[SciFi]Land in der Zukunft, (Teil 1/x)

[SciFi]Land in der Zukunft, (Teil 1/x)

Beitragvon Fanny » 28.01.2014, 13:56

Hallo, ich schreibe gerade an einem Science Fiction Roman, der in einem Königreich (Gomruland) in ferner Zukunft spielt. Hauptfigur ist die 15jährige Lilly, die mit ihrem 13jährigen Bruder Jojo und ihren Eltern in einem Baumhaus lebt. Die Menschen in den Provinzen müssen hart malochen, um den König und die Bewohner seiner Stadt mit Gütern, Rohstoffen und Nahrungsmitteln zu versorgen. Deshalb werden sie zu Arbeitsrobotern erzogen, die keine andere Motivation kennen als Leistung.
Mitgefühl und Liebe sind in Gomruland verboten. Bereits die Schüler lernen Tag und Nacht für die Schule. Denn am Ende der Schulzeit gibt es die Abschlussprüfungen. Um den Druck auf die Schüler zu erhöhen, hat sich der König etwas ganz Gemeines ausgedacht: In jeder Provinz muss die Klasse mit der schlechtesten Durchschnittsnote ein Spiel spielen, das sich Opferspiel nennt.
Die fünf schlechtesten Jungen und die fünf schlechtesten Mädchen der Verliererklasse müssen im Opferspiel Teams bilden.
Man kommt nur dann aus dem Spiel lebendig heraus (und wird reich belohnt), wenn man seinen Teampartner oder Teampartnerin umbringt.
Falls einem das nicht gelingt, wird man nach dem Spiel mit der Guillotine hingerichtet. Und der Teampartner auch (weil er einen selber ja auch am Leben ließ).

Meine Geschichte beginnt damit, wie Lilly und Jojo am Morgen vor der Abschlussprüfung Angst davor haben durch die Abschlussprüfung durchzufallen und damit den Notendurchschnitt der ganzen Klasse nach unten zu ziehen. Denn dann müssten sie ins Opferspiel. In der Schulklasse der beiden gibt es viele Mobber, aber auch einen Jungen, in den Lilly verliebt ist. Lilly und Jojo möchten niemanden töten und haben große Angst vor dem Opferspiel.
Und deshalb haben sie große Angst vor der Abschlussprüfung in ihrer Schule.

Hier nun der Anfang:
Am meisten interessiert mich, ob die Story spannend zu lesen ist und zum Weiterlesen oder eher zum Einschlafen animiert. :?: Und ob Ihr glaubt, dass sie passend ist für Leser ab 16 Jahren.
Wäre Euch sehr dankbar für Kommentare. :)

____________________________________________

Wie eine Riesin bäumte sich meine Mutter vor mir auf. Ihre afrikanischen Gene verliehen ihr einen dunklen Hautton. Ihre kurzen Locken umrahmten wie eine finstere Wolke ihr knochiges Gesicht, das in der roten Morgensonne gefährlich funkelte. Ihre Augen aber waren leer. So als wäre ihr Herz schon vor langer Zeit gestorben. „Du bist die Schande meines Lebens“, sagte sie mit eiskalter Stimme, die sich wie ein Eiszapfen in mein Herz bohrte. „Ich habe mich mein ganzes Leben lang für Dich geschämt. Wie kann meine Tochter nur die schlechteste Schülerin ihrer Klasse sein?“
Das tat weh! Doch ich versuchte cool zu bleiben. "Wenn Scham das einzige Gefühl ist, das man hat, ist das wohl auch alles, was man fühlen kann“, versuchte ich mich zu wehren.
„Es bringt nichts mit Dir zu sprechen“, sagte Mama. „Du bist einfach nur dumm, Lilly.“
Mein Kloß im Hals platzte fast.
„Von wem habe ich meine Dummheit wohl geerbt?“, platzte es aus mir heraus. „Von Dir oder von Papa?“ Mamas dunkle Augen verkleinerten sich zu Schlitzen. „Du bist nicht nur dumm, sondern auch hässlich, Lilly“, erwiderte sie. Ihre Hand schoss gegen meine Wange. Ein metallisch blutiger Geschmack füllte meinen Mund. Mein ganzer Körper zitterte. Ich rannte in mein Zimmer, warf mich auf mein Strohbett und weinte. Das Leinentuch unter mir hatte viele Löcher, weshalb das Stroh an meinen Beinen pieckste. Eigentlich hätten wir uns ein Federbett leisten können, doch unser Vater warf unser ganzes Geld zum Fenster raus. Der Himmel wusste wofür. Hoffentlich würde er nicht in mein Zimmer stürmen und mich verprügeln. Doch heute, an dem Tag, an dem mein Bruder und ich unsere Abschlussprüfungen in der Schule hatten, würde er sich doch zurück halten. Oder?
Ich versuchte mich zu beruhigen und schielte durch das kleine runde Fenster in der Holzwand neben der Tür. Ob dort jemand lang ging. Hörte ich Schritte auf der Veranda vor meinem Zimmer? Nein, ich hörte nur den Wind und das Knirschen der Holzwände. Fast jede Wand des Baumhauses, in dem mein Bruder, meine Eltern und ich in schwindelerregender Höhe lebten, bestand aus Holz. Genauso wie die wenigen Möbel, die wir besaßen. Neben meinem Bett stand ein kleiner Tisch mit einer Kerze und an der Wand gegenüber eine Truhe, in der ich meine Kleider aufbewahrte. Die meisten waren aus Leinen, kurz, beige und ärmellos. Heute trug ich jedoch ein Leinenkleid, das man irgendwann einmal mit Klatschmohn eingefärbt hatte. An vielen Stellen war die Farbe mittlerweile verblasst. Das Kleid war nicht mehr dunkler als meine nackten Arme und meine langen kräuseligen Haare, die ich mit einem Tuch zusammen gebunden hatte.
Vor der Neuordnung der Welt hatte es einen Kontinent namens Afrika gegeben. Dort hatten viele Menschen mit dunkler Haut gelebt. Und meine Mutter hatte Vorfahren, die von diesem Kontinent stammten. Die dunklen Gene meiner Mutter hatten sich bei mir gegenüber den Genen meines hellhäutigen Vaters durchgesetzt. Leider hatte sie nicht ihre akademische Begabung an mich vererbt. Genauso wie mein Vater arbeitete sie als Ärztin, in einem Beruf von dem ich nur träumen konnte.
Auch ihre Schönheit, die vor vielen Jahren einem verhärmten Gesicht mit tiefen Falten gewichen war, hatte ich nicht geerbt. Doch hässlich? Nein, das war ich nicht. Da war schon wieder dieser Kloß im Hals. Mit aller Kraft versuchten meine Tränen sich einen Weg nach draußen zu bahnen. Das Leben war hart und gemein. Obwohl Sommer war, fror ich an meinen Beinen und Füßen. Wobei es noch sehr früh am Morgen war. Meine Sandaletten taten nichts, um meine Füße zu wärmen.

Jetzt hörte ich Schritte. Ein Schauer lief durch meinen Körper. Mir wurde noch kälter. „Papa, komm bitte nicht hierein!“, dachte ich. Mein Zimmer war klein. Ich konnte nicht flüchten. Die Tür ging auf.
Jojo! Mein Bruder. Mir fiel ein Stein vom Herzen. „Mach‘ die Tür bitte zu“, flüsterte ich.
„Kannst Du etwas sehen?“, fragte ich ihn, und streckte Jojo demonstrativ meine Wange entgegen. „Nein. Ich sehe dort nichts“, sagte er. „Na, ein Glück!“, entfuhr es mir. Zur Abschlussprüfung unserer Schule wollte ich nicht mit einem geschwollenem Gesicht oder blauem Fleck in der Schule erscheinen.
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Re: Land in der Zukunft, (Teil 1/x)

Beitragvon CraX » 30.01.2014, 12:22

Hallo Fanny,

Für mein Verständnis steckt in deinem Vorwort für diese Schreckensherrschaft ein Denkfehler: Ein König (Diktator/Präsident oder wie auch immer), der sich gehorsame Untertanen (Arbeitsroboter) heranzüchten will, wir eher darauf achten, dass diese Untertanen dumm gehalten werden, und nicht als Klassenbeste hervorgehen (denn diese würden sein System am ehesten durchschauen).

Ich habe mich mein ganzes Leben lang für Dich geschämt.

Passt hier nicht so, weil sie ja gerade von der Schule spricht. Außerem kommt hier 2mal „Leben“ hintereinander. Wenn sie dieses Missfallen auf das ganze Leben davor ausdehnen will, würde ich es anders formulieren, etwa: „Aber ich musste mich ja schon mein ganzes Leben lang für dich schämen.“

„Es bringt nichts (Komma) mit Dir zu sprechen“


Mein Kloß im Hals platzte fast.

Das ist schön!

Hoffentlich würde er nicht in mein Zimmer stürmen und mich verprügeln.

Macht er das sonst? Oder warum sollte er es heute machen? Etwas genauer vielleicht.

Ob dort jemand lang ging.


Das klingt z.B. etwas zu kindlich. Vorschlag: Von hier aus konnte ich (unbemerkt) (die Straße/ den Platz) beobachten und feststellen, ob sich dort draußen jemand befand / ... jemand herum trieb / ... mein Vater nach Hause kommt.

Hörte ich Schritte auf der Veranda vor meinem Zimmer?

Ist die Veranda auf der anderen Seite des Zimmers, also nicht im Blickwinkel des Fensters, aus dem sie gerade sieht? Dann würde ich einfügen, dass sie sich z.B. umdreht.

Vor der Neuordnung der Welt hatte es einen Kontinent namens Afrika gegeben. Dort hatten viele Menschen mit dunkler Haut gelebt. Und meine Mutter hatte Vorfahren, die von diesem Kontinent stammten.

Das liest sich fast wie in einem Märchen. Also ich meine den Stil, nicht vom Inhalt.

Da war schon wieder dieser Kloß im Hals. Mit aller Kraft versuchten meine Tränen sich einen Weg nach draußen zu bahnen.

Tränen kommen ohne Kraft, würde ich behaupten. Es kostet eher Kraft, sie zurück zu halten. Vermutlich meinst du es so herum.

„Papa, komm bitte nicht hierein!“, dachte ich.

Wenn sie soviel Angst vor dem Vater hat, würde ich ihn nicht Papa nennen. Es ist auch hier auch wieder sehr kindlich formuliert. Wie wäre es mit:
Wenn es Vater ist, dann lass ihn bitte vorbei gehen! (und das „dachte ich“ kannst du dir dann sparen.)

Ich habe noch den 2. Teil gelesen, aber ich kann mich leider nicht so recht für diese Story begeistern. Neben dem Stil sehe ich hier keine SF-Elemente (es ist doch ein SF?). Die ganze Szene mit der Schule könnte wortwörtlich auch im Hier und Jetzt spielen.
Vom Stil her lesen sich die beiden Teile in meinen Augen eher wie ein Kinder- oder Jugendbuch. Also eher ab 8 Jahren als ab 16.
Gut, einerseits ist die Erzählerin selber noch Kind, aber andererseits hast du ja bereits grausame Dinge (für später) angekündigt, da würde ich mir überlegen, ob du das Niveau nicht etwas anheben solltest.
Es gibt aber auch schon ganz ordentliche Passagen, lass dich also nicht entmutigen.
Ausserdem war das jetzt nur (m)eine Meinung.
Die wahren Abenteuer sind im Kopf und sind sie nicht im Kopf, dann sind sie nirgendwo.
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Re: Land in der Zukunft, (Teil 1/x)

Beitragvon rental » 30.01.2014, 14:59

Hallo fanny,

ich habe diesen ersten Teil deiner Science-Fiction-Geschichte gelesen und lasse dir deshalb mal einen Kommentar da, damit du neben der Meinung von CraX noch eine weitere zu hören bzw. lesen bekommst. Ich starte mal mit dem Inhalt und gehe danach noch auf spezifische Schreibfehler und dergleichen ein.

Für mein Verständnis steckt in deinem Vorwort für diese Schreckensherrschaft ein Denkfehler: Ein König (Diktator/Präsident oder wie auch immer), der sich gehorsame Untertanen (Arbeitsroboter) heranzüchten will, wir eher darauf achten, dass diese Untertanen dumm gehalten werden, und nicht als Klassenbeste hervorgehen (denn diese würden sein System am ehesten durchschauen).

Das was CraX sagt. Genau den gleichen Eindruck hatte ich auch, nachdem ich dein Vorwort gelesen habe. Das geht irgendwie nicht ganz auf. Vielleicht haben die besten Schüler bzw. Klassen "die Ehre" an diesen Spielen teilzunehmen, so würde sich der König immerhin sicher sein, das die ganz Schlauen dezimiert werden... Aber ich will dir ja nicht deine eigene Geschichte vorerzählen. Ausserdem muss ich sagen, dass mich deine Beschreibung im Vorwort etwas an "The Hunger Games" (Tribute von Panem) erinnert hat. Ich habe die Filme gesehen, die Bücher kenne ich nicht, aber das mit diesen "Opferspielen" lässt doch auf eine gewisse Ähnlichkeit oder zumindest Inspiration schliessen. Ich persönlich kann mit "The Hunger Games" nicht viel anfangen, ist einfach nicht so mein Ding. Nichtsdestotrotz habe ich den ersten Teil deiner Story zu Ende gelesen. Und das ist doch schonmal was.

Ich kann nicht allzu fest auf den Inhalt eingehen, weil man ja noch nicht allzu viel erfährt. Lilly lebt mit ihrem Bruder und ihren Eltern in einem Baumhaus, hoch oben in schwindelerregenden Höhen. Ihre beiden Eltern sind Ärzte, also gebildete Leute. Allerdings schlägt ihre Mutter Lilly und auch der Vater scheint ein Teufel zu sein. Ich finde, das passt nicht wirklich zu gebildeten Leuten. Für mich würde es eher passen, wenn die Mutter eine vergraulte Hausfrau wäre und der Vater vielleicht ein versoffener Arbeiter (du schreibst ja auch, er gebe das ganze Geld irgendwo aus, und niemand weiss genau wo). Das ist aber vielleicht auch etwas klischeehaft von mir, denn schliesslich gibt es immer Ausnahmen und es können sicher auch gebildete Leute ausfällig oder aggressiv werden. Ich machte mir aber diese Gedanken, weshalb ich sie hier mit dir teilen möchte.

Der Text weckt bei mir nicht unbedingt Interesse auf mehr, aber ich habe dir ja schon aufgeschrieben, warum. Dein Schreibstil ist ganz ordentlich und mit diesem kannst du sicherlich was aus der Geschichte machen. Auch kannst du bestimmt ein Publikum finden, die von deiner Geschichte mehr angesprochen wird als ich.

Ich möchte dann mal noch ein paar Stellen aus deinem Text zitieren. Ich will deinen Text nicht zerpflücken oder irgend sowas, sondern einfach ein paar Tipps geben, wie man einige Stellen vielleicht noch besser machen könnte. Oder dich auf Rechtschreibfehler etc. hinweisen, wenn es denn sowas gibt in deinem kurzen Abschnitt. Also los:

Ihre kurzen Locken umrahmten wie eine finstere Wolke ihr knochiges Gesicht, das in der roten Morgensonne gefährlich funkelte.

Der Satz wäre etwas flüssiger zu lesen, wenn du ihn folgendermassen umstellen würdest: Wie eine finstere Wolke umrahmten die kurzen Locken ihr knochiges Gesicht, das in der roten Morgensonne gefährlich funkelte.
So wäre es meiner bescheidenen Meinung nach besser :wink: Aber ich muss noch etwas dazu hinzufügen: Ihr Gesicht funkelte gefährlich in der roten Morgensonne? Waren es nicht eher ihre Augen, die böse funkelten? Ich weiss nicht, ob ein Gesicht funkeln kann. Vielleicht wenn es knallrot angelaufen ist, so wie es bei mir bei meinem letzten Australienurlaub der Fall war :lol:

„Du bist die Schande meines Lebens“, sagte sie mit eiskalter Stimme, die sich wie ein Eiszapfen in mein Herz bohrte. „Ich habe mich mein ganzes Leben lang für Dich geschämt. Wie kann meine Tochter nur die schlechteste Schülerin ihrer Klasse sein?“

2x "Leben" in direkt aufeinanderfolgenden Sätzen. Ist nicht so schön.

Doch ich versuchte cool zu bleiben.

Ich weiss nicht, für mich passt das nicht direkt in die Geschichte. Klar, ich habe noch nicht viel davon gelesen, aber doch erachte ich das als eine Art Stilbruch. Ausserdem mag ich keine Denglischen Wörter, auch wenn sich "cool" schon lange eingebürgert hat :wink: Ich würde schreiben: Doch ich versuchte ruhig zu bleiben.

Mein Kloß im Hals platzte fast.

Welcher Kloss? Das hast du zuvor nicht erwähnt. Ist jetzt nicht weiter schlimm, aber es ist mir halt aufgefallen. Vielleicht könntest du den Kloss in ihrem Hals erwähnen, bevor sie das erste Mal spricht.

Ein metallisch blutiger Geschmack füllte meinen Mund.

Ich glaube das könnte man so schreiben: metallisch-blutiger

Das Leinentuch unter mir hatte viele Löcher, weshalb das Stroh an meinen Beinen pieckste.

Nennt man das nicht einfach "Leintuch"?

Eigentlich hätten wir uns ein Federbett leisten können, doch unser Vater warf unser ganzes Geld zum Fenster raus.

Mmmh, das klingt etwas seltsam, weil du zuvor nur von Lilly und ihrer Mutter erzählst. Das es noch einen Bruder gibt, erfährt der Leser erst ein paar Sätze später. Deshalb verstand ich es erst so, dass der Vater der Vater von Lilly und der Vater von Lillys Mutter ist, was ja nicht sehr schön wäre :lol: Nein, natürlich habe ich die Stelle verstanden, aber ich würde das mit ihrem Bruder vorher bringen, dann ist es nicht mehr ganz so komisch zu lesen.

Ich versuchte mich zu beruhigen und schielte durch das kleine[,] runde Fenster in der Holzwand neben der Tür.

Bitte ein Komma setzen.

Ob dort jemand lang ging.

Das ist ein irgendwie unvollständiger Satz, finde ich. Ausserdem ist es viel zu umgangssprachlich. Das würde ich umschreiben, überlasse es aber deiner Fantasie, wie du das machen möchtest ... wenn überhaupt.

Nein, ich hörte nur den Wind und das Knirschen der Holzwände. Fast jede Wand des Baumhauses, in dem mein Bruder, meine Eltern und ich in schwindelerregender Höhe lebten, bestand aus Holz.

Gleich zwei Wiederholungen in zwei aufeinanderfolgenden Sätzen. Unschön sowas. Ich bin mir sicher, dir fällt etwas ein, wie du das ausmerzen kannst.

Doch hässlich? Nein, das war ich nicht.

Das klingt etwas seltsam. Also das "Doch" stört mich persönlich hier etwas. Ich würde vielleicht schreiben: Aber hässlich? Nein, das war ich nicht.

Mit aller Kraft versuchten meine Tränen sich einen Weg nach draußen zu bahnen.

Da ist ein Logikfehler drin. Die Tränen muss man höchstens mit aller Kraft zurückhalten, aber die schiessen ja nicht aus den Augen wie Pistolenkugeln :wink: Ein Vorschlag von mir: Mit aller Kraft versuchte ich, meine Tränen zurück zu halten.

Wobei es noch sehr früh am Morgen war.

Wirkt wie nachträglich eingebaut oder so für sich alleinstehend etwas fehl am Platz. Entweder beim vorhergehenden Satz irgendwie einbauen oder direkt rauslöschen. Ich wäre für zweiteres.

„Papa, komm bitte nicht hierein!“, dachte ich.

Ihre Gedanken würde ich etwas anders darstellen, so meint man zuerst, sie spricht jetzt (laut). Wie schon zuvor, gebe ich dir auch hier einen Vorschlag mit auf den Weg: Hoffentlich kommt Papa nicht herein!, schoss es mir durch den Kopf.

Und zu Guter letzt noch folgendes:

Zur Abschlussprüfung unserer Schule wollte ich nicht mit einem geschwollenem Gesicht oder blauem Fleck in der Schule erscheinen.

Da ist was falsch, sollte "geschwollenen" heissen. Ausserdem wiedermal eine Wiederholung, nämlich 2x "Schule". Hier ist es einfach auszumerzen: Schreibe beim ersten mal eine nur "Zur Abschlussprüfung wollte ich nicht [...]", denn es ist klar, dass es sich dabei um die Abschlussprüfung der Schule handelt.

So, das war's von meiner Seite. Ich hoffe, ich konnte dir etwas weiterhelfen und dir ein paar Tipps geben. Wenn du etwas nicht verstehst, kannst du mir gerne hier antworten oder eine PN schreiben.

Beste Grüsse,
rental
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Re: Land in der Zukunft, (Teil 1/x)

Beitragvon Fanny » 30.01.2014, 17:46

Hallo CraX und Rental,

Vielen Dank an Euch! :) Ihr habt meinen Text ja sehr ausführlich kommentiert, was ich sehr hilfreich finde.
@CraX, dass Leistungsdenken in der Schule gegen die Herstellung von Arbeitsrobotern spricht, würde ich nicht 100prozentig unterschreiben. Wenn man zB zehn Sprachen und Mathematik auf Uni-Niveau erlernen muss, kann man ja trotzdem ein Systemfreund bleiben. :wink: Vor allem wenn man wegen all der Lernerei nicht mehr zum eigenständigen Denken kommt. Dennoch werde ich mal gründlich über Deinen Einwand nachdenken.
Die Science Fiction Elemente kommen noch. Mutierte Pflanzen und Tiere en masse.
Dass Du Dich nicht so recht für die Story begeistern kannst, ist eine gute, hilfreiche Aussage, finde ich. Genauso wie Deine anderen Kommentare. Vielen Dank! :)
@Rental, Dir auch Many Thanks! :)
Ja, der Vergleich zu Tribute von Panem ist nicht ganz zufällig. Ich habe diese Bücher verschlungen und geliebt. Meine Geschichte soll natürlich etwas ganz Anderes werden. Panem war eher eine Inspiration.
Dass Akademiker ihre Kinder nicht schlagen...<-also, ich weiß nicht. :roll:
Mir hat mal jemand erzählt, dass finanziell erfolgreiche Leute leider auch zum Teil ihre Kinder schlagen, aber öfter damit durchkommen als arme Familien, weil erfolgreiche Leute durch ihre Kontakte besser geschützt sind. Ich weiß zB von einer Ärztin, die ein Ehepaar wegen Kindesmisshandlung anzeigen wollte, und ihr Chef sagte "das tun sie nicht, denn diese Familie ist stadtbekannt und kennt den und den und den...und ich will nicht meine Praxis schließen müssen." :cry: Das ist schon viele, viele Jahre her, dass ich das gehört habe.
Wie viele solcher Ausnahmen es gibt, weiß ich natürlich nicht.
Aber das nur nebenbei.
Danke auf jeden Fall für Deine ehrlichen Kommentare! Ob die Geschichte spannend ist oder nicht...genau das wollte ich ja wissen. Und da hilft es viel weiter zu lesen sie weckt kein "Interesse auf mehr" als Komplimente, die fehl am Platz wären.
Danke Dir und CraX für Eure Ehrlichkeit! :2thumbs:
Und Eure Kommentare lese ich mir nun nochmal gründlich durch.
Liebe Grüße! :)
Fanny
 
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Re: Land in der Zukunft, (Teil 1/x)

Beitragvon Abbyly » 15.02.2014, 19:00

Hallo Fanny! :beckon:

Endlich finde ich wieder mal die Zeit, mich an Werke zu machen =P
Zu aller Erst eine Frage: Ist das dein Arbeitstitel (Land in der Zukunft) Ich finde ihn nämlich irgendwie ziemlich uninspiriert und klanglos. :embarrassed:

Dann zu deiner Beschreibung (Rot) Als ich das mit dem Opferspiel gelesen habe, habe ich schon mal an Die Tribute von Panem gedacht. Und als ich weiter las wurde es immer schlimmer…
-Böser, sadistischer König
-Mädchen und Junge nehmen an einem Spiel teil
-Mädchen und Junge müssen alle anderen töten um zu überleben.
Hmm.. :thinking: Wie den auch sei werde ich deinen Text trotzdem lesen und einfach mal aufschreiben, was mir gerade so dazu einfallt. :wink:

Ihre Augen aber waren leer. So als wäre ihr Herz schon vor langer Zeit gestorben. „Du bist die Schande meines Lebens“, sagte sie mit eiskalter Stimme, die sich wie ein Eiszapfen in mein Herz bohrte. „Ich habe mich mein ganzes Leben lang für Dich geschämt. Wie kann meine Tochter nur die schlechteste Schülerin ihrer Klasse sein?“

Was haben tote Augen mit dem Herz zu tun? Ich glaube zu wissen, was du damit meinst, ich würde schreiben:
So als wäre sie schon vor langer Zeit gestorben…
Dann kommt ja noch mal das Herz, so hättest du auch gleich eine Wiederholung vermieden.
Wenn ich mir ihren Streit so durchlese muss ich schmunzeln, ich stelle mir gleich eine übergewichtige Frau mit schwarzen, faulen Zähnen und nicht zu bändigenden Locken vor auf ihrem Sessel sitzend und über ihre Tochter urteilend. :P
Das tat weh! Doch ich versuchte cool zu bleiben.

Das Wort cool finde ich in deinem Setting irgendwie nicht passend. Wie wäre es mit:
Doch ich versuchte mir nichts anmerken zu lassen.
Mein Kloß im Hals platzte fast.
„Von wem habe ich meine Dummheit wohl geerbt?“, platzte es aus mir heraus. „Von Dir oder von Papa?“

Wiederholung. Und ich verstehe auch nicht ganz was du mit der Aussage Mein Klos ihm Hals platzte fast sagen möchtest. Dass sie bald ausrasten wird? Dass sie bald weinen wird?
Eigentlich hätten wir uns ein Federbett leisten können, doch unser Vater warf unser ganzes Geld zum Fenster raus

Ich weiss, ich weiss ich bin ein Wiederholungs-Aufspürer :roll:
…doch mein Vater warf unser ganzes Geld raus oder …doch unser Vater warf das ganze Geld raus..
Aber das ist ja Geschmacksache :wink:
Fast jede Wand des Baumhauses, in dem mein Bruder, meine Eltern und ich in schwindelerregender Höhe lebten, bestand aus Holz.

Wie viele Wände hat denn dein Baumhaus? :shock:
Vor der Neuordnung der Welt hatte es einen Kontinent namens Afrika gegeben. Dort hatten viele Menschen mit dunkler Haut gelebt. Und meine Mutter hatte Vorfahren, die von diesem Kontinent stammten. Die dunklen Gene meiner Mutter hatten sich bei mir gegenüber den Genen meines hellhäutigen Vaters durchgesetzt. Leider hatte sie nicht ihre akademische Begabung an mich vererbt. Genauso wie mein Vater arbeitete sie als Ärztin, in einem Beruf von dem ich nur träumen konnte.

Okay, die Welt besteht also nicht mehr aus Kontinenten sondern ist aus Provinzen zusammengesetzt.
(Was mich wieder stark an DTVP erinnert aber das mal beiseite :-P )
Dann wirkt der letzte Satz für mich komisch verschachtelt…
Leider hatte sie nicht ihre akademische Begabung an mich (weiter-)vererbt. Genauso wie mein Vater arbeitete sie als Ärztin, ein Beruf, von dem ich nur träumen konnte.
Zur Abschlussprüfung unserer Schule wollte ich nicht mit einem geschwollenem Gesicht oder blauem Fleck in der Schule erscheinen.

Tut mir echt leid aber mir fällt das immer sofort auf und ich hasse Wiederholungen :XD:

Fazit: Wie schon gesagt, der Plot erinnert mich sehr an Die Tribute von Panem. Versuch einfach so wenig Ähnlichkeiten wie möglich reinzubringen. Also bitte keine Dreiecksbeziehung oder so..du weisst was ich meine. :wink:
Dann finde ich deinen Schreibstil relativ einfach zu lesen, vielleicht auch einfach gehalten. Natürlich weiss ich nicht, für welche Altersgruppe du schreiben möchtest, für mich wäre es jedoch nichts.
Dann noch zum Genre. Kommen da noch Science-Fiction-Elemente dazu? Denn unsere Welt in der Zukunft angesiedelt bedeutet für mich noch nicht Science Fiction... :girl:

Ich hoffe, ich konnte dir irgendwie helfen =P
Liebe Grüsse
Abby
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Re: Land in der Zukunft, (Teil 1/x)

Beitragvon HerrGesangsverein » 14.03.2014, 14:56

Hallo Fanny,

ich hab deinen Text, auch schon den zweiten Teil, gerade gelesen und muss zugeben das er mich bisher nicht wirklich mit reißt. Es ist bisher noch nicht wirklich was passiert und es gibt auch noch keinen Charakter wo ich mich frage was er oder sie als nächstes wohl anstellen wird. Das mag aber auch daran liegen das ich nicht unbedingt deine Zielgruppe bin.
Aber ich würde dem ganzen durchaus noch ein paar Seiten geben um zu schauen ob sich noch was ergibt. Wer jemals die Geduld hatte sich durch die ersten 300 Seiten von Tad Williams´ Osten Ard Zyklus zu quälen weiß das es sich lohnen kann.

Handwerklich ist es ganz gut geschrieben, aber da du dazu ja schon ein paar Kommentare bekommen hast will ich das jetzt nicht auch noch wiederkäuen. Redundanz ist mir zu wider. :D

Ich habe allerdings ein Problem, oder zwei, mit deiner Prämisse.
Hier ist was ich verstanden habe, wie ich es verstanden habe:
Deine Geschichte spielt in einer fernen Zukunft auf der Erde, offensichtlich nach einem technologischen und/oder kulturellen Niedergang. Die Welt wird von einem bösen König regiert der sein Volk unterdrückt.
Ein bedeutender Anteil der Bevölkerung wird zur Arbeit gepresst und gezwungen ständig irgendwas zu produzieren. Emotionen und Gefühle sind verpönt. So weit so gut.
Aber hier beginnt es für mich auseinander zu fallen.

Eine zu Arbeitssklaven reduzierte Bevölkerung die gleichzeitig durch drakonische Maßnahmen dazu gepresst wird sich zu bilden und so viel Wissen und Intelligenz aufzubauen wie möglich? Ich kann mir nicht vorstellen wie das passt. In der gesamten Geschichte der Menschheit sind Bildung und Wissen immer mit sozialem Fortschritt und Freiheitsdrang einher gegangen.
Intelligente, gebildete Menschen erlangen ein höheres Verständnis für die Vorgänge um sie herum und in meinen Augen auch einen scharfen Blick für Ungerechtigkeiten. In meinen Augen sind Empathie und Mitgefühl die logische Konsequenz davon, zumindest auf einer globalen Ebene. Gebildete Menschen erkennen viel öfter als ungebildete das sie um ihre eigenen Bedingungen zu verbessern, zuerst die Bedingungen ihrer Mitmenschen verbessern müssen. Kooperation und gegenseitige Unterstützung sind das Fundament unseres Fortschrittes. Ich kann mir nicht vorstellen, das eine große Masse von gebildeten Menschen nicht unweigerlich, gegen ein solches System, aufbegehren sollte.
Betrachte doch einfach mal die politischen Umwälzungen, die in der arabischen Welt, vor nur wenigen Jahren, passiert sind. Auch wenn dort jetzt zum teil repressive, religiös dominierte Machtstrukturen entstehen ist der Umsturz von einer jungen Bildungselite ausgegangen.
Ich halte es für extrem unwahrscheinlich das sich eine ganze Gesellschaft in einen Haufen gefühlsloser Soziopathen verwandeln lässt. Deine eigene Protagonistin ist das beste Beispiel dafür. Wie ist es ihr gelungen in dieser Gesellschaft zu einer empathischen Kompetenz zu finden? Sie kümmert sich um ihren Bruder, sie liebt ihren Bruder. Ihr Mitgefühl ist die perfekte Antithese zu dem in deiner Welt herrschenden System. Selbst innerhalb deines Universums ist sie der perfekte Beweis dafür das sich die evolutionäre Prädisposition zur Kooperation nicht aus unserem Wesen streichen lässt.
Kleine Kinder neigen von Anfang an dazu Menschen zu helfen, es gibt Experimente die das Belegen. Erst die Erziehung dieser Kinder, die ihnen beibringt das für Hilfe eine Belohnung zu erwarten ist, schwächt diese angeborene Neigung zur Kooperation ab. Aber diese Neigung, lässt sich nicht völlig Auslöschen, wir sind und bleiben soziale Tiere, Rudeltiere.
Letztendlich wirfst du eine gewaltige Frage in den Raum: Was macht den Mensch, zum Menschen?
Ein Film der sich unter anderem damit beschäftigt ist Equilibrium mit Christian Bale, neben einem Haufen schön inszeniertem Bum Bum und Peng Peng natürlich.
"Mein Junge, du riechst wie ein frischer Schinken an einem Sommermorgen!"
Henry Kissingers Kopf
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Re: Land in der Zukunft, (Teil 1/x)

Beitragvon Fanny » 16.03.2014, 14:43

Hallo HerrGesangsverein,

Vielen Dank für Deinen interessanten und erkenntnisreichen Beitrag! :)
HerrGesangsverein hat geschrieben:Es ist bisher noch nicht wirklich was passiert und es gibt auch noch keinen Charakter wo ich mich frage was er oder sie als nächstes wohl anstellen wird.

Wie muss ein Charakter denn sein, damit Du Dich das fragst? Wobei: ich möchte nun nicht Deine Zeit zu sehr beanspruchen. Ich frage nur für denn Fall, dass Du vielleicht zufälligerweise eine Antwort auf diese Frage haben könntest. Eine solche Antwort könnte einem enorm viel beibringen. Doch falls nicht...dann ok.
Sind Dir Lilly und Jojo zu öde? Zu weich? Und die Eltern zu eindimensional? Aber bitte antworte nur, wenn Du Zeit hast und möchtest, ok?
HerrGesangsverein hat geschrieben:Das mag aber auch daran liegen das ich nicht unbedingt deine Zielgruppe bin.
Aber ich würde dem ganzen durchaus noch ein paar Seiten geben um zu schauen ob sich noch was ergibt. Wer jemals die Geduld hatte sich durch die ersten 300 Seiten von Tad Williams´ Osten Ard Zyklus zu quälen weiß das es sich lohnen kann.

Das ist ja wirklich ein Mammutwerk. Ich habe habe mich bisher nicht einmal zu Herr der Ringe aufgerafft.
HerrGesangsverein hat geschrieben:Die Welt wird von einem bösen König regiert der sein Volk unterdrückt.
Ein bedeutender Anteil der Bevölkerung wird zur Arbeit gepresst und gezwungen ständig irgendwas zu produzieren. Emotionen und Gefühle sind verpönt. So weit so gut.
Aber hier beginnt es für mich auseinander zu fallen.
Eine zu Arbeitssklaven reduzierte Bevölkerung die gleichzeitig durch drakonische Maßnahmen dazu gepresst wird sich zu bilden und so viel Wissen und Intelligenz aufzubauen wie möglich? Ich kann mir nicht vorstellen wie das passt.

Du bist nicht der Erste, der damit Probleme hat. Und mittlerweile bekomme ich sie auch. Und nicht nur deshalb, weil ich den Leser nicht gleich zu Anfang meines Romans irritieren will. Es gibt natürlich solche und solche Bildung. Wir lernen in der Schule ja oft, zB in Geschichte, zu analysieren und Hintergründe aufzudecken. Warum bestimmte Dinge passiert sind. Welche Motivationen hinter den Aktionen bestimmter Politiker oder Könige standen. Wie Völker manipuliert wurden.
Und sogar in Fächern wie Englisch oder Französisch diskutieren wir über ethische Fragestellungen, was Menschen (de)motiviert, usw.
Dass jeder dadurch gelernt hat eigenständig zu denken, bezweifele ich, wenn ich mir manche Leute so ansehe/anhöre. Doch andere wiederum geben Anlass zu Hoffnung. :)
Man kann Unterricht allerdings auch anders gestalten.
Beispielsweise nichts weiter tun als Vokabular auswendig zu lernen und Phrasen nachzusprechen. Wenn jemand auf diese Weise fünf oder sieben Fremdsprachen erlernen muss, ist er schon mal gut beschäftigt, ohne automatisch eigenständiges Denken zu lernen. Auch komplizierte Mathematik fördert normalerweise keine Gedankengänge zu ethischen und sozialen Fragestellungen.
Ich wollte mit meinem Roman unter anderem die Leistungsgesellschaft kritisieren. Und zeigen, wie zuviel Leistungsdruck den Zusammenhalt unter Menschen (zB auch in einer Schulklasse) kaputt machen kann.
Aber ich sehe, dass der Weg, den ich gewählt habe um diese Theorie darzustellen, zu verworren und widersprüchlich ist. Gut, wenn man das früh genug weiß und Änderungen vornehmen kann! :)
HerrGesangsverein hat geschrieben:In der gesamten Geschichte der Menschheit sind Bildung und Wissen immer mit sozialem Fortschritt und Freiheitsdrang einher gegangen.

Ui. Das ist ja ein interessantes Statement. Bildung und Wissen sind gut. Ohne Frage. Doch ob Bildung (na ja, in diesem Falle Leistungsterror) wirklich Mitgefühl und Freiheitsdenken erhöht? Manchmal kommen mir da Zweifel, wenn ich zum Beispiel sehe, wie viele auf Hartz IV Empfängern herum hacken und andere Menschen nur nach ihrem Status beurteilen. Auch die, die hochgebildet sind und es in der Schule sogar gelernt haben zu analysieren, werden von Status- und Schubladendenken nicht verschont. Manche ja. Andere nicht.
HerrGesangsverein hat geschrieben:Intelligente, gebildete Menschen erlangen ein höheres Verständnis für die Vorgänge um sie herum und in meinen Augen auch einen scharfen Blick für Ungerechtigkeiten. In meinen Augen sind Empathie und Mitgefühl die logische Konsequenz davon, zumindest auf einer globalen Ebene. Gebildete Menschen erkennen viel öfter als ungebildete das sie um ihre eigenen Bedingungen zu verbessern, zuerst die Bedingungen ihrer Mitmenschen verbessern müssen. Kooperation und gegenseitige Unterstützung sind das Fundament unseres Fortschrittes. Ich kann mir nicht vorstellen, das eine große Masse von gebildeten Menschen nicht unweigerlich, gegen ein solches System, aufbegehren sollte.

Ich stimme Dir zu. Andererseits haben wir ein solches System ja bereits jetzt. Menschen, die als Leiharbeiter oder in Paketfirmen ausgebeutet werden. Leute, mit drei Jobs. Und Menschen, die irgendwann vor Erschöpfung nicht mehr können und in die soziale Hängematte fallen (oder sich fallen lassen, wie viele sagen). Das was ich sehe, ist: solange jemand mit seinem eigenen Leben zufrieden ist, ist das Interesse am Leid der anderen oft relativ gering. Viele erheben sich mental sogar über die ausgebeuteten Leute und fühlen sich als etwas Besseres, weil sie einen besseren Job/Status haben. Andererseits sehe ich auch viel Gutes: viele Menschen haben Patenschaften in der dritten Welt, spenden, engagieren sich.
Also, widersprechen kann ich Deinen Argumenten nicht.
HerrGesangsverein hat geschrieben:...Ich halte es für extrem unwahrscheinlich das sich eine ganze Gesellschaft in einen Haufen gefühlsloser Soziopathen verwandeln lässt......
Kleine Kinder neigen von Anfang an dazu Menschen zu helfen, es gibt Experimente die das Belegen. Erst die Erziehung dieser Kinder, die ihnen beibringt das für Hilfe eine Belohnung zu erwarten ist, schwächt diese angeborene Neigung zur Kooperation ab. Aber diese Neigung, lässt sich nicht völlig Auslöschen, wir sind und bleiben soziale Tiere, Rudeltiere.

In den Folge-Abschnitten meines Buches wird auch ersichtlich, dass nicht nur bei Lilly und ihrem Bruder, sondern auch bei vielen Anderen die Erziehung hin zur Soziopathie nicht komplett gefruchtet hat. Was die Schüler dann in große Schwierigkeiten bringt. Allerdings geht es ja in einem Roman ja unter anderem darum, dass der Leser den Inhalt von Anfang an "akzeptiert". Und mein Buch scheint da bislang Probleme zu bereiten. Ich werde den Anfang auf jeden Fall umschreiben und auch nochmal über mein Menschenbild nachdenken.
Eine Gesellschaft, in der man durch Drill und/oder schreckliche erzieherische Maßnahmen ausschließlich Soziopathen erzeugt, ist sicherlich nicht denkbar. Es sei denn, man manipuliert die Gehirne der Menschen auf andere Weise (zB Implantation von Chips), was mich auf eine neue Idee bringt. :)
HerrGesangsverein hat geschrieben:Letztendlich wirfst du eine gewaltige Frage in den Raum: [b]Was macht den Mensch, zum Menschen?

ich glaube, hier muss ich nochmal ganz schön viel nachdenken.

Dir vielen, vielen Dank für Deinen aufschlussreichen Beitrag! :) :reading: :2thumbs:
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Re: Land in der Zukunft, (Teil 1/x)

Beitragvon HerrGesangsverein » 18.03.2014, 02:33

Tach nochmal Fanny

Fanny hat geschrieben:Wie muss ein Charakter denn sein, damit Du Dich das fragst? Wobei: ich möchte nun nicht Deine Zeit zu sehr beanspruchen. Ich frage nur für denn Fall, dass Du vielleicht zufälligerweise eine Antwort auf diese Frage haben könntest. Eine solche Antwort könnte einem enorm viel beibringen. Doch falls nicht...dann ok.
Sind Dir Lilly und Jojo zu öde? Zu weich? Und die Eltern zu eindimensional? Aber bitte antworte nur, wenn Du Zeit hast und möchtest, ok?

Die Eltern sind zwar etwas eindimensional, aber das finde ich hier gar nicht störend, der Auszug fokussiert sich halt sehr auf das Element des psychischen und physischen Missbrauches. Es würde aber vielleicht helfen wenn einer der Elternteile sich mehr auf eine andere Form des Druckes verlegen würde. In vielen Fällen kann emotionaler Druck, zum Beispiel das indirekte auferlegen von Schuld einen viel größeren Effekt auf das Kind haben als Schläge. Sätze wie: "Was habe ich nur falsch gemacht dass du so missraten bist?" können, eine entsprechende Häufung solcher und ähnlicher Aussagen vorausgesetzt, sogar einen wesentlich destruktiveren Einfluss auf die Psyche eines Kindes haben. Letztendlich vermittelt man damit dem Kind den Eindruck man leide darunter dass es die in es gesetzten Erwartungen nicht erfüllt und das kann sich als unheimlich schädlich erweisen.
Die Figuren von Jojo und Lilly sind in ihrer Beziehung sehr harmonisch, ein bisschen Reibung zwischen den beiden könnte das ganze wesentlich glaubwürdiger gestallten. Wobei ich ein solches Element nur sehr behutsam anwenden und äußersten Falles in Andeutungen einfließen lassen würde.

Fanny hat geschrieben:Du bist nicht der Erste, der damit Probleme hat. Und mittlerweile bekomme ich sie auch. Und nicht nur deshalb, weil ich den Leser nicht gleich zu Anfang meines Romans irritieren will. Es gibt natürlich solche und solche Bildung. Wir lernen in der Schule ja oft, zB in Geschichte, zu analysieren und Hintergründe aufzudecken. Warum bestimmte Dinge passiert sind. Welche Motivationen hinter den Aktionen bestimmter Politiker oder Könige standen. Wie Völker manipuliert wurden.
Und sogar in Fächern wie Englisch oder Französisch diskutieren wir über ethische Fragestellungen, was Menschen (de)motiviert, usw.

Da sagst du in jedem Fall etwas wahres. Man muss bei Bildung dringend zwischen dem einfachen Anhäufen von Fachwissen und dem Verständnis für die Zusammenhänge unterscheiden.
Wenn ich von Bildung rede meine ich das zweite.
Fanny hat geschrieben:
HerrGesangsverein hat geschrieben:In der gesamten Geschichte der Menschheit sind Bildung und Wissen immer mit sozialem Fortschritt und Freiheitsdrang einher gegangen.


Ui. Das ist ja ein interessantes Statement. Bildung und Wissen sind gut. Ohne Frage. Doch ob Bildung (na ja, in diesem Falle Leistungsterror) wirklich Mitgefühl und Freiheitsdenken erhöht? Manchmal kommen mir da Zweifel, wenn ich zum Beispiel sehe, wie viele auf Hartz IV Empfängern herum hacken und andere Menschen nur nach ihrem Status beurteilen. Auch die, die hochgebildet sind und es in der Schule sogar gelernt haben zu analysieren, werden von Status- und Schubladendenken nicht verschont. Manche ja. Andere nicht.

Da sprichst du etwas sehr interessantes an. Unsere heutige Gesellschaft ist leider allzu oft ein Beispiel dafür wie die Ansichten und Überzeugungen von Menschen beeinflusst werden können. Ohne dass es ihnen bewusst wird.
Um ein Beispiel mit dem wir alle in irgendeiner Form in Kontakt gekommen sind zu wählen:
Als im Jahr 2008 die US Investmentbank Lehman Brothers Insolvenz anmelden musste weil die US Finanzbehörde nicht für die Schulden aus minderwertigen Krediten und hoch riskanter Börsenspekulation aufkommen wollte hat das die größte Wirtschaftskrise ausgelöst seit dem großen Börsencrash von von 1929. Die darauf folgende Krise wurde in den Medien zu Anfang korrekterweise eine Bankenkrise genannt, denn Banken hatten sie ausgelöst und Banken waren jetzt in Gefahr komplett zu scheitern.
Um ihre Volkswirtschaften zu retten haben Staaten weltweit große Finanzhilfen für die Banken beschlossen und somit die Privaten Schulden der Banken in Staatsschulden verändert. Noch waren alle sauer auf die Banker die den ganzen Schlamassel ausgelöst haben. Aber da die Schulden jetzt bei den Staaten lagen sprach man in den Medien immer mehr von einer Staatsschuldenkrise.
In Deutschland waren auch mehrere Banken betroffen. Die West LB, die HSH Nordbank und diverse andere Investmentinstitute der Sparkassen waren dadurch bedroht und einige wurden vom Staat zwangsfusioniert. Aber auch die privaten Banken, allen voran die Deutsche Bank haben schwer dadurch gelitten. Die Commerzbank hat Staatshilfen beantragt und damit dann die Dresdener Bank aufgekauft. Mit dem Ergebnis das der Staat letztendlich 28 Milliarden Euro für ein viertel eines Unternehmens bezahlt hatte das jetzt im ganzen nur noch 3 Milliarden Euro wert war. Ab diesem Punkt sprach man in den Medien fast nur noch von Staatsschuldenkrise und die Öffentlichkeit war nicht mehr auf die leichtsinnigen Banker wütend, sondern auf den Staat der sich von den Bankern an der Nase herum führen lies.
Die Deutsche Bank hat in derzeit, obwohl sie auch von der Insolvenz bedroht war darauf verzichtet auf Staatshilfen zurück zu greifen und stattdessen begonnen Schulden einzutreiben die andere Staaten bei ihr hatten. Länder wie Irland, Italien, Portugal und auch Griechenland konnten diese Schulden die von vielen Banken, nicht nur der Deutschen Bank, eingefordert wurden nicht mehr bezahlen und kamen dem bankrott immer näher. Jetzt sprch niemand mehr von einer Bankenkrise, obwohl die Banken durch ihre Finanzpolitik die Kriese zuerst ausgelöst hatten und nun weiter verschlimmerten. Heute redet alle Welt von einer Eurokrise, letztlich weil Griechenland seit Jahren kurz vor der Insolvenz steht.
Und die Bildzeitung wettert fleißig über die Griechen die angeblich unser Geld bekommen und trotzdem nichts gebacken bekämen, obwohl das Geld was unser Staat nach Griechenland überweist direkt wieder zurück nach Deutschland auf die Konten der Deutschen Bank und anderen Kreditinstituten fliest.
Das ganze heißt heute in den Medien nur noch Eurokrise oder manchmal Griechenlandkrise. Niemand scheint mehr zu wissen das es immer noch die selbe Bankenkrise ist wie vor 8 Jahren und das auch heute noch maßgeblich die Banken dafür verantwortlich sind dass die Krise weiter besteht.
(Ich hätte mir wirklich ein einfacheres Beispiel aussuchen sollen, das ist jetzt irgendwie ganz schön raumgreifend geworden.)

Aber wie funktioniert das? Warum können die Medien die öffentliche Wahrnehmung der Tatsachen derart verzerren?
Das hat mit der Menschlichen Wahrnehmung zu tun. Unsere Wahrnehmung wird von unseren Erfahrungen gefärbt, aber unsere Erfahrungen basieren wieder grundlegend auf dem was wir wahr nehmen. Wenn uns nun also über Jahre hinweg immer nur eine einseitige Sicht der Dinge präsentiert wird und wir uns nur auf diese eine Informationquelle verlassen, färbt das letztendlich wieder WIE wir die Dinge wahr nehmen.

Vielleicht verstehst du ja schon worauf ich hinaus will.
Wenn in deiner Geschichte über Jahrzehnte hinweg sowohl die schulische Bildung als auch die öffentlichen Informationen durch die Obrigkeit gefärbt und verfälscht werden um ein bestimmtes Weltbild zu verstärken könntest du eine Gesellschaft erreichen wie du sie in deiner Prämisse beschreibst.

Weil ich jetzt schon so nen riesen Brocken geschrieben habe und noch auf meine eigenen Kritiken antworten will muss das fürs erste reichen.
Ich bin auf jeden Fall gespannt wie sich deine Story entwickelt und hoffe ich hab dir ein bisschen weiter helfen können.
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Re: Land in der Zukunft, (Teil 1/x)

Beitragvon LittleDreamer » 18.03.2014, 18:23

Hallo Fanny.

Der erste Teil deiner Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Das Thema erinnert mich ein bisschen an die Tribute von Panem und diese Bücher habe ich sehr gerne gemocht. Ich bin neugierig darauf, wie es weitergeht. Schaffen die beiden die Prüfung? Und wenn nicht, wie geht es weiter?

Für welches Alter sie gut ist, kann ich persönlich noch nicht sagen.

Hier sind noch ein paar Dinge, die mir aufgefallen sind:

Inhalt

Fanny hat geschrieben:Mein Kloß im Hals platzte fast.


Der Satz klingt irgendwie unpassend. Was möchtest du damit ausdrücken? Wut oder Traurigkeit?

Fanny hat geschrieben:Ihre Hand schoss gegen meine Wange. Ein metallisch blutiger Geschmack füllte meinen Mund. Mein ganzer Körper zitterte. Ich rannte in mein Zimmer, warf mich auf mein Strohbett und weinte.


Bevor sie in ihr Zimmer rennt, könnte noch etwas passieren: Du könntest den Leser spüren lassen, wie sehr die Mutter Lilly wehtut und wie fassungslos sie ist. Vielleicht steht sie einen Moment lang zitternd vor ihrer Mutter und starrt sie an. -ist aber vllt. auch nur Geschmackssache

.
Fanny hat geschrieben:Heute trug ich jedoch ein Leinenkleid, das man irgendwann einmal mit Klatschmohn eingefärbt hatte.


Könnte zwar auch an mir hängen, aber, welche Farbe hat Klatschmohn überhaupt? Rot, schwarz oder braun? Das könntest du noch erwähnen für unwissende :)

Rechtschreibung und Grammatik

Fanny hat geschrieben:Ihre afrikanischen Gene verliehen ihr einen dunklen Hautton. Ihre kurzen Locken umrahmten wie eine finstere Wolke ihr knochiges Gesicht, das in der roten Morgensonne gefährlich funkelte. Ihre Augen aber waren leer.


Hier schreibst du dreimal hintereinander "Ihre" am Satzanfang. Die Sätze könntest du ein bisschen umstellen, damit es flüssiger klingt.

Fanny hat geschrieben:Ob dort jemand lang ging.


Hier wäre ein "?", statt dem Punkt besser.

So, das war´s dann von meiner Seite aus. Viel Erfolg beim wieterschreiben, bin schon gespannt.

Liebe Grüße
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Re: Land in der Zukunft, (Teil 1/x)

Beitragvon Liopleurodon » 04.05.2014, 01:03

Ich versuche hier mal meinen ersten Kommentar, also bitte nicht gleich erschießen.... Aus der Zielgruppe bin ich zwar schon raus, dennoch hatte ich bei ein paar Sätzen gestutzt.

Wie eine Riesin bäumte sich meine Mutter vor mir auf. Ihre afrikanischen Gene verliehen ihr einen dunklen Hautton.


Hier kamen mir gleich drei Fragen auf, die mir im Rest des Textes auch nicht klar wurden. Erstens: Ist die afrikanische Herkunft und die Hautfarbe in irgendeiner Weise relevant für die Geschichte? Gibt es politische Konflikte oder eine besondere erotische Ausstrahlung der Hauptfigur, die damit eingeführt werden sollen? Falls nicht, dann würde ich das streichen oder es irgendwann später mal beiläufig erwähnen.

Die zweite Frage verbindet sich bei mir mit der ersten: In welcher Klimazone liegt Gomru? Die menschliche Hautfarbe und deren Beibehaltung wird nämlich biologisch anhand der Sonneneinstrahlung selektiert. In Breiten mit starker Sonneneinstrahlung sind die dunklen Typen im Vorteil, in den höheren Breiten jedoch die hellen. Das hängt mit der UV-Strahlung und der damit verbundenen Krebsrate sowie der Vitamin D-Versorgung des Körpers zusammen. In unserer technisierten Welt kann man die negativen Effekte einer schwarzen Haut in den höheren Breiten mit Vitaminpräparaten zwar einigermaßen ausgleichen, früher jedoch hatten diese Menschen massive Probleme, die sich in Depressionen, Immunschwäche und Knochendeformationen äußern konnten und über viele Generationen betrachtet dazu führten, dass sich die dunklen Typen in den tropenfernen Regionen eher nicht durchsetzten. Auch Kinder von Eltern verschiedener Hautfarben tendieren mit ihrer Farbe zum Rest ihrer Umwelt, entsprechend der Sonne. Ich kenne deutsche Kinder, bei denen nur einer der vier Großeltern schwarz ist und die sehen fast so aus wie wir.

Dann klingt Dein Szenario nach einer sehr bäuerlichen und gegenüber unserem Stand zurück geworfenen Gesellschaft. Haben die Menschen noch eine passende Technologie, um sich an das Konzept von "Genen" zu erinnern? Haben sie elektrischen Strom? Darauf wäre ich z.B. als Leser neugierig.

Den zweiten Satz würde ich vielleicht anders formulieren:

"Wie eine Riesin bäumte sich meine Mutter vor mir auf. Ihre dunkle Haut ließ sie noch bedrohlicher erscheinen."

Damit wäre doch alles gesagt, ohne dass es zu kompliziert wird. ;)


Oder auch:
Leider hatte sie nicht ihre akademische Begabung an mich vererbt. Genauso wie mein Vater arbeitete sie als Ärztin, in einem Beruf von dem ich nur träumen konnte.

Gibt es dort noch ein akademisches System? Vor dem Hintergrund Deines einleitenden Vorwortes erscheint mir das fast unglaubwürdig. Warum sollte eine Gesellschaft, die scheinbar einen großen Anteil ihrer eigenen Bevölkerung im Frondienst hält, Bildung für die Massen fördern? Damit würden sie doch den Keim für ihren eigenen Zusammenbruch und für die nächste Revolution legen. Eine Gesellschaft, so wie Du sie skizzierst, funktioniert nach meinem Überblick nur dann, wenn die Masse der Bevölkerung ungebildet ist und das mit sich machen lässt. ;)

Schulbildung in den Provinzen und dann auch noch mit einem richtigen Abschluss? Angesichts der Verhältnisse würde ich erwarten, dass die "Bildung" auf einem ähnlichen Niveau erfolgt wie der Reichserziehungsplan für Polen von 1939: "Zählen und Rechnen bis 500, Lesen und Schreiben nicht notwendig."

Das mit der Neuordnung der Welt und den gemischtfarbigen Elternteilen würde ich eher auf später verschieben, auf eine Stelle, an der es wirklich relevant wird. Vorher finde ich es eher verwirrend. Ich würde vielleicht auch "Ärztin" durch "Heilerin" ersetzen. "Ärztin" klingt für mich so modern, so sehr nach unserer Zeit. Auch verstehe ich den Satz "sie arbeitete als Ärztin" sehr in der deutschen bzw. europäischen Bedeutung eines geregelten Arbeitsplatzes mit guter Bezahlung, geregelten Arbeitszeiten, vielen technischen Geräten etc. Ich würde vielleicht eher schreiben "sie war/ist Ärztin/Heilerin" oder wie Du den Beruf nennen möchtest. Das klingt mehr nach "Lebensaufgabe unter allen Umständen" und würde nach meinem Verständnis besser in Dein Szenario passen.

Dann noch ein geometrisches Problem:
Ich rannte in mein Zimmer, warf mich auf mein Strohbett und weinte. Das Leinentuch unter mir hatte viele Löcher, weshalb das Stroh an meinen Beinen pieckste.(...) Ich versuchte mich zu beruhigen und schielte durch das kleine runde Fenster in der Holzwand neben der Tür. Ob dort jemand lang ging. Hörte ich Schritte auf der Veranda vor meinem Zimmer? Nein, ich hörte nur den Wind und das Knirschen der Holzwände. Fast jede Wand des Baumhauses, in dem mein Bruder, meine Eltern und ich in schwindelerregender Höhe lebten, bestand aus Holz.

Das muss ja ein weitläufiges Baumhaus sein, wenn man darin rennen kann, ohne nach zwei Schritten gegen eine Wand zu knallen. Ich habe schon gut ausgebaute Baumhäuser gesehen, aber größer als vielleicht 20 Quadratmeter waren die nicht. Auch müssen es wahre Monsterbäume sein, wenn man ein so großes Haus "in schwindelerregender Höhe" einbauen kann, ohne dass der ganze Baum beim nächsten größeren Sturm unter dem Gewicht des Hauses zusammen bricht. Sind es künstlich erschaffene Bäume? Für ein Science Fiction-Szenario kann man das machen, das ist richtig.

(Oder Deine Leute sind Flachlandtiroler, die schon bei 1 Meter über dem Boden Höhenangst und Schwindel bekommen. ;) )

Falls es aber Bäume sind, die wir auch aus unserer heutigen Welt kennen, dann wäre das Baumhaus eher in mehreren Stockwerken übereinander gebaut und Lilly würde auf dem Weg in ihr Zimmer nicht rennen, sondern die Leiter hinab oder hinauf klettern - in der Aufregung sicher ein wenig überstürzt. ;)


Ansonsten klingt Dein Szenario ein wenig nach Anlehnung an die "Tribute von Panem". Man opfert (fünf?) junge Menschen eines ganzen Schuljahrgangs, um die anderen zur Leistung anzutreiben. Kann man machen, im alten Mexiko gab es ähnliche Bräuche und das funktionierte auch (wenn die Maya und Azteken auch nur Kriegsgefangene geopfert haben, nicht die eigenen Leute). Ich würde dann allerdings erwarten, dass die "Provinzen" relativ dicht bevölkert sind, um diesen jährlichen Verlust an Leben verkraften zu können.

Insgesamt fände ich die Geschichte durchaus interessant. ;)
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Re: Land in der Zukunft, (Teil 1/x)

Beitragvon Lord » 18.05.2014, 14:00

Hallo Fanny,

Auch ich finde, dass es bis jetzt ein wenig nach Panem klingt.

Ich möchte jetzt aber mal auf das Alter eingehen:

Du sagst, dass die Geschichte für ein Publikum ab ca. 16 Jahren gedacht ist (ich weiß ja nicht wie alt Lilly ist, aber ich nehme mal an, ebenfalls 16 ?). Bei dem größten Teil der Geschichte kommt das auch hin, aber an einigen Stellen kommt Lilly mir vor wie eine Elfjährige. z.B. bei den Teilen wo sie von ihrer Mama spricht.

Die Geschichte spielt in einer harten Welt und Lilly hat eine (zumindest auf den ersten Blick) harte Mutter. Außerdem scheint die Beziehung zu ihrer Mutter nicht besonders eng zu sein. Daher würde ich hier "Mutter" statt "Mama" verwenden.
Du kannst aber auch mit "Mom" ausmitteln, das ist zwar englisch, aber nicht ganz so hart wie "Mutter" und nicht ganz so weich wie "Mama".

Auch an manchen anderen Stellen klingt es mir zu kindlich für einen Roman ab 16 Jahren, z.B.:

Fanny hat geschrieben:Ich rannte in mein Zimmer, warf mich auf mein Strohbett und weinte.

Vorschlag (nicht ganz so kindlich und mit mehr Details): Die Tränen ließen sich gerade noch zurückhalten, bis ich in meinem Zimmer war. Ich rollte mich auf dem Strohbett zusammen und verfluchte den salzigen Geschmack zwischen meinen Lippen.

So wie die die Geschichte jetzt ist, wäre sie meiner Meinung ab 12 anstatt ab 16 Jahren.


Zu den erzeugten Bildern:

Die Mutter hat bei mir sofort ein richtig starkes Bild erzeugt! Jojo hat auch ein einigermaßen starkes Bild erzeugt. Lilly selbst hätte noch etwas detaillierter dargestellt werden sollen (meine Meinung).

Im großen und ganzen gefällt mir die Story gut, ich hatte wirklich das Bedürfnis, gleich noch den zweiten Teil zu lesen.
:) Mitreißend war es auf jeden Fall! :2thumbs:

Liebe Grüße & Viel Erfolg
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Re: Land in der Zukunft, (Teil 1/x)

Beitragvon Fanny » 23.05.2014, 20:00

@LittleDreamer, Danke nochmal für Deine hilfreichen Kommentare! Wir haben uns ja schon per PN ausgetauscht.

Und Vielen Dank, Liopleurodon und Lord, für Euren Kommentare! :)

Liopleurodon hat geschrieben:
Wie eine Riesin bäumte sich meine Mutter vor mir auf. Ihre afrikanischen Gene verliehen ihr einen dunklen Hautton.

Hier kamen mir gleich drei Fragen auf, die mir im Rest des Textes auch nicht klar wurden. Erstens: Ist die afrikanische Herkunft und die Hautfarbe in irgendeiner Weise relevant für die Geschichte? Gibt es politische Konflikte oder eine besondere erotische Ausstrahlung der Hauptfigur, die damit eingeführt werden sollen? Falls nicht, dann würde ich das streichen oder es irgendwann später mal beiläufig erwähnen.

Ja, ich sehe nun auch, dass es etwas merkwürdig erscheint die Hautfarbe hervorzuheben. Ich habe eine dunkelhäutige Mutter gewählt, damit Lilly und ihr Bruder es auch sind, weil ich es irgendwie nicht so fair finde, dass Protagonisten in Büchern fast alle europäisch aussehen. Andererseits sind die beiden Eltern so furchtbar, dass ich einen der beiden zum Bleichgesicht gemacht habe, damit man mir nicht nachher vorhält etwas gegen schwarze Menschen zu haben. Manche reagieren da ja doch recht schnell etwas über.
Liopleurodon hat geschrieben:Die zweite Frage verbindet sich bei mir mit der ersten: In welcher Klimazone liegt Gomru?
Gute Frage. :) So genau habe ich mir da noch gar nicht Gedanken gemacht. Ich denke mal, es wird auf das nördliche Amerika hinaus laufen. Oder auf Europa, Russland... Für meinen Roman wünsche ich mir eine Welt, die -abgesehen von mutierten Pflanzen- unserer Vegetation gleicht. Die Story spielt nicht in tropischen Gefilden.
Vom Klima her ist es wie in Deutschland. Von der Vegetation auch, nur dass es eben viele genetisch mutierte Pflanzen, Tiere und Mischwesen gibt.
Liopleurodon hat geschrieben:Die menschliche Hautfarbe und deren Beibehaltung wird nämlich biologisch anhand der Sonneneinstrahlung selektiert. In Breiten mit starker Sonneneinstrahlung sind die dunklen Typen im Vorteil, in den höheren Breiten jedoch die hellen. Das hängt mit der UV-Strahlung und der damit verbundenen Krebsrate sowie der Vitamin D-Versorgung des Körpers zusammen. In unserer technisierten Welt kann man die negativen Effekte einer schwarzen Haut in den höheren Breiten mit Vitaminpräparaten zwar einigermaßen ausgleichen, früher jedoch hatten diese Menschen massive Probleme, die sich in Depressionen, Immunschwäche und Knochendeformationen äußern konnten und über viele Generationen betrachtet dazu führten, dass sich die dunklen Typen in den tropenfernen Regionen eher nicht durchsetzten.

Hmmm...das überlege ich mir nochmal. Mittlerweile gibt es ja sehr viele Kinder aus binationalen Ehen, mit teils afrikanischem Ursprung, die auch hier irgendwo überleben. Und dank des Klimawandels scheint es auch immer wärmer zu werden. Bald haben vielleicht eher wieder die Bleichgesichter ein Problem?
Vitaminpräparate bekommen die Einwohner von Gomruland nicht. Sie bekommen kaum genug zu essen, müssen furchtbar schuften und sterben früh.
Wie auch immer: das mit dem Klima, der Entstehungsgeschichte des Landes und der Selektionsprozesse von äußerlichen Erscheinungstypen werde ich mir nochmal überlegen.
Liopleurodon hat geschrieben:Auch Kinder von Eltern verschiedener Hautfarben tendieren mit ihrer Farbe zum Rest ihrer Umwelt, entsprechend der Sonne. Ich kenne deutsche Kinder, bei denen nur einer der vier Großeltern schwarz ist und die sehen fast so aus wie wir.

Interessanter Punkt! Die Selektion der Hautfarbe, Gesichtszüge und co habe ich im realen Leben bei Menschen noch nicht beobachten können. Ich kenne nur Kinder oder Erwachsene, bei denen ein Elternteil asiatisch oder afrikanisch ist. Meistens setzt sich der dunkle Partner mit seinen Genen durch, es sei denn Boris Becker ist irgendwie involviert. :)
Liopleurodon hat geschrieben:Dann klingt Dein Szenario nach einer sehr bäuerlichen und gegenüber unserem Stand zurück geworfenen Gesellschaft. Haben die Menschen noch eine passende Technologie, um sich an das Konzept von "Genen" zu erinnern? Haben sie elektrischen Strom? Darauf wäre ich z.B. als Leser neugierig.

Strom gibt es nur in der Hauptstadt. Ursprünglich hatte ich geplant, die Menschen mit tiefgehendem Wissen über Genetik, Technologie und einfach alles auszustatten, da die reichen Hauptstadtbewohner ja nicht nur normale Arbeiter, sondern auch Experten brauchen. Doch das Problem, was Du hier nun erwähnt hast, haben schon andere angesprochen und ich möchte den Leser ja nicht gleich zu Anfang irritieren.
Liopleurodon hat geschrieben:Den zweiten Satz würde ich vielleicht anders formulieren:
"Wie eine Riesin bäumte sich meine Mutter vor mir auf. Ihre dunkle Haut ließ sie noch bedrohlicher erscheinen."

Danke für diesen Vorschlag! :)
Liopleurodon hat geschrieben:Gibt es dort noch ein akademisches System? Vor dem Hintergrund Deines einleitenden Vorwortes erscheint mir das fast unglaubwürdig. Warum sollte eine Gesellschaft, die scheinbar einen großen Anteil ihrer eigenen Bevölkerung im Frondienst hält, Bildung für die Massen fördern? Damit würden sie doch den Keim für ihren eigenen Zusammenbruch und für die nächste Revolution legen. Eine Gesellschaft, so wie Du sie skizzierst, funktioniert nach meinem Überblick nur dann, wenn die Masse der Bevölkerung ungebildet ist und das mit sich machen lässt. ;)

Ursprünglich hatte ich ein akademisches System geplant. Für die besten Schüler. Doch ich sehe das Problem. Ich denke mal, ich werde doch besser auf die Art von Bildung setzen, die Du in Deinem Beispiel erwähnt hast.
Liopleurodon hat geschrieben:Das mit der Neuordnung der Welt und den gemischtfarbigen Elternteilen würde ich eher auf später verschieben, auf eine Stelle, an der es wirklich relevant wird. Vorher finde ich es eher verwirrend. Ich würde vielleicht auch "Ärztin" durch "Heilerin" ersetzen. "Ärztin" klingt für mich so modern, so sehr nach unserer Zeit.

Ja, stimmt. Und in meiner neuen Version des Anfangskapitels (noch nicht geschrieben) gibt es Akademiker nur in der Hauptstadt. Der Mutter werde ich dann jedoch wohl einen anderen Beruf andichten als Heilerin, weil man sich unter einem Heiler ja doch eher eine weise, sanfte Person vorstellt.
Mit dem Aussehen der Protagonisten? Es ist schwierig es einerseits nicht zu früh zu erwähnen und andererseits zu vermeiden, dass sich im Leser falsche Vorstellungen festsetzen und man ihn irritiert, weil man zum Beispiel auf Seite 50 seine Vorstellung umwirft.
Liopleurodon hat geschrieben:Das muss ja ein weitläufiges Baumhaus sein, wenn man darin rennen kann, ohne nach zwei Schritten gegen eine Wand zu knallen.

Es ist ein sehr großes Baumhaus. Denn es handelt sich ja auch um Riesenbäume, mit einem Baumstamm, der so breit ist wie es ihn in der derzeitigen Welt bei Bäumen nicht gibt.
Liopleurodon hat geschrieben:Ich habe schon gut ausgebaute Baumhäuser gesehen, aber größer als vielleicht 20 Quadratmeter waren die nicht. Auch müssen es wahre Monsterbäume sein, wenn man ein so großes Haus "in schwindelerregender Höhe" einbauen kann, ohne dass der ganze Baum beim nächsten größeren Sturm unter dem Gewicht des Hauses zusammen bricht. Sind es künstlich erschaffene Bäume? Für ein Science Fiction-Szenario kann man das machen, das ist richtig.

(Oder Deine Leute sind Flachlandtiroler, die schon bei 1 Meter über dem Boden Höhenangst und Schwindel bekommen. ;) )[/quote]
Lol. :D Nein. Die leiden nicht alle unter Höhen-Phobie. Die Leute werden zwar in Armut gehalten, aber in der Hauptstadt gibt es eine sogenannte Elite, die über weit entwickeltes Wissen, u.a. über Genetik, verfügt und Riesenbäume als Hochhäuser gezüchtet hat. Die Gründe dafür werde ich nach und nach in meinem Buch offen legen. Wobei ich nicht weiß, ob dieser Ansatz gut ist.
Liopleurodon hat geschrieben:Ansonsten klingt Dein Szenario ein wenig nach Anlehnung an die "Tribute von Panem".
Nicht ohne Grund. ich bin ein Fan.
Liopleurodon hat geschrieben:Man opfert (fünf?) junge Menschen eines ganzen Schuljahrgangs, um die anderen zur Leistung anzutreiben. Kann man machen, im alten Mexiko gab es ähnliche Bräuche und das funktionierte auch (wenn die Maya und Azteken auch nur Kriegsgefangene geopfert haben, nicht die eigenen Leute). Ich würde dann allerdings erwarten, dass die "Provinzen" relativ dicht bevölkert sind, um diesen jährlichen Verlust an Leben verkraften zu können.

Ja, die Leute dort sollen alle sehr viele Kinder bekommen, um genug Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen. Die Familie von Lilly ist mit ihren zwei Kindern eine Ausnahme. Die Gründe dafür, dass die Eltern nicht mehr Kinder haben, werde ich auch nach und nach zeigen.
Liopleurodon hat geschrieben:Insgesamt fände ich die Geschichte durchaus interessant. ;)

Das freut mich sehr! :) Danke Dir.
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Re: Land in der Zukunft, (Teil 1/x)

Beitragvon Fanny » 23.05.2014, 20:02

Lord hat geschrieben:Du sagst, dass die Geschichte für ein Publikum ab ca. 16 Jahren gedacht ist (ich weiß ja nicht wie alt Lilly ist, aber ich nehme mal an, ebenfalls 16 ?). Bei dem größten Teil der Geschichte kommt das auch hin, aber an einigen Stellen kommt Lilly mir vor wie eine Elfjährige. z.B. bei den Teilen wo sie von ihrer Mama spricht.

Ja. Mittlerweile sehe ich das auch so. Sie soll eigentlich eine clevere Person sein (trotz eventueller Überforderung in der Schule) und da passt der Schreibstil wohl wirklich nicht so richtig gut.

Lord hat geschrieben:Die Geschichte spielt in einer harten Welt und Lilly hat eine (zumindest auf den ersten Blick) harte Mutter. Außerdem scheint die Beziehung zu ihrer Mutter nicht besonders eng zu sein. Daher würde ich hier "Mutter" statt "Mama" verwenden.


Sie möchte gerne die Liebe ihrer Mutter haben, nur bekommt sie diese nicht. Andererseits gesteht sie sich nicht gerne ein, wie sehr sie die Zuneigung ihrer Eltern vermisst. Da ist "Mutter" oder Mom wohl wirklich besser als Mama.
Lord hat geschrieben:Du kannst aber auch mit "Mom" ausmitteln, das ist zwar englisch, aber nicht ganz so hart wie "Mutter" und nicht ganz so weich wie "Mama".


Lord hat geschrieben:Auch an manchen anderen Stellen klingt es mir zu kindlich für einen Roman ab 16 Jahren, z.B.:
Fanny hat geschrieben:Ich rannte in mein Zimmer, warf mich auf mein Strohbett und weinte.

Lord hat geschrieben:Vorschlag (nicht ganz so kindlich und mit mehr Details): Die Tränen ließen sich gerade noch zurückhalten, bis ich in meinem Zimmer war. Ich rollte mich auf dem Strohbett zusammen und verfluchte den salzigen Geschmack zwischen meinen Lippen.

Danke dafür! Das klingt wirklich erwachsener und für meine Zielgruppe passender!
Lord hat geschrieben:Die Mutter hat bei mir sofort ein richtig starkes Bild erzeugt! Jojo hat auch ein einigermaßen starkes Bild erzeugt. Lilly selbst hätte noch etwas detaillierter dargestellt werden sollen (meine Meinung).[/color]

Meinst Du von ihrer Persönlichkeit her oder ihrem Erscheinungsbild?
Lord hat geschrieben:Im großen und ganzen gefällt mir die Story gut, ich hatte wirklich das Bedürfnis, gleich noch den zweiten Teil zu lesen.
:) Mitreißend war es auf jeden Fall! :2thumbs:

Danke für das schöne Kompliment! Das macht mich sehr glücklich! :)
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Re: Land in der Zukunft, (Teil 1/x)

Beitragvon Fanny » 23.05.2014, 20:05

@LittleDreamer, zu Deinen Kommentaren schreibe ich an diesem WE auch nochmal.
Und Dir, Liopleurodon und Lord <- Danke nochmal!!
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