Hallo zusammen,
den Beitrag aus Jacky's Blog habe ich gelesen und will auch was dazu loswerden.
Wie sieht es mit deinem aktuellen Projekt aus?
Kurze Antwort: Ich bin zuversichtlich, aber es ist nicht problemfrei.
Lange Antwort: Der Konflikt bahnt sich erst langsam an. Im Moment beobachte ich meine Protas bei ihrem täglichen Leben, das sich aber in absehbarer Zeit ändern wird. Es wird ein Staudamm gebaut und ihr Dorf wird in dem neuen Stausee untergehen. Im Moment muss ich den Leser (und auch mich selbst) mit schönen Szenen bei der Stange halten, also ein Besuch in der Markthalle, um den Dorfladen des Vaters mit neuen Waren zu versorgen, eine Hochzeit, später wird Weihnachten gefeiert. Also ich muss dem Leser das Dorfleben nahe bringen und die Zeit überbrücken, bis der Damm geschlossen ist und sie wirklich ausziehen müssen. Dabei will ich ein positives Bild von diesem Dorf und seinen Bewohnern zeichnen, so dass auch der Leser nicht damit einverstanden sein wird, dass dieses Dorf verschwindet.
Dabei will ich mich aber auch nicht in zu viele Details verlieren und natürlich darf es nicht langweilig werden.
Hältst du durch oder hast du ein Neues angefangen?
Ich will durchhalten. Mit Entdeckung dieser schönen Schreibwerkstatt habe ich ernsthaft angefangen, einige meiner Ideen für Geschichten zu verwirklichen. Vor allem, weil man hier fundiertes Feedback bekommt. (Blumen

und Smarties an alle verteil')
Ich habe ein paar Sachen ausprobiert, auch mal in ein anderes Genre reingeschnuppert (Science Fiction) und habe mich jetzt entschieden. Wenn also diese Geschichte weiterhin funktioniert, will ich sie auch zu Ende bringen.
Drei weitere Ideen für Großprojekte gibt es auch, aber eines zur Zeit.
Wie weit ist die Planung?
Es gibt einen roten Faden an dem ich mich entlang hangele. Plot will ich das mal nicht nennen. Episoden, Szenen und Ideen für Wendungen der Geschichte entstehen beim Schreiben und das hat bisher funktioniert.
Grundsätzlich glaube ich schon, dass sich kein großes Projekt ganz ohne Planung umsetzen lässt. Auch wenn ich z.B. irgendwas basteln will, mache ich mir eine Skizze davon wie es aussehen soll und schreibe die wichtigen Maße auf, damit es hinterher passt. Erst dann gehts in den Bastelkeller.
Aber auch wer behauptet, völlig planlos drauflos zu schreiben, hat doch eine Idee davon im Kopf, was am Ende herauskommen soll. Ich versuche erstmal mein Projekt ohne allzu detaillierte Planung umzusetzen. Wenn sich herausstellt, dass das nichts wird, kann ich immer noch genau planen.
Wie viel hast du schon geschrieben?
Laut Word 11.104 Wörter (Stand 14.6.2011, 12:00 Uhr)
Was für Probleme stellen sich dir in den Weg?

Keine Motivation

Innere und äußere Ruhe zu finden, um mich tatsächlich zum Schreiben hinzusetzen.

Gefahr, mich beim Fabulieren in meiner Geschichte zu verzetteln: Hier noch eine Episode, da noch eine Szene, aber es kommt nicht voran und der Leser gähnt.
Wie gehst du damit um?

Keine Motivation: Die Schreiblust kommt in Schüben. Meine Geschichte geht mir immer irgendwo im Kopf herum. Wenn genug Ideen beisammen sind, setze ich mich hin und schreibe. Irgendwann ist die Luft raus, dann gibts ein paar Tage Pause. Ziel ist aber auch mit dem Schreiben Geld zu verdienen. Dann muss ich es wie eine Arbeit auffassen und mir jeden Tag eine bestimmte Menge Wörter fest vornehmen. Sonst wird das nichts. Das ging auch bei Thomas Mann nicht anders, die Buddenbrocks haben sich nicht selbst geschrieben.
Ein Weg dazu kann der SuWriMo sein. 30.000 Wörter in einem Monat sieht nach einem realistischen Ziel aus, das will ich auf jeden Fall nutzen. Auch sonst kann man sich hier mittels Word War eine nette Motivation holen. Irgendjemand, der sagt "Du schaffst es, go for it!" findet sich immer.

Ruhe finden: Wenn die Schreiblust groß genug ist, gehts los. Radio aus, Handy ins Wasserglas, Türklingel abklemmen

Da muss nur mehr Struktur rein. Tausend Wörter am Tag sind doch ein schönes Ziel. Wenn ich beim Schreiben bin, ist es ein tolles Gefühl völlig abzutauchen und sich auf diese eine Sache zu konzentrieren. Das ging im bisherigen Arbeitsleben immer weniger.

Verzetteln mit zu vielen Szenen und Episoden: Im Moment sehe ich das so: Wenn die Szene/Episode gut ist und es mir Spaß gemacht hat, sie aufzuschreiben, dann war es keine verlorene Arbeit, selbst wenn dieser Teil später aus der Geschichte wieder rausfliegt. Auf der Festplatte wird schon irgendwo Platz sein für dieses Stückchen Text. Vielleicht passt es später perfekt an eine andere Stelle.
Gruss
Henning(way)