[Humor]Kontaktanzeige mit Folgen Teil 2 DÜ Edited

Komödie, Satire, Parodie

[Humor]Kontaktanzeige mit Folgen Teil 2 DÜ Edited

Beitragvon Diavolo » 27.03.2015, 03:50

Liebe Schreibwerkstättler

Hier folgt meine erste Überarbeitung zu meinem 2. Teil von Kontaktanzeige mit Folgen. Ich würde mich über weitere Anregungen freuen und mich mit einem :flowers: bedanken.

Der Nebenbuhler

Das schrille Klingeln der Türglocke bringt mich in die Realität zurück. Deborah hastet, ohne sich noch einmal umzudrehen, aus dem Zimmer.

Was soll das denn jetzt?

Einige Minuten später kommt sie, mit einem Typ im Schlepptau, zurück, der ihr im Sommer Schatten spenden könnte. Er fläzt sich auf das Sofa. Deborah verschwindet in der Küche. Seine Stielaugen verfolgen jede Bewegung von ihr, während er seinen Gürtel an der Hose löst. Bevor er sich ganz entblößen kann, erscheint sie, mit einem Korkenzieher bewaffnet, in der Tür. Als seine Wurstfinger nach der Weinflasche greifen, kippt sie um.

„Aua, das hat weh getan.“, entfährt es dieser.

Ihr Gesicht immer noch vor Schmerz verzerrt, muss ich mitansehen, wie der Typ ihr den Kragen umdreht.

Warum tut er so etwas?

Dann betreibt er auch noch Leichenschändung. Ihr Blut fließt in die Kelche. Meine Haare stellen sich auf. Angst um meine Angebetete steigt in mir hoch.

Von der Seite quatschen mich die Bücher an.

Kein Takt- und auch kein Mitgefühl!

Barsch fahre ich sie an: „Lasst mich mit eurem Gelaber in Ruhe! Eure Lebensinhalte interessieren mich wirklich nicht!“

Meine Blicke wandern zu meiner Angebeteten, die nervös neben dem Fettsack Platz nimmt. Die Gläser klingen wie Hochzeitsglocken.

Ist das unser Trauzeuge?

Er zündet sich eine Zigarre an und bläst den Rauch in die Luft.

So ein Stinktier!

Sein Redeschwall ist nicht mehr zu bremsen. Sie hängt wie ein Blutegel an seinen Lippen.

Was hat sie nur an dem gefressen?

Langsam bekomme ich einen dicken Hals. Wut steigt in mir hoch. Seine Fettmassen schwimmen auf dem Sofa. Neben ihm sieht meine Traumfrau wie ein Spreißel aus. Jetzt legt er auch noch seine Klauen um ihre Schultern.

Nimm deine Griffel von ihr und mach die Fliege!

Wie, wenn er Gedanken lesen könnte, steht er auf.

Die Hüllen fallen

Seine Hose macht sich selbständig. Hastig greift er danach, aber seine Arme sind zu kurz. Ich erhasche einen kurzen Blick auf seine selbst gestrickten Liebestöter.

Ist der schwanger? Sein Bauch krampft sich zusammen. Hilfe! Wo ist die Hebamme?

„Der Ausgang ist in der anderen Richtung!“ rufe ich ihm nach.

Seine Ohren auf Durchzug gestellt, hört er meinen Einwand nicht und hastet aus dem Raum.

Den sind wir los!

Meine Geliebte rekelt sich auf dem Sofa. Mit allen Mitteln versuche ich ihre Aufmerksamkeit auf mich zu lenken und trällere so laut ich kann: „If I said you have a beautiful body, would you hold it against me?“

Erhört sie jetzt mein Flehen?

Stattdessen singt mich die Tastatur an: „She will treat you like a devil tonight…“

„Was verstehst du denn von wahrer Liebe, du behämmertes Stück? Du bist zu jung und zu dumm zum Zum.“

Das hat gesessen.

Plötzlich stinkt es nach faulen Eiern. Das Odeur attackiert meine sensible Nase. Mir wird übel.

Wer hat hier einen fahren lassen?

Ein kurzer Blick in die Runde. Das Hängebauchschwein kommt in voller Größe aus dem Bad zurück und kniet vor meiner Flamme nieder. An seinem Hinterkopf kringelt sich sein Ringelschwänzchen.

Den sollte man zum Abschuss freigeben! Oder steht der bei WWF unter Artenschutz?

Er trocknet seine Pranken an ihren Beinen ab. Einem Bückling im Fischgeschäft gleich verdreht sie ihre Augen.

Ist sie ohnmächtig?

Sofort beginnt er mit der Wiederbelebung. Seine Lippen saugen sich an ihren fest, während er sie mit seinen Fettmassen erdrückt.

Willst du sie umbringen, Wildsau?

Er lässt von ihr ab. Im Delirium schlängelt sie sich an ihm vorbei. Mitten im Raum bleibt sie stehen und wiegt sich zu ‚Besame mucho‘.

Meine Herzallerliebste küsse mich.

Sie pellt sich aus ihrem roten Kleid und ich erinnere mich daran, wie sie mich damit in der spanischen Stierkampfarena zu Tränen gerührt hat. Der geile Eber fängt an zu sabbern, sieht rot und wird zum Stier.

Jetzt provoziert sie ihn und sticht ihn dann ab.

„Öle! Öle!“, feuere ich sie an.

Beim letzten ‚perderte perderte después‘ fällt die Muleata zu Boden. Darunter trägt sie Trauer.

Der Todesstoß

Mein Blut kommt in Wallung. Die sanfte Hügellandschaft des Silikon Volleys, unter der schwarzen Spitze des Büstenhalters erregt mich.

Lange kann ich mich nicht mehr zurückhalten.

Doch jetzt präsentiert sich der Stier in voller Größe dem Torero.

„Olé! Olé!“

„Was schreist du hier so rum?“ beschwert sich nun der Lesestoff.

Ich bin nicht zu bremsen: „Olé! Olé!“

„Wenn du nicht aufhörst, erschlagen wir dich!“

„Ja! Stich zu!“

Als ich erneut zum Olé ansetzen will, nimmt der Stier sie auf die Hörner. Hilflos muss ich zusehen, wie er mit Deborah verschwindet. Angst schnürt mir die Kehle zu.

Die Tastatur fängt an zu singen: „She will treat you like a devil tonight!“

Bei der hängt wohl die Schallplatte.

Tierische Geräusche dringen aus dem Nebenzimmer. Der Stierkampf wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit weitergeführt.

Jetzt sticht sie die Sau ab! Olé!

Noch ein leises Stöhnen, dann kehrt endlich Ruhe ein. Beruhigt schlafe ich ein und fange an zu träumen.

Coitus Interruptus

„Voulez yous couchez avec moi? Ce soir!“

Das musst du mich nicht zweimal fragen, mein Zuckerschnütchen.

Sie streicht liebevoll mein ergrautes Haar. Spitzbergen und die Venus von Milo sind scharf, wie Nachbars Lumpi. Ich auch, als die letzten Hüllen fallen. Für mich öffnet sie ihre Muschel. Bei diesem Anblick wachse ich über mich hinaus.

Aua!

Das zwickt und zwackt, kurz gewendet, dann wird es feucht.

Ist das Wasserbett undicht?

Jäh werde ich aus meinem Nümmerchen gerissen.

Spinnen die Römer?

Die Bücher halten sich ihre dicken Bäuche vor Lachen. Die Tastatur sind erneut aus voller Kehle: „She will treat you like a devil tonight!“

Habe ich das Wort zum Sonntag verpasst?

Der Versuch zu meiner Befriedigung zurückzukehren, scheitert kläglich.

„Euch soll der Teufel holen!“

Ungebremst prasselt deren Wortschwall auf mich nieder.

„Es ist jeden Abend das gleiche Spiel.“

„Wenn sie mit verruchter Stimme ins Telefon säuselt - Schatz, …. -, wissen wir, was die Stunde geschlagen hat.“

„Dann geht’s ans Eingemachte.“

„Sie wechselt ihre Liebhaber schneller wie im Rotlicht die Lichtreklame.“

„Der vorgestern hätte in der Geisterbahn sein Geld verdienen können.“

„Zum Frühstück gibt es Zitrone, damit der zufriedene Gesichtsausdruck verschwindet.“

„Was wisst ihr denn schon?!“ unterbreche ich sie.

Ich erinnere mich an ihre zärtlichen Hände und wie sie mich angelächelt hat. Spüre, wie sie mich auf Händen getragen hat.

‚Schatz‘ hat sie nie zu mir gesagt!

Zweifel machen sich breit.

„Sie hat dir, wie allen anderen, Hörner aufgesetzt“, klären sie mich auf.

Das verdammte Miststück!

Ich schäume vor Wut.

Der werde ich es zeigen! Nicht mit mir!

Ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen und seid gespannt, wie die Geschichte zu Ende geht. Wie schon gesagt, über weitere Kommentare und Gedanken eurerseits freue ich mich.

Liebe Grüße Diavoll

Hier geht es weiter Teil 3:

post516172.html#p516172

und hier zum Anfang Teil 1:

post516170.html#p516170

Version 1: (Zum Lesen bitte scrollen)
Der Nebenbuhler

Als es klingelt, eilt sie zur Tür und bringt einen Typ im Schlepptau mit.
Der könnte ihr im Sommer Schatten spenden.
Er fläzt sich auf das Sofa. Deborah verschwindet in der Küche. Seine Stielaugen verfolgen jede Bewegung von ihr, während er seinen Gürtel an der Hose löst. Bevor er sich ganz entblößen kann, kommt sie mit einem Korkenzieher zurück.
Warum dreht er der Flasche den Kragen rum?
Als das Blut in die Kelche fließt, quatschen mich die Bücher von der Seite an.
Die Bücher auf dem Schreibtisch wollen mit mir ein Gespräch anfangen.
Kein Taktgefühl! Merken die nicht, dass ich nur Augen für meine Angebetete habe?
Barsch fahre ich sie an: „Lasst mich mit dem Gelaber in Ruhe! Mich interessieren momentan weder eure Namen noch eure Lebensinhalte.“
Die Gläser klingen wie Hochzeitsglocken.
Ist das unser Trauzeuge?
Er zündet sich eine Zigarre an und bläst den Rauch in die Luft.
So ein Stinktier!
Sein Redeschwall ist nicht mehr zu bremsen. Sie hängt wie ein Blutegel an seinen Lippen.
Was hat sie nur an dem gefressen?
Langsam bekomme ich einen dicken Hals. Seine Fettmassen schwimmen auf dem Sofa. Neben ihm sieht meine Traumfrau wie ein Spreißel aus. Jetzt legt er auch noch seine Klauen um ihre Schultern.
Nimm deine Griffel von ihr und mach endlich die Fliege!
Wie wenn er Gedanken lesen könnte, steht er auf.


Die Hüllen fallen

Seine Hose macht sich selbstständig. Hastig greift er danach, aber seine Arme sind zu kurz. Ich erhasche einen kurzen Blick auf seine selbst gestrickten Liebestöter.
Ist der schwanger? Sein Bauch hat sich gesenkt. Hilfe! Wo ist die Hebamme?
Vor Schmerzen gekrümmt, verschwindet er so schnell er kann aus meinem Blickfeld. Seine Ohren auf Durchzug gestellt, hört er meinen Einwand: "Der Ausgang ist in der anderen Richtung“, nicht mehr.
Den sind wir los.
Meine Geliebte rekelt sich auf dem Sofa. Mein Herzblut fließt durch ihre Kehle.
„If I said you have a beautiful body, would you hold it against me?“, trällere ich sehnsuchtsvoll. Mein Herzblut fließt in die Kelche.
Erhört sie jetzt mein Flehen?
Die Tastatur singt mich an: „She will treat you like a devil tonight…“
„Was verstehst du denn von wahrer Liebe, du behämmertes Stück? Du bist zu jung und zu dumm zum Zum.“
Das hat gesessen.
Plötzlich stinkt es nach faulen Eiern. Das Odeur attackiert meine sensible Nase. Mir wird übel.
Wer hat hier einen fahren lassen?
Ein kurzer Blick in die Runde, das Hängebauchschwein kommt in voller Größe zurück und kniet vor meiner Flamme nieder. An seinem Hinterkopf kringelt sich das Ringelschwänzchen.
Den sollte man zum Abschuss freigeben. Oder steht der bei WWF unter Artenschutz?
Er trocknet seine Pranken an ihren Beinen ab. Einem Bückling im Fischgeschäft gleich verdreht sie ihre Augen.
Ist sie ohnmächtig?
Sofort beginnt er mit der Wiederbelebung. Seine Lippen saugen sich an ihren fest, während er sie mit seinen Fettmassen erdrückt.
Willst du sie umbringen, Wildsau?
Er lässt von ihr ab. In Trance schlängelt sie sich an ihm vorbei. Mitten im Raum bleibt sie stehen und wiegt sich zu ‚Besame mucho‘.
Meine Herzallerliebste küsse mich.
Sie pellt sich aus ihrem Kleid. Ich sehe das gleiche Rot wie in der spanischen Stierkampfarena, als sie mich zu Tränen rührte. Der geile Eber fängt an zu sabbern.
Jetzt provoziert sie ihn und sticht ihn dann ab.
„Olé! Olé!“ feuere ich sie an.
Beim Letzten ‚perdete perderte después‘ fällt die Muleta zu Boden. Darunter trägt sie Trauer.

Der Todesstoß

Mein Blut kommt in Wallung. Die sanfte Hügellandschaft des Silikon Valleys, unter der schwarzen Spitze des BHs erregt mich.
Lange kann ich mich nicht mehr zurückhalten.
Der Stier präsentiert sich jetzt in voller Größe dem Torero.
„Olé! Olé!“
„Halt endlich die Klappe. Das ist Nachtruhestörung!“, werde ich unterbrochen.
„Olé! Olé!“
„Was schreist du hier so rum?“ beschwert sich nun der Lesestoff.
Ich bin nicht zu bremsen: „Olé! Olé!“
„Wenn du nicht sofort aufhörst, erschlagen wir dich!“
„Ja! Stich zu!“
Als ich erneut zum Olé ansetzen will, nimmt der Stier sie auf die Hörner. Hilflos muss ich zusehen, wie er mit Deborah verschwindet. Angst schnürt mir die Kehle zu.
Die Tastatur fängt an zu singen: „She will treat you like a devil tonight!“
Bei der hängt wohl die Schallplatte.
Tierischen Geräusche dringen aus dem Nebenzimmer. Der Stierkampf wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit weitergeführt.
Jetzt sticht sie die Sau ab! Olé!
Ein leises Stöhnen, dann kehrt endlich Ruhe ein. Beruhigt schlafe ich ein.

Coitus Interruptus

„Voulez vous couchez avec moi? Ce soir!“
Das musst du mich nicht zweimal fragen, mein Zuckerschnütchen.
Sie streicht liebevoll mein ergrautes Haar. Spitzbergen und die Venus von Milo sind scharf, wie Nachbars Lumpi. Ich auch, als die letzten Hüllen fallen. Für mich öffnet sie ihre Muschel. Bei diesem Anblick wachse ich über mich hinaus.
Aua!
Das zwickt und zwackt, kurz gewendet dann wird es feucht.
Ist das Wasserbett undicht?
Jäh werde ich aus meinem Nümmerchen gerissen.
Spinnen die Römer?
Die Bücher halten sich ihre dicken Bäuche vor Lachen. Die Tastatur singt aus voller Kehle: „She will treat you like a devil tonight!“
Habe ich das Wort zum Sonntag verpasst?
Der Versuch, zu meiner Befriedigung zurückzukehren, scheitert kläglich.
„Euch soll der Teufel holen.“
Ungebremst prasselt ihr Wortschwall auf mich nieder.
„Es ist jeden Abend das gleiche Spiel.“
„Wenn sie mit verruchter Stimme ins Telefon säuselt -Schatz,.... -, wissen wir, was die Stunde geschlagen hat."
„Dann geht‘s ans Eingemachte.“
Saure Gurken? Lecker!
„Sie wechselt ihre Liebhaber schneller wie im Rotlichtmilieu die Lichtreklame.“
Neid der Besitzlosen.
„Der vorgestern hätte in der Geisterbahn sein Geld verdienen können.“
„Zum Frühstück gibt es Zitrone, damit der zufriedene Gesichtsausdruck verschwindet.“
„Was wisst ihr den schon, euch ist doch Keiner gewachsen.“
„Sie hat dir, wie allen Anderen Hörner aufgesetzt“, klären sie mich auf.
Das verdammte Miststück! Ich schäume vor Wut. Der werde ich es zeigen! Nicht mit mir!

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Re: Kontaktanzeige mit Folgen Teil 2 DÜ

Beitragvon beatrice » 17.06.2015, 12:52

Endlich komme ich zum versprochenen zweiten Kommentar, hoffe du konntest dich gedulden.
Vielen Dank für die :flowers:! Übrigens auch von mir ein Danke für den Kommentar meiner Geschichte, hat mir sehr geholfen!

Als es klingelt, eilt sie zur Tür und bringt einen Typ im Schlepptau mit.


Ich habe mal gegoogelt, weil ich bei der Kombination von Schlepptau und mitbringen ins Stutzen kam. Gefunden habe ich "jemanden im Schlepptau haben" und "jemanden ins Schlepptau nehmen".
(Duden: jemanden, etwas im Schlepptau haben (1. jemanden, etwas schleppen. 2. von jemandem, etwas begleitet, verfolgt o. Ä. werden.))

Auch würde ich die Situation nicht nur in einem Satz darstellen, denn ich dachte kurz, da wäre noch ein anderer Typ im Raum, den sie mit zur Tür nimmt, als es klingelt.

Vielleicht könntest du noch mehr auf die Verwirrung deines Protas eingehen. Der Übergang ist sonst sehr krass, denn zuvor schreibst du "Ich begehre dich auch." und "I am loosing control." Er müsste sich doch jetzt fragen, warum sie ihn so einfach alleine lässt. Die Konjunktion "als" finde ich fast ein wenig zu schwach, denn das Klingeln fühlt sich für deinen Prota vielleicht eher wie eine Unterbrechung an.

Ein Versuch:

     Ihr Hüftschwung lässt mich fast erblinden. I am loosing control.

Doch es klingelt. Ohne mich eines weiteren Blickes zu würdigen, eilt sie aus dem Raum. Was soll das denn? Aus dem Flur höre ich Gemurmel. Einige Minuten später öffnet sich die Zimmertür wieder und herein schwebt Deborah. Im Schlepptau hat sie einen Typen, der ihr im Sommer Schatten spenden könnte.


Ich habe hier "Der könnte ihr im Sommer Schatten spenden." miteingebaut. Den Vergleich finde ich gut, allerdings hat sich das für mich ein wenig abgehackt angehört.


Er fläzt sich auf das Sofa. Deborah verschwindet in der Küche. Seine Stielaugen verfolgen jede Bewegung von ihr, während er seinen Gürtel an der Hose löst. Bevor er sich ganz entblößen kann, kommt sie mit einem Korkenzieher zurück.


Gefällt mir gut! Es stellt die Antipathie, die dein Prota für den Typen empfindet schön heraus.

Warum dreht er der Flasche den Kragen rum?


Vielleicht könntest du das vorher ein wenig einleiten. Die Weinflasche hat ja auch eine Persönlichkeit, wie alle Gegenstände im Raum, vielleicht zeigt sie kurz vor ihrem "Tod" eine Reaktion? Das würde die Handlung sogar noch dramatisieren und die Grobheit und vielleicht auch Brutalität des Nebenbuhlers deutlicher herausstellen.

Die Bücher auf dem Schreibtisch wollen mit mir ein Gespräch anfangen.


Im Satz zuvor schreibst du bereits, dass sie ihn anquatschen. Daher gehe ich davon aus, dass sie an einem Gespräch interessiert sind. Meiner Meinung nach, könntest du das herauslassen.
Merken die nicht, dass ich nur Augen für meine Angebetete habe?


Ich finde das nicht ganz stimmig. In den Absätzen davor gehst du wenig auf Deborah ein. Das Augenmerk deines Prota liegt auf dem Nebenbuhler. Außer, dass Deborah in der Küche war, weiß ich nicht, was sie gerade tut. Dazu müsstest du den Absatz umschreiben und nochmal auf Deborah und die Gefühlslage deines Protas eingehen.
Ich finde es aber sehr gelungen, dass du seine Eifersucht thematisierst. Du könntest diese noch stringenter aufbauen und in dem "Mord an der Flasche" gipfeln lassen. Dazu würde ich aber noch mehr Emotion von Seiten deines Prota hineinlegen.

Deshalb von mir ein anderer Vorschlag:

     Die Weinflasche versucht wegzurollen, aber er hat sie schon gepackt. "Nein!" , schreit diese und reißt die Augen auf. Ich muss mit ansehen, wie er der Flasche den Kragen umdreht. Warum tut er so etwas? Jetzt betreibt er auch noch Leichenschändung, lässt ihr Blut in die Kelche fließen. Mir läuft ein Schauder über den Rücken.
Von der Seite quatschen mich die Bücher an (und versuchen mich in ein Gespräch zu verwickeln).
Kein Taktgefühl! Haben die nicht mitbekommen, was eben passiert ist?


Es kann natürlich sein, dass ich damit ein bisschen an deinem Thema vorbeigeschossen bin und dein Protagonist mit diesem Absatz zu sehr in der Angstschiene festhängt. Mir persönlich hat dein Absatz ein wenig zu "heruntergeschrieben" geklungen, da ist einiges an Potenzial, dass du noch nicht genutzt hast. Du könntest noch mehr mit den Emotionen spielen und die Figuren im Raum charakterisieren. Berührt es den Protagonisten, dass die Weinflasche stirbt? Will er eigentlich nur den Nebenbuhler schlecht machen und ist ihm die Weinflasche egal? Was macht Deborah, irgendetwas, das seine Eifersucht aufbrodeln lässt?

Barsch fahre ich sie an: „Lasst mich mit dem Gelaber in Ruhe! Mich interessieren momentan weder eure Namen noch eure Lebensinhalte.“


Das würde auch zu meiner Interpretation passen. In deinem Text sagt er das, weil er Deborah weiter anschmachten möchte. Du nutzt das sozusagen als Überleitung. Ich finde es inhaltlich gut, im Kontext gesehen ist es für mich ein Themensprung, das habe ich dir ja oben schon gesagt. Sprachlich passt der Dialog nicht ganz. Er ist genervt und fährt die Bücher an. Ich hätte mir also etwas kürzeres erwartet. Wer genervt oder wütend ist, bringt auf den Punkt, was er zu sagen hat.

Vielleicht reicht schon:

     "Lasst mich mit dem Gelaber in Ruhe!"

Wenn du ihn noch mehr sagen lassen willst, würde ich
     "Eure Lebensinhalte interessieren mich (gerade) nicht!"
hinzufügen.

Die Gläser klingen wie Hochzeitsglocken.
Ist das unser Trauzeuge?


Hier ein toller Vergleich, sprachlich bin ich begeistert. Im Kontext gesehen ist das wieder ein Sprung zu Deborah hin, er hat sich doch eben hauptsächlich mit dem Nebenbuhler auseinandergesetzt. Ich würde das vielleicht an anderer Stelle erst schreiben, mit einer Einleitung, in der er seine Aufmerksamkeit wieder auf Deborah richtet.

Er zündet sich eine Zigarre an und bläst den Rauch in die Luft.
So ein Stinktier!
Sein Redeschwall ist nicht mehr zu bremsen. Sie hängt wie ein Blutegel an seinen Lippen.
Was hat sie nur an dem gefressen?
Langsam bekomme ich einen dicken Hals. Seine Fettmassen schwimmen auf dem Sofa. Neben ihm sieht meine Traumfrau wie ein Spreißel aus. Jetzt legt er auch noch seine Klauen um ihre Schultern.
Nimm deine Griffel von ihr und mach endlich die Fliege!
Wie[,] wenn er Gedanken lesen könnte, steht er auf.


Ich glaube hier ist ein Kommafehler im letzten Satz, ansonsten gefällt mir das gut. Es ist stringent, du stellst seine Eifersucht heraus. Die Situation spitzt sich zu und sprachlich nutzt du tolle Worte und Vergleiche, wie "wie ein Blutegel an seinen Lippen", "Klauen", "Griffel".

Fazit zu diesem Absatz:
Wenn du die Hochzeitsglocken und Deborah noch einbauen willst, dann könntest du in einem weiteren Absatz auf Deborah eingehen. Was macht sie denn noch? Vielleicht schwärmt er noch einmal von ihr? Du könntest seine Vermutung oder Hoffnung, dass das "nur der Trauzeuge" ist, näher herausstellen und ihn dann enttäuschen, denn Deborah "hängt wie ein Blutegel an seinen Lippen", er "legt seine Klauen um ihre Schultern". Zurück bleibt Wut und Eifersucht. Vielleicht überlegst du dir eine Emotionsentwicklung? Vielleicht fragt er sich am Anfang, wer das sein könnte? Doch der Typ wird ihm immer unsympathischer mit der Zeit, schließlich stellt sich zu allem Überfluss noch heraus, dass Deborah von ihm begeistert ist und zurück bleibt Wut und Eifersucht deines Protagonisten.


Die Hüllen fallen


Schöne Überschrift.

Seine Hose macht sich selbstständig. Hastig greift er danach, aber seine Arme sind zu kurz. Ich erhasche einen kurzen Blick auf seine selbst gestrickten Liebestöter.


Der Übergang vom letzten Absatz in diesen hat mir sehr gut gefallen. Amüsant, dass dem Nebenbuhler jetzt etwas Peinliches passiert. Anscheinend gewinnt dein Prota also wieder die Überhand.
Ist der schwanger? Sein Bauch hat sich gesenkt. Hilfe! Wo ist die Hebamme?

"Gesenkt" finde ich, passt nicht so gut. Wie wäre es, wenn du stattdessen schreibst:
     "Sein Bauch hebt und senkt sich, als hätten die Wehen schon eingesetzt."

Oder sprichst du davon, dass sich sein Bauch zusammenkrampft/zuckt/zusammenzieht/sich sein Rücken krümmt. Was genau passiert?

Seine Ohren auf Durchzug gestellt, hört er meinen Einwand: "Der Ausgang ist in der anderen Richtung“, nicht mehr.
Den sind wir los.


Das finde ich sprachlich nicht ganz so gelungen. Vielleicht stellst du die wörtliche Rede vorne an?
So etwas in dieser Art:

     "Der Ausgang ist in der anderen Richtung!“ Meinen Einwand hört er schon gar nicht mehr, so schnell ist er aus dem Zimmer gesprintet, den sind wir los.

Meine Geliebte rekelt sich auf dem Sofa.


Kann ich mir gut vorstellen, schön! Laut Duden gibt es tatsächlich beide Schreibweisen "rekeln" und "räkeln", wieder etwas gelernt . :wink:

Mein Herzblut fließt durch ihre Kehle.


Was du damit sagen willst, ist mir nicht ganz klar. Beim ersten Lesen, weiß ich noch, dass ich hier gestockt habe und dachte, du beziehst das auf die Weinflasche.

„If I said you have a beautiful body, would you hold it against me?“, trällere ich sehnsuchtsvoll. Mein Herzblut fließt in die Kelche.


Genauso hier. Wenn du herausstellen willst, dass er sie auf sich aufmerksam machen will, wäre es gut direkter von seinen Wünschen zu sprechen und das deutlicher von ihrem Tun abgrenzen. Vielleicht könnte er auch noch etwas machen, wie zum Beispiel versuchen vom Tisch zu fallen oder so, damit sie sich ihm zuwendet. Oder du könntest hier die Zeile mit dem "die Gläser klingen wie Hochzeitsglocken" bringen.

Plötzlich stinkt es nach faulen Eiern. Das Odeur attackiert meine sensible Nase. Mir wird übel.
Wer hat hier einen fahren lassen?


Gefällt mir, habe nichts auszusetzen!

Ein kurzer Blick in die Runde, das Hängebauchschwein kommt in voller Größe zurück und kniet vor meiner Flamme nieder. An seinem Hinterkopf kringelt sich das Ringelschwänzchen.


Durch deinen Text war ich darauf eingestellt, sämtliche Gegenstände als Personen wahrzunehmen. Die Bezeichnung Hängebauchschwein hat mich im ersten Moment stutzen lassen und ich dachte Deborah hält vielleicht ein Hausschwein als Haustier. Dass damit ihr Nebenbuhler gemeint ist, habe ich erst auf den zweiten Blick realisiert.

Vielleicht könntest du anstatt:
"Ein kurzer Blick in die Runde" schreiben, dass er vom Bad wiederkommt oder das Zimmer erneut betritt. Meiner Meinung nach kannst du dann "Hängebauchschwein" gerne weiter verwenden, ist schließlich eine schöne Charakterisierung.

In Trance schlängelt sie sich an ihm vorbei.


Das "in Trance" gefällt mir nicht so gut, es klingt für mich nach Abwesenheit, Halbschlaf. Was möchtest du damit ausdrücken? Träumerei, Leidenschaft, Ekstase, Rausch, Verzückung, Entspannung, Frieden oder doch Abwesenheit, Delirium?

Ich sehe das gleiche Rot wie in der spanischen Stierkampfarena, als sie mich zu Tränen rührte.


Okay das heißt, der Torero vom Anfang war eine Träumerei, sie trug aber den ganzen Tag ein rotes Kleid, weshalb der Stierkämpfer auf sie hinweisen sollte. Hab ich das jetzt richtig verstanden?

Der Todesstoß

Mein Blut kommt in Wallung. Die sanfte Hügellandschaft des Silikon Valleys, unter der schwarzen Spitze des BHs erregt mich.
Lange kann ich mich nicht mehr zurückhalten.
Der Stier präsentiert sich jetzt in voller Größe dem Torero.
„Olé! Olé!“
„Halt endlich die Klappe. Das ist Nachtruhestörung!“, werde ich unterbrochen.
„Olé! Olé!“
„Was schreist du hier so rum?“ beschwert sich nun der Lesestoff.
Ich bin nicht zu bremsen: „Olé! Olé!“
„Wenn du nicht sofort aufhörst, erschlagen wir dich!“
„Ja! Stich zu!“
Als ich erneut zum Olé ansetzen will, nimmt der Stier sie auf die Hörner. Hilflos muss ich zusehen, wie er mit Deborah verschwindet. Angst schnürt mir die Kehle zu.
Die Tastatur fängt an zu singen: „She will treat you like a devil tonight!“
Bei der hängt wohl die Schallplatte.
Tierischen Geräusche dringen aus dem Nebenzimmer. Der Stierkampf wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit weitergeführt.
Jetzt sticht sie die Sau ab! Olé!
Ein leises Stöhnen, dann kehrt endlich Ruhe ein. Beruhigt schlafe ich ein.


Der Absatz gefällt mir gut, ist einleuchtend. Das einzig problematische oder verwirrende ist vielleicht dein Rückbezug zum Anfang, denn zuvor hast du den Nebenbuhler als Schwein bezeichnet, jetzt wird er zum Stier. Ich musste das mehrmals lesen, bis ich es voll und ganz verstanden hatte.
Ich würde die Stelle am Anfang tatsächlich deutlicher beschreiben, dass klar ist, was er sich vorstellt (den Stierkampf, den Torero), dass du zuvor schon Deborahs Kleid und dessen rot erwähnst. Dann kannst du auch ohne Probleme das Hängebauchschwein zum Stier werden lassen. Vielleicht würde ich den Übergang noch besser einleiten. "Hängebauchschwein", "geiler Eber" und dann hier ein Zwischenschritt, dass der Nebenbuhler vielleicht auch rot sieht oder so etwas.

Lange kann ich mich nicht mehr zurückhalten.
Der Stier präsentiert sich jetzt in voller Größe dem Torero.


Gerade diese Stelle. Der erste Satz bezieht sich auf deinen Prota, der zweite auf den Nebenbuhler. Du könntest hier vielleicht einen Übergang einfügen, sodass die Perspektive klar ist.

Vielleicht etwas in Richtung:
     "Auch der Eber sieht jetzt rot, wird zum Stier und präsentiert sich in voller Größe dem Torero."

Dass du nochmal auf Tastatur und Bücher eingehst, finde ich gelungen!

„Voulez vous couchez avec moi? Ce soir!“
Das musst du mich nicht zweimal fragen, mein Zuckerschnütchen.



Vielleicht könntest du hier den Übergang noch deutlicher machen, also dass dies jetzt alles am nächsten Morgen stattfindet.

Das zwickt und zwackt, kurz gewendet[,] dann wird es feucht.


Hier würde ich ein Komma setzen, muss glaube ich sogar gesetzt werden.

Ungebremst prasselt ihr Wortschwall auf mich nieder.


Hier würde ich deutlich hervorheben, dass er die Bücher meint und nicht Deborah.

Es ist jeden Abend das gleiche Spiel.“
„Wenn sie mit verruchter Stimme ins Telefon säuselt -Schatz,.... -, wissen wir, was die Stunde geschlagen hat."
Es ist jeden Abend das gleiche Spiel.“
„Wenn sie mit verruchter Stimme ins Telefon säuselt -Schatz,.... -, wissen wir, was die Stunde geschlagen hat."
„Dann geht‘s ans Eingemachte.“
Saure Gurken? Lecker!
„Sie wechselt ihre Liebhaber schneller wie im Rotlichtmilieu die Lichtreklame.“
Neid der Besitzlosen.
„Der vorgestern hätte in der Geisterbahn sein Geld verdienen können.“
„Zum Frühstück gibt es Zitrone, damit der zufriedene Gesichtsausdruck verschwindet.“
„Was wisst ihr den schon, euch ist doch Keiner gewachsen.“
„Sie hat dir, wie allen Anderen Hörner aufgesetzt“, klären sie mich auf.
Das verdammte Miststück! Ich schäume vor Wut. Der werde ich es zeigen! Nicht mit mir!
„Sie wechselt ihre Liebhaber schneller wie im Rotlichtmilieu die Lichtreklame.“
Neid der Besitzlosen.
„Der vorgestern hätte in der Geisterbahn sein Geld verdienen können.“
„Zum Frühstück gibt es Zitrone, damit der zufriedene Gesichtsausdruck verschwindet.“
„Was wisst ihr den schon, euch ist doch Keiner gewachsen.“
„Sie hat dir, wie allen Anderen Hörner aufgesetzt“, klären sie mich auf.
Das verdammte Miststück! Ich schäume vor Wut. Der werde ich es zeigen! Nicht mit mir!


Mir geht es in diesem Absatz zu schnell. Dass er von Liebe und Anschmachten auf Wut und Rache umschwenkt, passiert für mich zu plötzlich. Zunächst zeigen seine Komentare ja nur seine Verwirrung, doch er lässt sich sehr schnell von den Büchern auf eine Seite ziehen.

Zunächst ein paar Kleinigkeiten:

„Dann geht‘s ans Eingemachte.“
Saure Gurken? Lecker!


Du beziehst dich mit den Sauren Gurken auf das "Eingemachte". Ich habe an dieser Stelle gestockt, da ich den Gedanken, deines Prota nicht folgen konnte. Ich war noch mitten im Dialog und wollte wissen, wie es weitergeht und dann hat dein Prota, das direkt kommentiert. Ich persönlich finde, dass dieser Kommentar den Redefluss hemmt und würde ihn deshalb herausnehmen.

„Sie wechselt ihre Liebhaber schneller wie im Rotlichtmilieu die Lichtreklame.“
Neid der Besitzlosen.


Auch hier ähnlich.


„Was wisst ihr den schon, euch ist doch Keiner gewachsen.“


Hier würde ich herausstellen, dass dein Prota das sagt. "Denn" wird mit doppel "n" geschrieben. Hier wird "keiner" klein geschrieben.
Auch finde ich das "euch ist doch keiner gewachsen" nicht passt. Mit diesem Satz sprichst du den Büchern Überlegenheit zu, aber dein Protagonist will sie doch herunter machen/ihre Aussage abwerten/herausstellen, dass er ihnen nicht glaubt. Eigentlich reicht: "Was wisst ihr denn schon!"

Sie hat dir, wie allen Anderen[,] Hörner aufgesetzt


Anderen wird hier klein geschrieben.


Meine Reaktion auf diese Frage war eher,
"Was meint ihr(die Bücher) damit?"
denn der Protagonist ist doch bis zu diesem Satz begriffsstutzig. Es braucht für ihn also mehr als eine vage Erklärung der Bücher, bis er begreift. Und dann erst kann er wütend werden.

Ich würde noch näher darauf eingehen, was sie mit dem Prota anstellt. Dass sie ihm etwas vorgespielt hat, um ihn für ihre Zwecke zu benutzen, er für sie nur ein Gebrauchsgegenstand ist. Ich würde seine Illusionen eine nach der anderen zerstören und so ihr wahres Gesicht aufzeigen.

Vielleicht hat sie die Briefmarke aufgeklebt und knallt ihn jetzt zurück auf den Tisch? Währenddessen lachen ihn die Bücher aus. Er ist erst verwirrt, lässt sich von ihnen aufklären und dann sagen die Bücher als letzten Satz, dass sie auch ihn nur ausnutzen wird. Und dann sollte sie das auch tun im Text und währenddessen sollte er die Wut erst entwickeln. Also vielleicht lässt sie ihn jetzt erneut kurz links liegen, ihre anfängliche Sanftheit wandelt sich in Achtlosigkeit um oder wie auch immer. Mir sind die letzten beiden Sätze also zu kurz und du könntest hier gerne noch mehr Emotionalität hereinpacken.

So das war's! Ich will nochmal betonen, dass das nur meine Meinung ist! In den nächsten Tagen kümmere ich mich um den letzten Teil!

Hat Spaß gemacht, deinen Text nochmal genauer anzuschauen und ich hoffe ich konnte dir ein bisschen weiterhelfen.

Alles liebe,

Bea
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beatrice
 
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Re: Kontaktanzeige mit Folgen Teil 2 DÜ

Beitragvon Diavolo » 28.06.2015, 16:19

Liebe Bea

Jetzt komme ich endlich dazu, Dir ein :flowers: für deinen Kommentar zu schicken, der mir wieder sehr geholfen hat. Noch mal ein :flowers:

beatrice hat geschrieben:Ich habe mal gegoogelt, weil ich bei der Kombination von Schlepptau und mitbringen ins Stutzen kam. Gefunden habe ich "jemanden im Schlepptau haben" und "jemanden ins Schlepptau nehmen".
(Duden: jemanden, etwas im Schlepptau haben (1. jemanden, etwas schleppen. 2. von jemandem, etwas begleitet, verfolgt o. Ä. werden.))

Auch würde ich die Situation nicht nur in einem Satz darstellen, denn ich dachte kurz, da wäre noch ein anderer Typ im Raum, den sie mit zur Tür nimmt, als es klingelt.


Den ersten Absatz werde ich ändern. Beim zweiten muss ich meine Gehirnzellen noch mal anstrengen.

beatrice hat geschrieben:Vielleicht könntest du noch mehr auf die Verwirrung deines Protas eingehen. Der Übergang ist sonst sehr krass, denn zuvor schreibst du "Ich begehre dich auch." und "I am loosing control." Er müsste sich doch jetzt fragen, warum sie ihn so einfach alleine lässt. Die Konjunktion "als" finde ich fast ein wenig zu schwach, denn das Klingeln fühlt sich für deinen Prota vielleicht eher wie eine Unterbrechung an.

Ein Versuch:

     Ihr Hüftschwung lässt mich fast erblinden. I am loosing control.

Doch es klingelt. Ohne mich eines weiteren Blickes zu würdigen, eilt sie aus dem Raum. Was soll das denn? Aus dem Flur höre ich Gemurmel. Einige Minuten später öffnet sich die Zimmertür wieder und herein schwebt Deborah. Im Schlepptau hat sie einen Typen, der ihr im Sommer Schatten spenden könnte.

Ich habe hier "Der könnte ihr im Sommer Schatten spenden." miteingebaut. Den Vergleich finde ich gut, allerdings hat sich das für mich ein wenig abgehackt angehört.


Du schreibst sehr gute Kommentare :cap:

beatrice hat geschrieben:Gefällt mir gut! Es stellt die Antipathie, die dein Prota für den Typen empfindet schön heraus.


:D

beatrice hat geschrieben:Vielleicht könntest du das vorher ein wenig einleiten. Die Weinflasche hat ja auch eine Persönlichkeit, wie alle Gegenstände im Raum, vielleicht zeigt sie kurz vor ihrem "Tod" eine Reaktion? Das würde die Handlung sogar noch dramatisieren und die Grobheit und vielleicht auch Brutalität des Nebenbuhlers deutlicher herausstellen.


Auch da hast Du Recht, dann ist es stimmig. :roll:

beatrice hat geschrieben:Im Satz zuvor schreibst du bereits, dass sie ihn anquatschen. Daher gehe ich davon aus, dass sie an einem Gespräch interessiert sind. Meiner Meinung nach, könntest du das herauslassen.


Brauche Bedenkzeit :oops:

beatrice hat geschrieben:Ich finde das nicht ganz stimmig. In den Absätzen davor gehst du wenig auf Deborah ein. Das Augenmerk deines Prota liegt auf dem Nebenbuhler. Außer, dass Deborah in der Küche war, weiß ich nicht, was sie gerade tut. Dazu müsstest du den Absatz umschreiben und nochmal auf Deborah und die Gefühlslage deines Protas eingehen.
Ich finde es aber sehr gelungen, dass du seine Eifersucht thematisierst. Du könntest diese noch stringenter aufbauen und in dem "Mord an der Flasche" gipfeln lassen. Dazu würde ich aber noch mehr Emotion von Seiten deines Prota hineinlegen.

Deshalb von mir ein anderer Vorschlag:

     Die Weinflasche versucht wegzurollen, aber er hat sie schon gepackt. "Nein!" , schreit diese und reißt die Augen auf. Ich muss mit ansehen, wie er der Flasche den Kragen umdreht. Warum tut er so etwas? Jetzt betreibt er auch noch Leichenschändung, lässt ihr Blut in die Kelche fließen. Mir läuft ein Schauder über den Rücken.
Von der Seite quatschen mich die Bücher an (und versuchen mich in ein Gespräch zu verwickeln).
Kein Taktgefühl! Haben die nicht mitbekommen, was eben passiert ist?

Es kann natürlich sein, dass ich damit ein bisschen an deinem Thema vorbeigeschossen bin und dein Protagonist mit diesem Absatz zu sehr in der Angstschiene festhängt. Mir persönlich hat dein Absatz ein wenig zu "heruntergeschrieben" geklungen, da ist einiges an Potenzial, dass du noch nicht genutzt hast. Du könntest noch mehr mit den Emotionen spielen und die Figuren im Raum charakterisieren. Berührt es den Protagonisten, dass die Weinflasche stirbt? Will er eigentlich nur den Nebenbuhler schlecht machen und ist ihm die Weinflasche egal? Was macht Deborah, irgendetwas, das seine Eifersucht aufbrodeln lässt?


beatrice hat geschrieben:Das würde auch zu meiner Interpretation passen. In deinem Text sagt er das, weil er Deborah weiter anschmachten möchte. Du nutzt das sozusagen als Überleitung. Ich finde es inhaltlich gut, im Kontext gesehen ist es für mich ein Themensprung, das habe ich dir ja oben schon gesagt. Sprachlich passt der Dialog nicht ganz. Er ist genervt und fährt die Bücher an. Ich hätte mir also etwas kürzeres erwartet. Wer genervt oder wütend ist, bringt auf den Punkt, was er zu sagen hat.

Vielleicht reicht schon:

     "Lasst mich mit dem Gelaber in Ruhe!"

Wenn du ihn noch mehr sagen lassen willst, würde ich
     "Eure Lebensinhalte interessieren mich (gerade) nicht!"
hinzufügen.


:shock: Nein,nicht wirklich geschockt,werde das auch überlegen und sicher irgendwie ändern :girl:

beatrice hat geschrieben:Hier ein toller Vergleich, sprachlich bin ich begeistert. Im Kontext gesehen ist das wieder ein Sprung zu Deborah hin, er hat sich doch eben hauptsächlich mit dem Nebenbuhler auseinandergesetzt. Ich würde das vielleicht an anderer Stelle erst schreiben, mit einer Einleitung, in der er seine Aufmerksamkeit wieder auf Deborah richtet.


Auch dieser Gedanke von Dir, bedarf der Instandsetzung meiner Gehirnzellen :D

beatrice hat geschrieben:Ich glaube hier ist ein Kommafehler im letzten Satz, ansonsten gefällt mir das gut. Es ist stringent, du stellst seine Eifersucht heraus. Die Situation spitzt sich zu und sprachlich nutzt du tolle Worte und Vergleiche, wie "wie ein Blutegel an seinen Lippen", "Klauen", "Griffel".


:D Den Kommafehler werde ich beheben.

beatrice hat geschrieben:Der Übergang vom letzten Absatz in diesen hat mir sehr gut gefallen. Amüsant, dass dem Nebenbuhler jetzt etwas Peinliches passiert. Anscheinend gewinnt dein Prota also wieder die Überhand.


:D

beatrice hat geschrieben:"Gesenkt" finde ich, passt nicht so gut. Wie wäre es, wenn du stattdessen schreibst:
     "Sein Bauch hebt und senkt sich, als hätten die Wehen schon eingesetzt."


Ich glaube nicht, dass sich bei Wehen, sich der Bauch hebt und senkt. Bin aber keine Frau :oops:


beatrice hat geschrieben:Das finde ich sprachlich nicht ganz so gelungen. Vielleicht stellst du die wörtliche Rede vorne an?
So etwas in dieser Art:

     "Der Ausgang ist in der anderen Richtung!“ Meinen Einwand hört er schon gar nicht mehr, so schnell ist er aus dem Zimmer gesprintet, den sind wir los.


Ja, das ist flüssiger.

beatrice hat geschrieben:Was du damit sagen willst, ist mir nicht ganz klar. Beim ersten Lesen, weiß ich noch, dass ich hier gestockt habe und dachte, du beziehst das auf die Weinflasche.


Eigentlich auf den Inhalt der Weinflasche :)

beatrice hat geschrieben:Durch deinen Text war ich darauf eingestellt, sämtliche Gegenstände als Personen wahrzunehmen. Die Bezeichnung Hängebauchschwein hat mich im ersten Moment stutzen lassen und ich dachte Deborah hält vielleicht ein Hausschwein als Haustier. Dass damit ihr Nebenbuhler gemeint ist, habe ich erst auf den zweiten Blick realisiert.

Vielleicht könntest du anstatt:
"Ein kurzer Blick in die Runde" schreiben, dass er vom Bad wiederkommt oder das Zimmer erneut betritt. Meiner Meinung nach kannst du dann "Hängebauchschwein" gerne weiter verwenden, ist schließlich eine schöne Charakterisierung.


Hast du mal wieder Recht und ich werde mir etwas einfallen lassen.

beatrice hat geschrieben:Das "in Trance" gefällt mir nicht so gut, es klingt für mich nach Abwesenheit, Halbschlaf. Was möchtest du damit ausdrücken? Träumerei, Leidenschaft, Ekstase, Rausch, Verzückung, Entspannung, Frieden oder doch Abwesenheit, Delirium?


Auch da liegst du völlig richtig :D

beatrice hat geschrieben:kay das heißt, der Torero vom Anfang war eine Träumerei, sie trug aber den ganzen Tag ein rotes Kleid, weshalb der Stierkämpfer auf sie hinweisen sollte. Hab ich das jetzt richtig verstanden?


Das hast du :2thumbs:

beatrice hat geschrieben:Der Absatz gefällt mir gut, ist einleuchtend. Das einzig problematische oder verwirrende ist vielleicht dein Rückbezug zum Anfang, denn zuvor hast du den Nebenbuhler als Schwein bezeichnet, jetzt wird er zum Stier. Ich musste das mehrmals lesen, bis ich es voll und ganz verstanden hatte.
Ich würde die Stelle am Anfang tatsächlich deutlicher beschreiben, dass klar ist, was er sich vorstellt (den Stierkampf, den Torero), dass du zuvor schon Deborahs Kleid und dessen rot erwähnst. Dann kannst du auch ohne Probleme das Hängebauchschwein zum Stier werden lassen. Vielleicht würde ich den Übergang noch besser einleiten. "Hängebauchschwein", "geiler Eber" und dann hier ein Zwischenschritt, dass der Nebenbuhler vielleicht auch rot sieht oder so etwas.


Gehirnzellen laufen auf vollen Touren :)

beatrice hat geschrieben:Hier würde ich ein Komma setzen, muss glaube ich sogar gesetzt werden.


Ja, mit den Kommas habe ich es leider nicht so :oops:

Ich möchte mich recht herzlich bei dir für deinen so hilfreichen und wirklich gelungenen Kommentar bedanken. Es hat mir sehr geholfen und ich werde diesen Teil dieser Geschichte in den nächsten Tagen überarbeiten. Den ersten Teil habe ich ja schon gemacht. :2thumbs: :flowers: :2thumbs: :flowers:

Liebe Grüße und einen guten Start in die neue Woche

Diavolo
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Re: [Humor]Kontaktanzeige mit Folgen Teil 2 DÜ Edited

Beitragvon Diavolo » 18.08.2015, 06:54

Liebe Beatrice

Dank deinem guten Kommentar, brauchte ich ein bisschen mehr Zeit um den 2. Teil zu überarbeiten, aber endlich habe ich es geschafft. Es war nicht einfach, deine Gedanken in die Geschichte einzubauen, aber ich hoffe, dass es mir doch einigermaßen gelungen ist.

Ich würde mich freuen, wenn du meine Verbesserungen oder Verschlimmbesserungen noch einmal durchsehen könntest. Würde mir sehr helfen. Auch den ersten Teil habe ich noch ein zweites Mal überarbeitet.

Noch mal ein großes Dankeschön und liebe Grüße

Diavolo

Vielleicht findet sich ja auch noch ein weiterer Leser, der hier sich seine Gedanken macht. :roll:
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