Kommentare

Small Talk, Spaß, Fragen, hier könnt ihr plaudern, quasseln und tratschen über was ihr wollt

Re: Kommentare

Beitragvon Zauberzunge » 13.12.2012, 20:11

Das ist aus meiner Sicht nicht etwa Faulheit oder Interessenlosigkeit, sondern eher mit einem Unsicherheitsfaktor vermischt. Ich antworte eigentlich nur, wenn ich mir mit meinem Urteil relativ sicher bin, auch nichts Falsches anzugeben. Denn was nützt es, wenn ich "Seitenweise" zu einem Text schreibe, und es ist unmöglich. Es soll dem Schreiber eine Hilfe sein, oder eine gute Idee, die ihn weiterbringt.

Das verstehe ich nicht ganz. Natürlich ist man sich nicht sicher, das passiert mir auch öfters (allerdings nicht unbedingt bei Kommentaren, die Situation ist aber die selbe). Ist diese Wortwahl, die ich da die ganze Zeit kritisiere, wirklich unpassend oder ganz genauso beabsichtigt um eine Wirkung zu erzielen, die ich nicht erkenne? Kann sein. Muss aber nicht. Dann schreibe ich es eben immer hin, wenn mich diese Wortwahl stört und bringe zwischendurch oder am Schluss mit ein, dass es so mein persönlicher Geschmack ist und ich das so sehe. Der Autor kann mir dann gerne zurückschreiben, dass das aber Absicht war, das ist bisher aber noch nicht passiert.
Und wenn's mal falsch ist, was soll's? Wir machen eben mal Fehler, übersehen etwas. Einmal hab ich mich bei einer 55-Wortgeschichte doch recht konkret (länger als dieser Beitrag bis jetzt) über die Satzzeichen ausgelassen; es waren Punkte und ich hätte ! so toll gefunden.
Und dann? Schrieb der Autor, die Punkte seien absichtilich so gesetzt um ein ganz anderes Gefühl auszudrücken. Ist halt Pech.

Ich denke, dass man nur die Unsicherheit ablegen kann, indem man bewusst auf sie eingeht und Kommentare schreibt!

Ganz genau.

Das deutet dem Autor auch zum Beispiel an, gewisse Aspekte genauer hervorzuheben oder umgekehrt, unter den Tisch fallen zu lassen, sofern sie den Leser in die Irre führen sollten.

Keine Meinung ist schlechter oder besser als eine andere, weil sie etwas sagt oder nicht. Das einzig wichtige ist es, zu begründen warum, am Text zu zeigen.

Ich denke, dass jeder lieber einen nicht 100%ig stimmigen Kommentar bekommt als überhaupt keinen, oder?!

Wenn ein Kommentar den vorigen bestätigt, weiß man als Autor, dass das jetzt schon zwei so sehen. Das ist im Prinzip ein noch stärkerer Hinweis, die Sache vielleicht nochmal zu überdenken und vielleicht doch zu ändern.

Mir ist auch aufgefallen, dass die Dialoge zw. Autor und Kommentator fehlen, viele sind der Meinung, sie setzten ein Kommentar und damit hat sich das, aber auf Feedback des Kommentares wird nicht mehr geachtet, oder der Autor setzt schon sein nächstes Werk rein, was könnte man hier besser machen?

Ja, das stört mich auch. Es dürfte aber schwierig sein, das "besser zu machen", es bräuchte eine neue Regel. Das wäre natürlich an sich nichts Schlechtes, im Gegenteil, wenn es eine gute Regel ist...
Aber wie sähe die aus? Eine zeitliche Frist stellen, in der der Autor kein Werk mehr veröffentlichen kann, um auf die Kommentare einzugehen? Etwas unfair, denn vielleicht bekommt ein Autor gar keine. Und wenn diese Frist erst beginnt, wenn mindestens 1/2/3 Kommentare gegeben wurden? Tja, wer sagt, dass die gut waren? Oder das Einstellen ist erst wieder erlaubt, wenn der Autor auf den/mehrere/alle Kommentare geantwortet hat? Dann schreibt man eben: "Ja, ich hab deinen Kommentar gelesen, danke." und postet ein neues Werk. Macht das einen Unterschied? Die Länge (Qualität) einer Antwort des Autors als Maßstab zu setzen - falls das technisch möglich ist - ist auch nicht wirklich sinnvoll. Denn manche können sich eben sehr präzise ausdrücken, hatten keinen langen Kommentar bekommen oder schreiben einfach irgendwas. Und die Qualität ist ohnehin subjektiv und goldene Regeln für Autorenantworten wären vielleicht doch übertrieben. Und wer will dann noch prüfen, ob diese Antwort nun "gut" ist und das Werk, das der Autor eingestellt hat, nicht gelöscht werden müsste - was eventuelle ausführliche, konstruktive und höfliche Kommentare zum neuen Werk mit löschen oder zusammenhanglos machen würde.
Nein, es ist, würde ich sagen, eher eine Sache, an der man als Autor persönlich arbeiten kann und mMn auch sollte. Wenn ein Kommentierer sieht, dass der Autor bisher gut auf die Kommentare eingegangen ist, schreibt er vielleicht umso lieber einen Kommentar. Um als Kommentator wiederum auf die Antwort des Autors einzugehen, sollte man wohl einfach die Themen, zu denen man kommentiert hat, beobachten, dann gibt's eine Mail, wenn ein neuer Kommentar/eine Antwort kommt. Ich fände es gut, wenn der Autor/Kommentator automatisch über eine Antwort informiert würde oder dies einstellen könnte. Dann würde er auf jeden Fall sehen, wer da wo geantwortet hat und sich vielleicht interessieren bevor er die Mitteilung löscht. Und dann kann es ja auch sein, dass man einfach vergisst, den Beobachtungslink zu klicken.

P.S. Ja, ich weiß, dass die Beiträge, auf die ich geantwortet habe, schon älter sind. Hoffentlich stört's euch nicht.
Jung genug, um an Magie zu glauben und alt genug, um zu verstehen, wie sie funktioniert. (Artemis Fowl, Eoin Colfer)
Benutzeravatar
Zauberzunge
 
Beiträge: 270
Registriert: 09.03.2012, 21:16
Wohnort: zu Hause

Re: Kommentare

Beitragvon Strichpunkt » 02.01.2013, 14:51

Mir ist auch aufgefallen, dass die Dialoge zw. Autor und Kommentator fehlen, viele sind der Meinung, sie setzten ein Kommentar und damit hat sich das, aber auf Feedback des Kommentares wird nicht mehr geachtet, oder der Autor setzt schon sein nächstes Werk rein, was könnte man hier besser machen?


Ich bin ähnlicher Meinung. Ich habe das Gefühl, dass nur selten intensiv im Forum an einem Text gearbeitet wird, da kann ich aber auch völlig daneben liegen. Natürlich Ausnahmen gibt es immer. Das liegt vermutlich auch an den Regeln für Kommentare, die einige evt. "einschüchtern". Zweitkommentare sind mir bisher nicht allzu häufig untergekommen. Wenn der Text vom Autor geändert wird, hat man oft auch keine Lust sich 2 Stunden noch einmal mit dem Ding auseinanderzusetzen und einen Monsterkommentar hinzupflanzen. Was man dagegen tun kann, weiss ich im Moment auch noch nicht, denn die Regeln zu lockern, würde die Kommentarkultur sicher verschlechtern. Dann würden die Erstkommentare sicher darunter leiden, die in diesem Forum ja qualitativ sehr hochwertig sind. Es lohnt sich aber sicher, darüber nachzudenken, wie man den Dialog zwischen Autor und Kommentator verbessern kann.

Gruss
Strichpunkt
Strichpunkt
 
Beiträge: 408
Registriert: 02.01.2012, 13:30
Wohnort: Schweiz

Re: Kommentare

Beitragvon zickzack » 02.01.2013, 21:58

Warum nicht einen Dialog mit dem Kommentator über PN halten, wenn es Rückfragen gibt? Und als Gegenleistung es ähnlich bei einem Tect des Kommentators machen?
Wenn der Autor keine Rückfragen hat, dann gibt es wahrscheinlich auch keine.
Ich setzte persönlich auch nicht gern einen Zweitkommentar drunter wegen den Regeln. Wahrscheinlich würde ich es dann mit einer PN regeln. Aber oft gibt es auch keine Antwort vom Autor oder die Antwort ist so geschrieben, dass es mir so vorkommt, dass er alles verstanden hat, dass ich nicht noch einmal antworten brauche.
Nach der Überarbeitung habe ich meistens keine Lust darüber noch einmal zu schauen, weiil ich auch der Meinung bin jemand Unbefangenes kann das dann besser kommentieren.
:nano: is back: Bleibt auf dem Laufendem was die Ausbreitung angeht!
Benutzeravatar
zickzack
 
Beiträge: 1210
Registriert: 19.12.2009, 00:27

Re: Kommentare

Beitragvon Strichpunkt » 03.01.2013, 00:33

Warum nicht einen Dialog mit dem Kommentator über PN halten, wenn es Rückfragen gibt?


Genau das halte ich für ein Problem. Wenn man nicht sieht, wie Autor und Kommentator kommunizieren, kann man sich auch schlecht in eine laufende Diskussion einklinken. Ich denke, hier liegt noch einiges an Potenzial begraben. Das Problem, dass der Autor auf die Kommentare nicht antwortet, kennen wir bereits (Weshalb stellt man überhaupt einen Text ein, wenn man nicht über ihn und mit arbeiten möchte??) und es ist und bleibt ein grosses Ärgernis...

Gruss Strichpunkt
Strichpunkt
 
Beiträge: 408
Registriert: 02.01.2012, 13:30
Wohnort: Schweiz

Re: Kommentare

Beitragvon Desperado » 03.01.2013, 10:58

Mir ist auch aufgefallen, dass die Dialoge zw. Autor und Kommentator fehlen, viele sind der Meinung, sie setzten ein Kommentar und damit hat sich das, aber auf Feedback des Kommentares wird nicht mehr geachtet, oder der Autor setzt schon sein nächstes Werk rein, was könnte man hier besser machen?


Meiner Meinung nach muss der Autor allein mit der Kritik arbeiten.
Da hilft ein Dialog ala "Ich versteh nicht was du meinst." - "Na so und so." - "Nein, dass ändere ich auf keinen Fall." überhauft nicht weiter. Weder denBetroffenen noch den aussenstehenden Leser.
Leder stirbt ... äh, nein schreibt eben für sich allein.
Anmerkungen können hilfreich sein, aber es gibtnun mal auch Autoren, die damit wenig anfangen können. Das muss man dem Autor immer selber überlassen.

Deshalb gebe ich meinen Kommentar bzw. meine Kritik ab und was der Autor damit anfängt ist ihm überlassen. Da steigere ich mich nicht mehr rein - wäre ja auch ein Fass ohne Boden :mrgreen:
"Heartbeatclub: 17 heiße Rhythmen" 2015 - "Erwarte mich in Paris" 2013 - "Engelsgesang" 2011 - "Einmal Sinti und zurück" 2010
Klick mich und werde glücklich
Benutzeravatar
Desperado
 
Beiträge: 2013
Registriert: 08.01.2011, 19:26
Wohnort: in der Nähe von München
Blog: Blog ansehen (6)

Re: Kommentare

Beitragvon Rabenfuß » 03.01.2013, 11:17

Auch wenn ich selbst noch keine Rückmeldungen gegeben hab, so lese ich doch schon lange in diesem Forum mit und hab mir über die Zeit einige sehr ausführliche Antworten zu Gemüte geführt.

Mich hat sehr begeistert wie viel Herzblut Fremde in Geschichten Anderer stecken um ihnen zu helfen. Hätte der Tag mehr Stunden würde ich das auch sehr gerne tun :lol:

Allerdings sind Anmerkungen abseits von Grammatik und Rechtschreibung eben doch vor allem eines: Geschmackssache.

D.h. ich verstehe durchaus, wenn Autoren nicht alle Rückmeldungen umsetzen bzw. es sogar den Anschein hat, sie würden nicht darauf eingehen. Mit meinen Testlesern habe ich des Öfteren etwas ausführlicher geschrieben. Nicht um mich zu rechtfertigen, sondern schlicht und ergreifend um mehr herauszufinden.

Viele Rückmeldungen habe ich umgesetzt, einige aber doch verworfen. Erstens weil sie sich untereinander teilweise widersprechen, was unvermeidbar ist, zweitens weil ich, bei aller Selbstkritik, doch noch einen eigenen Kopf habe und mir gewisse Dinge so eben mehr zusagen.

Das heißt aber nicht, dass die Rückmeldungen umsonst gewesen wären oder ich sie gleich verworfen hätte.

Wenn es nun viel Kritik hagelt (positive, wie negative - was das Wort "hageln" irgendwie nicht impliziert), dann verstehe ich irgendwie schon, wenn der Autor nicht auf alles eingehen kann, selbst wenn er dies möchte.
Rabenfuß
 
Beiträge: 417
Registriert: 27.10.2012, 16:24

Re: Kommentare

Beitragvon inmutanka » 03.01.2013, 11:32

Hallo,

ich gebe mal auch meinen Senf dazu.

Was ein Autor mit meinen Vorschlägen macht, annimmt, verwirft ist seine Sache. Irgendwelche Rechtfertigungen/Erklärungen halte ich für verfehlt. Denn würde sein Buch/Geschichte veröffentlicht, steht der Autor ja auch nicht neben jedem Leser und kann sich rechtfertigen/erklären (a la: das habe ich so und so gemeint, aber später ... etc.). Jeder Kommentator tritt als Leser auf und sagt, was ihm auffällt. Was ihn selbst stören würde, würde er in einer Buchhandlung das Buch in die Hand nehmen und anlesen. Ob er das Buch kaufen oder zurückstellen würde, hängt von seinem persönlichen Geschmack ab und genauso sind auch die Kommentare. Der Autor muss entscheiden, ob er bemäkelte Stellen trotzdem so lassen will oder nicht.

Aber ich denke, über ein *Danke, für deinen Kommentar/deine Arbeit* freut sich jeder Kommentator.

LG
Inmutanka
Ich danke allen, die meine Träume belächelt haben; Sie haben meine Phantasie beflügelt. ... Vor allem aber danke ich all jenen, die mich lieben, so wie ich bin; Sie geben mir die Kraft zum Leben! Danke. (Paul Coelho)
Benutzeravatar
inmutanka
 
Beiträge: 917
Registriert: 28.12.2012, 07:02
Wohnort: Rhld-Pfalz

Re: Kommentare

Beitragvon zickzack » 04.01.2013, 19:54

Strichpunkt hat geschrieben:
Warum nicht einen Dialog mit dem Kommentator über PN halten, wenn es Rückfragen gibt?


Genau das halte ich für ein Problem. Wenn man nicht sieht, wie Autor und Kommentator kommunizieren, kann man sich auch schlecht in eine laufende Diskussion einklinken. Ich denke, hier liegt noch einiges an Potenzial begraben. Das Problem, dass der Autor auf die Kommentare nicht antwortet, kennen wir bereits (Weshalb stellt man überhaupt einen Text ein, wenn man nicht über ihn und mit arbeiten möchte??) und es ist und bleibt ein grosses Ärgernis...

Gruss Strichpunkt


Hm. Genau, dass sehe ich nicht so. Wenn ein Autor zu einen Kommentar eine Rückfrage hat, dann sollte er das mit dem Kommentator absprechen und noch einmal nachhaken, wenn er dann immer noch unsicher ist, kann er ja speziel auf diesen Punkt noch einmal hier in der Schreibwerkstatt nachfragen.

Eigentlich hat es Desperado schon ganz gut ausgedrückt. Am Ende muss jeder Autor für sich entscheiden, was er übernimmt und was nicht. Ist ja am Ende immer noch seine Geschichte.
:nano: is back: Bleibt auf dem Laufendem was die Ausbreitung angeht!
Benutzeravatar
zickzack
 
Beiträge: 1210
Registriert: 19.12.2009, 00:27

Re: Kommentare

Beitragvon Strichpunkt » 04.01.2013, 21:52

Allerdings sind Anmerkungen abseits von Grammatik und Rechtschreibung eben doch vor allem eines: Geschmackssache.


Ja, das kann sein, das kommt aber auch sehr auf die Qualität des Textes drauf an. Wenn sich der Text bereits auf einem hohen Niveau bewegt, werden sich die Anmerkungen grösstenteils nur um Geschmacksfragen drehen. Da bin ich mit dir einig.
Bei Texten, die eine gewisse Qualität nicht erreichen, sind Anmerkungen aber meistens eben keine Geschmackssache mehr, wenn sie von Leuten kommen, die schon etwas Erfahrung besitzen.

Gruss
Strichpunkt
Strichpunkt
 
Beiträge: 408
Registriert: 02.01.2012, 13:30
Wohnort: Schweiz

Re: Kommentare

Beitragvon Arius » 05.01.2013, 11:27

Hallo,
ihr habt da ein interessantes Thema angesprochen. Gerne würde ich hier auch noch mein Statement dazu abgeben. Hierbei handelt es sich um meine persönliche Meinung, die nichts mit meiner Funktion zu tun hat. Doch habe ich den Vorteil, ein wenig hinter die Kulissen blicken zu können. Dennoch äußere ich mich hier vor allem als Schreiber zu Schreiber.

Strichpunkt hat geschrieben:Das liegt vermutlich auch an den Regeln für Kommentare, die einige evt. "einschüchtern". Zweitkommentare sind mir bisher nicht allzu häufig untergekommen. Wenn der Text vom Autor geändert wird, hat man oft auch keine Lust sich 2 Stunden noch einmal mit dem Ding auseinanderzusetzen und einen Monsterkommentar hinzupflanzen. Was man dagegen tun kann, weiss ich im Moment auch noch nicht, denn die Regeln zu lockern, würde die Kommentarkultur sicher verschlechtern. Dann würden die Erstkommentare sicher darunter leiden, die in diesem Forum ja qualitativ sehr hochwertig sind. Es lohnt sich aber sicher, darüber nachzudenken, wie man den Dialog zwischen Autor und Kommentator verbessern kann.

An den Regeln liegt es bestimmt nicht. Wir sind eine Schreibwerkstatt. Als solche wird der öffentlichen Dialog zwischen Kommentatoren und Autoren begrüsst. Bedingung ist, dass es sich um Textarbeit handelt. So wird bei einem Zweitkommentar gerne ein Auge zugedrückt, wenn er auch nicht ganz so ergiebig ist. Voraussetzung ist, dass diesem Zweitkommentar bereits ein ausführlicher Kommentar vorausging. Soweit die offizielle Einstellung zu diesem Thema.

Nun zu meiner persönlichen Ansicht: Ich persönlich habe kein Problem, mich nochmals intensiv mit dem Text auseinander zu setzen, wenn ich sehe, dass der Autor ernsthaft an einer Überarbeitung interessiert ist. Um den Dialog zwischen Autor und Kommentator zu verbessern, braucht es jedoch beide Seiten. Wer kein Interesse hat, alle Vorteile der Schreibwerkstatt zu nutzen und nur seine eigenen Texte präsentieren möchte, wird auch kaum Energie in einen konstruktiven Dialog stecken. Finde ich persönlich Schade.

zickzack hat geschrieben:Warum nicht einen Dialog mit dem Kommentator über PN halten, wenn es Rückfragen gibt? Und als Gegenleistung es ähnlich bei einem Tect des Kommentators machen?

Weil dies gar nicht der Sinn einer Schreibwerkstatt wäre. Wenn der Autor den Hinweis des Kommentators nicht versteht, weil sich der Kommentierende unklar oder missverständlich ausgedrückt hat, gibt es noch einige Mitleser, denen es genauso ergeht. Muss sich nun jeder persönlich an den Kommentator wenden, um dieses Missverständnis aufzuklären?

Gerade beim Kommentieren kann es geschehen, dass ein Punkt, der für den Schreibenden logisch erscheint, vom Autor falsch aufgefasst wird. Auch bei einem Kommentar haben wir es mit denselben Problemen zu tun, wie bei jeder anderen Texterstellung. Im Kopf des Verfassers läuft bedeutend mehr ab, als auf dem Papier. So musste ich auch schon feststellen, dass mein Kommentar missverstanden wurde und in eine ganz andere Richtung zielte, als ich gemeint hatte. Hätte der Autor nicht entsprechend darauf reagiert, hätte ich auch keine Möglichkeit gehabt, den Irrtum richtig zu stellen.
Per PN wäre die Korrektur jedoch nicht vollständig, da ich davon ausgehen muss, dass auch andere Leser den Hinweis falsch interpretieren.

Strichpunkt hat geschrieben:Genau das halte ich für ein Problem. Wenn man nicht sieht, wie Autor und Kommentator kommunizieren, kann man sich auch schlecht in eine laufende Diskussion einklinken. Ich denke, hier liegt noch einiges an Potenzial begraben.

Das sehe ich auch so. Vor allem, wenn die Gefahr besteht, dass beide aneinander vorbeireden, finde ich eine weitere Ansicht zu dem Thema hilfreich. Es ist ja nicht so, dass der Kommentar-Verfasser allwissend ist und nur seine Ansicht gültig. Auch ein Kommentator kann sich verrennen. Ich schreibe vor allem Kommentare, weil ich der Meinung bin, dadurch selbst noch viel zu lernen. Erfolgt kein Feedback, ist der Lerneffekt nur halb ausgeschöpft.

Desperado hat geschrieben:Meiner Meinung nach muss der Autor allein mit der Kritik arbeiten.
Da hilft ein Dialog ala "Ich versteh nicht was du meinst." - "Na so und so." - "Nein, dass ändere ich auf keinen Fall." überhauft nicht weiter. Weder denBetroffenen noch den aussenstehenden Leser.
Leder stirbt ... äh, nein schreibt eben für sich allein.
Anmerkungen können hilfreich sein, aber es gibtnun mal auch Autoren, die damit wenig anfangen können. Das muss man dem Autor immer selber überlassen.

Da gebe ich dir nur teilweise Recht. Natürlich muss jeder Autor mit sich selbst vereinbaren, wie er mit dem Feedback zu seinem Text umgehen möchte. Doch ein intensiver Austausch zwischen Autor und Leser, kann zu neuen Erkenntnissen führen, die dem Schreibenden vorher gar nicht bewusst waren. Vor allem, wenn sich noch andere in den Austausch einklicken können um neuen Input zu geben.
Natürlich kann es sein, dass zwei verschiedene Schreibphilosophien aufeinander prallen. Dann wird der Dialog schnell einmal kontraproduktiv. Ein vernarrter Liebhaber komplizierter Kettensätze wird nie verstehen, weshalb kürzere Sätze beim Leser besser ankommen. Da hat es auch keinen Wert, dass hierzu ein Dialog geführt wird, der nur zum Ziel hat, den Anderen von seiner Ansicht zu überzeugen. Solch ein Dialog hat auch nichts mehr mit dem ursprünglichen Text zu tun. Solange sich der Dialog jedoch mit dem Text auseinandersetzt, kann er für alle Beteiligten (Autor, Kritiker und Leser) wertvoll sein.

Rabenfuß hat geschrieben:Allerdings sind Anmerkungen abseits von Grammatik und Rechtschreibung eben doch vor allem eines: Geschmackssache.

Es gibt einige inhaltliche Punkte, die nichts mit reiner Geschmackssache zu tun haben. Beispielsweise ist es falsch, wenn der Protagonist wutschnaubend über die Wiese stapft um dann stehen zu bleiben um die Schönheit einer Blume zu bewundern. In seiner Wut hätte er die Blume gar nicht gesehen. So gibt es noch weitere Punkte, die der menschlichen Logik widersprechen, über die gesprochen werden muss.
Wenn ich solch einen Punkt in einem Kommentar anspreche und der Autor nicht genau versteht, weshalb ich diesen Punkt kritisiere, oder auch nicht mit mir einig geht, sollte er Rückfragen, weshalb ich dieser Ansicht bin. Es kann ja auch sein, dass ich den Text falsch interpretiert habe und das Problem an ganz anderer Stelle liegt.

Rabenfuß hat geschrieben:D.h. ich verstehe durchaus, wenn Autoren nicht alle Rückmeldungen umsetzen bzw. es sogar den Anschein hat, sie würden nicht darauf eingehen.

Es müssen auch nicht alle Rückmeldungen umgesetzt werden. Schlussendlich ist es immer noch das Werk des Autors. Daher liegt es an ihm, zu entscheiden, was er ändern möchte und welche Vorschläge er verwirft. Was er jedoch nicht darf, ist, die Vorschläge ignorieren. Er muss jeden angesprochenen Kritikpunkt abwägen, um ihn umzusetzen oder zu verwerfen. Ist etwas unklar, nicht nachvollziehbar, sollte er nach haken, um das Problem klar zu erkennen. Die letztendliche Umsetzung liegt ganz allein bei ihm.

inmutanka hat geschrieben:Was ein Autor mit meinen Vorschlägen macht, annimmt, verwirft ist seine Sache. Irgendwelche Rechtfertigungen/Erklärungen halte ich für verfehlt. Denn würde sein Buch/Geschichte veröffentlicht, steht der Autor ja auch nicht neben jedem Leser und kann sich rechtfertigen/erklären (a la: das habe ich so und so gemeint, aber später ... etc.). Jeder Kommentator tritt als Leser auf und sagt, was ihm auffällt. Was ihn selbst stören würde, würde er in einer Buchhandlung das Buch in die Hand nehmen und anlesen. Ob er das Buch kaufen oder zurückstellen würde, hängt von seinem persönlichen Geschmack ab und genauso sind auch die Kommentare. Der Autor muss entscheiden, ob er bemäkelte Stellen trotzdem so lassen will oder nicht.

Dem meisten hier stimme ich zu. Doch bei einem Punkt muss ich widersprechen. Wir befinden uns in einer Schreibwerkstatt und nicht in einer Buchhandlung. Wer hier einen Text einstellt, sucht keine Leser. Vielmehr möchte er an seinen Texten arbeiten. Wer dies anders sieht, hat den Sinn einer Schreibwerkstatt missverstanden.
An Texten arbeiten, bedeutet, sich intensiv damit auseinandersetzen. Nicht nur Werk um Werk einstellen, sondern die eigenen Texte überarbeiten und den Dialog suchen. Nur so komme ich als Schreiber weiter und kann meinen persönlichen Stil entwickeln. Daher finde ich es schade, dass der Vorteil, denn eine Schreibwerkstatt bietet, nicht voll ausgeschöpft wird.

zickzack hat geschrieben:Genau, dass sehe ich nicht so. Wenn ein Autor zu einen Kommentar eine Rückfrage hat, dann sollte er das mit dem Kommentator absprechen und noch einmal nachhaken, wenn er dann immer noch unsicher ist, kann er ja speziel auf diesen Punkt noch einmal hier in der Schreibwerkstatt nachfragen.

Diese Einstellung würde einer Schreibwerkstatt widersprechen. Wird der Dialog nur im Verborgenen geführt, wirst du erst erfahren, wie die Änderung des Textes auf andere Leser wirkt, nachdem du ihn erneut der Öffentlichkeit präsentierst. Kein einzelner Kommentator ist perfekt. Auch wenn ihr euch auf einer gemeinsamen Ebene findet, kann eure gemeinsame Schreibphilosophie vom Gros der Leser verworfen werden. Je besser ihr euch versteht, desto mehr Fehler werden übersehen. Daher braucht es möglichst viele Meinungen, die aufzeigen, ob die Entwicklung in die gewünschte Richtung läuft.
Auch wenn die Zusammenarbeit produktiv verläuft, sollte sie öffentlich sein, so dass auch andere von den Erkenntnissen profitieren können. Oder möchtest du bei jedem Kommentar denselben Mist verzapfen müssen, weil der Autor noch nie davon gehört hat, oder es nicht verstanden hat, dies richtig umzusetzen. Ich bevorzuge es, beim Kommentieren neue Aspekte anzusprechen um etwas dazu zu lernen. Ständig dasselbe zu erzählen wird auf Dauer langweilig, so dass ich gleich anfangen kann Standardkommentare zu entwerfen.

In diesem Sinne – weiterhin viel Spaß am Schreiben und möget ihr zu konstruktiven Dialogen finden. :XD:

Arius
Phantasie ist unser guter Genius oder unser Dämon. Immanuel Kant


Die Schreibwerkstatt kommt wieder! Sag mir Bescheid!
Benutzeravatar
Arius
 
Beiträge: 4009
Registriert: 10.09.2009, 22:56
Wohnort: Niederbüren Schweiz
Blog: Blog ansehen (3)

Re: Kommentare

Beitragvon Pferdinand » 28.01.2013, 18:16

Hey, ich würde gerne auch noch meine :2cents: beisteuern.

Arius hat geschrieben:So wird bei einem Zweitkommentar gerne ein Auge zugedrückt, wenn er auch nicht ganz so ergiebig ist. Voraussetzung ist, dass diesem Zweitkommentar bereits ein ausführlicher Kommentar vorausging. Soweit die offizielle Einstellung zu diesem Thema.

:thinking: Hmm, interessant. Das hatte ich mich schon oft gefragt, und wollte dann nicht nochmal drunterschreiben, wenn ich jetzt nicht wirklich noch was revolutionäres zu sagen gehabt hätte.
Aber wenn ich mich schon so umfassend mit einem Werk auseinander gesetzt habe, dann bin ich auch gerne bereit, noch ein wenig weiter zu kommentieren.


Ich selbst gebe mir bei meinen Kommentaren immer äußerst viel Mühe. Natürlich zu großen Teilen, weil ich merke, dass ich dadurch noch so einiges dazulerne. Aber ich freue mich jedes Mal sehr, wenn das auch gewürdigt wird und der Autor noch auf einzelne Punkte eingeht. Das heißt nicht, dass er alle Kritikpunkte gutheißen muss, es reicht mir, wenn ich merke, dass der Autor wirklich an seinem Werk arbeiten möchte und es nicht zur Dekoration hochgestellt hat.
Und vorallem kommentiere ich Werke dieser Autoren gerne wieder und auch gerne wieder sehr ausführlich.

Wenn ich fremde Werke lese, die ich nicht kommentiere lese ich auch hin und wieder gerne die Kommentare der anderen und auch einen daraus entstandenen Dialog. Auch hier - finde ich - gibt es meist einiges, was ich mir persönlich rausziehen kann.

Wie auch Arius meinte, ist ja auch nicht jeder Kommentator gleich eine unfehlbare Gottheit. Ich drücke mich hin und wieder durchaus mal unverständlich aus und finde es prima, wenn es die Möglichkeit gibt, darauf hingewiesen zu werden und das nochmal zu verbessern.


Und umgekehrt ist es natürlich auch so, dass ich mich über jeden äußerst freue, der sich mit irgendeinem meiner Werke auseinandersetzt. Wie ihr in meinem Profil sehen könnt bin ich eigentlich immer genau im 2:1 Verhältnis. Aber ich schreibe nicht möglichst schnell irgendwelche Kommentare, um daraufhin meine Ergüsse verbreiten zu können. Sondern ich versuche erstmal möglichst was durchs Kommentieren dazuzulernen (und vielleicht profitiert ja auch das Kommentar-Opfer davon).
Und die Belohnung für mich ist dann, eines meiner Werke der Öffentlichkeit preiszugeben. Auf das es jemand zerreisst und mich auf vieele kleine Dinge darin hinweist. :dasheye:

Alles Liebe,
Pferdinand
Benutzeravatar
Pferdinand
 
Beiträge: 124
Registriert: 03.10.2012, 22:06
Wohnort: Bayern
Blog: Blog ansehen (3)

Re: Kommentare

Beitragvon Atramento » 31.03.2013, 21:58

Hey.

Da das BWS nun seit 3 Monaten abgeschaltet ist und ich finde, das eine Veränderung der Kommentarstruktur eingetreten ist, wollte ich mal fragen, wie ihr das seht ... einfach, weil es mich interessiert :mrgreen:

Mir ist dazu aufgefallen (rein sunjektiv und eher auf den Fantasy/Urban Fantasy Sektor bezogen):
- der Austausch unter Werken hat sich verbessert; der selbe Kommentator antwortet nun öfter als früher
- die Zahl der Kommentare unter einem Werk ist zurückgegangen (vielleicht fehlende Motivation? Wer weiß ^^)
- die Länge und Ausführlichkeit hat etwas abgenommen
- davon gesondert: die Qualität ist ein wenig rückläufig

Soweit meine Beobachtungen, nachdem ich die letzten drei Monate als stiller Beobachter hier war ... und nun bin ich bereit für Zustimmung, Neutralität oder Ablehung :whistle:

LG Atra
Schreiben ist mein Leben? Nein. Ich will schließlich nicht während einer Schreibblockade sterben. ;D

Die Schreibwerkstatt kommt wieder! Sag mir Bescheid!
Benutzeravatar
Atramento
 
Beiträge: 958
Registriert: 30.01.2012, 20:38
Blog: Blog ansehen (5)

Re: Kommentare

Beitragvon CharlySemmel » 01.04.2013, 01:39

... man bekommt irgendwie keine Sterne mehr - das ist mir so aufgefallen. :seedaylight:
Benutzeravatar
CharlySemmel
 
Beiträge: 2783
Registriert: 05.09.2010, 23:08
Wohnort: Hessen

Re: Kommentare

Beitragvon Heribertpolta » 01.04.2013, 06:08

Das ist wie im richtigen Laben - alles kürzer und oberflächlicher machen. Aber hier ist es eh noch in Ordnung. Im so genannten "Deutschen Schriftstellerforum" sind alberne Kurzkommentare absolut die Regel.
Grüße,

Heribert Polta
Benutzeravatar
Heribertpolta
 
Beiträge: 367
Registriert: 23.02.2012, 16:44
Wohnort: Landshut

Re: Kommentare

Beitragvon Desperado » 01.04.2013, 15:10

CharlySemmel hat geschrieben:... man bekommt irgendwie keine Sterne mehr - das ist mir so aufgefallen. :seedaylight:

Ja, aber das war mir auch erst nach ner gewissen Zeit aufgefallen.

Nun, es könnten sein, dass nicht mehr so viel und so detailliert kommentiert wird, da ja die Sterne-Bewertung wegfällt und somit die Negativbenotung.
Ich muss ehrlich sagen, eine 1-Sterne-Bewertung wäre für mich damals fast wie ein Kopfschuss gewesen ... aber nun ... kann mir ja jetzt nicht mehr passieren :wink:

Ich sammle keine Kommentare , da ich keine oder kaum Beiträge einstelle.

Ab und an juckt es mich mal, wenn ich was zu einem Text zu sagen habe, aber da beschäftige ich mich nicht mit Rechtschreibung und Grammatik. Mir geht es eher um Ausdruck, Verständlichkeit und Umsetzung und da reichen manchmal ein paar Sätze um zu sagen, was man zu sagen hat.
"Heartbeatclub: 17 heiße Rhythmen" 2015 - "Erwarte mich in Paris" 2013 - "Engelsgesang" 2011 - "Einmal Sinti und zurück" 2010
Klick mich und werde glücklich
Benutzeravatar
Desperado
 
Beiträge: 2013
Registriert: 08.01.2011, 19:26
Wohnort: in der Nähe von München
Blog: Blog ansehen (6)

VorherigeNächste

Zurück zu Schreibwerkstatt-Café

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast