[SciFi]Immortal Kurzgeschichten - 1/9 der Vorgeschichte

[SciFi]Immortal Kurzgeschichten - 1/9 der Vorgeschichte

Beitragvon agony2012 » 25.11.2014, 20:58

Hey ihr netten Menschen ich möchte euch gern mein erstes Werk seit zehn Jahren präsentieren und bitte um eure Meinungen. Da ich hart an der Grenze hochladen möchte um zumindest ein halbes Kapitel der Vorgeschichte präsentieren zu können sage ich an dieser Stelle einfach nur, viel Spaß und ich hoffe ihr findet reichlich zu verbessern. Der Anfang den ihr lest ist dazu gedacht Spannung aufzubauen, die SciFi Elemente kommen ab ca. 3/9 hinzu.
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Vorgeschichte

Immortal - 1. Unsicherheit

„Während Herz und Verstand sich streiten, steht der Instinkt lässig grinsend in der Ecke und weiß als einziger bescheid.“
- Autor Unbekannt

Deutschland 01. November 2020 - Thüringen - Hummelshain nahe Jena:

Schon wieder dunkel. Als Maximian die Einrichtung verließ und in seinen unscheinbaren Wagen stieg war es bereits 21:30 Uhr. Er hatte seit einem Monat nur an den Sonntagen das Tageslicht gesehen. Zuerst hatte er beobachtet, wie die Blätter von einer Tagsüber grünen Färbung zu einer in der Dämmerung gelben und roten gewechselt waren. Nun fielen Sie, durch die Dunkelheit grau geworden, von den Bäumen auf den teils schlammig gewordenen Waldweg. Er fuhr langsam bis zur Hauptstraße hinunter und achtete darauf, dass der Motor nicht zu laut wurde. Niemand sollte seinen Wagen entdecken. Nicht das es weiter schwer gewesen wäre unbemerkt zu bleiben, aber Vorsicht war gerade auf seinem Gebiet immer angeraten. Hummelshain war ein kleiner Ort. Er zählte unter tausend Einwohner. Die Bürgersteige wurden hier um halb acht, spätestens neun, buchstäblich „hochgeklappt“. Es ähnelte einer Sperrstunde und Hummelshain fast einer Geisterstadt. So war er in den letzten sechs Jahren auf dem Arbeitsweg unentdeckt geblieben, glaubte er.

Es wurde zehn Uhr, bis Maximian in gemächlicher Fahrt zuhause ankam. Er war müde, aber das Projekt seiner Arbeitsgruppe ging langsam in die Finale Phase über, was ihn milde gegenüber dem Verzicht auf Privatleben stimmte, den er dafür übte. Er und seine Mitarbeiter leisteten in seinen Augen großartige Forschungsarbeit. Sie waren in gewisser Weise die Vorreiter der ganzen Menschheit in einem sehr jungen und höchst umstrittenen Forschungsgebiet. Zudem fuhr er nicht gern nach Hause. Nicht mehr seit er wieder geheiratet hatte!

Von außen sah das kleine, in die Jahre gekommene Haus immer noch aus wie das behagliche Nest, dass er vor Jahren mit seiner Frau Joyce gekauft und renoviert hatte. Aber dann schlug das Schicksal brutal auf sein Leben ein. Er hatte natürlich gewusst, dass eine erhöhte Gefahr bestand, jedoch nicht geglaubt, dass es gerade ihm und seiner Familie passieren würde. Joyce wurde umgebracht. Kaltblütig an einem Freitag Nachmittag, an dem Sie mit ihren Freundinnen in einer Kurklinik verweilte, ermordet. Er hatte ihr den Aufenthalt damals geschenkt. Ein tödliches Geschenk wie sich herausstellte. Er machte sich auch jetzt noch, zwei Jahre später, Vorwürfe deswegen. Sie wurde von Unbekannten, wahrscheinlich irgendwelchen Fanatikern, ermordet. Er vermutete inzwischen, dass man Informationen über sein Arbeitsverhältnis sammeln wollte. Als ihnen Joyce dann nichts verraten konnte schnitten Sie ihr die Kehle durch. Man fand Sie Stunden später an der Massageliege mit dem Kopf nach unten gerichtet. Sie wirkte wie schlafend auf den Fotos die Maximian später zu Gesicht bekam. Er wollte Sie so in Erinnerung behalten, nicht mit dem schrecklich aufgeschlitzten Kehlkopf, welcher ein schnelles Ausbluten gepaart mit Erstickungserscheinungen verursacht hatte. Ihr war lediglich vage bekannt gewesen, wo die Einrichtung lag, in der Maximian arbeitete.
Woran er arbeitete wusste Sie nicht. Dieses Geheimnis kannten nur seine Mitarbeiter und ein paar Kollegen in der Zentrale, die über die entsprechenden Freigaben verfügten.

Die Nachricht erreichte ihn damals abends, als er nach Hause kam und ihn nicht seine Frau und sein Sohn in die Arme schlossen. Ein Polizist saß in einem Wagen vor der Einfahrt und empfing ihn. Er eröffnete Maximian die schockierende Nachricht, konnte ihm aber nur die Umstände der Tat und kein Motiv nennen. Nachdem er sich einigermaßen gefasst hatte erzählte der Polizist, dass sein Sohn noch in der nahen Tagesbetreuung abzuholen sei. Dann gab er ihm noch den Rat mit, sich psychologisch betreuen zu lassen. Maximian musste angeben wo er an jenem Tag gewesen war. Das führte zu umständlichen Ausflüchten und einem mehr schlecht als recht zusammengezimmerten Lügenkonstrukt durch seinen Arbeitgeber und einige Kollegen mit denen er bis zum frühen Abend gearbeitet hatte, da alle, so wie er auch, seit Jahren offiziell in Jena angestellt waren. Auf dem Weg zur Tagesbetreuung war er wie paralysiert und funktionierte einfach nur noch. Die Erzieherin hatte extra länger gearbeitet, als Sie gehört hatte, dass Joyce Nate nicht abholen konnte. Er bedankte sich sehr emotional bei ihr, woraufhin Sie sagte: „Es ist okay, kümmern Sie sich um ihren Jungen.“.

Für Nate brach damals genau wie für Maximian eine Welt zusammen. Bis zu diesem Zeitpunkt wusste er bis nicht wirklich, wie sehr Joyce einen Ausgleich und eine Stütze in seinem Leben dargestellt hatte. Denn Maximian lebte, zumindest in der Öffentlichkeit, eine Lüge. Joyce deckte seine Arbeit indem Sie jedem erzählte er arbeite in der Forschung. Das war so auch gar nicht verkehrt. „Er ist sehr versiert in der
Erforschung von neuen Grippe Impfstoffen“, erzählte Sie jedem, der es hören wollte. Dank seiner wirklichen Profession, der Genetik und Zellforschung, konnte er auch jedem weismachen, dass dies wirklich so wäre. Das Interesse innerhalb der kleinen Dorfgemeinschaft wo und was Maximian arbeite erlosch so recht schnell, nachdem Sie nach Hummelshain gezogen waren.

Als er Abends allein im großen weichen Bett lag, dachte er zum ersten mal ernsthaft darüber nach, seinen Beruf an den Nagel zu hängen. Er wollte einfach nur noch weg raus aus der Gefahr! Mit Nate irgendwohin ziehen um ihn in Sicherheit zu bringen. Ein ruhiges Leben abseits der Aufmerksamkeit von gefährlichen Menschen wie solchen die seine Frau getötet hatten. Maximian wurde jedoch schnell klar, dass es dazu bereits viel zu spät war. „Ich habe angefangen einen Weg zu beschreiten bei dem es kein zurück gibt!“, dachte er.

Zeit zog ins Land und nichts passierte. Bis zu diesem Abend!
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vlg. Agony

PS an die Mods: Habe meine 2 Beiträge für andere bereits verfasst, diese wurden nur noch nicht frei geschaltet :wink: hoffe mal das ist jetzt trotzdem okay schon selbst ein Thema zu eröffnen.
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Re: Immortal Kurzgeschichten - 1/9 der Vorgeschichte

Beitragvon Arnulf » 26.11.2014, 16:04

Hallo agony2012,

habe mir deine Vorgeschichte nun einige Male durchgelesen. Sie liest sich nicht besonders flüssig, aber sie soll ja auch kein Groschenroman werden, oder? :wink:

Einige Szenen und der eine oder andere Schreibfehler sind mir dabei aufgefallen die ich jetzt näher erörtern möchte (ohne Gewähr auf Vollständigkeit - ich will den anderen "Kollegen" ja auch noch Futter lassen :) ).

Zunächst der Name des Protagonisten. Er klingt ungewöhnlich für unsere deutschen Ohren. Natürlich klingt "Robert" in einer Si-Fi-Geschichte nicht prickelnd, und Max oder Maximilian vielleicht auch zu banal, aber wenn man "Maximian" jedes Mal richtig liest (und nicht überfliegt, wie es oft bei komplizierten Namen geschieht), gerät der Lesefluss durch die Betonung des 1. "i" ins Stocken.

"Zuerst hatte er beobachtet, wie die Blätter von einer Tagsüber grünen Färbung zu einer in der Dämmerung gelben und roten gewechselt waren. Nun fielen Sie, durch die Dunkelheit grau geworden,..."

Besser ...In dieser Zeit änderten sich die Blätter hin zu herbstlichen Farben. Jetzt in der Dunkelheit aber waren sie alle nur grau und fielen....

...dass der Motor nicht zu laut wurde...

Besser ...dass er den Motor nicht zu hoch drehte.

...Nicht das es weiter schwer gewesen wäre unbemerkt zu bleiben, aber Vorsicht war gerade auf seinem Gebiet immer angeraten.

Mit dem Vermerk "...gerade auf seinem Gebiet...." hab ich so mein Problem. Ist mir zu wischiwaschi. Auch die Struktur des Abschnittes erscheint mir etwas unglücklich. Wie wäre es mit ...Niemand sollte seinen Wagen entdecken. Hummelshain war ein kleiner Ort. Er zählte unter tausend Einwohner. Es wäre weiter nicht schwer unbemerkt zu bleiben, aber Vorsicht war geboten, gerade was seine speziellen Aufgaben betraf...

Anschließend weiter mit: Die Bürgersteige in Hummelhain wurden um um halb acht, spätestens um neun Uhr hochgeklappt" (das "buchstäblich" würde ich weglassen, da es ein reales Vorgehen beschreibt. Das ist es ja wohl sicher nicht :wink:

Das nächste klingt irgendwie völlig fehl am Platz: ...die Vorreiter der ganzen Menschheit
Vorschlag meinerseits: ..."die Wegbereiter einer neuen Zivilisation"...

Dieses Nicht mehr seit er wieder geheiratet hatte! bedarf einer näheren Erklärung, z.B. "In den letzten Jahren hatte sich zu viel verändert".

...das Schicksal brutal auf sein Leben ein... Ähm, das "brutal" ist unpassend. Ich schlage hier ein etwas weicheres "erbarmungslos" vor.

Bei "Joyce wurde umgebracht." ist es im Sprachgebrauch besser wenn du "ermordet" schreibst.

Im darauf folgenden Satz ist das "ermordet" dann zu viel.

Hm, dieses ...wahrscheinlich irgendwelchen Fanatikern. ist zu allgemein und lustlos dahingeschrieben. Vielleicht besser: Obwohl die Täter unbekannt blieben war er sich sicher, dass dahinter eine fanatische Gruppe steckte.

Weiter im Text ist ...Informationen über sein Arbeitsverhältnis sammeln wollte. nicht die richtige Umschreibung für die Aussage, da es sich ja nicht um das Arbeitsverhältnis, also die vertraglichen Angelegenheiten sondern um das Aufgabengebiet handelt. Da wäre besser ...Informationen über seine Forschungsarbeit sammeln wollte.

Ach so, noch eins - "Sie" in diesem Text ist zu 99% falsch geschrieben, da es nicht für die Anrede sondern als Personalpronomen, 3. Person, weiblich steht. (uih, das musste ich glatt googeln :oops: ) Also klein schreiben!

Man fand Sie sie Stunden später an der Massageliege mit dem Kopf nach unten gerichtet. Sie wirkte wie schlafend auf den Fotos... Hm, sicher "auf" der Liege, wenn Kopf nach unten. Leider schreibst du nichts von der Lage (Rücken oder Brust). Jedenfalls hängt der Kopf dann sicher daneben - so schläft man nicht. Schlafend meint ins Antlitz blickend. Wenn in Rückenlage, dann erst recht nicht wie schlafend, da der Schnitt zu sehen sein dürfte!

Dann weiter: ...welcher ein schnelles Ausbluten gepaart mit Erstickungserscheinungen verursacht hatte... Ähm, diese Info betrachte ich als unnötig. Soll wohl für eine düstere Dramatik sorgen, tut es aber nicht. Es klingt unpassend. Lass das bitte weg!

Im nächsten Abschnitt dann: ...und ihn nicht seine Frau und sein Sohn in die Arme schlossen. Zum einen klingt es sehr gestelzt, zum anderen - Ehe und Familie exisitieren wohl schon seit ein paar Jahren (oder auch länger). Da ist es eher unwahrscheinlich, dass die Begrüßung täglich so herzlich ausfällt, oder? Aber wenn du etwas heimeliges reinbringen möchtest vielleicht eher sowas wie ...Entgegen aller Gewohnheit wurde er von seiner Familie nicht begrüßt.

Im übernächsten Satz dann: Er eröffnete Maximian die schockierende Nachricht,... - "eröffnen" ist hier nicht angebracht, besser vllt.: Mit dem trainierten Einfühlungsvermögen überbrachte er schonend die Nachricht.

Dann gab er ihm noch den Rat mit, sich psychologisch betreuen zu lassen. Der Satz klingt ziemlich beiläufig. Du solltest ihm etwas mehr Gewicht geben, wie z.B.: Wie in solchen Fällen üblich, riet ihm der Polizist zu einer psychologischen Betreuung.

Hinter dem "Lügenkonstrukt" solltest du einen neuen Satz beginnen. Der Satz ist definitv zu lang.
Ich schlage hier vor: Sein Arbeitgeber und einige Kollegen, mit denen er bis zum frühen Abend gearbeitet hatte, waren offiziell seit Jahren in einer unauffälligen Firma in Jena angestellt.

Statt "paralysiert" im nächsten Satz fände ich ein "gelähmt" oder "erstarrt" besser. Nicht jeder kann mit diesem Fremdwort was anfangen :wink:

Er bedankte sich sehr emotional bei ihr..., fällt einem Forscher wohl eher schwer, da meist Kopfmensch zu 100%. Also weglassen oder kühler beschreiben.

Die Erzieherin macht in ihrer Aussage den Eindruck als wüsste sie Bescheid. "Es ist okay, kümmern Sie sich um ihren Jungen." Das kommt dann doch etwas holprig. Vielleicht schreibst du noch einen Satz zur Erklärung. Woher weiß sie was?

Für Nate brach damals genau wie für Maximian eine Welt zusammen. Ich habe selbst Kinder und weiß, dass für Kinder so ein Schicksal bedeutend schlimmer ist! Also bringe noch etwas mehr tragig dahinein.

Im nächsten Satz ist ein "bis" zuviel und zwar vor "nicht wirklich".

Weiter im Text: ...Stütze in seinem Leben dargestellt hatte. "dargestellt" ist in diesem Zusammenhang unpassend, zu gestelzt. Besser ist hier aus meiner Sicht ein einfaches "war".

Kommen wir zum letzten Abschnitt. Dort klingt es ... im großen weichen Bett.. für die Situation in welcher der Prota ist zu heimelig und romantisch. Vielleicht umschreibst du es so ...im jetzt viel zu groß erscheinenden Doppelbett... besser.

Dieses ...Leben abseits der Aufmerksamkeit von gefährlichen Menschen wie solchen die seine Frau getötet hatten.. ist sehr umständlich. Was hältst du von: ...abseits von Gefahren und radikalen Gruppierungen...? Jetzt mal egal welche Folgen das hatte.

Und zu guter letzt: ...einen Weg zu beschreiten bei dem... kommt mir aus meiner dialektbehafteten Umgangssprache zwar sehr bekannt vor, ist aber kein gutes deutsch. Da ist "...von welchem..." vielleicht nicht perfekt, aber besser. :oops:

Nun habe ich dir etwas zur Durchsicht gegeben, aber für die anderen noch genügend Futter gelassen :wink:
Auf deine weiteren Kapitel bin ich schon sehr gespannt!
Kreative Grüße
Arnulf
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Re: Immortal Kurzgeschichten - 1/9 der Vorgeschichte

Beitragvon julia89 » 27.11.2014, 17:32

Hallo agony,

wir "kennen" uns ja bereits von meinem Werk, nun will ich auch gerne was zu deinem sagen (keine Sorge, kein Racheakt oder dergleichen :lol: ). Ich hoffe, die ein oder andere Einschätzung meinerseits bringt dich weiter. Bekanntlich sieht man bei anderen ja viel mehr Fehler als im eigenen Text... :roll:

Zunächst eine kurze Verständnisfrage meinerseits: Ist dies ein Teil einer der Kuzgeschichten oder die Vorgeschichte zu allen Kurzgeschichten?

Rein von der Thematik (Gen- und Zellforschung) her, scheint mir deine Geschichte Potenzial zu haben, nur die "Verpackung" stimmt für mich (bisher) noch nicht. Aber daran kann man feilen... :wink:

agony2012 hat geschrieben:Zeit zog ins Land und nichts passierte. Bis zu diesem Abend!

Dein Schluss weckt theoretisch gesehen Interesse. Theoretisch! Denn ich frage mich, ob jeder Leser bis zu diesem Satz kommen würde. Ich persönlich würde bis dahin lesen (auch wenn es um das reine Leservergnügen und nicht um eine Korrektur ginge), aber ich sehr folgendes Problem: Wenn ich den Text deiner Geschichte hier rauskopiere und als Normseite formatiere, sind das ca 3,5 Normseiten und auf denen ist - sind wir mal ehrlich - eigentlich noch nichts passiert. Maximian ist von der Einrichtung nach Hause gefahren, mehr nicht. Der Leser erfährt zwar wichtige Hintergrundinformationen, aber sowas kann leicht als Infodump rüberkommen. Wenigstens zwischendurch sollte mal das ein oder andere passieren.

Obwohl du viel wichtige Infos gibst, bleiben doch einige Fragen zurück. Ich persönlich frage mich:
- Warum soll Maximian auf dem Heimweh unentdeckt bleiben? Nur weil er in der Genforschung arbeitet?
- Weshalb sollten Fremde ihm (oder seiner Frau) Böses wollen? Und weshalb bezeichnet er diese als Fanatiker?
- Warum wusste nicht mal seine Frau, an was er genau arbeitet?
- Warum kommt er seit seiner letzten Heirat nicht mehr gern nach Hause?
Das soll nicht heißen, dass du all diese Fragen gleich beantworten sollst. Dass der Leser z.B. nicht weiß, woran genau Maximian arbeitet, baut Spannung auf und weckt Neugier. Insgesamt aber bleiben mir eben zu viele Fragen offen, sodass beim Leser leicht ein Genervtsein aufkommen könnte, da du immer neue Aspekte einbringst, aber nie bis zum Ende ausführst. Vielleicht kannst du den ein oder anderen Aspekt klären, ohne dabei den Leser mit Infosmationen zuzuschütten.

Ich will meine bisherigen Punkte und einige andere Dinge, die mir aufgefallen sind, anhand deines Textes deutlich machen.
Ich hoffe, ich wiederhole mich nicht allzu oft in Bezug auf meinen Vorredner. :wink:


agony2012 hat geschrieben:Schon wieder dunkel.

Finde ich als Einstieg nicht so gut. Man fragt sich nämlich: WAS ist dunkel? Draußen? Das wird zwar durch den nächsten Satz (21:30Uhr) deutlich, doch als Einstieg klingt es für mich holprig.
Vorschlag: "Als Maximian die Einrichtung verließ, war es draußen bereits dunkle Nacht."

agony2012 hat geschrieben:Nun fielen Sie, durch die Dunkelheit grau geworden

Das "sie" muss klein geschrieben werden. Dieser Fehler taucht übrigens im Lauf des Textes noch an die zehn Mal auf, ich markiere das jetzt nicht immer extra :wink:

agony2012 hat geschrieben:So war er in den letzten sechs Jahren auf dem Arbeitsweg unentdeckt geblieben, glaubte er.

Das du hier schon zum zweiten Mal in diesem Absatz erwähnst, dass Maximian unerkannt bleiben soll, will ich spätestens jetzt auch wissen, warum das wichtig ist.
Weiterhin halte ich es ehrlich gesagt für unrealistisch, dass es ihm (scheinbar) sechs (!) Jahre lang gelungen sein soll. Wenn es wirklich so ist, oder auch nur, wenn er daran glaubt, solltest du ausführen, weshalb es theoretisch möglich sein könnte. Wo genau liegt die Einrichtung? Vielleicht versteckt im Wald? Führt der Weg, der von der Hauptstraße zur Einrichtung führt, nur dorthin, sodass kaum andere Leute ihn befahren?

agony2012 hat geschrieben:aber Vorsicht war gerade auf seinem Gebiet immer angeraten.

"auf seinem Gebiet" ist mir zu wenig konkret. Auch wenn du noch nicht verraten willst, woran er arbeitet, hätte ich doch gern eine präzisere Formulierung. Etwa: "auf seinem speziellen und durchaus umstrittenen Arbeitsgebiet".

agony2012 hat geschrieben:(..)in einem sehr jungen und höchst umstrittenen Forschungsgebiet. Zudem fuhr er nicht gern nach Hause. Nicht mehr seit er wieder geheiratet hatte!

Hier reißt mich der Gedankensprung aus dem Lesefluss.

agony2012 hat geschrieben:Aber dann schlug das Schicksal brutal auf sein Leben ein.

wie mein Vorredner störe ich mich an dieser Formulierung. Sie reißt mich aus dem Lesefluss. Vorschlag: "Dann jedoch hatte ein Schcksalsschlag sein Leben auf schreckliche Weise erschüttert."

agony2012 hat geschrieben:Er hatte natürlich gewusst, dass eine erhöhte Gefahr bestand

Wofür denn? Umgebracht zu werden?

agony2012 hat geschrieben:Sie wurde von Unbekannten, wahrscheinlich irgendwelchen Fanatikern, ermordet.

Weshalb sollten es Fanatiker gewesen sein und in welchem Zusammenhang? Konkurrierende Wissenschaftler? Religionsfanatiker? Genforschungsgegner? Bitte konkreter, so könnte es alles sein :wink:

agony2012 hat geschrieben:Er wollte Sie so in Erinnerung behalten

Wie denn?

agony2012 hat geschrieben:Ihr war lediglich vage bekannt gewesen, wo die Einrichtung lag, in der Maximian arbeitete.
Woran er arbeitete wusste Sie nicht. Dieses Geheimnis kannten nur seine Mitarbeiter und ein paar Kollegen in der Zentrale, die über die entsprechenden Freigaben verfügten.

Diese Infos unterbrechen für mich den Lesefluss. Alternativ könntest du sie weiter vorne einfügen, etwa hier:
agony2012 hat geschrieben:Er vermutete inzwischen, dass man Informationen über sein Arbeitsverhältnis sammeln wollte.
Und dann weiter: "Doch bei Joyce war nichts zu holen gewesen, sie hatte nicht gewusst, woran genau er arbeitete."

agony2012 hat geschrieben:Das führte zu umständlichen Ausflüchten und einem mehr schlecht als recht zusammengezimmerten Lügenkonstrukt durch seinen Arbeitgeber und einige Kollegen mit denen er bis zum frühen Abend gearbeitet hatte, da alle, so wie er auch, seit Jahren offiziell in Jena angestellt waren.

Der Satz ist mir zu lang und zu verschachtelt.

agony2012 hat geschrieben:Bis zu diesem Zeitpunkt wusste er bis nicht wirklich

Da hat sich ein "bis" zu viel eingeschlichen.

agony2012 hat geschrieben:Das Interesse innerhalb der kleinen Dorfgemeinschaft wo und was Maximian arbeite erlosch so recht schnell, nachdem Sie nach Hummelshain gezogen waren.

"wo und was" klingt mir zu holprig. Wie wäre es mit: "Das Interesse der Dorfgemeinschaft an Maximians Arbeitsleben erlosch..."

agony2012 hat geschrieben:Maximian wurde jedoch schnell klar, dass es dazu bereits viel zu spät war.

Warum?

Zuletzt wollte ich noch sagen, dass ich im Gegensatz zu meinem Vorredner den die Namenswahl deiner Figuren gut finde. :wink: Wer weiß, wie wir unsere Kinder im Jahr 2020 nennen? Hoffentlich Maximian und Nate statt Chantal-Shakira und Jason-Justin :mrgreen: :mrgreen:

Fazit:

Interessante Thematik, ordentlicher Lesefluss (wenn auch mit einigen Stolperern), ausreichend Hintergrundinfos.

Teilweise auch zu viele Infos und zu wenig Handlung. Ein paar sprachliche/stilistische Unebenheiten.

Ich hoffe, ich konnte weiterhelfen. Bei Fragen gerne fragen :)

LG
Julia
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Re: Immortal Kurzgeschichten - 1/9 der Vorgeschichte

Beitragvon agony2012 » 01.12.2014, 19:50

Hey vielen Dank für die Antworten. Ich wollte mich kurz melden, es ist auf keinen Fall untergegangen aber ich komme wohl nicht vor dem 13. Dezember dazu wieder etwas zu schreiben oder bearbeiten. :(

Ich werde euer Feedback aber auf jeden Fall berücksichtigen!

Schonmal kurz zu den Namen, find ich eigentlich ganz passend und an denen hab ich auch länger getüftelt (kleiner Spoiler: Die Namen ändern sich im lauf der Story eh nochmal, hehe).

Und das ich zu viel Vorwegnehme und dafür an manchen Stellen zu wenig verrate sehe ich auch so. Dank euch weiß ich jetzt auch wo. :mrgreen:

Also auf bald und dann noch mal ausführlicher!

vg. Agony
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Re: Immortal Kurzgeschichten - 1/9 der Vorgeschichte

Beitragvon Blaukreuz » 01.03.2015, 03:16

Hallo agony2012

Ich habe mir deinen Text ein paar Mal durchgelesen und fühle mich jetzt zu einer Beurteilung imstande. (Soweit meine Fähigkeiten es zulassen.)

Beginnen wir mit den positiven Aspekten:

Durch deine Einleitung habe ich Lust auf den Rest der Geschichte bekommen. Wenn dieser schon verfügbar wäre, hätte ich ich wohl sofort gelesen.
Durch die Heimlichtuerei deines Protagonisten und die Erwähnung seines so wichtigen wie geheimen Projekts, wirfst du Fragen auf und erzeugst Spannung. Der Leser möchte wissen an was Maximian da arbeitet und wieso es offensichtlich so gefährlich ist.
Desweiteren gibt es einige Stellen im Text an welchen du die Umgebung meiner Meinung nach sehr sprachgewandt beschreibst, wie z.b am Anfang mit der Farbänderung der Blätter. (Der Satz ist zwar bearbeitungswürdig, wie von anderen bereits erwähnt, aber das geistige Bild welches er malt gefällt mir.)

Ich würde also sagen wir haben es hier mit einer soliden Einleitung für eine Geschichte zu tun.


Allerdings muss sie noch an machen stellen etwas gefeilt werden.

Der, im Verhältnis, größte Negativpunkt ist die große Menge an Informationen, welche in dieser Einleitung in Form eines „Narrativen Blocks“ auf den Leser losgelassen wird.
Dies könnte bei vielen Personen schnell zu Langeweile führen, was sie dazu bewegt eine Geschichte gar nicht weiterzulesen.
„You Don't Get a Second Chance to Make a First Impression“ ist eine Regel, welche man sich immer vor Augen halten sollte, wenn man eine Einleitung anfertigt. Ich persönlich würde die Exposition eher etwas mehr über die Geschichte verteilen und nicht schon alles am Anfang schreiben.

Desweiteren gibt es noch einige kleinere Punkte, welche bereist von meinen Vorgängern erwähnt wurden.



Allerdings möchte ich auch noch ein wenig dazu sagen: ;)


„Schon wieder dunkel.“


Dieser Satz hört sich eher nach einem inneren Monolog des Protagonisten an, als nach einer erzählerischen Beschreibung.

„Er zählte unter tausend Einwohner. Die Bürgersteige wurden hier um halb acht, spätestens neun, buchstäblich „hochgeklappt“. Es ähnelte einer Sperrstunde und Hummelshain fast einer Geisterstadt. So war er in den letzten sechs Jahren auf dem Arbeitsweg unentdeckt geblieben, glaubte er. "


Wundert mich, dass er unentdeckt geblieben ist. In solchen deutschen Kleinstädten gibt es doch in jeder Straße mindestens eine Person die rund um die Uhr am Fenster sitzt und Falschparker aufschreibt, aber ... ähm... zurück zu Thema.

"Er war müde, aber das Projekt seiner Arbeitsgruppe ging langsam in die Finale Phase über, was ihn milde gegenüber dem Verzicht auf Privatleben stimmte, den er dafür übte."


Müsste es nicht: " (...), den er dafür ausübte" heißen? So oder so fällt mir dieser Satz immer wieder beim Lesen ins Auge.
Wie wäre es stattdessen mit: "(...), den er dafür in kauf nahm." ?


"Joyce wurde umgebracht. "


Dies ist eine der Informationen, welche ich erst später im Text einfließen lassen würde. Der Leser wird hier etwas zu schnell mit einer ziemlich schwergewichtigen Informationen konfrontiert.

"Sie wirkte wie schlafend auf den Fotos die Maximian später zu Gesicht bekam. Er wollte Sie so in Erinnerung behalten, (...)"


Auch wenn sie auf den Bild wie schlafend wirkt, ist es immernoch ihre Leiche und das weiß Maximian. Würde es nicht passender sein ein positiveres Bild von ihr im Gedächtnis zu behalten?


So, ab hier habe ich dann nichts mehr zu meckern. Alles andere wurde bereits von meinen Vorgängern entdeckt.

Ich hoffe meine Kritik kann dir in irgendeiner Form weiterhelfen und zur Perfektionierung deines Textes beitragen.

Möge deine Feder immer scharf bleiben

Finn (Blaukreuz)
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