Kommissar hat Beziehung zu Staatsanwältin

Nachforschung, Untersuchung, Information. Hintergrundinformationen für deine Werke. Fragen bzgl. Geschichte, Gesellschaft, Technologie, etc.

Kommissar hat Beziehung zu Staatsanwältin

Beitragvon Dave82 » 01.10.2015, 11:50

Hallo zusammen,
mein Protagonist ist ein Hauptkommissar und hat eine Beziehung zu einer Staatsanwältin. Später fragt ihr Vater, der Oberstaatsanwalt, ob sie den Fall übernehmen kann. Geht das überhaupt? Und es kommt heraus, dass der Vater in den Fall verwickelt ist. Dann müsste sie oder der Kommissar den Fall wieder abgeben oder?
Dave82
Geburtstagskind
Geburtstagskind
 
Beiträge: 13
Registriert: 23.05.2012, 12:48

Re: Kommissar hat Beziehung zu Staatsanwältin

Beitragvon anby77 » 02.10.2015, 20:51

Ich habe so meine Zweifel, dass der Vater der direkte Vorgesetzte seiner Tochter sein kann. Da ist die Gefahr von Interessenkonflikten und Nepotismus einfach viel zu groß. Zumal schon der blanke Verdacht, dass es aufgrund der Verwandtschaft unstatthafte Vorteile gibt, zu Problemen führen kann. Es würde dafür gesorgt, dass die beiden beruflich nichts bzw. so wenig wie möglich miteinander zu tun haben; z.B. indem man sie in verschiedenen Abteilungen oder Gerichtsbezirken einsetzt. Und dann hat der Vater keinerlei Einfluss darauf, welche Fälle seine Tochter zugeteilt bekommt und welche nicht. Und wenn er doch ihr Vorgesetzter ist, bittet er auf Arbeit nicht, sondern erteilt dienstliche Anweisungen, denen sie Folge leisten muss.

Wer wann einen Fall abgeben muss, hängt sehr vom Einzelfall ab, davon, wann wem welche Informationen vorliegen und wie die "Verwicklung" konkret aussieht und wann sie passiert. Wenn der Vater zu dem Zeitpunkt, an dem er den Fall der Tochter übergibt weiß, dass es ihn betrifft, könnte allein das schon als Versuch einer "Strafvereitelung im Amt" gewertet werden. Das wird mit Gefängnis bestraft; mit "Fall abgeben", ist es da nicht mehr getan. Da muss gegen beide ein Verfahren eingeleitet werden um von offizieller Seite Licht in die Sache zu bringen - es wäre ja möglich, dass er sie eingeweiht hat und zur Strafvereitelung angestiftet hat. Und solange das läuft, müssen sie natürlich vom Dienst suspendiert werden. Für den Vater endet das ziemlich sicher mit der Entlassung und in der Rechtspflege wird er auch nie mehr arbeiten können. Wenn die Tochter sich absolut korrekt verhalten hat, wird sie ihren Job behalten können, aber ihre Karriereaussichten werden danach weniger rosig sein als vorher. Denn selbst wenn ihr kein Fehlverhalten nachgewiesen werden kann, ein gewisser Restmakel wird ihr - weil Staatsanwälte doch ein recht überschaubarer Zirkel sind - doch recht lange anhaften.
Inwieweit sich das auf den Kommissar auswirkt, hängt davon ab, wie eng seine Beziehung zur Staatsanwältin und vor allem ihrem Vater ist. Wenn Sie ihn ihrem Vater noch gar nicht vorgestellt hat, wäre es wohl damit erledigt, dass er den Fall abgibt. Wenn der Hochzeitstermin schon feststeht und der Kommissar mit seinem Schwiegervater per Du ist, stünde unter Umständen auch bei ihm der Verdacht im Raum, schon vorher von der Verwicklung des Oberstaatsanwaltes gewusst und die Ermittlung in dessen Sinne beeinflusst zu haben.
Je größer der Dachschaden, desto schöner der Ausblick zum Himmel.
(Karlheinz Deschner)
anby77
 
Beiträge: 4293
Registriert: 19.12.2007, 19:55
Wohnort: Das schöne Badnerland

Re: Kommissar hat Beziehung zu Staatsanwältin

Beitragvon Dave82 » 03.10.2015, 17:58

Hi anby,

danke für die Info. Das stimmt mit deinen Einwänden. Ich habe zwar mal bei Andreas Franz so eine ähnliche Situation gelesen, aber ich werde es ändern.

LG, Dave
Dave82
Geburtstagskind
Geburtstagskind
 
Beiträge: 13
Registriert: 23.05.2012, 12:48

Re: Kommissar hat Beziehung zu Staatsanwältin

Beitragvon Dave82 » 29.10.2015, 13:12

Hallo,
ich werde es jetzt so machen, dass die Staatsanwältin nicht den Fall übernimmt wegen der Befangenheit. Sie hat nur später einen Konflikt mit dem Kommissar, weil ihr Vater die Tote kannte. Ist das eine gute Idee?

VG
Dave82
Geburtstagskind
Geburtstagskind
 
Beiträge: 13
Registriert: 23.05.2012, 12:48

Re: Kommissar hat Beziehung zu Staatsanwältin

Beitragvon Aradir » 01.11.2015, 02:05

Also generell dürfte ein Kommissar, keinesfalls eine Beziehung mit dem entsprechenden Staatsanwalt haben. Geht nicht. Nada.
Die Staatsanwaltschaft ist ja in Deutschland (theoretisch) eine unabhängige Instanz, die selber abwägt, ob der Verdächtige XY schuldig ist. Wenn es dann zu Mauscheleien mit den ermittelnden Beamten kommt, ist das bestenfalls "nur" ein Revisionsgrund. Eher schlimmer.

Ich kenne jetzt deine Protas nicht, deshalb weiß ich nicht wie logisch das ist, dass der Kommissar einen Konflikt mit seiner Freundin hat, weil deren Vater in die Sache verwickelt ist. Das musst du entscheiden.
Aradir
 
Beiträge: 641
Registriert: 19.01.2014, 19:15


Zurück zu Recherche

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste