[Tragik]Kleine Fingerübung

Tragödien, Tragisches

[Tragik]Kleine Fingerübung

Beitragvon Kupido » 03.08.2014, 16:08

Eigentlich wollte ich ja eine kleine Fingerübung für eine Sterbeszene machen, rausgekommen ist allerdings irgendwie was anderes. Der Tod ist zwar präsent, dafür ist die Sterbeszene komplett rausgefallen. Tjaha - die Kreativität ist manchmal schon seltsam...



Es ist eine kalte Januarnacht. Es geht ihr nicht gut - schon länger. Ich weiß es. Die Krankheit hatte das meiste ihrer Kraft bereits verbraucht. Ich steh vor ihrer Tür, die Hand an der Klinke und traue mich nicht, sie zu öffnen. Alle drei Stunden mache ich meine Runde. Alle drei Stunden. Mein ständiger Begleiter ist die Angst - die Machtlosigkeit. Sie ist ein so besonderer Mensch. Welches Glück hatte ich, sie kennen zu lernen. Die Freude, ein Teil ihres Lebens zu sein. Sie zu erleben - sich daran zu erinnern, wie sie war. Unbeschwert. Fröhlich. Ausgelassen. So voll Liebe.
Tränen rinnen mir über das Gesicht. Meine Hände sind schwitzig. Ich zittere leicht - dieses Mal ist es besonders schlimm.
Er ist bereits da - ich spüre es. Er lauert.
Auch sie wird es wissen. Bestimmt schon länger. Diese innere Kraft, wieder und immer wieder, nahm sie den Kampf auf. Voller Hoffnung und trotzig bot sie ihm die Stirn. Letztendlich scheint es doch vergebens.
Ich versuche meine Trauer runter zu schlucken. Versuche Kraft und Zuversicht auszustrahlen. Auch vergebens.
Ich öffne die Tür und Blicke zu ihrem Bett. Es wirkt ruhig. Sehr ruhig. Mein Herz schlägt mir bis zum Hals. Ich spüre einen Anflug von Panik, spüre die Hilflosigkeit in mir aufsteigen. Meine Knie versagen mir fast ihre Dienste. Ich gehe, ohne es selbst zu merken, in die Mitte des Zimmers. Wie auf Wolken. Benommen. Bekomme nichts mit. Spüre nur meine Halsschlagadern, wie sie Blut in meinen Kopf pressen.
Vollgepumpt mit Adrenalin, mit weit aufgerissenen Augen und offenem Mund, starre ich zu ihr.
Das Lauern und Warten war vorbei. Er hatte sein Werk bereits vollendet - hatte seine unliebsame Aufgabe erfüllt.
Ich spüre, wie ich innerlich zusammensacke.
Unter Tränen wende ich mich ab und blicke zum offenen Fenster. Ich sehe den Innenhof. Im Schein der Laternen erkenne ich, wie es anfängt zu schneien.
"Gute Reise, mein Herz", sage ich leise...
Kupido
 
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Re: Kleine Fingerübung

Beitragvon Feuerfeder » 06.08.2014, 14:11

Hallo Kupido,

erste Person Präsens scheint eine echte Epidemie zu sein... Ist nicht ganz meins, aber da das Geschmackssache ist, werde ich darauf nicht weiter eingehen.
Ich mag deine kurzen, prägnanten Sätze, aber diese Kürze lässt den Text teilweise etwas zerklüftet wirken, da du dadurch teilweise wenig Zusammenhang von einem Satz zum nächsten hast. Manche Sätze sind nach meinem Empfinden auch etwas ungelenk. Ich denke, ein einfaches Umstellen einiger Sätze am Anfang würde dem Text schon gut tun.
Ich werde einfach direkt in den Text eingreifen. Die umgestellten Sätze markiere ich türkis, Vorschläge blau, Verbesserungen grün und was gestrichen werden kann (in runden Klammern) oder muss rot.

Es ist eine kalte Januarnacht. Ich steh vor ihrer Tür, die Hand an der Klinke[,] und traue mich nicht, sie zu öffnen. Alle drei Stunden mache ich meine Runde. (Alle drei Stunden.) Mein ständiger Begleiter ist die Angst[,] die Machtlosigkeit.
Es geht ihr nicht gut - schon länger. Ich weiß es. Die Krankheit
hat das meiste ihrer Kraft bereits verbraucht. Tränen rinnen mir über das Gesicht. Sie ist ein so besonderer Mensch. Welches Glück hatte ich, sie kennen zu lernen. Die Freude, ein Teil ihres Lebens zu sein. Sie zu erleben - sich daran zu erinnern, wie sie war. Unbeschwert. Fröhlich. Ausgelassen. So voller Liebe.
Meine Hände sind schwitzig. Ich zittere leicht - dieses Mal ist es besonders schlimm. Er ist bereits da[,] ich spüre es. Er lauert.
Auch sie wird es wissen. Bestimmt schon länger. Diese innere Kraft, wie sie wieder und immer wieder[,] den Kampf aufnahm. Voller Hoffnung und trotzig bot sie ihm die Stirn. Letztendlich scheint[1] es doch vergebens.
Ich versuche meine Trauer runter zu schlucken. Versuche Kraft und Zuversicht auszustrahlen. Auch vergebens.
Ich öffne die Tür und blicke zu ihrem Bett. Es wirkt ruhig. Sehr ruhig.[2] Mein Herz schlägt mir bis zum Hals. Ich spüre einen Anflug von Panik, spüre die Hilflosigkeit in mir aufsteigen. Meine Knie versagen mir fast ihre Dienste. Ich gehe, ohne es selbst zu merken, in die Mitte des Zimmers.[3] Wie auf Wolken.[4] Benommen. (Bekomme nichts mit.) Spüre nur meine Halsschlagadern, wie sie Blut in meinen Kopf pressen.
Vollgepumpt mit Adrenalin,[5] mit weit aufgerissenen Augen und offenem Mund, starre ich zu ihr.
Das Lauern und Warten ist vorbei. Er hat sein Werk bereits vollendet - hat[6] seine unliebsame Aufgabe erfüllt.
Ich spüre, wie ich innerlich zusammensacke.
Unter Tränen wende ich mich ab und blicke zum offenen Fenster. Ich sehe den Innenhof. Im Schein der Laternen erkenne ich, wie es anfängt zu schneien.
"Gute Reise, mein Herz",[7] sage ich leise...

Formal und sprachlich gefällt es mir so schon besser. Alles, was ich jetzt noch ändern würde, streift schon Geschmackssache, daher belasse ich es dabei.

Ein paar Sachen habe ich inhaltlich noch anzumerken;
[1] In dieser Formulierung irritiert mich das "scheint". Meiner Meinung nach ist das Wort in diesem Satz nur sinnvoll, wenn zuvor beschrieben wird, wie die Person den Kampf langsam verliert und schon beinahe verloren hat.
Sinnvoller wäre an der Stelle vielleicht: "Doch letztendlich kämpft sie vergebens."

[2] Das "Es" kann sich auch auf das Zimmer beziehen, hier scheint es aber aufs Bett bezogen zu sein. Und ein ruhiges Bett ist ein seltsamer Ausdruck.

[3] Fände es hier sinnvoller, den Erzähler ans Bett gehen zu lassen.

[4] Die Formulierung ist für meine Begriffe zu positiv besetzt. Geht so in Richtung Wolke Sieben.
Vorschlag: "Benommen. Wie in Watte gepackt."

[5] Adrenalin verbinde ich eher mit einer aufregenden Situation, Flucht, Konflikt... Nicht Trauer. Auch wenn wohl auch Wut zur Trauer gehören kann, Adrenalin gehört für mich nicht dazu. Den Teilsatz kannst du im Grunde auch einfach weglassen.

[6] Wenn du im Präsens schreibst, brauchst du für alles vor der Handlung geschehene keinen Plusquamperfekt, Perfekt oder Präteritum reicht.

[7] Dieser Kosename suggeriert, dass da eine Liebesbeziehung war, oder zumindest eine sehr enge persönliche Bindung. Ich hatte aber durch den Text eher das Gefühl, dass der Erzähler die Person schon gern hat, aber sie eher eine von mehreren Personen ist, die er betreut. Das würde ich noch einmal klarer machen.

So, ich hoffe, du kannst mit meinen Anmerkungen etwas anfangen.

Liebe Grüße
Feuerfeder
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Friedrich Schiller
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Re: Kleine Fingerübung

Beitragvon caykoch » 08.08.2014, 22:41

Hallo Kupido,

irgendwie bin ich auf deine Fingerübung gestoßen, als meine Gedanken noch mit dem Thread »show don´t tell« vernetzt waren.
Und siehe da, ein besseres Beispiel zum Thema konnte mir mit deiner KG gar nicht unterkommen.

Die gute Nachricht zuerst: Idee und Umsetzung empfinde ich persönlich als sehr gelungen.
Zu der noch besseren Nachricht komme ich dann später.

Nun kleinliche Nadelstiche zu R/G: Vielleicht wundert dich das ein wenig, weil du sicherlich glaubst, dass du mit Hilfe deines Schreibprogramms alle Fehler ausmerzen konntest. Leider nicht, denn Schreibprogamme können auch irren, und das nicht zu knapp. Schau mer ma:
Du schreibst »runter zu schlucken« falsch, doch »auszustrahlen« richtig. Tatsächlich wäre dann »runterzuschlucken bzw. herunterzuschlucken« hier nach der Amtlichen Deutschen Rechtschreibung die exakte Schreibweise.
Weiter:
„Ich öffne die Tür und Blicke zu ihrem Bett.“
Ganz sicher hast du bei dem Verb »Blicke« nur einen Tippfehler gemacht, auch hier zeigt die R/G-Prüfung des Schreibprogramms keinen Fehler, was man vermutlich auch nicht verlangen kann.

Dann stechen mir einige Brüche hinsichtlich Tempus in die Nase. Ob nun gewollt oder nicht, verwirren die Sprünge zwischen Präsens, Perfekt, Plusquamperfekt, und Präteritum beim Lesen doch etwas. Man fragt sich unwillkürlich pietätlos: „ Ist sie nun schon tot, oder was ment dor Audor?“
In diese Richtung solltest du Ordnung reinbringen und nochmals den Stift ansetzen.

Noch einige Bemerkungen zum Schreibstil, über den man nicht streiten sollte. Trotzdem. Musst ja meine Vorschläge nicht auf die Goldwaage legen.

Du spielst mit sehr kurzen Sätzen, Wortgruppen und Wörtern, vermutlich, um Spannung beim Leser aufzubauen. Gut! Aber bereits beim ersten Absatz verwässerst du den eingeschlagenen Weg - meiner Meinung nach – ein wenig:

„Es ist eine kalte Januarnacht.“
Besser:
Eisige Januarnacht. Es geht ihr nicht gut - schon länger. Ich weiß es. Die Krankheit hat ihr die Lebenskraft geraubt. Alle drei Stunden mache ich meine Runde. Wieder stehe ich vor der Tür ohne Nummernschild, die Hand an der Klinke und traue mich nicht, sie zu öffnen. Mein ständiger Begleiter ist Machtlosigkeit und Angst.

Weiter:
„Sie ist ein so besonderer Mensch.“

Dieser Satz kommt extrem nichtssagend daher und reißt den Leser vollständig aus den vorher aufgebauten Spannungsbogen. Man hat den Eindruck, du kennst die sterbende Person nicht gut genug. Hier muss mehr „show“ rein, denke ich - „Tell“ ist nicht angebracht“! Der Rest des Absatzes krank ebenfalls in diese Richtung.

Jetzt möchte ich deine Aufmerksamkeit auf einige Wörter lenken, die für mich überhaupt nicht hier hingehören, sich etwas komisch lesen im Zusammenhang:
- „Meine Hände sind schwitzig“, klingt neben ungenau sehr nach Kindergarten-Jargon. Warum nicht einfach: „Meine Handflächen sind nass vor Angstschweiß“ o.ä.
- „Letztendlich scheint es doch vergebens.“, es scheint nicht so – es ist vergeblich!
- „Es wirkt ruhig. Sehr ruhig“. Das Bett? Nicht in die Humoreske abdriften, lieber Kupido!
- „Ich spüre einen Anflug von Panik“. Anflug? Wo bist du auf diesen alten Ausdruck gestoßen? Warum so gestelzt? Und Panik? Hier stirbt wer, aber es geht kein Schiff unter!
- „Wie auf Wolken“. Oh, je! Verzeih mir, warum schwebst du auf Wolken, wenn ein lieber Mensch stirbt? Doch nicht etwa wegen der Erbschaft, meint ein gehässiger Zeitgenosse.
- „Vollgepumpt mit Adrenalin“. Vollgepumpt klingt zwar dramatisch, doch wie hast du das Adrenalin mengenmäßig gemessen, lieber Kupido? Geht das denn?
- „Das Lauern und Warten war vorbei“. Wir lauern auf einen Dieb, auf das Jagdwild, auf den besoffenen Ehegatten, der sich vom Herrentag nach Hause schiebt.
- „Ich sehe den Innenhof. Im Schein der Laternen erkenne ich, wie es anfängt zu schneien.“
Diesen Satz kannst du schmerzfrei komplett streichen, weil er in der KG nun gar keine Funktion hat. Ich sehe jedenfalls keine!

Ich möchte dir natürlich mit meinem ruppigen Kommentar nicht das Wochenende – oder noch schlimmer – das Schreiben vermiesen.
Insgesamt hat mir nämlich deine KG mit gerade mal 335 Wörtern sehr gut gefallen. Von Anfang bis Ende fesselst du den Leser überwiegend mit dem Stielmittel „Show“. Mit minnimalen Abschweifungen gelingt es dir, den Leser neugierig zu machen und bei der Stange zu halten. Man will wissen, wie das zu Ende geht.
Daumen hoch!

Gruß
caykoch
„Wenn der deutsche Literat in einen Satz eintaucht, verliert man ihn aus den Augen, bis er auf der anderen Seite des Atlantiks mit dem Wort auf den Lippen auftaucht.“
Mark Twain
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Re: Kleine Fingerübung

Beitragvon Kupido » 09.08.2014, 17:12

Hallo Feuerfeder,

danke dass du meine KG gelesen und kommentiert hast.

Feuerfeder hat geschrieben:Es ist eine kalte Januarnacht. Ich steh vor ihrer Tür, die Hand an der Klinke[,] und traue mich nicht, sie zu öffnen. Alle drei Stunden mache ich meine Runde. (Alle drei Stunden.) Mein ständiger Begleiter ist die Angst[,] die Machtlosigkeit.
Es geht ihr nicht gut - schon länger. Ich weiß es. Die Krankheit hat das meiste ihrer Kraft bereits verbraucht. Tränen rinnen mir über das Gesicht. Sie ist ein so besonderer Mensch. Welches Glück hatte ich, sie kennen zu lernen. Die Freude, ein Teil ihres Lebens zu sein. Sie zu erleben - sich daran zu erinnern, wie sie war. Unbeschwert. Fröhlich. Ausgelassen. So voller Liebe.
Meine Hände sind schwitzig. Ich zittere leicht - dieses Mal ist es besonders schlimm. Er ist bereits da[,] ich spüre es. Er lauert.
Auch sie wird es wissen. Bestimmt schon länger. Diese innere Kraft, wie sie wieder und immer wieder[,] den Kampf aufnahm. Voller Hoffnung und trotzig bot sie ihm die Stirn. Letztendlich scheint[1] es doch vergebens.
Ich versuche meine Trauer runter zu schlucken. Versuche Kraft und Zuversicht auszustrahlen. Auch vergebens.
Ich öffne die Tür und blicke zu ihrem Bett. Es wirkt ruhig. Sehr ruhig.[2] Mein Herz schlägt mir bis zum Hals. Ich spüre einen Anflug von Panik, spüre die Hilflosigkeit in mir aufsteigen. Meine Knie versagen mir fast ihre Dienste. Ich gehe, ohne es selbst zu merken, in die Mitte des Zimmers.[3] Wie auf Wolken.[4] Benommen. (Bekomme nichts mit.) Spüre nur meine Halsschlagadern, wie sie Blut in meinen Kopf pressen.
Vollgepumpt mit Adrenalin,[5] mit weit aufgerissenen Augen und offenem Mund, starre ich zu ihr.
Das Lauern und Warten ist vorbei. Er hat sein Werk bereits vollendet - hat[6] seine unliebsame Aufgabe erfüllt.
Ich spüre, wie ich innerlich zusammensacke.
Unter Tränen wende ich mich ab und blicke zum offenen Fenster. Ich sehe den Innenhof. Im Schein der Laternen erkenne ich, wie es anfängt zu schneien.
"Gute Reise, mein Herz",[7] sage ich leise...


Hallo Feuerfeder - ich gebe dir recht, so liest es sich besser.

Feuerfeder hat geschrieben:Ein paar Sachen habe ich inhaltlich noch anzumerken;
[1] In dieser Formulierung irritiert mich das "scheint". Meiner Meinung nach ist das Wort in diesem Satz nur sinnvoll, wenn zuvor beschrieben wird, wie die Person den Kampf langsam verliert und schon beinahe verloren hat.
Sinnvoller wäre an der Stelle vielleicht: "Doch letztendlich kämpft sie vergebens."

Geb ich dir auch recht - ich habe es allerdings bewusst so geschrieben, dass es im Vorfeld nicht klar ist, ob sie es schafft, oder nicht.

Feuerfeder hat geschrieben:[3] Fände es hier sinnvoller, den Erzähler ans Bett gehen zu lassen.

Wäre eine Möglichkeit gewesen. Ich werde darüber nachdenken.

Feuerfeder hat geschrieben:[4] Die Formulierung ist für meine Begriffe zu positiv besetzt. Geht so in Richtung Wolke Sieben.
Vorschlag: "Benommen. Wie in Watte gepackt."


"Wie in Watte gepackt" gefällt mir. "Wie auf Wolken" könnte wirklich missverstanden werden. (Wolke Sieben)

Feuerfeder hat geschrieben:[5] Adrenalin verbinde ich eher mit einer aufregenden Situation, Flucht, Konflikt... Nicht Trauer. Auch wenn wohl auch Wut zur Trauer gehören kann, Adrenalin gehört für mich nicht dazu. Den Teilsatz kannst du im Grunde auch einfach weglassen.


Auch hier gebe ich dir recht - Adrenalin wird meist mit Aktion und Aufregendem verbunden. Es ist zwar unter Extremsituationen, bezogen auf meine Geschichte, auch möglich einen Adrenalinschub zu bekommen. Allerdings unter dem Aspekt, dass die Geschichte sich flüssig lesen lassen sollte und auch die passenden Formulierungen getroffen werden sollen - richtig - Adrenalin ist wohl eher unglücklich gewählt.

Feuerfeder hat geschrieben:[6] Wenn du im Präsens schreibst, brauchst du für alles vor der Handlung geschehene keinen Plusquamperfekt, Perfekt oder Präteritum reicht.


Auch hier - vielen Dank. Geb ich dir recht.

Feuerfeder hat geschrieben:[7] Dieser Kosename suggeriert, dass da eine Liebesbeziehung war, oder zumindest eine sehr enge persönliche Bindung. Ich hatte aber durch den Text eher das Gefühl, dass der Erzähler die Person schon gern hat, aber sie eher eine von mehreren Personen ist, die er betreut. Das würde ich noch einmal klarer machen.


Es ist in der Tat so gedacht gewesen, dass es keine Liebesbeziehung, sondern lediglich eine persönliche Bindung zur Person angedacht war. Aber richtig, dass kommt nicht wirklich rüber.

Danke für deine zahlreichen Hinweise.
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Re: Kleine Fingerübung

Beitragvon Kupido » 09.08.2014, 17:30

Hallo caykoch,

auch dir vielen Dank, dass du meine Geschichte gelesen und kommentiert hast.

caykoch hat geschrieben:Die gute Nachricht zuerst: Idee und Umsetzung empfinde ich persönlich als sehr gelungen.


Vielen Dank.

caykoch hat geschrieben:Nun kleinliche Nadelstiche zu R/G: Vielleicht wundert dich das ein wenig, weil du sicherlich glaubst, dass du mit Hilfe deines Schreibprogramms alle Fehler ausmerzen konntest. Leider nicht, denn Schreibprogamme können auch irren, und das nicht zu knapp. Schau mer ma:


Ist mir auch schon aufgefallen. In diesem Fall ist es allerdings so, dass alle Schreibfehler, Kommata etc. auf meine Kappe gehen. Diese KG wurde auf Grund Mangel eines Rechtschreibprogramms, ungeprüft hier reingestellt. Sollte zwar nicht geschehen, wenn man sich unsicher ist. Aber - leider doch passiert :D

caykoch hat geschrieben:Dann stechen mir einige Brüche hinsichtlich Tempus in die Nase. Ob nun gewollt oder nicht, verwirren die Sprünge zwischen Präsens, Perfekt, Plusquamperfekt, und Präteritum beim Lesen doch etwas. Man fragt sich unwillkürlich pietätlos: „ Ist sie nun schon tot, oder was ment dor Audor?“
In diese Richtung solltest du Ordnung reinbringen und nochmals den Stift ansetzen.


Vollkommen richtig. Danke.

caykoch hat geschrieben:Eisige Januarnacht.

Klingt eindrucksvoller, gefällt mir aber persönlich nicht so. Trotzdem Danke.

caykoch hat geschrieben:„Meine Hände sind schwitzig“, klingt neben ungenau sehr nach Kindergarten-Jargon. Warum nicht einfach: „Meine Handflächen sind nass vor Angstschweiß“ o.ä.


Jahaa! :D :D Die schwitzigen Hände. :D Dazu brauche ich wirklich nichts zu sagen. Katastrophal! :D :D hast natürlich vollkommen recht.

caykoch hat geschrieben:„Es wirkt ruhig. Sehr ruhig“. Das Bett? Nicht in die Humoreske abdriften, lieber Kupido!


es war in der Tat die Situation gemeint und nicht das Bett :D ich werde dies ändern.

caykoch hat geschrieben:„Wie auf Wolken“. Oh, je! Verzeih mir, warum schwebst du auf Wolken, wenn ein lieber Mensch stirbt? Doch nicht etwa wegen der Erbschaft, meint ein gehässiger Zeitgenosse.


Natürlich war nicht die Wolke Sieben, mit Vorfreude auf die Erbschaft gemeint. Eher dieses "wattige" Gefühl. Kann es grad nicht besser beschreiben. Zumindest solltes es nichts mit Vorfreude zu tun haben.

caykoch hat geschrieben:„Das Lauern und Warten war vorbei“. Wir lauern auf einen Dieb, auf das Jagdwild, auf den besoffenen Ehegatten, der sich vom Herrentag nach Hause schiebt.


Der Tod lauert an jeder Ecke - ich finde das passend. Bezieht sich auch auf den oberen Text von mir.
Er ist bereits da - ich spüre es. Er lauert. Aber danke für den Hinweis.

caykoch hat geschrieben:ch möchte dir natürlich mit meinem ruppigen Kommentar nicht das Wochenende – oder noch schlimmer – das Schreiben vermiesen.
Insgesamt hat mir nämlich deine KG mit gerade mal 335 Wörtern sehr gut gefallen. Von Anfang bis Ende fesselst du den Leser überwiegend mit dem Stielmittel „Show“. Mit minnimalen Abschweifungen gelingt es dir, den Leser neugierig zu machen und bei der Stange zu halten. Man will wissen, wie das zu Ende geht.
Daumen hoch!


Keine Angst - nicht passiert. Es geht mir gut. :D 8)
Und danke auch für das Lob.
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