Vom ersten Moment an haben sie sich geliebt. Sie hatten nur Angst es sich einzugestehen und die
Konsequenzen zu tragen, die ihre Liebe mit sich brachte: Die Trennung von den Ehepartnern. Patrick hatte den Anfang gemacht. Lea hatte schon gedacht Patrick wolle sie nicht mehr. Tagelang hatte er nicht auf ihre SMS geantwortet, hatte ihre Anrufe ignoriert. Dann die erlösende Nachricht: „Ich habe mich von meiner Frau getrennt.“ In dieser Nacht, liebten sie sich, als gäbe es kein Morgen. „Okay, du musst den Test machen oder zum Arzt gehen, ich bin bei Dir.“ Sie sitzen noch lange auf der Bank, zwischendurch versorgt Jonas Lea mit Kuchen und Kakao, sie sitzt nur da und blickt ins Nichts. Ihr Handy piepst unaufhörlich, kündigt im Minutentackt eine neue Mitteilung an. Jonas nimmt ihr Telefon und sieht sie an. Lea nickt kaum merklich. „Er macht sich sorgen, will wissen wo du bist und ob es dir gut geht.“, sagt Jonas, als er alle Mitteilungen gelesen hat. „Du musst mit ihm sprechen, er liebt dich, mache nicht denselben Fehler wie in Deiner Ehe und schweige Probleme tot.“
Sie verbringt den Rest des Tages damit, Löcher in die Luft zu starren. Sie versucht sich mit Lesen abzulenken, schreibt auf, was sie Patrick sagen will. Aber es führte zu Nichts. Ihre Gedanken wollen sich einfach nicht ordnen.
Die Sonne steht schon tief am Himmel, als sie endlich ihr Handy in die Hand nimmt und ihn anruft. „Gott sei Dank. Wo bist du? Ich mache mir Sorgen“, meldet er sich. Kaum das sie seine vertraute, warme stimme hört,fängt sie an zu weinen und sagt ihm ängstlich was sie vermutet. „Ich bin bei Jonas, ich traue mich nicht den blöden Schwangerschaftstest zu machen, ich habe solche Angst. Ich weiß, nein ich bin mir sicher, dass ich schwanger bin und trotzdem traue ich mich nicht den Test zu machen.“, redet sie panisch auf ihn ein. „Süße, egal was der Test anzeigt, es ist okay und jetzt mach ihn, und melde dich.“ „Ja“, flüstert sie und legt auf.
Wie im Trance öffnet sie ihre Handtasche und holt den Test heraus. Öffnet ihn langsam, geht auf die Toilette und schafft es, ihn anzuwenden.
Das sind die längsten drei Minuten ihres Lebens. Sie schreibt eine SMS nach der anderen an Patrick: „noch zwei Minuten…“, „noch eine Minute, siebzehn Sekunden“, „noch vierzig Sekunden“. Immer wieder schaut sie auf die Uhr. Ihr Herz schlägt bis zum Hals, ihre Hände zittern. Noch niemals zu vor in ihrem Leben hat sie sich so verletzlich gefühlt.
Langsam dreht sie den Test um. Positiv. Sie bricht in Tränen aus, schreibt an Patrick „jetzt ist es wohl amtlich.“ Umgehend antwortet er: „Komm nach Hause, bitte.“ „Ja.“ schreibt sie.
Als sie die Tür zu Jonas Schlafzimmer öffnet, schläft er bereits. Sie hebt die Decke an und kuschelt sich an ihn. Er wird wach. „Positiv?“ fragt er, „positiv“ antwortet Lea. Er nimmt sie in den Arm und sie schläft ein. Am nächsten Morgen macht sie sich auf den Weg.
Die Strecke zieht sich, wie Kaugummi. Lea fährt von einem Stau in den nächsten. Sie will nach Hause, endlich in Patricks liebevolle Augen sehen und wissen, dass alles gut wird.
----
Ich danke euch fürs Lesen und den ein oder anderen Kommentar.
Lg Nicole
__________________________________________________________________
zu Teil drei
zurück zu Teil 1
