagte, dass ich ohnehin nicht nachkäme - ich sei zu alt, so sie; also wechselte ich in einen gemächlich schneller werdenden Trab und blieb an ihr dran. Bis zum Fischweiher wollte ich sie eingeholt haben und spätestens am Kumhausener Forst, sollte sie nur noch meinen kaum noch vorhandenen Hintern sehen, so mein Plan.

Sie spielen eine Art Fangspiel. Ich sehe das hier schon als Vorspiel. Erotikfaktor steigt.


Schließlich hatte ich sie eingeholt und sie vertrug es nicht. Jetzt versuchte sie, mich von der Straße zu drängen. Ich packte sie an Genick und Oberarm, legte sie am Wegesrand in die Wiese und lief lachend weiter.

Jetzt neckt er sie. Er überrascht sie mit Fitness, zeigt: Ich bin noch potent!
Alles gut, alles stimmig!


Schon nach kurzer Zeit klebte sie wieder an mir dran. Gemeine Sachen konnte sie kaum noch aussprechen, denn dafür fehlte ihr inzwischen der Atem, aber hin und wieder schubste sie mich und einmal blieb ich unvermittelt stehen, um sie auf meinen Rücken prallen zu lassen. Das klappte.

Seltsam: "das klappte"? :o

Mittlerweile waren wir im Waldstück angekommen. Sie sagte nichts mehr, lief mir nur noch nach. Dann nicht einmal mehr das, als ich das Rascheln und Scharren ihres Laufschritts auf der Erde nicht mehr hören konnte, blieb ich stehen und drehte mich um; sie stand mit verschränkten Armen an einem Baum gelehnt und sah bockig in die Wipfel.

Bockig... Du zeichnest sie hier als ein sehr junges Mädchen - noch keine Frau, noch nicht erwachsen.
Das passt zur Beschreibung, dass sie ihn zuvor, wie ein Mädchen es vielleicht tut, neckte.
Sie spielt unschuldig.


„Verloren!“, sagte ich und sie antwortete „Alter Mann“. Dann sind wir gemeinsam ins Moos gesunken.

Jetzt geht's los! Die Spannung steigt.

Ihre Spucke schmeckte dick und süß; sie hatte ihre Hände, ihre schönen weißen Hände, in meinen Haaren vergraben. Ganz nah sah ich sie vor mir, so nah wie nie zuvor, und ihr Atem fing sich in meinem Bart.
Ein zarter, weißer Flaum wuchs an den Haaransätzen und eine blonde Strähne zog sich zu ihrem Mund hin und blieb an ihren begehrlichen Lippen haften.

Was für schöne, neue Bilder! Du erzeugst hier einen ungemeinen Sog, ein romantic interest!
Finde ich ausgesprochen gut gelungen diese Passage!
:lol: :lol:

Die Grübchen in ihren Mundwinkeln, ihre hohen Wangenknochen, das runde Kinn, die Stupsnase, ihre lebhaften Augen, die etwas zu großen Schneidezähne... - all das erinnerte mich stets an die Gesichtszüge eines niedlichen Disney-Hasen, wenn sie in ihrer fröhlichen Albernheit neben mir herlief.

Ich sehe ein sehr junges Mädchen, wie Du es hier beschreibst. Noch keine richtige Frau.
niedlichen Disney-Hasen ... Sieht er sie als Spielzeug für seine Gelüste?


Nun aber, leidenschaftlich seufzend, so hinreißend sich unter mir windend, mit ernster Hingabe im Blick und voller aufrichtiger Zärtlichkeit, meinte ich eine andere Julia in den Armen zu haben. Eine gereifte Julia.

Das meinte ich: Sie wird hier nun für ihn zur Frau. Eine Verwandlung.

Den Reißverschluss ihrer Trainingsjacke hatte ich ein ganzes Stück weit geöffnet und eine ihrer weißen Brüste ausgepackt; bei jedem Stoß schwamm sie hinauf bis zu ihrem Schlüsselbein und dann wieder zurück, fast bis zu ihrem weichen Bäuchlein hinab.

Das geht mir hier ein wenig zu schnell. Zu sprunghaft?

Ihren schönen, blonden Kopf hatte sie meist zur Seite gedreht und ihre Arme lagen weit ausgestreckt im Moos; manchmal aber schrie sie hell auf, packte meinen Schädel an den Schläfen, sah mir tief in die Augen und sagte ganz aufgeregt „Ja, so, fester, los“ und solche Dinge zu mir. Ich antwortete lediglich mit dem etwas behäbig gewordenen Gerammel eines Vierzigjährigen.

Du kontrastierst sehr schön die sinnlichen Beschreibungen mit Vulgärem. :D

Vor allem für mich, galt es, zunächst keine Zeit zu verlieren; denn ich hatte zugegebenermaßen

Hier verwirrt mich das Wort zugegebenermaßen. Vor wem rechtfertigt er sich? Wo ist er
gerade? Warum schrieb er das auf?


einige Bedenken gehabt, wie lange ich die Spannung hätte halten können; aber Julia kam mir entgegen, indem sie ihre Jogginghose bloß bis zu den Knien hinunter gezogen hatte und sich den Schlüpfer schnell und einfach aus dem Schritt zog, um mich schneller aufnehmen zu können.

Ist es so für ihn unerotischer, so dass er länger aushalten kann?


Nach dem ersten Eindringen folgte ein schweigsames Lächeln beiderseits und dann ein zärtlicher Kuss.

Jetzt wird plötzlich auf das erste Eindringen zurückgegangen. Er war zuvor aber schon beim Rammeln.
Die zeitliche Reihenfolge bekomme ich nicht ganz auf die Reihe...


Später, nach einer gewissen Zeit des Schlängelns, des Stoßens, Schwitzens und Röchelns, entschieden wir, dass Julia Trainings- und Unterhose komplett ausziehen solle. Währenddessen wir diesen Wechsel vornahmen, sahen wir nach allen Seiten,

Es klingt so nach Polizistenjargon... Warum spricht er so darüber?

um sicher zu gehen, wirklich ungestört zu sein, und schon im nächsten Moment nahm ich ihrer Beine beide und legte sie mir über die rechte Schulter; aus dieser Stellung heraus sah ich, dass bei jedem meiner Stöße gegen Schenkel und Po, Unregelmäßigkeiten in ihrem Bindegewebe auftraten. Es gibt nichts schöneres, nichts erotischeres, dachte ich in dem Moment, denke ich noch heute, als die leise aufkommende, sich schüchtern ankündigende, zarte Cellulite einer jungen Frau.

Wieder ganz großes Kino hier, wie Du meine Erwartung gegen diese Betonmauer knallen lässt! :lol: :lol: :D

Am Abend saß ich in der Küche und trank Tee und während ich so da saß, überlegte ich, dass mir Julia schon zu viel Gewicht abgenommen hatte.

Das verstehe ich nicht.

Eigentlich mag ich keine trainierten Frauen. Mit dem Fett verlieren sie auch ihre Weiblichkeit. Isso.

Da bin ich etwas verwirrt am Ende. Verstehe nicht, wie er's meint.


Wieder ein interessanter Text, der auch gut in der Kategorie "Nachdenklich" aufgehoben gewesen wäre. Die Charaktere sind gut gezeichnet. Bei ihm wird man teilweise etwas im Dunkeln gelassen. Ist aber okay für diesen kurzen Schnappschuss.

Einen fröhlichen Gruß,

DrJones
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Re: Im Kumhausener Forst

Beitragvon Heribertpolta » 07.05.2015, 13:54

Hallo Herzallerliebst,

zunächst mal vielen Dank für deinen Kommentar.

wie ich sehe bist du auch aus Niederbayern (ich wohne gar nicht so weit von Landshut entfernt - nämlich direkt an der Donau!). Ich hoffe, deine Behausung steht noch und wurde nicht vom Sturm hinweg gerafft?


Nein, nein, nicht ganz; aber das Gewächshaus unseres Nachbarn hat es uns in Einzelheiten auf den Balkon geweht.
Ich selbst habe diese Situation mit einer bedeutend jüngeren Frau noch nicht erlebt; habe alles nur zusammengesponnen. Aber es wäre bestimmt ein besserer Text geworden, wenn ich vorher mit jemandem wie dir geredet hätte. Denn das hier ist nur ein Märchen.

Der Ausdruck "kätzische Art" ist mir nicht geläufig, gefällt mir aber. Nur wird mir in diesem Kontext nicht ganz verständlich, was damit gemeint ist. Du erklärst es zwar im nächsten Absatz... aber ich bin mir nicht sicher, ob der Ausdruck hier wirklich passgenau ist.


Ich habe den Ausdruck schon einmal gehört. Im ZUsammenhang aus dieser Mischung aus gestreichelt werden wollen und abweisend sein. Eine Spielart des Mädchens also.

Der Ausdruck klingt auch irgendwie quer... "schlug mit ihrer Stimme eine beißende Tonlage an"?


Diese Sache ist sehr schwer zu beschreiben. Es gibt Frauen, die auch eher aus einer bestimmten Altersklasse, zum Beispiel aus deiner, die sich in ihrer Art zu sprechen besonders hervortuen. Sie kommen in der Regel aus München oder Hamburg und liegen eher eine Tonlage über dem Durchschnitt, während erdigere Damen vom Lande lieber mit gemeiner Zunge reden. Weißt du, was ich meine?

Ihre Spucke? Was, wie? Also vornehm klingt ja anders :D Er wird ja wohl nicht ihre Spucke verköstigen, oder? Gut, man könnte drüber streiten, aber mir mag das jetzt nicht so gefallen.



Ich habe das letztens in einem Roman gelesen. Man hat doch Spucke im Mund, oder?

Also, ich finde, dass du in Bezug auf die Kommas meistens recht hast. Letztens ist mir im Forum gesagt worden, dass ich mit meinem Text selbst zu hart ins Gericht gehe; aber hier muss ich es leider wieder tun:
Ich habe den Text gern geschrieben und ich wollte einen solchen schreiben. Jetzt aber im Nachhinein, finde ich ihn schlimm, weil er so machoartig klingt. Aber er war wichtig.

Danke für deinen aufwendigen Kommentar!

Hallo Sasskia!

Deinen Kommentar empfinde ich als einzigen Verriss. Mehr nicht.

Nun, beim letzten Teil des "Monstersatzes" ...


Was für einen Monstersatz? In diesem Text gibt es keinen. Ich glaube, du hast noch nie einen Monstersatzgesehen.

Trotzdem danke.

Hello, DrJones,

danke auch dir für deinen Kommentar; du bist ja in der Zwischenzeit soetwas wie ein ständiger Begleiter für mich geworden!

Wieder ein interessanter Text, der auch gut in der Kategorie "Nachdenklich" aufgehoben gewesen wäre. Die Charaktere sind gut gezeichnet. Bei ihm wird man teilweise etwas im Dunkeln gelassen. Ist aber okay für diesen kurzen Schnappschuss.


Ja, es ist ein Kreuz damit! Ich stelle alle Texte falsch ein. Ich glaube mir ist die Auswahl an Kategorien einfach zu groß :D
Grüße,

Heribert Polta
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