Krankenhausaufenthalt

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Krankenhausaufenthalt

 
Ich hätte da eine Frage (Wär hätte das gedacht?)

Meine Protagonistin wurde im Zoo überfallen. Sie hat eine Platzwunde (nicht Besorgnis erregend) und ihr wurden in die Rippen getreten (kein Bruch), außerdem hat dieser Kerl der sie überfallen hat etwas von ihrem Blut getrunken. (Was das wohl für ein Typ ist? Sicherlich kein Vampir).

Die Bisswunde jedenfalls, ist nicht zu sehen, sie wird allerdings ins Krankenhaus gebracht, weil sie eine Bluttransfusion benötigt und die Platzwunde dennoch genäht werden muss.

Im Krankenhaus, erzählt man, sie wäre auf dem Parkplatz des Zoos angefahren und wäre ungünstig auf den Asphalt gestürzt, daher die Platzwunde. Sie wird auch untersucht um innere Verletzungen auszuschließen (sie hat keine).

Nun meine Frage, ist es realistisch, dass sie am gleichen Tag noch entlassen wird?
Oder würde man sie über Nacht beobachten?

Meine Protagonistin ist noch Minderjährig (17), ich weis nicht ob das auch eine Rolle spielt.
Aber ich glaube, dass schließt Selbstentlassung aus, oder?

Ihre Eltern dürfen nicht informiert werden.

Wichtig ist für meine Story eigentlich nur, dass ich sie da am selben Tag wieder rausbekomme.

Vom Bauchgefühl heraus würde ich sagen man schickt sie Heim, kostet schließlich alles Geld. Ich wollte aber trotzdem lieber nachfragen.

Ich hoffe mir kann jemand helfen :)
Vorab schon einmal ein Danke.


Judicandus

von Judicandus

Re: Krankenhausaufenthalt

 
Hallo Judicandus,

Zunächst: wenn Minderjährige ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen, werden die Eltern - soweit ich weiß - auf jeden Fall informiert. Außerdem lässt sich eine genähte Platzwunde nur schlecht verbergen.

Dann wäre es wichtig zu wissen, ob Deine Figur bei Bewusstsein ist, wenn sie im Krankenhaus ankommt oder nicht. Wenn sie bewusstlos war, wird sie ziemlich sicher über Nacht da behalten.
Wenn sie dagegen bei Bewusstsein war, würde man sie nach dem Nähen nach Hause schicken (bzw. während des Nähens die Eltern anrufen, damit sie ihre Tochter abholen können). In diesem Fall würde jedoch niemals eine Bluttransfusion bekommen. Die gibt man nur in absoluten Notfällen, wenn der Patient ohne fremdes Blut sterben würde. Das ist aber definitiv nicht der Fall, solange sie bei Bewusstsein ist. Da würde man die "Anämie" - wenn überhaupt - medikamentös behandeln (mit Epo oder einem verwandten Präparat und vielleicht noch Eisen, wenn da der Spiegel schlecht ist) und ihr empfehlen, viel zu trinken und ein paar Tage später zu ihrem Hausarzt zu gehen, damit der das Ganze überwacht. Der Körper kann verlorenes Blut recht schnell ersetzen, ich bin nach einer Blutspende am nächsten Tag schon wieder voll da. Direkt danach bin etwas müde und kurzatmig, aber nach einer Nacht Schlaf hat sich das erledigt. Gut, wenn ihr mehr als ein halber Liter abgezapft wurde, dauert das etwas länger, aber solange genug drin ist, dass sie bei Bewusstsein bleibt, bis sie ins Krankenhaus kommt, dürfte sie sich von alleine wieder berappeln, wenn man ihr genug Zeit lässt, das Epo wäre dann nur dazu da, den Prozess zu beschleunigen.

Gruß

Anby

von anby77

Re: Krankenhausaufenthalt

 
Wenn die Bisswunde nicht zu sehen ist, wie kommen die dann darauf, dass sie eine Bluttransfusion braucht?

Entweder finden sie eine große Blutlache, die mit der Platzwunde nicht zusammenpassen würde. Daraufhin würde man sie auf keinen Fall entlassen, sondern eingehend untersuchen, bis der Blutverlust geklärt ist.

Oder es gibt keine Spuren, dann ist sie möglicherweise einfach sehr blass und ohne Bewußtsein. Ist der Blutdruck extrem niedrig, würde man evtl. auf innere Blutungen schließen und eine Bluttransfusion durchführen, aber ohne weitere Symptome nehme ich an, dass zunächst eine Blutuntersuchung und weitere Untersuchungen im Krankenhaus abgewartet werden. Zur Kreislaufstabilisierung wird man evtl. Infusionen anhängen zum Volumenersatz.

Hier würde man dann einen niedrigen Hämoglobinwert feststellen und ggf. eine Bluttransfusion durchführen, wenn weitere Untersuchungen das implizieren. Aber ohne nachvollziehbare Ursache für den erheblichen Blutverlust (auch eine chronische Krankheit oder andere Dinge können ein Grund dafür sein) würde man den Patienten wohl kaum einfach nach Hause entlassen. Schließlich könnte sich dahinter auch eine ernsthafte Erkrankung (Krebs etc) verbergen.

Wäre hingegen geklärt, dass es sich um eine Verletzung handelte (der Biss), würde man es vermutlich auf sich beruhen lassen, ggf. gegen Tollwut (bei Verdacht auf Tierbiss) und Tetanus impfen. Aber auch hier denke ich, dass nach der Notwendigkeit einer Bluttransfusion zunächst noch beobachtet wird. Am gleichen Tag würde man sie kaum nach Hause entlassen.

Ihre Eltern dürfen nicht informiert werden? Wird bei einer Minderjährigen schwierig, wenn sie nicht gerade schwanger ist. Wenn sie das verhindern will und auch nicht im Krankenhaus bleiben möchte, sehe ich eigentlich nur, dass sie abhaut, gegen ärztlichen Rat. Aber eine Bluttransfusion durchführen ohne Eltern zu informieren (wenn es kein Notfall ist, benötigen sie dafür sogar eine Erlaubnis, schließlich gibt es da auch Risiken) und dann nach Hause entlassen, das ist nicht plausibel.

Gruß
Joe

von Joe M. Fauntleroy

Re: Krankenhausaufenthalt

 
Vielen Dank für eure schnellen ausführlichen Antworten, es ist ja alles doch ganz anders, wie von mir gedacht. Aber ich kenn mich eben auch nicht aus und dafür fragt man ja :?

Ich glaube ich hab schon eine Idee wie ich die Szene umschreibe. :D

Noch mal Danke,
Judicandus

von Judicandus

Re: Krankenhausaufenthalt

 
Darf ich mich hier einmal mit dran hängen und auch eine Frage stellen, da ich ein ähnliches Problem habe.

Mein Charakter hatte gerade einen schweren Motorradunfall und war 'ne Weile im Koma.

1. Wie lange kann so ein Koma minimal dauern (maximal weiß ich ja, dass es Jahre dauern kann, was für mich nicht in Frage kommt).

2. Wie lange wird man in der Regel noch im Krankenhaus behalten, wenn man einmal wieder aufgewacht ist?

3. Wie sieht es mit Reha aus, wie lange kann sowas dauern und ist es zwangsläufig immer notwendig?

Danke schon mal für eure Antworten.

von lucarius

Re: Krankenhausaufenthalt

 
Hallo Lucarius und Judicandus,

heißer Tipp: fragt doch einfach mal in ein paar Krankenhäusern nach, wie die das händeln würden!

Recherche der Fakten ist besser als jede Spekulation oder Halbwissen.

Viel Erfolg wünscht
Rouxinol

P.S.: Ich mache das genau so! Bisher erwiesen sich (von einer einzigen Ausnahme einmal abgesehen) alle Befragten als auskunftsfreudig.

von rouxinol