Jona (Arbeitstitel) Kapitel 2, Teil 4/6

Jona (Arbeitstitel) Kapitel 2, Teil 4/6

 
Nachdem ich im vorigen Teil schrieb, wie die sich ohnehin sehr ähnlich sehenden Zwillinge John und Joanna mittels Skinsuits in ihren jeweiligen Zwilling verwandelt wurden, beschreibt dieser Teil das, was kurz danach geschah.

Ich hoffe euch gefällt meine Geschichte. :)


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Nach dem Abendessen bei Emily fuhr Clara mit ihrer Stieftochter zum Theater.
Sie rollte genervt mit ihren Augen, als sie die Parkgebühr in den Automaten warf. Dann öffnete sie die Beifahrertür, als wäre ihre Stieftochter eine wichtige Persönlichkeit, und half ihr heraus. Gemeinsam stolzierten sie die Treppe hinauf, als wären sie die Stars des heutigen Abends.
Als das Mädchen am Eingang des Theaters sah, dass am heutigen Abend ein Musical gezeigt wurde, war es begeistert. Das Musical war so oft in der Werbung gewesen, und die Ausschnitte im Fernsehen versprachen so viel, trotzdem war der Teenager noch nie in diesem Musical gewesen, weder normal noch verkleidet. Es war eine völlig neue Erfahrung. Das war doch viel besser als Zelten und Angeln!

* * *

Zur selben Zeit fuhr Mikes SUV in von der Waldstraße entlang des Sees in eine Nebengasse hinein. Durch ein paar Kurven geschützt, formten Bäume und Büsche an ihrem Ende eine Art natürlich gewachsener Garage.
Zwischen den Bäumen und Büschen konnte man hinter sanft ansteigenden Hügeln bereits den See sehen.
Vater und Sohn luden die Campingausrüstung aus dem SUV und trugen sie Richtung Seeufer. Der Junge freute sich schon auf die Abenteuer in dieser Wildnis. Um wieviel besser war das doch, verglichen mit Theater, Shopping und Zoo!

* * *

Stunden später war das Musical vorbei. Joanna – genauer gesagt, John im Körper von Joanna – war ganz aus dem Häuschen, als sie mit ihrer Stiefmutter das Theater verließ. Sie war es noch immer, als Claras Toyota in die heimische Doppelgarage fuhr.
Und wie furios das Musical doch gewesen war, wie mitreißend und eindringlich die Musik, wie atemberaubend der Stepptanz, wie beeindruckend die Stimmen!
Clara war erleichtert. Sie hatte befürchtet, dass sie die Unterhalterin für einen gelangweilten Teenager spielen musste. Dennoch, der morgige Tag war bestimmt weniger spannend für das Kind.

* * *

Zur selben Zeit gähnte John – genauer gesagt Joanna im Körper von John – müde, während Mike ein letztes Mal das Lagerfeuer schürte. Er (sie) stand vom Lagerfeuer auf und kroch in das kleinere der beiden Zelte.
Mike schaute lächelnd hinter seinem Sohn hinterher. Er freute sich über den neuen Eifer des Jungen. Wie ausgewechselt war er, gar nicht mehr der schnell gelangweilte Teenager, der er vorigen Monat zum letzten Campingausflug zu sein schien. Scheinbar hatte das ständige Fragen seiner Schwester ihm neuen Eifer verpasst. Ja, das musste es sein: hatte er selbst nicht damals als Jugendlicher ebenfalls ständig vor seinen Schwestern mit seinen Abenteuern in der Wildnis geprahlt?
Er ging noch einmal an seinen Angelsteg und versuchte sein Glück. Vielleicht schaffte er ja diesmal den Hecht zu fangen.

* * *

Bei Sonnenaufgang wurde John von einem Traum aufgeschreckt. Irgendetwas hatte ihm in diesem Alptraum seine Identität gestohlen, er konnte sich nicht mehr an alles davon erinnern, nur dass er plötzlich kein Junge mehr war.
Er setzte sich auf und schaute verwirrt umher: „Moment“, versuchte er in Gedanken seine Eindrücke zu sortieren. „Warum bin ich in Joannas Zimmer?“
Stolpernd tapste er ins Bad, knipste das Licht an, zog sich ohne nachzudenken das Nachthemd aus, und starrte in den Spiegel. Er wusste ja, wie ähnlich er Joanna sah, deswegen dauerte es ein paar Sekunden bevor er realisierte, dass das Mädchen im Spiegel er selbst war.
Er erinnerte sich jetzt an die Verwandlung durch die Skinsuits, und an den gestrigen Abend im Theater, wie echt sich alles angefühlt hatte im Vergleich zu den Tagen, an denen er mit seiner Schwester nur die Kleidung getauscht hatte.
Aufgeregt flüsterte er: „Oh Scheiße, es ist tatsächlich wahr! Ich habe es doch nicht geträumt! Ich BIN zur Zeit Joanna!“
Dennoch dauerte es einige Sekunden mehr, bis er mit dem jetzt weiblichen Körper klar kam, als seine Blase drückte. Plötzlich war er froh, dass er so häufig mit seiner Schwester die Rollen getauscht hatte. Und dass sie sich immer gegenseitig Tipps gegeben hatten, um einander glaubwürdiger darzustellen. Das ersparte ihm jetzt, mit dem Körper eines Mädchens, die Peinlichkeit, sich vor dem Becken hinzustellen. Nach dem Händewaschen und Anziehen kehrte er – nein, sie – lächelnd ins Bett zurück und schlief schnell wieder ein.

* * *

Zur selben Zeit wachte Mike in seinem Zelt am Seeufer von einem Geräusch auf. Kaum das Grillengezirp übertönend, waren leise Schritte zu hören. Wer in aller Welt sollte um diese Zeit in der Nähe dieses Platzes sein? Es war sein persönlicher Angelplatz, als Privatgrundstück ausgeschildert! Er zog sich leise an und kroch aus dem Zelt.
Im Licht der gerade aufgehenden Sonne sah er sich um. Alles war leer. Weder in Richtung See, noch in Richtung Wald war irgendjemand zu sehen.
Mike zuckte mit den Schultern. Es war ja möglich, dass er dieses Geräusch nur geträumt hatte. Dann jedoch sah er einige Schritte entfernt frische Schuhabdrücke auf einer sandigen Stelle. Er schmunzelte beim Gedanken an eine Verfolgung, wusch sich mit Seewasser die Müdigkeit aus dem Gesicht, und schlich sich hinüber zu Johns Zelt.

Joanna wälzte sich unruhig hin und her und träumte. Wieso war ihr Bett so hart? Und wieso konnte sie die Bettdecke nicht zurückschlagen? Irgendetwas fühlte sich anders an, sie konnte nur nicht sagen was.
„Aufwachen, mein Sohn! Abenteuer wartet!“ drang plötzlich die enthusiastische Stimme ihres Vaters an ihr Ohr.
Das verwirrte sie. Wieso nannte ihr Vater sie seinen Sohn?
Mühsam öffnete sie die Augen und sah sich um. Sie erkannte verwundert, dass sie in einem Schlafsack lag, in einem Zelt. So langsam kam die Erinnerung wieder zurück: die Skinsuits bei Tante Emily! Die Verwandlung in einen Jungen! Ja, es stimmte, sie WAR ja jetzt John! Und als John beim Vater-Sohn-Wochenende, und deswegen zusammen mit ihrem Dad zelten!
Sie – nein, er – krabbelte aus dem Schlafsack, zog sich an, und verließ gähnend das Zelt. „Was ist denn los, so früh am Morgen, Dad?“

Version : (Zum Lesen bitte scrollen)
Nach dem Abendessen bei Emily fuhr Clara mit ihrer Stieftochter zum Theater.
Sie rollte genervt mit ihren Augen, als sie die Parkgebühr in den Automaten warf. Dann öffnete sie die Beifahrertür, als wäre ihre Stieftochter eine wichtige Persönlichkeit, und half ihr heraus. Gemeinsam stolzierten sie die Treppe hinauf, als wären sie die Stars des heutigen Abends.
Als das Mädchen am Eingang des Theaters sah, dass am heutigen Abend ein Musical gezeigt wurde, war es begeistert. Das Musical war so oft in der Werbung gewesen, und die Ausschnitte im Fernsehen versprachen so viel, trotzdem war der Teenager noch nie in diesem Musical gewesen, weder normal noch verkleidet. Es war eine völlig neue Erfahrung. Das war doch viel besser als Zelten und Angeln!

* * *

Zur selben Zeit fuhr Mikes SUV in von der Waldstraße entlang des Sees in eine Nebengasse hinein. Durch ein paar Kurven geschützt, formten Bäume und Büsche an ihrem Ende eine Art natürlich gewachsener Garage.
Zwischen den Bäumen und Büschen konnte man hinter sanft ansteigenden Hügeln bereits den See sehen.
Vater und Sohn luden die Campingausrüstung aus dem SUV und trugen sie Richtung Seeufer. Der Junge freute sich schon auf die Abenteuer in dieser Wildnis. Um wieviel besser war das doch, verglichen mit Theater, Shopping und Zoo!

* * *

Stunden später war das Musical vorbei. Joanna – genauer gesagt, John im Körper von Joanna – war ganz aus dem Häuschen, als sie mit ihrer Stiefmutter das Theater verließ. Sie war es noch immer, als Claras Toyota in die heimische Doppelgarage fuhr.
Und wie furios das Musical doch gewesen war, wie mitreißend und eindringlich die Musik, wie atemberaubend der Stepptanz, wie beeindruckend die Stimmen!
Clara war erleichtert. Sie hatte befürchtet, dass sie die Unterhalterin für einen gelangweilten Teenager spielen musste. Dennoch, der morgige Tag war bestimmt weniger spannend für das Kind.

* * *

Zur selben Zeit gähnte John – genauer gesagt Joanna im Körper von John – müde, während Mike ein letztes Mal das Lagerfeuer schürte. Er (sie) stand vom Lagerfeuer auf und kroch in das kleinere der beiden Zelte.
Mike schaute lächelnd hinter seinem Sohn hinterher. Er freute sich über den neuen Eifer des Jungen. Wie ausgewechselt war er, gar nicht mehr der schnell gelangweilte Teenager, der er vorigen Monat zum letzten Campingausflug zu sein schien. Scheinbar hatte das ständige Fragen seiner Schwester ihm neuen Eifer verpasst. Ja, das musste es sein: hatte er selbst nicht damals als Jugendlicher ebenfalls ständig vor seinen Schwestern mit seinen Abenteuern in der Wildnis geprahlt?
Er ging noch einmal an seinen Angelsteg und versuchte sein Glück. Vielleicht schaffte er ja diesmal den Hecht zu fangen.

* * *

Bei Sonnenaufgang wurde John von einem Traum aufgeschreckt. Irgendetwas hatte ihm in diesem Alptraum seine Identität gestohlen, er konnte sich nicht mehr an alles davon erinnern, nur dass er plötzlich kein Junge mehr war.
Er setzte sich auf und schaute verwirrt umher: „Moment“, versuchte er in Gedanken seine Eindrücke zu sortieren. „Warum bin ich in Joannas Zimmer?“
Stolpernd tapste er ins Bad, knipste das Licht an, zog sich ohne nachzudenken das Nachthemd aus, und starrte in den Spiegel. Er wusste ja, wie ähnlich er Joanna sah, deswegen dauerte es ein paar Sekunden bevor er realisierte, dass das Mädchen im Spiegel er selbst war.
Er erinnerte sich jetzt an die Verwandlung durch die Skinsuits, und an den gestrigen Abend im Theater, wie echt sich alles angefühlt hatte im Vergleich zu den Tagen, an denen er mit seiner Schwester nur die Kleidung getauscht hatte.
Aufgeregt flüsterte er: „Oh Scheiße, es ist tatsächlich wahr! Ich habe es doch nicht geträumt! Ich BIN zur Zeit Joanna!“
Dennoch dauerte es einige Sekunden mehr, bis er mit dem jetzt weiblichen Körper klar kam, als seine Blase drückte. Plötzlich war er froh, dass er so häufig mit seiner Schwester die Rollen getauscht hatte. Und dass sie sich immer gegenseitig Tipps gegeben hatten, um einander glaubwürdiger darzustellen. Das ersparte ihm jetzt, mit dem Körper eines Mädchens, die Peinlichkeit, sich vor dem Becken hinzustellen. Nach dem Händewaschen und Anziehen kehrte er – nein, sie – lächelnd ins Bett zurück und schlief schnell wieder ein.

* * *

Zur selben Zeit wachte Mike in seinem Zelt am Seeufer von einem Geräusch auf. Kaum das Grillengezirp übertönend, waren leise Schritte zu hören. Wer in aller Welt sollte um diese Zeit in der Nähe dieses Platzes sein? Es war sein persönlicher Angelplatz, als Privatgrundstück ausgeschildert! Er zog sich leise an und kroch aus dem Zelt.
Im Licht der gerade aufgehenden Sonne sah er sich um. Alles war leer. Weder in Richtung See, noch in Richtung Wald war irgendjemand zu sehen.
Mike zuckte mit den Schultern. Es war ja möglich, dass er dieses Geräusch nur geträumt hatte. Dann jedoch sah er einige Schritte entfernt frische Schuhabdrücke auf einer sandigen Stelle. Er schmunzelte beim Gedanken an eine Verfolgung, wusch sich mit Seewasser die Müdigkeit aus dem Gesicht, und schlich sich hinüber zu Johns Zelt.

Joanna wälzte sich unruhig hin und her und träumte. Wieso war ihr Bett so hart? Und wieso konnte sie die Bettdecke nicht zurückschlagen? Irgendetwas fühlte sich anders an, sie konnte nur nicht sagen was.
„Aufwachen, mein Sohn! Abenteuer wartet!“ drang plötzlich die enthusiastische Stimme ihres Vaters an ihr Ohr.
Das verwirrte sie. Wieso nannte ihr Vater sie seinen Sohn?
Mühsam öffnete sie die Augen und sah sich um. Sie erkannte verwundert, dass sie in einem Schlafsack lag, in einem Zelt. So langsam kam die Erinnerung wieder zurück: die Skinsuits bei Tante Emily! Die Verwandlung in einen Jungen! Ja, es stimmte, sie WAR ja jetzt John! Und als John beim Vater-Sohn-Wochenende, und deswegen zusammen mit ihrem Dad zelten!
Sie – nein, er – krabbelte aus dem Schlafsack, zog sich an, und verließ gähnend das Zelt. „Was ist denn los so früh am Morgen, Dad?“


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von eighthdwarf