Kein entrinnen
Sie schmiß die Tür mit einem lauten Knall zu und lief ins Schlafzimmer. Sie zitterte am ganzen Körper und hatte Angst. Angst vor ihm. Er hatte ihr gedroht. Er wollte sie haben. Für immer.
Ganz leise schloss sie die Schlafzimmertür zu und setzte sich neben dass Bett. Sie umschlang ihre Knie mit den Armen und zog sie näher an sich ran. Angst. Sie hatte sich selber eingesperrt. Warum war sie zurück nach Hause gelaufen? Angst. Er würde sie holen. Er würde sie mit der Messerspitze kitzeln und quälen. Angst. Was sollte sie nur machen? Was würde ihre Tochter sagen, wenn ihre Mutter Tot in der Wohnung lag. Was würde mit ihrer Tochter passieren? Würde er sie auch verfolgen? Würde er sie auch umbringen? Warum hatte sie ihn mal geliebt? Warum? Sie hatte nie gewusst, welch schreckliches Monster er sein konnte. Angst. Nur wegen ihrer geliebten Tochter. Aus Liebe hatten sie Rebekka gezeugt, aber jetzt hasste er seine Tochter. Er war verrückt geworden. Wer hatte in seine Seele geschnitten? Wer war für sein Benehmen verantwortlich? Tränen flossen über ihr Gesicht. Wohin? Eine Tür quitschte und am liebsten würde sie rennen. Ewig und Für immer. Welcher Gott wollte sie und ihre Tochter Rebekka bestrafen? Was hatte sie falsch gemacht? Welchem Gott hatte sie missfallen? Angst. Gebannt schaute sie auf die Tür, die sich langsam öffneten. Angst. Er stand da. Sein wunderschönes Gesicht war zu einer grässlichen Fratze verzogen. Sein früheres lächeln war nun ein schreckliches Grinsen. Durch das Fenster konnte man die Abendsonne sehen, wie sie unterging. Sie selbst würde jetzt auch untergehen. Mit der Sonne. Das Messer blitze im Sonnenlicht. Kein entrinnen...
