Kapitel und Szene

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Kapitel und Szene

Beitragvon BurningSun » 11.12.2012, 19:31

Hallo!
Ich habe diese Frage schon einmal hintergründig gestellt und möchte sie jetzt zur Hauptfrage erklären, da ich nur eine Antwort bekommen habe.
Worun besteht der genaue Unterschied zwischen kapitel und Szene?
Ich kapier das irgendwie net, :twiddlethumbs:
egal, wer es mir bisher erklärt hat und welche Definitionen ich mir durchgelesen habe.
Es scheint fast dasselbe zu sein, aber da die Begriffe einzeln verwendet werden, muss es einen Unterschied geben! :groggy:
Bitte helft mir, dieses Geheimnis endlich zu entlüften! :flowers:
liebe grüße sunny
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Re: Kapitel und Szene

Beitragvon ahnungslos » 11.12.2012, 19:50

Hi Burning Sun,

also ich probiere es mal zu erklären (auch wenn ich nicht sooo viel Tau von der Theorie habe):
Ein Kapitel ist ein bestimmter Abschnitt in der Handlung, in dem eben etwas ganz bestimmtes passiert. (muss nicht am Anfang beginnen, kann auch mittendrin oder am Ende anfangen und mit Rückblenden arbeiten).
Eine Szene ist ein Teil des Kapitels (!), die nur ein bestimmtes Vorkommnis beschreibt.

Beispiel:
Im vierten Kapitel z.B. findet der Held seine davongelaufene Braut.
Szenen:
Szene 1: Er geht in den Wald und läuft direkt in eine Tierfalle hinein.
Szene 2: Jemand (ein Feind) kommt und lacht ihn aus und lässt ihn kopfüber im Baum hängen.
Szene 3: Es wird Nacht und der Held verteufelt seine eigene Ungeschicklichkeit.
Szene 4: Der Held hängt immer noch kopfüber und fängt langsam an zu fürchten, dass er sich nie mehr befreien kann. Er sieht Augen im Wald aufleuchten und bekommt es so richtig mit der Angst zu tun.
Szene 5: SIE (die Braut) läuft mit geschickten Schritten durch den Wald (vor ihrem Bräutigam davon).
Szene 6: Sie kommt zu dem Helden, der immer noch kopfüber am Baum hängt und befreit ihn, ohne zu wissen, wer er ist.
Szene 7: Er wickelt sie ein und küsst sie.
Szene 8: Sie ohrfeigt ihn...


usw...

lg ahnungslos
PS: Zumindest ist das meine Beobachtung.... :mrgreen:
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Re: Kapitel und Szene

Beitragvon Alix » 11.12.2012, 20:55

also so klein würde ich das noch nicht einmal schachteln. für mich sind Kapitel genau wie Szenen Sinnabschnitte eines Romanes. Wobei Kapitel noch einmal die Übergeordnete Größe ist. Ein Kapitel kann aus mehreren Szenen bestehen ( sollte es zumindest XD) eine Szene gehört jedoch fest in ein Kapitel.

Kapitel bezeichnen meist einen größeren Sinnabschnitt des Romanes. Jeder Autor setzt seine Kapitel anders und ihre Längen variieren, aber generell hält jedes Kapitel einen ganz bestimmten Quest, eine Auflösung oder einen Konflikt für die Charaktere bereit. Das kann etwas großes sein ( wie etwa der Protagonist wird vom Antagonisten entführt, eine Schlacht steht an, jemand muss gerettet werden...) oder auch etwas subtileres ( beispielsweise die Einführung eines wichtigen Charakters, eines wichtigen Ortes, die Zusammenführung zweier Charakter oder oder oder). Szenen sind hingegen die Bausteine, die das Kapitel aufbauen. Wobei ich anders als meine Vorrednerin es nicht so klein Schachteln würde. Zitat: "Szene 6: Sie kommt zu dem Helden, der immer noch kopfüber am Baum hängt und befreit ihn, ohne zu wissen, wer er ist. ;Szene 7: Er wickelt sie ein und küsst sie. ;Szene 8: Sie ohrfeigt ihn..."" -> Das wären für mich alles Bausteine einer Szene, sollte nicht zwischen den einzelnen Elementen ein Cut durch Perspektivenwechsel, Ortwechsel oder oder anstehen. Für mich beginnt und endet eine Szene durch einen Wechsel. Sei es nun ein Ortswechsel, der Wechsel einer Perspektive oder der Zeit. Alles andere gehört in eine Szene rein

also wäre das zusammenfassend:
Kapitel: größere Einheit im Roman, bestehend aus einer beliebigen Anzahl Szenen, beschreibt eine bestimmte Handlung
Szene: in sich geschlossen, Bausteine eines Kapitels, Beginn und Ende durch einen Orts-/Perspektiven-/Zeitwechsel
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Re: Kapitel und Szene

Beitragvon tumasch » 13.12.2012, 19:51

So gesehen lässt es sich vorsichtig mit einem Drama vergleichen, wo man (im klassischen Sinne z.B. fünf) Akte vorfindet, und jeder Akt besteht aus verschiedenen Szenen. Wie viele Szenen das sind, ist unterschiedlich. Wenn du dir diesen Vergleich vor Augen führen willst, entspräche ein Kapitel einem Akt und eine Szene einer...hm, nun ja...Szene. :D

Ich denke, die Einteilung erfolgt meist relativ willkürlich, wobei ein Kapitel tatsächlich eine Art größerer Sinnabschnitt darstellt und verschiedene, unterschiedlich lange Szenen in sich vereint.
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Re: Kapitel und Szene

Beitragvon Bonaventura » 14.12.2012, 12:04

So gesehen lässt es sich vorsichtig mit einem Drama vergleichen, wo man (im klassischen Sinne z.B. fünf) Akte vorfindet, und jeder Akt besteht aus verschiedenen Szenen. Wie viele Szenen das sind, ist unterschiedlich. Wenn du dir diesen Vergleich vor Augen führen willst, entspräche ein Kapitel einem Akt und eine Szene einer...hm, nun ja...Szene
Ich glaube, das trifft es schon sehr gut. Akt/Kapitel und Szene werden wohl wirklich ursprünglich aus dem Theater kommen. Szene ist ein Aufzug: Bühnenbild und Personen wechseln nicht (etwas, das durch den Film und damit die Möglichkeit schneller Schnitte und Montagen etwas aufgeweicht wurde). Akt ist ein übergeordneter Sinnabschnitt, der aus mehreren Aufzügen bestehen kann.

In Romanen hat man bei der Kapiteleinteilung viele Möglichkeiten, und kann damit unterschiedlichste Metastrukturierungen mit seinem Text vornehmen. Dabei kann ein Kapitel jeweils aus einer Szene bestehen, meistens besteht es aber aus mehreren.
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Re: Kapitel und Szene

Beitragvon Samira-Jessica » 20.08.2015, 22:00

:thinking: Ich glaube, hier bin ich mit meiner Frage richtig.

Erstmal hallo zusammen,

gerade eben habe ich versucht die "Elemente einer Szene" vom Jami Gold zu übersetzen.
Folgendes kam dabei heraus:

Wesentliche Elemente (min. eines):
- Einen Wendepunkt
- Ein Ziel des Charakters
- Eine Handlung, mit der die Geschichte fortschreitet
- Eine Spannungssteigerung
Wichtige Elemente (min. zwei):
- Charakterentwicklung
- Eine Ursache des Charakterkonflikts
- Wirkung des Charakterkonflikts (Verstehe nicht, was damit gemeint ist...)
- How Stakes Are Raised (Wie Anteile erhoben werden? - Was heißt das richtig auf Deutsch?)
- A Reinforcement of the Stakes (Eine Verstärkung der Anteile??)
- Charaktermotivation
Bonuselemente:
- Vergangenheit des Charakters
- World Building (Ort?)
- Stimmung
- Geschichtenthema (Warum das?)
- Andeutungen zur nächsten Szene

Als ich fertig war, habe ich mir mein Ergebnis so angeschaut und mir eine Frage stellt, die ich gerne mit Euch teilen würde, vielleicht wisst Ihr ja eine Antwort darauf.

Braucht eine Szene wirklich all diese Elemente?
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Re: Kapitel und Szene

Beitragvon schreiberling » 20.08.2015, 22:29

Szenen, das ist wie im Film, wo an einem Ort bestimmte Dinge passieren, dann gibt es einen Schnitt und wir gerlangen zur nächsten Szene, die sich nicht zeitlich und räumlich an die vorhergehende anschliesst.

Du kannst ja in einem literarischen Werk nicht 24/7 alles erzählen was (fiktiv) an allen Schauplätzen mit allen Charakteren passiert. Du pickst nur einzelne, für die Handlung wichtige Teile heraus. Das was du an angenommenem Geschehen weglässt gliedert das was gezeigt wird in einzelne Szenen.

Kapitel sind längere Sinneinheiten, die sich aus vielen Szenen zusammensetzen.
Zuletzt geändert von schreiberling am 20.08.2015, 22:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kapitel und Szene

Beitragvon schreiberling » 20.08.2015, 22:30

Samira-Jessica hat geschrieben:Braucht eine Szene wirklich all diese Elemente?




Nein.
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Re: Kapitel und Szene

Beitragvon Samira-Jessica » 20.08.2015, 22:37

ahnungslos hat geschrieben:Hi Burning Sun,

also ich probiere es mal zu erklären (auch wenn ich nicht sooo viel Tau von der Theorie habe):
Ein Kapitel ist ein bestimmter Abschnitt in der Handlung, in dem eben etwas ganz bestimmtes passiert. (muss nicht am Anfang beginnen, kann auch mittendrin oder am Ende anfangen und mit Rückblenden arbeiten).
Eine Szene ist ein Teil des Kapitels (!), die nur ein bestimmtes Vorkommnis beschreibt.

Beispiel:
Im vierten Kapitel z.B. findet der Held seine davongelaufene Braut.
Szenen:
Szene 1: Er geht in den Wald und läuft direkt in eine Tierfalle hinein.
Szene 2: Jemand (ein Feind) kommt und lacht ihn aus und lässt ihn kopfüber im Baum hängen.
Szene 3: Es wird Nacht und der Held verteufelt seine eigene Ungeschicklichkeit.
Szene 4: Der Held hängt immer noch kopfüber und fängt langsam an zu fürchten, dass er sich nie mehr befreien kann. Er sieht Augen im Wald aufleuchten und bekommt es so richtig mit der Angst zu tun.
Szene 5: SIE (die Braut) läuft mit geschickten Schritten durch den Wald (vor ihrem Bräutigam davon).
Szene 6: Sie kommt zu dem Helden, der immer noch kopfüber am Baum hängt und befreit ihn, ohne zu wissen, wer er ist.
Szene 7: Er wickelt sie ein und küsst sie.
Szene 8: Sie ohrfeigt ihn...


usw...

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PS: Zumindest ist das meine Beobachtung.... :mrgreen:


:thinking: Gerade bin ich auf diesen Beitrag gestoßen und wenn ich mir diese Erklärung hier ansehe ... Verwirrt mich das ...
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Re: Kapitel und Szene

Beitragvon Samira-Jessica » 20.08.2015, 22:38

schreiberling hat geschrieben:
Samira-Jessica hat geschrieben:Braucht eine Szene wirklich all diese Elemente?




Nein.

Aber bestimmte Teile?
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Re: Kapitel und Szene

Beitragvon Maggi1417 » 20.08.2015, 23:00

Aber bestimmte Teile?

3-Akt-Struktur. Mal wieder. Anfang, Mitte, Ende -> Ziel, Konflikt, Auflösung.

Eine neue Szene beginnt normalerweise nach einem Wechsel des Ortes, des Blickpunkt-Charakters oder nach einem Zeitsprung (egal wie kurz).

Der Beitrag von Ahnungslos ist übrigens Quatsch. In dieser Auflistung stellen 1-3 eine Szene dar, 4 ist eine eigene Sequel-Szene (eine Sonderform der Szene, bei der der Character auf die letzte Szene reagiert. Häufig deutlich kürzer als Handlungs-Szenen), 5-8 ist dann die nächste Szene.

- Wirkung des Charakterkonflikts (Verstehe nicht, was damit gemeint ist...)

Eine guter Protagonist hat neben einem externen Plot noch einen interne Plot in dem die Figur mit einer persönlichen Schwäche kämpft. Es ist wichtig, dass diese Charakterschwäche sich auch auf das Handeln der Figur, also auf den externen Plot auswirkt. Ich schätze, dass ist gemeint.

- How Stakes Are Raised (Wie Anteile erhoben werden? - Was heißt das richtig auf Deutsch?)

Raising the Stakes heißt so viel wie "den Einsatz erhöhen" (Einsatz im Sinne von "was steht auf dem Spiel?").

Beispiel Harry Potter und die Kammer des Schreckens: Erst wird nur eine Katze versteinert, dann sind es Schüler, dann ist es Harrys Freundin Hermine, dann wird Ginny, die Schwester seines besten Freundin verschleppt und schwebt in Lebensgefahr.
Mit jeder dieser Eskalationstufe wächst die Bedrohung für Harry und die Spannung für den leser..
Du kennst ja sicher diese Grafiken zu der 3-Akt-Struktur? Diese ansteigende Linie, die im Klimax ihren Höhepunkt findet. Das ist damit gemeint.

- A Reinforcement of the Stakes (Eine Verstärkung der Anteile??)

Mit Reinforcement ist gemeint, dass du den Leser regelmäßig daran erinnern solltest, was für den Protagonisten auf dem Spiel steht. Wenn am Anfang der Geschichte die Ehefrau des Ermittler entführt wird, dann muss dieses Problem präsent bleiben, sonst verliert das ganze an Bedeutung und die Spannung ist raus.

- Geschichtenthema (Warum das?)

Man schreibt ja unter anderem, weil man etwas zu sagen hat. Man möchte ein bestimmtes Thema beleuchten. Das sind Dinge wie "Macht", "Liebe", "Gewalt"... In Game of Thrones geht es zum Beispiel um Macht, bzw. um Macht in Konkurenz mit anderen Werten wie Liebe, Pflicht oder Ehre. Diese Thematik taucht immer wieder auf, in den verschiedenen Handlungssträngen, Szenen, Dialogen.
Wenn man sein Thema erst mal identifiziert hat (ist gar nicht so einfach) sollte man Szenen (oder auch ganze Handlungsstränge) daraufhin untersuchen, ob sie eigentlich zu dem passen, was man dem Leser mitteilen möchte.

- World Building (Ort?)

Naja, Welt. Das ist hauptsächlich relevant für Historik, Science Fiction und Fantasy. In diesen Genre funktioniert die Welt anders als die, in der wir leben und das muss man dem Leser irgendwie verklickern.

Braucht eine Szene wirklich all diese Elemente?

Nicht alle, deshalb steht da ja auch "min. 1" bzw "min. 2".
Grundsätzlich gilt aber: Je mehr dieser Punkte deine Szenen erfüllen, desto straffer liest sich das ganze.
Zum Beispiel: Ein Streitgespräch über intergalaktische Politik kann World-Building-Informationen liefern, den Plot vorwärts treiben und den Charakter der streitenden Figuren zeigen. Also 3 in 1.
Du solltest dich bei jeder Szene Fragen "warum muss diese Szene im Buch drin sein". Wenn keins von Jami Golds "Wesentliche Elementen" auftaucht, dann ist die Szene überflüssig und sollte gestrichen werden.
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Re: Kapitel und Szene

Beitragvon Samira-Jessica » 21.08.2015, 00:03

Hi Maggi,

so langsam bekomme ich das Gefühl, die stalkst mich, denn egal wo ich hier schreibe, früher oder später folgt ein Beitrag von dir auf meinen xD. Zum Glück weiß ich, dass du das nicht machst, um mich zu kritisieren, wie ich eine Zeit lang mal dachte, sondern um mir zu helfen! :girl:

Maggi1417 hat geschrieben:
- Geschichtenthema (Warum das?)

Man schreibt ja unter anderem, weil man etwas zu sagen hat. Man möchte ein bestimmtes Thema beleuchten. Das sind Dinge wie "Macht", "Liebe", "Gewalt"... In Game of Thrones geht es zum Beispiel um Macht, bzw. um Macht in Konkurenz mit anderen Werten wie Liebe, Pflicht oder Ehre. Diese Thematik taucht immer wieder auf, in den verschiedenen Handlungssträngen, Szenen, Dialogen.
Wenn man sein Thema erst mal identifiziert hat (ist gar nicht so einfach) sollte man Szenen (oder auch ganze Handlungsstränge) daraufhin untersuchen, ob sie eigentlich zu dem passen, was man dem Leser mitteilen möchte.


Das was man zu sagen hat in der kompletten Story oder jetzt nur in der Szene?

Maggi1417 hat geschrieben:
- World Building (Ort?)

Naja, Welt. Das ist hauptsächlich relevant für Historik, Science Fiction und Fantasy. In diesen Genre funktioniert die Welt anders als die, in der wir leben und das muss man dem Leser irgendwie verklickern.

Hm, das versteh ich immer noch nicht?
:thinking: Ich möchte ja Fantasy schreiben ... Kann ich das vielleicht so deuten, dass jeweils erwähnt werden sollte (nicht muss), wo die Szene spielt?

Maggi1417 hat geschrieben:
Braucht eine Szene wirklich all diese Elemente?

Nicht alle, deshalb steht da ja auch "min. 1" bzw "min. 2".
Grundsätzlich gilt aber: Je mehr dieser Punkte deine Szenen erfüllen, desto straffer liest sich das ganze.
Zum Beispiel: Ein Streitgespräch über intergalaktische Politik kann World-Building-Informationen liefern, den Plot vorwärts treiben und den Charakter der streitenden Figuren zeigen. Also 3 in 1.
Du solltest dich bei jeder Szene Fragen "warum muss diese Szene im Buch drin sein". Wenn keins von Jami Golds "Wesentliche Elementen" auftaucht, dann ist die Szene überflüssig und sollte gestrichen werden.


Das ist ein gute Tipp, danke!
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Re: Kapitel und Szene

Beitragvon Samira-Jessica » 21.08.2015, 01:27

Maggi1417 hat geschrieben:3-Akt-Struktur. Mal wieder. Anfang, Mitte, Ende -> Ziel, Konflikt, Auflösung.

Berichtige mich wenn ich falsch liege aber ich glaube, verstanden zu haben, dass alle Teile einer Geschichte so aufgebaut sind. Bei jedem Teil muss man sich erneut Anfang, Mittelteil und Ende überlegen, nicht nur für die Handlung der ganzen Geschichte, sondern auch für auch für die Kapitel und sogar die Szenen(?), richtig?

Das heißt man kann bspw. den Jami Gold's Basic Beat Sheet auch für die Kapitel und Szenen verwenden, oder nicht?

Ich bin gerade total begeistert davon, das ist echt wahnsinnig hilfreich, wenn man wie ich Probleme beim Einteilen hat!
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Re: Kapitel und Szene

Beitragvon Maggi1417 » 21.08.2015, 09:21

Das was man zu sagen hat in der kompletten Story oder jetzt nur in der Szene?

In der kompletten Story. Aber jede Szene die du schreibst sollte ja auf die eine oder andere Art etwas dazu beitragen.

Ich möchte ja Fantasy schreiben ... Kann ich das vielleicht so deuten, dass jeweils erwähnt werden sollte (nicht muss), wo die Szene spielt?

Wo deine Figuren sich getade befinden musst du immer erwähnen, sonst befinden sie sich für den Leser ja im Luftleeren Raum. World-Building Informationen sind aber Dinge die sich auf das große ganze beziehen. Beispiel Harry Potter: "Wie wählt ein Zauberstab einen Zauberer?", "Wer hat Hogwarts gegründet?", "Wie ist das Verhältnis zwischen reinblütigen Zauberern und Mugglestämmigen Zauberern?", "Was genau passiert während des ersten Kriegs gegen Voldemort?", "Wie ist das Ministerium für Magie aufgebaut?", "Welche Positionen gibt es in einem Quidditsch Team?"... das sind alles World-Building-Informationen die Rowling in die laufende Handlung einstreut.

Das heißt man kann bspw. den Jami Gold's Basic Beat Sheet auch für die Kapitel und Szenen verwenden, oder nicht?

Theoretisch schon ja. Das ist allerdings natürlich schon eine Hardcore-Form des Plottens. Soweit treibe nicht mal ich das ganze und ich Plotte ja schon sehr intensiv. Du kannst das ja probieren, aber es kann durchaus sein, dass du hin und wieder von der Struktur abweichen musst, um die Geschichte zu erzählen, die dir vorschwebt.
Für eine etwas simplere Szenen-Struktur würde ich dir diesen Artikel hier empfehlen (zur Abwechslung mal auf Deutsch!)
http://www.schriftsteller-werden.de/kreatives-schreiben/die-perfekte-szene-teil-1/


so langsam bekomme ich das Gefühl, die stalkst mich, denn egal wo ich hier schreibe, früher oder später folgt ein Beitrag von dir auf meinen

Ich stalke dich nicht, ich bin nur ein relativ aktives Mitglied. Ich gebe meinen Senf eigentlich zu allen Themen ab, egal ob von dir oder jemand anderem.
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Re: Kapitel und Szene

Beitragvon Padrion » 21.08.2015, 10:28

Eine Szene besteht aus einem kontinuierlich (ohne Unterbrechung) ablaufenden Stück Handlung. Zwischen den Szenen gibt es eine Unterbrechung der Handlung also einen Zeit- Orts- oder Perspektivenwechsel. Ein Kapitel besteht aus einer oder mehreren inhaltlich zusammenhängenden Szenen.
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