Inspiration

Tipps, Ratschläge und Hilfen zum Schreiben. Wie machst du das? Hilfe bei Blockaden, Hemmungen und Anfangsschwierigkeiten

Inspiration

Beitragvon Kelpie » 28.09.2015, 11:33

Grüßt euch,

vor ein paar Tagen habe ich im Fernsehen zum ersten Mal das angeblich so berühmte Bild des afghanischen Flüchtlingsmädchens mit den grünen Augen gesehen. Wie gesagt, ich kannte es vorher nicht, aber irgendwie hat es mich gepackt. Und da ich in Gedanken ständig bei irgendwelchen Geschichten bin, hat mich auch da eher der Hintergrund angesprochen. Was hat es wohl erlebt? Was wird es in Zukunft erleben? Nicht unbedingt in unserer Welt, sondern was würde passieren, wenn ich es in meine Fantasywelt setzen würde? Welche Geschichte würde es dann erzählen?

Mich hat das Bild unglaublich inspiriert. Gesichter schaffen das verhältnismäßig häufig, aber auch Landschaften, Orte, Situationsaufnahmen, Lieder, ein Satz in einem Buch ...

Meine Idee wäre, dass man hier mal ein bisschen sammelt. Alles, was einen selbst sehr inspiriert, verlinkt bzw. hier rein schreibt. Natürlich findet jeder andere Dinge inspirierend, aber ich denke, hilfreich wäre es, wenn man nicht unbedingt nur seine Lieblingslieder verlinkt, weil man sich dabei an ein schönes persönliches Erlebnis erinnert. Sondern Dinge, bei denen man den Eindruck hat, sie sprechen durch sich selbst.

Ich beginne einfach mal mit dem Bild:

http://www.artberlin.de/files/2013/02/Steve-McCurry_Afghanisches-M%C3%A4dchen_Peshawar_Pakistan_1984_%C2%A9Steve-McCurry_Magnum-Photos.jpg
Zuletzt geändert von Joleen am 06.10.2015, 19:30, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zu grosse Bilder in Links verwandelt. Joleen
Derweilen ist auf dem Feld schon alles gewachsen, bevor die wussten, warum und wie genau es gedeiht. (Franziska Alber)
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Re: Inspiration

Beitragvon Tinki » 28.09.2015, 12:45

Halbes Offtopic:

Lykos, unser DÜ Experte arbeitet in seinen neuen Dienstagsübungen 2.0 (DÜ) ebenfalls mit Bildern. 8)
261-dienstagsubung-ein-krimi-t55212.html
Ich bin ein Kühlschrank-Zwilling!

Mich zu verstehen ist so, als würde man versuchen Wackelpudding an die Wand zu nageln.
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Re: Inspiration

Beitragvon Milch » 28.09.2015, 13:46

Kelpie hat geschrieben:Grüßt euch,

vor ein paar Tagen habe ich im Fernsehen zum ersten Mal das angeblich so berühmte Bild des afghanischen Flüchtlingsmädchens mit den grünen Augen gesehen. Wie gesagt, ich kannte es vorher nicht, aber irgendwie hat es mich gepackt. Und da ich in Gedanken ständig bei irgendwelchen Geschichten bin, hat mich auch da eher der Hintergrund angesprochen. Was hat es wohl erlebt? Was wird es in Zukunft erleben? Nicht unbedingt in unserer Welt, sondern was würde passieren, wenn ich es in meine Fantasywelt setzen würde? Welche Geschichte würde es dann erzählen?

Mich hat das Bild unglaublich inspiriert. Gesichter schaffen das verhältnismäßig häufig, aber auch Landschaften, Orte, Situationsaufnahmen, Lieder, ein Satz in einem Buch ...

Meine Idee wäre, dass man hier mal ein bisschen sammelt. Alles, was einen selbst sehr inspiriert, verlinkt bzw. hier rein schreibt. Natürlich findet jeder andere Dinge inspirierend, aber ich denke, hilfreich wäre es, wenn man nicht unbedingt nur seine Lieblingslieder verlinkt, weil man sich dabei an ein schönes persönliches Erlebnis erinnert. Sondern Dinge, bei denen man den Eindruck hat, sie sprechen durch sich selbst.


Nichts spricht durch sich selbst, alles muss man in Verhältnis setzen und einordnen.

Als Material, um eine andere Ideen auszukleiden, können Bilder von Personen, Orte und so weiter hilfreich sein, aber davon sollte man nicht ausgehen. Aber die guten Inspirationen für Geschichten sind im weitesten Sinne philosophischer Natur oder gesellschaftliche Probleme, die ein Konflikt beinhalten. Oder man hat wenigstens Figuren.
Ort als Inspiration halte ich für wahnsinnig irreführend, nicht besonders gut geeignet. Orte sind keine Geschichte, Orte sind Oberfläche, spannend wird es eher, wenn man unter die Oberfläche schaut, unter die wirkliche Oberfläche schaut.
Zuletzt geändert von Milch am 28.09.2015, 16:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Inspiration

Beitragvon Ankh » 28.09.2015, 15:44

Wie du schon sagtest, alles kann inspierierend sein, für den einen sehr, für den anderen nicht, daher halte ich es für schwierig, einen Inspirationssammethread aufzumachen, denn der würde am Ende das ganze Internet beinhalten.

"Was für sich selbst spricht" ist ein schwieriges Merkmal. Eigentlich spricht nur eine fertige Geschichte für sich selbst. Alles andere sind Bruchstücke, aus denen jeder ein anderes Bild zuende malt. Manche Bruchstücke eignen sich dafür vielleicht besser als andere, aber welche genau etwas in einem auslösen, dass man das Bild unbedingt zuende malen musst, das ist wohl von Mensch zu Mensch verschieden.

Ich persönlich finde historische Figuren und Begebenheiten unglaublich inspirierend, und ich stelle sie mir gerne in einem anderen Kontext vor.
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Re: Inspiration

Beitragvon KatharinaMünz » 28.09.2015, 17:34

Ich bin heute bei Facebook über ein tolles Nebelbild gestolpert und dachte - das wäre doch perfekt, mich auf die nächste Szene in meinem aktuellen Manuskript einzustimmen.
Und als ich es dann nochmal anschauen wollte - war es weg, verschwunden im Nirwana der Neuigkeiten.
Aber jetzt hab ich es wiedergefunden und gleich an meiner eigenen Chronik geteilt.
Ich glaube, so muss man das machen, oder?
Denn ich habe so verdammt wenig Ahnung von Facebook!
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Re: Inspiration

Beitragvon grit » 28.09.2015, 19:30

Inspiration kann man überall finden, es kann ein Bild sein, ein Ort oder ein Gegenstand, eine Landschaft, ein Zitat - was auch immer uns inspiriert - wir müssen dafür offen sein, diese Quelle als Inspiration erkennen.
Heute inspiriert uns das eine, morgen etwas anderes.
Ein altes Buch, ein Dachbodenfund, ein Ding vom Flohmarkt - alles erzählt Geschichten. Wir müssen sie nur finden.
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Re: Inspiration

Beitragvon Ikna » 29.09.2015, 01:21

Das Thema Inspiration ist definitiv das Alpha und das Omega unseres Kreativen Schaffens.
Und ich meine es genau so, wie ich es Sage. In meiner Metapher wäre Gott sozusagen die Inspiration für unsere Welt, die in diesem Beispiel kreativ geschaffen wurde und zwar aus dem Nichts, wo vorher nichts war ist im Zustand von Inspiration ein Kunstwerk entstanden und in unserem Fall reden wir von einem Text.

Im Beispiel deines Bildes könnte man sich zurecht folgende Frage stellen. Warst d u inspiriert und hast in einem Moment der Inspiration nicht nur ein Bild gesehen, sondern sogleich die Inspiration in diesen Bild gesehen und zwar von dir aus? Oder war es doch das Bild, dass dich mit einem Augenblick gefesselt hat, dich inspiriert hat?

Woher kommt die Quelle der Inspiration? Kommt sie von außen in uns oder kommt sie von uns nach außen und wird zu einem Kunstwerk?

Ich habe die Erfahrung gemacht, sowohl in der Improvisation beim Musik spielen, als auch beim Schreiben in Gruppen und selbst im Leben, dass die Größte Inspiration eine Haltung ist, eine flexible Haltung in der Man die Dinge genau so nimmt, wie sie einem widerfahren.
Egal ob die Inspiration dann von außen kommt oder wir selbst die Quelle sind, allein diese flexible Haltung, die Situation so zu nehmen, wie sie ist ermöglicht das Fließen von Inspiration, egal wie herum.

Bruce Lee sagt: Wasser ist flexibel, man gießt es in eine Kanne und es wird zur Kanne, man gießt es in eine Tasse und es wird zur Tasse.

Es gibt viele Praktiken, die uns eine solche Haltung lehren, von ganz alltäglichen bis hin zu spirituellen Ritualen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese Praktiken einen Zustand von fließender Inspiration aufrecht erhalten.

Hier ein paar Beispiele:

-Morning Pages: Die Morning Pages sind eine Idee aus "Der Weg des Künstlers" und schlagen vor jedne Morgen beim aufwachen die Gedanken einfach fließen zu lassen und aufzuschreiben, ohne zielführend darüber nachzudenken, was man schreibt. Ähnliche Ansätze gibt es auch mit Malen und Musik spielen, aber die tun hier nichts zur Sache. Die Idee ist es seinen Kopf frei von den Sorgen des Alltages zu machen und mit frischen Gedanken in den Tag zu starten. Ohnehin sind Gedanken das Wort mit denen wir die Welt wahrnehmen und so kann man einige lästige los werden um kreativ in den Tag zu starten.

-Traumtagebücher: Haben eigentlich eine ähnliche Idee, wie die erste und vertiefen auch den Aspekt des Traumes. Träume sind unheimlich kreativ, da unser Unbewusst-sein sich quasi eine eigene Welt ausmalt. Sich in sie zu vertiefen über sie zu schreiben, macht Träume lebendiger und wir erinnern uns mehr und mehr an sie, je länger wir dies praktizieren. Das kann sehr inspirierend sein.

-Körperliche harte Arbeit / Sport: Schon die Griechen wussten, dass Körper und Geist eine Einheit sind und unzertrennlich. Wenn ich im Restaurant besonders gut und hart gearbeitet habe, habe ich nach Feierabend oft natürlich subjektiv wahrgenommen, die besten Texte geschrieben.

Umdenken: ich weiß nicht wie ich es sonst nennen soll. Aber manchmal hilft es, wenn man nicht weiter weiß einfach genau das zu nehmen, worüber man gerade nachdenkt. Zunächst hat man es vielleicht so wahrgenommen, dass es einen blockiert hat. Ich habe mir beispielsweise versuch vorzustellen, was ein Charakter sagen könnte, beim Anblick seiner Angebeteten und mir viel nichts passendes ein. Außer eben genau das: Wir wollen manchmal die passenden Worte zum passenden Augenblick finden und wenn die angebetete dann vor uns stets fehlen uns die Worte. Auf diese gelang es mir und ich versteh nicht wie die Tatsache, dass er sprachlos da steht ganz dramatisch und als ein echtes Kompliment zu beschreiben, welches nie geäußert wurde, weil der Charakter einfach über ein paar Zeilen nicht wusste, was er sagen wollte und... Mein Gott diese Augen...

Und damit hätten wir den Kreis geschlossen. Mein Gott dieses Mädchen hat echt faszinierende Augen auf den Bild!!!

Inspiration ist eine heikle Angelegenheit. Du setzt dich hin und denkst nach. Und wenn du nicht auf deine Gedanken aufpasst, Frodo Beutlin, kannst du nicht wissen, wohin sie dich tragen! Und das ist auch gut so!
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Re: Inspiration

Beitragvon Feuerfeder » 29.09.2015, 17:32

Meine Inspiration ist eher indirekt. Meist faszinieren mich Dinge eher und finden sich dann über Umwege in meinen Ideen wieder.
Hier in meiner Nähe gibt es zum Beispiel ein Freilichtmuseum und da gibt es eine kleine Grabhütte. Die Toten wurden verbrannt, ihre Asche in eine Kuhle mit Holz und Kohlen gelegt, darüber wurde ein einfacher Verschlag gebaut, also einfach Holzbretter, die wie zwei Seiten eines Dreiecks aneinander lagen, und vorne und hinten mit weiteren Holzbrettern verschlossen. Dann wurde ein Schwelbrand entzündet. Teilweise dauerte es Tage, bis die ganze Grabhütte in Flammen stand.
Die Vorstellung fasziniert mich derart, dass ich bisher jedes Mal ein paar Minuten davor stehen geblieben bin.
"Auf den Flügeln seiner Einbildungskraft verlässt der Mensch die engen Schranken der Gegenwart."
Friedrich Schiller
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Re: Inspiration

Beitragvon Mefla » 29.09.2015, 22:05

Mich inspirieren auch immer Bilder, egal ob Fotos oder Zeichnungen. Wobei letztere noch eher, weil den Künstler ja schon selbst etwas inspiriert hat. Deshalb verbringe ich fast meine ganze Zeit am PC auf einer Webseite namens www.deviantart.com
Sind echt tolle Bilder (und tils auch Texte) dabei. Außerdem zeichne ich auch selbst gerne ^^

Ansonsten bekomme ich kulturelle und örtliche Inspiration von Terra X. Das hilft mir immer, wenn ich einen Ort mit Gecshichte und Hintergrund füllen will.

LG Mefla
Wörter wirken auf einer Ebene, die nichts anderes zu berühren vermag
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