Keine Prophezeiungen mehr – Bitte!

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Re: Keine Prophezeiungen mehr – Bitte!

Beitragvon Ignotus » 17.04.2015, 20:23

Kommt in deiner Geschichte eine Prophezeiung vor?
In einem meiner aktuellen Projekte jede Menge ;)

Warum?
Es ist der "Beruf" meiner Protas, als Wahrsager durch die Botanik zu ziehen und den Leuten, die es hören wollen (oder auch nicht), ihre Profezeiungen vorzutragen…

Und was würde passieren, wenn du die Prophezeiung weglassen würdest?
Das ganze Projekt würde nicht funktionieren.
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Re: Keine Prophezeiungen mehr – Bitte!

Beitragvon schreiberling » 18.04.2015, 20:26

Ich hab nix gegen fantastische Literatur in der sich der Plot auch um eine Prophezeiung dreht.

Das Problem ist halt nur daß das ganze schon so oft ziemlich SCHLECHT umgesetzt wurde und daher entsprechend vielen Lesern beim Hals raushängt.

Aber nur weil das Motiv des Mordes schon in vielen schlechten Krimis verunstaltet worden ist bedeutet das ja nciht daß niemand mehr einen Krimi über einen Mord schreiben sollte.
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Re: Keine Prophezeiungen mehr – Bitte!

Beitragvon Arynah » 18.04.2015, 20:51

schreiberling hat geschrieben:Aber nur weil das Motiv des Mordes schon in vielen schlechten Krimis verunstaltet worden ist bedeutet das ja nciht daß niemand mehr einen Krimi über einen Mord schreiben sollte.


sehr gute Aussage, finde ich :O

Nun zu mir:

Kommt in deiner Geschichte eine Prophezeiung vor?

Ja.

Warum?

Nur so. Nein, Spaß ;D
Sie dient dem Konflikt, den mein einer Protagonist durchleben soll. Sie soll Zweifel in ihm wecken. Man muss aber erwähnen, dass es keine direkte "Alle werden sterben" Prophezeiung ist, sondern zu dem Typ "Was soll das nun heißen?" gehört. Sie sagt ein Ereignis voraus, aber nicht deren Ausgang und mein Protagonist wird darüber entscheiden müssen, wie er es auslegt. Dies wird eine entscheidende Rolle im Roman spielen.

Und was würde passieren, wenn du die Prophezeiung weglassen würdest?

Nicht viel. Auch wenn ich schrieb, dass die Entscheidung zu dieser Prophezeiung wichtig ist, gibt es noch mehrere andere Faktoren, die den Protagonisten zu diesem Punkt führen würden. Sie ist unterstützend und durch ihre Aussage malerisch und bleibt im Gedächtnis. Sie rundet den Konflikt einfach nur ab.

Was hältst du von Prophezeiungen?

Es kommt auf die Nutzung an. Oft sind sie wirklich nur ein Aufhänger, damit etwas passiert oder ein Spoiler. Aber ich mag gut genutzte Prophezeiungen oder die Richtung, die Ignotus wählt - als Hauptthema.
Generell kann man sagen, dass ich gut genutzten Prophezeiungen angetan bin, solange sie mich grübeln lassen. Ich möchte eine Prophezeiung nicht sofort verstehen. Sie soll sich erst ergeben, wenn das Ereignis kurz davor ist, einzutreten oder erst danach. Sie sollte abstrakt sein.
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Re: Keine Prophezeiungen mehr – Bitte!

Beitragvon schreiberling » 18.04.2015, 22:39

Arynah hat geschrieben:
Es kommt auf die Nutzung an. Oft sind sie wirklich nur ein Aufhänger, damit etwas passiert oder ein Spoiler. Aber ich mag gut genutzte Prophezeiungen oder die Richtung, die Ignotus wählt - als Hauptthema.
Generell kann man sagen, dass ich gut genutzten Prophezeiungen angetan bin, solange sie mich grübeln lassen. Ich möchte eine Prophezeiung nicht sofort verstehen. Sie soll sich erst ergeben, wenn das Ereignis kurz davor ist, einzutreten oder erst danach. Sie sollte abstrakt sein.




Ich fand zB die Prophezeiung in Harry Potter, die ja sowohl auf Harry als auch auf Neville Longbottom zutreffen konnte und wo Voldi dann erst durch den Mordversuch Harry zum tatsächlichen Träger der Prophezeiung gemacht hat sehr interessant und intelligent angelegt.
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Re: Keine Prophezeiungen mehr – Bitte!

Beitragvon unkompliziert » 18.04.2015, 23:58

Da stimme ich zu.
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Re: Keine Prophezeiungen mehr – Bitte!

Beitragvon Bernd » 21.04.2015, 08:07

Vorweg: Ich mag keine Prophezeiungen. Nicht, wenn sie genutzt werden, um irgendetwas anzukündigen, was dann auch eintreten wird. Sie kommt gefühlt in den letzten Jahren inflationär oft vor. Mal abgesehen davon, dass es ein "billiger Trick" ist, um Handlung voranzubringen und absolut langweilig für den Leser -- ja ich weiß, das war jetzt sehr provokant formuliert --, kommt bei mir immer gleich die Logik-Frage: Wenn man das weiß, kann man es doch verhindern und führt die Prophezeiung ad absurdum! Es ist genau wie mit Zeitreisen, oder... ?

AAABER dann habe ich mich dabei ertappt, dass ich eine Geschichte gefunden, wo eine Prophezeiung in gewisser Weise den Kern der Geschichte ausmacht: "Eine Billion Dollar" von Andreas Eschbach. Da geht es um einen Herrn aus dem 15. Jahrhundert, der eine Vision hat und voraussagt, dass 500 Jahre später die Menschen von Gott abgewandt und trotz technischen Schnickschnacks in gewisser Weise im Elend leben werden und er nun den Grundstein legt, damit ein gewisser Nachfahre (der Protagonist) der Menschheit die verloren geglaubte Zukunft wiederbringt. Das Buch lebt davon, dass der Protagonist versucht, diese Prophezeiung zu erfüllen. Dabei ist nie klar, ob das gelingen kann. Manche sind der Meinung, egal was er tue, es WIRD gelingen. Andere meinen, dafür müsse man etwas tun. Wieder andere, dass er drauf sch***** soll und machen soll, was er will...

Im Grunde ist es mit Prophezeiungen also wohl eher wie mit Religion. Sie selbst macht eine Geschichte per se weder gut noch schlecht. Es kommt drauf an, wie man mit der Thematik umgeht. Für die Protagonisten ist es Glaubenssache, ob die Prophezeiung erfüllbar ist / erfüllt wird. Kann, muss aber nicht. Eine Prophezeiung ist kein "roter Faden" für die Handlung, sie ist Konfliktpotential!
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Re: Keine Prophezeiungen mehr – Bitte!

Beitragvon Paisley » 21.04.2015, 10:06

Bernd hat geschrieben:Im Grunde ist es mit Prophezeiungen also wohl eher wie mit Religion. Sie selbst macht eine Geschichte per se weder gut noch schlecht. Es kommt drauf an, wie man mit der Thematik umgeht. Für die Protagonisten ist es Glaubenssache, ob die Prophezeiung erfüllbar ist / erfüllt wird. Kann, muss aber nicht. Eine Prophezeiung ist kein "roter Faden" für die Handlung, sie ist Konfliktpotential!


Gerade beim letzten Punkt bin ich vollkommen deiner Meinung, Bernd. Deshalb hab ich es bei mir auch nicht so gestaltet, das mein Protagonist einen Luftsprung macht und sich freut, als hätte er einen Sechser im Lotto. Im Gegenteil er stellt das alles in Frage und will erstmal nichts damit zu tun haben.

Und ich finde es auch bei anderen Geschichten gut, wenn erstmal nicht klar ist, wie es weitergeht. Wenn der Protagonist sich nicht gleich freudestrahlend auf seinen "Kreuzzug" macht, sondern vielleicht erstmal andere Pläne hat und z.B. an der Umsetzbarkeit zweifelt. Oder eben Zweifel daran bestehen, ob er seine Mission erfüllen kann.

Liebe Grüße,
Paisley
Geduld, Selbstvertrauen, Durchhaltevermögen, erzählerisches Talent und Sprachgefühl - die Heilige Fünffaltigkeit der Schriftstellerei. Andreas Eschbach
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Re: Keine Prophezeiungen mehr – Bitte!

Beitragvon EndOfNovember » 28.04.2015, 22:51

Liebe Jacky! Ich muss mich bei dir vielmals für dieses Thema bedanken! :D
Mir wurde dadurch bewusst, dass meine Geschichte überhaupt keine Prophezeiung braucht. Danke! :lol:
If a book is well-written, I always find it too short. - Jane Austen
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Re: Keine Prophezeiungen mehr – Bitte!

Beitragvon IPatricia » 29.04.2015, 14:53

Kommt in deiner Geschichte eine Prophezeiung vor?

Bis jetzt noch nicht. Es gibt in meinem Setting Wahrsager, meine Protagonistin ist aber eher rational veranlagt, deshalb würde das für sie keine Rolle spielen. Sie lässt sich nur einmal aus der Hand lesen, weil es sich mehr oder weniger ergibt, tut dies aber eher als Humbug ab und freut sich, dass das gratis war. Das ist keine Prophezeiung in dem Sinne, weil es dabei nicht um Ereignisse geht, sondern einfach um Tendenzen bei einer Person, wie diese veranlagt ist. Heißt in etwa: Ist sie ein Gefühlsmensch? Empfänglich für Liebe? Ist ihr das Glück besonders zugetan? Handelt sie überstürzt? So etwas.

Warum?

Das Ganze kommt vor, weil ich so etwas immer sehr interessant und ein bisschen mystisch finde, solange man es nicht übertreibt á la "Du bist die Einzige, die unsere Welt vor der Zerstörung retten kann".

Und was würde passieren, wenn du die Prophezeiung weglassen würdest?

Da es ja keine richtige Prophezeiung im herkömmlichen Sinne ist, würde ich sagen: Nichts weiter. Meine Protagonistin wird das ohnehin erstmal verdrängen / vergessen, aber für den Leser ist es denke ich interessant. Und ich würde ansonsten eine sehr langweilige Kutschfahrt haben, bei der meine Protagonistin mit ihren Gedanken ziemlich allein wäre.

Was hältst du von Prophezeiungen?

Richtig genutzt kann jedes Stilmittel seinen Reiz haben. Wie schon erwähnt, mag ich diese endgültigen Prophezeiungen nicht, die besagen: Diese Person ist der Auserwählte, er muss die Welt vor der Dunkelheit bewahren, bla bla. Das ist mir ein bisschen zu dick aufgetragen. Ich mag vage Vorhersagen, die nicht wie in Stein gemeißelt sind und die nicht so bierernst genommen werden. Eine Geschichte braucht so etwas für mich aber absolut nicht. Es kann sehr interessant sein und auch ein bisschen forshadowing erzeugen, wo man sich im Nachhinein noch einmal daran erinnert. Es sollte aber nicht konkret das Ende vorhersagen. Für mich heißt das im Endeffekt: Wenn Prophezeiungen, dann bitte nicht so konkret und innovativ in die Geschichte hinein gearbeitet.
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Re: Keine Prophezeiungen mehr – Bitte!

Beitragvon Milch » 01.05.2015, 14:18

schreiberling hat geschrieben:Ich hab nix gegen fantastische Literatur in der sich der Plot auch um eine Prophezeiung dreht.

Das Problem ist halt nur daß das ganze schon so oft ziemlich SCHLECHT umgesetzt wurde und daher entsprechend vielen Lesern beim Hals raushängt.

Aber nur weil das Motiv des Mordes schon in vielen schlechten Krimis verunstaltet worden ist bedeutet das ja nciht daß niemand mehr einen Krimi über einen Mord schreiben sollte.


Sehe ich auch so.
Wenn man es kann, darf man auch Prophezeiungen machen.
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Re: Keine Prophezeiungen mehr – Bitte!

Beitragvon Concorde » 02.05.2015, 20:23

Ich denke es kommt ganz darauf an, wie die Prophezeihung daherkommt. Wenn am Anfang die Alte mit der Kristallkugel da sitzt und behauptet "du wirst im Kampf gegen xy sterben", und die ganze Sache spitzt sich darauf zu dass der Prota tatsächlich stirbt. Wobei das natürlich insofern psychologisch interessant sein könnte, wie der Prota damit umgeht, dass er den Kampf ohnehin nicht überleben wird. Lohnt es sich überhaupt noch etc. Wobei zu diesem Zweck könnte man ihm auch einfach eine unheilbare Krankheit verpassen.

Die Prophezeihung in Harry Potter fand ich gut, erstens war sie unklar genug, um es noch spannend zu machen, zweitens drehte sich nicht die ganze Story darum, die Prophezeihung war sowas wie der rote Faden in der Geschichte.

Ich mag "auslegungsbedürftige" Prophezeihungen. Vllt liegt das daran dass ich generell von der Uni her vorbelastet ist, ich mag alles was auslegungsbedürftig ist, da kann man so schön drum rum diskutieren :D
Ich denke man könnte sich am Orakel von Delphi orientieren... "wenn du den Fluss überschreitest, wirst du ein Reich zerstören". So was find ich gut. Wenn der Feldherr dann schon die Siegesfeier plant, und dann kommt alles anders...

Ich selber verwende Prophezeihungen selten. Nur in einer meiner Geschichten kommt eine vor, ich denke sie ist nicht wirklich essentiell für die Geschichte, ich würde wohl auch einen anderen Grund finden, meine Prota auf die Reise zu schicken. In gewisser Weise ist diese Reise aber notwendig, und ich lasse offen, ob das was als "Prophezeihung" daherkommt wirklich aufgrund höherer Eingebung erfolgt, oder von der betreffenden Akteurin bloß mystisch verklärt wurde, damit die Allgemeinheit garantiert auf sie hört...
http://ildikovass.jimdo.com/

Wer die Gesetze nicht kennt, bringt sich um das Vergnügen, gegen sie zu verstoßen.
(Jean Genet)
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Re: Keine Prophezeiungen mehr – Bitte!

Beitragvon Chrysantheme » 04.05.2015, 18:01

Ich habe ne ProphezeihungsGeschichte geschrieben, in der sich die Protagonisten über Prophezeihungen aufregen und versuchen sich ihr zu widersetzen. Viel wichtiger ist die Frage: Wäre es auch passiert, wenn es niemand prophezeit hätte? XD
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Re: Keine Prophezeiungen mehr – Bitte!

Beitragvon RocketJo » 07.05.2015, 09:07

Aloha

Kommt in deiner Geschichte eine Prophezeiung vor?

Prophezeihung und - wuhu- Traum. Ja.

Warum?
Es geht von Beginn an um die Bedeutung des Traums von zwei verschiedenen Protas. Damit der gedeutet wird, braucht es einen Traumdeuter. Oder eben einen Wahrsager, Propheten, was auch immer.

Und was würde passieren, wenn du die Prophezeiung weglassen würdest?
Ich könnte die kompletten ersten zuehn von sechzehn Kapiteln streichen. Der Reiz bei der Sache liegt dabei darin, wie die beiden Charas mit der Prophezeihung jeweils umgehen, nicht and er Prophezeihung selbst.

Welche Prophezeiung kennst du, die eine Geschichte erst so richtig gut gemacht hat?
- Ödipus
- die Ilias
- der Exodus
Wir vergessen gern, dass das KOMPLETTE KONZEPT unserer Literatur und Kultur auf Prophezeihungen fußt. Ich nehme mal an, ein Punkt, warum sie neben schlechter Umsetzung noch unbeliebt sind ist die verschwundene Spiritualität (wie mit Religion, wie irgendjemand hier schon sagte, denn das geht Hand in Hand)
- Harry Potter
Spoiler: Anzeigen
(Ich finde es so genial, dass die Prophezeihung auch auf Neville passt, ganz ehrlich)

- Saint Seiya, wobei natürlich die Frage ist, ob ein widerkehrendes Ereignis, dessen genaues Datum Interpretetaionsspielraum lässt, eine Propheziehung darstellt

Welche Prophezeiung kennst du, die eine Geschichte so richtig schlecht gemacht hat?
Wenn ich genau darüber nachdenke, keine.

Was hältst du von Prophezeiungen?
Ich bin ein sehr von der klassischen Antike geprägter Mensch und glaube an ein Schicksal, das noch über Menschen und Göttern steht. In sofern habe ich kein Problem mit Prophezeihungen. Ich wüsste auch nicht, warum eine Prophezeihung als Handlungsgrund böse sein sollte, das "Auserwählt werden", die "edle Geburt", das Nachvollziehen/ Nachspüren einer "alten Legende" oder der stumpfe "Zufall" nicht.
Jede Geschichte braucht eine Initialzündung. Wenn jemand lieber ein sogenanntes zufälliges Ereignis haben will statt Vorsehung, ist das seine Sache. Gerade mit Jackys nettem Punkt "der Autor ist allwissend" gibt es aber in einem Buch keine ZUfälle, sondern dummerweise nur Vorhersehung ;-)
Und aus einem Zufall kann ich genauso eine schlechte, lahme Geschichte machen wie aus der Vorsehung. Mit dem gleichen Argument könnte man auch verbeiten, dass eine Geschichte eine Handlung und einen Helden hat. Die Handlung führt ja schon zu Möglichkeiten der Auflösung, was die Spannung nimmt und der Held ist derjenige, der in 90% der Fälle das Problem löst. Ist auch langweilig.

Gruß
Rocket
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Re: Keine Prophezeiungen mehr – Bitte!

Beitragvon keksy » 15.05.2015, 21:01


Was hältst du von Prophezeiungen?

Es kommt auf die Geschichte an. Ich würde grundsätzlich kein Buch aus der Hand legen, nur weil vorweg eine Prophezeiung ausgesprochen wurde. Ich wäre neugierig, ob sie auch wirklich so! eintrifft und wäre -hoffentlich ;) - positiv überrascht, wenn sie durch lauter Umwege oder gar nicht eintrifft - oder ich komplett in die Irre geführt wurde. Natürlich ist das nur bei wenigen so, aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Kommt in deiner Geschichte eine Prophezeiung vor? / Warum ?

Ja. Sogar jede Menge.
In meiner Geschichte spielen Priesterinnen mit, die Orakel ausprechen. In der Zeit, wo meine Geschichte spielt, war es ein sehr häufiger Brauch und somit werden sie auch verwendet. Allerdings treffen sie nicht immer zu. Die Orakel sind so "verwirrend", dass man damit zunächst nicht viel anfangen kann.
Es wird auch nicht gesagt "Du wirst dann und dann eine große Tat vollbringen". Sie sind allgemein gehalten und passen auf vieles. In meiner Geschichte hört eben jeder nur das raus, was er für sich selber verwenden will.

Und was würde passieren, wenn du die Prophezeiung weglassen würdest?

Meiner Geschichte würde der Boden unter den Füßen weggezogen: Der Vater von XY ist ein sehr "religöser" Mensch und glaubt an die Vorhersagen der Priesterinnen, die ihm allerdings voraus gesagt haben, dass seine Kinder ihn töten würden. Somit verstößt und tötet er sie - bis auf eins, das überlebt und von seinem Feind groß gezogen wird.


Welche Prophezeiung kennst du, die eine Geschichte erst so richtig gut gemacht hat?

Es ist vielleicht keine richtige Prophezeiung, aber ich fand die kleinen Spoiler von Galadriel in HdR sehr toll. :)

Welche Prophezeiung kennst du, die eine Geschichte so richtig schlecht gemacht hat?
hm... fällt mir keine ein ^^
Um einen wahren Freund zu finden, musst du weit reisen.
Um einen wahren Feind zu finden, blicke einmal rechts und links.
(KR)
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Re: Keine Prophezeiungen mehr – Bitte!

Beitragvon Saftkeks » 31.05.2015, 13:43

Kommt in deiner Geschichte eine Prophezeiung vor?
Nö.
Warum?
Ist ein SciFi-Thriller. Mit Magie hat das wenig zu tun. Höchstens mit inakkurater Wissenschaft. :roll:
Welche Prophezeiung kennst du, die eine Geschichte erst so richtig gut gemacht hat?
Wie hier schon so oft erwähnt wurde: Harry Potter. Die Prophezeiung bringt die Story erst ins Rollen, richtig, ohne sie wären die Potters vielleicht am Leben geblieben... also, zumindest bis Voldi die vollständige Weltherrschaft an sich gerissen hätte. Der böse Wicht hat andere Schwächen (Motivation?) aber darum gehts ja hier nicht. Ich denke eine gute Prophezeiung - wie in HP oder auch in GOT (Cerceis beispielsweise...) zeichnet sich dadurch aus, dass
a) nicht vollständig klar ist um WEN sie sich dreht, WANN das ganze eintritt und WIE es geschehen wird und
b) der Leser nicht weiß (ebenso wie der Charakter in der Geschichte) ob er die Weissagung als esotherischen Mumpitz abtun kann... oder ob er sie nicht doch lieber ernst nehmen sollte. Will sagen: Spannung durch Unklarheit. Es ist ein bisschen, wie Suspense. Man eröffnet dem Leser die Möglichkeit der Handlungsentwicklung, und wenn man nicht blöde ist als Autor, will besagter Leser wissen, ob sie sich erfüllt oder nicht - und wenn ja, wie.
Welche Prophezeiung kennst du, die eine Geschichte so richtig schlecht gemacht hat?
Ähm. Grundsätzlich gehen mir Geschichten, in denen ich eine "Ein [Protagonist mit einem unverwechselbaren Merkmal] wird kommen und [den bösen Wicht] ein für alle Mal platt machen"-Prophezeiung vorgesetzt bekomme und der besagte Prota wegen eines krönchenförmigen Leberflecks loszieht und mit einer Holzaxt und in aufreizendem Lederschurz mit überraschendem Talent Feinde niedermäht, immer nach wenigen Seiten schon so dermaßen auf den Keks, dass sie direkt wieder in die Bücherei oder zu ihrem Ausleiher zurückwandern. Den Titel hab ich mir da noch nie gemerkt. :oops:
Was hältst du von Prophezeiungen?
Wie schon gesagt: Ich denke, eine Prophezeiung kann ein wirksames Werkzeug sein. Allerdings braucht das viel Fingerspitzengefühl, um das Gefasel einer Alten nicht als einzigen Antrieb, Aufhänger und Spoiler zu nutzen. Ich würde es mir so aus dem Stegreif jedenfalls nicht zutrauen. :lol:
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