Kursiv oder andere Schriftart oder ... ?

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Kursiv oder andere Schriftart oder ... ?

Beitragvon -Jeanny- » 01.02.2010, 10:57

Hallo!

Vielleicht kennt ihr das, ihr habt in euren Geschichten Briefe, Tagebucheinträge, Erinnerungen etc., die ihr kursiv oder in einer anderen Schrift schreibt, um sie hervorzuheben bzw. einfach auf den ersten Blick eindeutig von restlichen Text unterscheiden zu können?
Nun frage ich mich aber, wie ich es machen soll, wenn ich mein Manuskript letztendlich an einen Verlag oder eine Agentur schicke? Ich bilde mir ein, mal irgendwo gelesen zu haben, dass man da alles einheitlich in einer Schrift haben soll und eben auch nicht kursiv. Allerdings weiß ich leider nicht mehr, wo das war. Andererseits sind in Büchern solche Stellen auch meist kursiv, also sollte ja eigentlich nichts dagagen sprechen, es auch im Manuskript so zu machen. Aber sicher bin ich mir jetzt eben gerade absolut nicht mehr.

Wie handhabt ihr das? Gibt es in euren Texten kursive Stellen oder Stellen, die ihr sonst irgendwie hervorhebt? Hat jemand Erfahrung damit, wie Verlage und Agenturen das wollen?

lg Jeanny
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Re: Kursiv oder andere Schriftart oder ... ?

Beitragvon Tinki » 01.02.2010, 14:44

Moieeen,

Gedankengänge und Dinge, die ich besonders betonen will, werden bei mir immer "kursiv" markiert.
In anderen Büchern findet man es auch ab und an, dass es "kursiviert" wird. Warum sollte dies also nicht gehen? Solang kein ellen langer Text Kursiv geschrieben ist, ist das m.E. latte. :mrgreen:
Wie es jetzt allerdings die Verlage sehen.. Keine Ahnung. ._.
Ich bin ein Kühlschrank-Zwilling!

Mich zu verstehen ist so, als würde man versuchen Wackelpudding an die Wand zu nageln.
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Re: Kursiv oder andere Schriftart oder ... ?

Beitragvon Sofian » 01.02.2010, 15:36

Die meisten Verlage wollen die Manuskripte auf sogenannten Normseiten haben, das heißt Seiten, wie sie früher eigentlich auf der Schreibmaschine entstanden sind. 30 Zeilen a 60 Anschläge, 1.5 Zeilenabstand, Schriftart Courier New, Schriftgröße 12. Das Kursivieren von Briefpassagen oder wie bei HP von Zaubersprüchen kann man glaube ich sogar schon in der Normseite machen, solange die Schriftart dieselbe bleibt. Aber genau kann dir das nur der jeweilige Verlag sagen, an den du dein Manu schicken willst.

LG Sofian
Wenn man das Unmögliche ausgeschlossen hat, muss das, was übrig bleibt, die Wahrheit sein, so unwahrscheinlich sie auch klingen mag.

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Re: Kursiv oder andere Schriftart oder ... ?

Beitragvon Najade » 01.02.2010, 15:37

So lange nicht dein ganzer Text kursiv ist, solltest du dir keine Gedanken machen.

In meinem Manuskript, mit dem ich einen Agenten und Verlag überzeugen konnte, habe ich auch kursive Schrift verwendet (für Briefe und Buchtitel). Bisher hat keiner gemeckert.
Normalerweise ist kursiv und Kapitälchen erlaubt. Unterstreichen solltest du nicht.
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Re: Kursiv oder andere Schriftart oder ... ?

Beitragvon Dingelchen » 21.10.2015, 13:11

Hallihallo,
ich häng mich hier mal an.
Folgendes: In meinem Roman existieren Texteinträge in Form von Briefen oder Zeitungsausschnitten oder Aufsätzen. Ich hab die immer in kursiv gesetzt, wie auch Gedankengänge - kein Problem.
Doof ist jetzt: Ich hab ne Szene geschrieben, wo der Lesende sich während des Lesens selbst darüber Gedanken macht. Also so auf die Art:
Tagessuppe 20 Euro - als ob sich das wer leisten kann! [= Gedankeneinschub] - Schnitzel 25 Euro.
Jetzt ist da alles kursiv. Und ich finde das total verwirrend beim Lesen. Zumal meine Texte auch etwas länger sind als das Beispiel hier und ein kurzer Kommentar dazwischen wie - haha, wer's glaubt - oder - Ja, wirst schon sehen! - da leicht untergeht.
Soll ich vielleicht stattdessen Texte generell nicht kursiv schreiben, sondern wie in wissenschaftlichen Arbeiten bei Zitaten einrücken und/oder die Schriftgröße verkleinern?
Oder soll ich den Lesern einfach ein bissl mühsames Lesen ein paar wenige Absätze zutrauen?^^

LG
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Re: Kursiv oder andere Schriftart oder ... ?

Beitragvon Ankh » 21.10.2015, 13:46

Vielleicht hilft es, wenn du die Gedanken dann nicht direkt (also wie in wörtlicher Rede) sondern indirekt dazwischen schreibst:

Tagessuppe 20 Euro - als ob sich das jemand leisten konnte! - Schnitzel 25 Euro.
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Re: Kursiv oder andere Schriftart oder ... ?

Beitragvon Tsaphyre » 21.10.2015, 14:00

Hallo Dingelchen,

hmm, ich würde eher nicht mit zu viel Kursivschrift arbeiten. So wie Ankh es vorschlägt, würde ich die Gedankengänge einfach in normaler Schrift einfügen. Ich bevorzuge es, Gedankengänge tatsächlich einfach in den Text als eine Art indirekte Rede einfließen zu lassen, ohne dabei aber in den Konjunktiv zu wechseln, wenn aus dem Kontext heraus klar wird, dass es sich um Überlegungen des Charakters handelt. Wenn es nicht anders geht, greife ich zu Anführungszeichen.

Im Fließtext finde ich es eigentlich okay, das Zitat kursiv zu schreiben. Wenn Du längere Passagen zitierst, würde ich das Zitat lieber einrücken...

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Re: Kursiv oder andere Schriftart oder ... ?

Beitragvon Deirdre » 21.10.2015, 14:03

Was ich in Büchern schon oft gesehen habe ist ein Wechsel zwischen Kursiv und Normal. Der laufende Text ist normal gesetzt. Gedanken, Briefe, Betonungen etc. sind kursiv. Wenn innerhalb des kursiven Textes wiederum ein Buchtitel, eine Betonung o.ä. auftaucht, wird das wieder normal gesetzt. Zum Beispiel:
Sie öffnete den Brief und las, was ihr Bruder geschrieben hatte.
Liebe Schwester,
Anbei sende ich dir eine Kopie meines Lieblingsbuches,
Der Herr der Ringe. Ich hoffe, du liest es.
Liebe Grüße,
Martin

Enttäuscht legte sie den Brief weg. Warum hatte er ihr nicht Harry Potter und der Stein der Weisen geschickt, worum sie ihn gebeten hatte?
Für alle, die einen Hafen suchen, wenn die Werkstatt schließt: http://die-schreibstube.phpbb8.de/forum
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Re: Kursiv oder andere Schriftart oder ... ?

Beitragvon Milch » 21.10.2015, 16:49

Ich nutze das Kursive äußerst selten bis nie, Briefe und Erinnerungen kann man anders hervorheben.
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Re: Kursiv oder andere Schriftart oder ... ?

Beitragvon Blackspot » 23.10.2015, 12:13

Hallo Dingelchen,

prinzipiell würde dem bereits gesagten anschließen, allerdings solltest du das Gefühl des Lesers bzw. seine Aufmerksamkeit beim unterscheiden zwischen Gedankengängen und eigentlichem Text nicht unterschätzen. Ich z.B. hebe auch wörtliche Rede nie durch Gänsefüßchen oder kursivsetzen hervor, sondern lasse sie immer als "normalen" Text stehen und bis jetzt gab es noch niemanden, der sich den Zusammenhang nicht erschließen konnte.
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Re: Kursiv oder andere Schriftart oder ... ?

Beitragvon Milch » 23.10.2015, 12:53

Blackspot hat geschrieben:Hallo Dingelchen,

prinzipiell würde dem bereits gesagten anschließen, allerdings solltest du das Gefühl des Lesers bzw. seine Aufmerksamkeit beim unterscheiden zwischen Gedankengängen und eigentlichem Text nicht unterschätzen. Ich z.B. hebe auch wörtliche Rede nie durch Gänsefüßchen oder kursivsetzen hervor, sondern lasse sie immer als "normalen" Text stehen und bis jetzt gab es noch niemanden, der sich den Zusammenhang nicht erschließen konnte.


Zur wörtlichen Rede gehört das Gänsefüßchen, damit dieser Leser auch vom Groben erkennen, da sprechen sie miteinander. Ihr Fehlen macht das Lesen nur unnötig!! schwieriger.
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Re: Kursiv oder andere Schriftart oder ... ?

Beitragvon Badabumm » 23.10.2015, 18:20

Kursiv ist eigentlich die gängigste und akzeptierte Form.
Da ich mal in einem Verlag gearbeitet habe, sehe ich das Problem an anderer Stelle: oft wird der GESAMTE Text grundformatiert, weil es schlicht und einfach die beste Lösung ist, den Schrifttyp an die Verlagskonventionen anzupassen. Word ist ein grottenschlechtes Programm als Basis für die Litho, dazu sind die Formate einfach nicht professionell genug ausgearbeitet. Und die wenigsten Autoren halten sich an irgendwelche Normen (weiche Umbrüche fehlen, falsche Anführungszeichen!, Leerzeichen anstatt Tabs, hinzugefügte Trennungen mit Minus, usw... oh, Graus).

Danach werden die kursiven Stellen wieder hinzugefügt (oder andere Auszeichnungen, falls vereinbart). Dabei treten dann naturgemäß die meisten Fehler auf. Aber geht immer noch schneller als die verhunzten Formate 1:1 ins Layout rüberzuretten. DTP-Programme haben auch andere Algorithmen, z.B. für Blocksatzerstellung und Randausgleich, da stören die Word-Formatierungen nur.
Ich war immer glücklich über einen beigefügten Ausdruck, in dem DEUTLICH zu erkennen ist, was kursiv oder fett werden soll...

Nicht jeder Schrifttyp ist zudem in kursiv oder fett verfügbar. Naja, bei den häufigsten schon, aber das DTP-Programm erstellt dann bei seltenen Schriften "dies soll jetzt kursiv sein" ein generiertes, künstliches Kursiv, das manche Setzereien stöhnen lässt und das oft nicht 1:1 im Umbruch rüberkommt. Am Bildschirm wird es zwar kursiv oder fett dargestellt, aber ob es diesen Schnitt wirklich gibt und nicht nur so tut, als ob, steht auf einem anderem Blatt. Ergo: eventuell brechen 300 Seiten im Fließsatz neu um. Der Horror.

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Re: Kursiv oder andere Schriftart oder ... ?

Beitragvon Blackspot » 23.10.2015, 19:42

Milch hat geschrieben:
Zur wörtlichen Rede gehört das Gänsefüßchen, damit dieser Leser auch vom Groben erkennen, da sprechen sie miteinander. Ihr Fehlen macht das Lesen nur unnötig!! schwieriger.


Nicht zwangsläufig. Im wesentlichen verändert es nur die Wirkung der wörtlichen Rede, da deren Verhältnis zu gesamt Text sich verändert; sie wird weniger betont und der Text wirkt als Einheit.
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Re: Kursiv oder andere Schriftart oder ... ?

Beitragvon Milch » 23.10.2015, 21:01

Blackspot hat geschrieben:
Milch hat geschrieben:
Zur wörtlichen Rede gehört das Gänsefüßchen, damit dieser Leser auch vom Groben erkennen, da sprechen sie miteinander. Ihr Fehlen macht das Lesen nur unnötig!! schwieriger.


Nicht zwangsläufig. Im wesentlichen verändert es nur die Wirkung der wörtlichen Rede, da deren Verhältnis zu gesamt Text sich verändert; sie wird weniger betont und der Text wirkt als Einheit.


Doch, wenn es nur Millisekunden für einen Satz sind, es verkompliziert unnötig das Lesen.
Auch mit Anführungszeichen verliert der Text nicht seine einheitliche Wirkung.

Oder wir verzichten auf Satzzeichen, Groß- und Kleinschreibung, Leertasten zwischen den Buchstaben und Absätze, der Text wirkt noch einheitlicher.Oder wir lassen diese Zumutungen und geben den Menschen Orientierungshilfe. Es gibt Kleinigkeiten, die dem Leser helfen, den Text zu strukturieren. Sie machen den Text augenfreundlicher.

Dieses Verzichten auf Anführungszeichen regt mich auf. Furchtbare Künstlermarotte!
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Re: Kursiv oder andere Schriftart oder ... ?

Beitragvon Badabumm » 23.10.2015, 21:12

@Milch: :2thumbs:
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