[Nachdenk]Künstliche Wolken

Gesellschaft, Kritik, Philosophisches

[Nachdenk]Künstliche Wolken

Beitragvon beatrice » 13.08.2015, 15:48

Kondensstreifen in den Farben von Kleidungsstücken, sirenenblau, karibikmeer-türkis und müllabfuhrorange, durchzogen den Bahnhof, hingen einen Wimpernschlag lang in der Luft, um dann wieder zu verblassen.
Neben dem Erdbeerstand klarte es gerade wieder auf, dafür nebelte eine Wolke aus ampelrot und anzugsschwarz die Fahrplanauskunftstafel ein.
Das Kreischen von Metall auf Metall zerfetzte die Luft, als ein Zug zum Stehen kam. Ohne es zu wollen, hatte ich mich umgewandt.
Einen Moment lang starrte ich den Zug an, aber nahm ihn nicht wahr. Ich starrte vielmehr durch den Zug hindurch. Obwohl er stillstand, schien er sich zu bewegen, denn der Rauch hüllte alle Gegenstände im Wechsel ein und ließ dann wieder von ihnen ab. Die Konturen der Wagons verschwommen, zerflossen, lösten sich auf. Auf einmal sprangen sie einem wieder ins Auge. Von dem Geflimmer wurde mir ganz schwindelig. Meine Augen hatten Mühe einen Punkt zu finden, der ihnen Halt geben konnte. Schließlich entgleiste mein Blick und irrte in eine andere Richtung.
Während ich mir einen Weg über die Plattform bahnte, erschien vor mir aus dem Nichts ein Mülleimer, den eben noch eine Schwade Pink verdeckt hatte. Ich strauchelte, und wurde von einer Bank aus Eisengitter aufgefangen.
Sobald ich saß und mich nicht mehr bewegte, wuchs das Farbgewimmel zum Sturm. Rot und Blau vermischten sich zu einem violetten Tornado, der an mir vorbeifegte. Grüner Nebel umwaberte mich und nahm mir die Sicht. So traute ich mich erst recht nicht mehr aufzustehen.
Im Gewirbel erhaschte ich ab und an einen Blick auf die Ecke eines Fahrkartenautomats, dann meinte ich das Ziffernblatt einer Bahnhofsuhr zu erkennen, verschwommen, wie durch eine zentimeterdicke Linse.
Plötzlich lichtete sich der Nebel und am Gleis gegenüber sah ich ein Mädchen stehen. Im ersten Moment hielt ich sie für einen Teil der Bahnhofseinrichtung, denn sie regte sich nicht. Es erschien mir, als sei sie von einem Architekten entworfen und dorthin platziert worden, und erfüllte ebenso einen Zweck, wie die Bahnhofsbeleuchtung oder die Schienen.
Meine Augen saugten sich an ihr fest, weil sie so unveränderlich da stand.
Je länger ich sie betrachtete, desto ruhiger ging mein Atem. Das Blut hörte auf in meinen Ohren zu rauschen.
Obwohl das Mädchen mit dem Rücken zu mir stand, fühlte ich mich mit ihr verbunden. Sie wurde zu meinem Anker. Meine Gedanken drängten sich mir nicht mehr zusammenhanglos auf, sondern ich war im Stande dazu, sie auf diesen Ruhepol zu fokussieren.
Der Augenblick dauerte etwa zehn Sekunden an, dann tat das Mädchen einen Schritt und verschwand im Nebel.
Ich bangte, dass ich wieder alleine war im Sturm, aber etwas hatte sich verändert.
Hin und wieder blitzte in dem Farbgewirr eine Locke auf.
Oder eine Hand. Oder ein Schirm.
Zuletzt geändert von Tinki am 13.08.2015, 20:05, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Werk getaggt, siehe Ankündigung!
Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.
Albert Einstein
beatrice
 
Beiträge: 29
Registriert: 30.05.2015, 16:01

Re: [Nachdenk]Künstliche Wolken

Beitragvon Neee » 14.08.2015, 19:12

Hallo beatrice,
Ich mag diese Geschichte nicht und in diesem Kommentar möchte ich begründen, wieso. Ich hoffe, du kannst aus meiner Kritik etwas für dich herausziehen und nimmst meinen Kommentar nicht persönlich.

Deine Rechtschreibung ist mir sehr positiv aufgefallen. Ich habe kaum Fehler bemerkt. Außerdem mochte ich die Absätze. Die Struktur hat mir das Lesen erleichtert und schaffte eine sinnvolle Gliederung.


Stil
Kondensstreifen in den Farben von Kleidungsstücken, sirenenblau, karibikmeer-türkis und müllabfuhrorange, durchzogen den Bahnhof, hingen einen Wimpernschlag lang in der Luft, um dann wieder zu verblassen.


Schon beim Einganssatz bin ich hängengeblieben: Wieso dieses Meer aus Farben? Mit der genauen Beschreibung, z.B. müllabfuhrorange, sind sie sehr präzise, aber eigentlich sind es doch nur "Kondensstreifen". Die Anhäufung von Farben spricht mich hier nicht an.
Außerdem finde ich die Formulierung "Farben von Kleidungsstücken" irreführend. Hier würde ich den Satzbau umstellen: "Farbige Kondensstreifen von Kleidungsstücken, ...." Die schiere Länge des Satzes macht ihn für mich auch sehr zähflüssig.

Das Kreischen von Metall auf Metall zerfetzte die Luft, als ein Zug zum Stehen kam.


Dieser Satz hat mir gut gefallen. Das Geräusch fand ich noch nie angenehm. Diese Aussage ist für mich hör- und greifbar.

Auf einmal sprangen sie einem wieder ins Auge.

Der vorige Absatz las sich für mich sehr zähflüssig. Das hat dem Ganzen etwas ruhiges, waberndes gebendes, was du hier wieder unterbrichst. Sie "springen". Das ist wieder sehr dynamisch. Darum passt es für mich nicht.
Außerdem finde ich die Wortwahl nicht eingängig. Der Ich-Erzähler hat die Wagons vorher schon betrachtet und das nicht nur flüchtig, sondern länger. Auch, wenn er sie nicht bewusst wahrnimmt, sind sie da.

Sobald ich saß und mich nicht mehr bewegte, wuchs das Farbgewimmel zum Sturm. Rot und Blau vermischten sich zu einem violetten Tornado, der an mir vorbeifegte. Grüner Nebel umwaberte mich und nahm mir die Sicht.


Erst malst du uns einen bunten Sturm, dann wird es ein grüner Nebel. Ein Sturm, bzw. ein Tornade ist etwas gewaltiges, etwas bedrohliches. Er ist schnell und reißt alles fort, was einem lieb und teuer ist.
Dazu passt ein sanfter, langsamer Nebel für mich nicht. Ein Nebel kann Dinge einhüllen, sie verbergen, vielleicht auch noch Ungewissheit austrahlen, aber er ist nicht so bedrohlich wie der Tornado. Ich finde, hier nimmst du Spannung raus.

Im ersten Moment hielt ich sie für einen Teil der Bahnhofseinrichtung, denn sie regte sich nicht. Es erschien mir, als sei sie von einem Architekten entworfen und dorthin platziert worden, und erfüllte ebenso einen Zweck, wie die Bahnhofsbeleuchtung oder die Schienen.


Der inhaltiche Zweck des Mädchens bleibt mir zwar verborgen, doch stilistisch find ich diese beiden Sätze gelungen. Was zur Einrichtung gehört, ist fest und stabil. Es bietet Ruhe. Das passt zum Anker, der nachfolgt.

Hin und wieder blitzte in dem Farbgewirr eine Locke auf.


In diesem Satz bin ich über die Locke gestolpert. Für mich waren es abgetrennte Haare. Aber eigentlich sollen sie ja zu dem Mädchen gehören. Wie wäre es mit dem ganzen Kopf, einem Haarschopf vielleicht?

zu den vielen Farbadjektiven
Für mich sind es einfach zu viele. Na klar, sie bilden ein Chaos - aber ein fröhlich buntes. So viel Farbabwechslung erinnert mich eher an ein Kinderzimmer oder eine bunte Glückwunschkarte.
Der Zusammenhang oder auch der Widerspruch zum verlorenen Ich-Erzähler fehlt mir.

Rechtschreibung
Kondensstreifen in den Farben von Kleidungsstücken, sirenenblau, karibikmeer-türkis und müllabfuhrorange, durchzogen den Bahnhof, hingen einen Wimpernschlag lang in der Luft, um dann wieder zu verblassen.


Der Bindestrich muss weg.

Ich strauchelte, und wurde von einer Bank aus Eisengitter aufgefangen.


Das Komma gehört dort nicht hin.

Das Blut hörte auf, in meinen Ohren zu rauschen.


Hier muss, glaub ich ein Komma hin. Ich bin mir allerdings nicht sicher.

Der Inhalt
...erschließt sich mir nicht. Ich fasse zusammen, was und wie ich deinen Text verstanden habe: Der Ich-Erzähler fühlt sich in der Hektik am Bahnhof (oder vielleicht auch in der ganzen schnelllebigen modernen Welt?) verloren. Niemand nimmt Notiz von ihm, er nimmt keine Notiz von der Welt. Es herrscht anonymes, hektisches Chaos.
Dann kommt der Fixpunkt: das Mädchen. Plötzlich kehrt Ruhe in den Erzähler ein. Aber wieso? Sie ist immer noch ein anonymer Punkt in der Menge. Auch sie verschwindet im Farbengeflimmer. Auch sie ist Teil des Chaos.
Benutzeravatar
Neee
 
Beiträge: 433
Registriert: 23.04.2014, 19:27

Re: [Nachdenk]Künstliche Wolken

Beitragvon YingNi » 17.08.2015, 16:23

Hallo Beatrice,

ich muss Neee in zwei Dingen zustimmen. Die Beschreibung der vielen Farben haben mich in deinem Text ebenfalls sehr gestört und die Erzählung rund um das Mädchen schien etwas an den Haaren herbeigezogen. Allerdings kann ich die Gefühle und die Verwirrung aus eigener Erfahrung nachempfinden. Ich kann Bahnhöfe nicht ausstehen :x Vielleicht solltest du dich etwas mehr bei den Farbbeschreibungen zurückhalten und dafür, die Geräusche, Gerüche und Empfindungen auch einbeziehen. Ein Nebel ist vielleicht nicht unbedingt das Richtige um einen Bahnhof zu beschreiben. Eher das Wuseln, der Trubel, der Lärm, alle wollen gleichzeitig irgendwohin und sind dabei komplett auf sich fixiert. Es riecht unangenehm an den meisten Stellen, durch den Dreck, Zigaretten oder die Menschen die hin und her hetzen. Die meiste Zeit ist man selbst unzufrieden weil man angerempelt wird, die Temperatur entweder zu kalt oder zu warm ist oder der Zug Verspätung hat. Das sind nur Anregungen, was du vielleicht auch einbringen könntest um deine Geschichte nachvollziehbarer zu machen.

Kondensstreifen in den Farben von Kleidungsstücken, sirenenblau, karibikmeer-türkis und müllabfuhrorange, durchzogen den Bahnhof, hingen einen Wimpernschlag lang in der Luft, um dann wieder zu verblassen.

Der Satz funktioniert für mich nicht. Warum beschreibst du es nicht mit Vergleichen? "...blau wie die Sirene eines Polizeiwagens ..." Vielleicht wird es damit besser lesbar. Dennoch solltest du auch mit den Vergleichen nicht übertreiben :girl:

Das Kreischen von Metall auf Metall zerfetzte die Luft, als ein Zug zum Stehen kam. Ohne es zu wollen, hatte ich mich umgewandt.
Einen Moment lang starrte ich den Zug an, aber nahm ihn nicht wahr. Ich starrte vielmehr durch den Zug hindurch.

Das Kreischen von Metall auf Metall zerriss die Luft, als ein Zug zum Stehen kam. Unbewusst wandte ich mich um und starrte einen Moment lang den Zug an, ohne etwas spezielles wahrzunehmen.

Während ich mir einen Weg über die Plattform bahnte, erschien vor mir aus dem Nichts ein Mülleimer, den eben noch eine Schwade Pink verdeckt hatte.

Gefällt mir nicht. Die Schwade Pink und dass der Mülleimer wie aus dem Nichts auftauchte. Ein Mensch taucht aus dem Nichts auf, aber ein Mülleimer?

Den Part mit dem Mädchen habe ich wie gesagt nicht wirklich nachvollziehen können. Wie wäre es, wenn dein Erzähler von ihr umgerannt wird und er so aus seinem "Bann" gerissen wird?

Das wären meine Kommentare, ich hoffe du bist jetzt nicht entmutigt :!:

Viele Grüße
Yingni
Benutzeravatar
YingNi
 
Beiträge: 42
Registriert: 30.06.2009, 21:55

Re: [Nachdenk]Künstliche Wolken

Beitragvon Diavolo » 18.08.2015, 06:27

Hallo Beatrice

Zufällig bin ich auf diesen Text gestoßen und will auch hier meinen Kommentar dazu abgeben, wenn ich darf. Ich habe die anderen Kommentar absichtlich nicht gelesen, so ist vielleicht einiges im Doppel.

beatrice hat geschrieben:Kondensstreifen in den Farben von Kleidungsstücken, sirenenblau, karibikmeer-türkis und müllabfuhrorange, durchzogen den Bahnhof, hingen einen Wimpernschlag lang in der Luft, um dann wieder zu verblassen.


Dieser erste Satz hat mich neugierig gemacht, wie die Geschichte weitergeht.

Nur die Farben von Kleidungsstücken passen für mich nicht zu Kondensstreifen, obwohl ich weiß, dass es solche farbigen Kleider gibt.

Hier vielleicht einfach, den Farben von Kleidungsstücken weglassen. Das es Farben sind erkennt man und ich finde es spannend, mir die Farben vorzustellen.

beatrice hat geschrieben:Neben dem Erdbeerstand klarte es gerade wieder auf, dafür nebelte eine Wolke aus ampelrot und anzugsschwarz die Fahrplanauskunftstafel ein.


In deinem letzten Satz verblassten die Farben schon wieder und hier klart es plötzlich am Erdbeerstand wieder auf.

Könnte man den nicht weglassen? Und einfach mit der Fahrplanauskunftstafel weitermachen? Dann weiß der Leser auch, dass er in einem Bahnhof ist.

beatrice hat geschrieben:Das Kreischen von Metall auf Metall zerfetzte die Luft, als ein Zug zum Stehen kam. Ohne es zu wollen, hatte ich mich umgewandt.


Finde ich gut.

beatrice hat geschrieben:Einen Moment lang starrte ich den Zug an, aber nahm ihn nicht wahr. Ich starrte vielmehr durch den Zug hindurch.


Das kenne ich von Tagträumen, wo man etwas ansieht, aber doch nicht wirklich sieht.

Würde es hier nicht reichen: Einen Moment lang starrte ich den Zug an, nahm ihn aber nicht wahr.

Kurz hintereinander Zug, vielleicht fällt dir da noch ein anderes Wort für ein. :oops:

beatrice hat geschrieben: Obwohl er stillstand, schien er sich zu bewegen, denn der Rauch hüllte alle Gegenstände im Wechsel ein und ließ dann wieder von ihnen ab. Die Konturen der Wagons verschwommen, zerflossen, lösten sich auf.


Hier würde ich: denn der Rauch hüllte alle Gegenstände im Wechsel ein und ließ dann wieder von ihnen ab., weglassen, denn es unterbricht den Lesefluss, da du danach weiter auf auf die Sinnestäuschung eingehst.

beatrice hat geschrieben:Auf einmal sprangen sie einem wieder ins Auge. Von dem Geflimmer wurde mir ganz schwindelig. Meine Augen hatten Mühe einen Punkt zu finden, der ihnen Halt geben konnte. Schließlich entgleiste mein Blick und irrte in eine andere Richtung.


Im ersten Satz müsste es mir wieder ins Auge heißen, denn andere haben sicher nicht die gleiche Wahrnehmung.

Dann kommt zweimal das Wort Auge vor.
Vielleicht um das ganze ein bisschen zusammenzufassen, hier vielleicht so oder anders.

Auf einmal sah ich sie wieder deutlich, bevor mein Blick entgleiste und in eine andere Richtung irrte.

beatrice hat geschrieben:Während ich mir einen Weg über die Plattform bahnte, erschien vor mir aus dem Nichts ein Mülleimer, den eben noch eine Schwade Pink verdeckt hatte.


Hier würde ich, mir ist dieser Satz zu verwirrend und ich musste zweimal lesen, vielleicht umstellen:

Während ich mir einen Weg über die Plattform bahnte, löste sich eine Schwade Pink auf und enthüllte einen Mülleimer.

beatrice hat geschrieben:Ich strauchelte, und wurde von einer Bank aus Eisengitter aufgefangen.


Hier vielleicht: über den ich stolperte. , denn ich kann nicht erkennen, warum dein Prota anfängt zu straucheln.

beatrice hat geschrieben:Sobald ich saß und mich nicht mehr bewegte, wuchs das Farbgewimmel zum Sturm. Rot und Blau vermischten sich zu einem violetten Tornado, der an mir vorbeifegte. Grüner Nebel umwaberte mich und nahm mir die Sicht. So traute ich mich erst recht nicht mehr aufzustehen.


und nicht mehr bewegte würde ich auch streichen.

Erst sprichst du von einem Sturm und kommst dann zu einem Tornado. Danach ist es nur grüner Nebel. Hier fehlt irgendetwas:

Vielleicht so oder ähnlich: Sobald ich saß, vermischten Rot und Blau sich zu einem violetten Tornado, der an mir vorbeifegte. Als er vorbeigezogen war, umwaberte mich grüner Nebel.

Dass du dich nicht mehr getraust aufzustehen, würde ich auch streichen. Oder vielleicht: Wie angewurzelt blieb ich sitzen.

beatrice hat geschrieben:Im Gewirbel erhaschte ich ab und an einen Blick auf die Ecke eines Fahrkartenautomats, dann meinte ich das Ziffernblatt einer Bahnhofsuhr zu erkennen, verschwommen, wie durch eine zentimeterdicke Linse.


Das würde ich in den Absatz zuvor einbauen, sonst wirkt es wie abgetrennt und danach lichtet sich dann auch der grüne Nebel.

beatrice hat geschrieben:Plötzlich lichtete sich der Nebel und am Gleis gegenüber sah ich ein Mädchen stehen. Im ersten Moment hielt ich sie für einen Teil der Bahnhofseinrichtung, denn sie regte sich nicht. Es erschien mir, als sei sie von einem Architekten entworfen und dorthin platziert worden, und erfüllte ebenso einen Zweck, wie die Bahnhofsbeleuchtung oder die Schienen.


Hier würde ich wieder etwas umstellen, vielleicht so oder ähnlich:

Plötzlich lichtete sich der Nebel und am Gleis gegenüber sah ich ein Mädchen stehen, die sich aber nicht rührte. Es schien, als sei sie von einem Architekten entworfen und Teil der Bahnhofseinrichtung.

beatrice hat geschrieben:Meine Augen saugten sich an ihr fest, weil sie so unveränderlich da stand.


Das sie sich nicht bewegte, hattest du schon erwähnt. Auch das mit den Augen festsaugen, finde ich nicht ganz so toll. Da sehe ich vor mir, wie die Augäpfel bis zum anderen Gleis aus ihren Höhlen treten. Du findest sicher eine andere Beschreibung. Auch würdeHallo Beatrice

Zufällig bin ich auf diesen Text gestoßen und will auch hier meinen Kommentar dazu abgeben, wenn ich darf. Ich habe die anderen Kommentar absichtlich nicht gelesen, so ist vielleicht einiges im Doppel.

beatrice hat geschrieben:Kondensstreifen in den Farben von Kleidungsstücken, sirenenblau, karibikmeer-türkis und müllabfuhrorange, durchzogen den Bahnhof, hingen einen Wimpernschlag lang in der Luft, um dann wieder zu verblassen.


Dieser erste Satz hat mich neugierig gemacht, wie die Geschichte weitergeht.

Nur die Farben von Kleidungsstücken passen für mich nicht zu Kondensstreifen, obwohl ich weiß, dass es solche farbigen Kleider gibt.

Hier vielleicht einfach, den Farben von Kleidungsstücken weglassen. Das es Farben sind erkennt man und ich finde es spannend, mir die Farben vorzustellen.

beatrice hat geschrieben:Neben dem Erdbeerstand klarte es gerade wieder auf, dafür nebelte eine Wolke aus ampelrot und anzugsschwarz die Fahrplanauskunftstafel ein.


In deinem letzten Satz verblassten die Farben schon wieder und hier klart es plötzlich am Erdbeerstand wieder auf.

Könnte man den nicht weglassen? Und einfach mit der Fahrplanauskunftstafel weitermachen? Dann weiß der Leser auch, dass er in einem Bahnhof ist.

beatrice hat geschrieben:Das Kreischen von Metall auf Metall zerfetzte die Luft, als ein Zug zum Stehen kam. Ohne es zu wollen, hatte ich mich umgewandt.


Finde ich gut.

beatrice hat geschrieben:Einen Moment lang starrte ich den Zug an, aber nahm ihn nicht wahr. Ich starrte vielmehr durch den Zug hindurch.


Das kenne ich von Tagträumen, wo man etwas ansieht, aber doch nicht wirklich sieht.

Würde es hier nicht reichen: Einen Moment lang starrte ich den Zug an, nahm ihn aber nicht wahr.

Kurz hintereinander Zug, vielleicht fällt dir da noch ein anderes Wort für ein. :oops:

beatrice hat geschrieben: Obwohl er stillstand, schien er sich zu bewegen, denn der Rauch hüllte alle Gegenstände im Wechsel ein und ließ dann wieder von ihnen ab. Die Konturen der Wagons verschwommen, zerflossen, lösten sich auf.


Hier würde ich: denn der Rauch hüllte alle Gegenstände im Wechsel ein und ließ dann wieder von ihnen ab., weglassen, denn es unterbricht den Lesefluss, da du danach weiter auf auf die Sinnestäuschung eingehst.

beatrice hat geschrieben:Auf einmal sprangen sie einem wieder ins Auge. Von dem Geflimmer wurde mir ganz schwindelig. Meine Augen hatten Mühe einen Punkt zu finden, der ihnen Halt geben konnte. Schließlich entgleiste mein Blick und irrte in eine andere Richtung.


Im ersten Satz müsste es mir wieder ins Auge heißen, denn andere haben sicher nicht die gleiche Wahrnehmung.

Dann kommt zweimal das Wort Auge vor.
Vielleicht um das ganze ein bisschen zusammenzufassen, hier vielleicht so oder anders.

Auf einmal sah ich sie wieder deutlich, bevor mein Blick entgleiste und in eine andere Richtung irrte.

beatrice hat geschrieben:Während ich mir einen Weg über die Plattform bahnte, erschien vor mir aus dem Nichts ein Mülleimer, den eben noch eine Schwade Pink verdeckt hatte.


Hier würde ich, mir ist dieser Satz zu verwirrend und ich musste zweimal lesen, vielleicht umstellen:

Während ich mir einen Weg über die Plattform bahnte, löste sich eine Schwade Pink auf und enthüllte einen Mülleimer.

beatrice hat geschrieben:Ich strauchelte, und wurde von einer Bank aus Eisengitter aufgefangen.


Hier vielleicht: über den ich stolperte. , denn ich kann nicht erkennen, warum dein Protz anfängt zu straucheln.

beatrice hat geschrieben:Sobald ich saß und mich nicht mehr bewegte, wuchs das Farbgewimmel zum Sturm. Rot und Blau vermischten sich zu einem violetten Tornado, der an mir vorbeifegte. Grüner Nebel umwaberte mich und nahm mir die Sicht. So traute ich mich erst recht nicht mehr aufzustehen.


und nicht mehr bewegte würde ich auch streichen.

Erst sprichst du von einem Sturm und kommst dann zu einem Tornado. Danach ist es nur grüner Nebel. Hier fehlt irgendetwas:

Vielleicht so oder ähnlich: Sobald ich saß, vermischten Rot und Blau sich zu einem violetten Tornado, der an mir vorbeifegte. Als er vorbeigezogen war, umwaberte mich grüner Nebel.

Dass du dich nicht mehr getraust aufzustehen, würde ich auch streichen. Oder vielleicht: Wie angewurzelt blieb ich sitzen.

beatrice hat geschrieben:Im Gewirbel erhaschte ich ab und an einen Blick auf die Ecke eines Fahrkartenautomats, dann meinte ich das Ziffernblatt einer Bahnhofsuhr zu erkennen, verschwommen, wie durch eine zentimeterdicke Linse.


Das würde ich in den Absatz zuvor einbauen, sonst wirkt es wie abgetrennt und danach lichtet sich dann auch der grüne Nebel.

beatrice hat geschrieben:Plötzlich lichtete sich der Nebel und am Gleis gegenüber sah ich ein Mädchen stehen. Im ersten Moment hielt ich sie für einen Teil der Bahnhofseinrichtung, denn sie regte sich nicht. Es erschien mir, als sei sie von einem Architekten entworfen und dorthin platziert worden, und erfüllte ebenso einen Zweck, wie die Bahnhofsbeleuchtung oder die Schienen.


Hier würde ich wieder etwas umstellen, vielleicht so oder ähnlich:

Plötzlich lichtete sich der Nebel und am Gleis gegenüber sah ich ein Mädchen stehen, die sich aber nicht rührte. Es schien, als sie von einem Architekten entworfen und ein Teil der Bahnhofseinrichtung.

beatrice hat geschrieben:Meine Augen saugten sich an ihr fest, weil sie so unveränderlich da stand.


Das sie sich nicht bewegte, hattest du schon erwähnt. Auch das mit den Augen festsaugen, finde ich nicht ganz so toll. Da sehe ich vor mir, wie die Augäpfel bis zum anderen Gleis aus ihren Höhlen treten. Du findest sicher eine andere Beschreibung. Auch würde ich wieder statt Augen, Blicke schreiben, denn in deinem Text hat es mir zu viele Augen.
beatrice hat geschrieben:Je länger ich sie betrachtete, desto ruhiger ging mein Atem. Das Blut hörte auf in meinen Ohren zu rauschen.
Obwohl das Mädchen mit dem Rücken zu mir stand, fühlte ich mich mit ihr verbunden. Sie wurde zu meinem Anker. Meine Gedanken drängten sich mir nicht mehr zusammenhanglos auf, sondern ich war im Stande dazu, sie auf diesen Ruhepol zu fokussieren.


Sie wurde zu meinem Anker. Würde ich an den Schluss stellen. Denn dann sind die Empfindungen von dir im Zusammenhang zu lesen.

beatrice hat geschrieben:Ich bangte, dass ich wieder alleine war im Sturm, aber etwas hatte sich verändert.
Hin und wieder blitzte in dem Farbgewirr eine Locke auf.
Oder eine Hand. Oder ein Schirm.


Hier finde ich bangte zu Milde ausgedrückt. Ich könnte mir Angst vorstellen.

Dann würde ich, statt Sturm vielleicht Gefühle oder Empfindungen schreiben.

Danach einen Punkt und dann vielleicht statt dem aber: Etwas hatte sich dabei verändert. Oder ähnlich.

beatrice hat geschrieben:Hin und wieder blitzte in dem Farbgewirr eine Locke auf.
Oder eine Hand. Oder ein Schirm.


Hier würde ich keine Punkte machen, sondern das ganze in einem Satz schreiben.

So, das waren meine Gedanken zu deinem Text. Gerne würde ich noch wissen, wie es weitergeht, und warum du das alles so gesehen und wahrgenommen hast. Vielleicht als geistig Verwirrte oder war es nur ein Traum?

Ich hoffe, dass ich dir damit helfen konnte, wenn nicht einfach in die runde Tonne.

Liebe Grüße von Diavoll
ich wieder statt Augen, Blicke schreiben, denn in deinem Text hat es mir zu viele Augen.
beatrice hat geschrieben:Je länger ich sie betrachtete, desto ruhiger ging mein Atem. Das Blut hörte auf in meinen Ohren zu rauschen.
Obwohl das Mädchen mit dem Rücken zu mir stand, fühlte ich mich mit ihr verbunden. Sie wurde zu meinem Anker. Meine Gedanken drängten sich mir nicht mehr zusammenhanglos auf, sondern ich war im Stande dazu, sie auf diesen Ruhepol zu fokussieren.


Sie wurde zu meinem Anker. Würde ich an den Schluss stellen. Denn dann sind die Empfindungen von dir im Zusammenhang zu lesen.

beatrice hat geschrieben:Ich bangte, dass ich wieder alleine war im Sturm, aber etwas hatte sich verändert.
Hin und wieder blitzte in dem Farbgewirr eine Locke auf.
Oder eine Hand. Oder ein Schirm.


Hier finde ich bangte zu Milde ausgedrückt. Ich könnte mir Angst vorstellen.

Dann würde ich, statt Sturm vielleicht Gefühle oder Empfindungen schreiben.

Danach einen Punkt und dann vielleicht statt dem aber: Etwas hatte sich dabei verändert. Oder ähnlich.

beatrice hat geschrieben:Hin und wieder blitzte in dem Farbgewirr eine Locke auf.
Oder eine Hand. Oder ein Schirm.


Hier würde ich keine Punkte machen, sondern das ganze in einem Satz schreiben.

So, das waren meine Gedanken zu deinem Text. Gerne würde ich noch wissen, wie es weitergeht, und warum du das alles so gesehen und wahrgenommen hast. Vielleicht als geistig Verwirrte oder war es nur ein Traum?

Ich hoffe, dass ich dir damit helfen konnte, wenn nicht einfach in die runde Tonne.

Liebe Grüße von Diavoll
Wie viele Leute schreiben und schreiben und auf dem Papier steht immer nichts!
(Johann Friedrich Freiherr Cotta von Cottendorf)
Benutzeravatar
Diavolo
 
Beiträge: 413
Registriert: 23.02.2011, 19:33
Wohnort: Down Under /Australien


Zurück zu Nachdenkliches

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast