Laut lesen - Korrektur Teil 2

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Laut lesen - Korrektur Teil 2

 
Nutze dieses Thema um über folgenden Beitrag aus meinem Blog zu diskutieren:
Laut lesen - Korrektur Teil 2

Was hältst du von der Methode?
Hast du es schon einmal ausprobiert und wenn ja, wie ist das Ergebnis ausgefallen?
Hast du eine eigene Methode um herauszufinden, ob deine Geschichte klingt?

von Jacky

 
Hallo Jacky,

ein Artikel, der beweist, dass du nicht nur theoretisch die Dinge anpackst, sondern ganz klar aus der Praxis kommt. Das Laut Lesen ist schlichtweg die beste Möglichkeit beim Redigieren. Es werden die meisten "Fehler" entdeckt und man kann ganz ohne Korrektor den eigenen Text erheblich verbessern.
Seit meiner Magisterarbeit verfahre ich auf diese Weise auch mit den kreativen Texten. Man kann es nicht genug betonen. Die meisten Leute werden sich trotzdem nicht trauen, weil sie sich einfach blöd vorkommen, aber damit verlieren sie ein hilfreiches Mittel.

Viele Grüße
Stetten

von Stetten

 
Hi,

das man sich dabei irgendwie dumm vorkommt ist normal. Ich hab vor einem halben Jahr i der Schule eine Rede halten müssen, da hab ich mich im Badezimmer vor dem Spiegel verschanzt. Ich kam mir damals ganz schön dämlich vor, aber es hat geholfen.
Mein Manuskript ist noch nicht weit genug entwickelt um es auf diese Weise zu korrigieren, da muss ich erst noch viel arbeit investieren.

Lg ~Me~

von ~Me~

 
Hallo,
ich halte mich auch gerne an die Regel 'Soll der Leser nicht laut lachen, musst Du nur den Hörtest machen'
Ich möchte diesen Tipp hier gerne mit der Frage nach Software für Autoren verbinden. Wenn man diese Aufnahmen am PC macht, wofür sicher einiges spricht: Welche Programme werden hierfür verwendet?
Zur Audioaufnahme, zum Teleprompter-artigen scrollen des Textes während der Aufnahme usw.
Schöne Grüße
Jo

von Jo

 
Ehrlich gesagt hatte ich noch nie das Problem, dass meine Formulierungen holprig klangen. Außerdem muss ich sie gar nicht laut vorlesen, um sowas zu hören, weil ich es mehr oder weniger in Gedanken höre. Vor allem direkte Reden - es ist, als würden die Charaktere mir die Geschichte selbst erzählen. Ich glaub, sowas hab ich im Gefühl.

von naemi

 
Ich finde laut lesen hilft mit ungemein.

Nicht nur, dass man etwas ungeschickt klingende Passagen besser erkennt (und ich glaube, dass hilft auch denjenigen, die meinen, sie hören es auch beim leise Lesen...) und außerdem findet man tatsächlich mehr Fehler (Rechtschreibung, Grammatik, Logikfehler).

Ich wende diese Methode auch gerade beim Korrekturlesen an und würde es in jedem Fall weiterempfehlen. Etwas albern kommt man sich manchmal wirklich vor, aber das ist egal :D

von jule17

 
Hallo,

ich lese auch gerne alles Mögliche laut. Nicht nur eigene Texte. Bei letzteren kann ich fast allen genannten Vorteilen nur zustimmen. Und wenn jemand, wie ich, gerne lange Sätze verwendet, kommt noch ein Vorteil hinzu. Selbst wenn man gut konstruierte Bandwurmsätze verteidigt: Spätestens wenn beim lauten Lesen der Vortragende rot anläuft, weil die Pause zum Lufholen in einem übertriebenen Satzkonstrukt fehlte, war ein Nebensatz wohl doch zu lang...
Bei Gedichten (können ja auch in Romanen vorkommen) ist lautes Lesen sowieso unverzichtbar...

Gruß
sb

von sb

Wenn ich beim Lesen ins Stolpern gerade,...

 
Wer mich hier sieht, der weiß, ich bin noch längst nicht die Meisterin des Schreibens.
Daher ist meine Theorie vielleicht auch noch nicht die all umfassende Lösung.

Aber ich persönlich halte LAUT-Lesen für eine sehr gute Art und Weise, sein Werk selbst zu beurteilen. Wenn ich beim Lesen ins Stolpern gerade, in den Zeilen, die ich selbst verfasste - dann weiß ich, hier stimmt was nicht. Dann weiß ich, es ist nicht flüsslig. Dann weiß ich, es liest sich nicht gut. Dann weiß ich, ich muss noch was daran feilen.

LAUTLESEN ...au ja!

von Saalfelderin

Re: Laut lesen - Korrektur Teil 2

 
Hi,

ich hab mal bei Stephen King einen weiteren guten Tipp gelesen, wie man den Schwächen seiner Schreibe auf die Schliche kommt:
Das Werk schreiben... und dann für ein paar Wochen oder Monate wegschließen, der Neugier nicht nachgeben, vielleicht schon mal für den nächsten Roman vorarbeiten.

Durch diesen zeitlichen Abstand entfremdet sich das eigene Werk etwas von dir und du kannst es mit neuen Augen lesen (da ich grad erst meinen ersten Roman schreibe, rede ich hier aber nicht aus der Praxis :oops: )

Liebe Grüße
Marz

von MarzAttak

Re: Laut lesen - Korrektur Teil 2

 
Also, das mit dem Laut Lesen hab ich noch nicht ausprobiert, aber nachdem alle hier die Methode so befürwortet haben, werd ich das definitiv bei Gelegenheit mal tun.

Zu MarzAttaks Vorschlag: Bei mir ist das so eine Sache. Ich habe Werke in verschiedenen Stadien der Vergessenheit. Ich habe neulich ein paar Ur-Alte wiederentdeckt, die mir wirklich interessant vorkommen. Auch ältere Passagen aus meinem Roman, an dem ich seit einer halben Ewigkeit werkele, sind zwar von der Story beschissen, aber vom Stil her echt gut. Aber es gibt einen Haufen Zeug, das mir, wenn ich es nach einiger Zeit nochmal lese, wie totaler Schwachsinn vorkommt. Ich neige dann dazu, ernsthaft an meiner Fähigkeit zum Geschichtenschreiben zu zweifeln, weil der Krempel einfach so grottenschlecht ist, dass ich ihn am liebsten in die Tonne treten möchte. Natürlich ist das der Sinn der Sache und auch gut so, selbst über sein Werk zu urteilen, nur ist es ein bisschen frustrierend.

von Biene

Re: Laut lesen - Korrektur Teil 2

 
Das mit dem Laut lesen ist bei mir kein Problem, da ich eine Freundin habe, die sowieso alle meine Texte über sich ergehen lassen muss. Und damit ich ihre Reaktion sozusagen hautnah mitbekomme, und weil es einfach Spaß macht, lese ich sie ihr dazu vor. Und ja, ich habe dabei schon Fehler oder merkwürdige Formulierungen entdeckt, die ich sonst vielleicht übersehen hätte.
Also ein guter Tipp. Nur, wie gesagt, macht halt noch mehr Spaß - und man kommt sich nicht so komisch vor, als wenn man's allein im stillen Kämmerchen tut -, wenn man ein williges Opfer hat, dem man seine Texte vortragen kann.

von Taklara

Re: Laut lesen - Korrektur Teil 2

 
Egal, was ich schreibe, sei es ein Brief, eine Bewerbung, eine geschäftliche Mail oder eben meine Geschichten, lese ich mir zwischendurch immer wieder laut vor. Das mache ich schon immer so, ganz ohne nachzudenken. Für mich ist es eine bewährte Methode, die ich nicht mehr missen möchte.

von rotkäppchen

Re: Laut lesen - Korrektur Teil 2

 
Wenn ich mir wirklich sicher sein will, dass einer meiner Texte stimmig ist, lese ich ihn mir immer laut vor.
Dabei kann man geistig nämlich nicht einfach über Stellen hinwegspringen, die einem eigentlich schon immer Unbehagen bereitet haben und mit denen man sich aber nie auseinandersetzen wollte, sondern wird direkt damit konfrontiert.

Das einzige Problem ist, ich werde schnell heiser und mein Hals fängt zu kratzen an. Was bedeutet, dass ich bei der Überarbeitung eines Romans gerade mal 5-6 Seiten schaffe und dann ist auch schon wieder Ende. Das ist wirklich nervig, wenn man vorwärts kommen will.

Sehr hilfreich beim Überarbeiten eines Textes finde ich auch Andreas Eschbachs 10-Punkte-TÜV:

http://www.andreaseschbach.de/schreiben/page96/page96.html

Damit fallen stilistische und sprachliche Mängel sehr schnell auf. Oft mehr als einem lieb ist. :lol:

LG
Azahar

von Azahar