[Fanty] Lefay

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[Fanty] Lefay

Beitragvon Asieral » 01.10.2015, 11:35

Hallo,

ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich diese Szene in das Gesamtprojekt integrieren werde/sollte..zumal eigentlich keine Protagonisten vorkommen
Jetzt würde mich interessieren, was man so als Leser für Informationen hiervon bekommt.. oder ob wie die Szene allgemein wirkt oder Sonstiges( wie z.B. die Szene ist so schlecht: unbedingt streichen)


Lefay, ein kleines Dorf, nicht weit entfernt von Hongad, der großen Stadt.
Der Frühling verabschiedete sich gerade erst, noch konnte man sehen, wie er die Hand des Sommers hielt. Ablösung. Um diese Zeit war Lefay immer schön anzusehen. Das dunkelbraune Holz der Häuser, die Blüten und Pollen, die in vielerlei Farben umherflogen, dazu das grüne hohe Gras und der nahe kleine See, an dessen zierlichen Steg das Boot des Gemeinderates Ottion lag. Es hatte die gleiche Farbe wie die Häuser. Ein schönes, gutes Holz. Es gab bestimmt nur um die 10 Häuser in Lefay, ein wirklich kleines Dorf. In jedem Haus vier, außer im Hause Ottions, er hatte drei Kinder, eine Seltenheit. Von hier war keiner in den Krieg gezogen, man besaß auch gar nicht die Mittel. Es hätte ein schöner Tag werden können, wie auch die anderen zuvor.
Ein Fremder, man bekam nicht oft Besuch, nur gelegentlich von wandernden Händlern, die allerlei Gerüchte feilboten. Besuch, ein eigenartiger Begriff, wenn man bedenkt…
Er sah wie ein Bettler aus, eher mit Stofffetzen bekleidet, unpassend, zu dieser Jahreszeit, schwarz. Sein Kopf war bedeckt. Auf den ersten Blick machte er einen mageren Eindruck.
„Seid gegrüßt und willkommen in unserem Dorfe, Fremder!“ Ottion war der erste, der den Fremdling gesehen hatte und sogleich zu diesem herangestürzt, um ihn zu begrüßen. Als Gemeinderat gehörte sich das auch, fand er. Gerade noch hatte er sich mit dem Schmied unterhalten, aber einen Fremden, so etwas gab es nicht alle Tage.
„ Ihr seht mü - Ah!“
Ottions Schrei erhallte. Sofort kamen alle aus ihren Häusern geeilt, die nicht längst durch ihre Neugier, ob des Erscheinens des Fremden, dazu getrieben worden waren, sich in Sichtweite aufzustellen. Mit Grauen sahen sie, dass der Fremde Ottians Hals mit seinen Fingern durchbohrt hatte und immer wieder auf diesen einschlug. Rotes Gras, gefärbt. Jetzt konnte man auch in das Gesicht des Fremden sehen. Ein Schädel mit halb verwestem Fleisch schaute einen an. An seinem rechten Arm konnte man kein Fleisch mehr entdecken, alles Knochen, mittlerweile zum Teil schon rot eingefärbt. Manche schrien, viele schwiegen, nicht fähig sich zu bewegen. Wie angewurzelt stand man an seinem Platz und beobachtete wie das Geschöpf sich über Ottion hermachte. Niemand griff ein, niemand machte irgendetwas, außer hinzusehen. Man hatte schon davon gehört. Von den Untoten, die durch das Land zogen, zehn Menschen aus einem Dorf auswählten und diese auf grausame Weise töteten. Die anderen wurden immer in Ruhe gelassen, die Untoten hatten sich immer genau daran gehalten. Der Beweggrund dafür war niemandem klar. Man vermutete, dass es nur dazu diene, Angst in der Bevölkerung zu verbreiten. Aber man ließ die Untoten meistens ihr Werk verrichten, ohne Gegenwehr, zumindest nicht von anderen, außer den Opfern selbst. Man dachte, dass man wohl besser nicht eingreife, da man sonst schnell der Nächste wäre. Wenn man einfach abwartete, konnte man Glück haben. Jeder spekulierte darauf, nicht ausgewählt zu werden. Und wenn doch, dann würden sie kämpfen, für sich, aber nicht vorher!
„Vater! Vater, Vater! So helft doch! So helft doch!“ Sirias Stimme überschlug sich, während ein Strom von Tränen sie überflutete. Sie wollte zu ihrem Vater rennen, man hielt sie auf, man ließ sie gehen. Sie stolperte vor sich hin, nicht wissend, was sie eigentlich tat. Manch einer war froh, ein Opfer, eine Möglichkeit weniger, selbst ausgewählt zu werden, was wollte man mehr. Es gab auch Mitleid. Das Wesen kniete über Ottion, blutverschmiert. Sein gieriger Blick fiel auf Siria, die sich dem Leichnam ihres Vaters zu nähern versuchte, die einen Stein nach dem Wesen warf, als wolle sie einen Aasgeier vertreiben.
Mit einem Sprung warf er sich auf sie und riss sie zu Boden. Er durchstach ihre Füße, mehrfach, Blut floss. Er, es, erfreute sich an ihren Schreien und wollte den Moment ihres Schmerzes genießen. Als wolle er den Geruch des Schmerzes des jungen Mädchens einatmen bewegte er seine Hand sich leicht die Luft zu fächernd. Man schaute zu, nicht ohne Entsetzen, aber man schaute zu.
Ein Junge mit weißem Haar stand auf einmal neben ihr, er nahm ihre Hand. Sie verstummte. Ihre Wunden hatten sich geschlossen. Das Wesen rührte sich nicht. Der Junge griff nun auch nach der Hand jenes Geschöpfes, schaute in den Abgrund, den dessen Augenhöhlen boten, und flüsterte ein paar Worte. Er hatte die Hand, die rechte Hand, mit seinen beiden Händen umschlossen. Fast als wolle er Trost spenden. Es wehte ein leichter Wind. Man sah den Wind sich ihnen nähern, man sah es an den Gräsern, die sanft dem Wind nachgaben und wie eine Welle ausschauten. Als er sie erreichte wurden sie zu Staub. Fortgetragen, vom Winde verweht, weggetragen in die Welt.
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Re: [Fanty] Lefay

Beitragvon brehb » 01.10.2015, 15:19

Hallo Asieral,

da werde ich mich doch einmal für deinen überaus beindruckenden Kommi zu einem meiner Texte revanchieren

Inhalt:
in Lefay, einem im Frühjahr schönen, kleinen Dorf am Rand des Weltgeschehens, taucht ein Untoter auf und zermatscht den Gemeinderat Ottion. Als er auch dessen Tochter angreift, erscheint ein Blonder, nimmt ihre Hand und die des Untoten und dann werden (alle drei?) vom Wind verweht.

ok, warum nicht.

Form:
Du schreibst ordentliches Deutsch ohne RS, Interpunktions- oder Grammatik-Kampf. Auch die Optik stimmt.

Ausführung:
Es kann sein, dass alles was mir auffällt, genauso von dir gewollt ist, dann vergiss, was ich schreibe.

Du startest mit...
Lefay, ein kleines Dorf, nicht weit entfernt von Hongad, der großen Stadt.

...einer Elipse. Kein Verb aber eine Negation und lyrischer tuch. Für einen ersten Satz gefällt mir das nicht, aber "gefallen" ist eine Frage des Geschmacks.

Der Frühling verabschiedete sich gerade erst, noch konnte man sehen, wie er die Hand des Sommers hielt.

Das ist ein schönes Bild. Aber die sich andeutende Erzählperspektive verdrießt mich.

Das dunkelbraune Holz der Häuser, die Blüten und Pollen, die in vielerlei Farben umherflogen, dazu das grüne hohe Gras und der nahe kleine See, an dessen zierlichen Steg das Boot des Gemeinderates Ottion lag.

Das ist ein Murkssatz, meine ich.
Er hat kein Hauptverb und wirkt deshalb unfertig. Dafür vermengt er zwei Hauptgedanken (Dorfidyll/Gemeinderatname), die besser in zwei Sätzen untergebracht wären, meine ich.
Blüten in vielerlei Farben kann man sehen, ok. Das das für Pollen auch gilt, glaube ich nicht.
Dass das Gras hoch steht, ok. Dass es grün ist, ist eine Binse.
Er betreibt Infodumping mit dem Namen des Gemeindrats, der mit der idyllischen Schilderung nichts zu tun hat.

Ein schönes, gutes Holz.

Gleich wieder eine Elipse, erneut ohne Verb.

Es gab bestimmt nur um die 10 Häuser in Lefay, ein wirklich kleines Dorf

Das wirkt sehr seltsam auf mich. Dein allwissender Erzähler, der z.B. weiß, das Lefay um diese Zeit "immer" schön anzusehen ist, drückt sich derart vage aus? Kannn nicht bis zehn zählen?
(Und: Ziffern bis 12 würde man ausschreiben.)

In jedem Haus vier, außer im Hause Ottions, er hatte drei Kinder, eine Seltenheit.

Wieder kein Hauptverb. In einem seltsam verschachtelten Satz. Und dass der Erzähler zwar die wenigen Häuser nicht exakt zählen kann aber weiß, dass "in jedem" (bis auf einem) vier Kinder leben, da sträubt sich etwas in mir. Und müsste es nicht eine "Einmaligkeit" sein (anstelle einer "Seltenheit), wenn doch "alle außer ihm" vier Kinder haben?

In jedem Haus vier Kinder, außer bei Ottinions, die - ungewöhnlich - nur drei hatten.

Ein Fremder, man bekam nicht oft Besuch, nur gelegentlich von wandernden Händlern, die allerlei Gerüchte feilboten

Subjekt des Satzes: Ein Fremder. und wo ist Objekt und Prädikat?

Er sah wie ein Bettler aus... Auf den ersten Blick machte er einen mageren Eindruck.

Hä? Und auf den zweiten?

Ottion war der erste, der den Fremdling gesehen hatte und sogleich zu diesem herangestürzt...

Da Ottion das Subjekt ist, heißt es "er ist... hingestürzt". Nur wenn "der Fremdling" Subjekt wäre, hieße es "er ist herangestürzt"

Sofort kamen alle aus ihren Häusern geeilt, die nicht längst durch ihre Neugier, ob des Erscheinens des Fremden, dazu getrieben worden waren, sich in Sichtweite aufzustellen

So kompliziert kann man das ausdrücken.

Jetzt stürzten auch jene aus ihren Häusern, die sich trotz ihrer Neugier auf den Fremden noch nicht in Sichtweite aufgestellt hatten.

Mit Grauen sahen sie, dass der Fremde Ottians Hals mit seinen Fingern durchbohrt hatte und immer wieder auf diesen einschlug

Demonstrativpronomen: diesen. Bezieht sich auf das letztgenannte bezügliche Nomen: Hals.
Der schlug als "immer wieder" auf Ottians Hals?

An seinem rechten Arm konnte man kein Fleisch mehr entdecken, alles Knochen, mittlerweile zum Teil schon rot eingefärbt.


Sein rechter Arm - kein Fleisch mehr, nur Knochen, mittlerweilen rot triefend, blutbesudelt.

„Vater! Vater, Vater! So helft doch! So helft doch!“ Sirias Stimme überschlug sich, während ein Strom von Tränen sie überflutete


„Vater! Vater! Hilfe! Leute, helft ihm doch, steht nicht nur so rum!“ Sirias Stimme überschlug sich, während ihr die Tränen über das Gesicht rannen.

Sie stolperte vor sich hin, nicht wissend, was sie eigentlich tat. Manch einer war froh, ein Opfer, eine Möglichkeit weniger, selbst ausgewählt zu werden, was wollte man mehr. Es gab auch Mitleid. Das Wesen kniete über Ottion, blutverschmiert. Sein gieriger Blick fiel auf Siria, die sich dem Leichnam ihres Vaters zu nähern versuchte, die einen Stein nach dem Wesen warf, als wolle sie einen Aasgeier vertreiben.
Mit einem Sprung warf er sich auf sie und riss sie zu Boden. Er durchstach ihre Füße, mehrfach, Blut floss. Er, es, erfreute sich an ihren Schreien und wollte den Moment ihres Schmerzes genießen.

Diese Sentenz zeigt exemplarisch, durch den häufigen Sprung in die verschiedenen Köpfe der Beteiligten, wie ärgerlich diese Erzählperspektive (für mich) ist... Da verfliegt jede Betroffenheit.

Er hatte die Hand, die rechte Hand, mit seinen beiden Händen umschlossen.

Das scheint unlogisch. Wenn er die Hand des Mädchens hält, wie kann er gleichzeitig "mit beiden Händen" die Hand des Untoten umschließen?

Fazit:
Das ist mitunter kompliziert, mit zu vielen Eliipsen aber sonst ordentlich geschrieben. Mit Erzähler/Erzählperspektive kann ich mich nicht anfreunden, das ist mal präziese, mal nicht, mal distanziert, mal nicht. Ich würde das, so geschrieben, sicher nicht weiterlesen.

LG brehb
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Re: [Fanty] Lefay

Beitragvon Asieral » 01.10.2015, 18:44

brehb hat geschrieben:
Ausführung:
Es kann sein, dass alles was mir auffällt, genauso von dir gewollt ist, dann vergiss, was ich schreibe.


Diese Sentenz zeigt exemplarisch, durch den häufigen Sprung in die verschiedenen Köpfe der Beteiligten, wie ärgerlich diese Erzählperspektive (für mich) ist... Da verfliegt jede Betroffenheit.


Fazit:
Das ist mitunter kompliziert, mit zu vielen Eliipsen aber sonst ordentlich geschrieben. Mit Erzähler/Erzählperspektive kann ich mich nicht anfreunden, das ist mal präziese, mal nicht, mal distanziert, mal nicht. Ich würde das, so geschrieben, sicher nicht weiterlesen.b


Hallo brehb,

vielen Dank für deinen Kommentar:)

Es ist zwar wirklich so, dass vieles (nicht alles), von dem, was dir aufgefallen ist, von mir so beabsichtigt war, als ich die Szene geschrieben hatte... nur steht diese Szene mit diesem Schreibstil etwas alleine da. Da ich teilweise Bertholt Brechts Konzeption des epischen Theaters im Hinterkopf hatte, sollte die Szene bizarr sein und ein wirkliches Einfühlen in eine der Personen unmöglich machen. Das scheint zwar gelungen, aber mittlerweile bin ich mir nicht mehr so sicher, ob das wirklich zum Gesamtwerk passt, da es aus dem Gesamtkonzept herausfiele.

Ich glaube ich werde die Szene rausstreichen oder vll anpassen.

Liebe Grüße
Asieral:)
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Re: [Fanty] Lefay

Beitragvon DerNachfrager » 02.10.2015, 17:19

Ich hab da auch noch ein zwei Sachen anzumerken, wenns nichts ausmacht.

Anders als "brehb" bin ich niemand der Ellipsen erkennt, noch so tut als wüsste er was das ist. :roll:

Ich werde ehr meinen Namen gerecht und stelle gerne ein paar Sachen in Frage.


Zuerst versuchtest du das Dorf als schön und heile Welt darzustellen, was an und für sich kein Fehler ist, doch schon ziemlich langweilig und direkt zu erkennen. Man kennt das halt.
Das Leben kann sehr schön dort sein, auch wenn die Häuser hässlich wären, oder der dritte Nachtbar von links ein penetrantes Arschloch.
Versuch ein wenig dem heile Welt Trott zu entkommen, dann sieht man das böse auch nicht direkt kommen :wink:

Dann schreibst du:

In jedem Haus vier, außer im Hause Ottions, er hatte drei Kinder, eine Seltenheit.

Warum ist das eine Seltenheit, sind mehr Kinder automatisch besser? Ist das irgendeine Menschenrasse die super fruchtbar ist? Und warum ist das so wichtig das der Autor das extra erwähnen muss?

Von hier war keiner in den Krieg gezogen, man besaß auch gar nicht die Mittel

Klingt erst nicht schlecht, doch selten führen Dörfer seine eigenen Kriege. Das tun dann doch die Königreiche, zudem ein Dorf in der Regel gehört ... Auch damals sind die meisten nicht freiwillig in den Krieg gezogen, die meisten mussten ... Die Pflicht ruft und so

Ein Fremder, man bekam nicht oft Besuch, nur gelegentlich von wandernden Händlern, die allerlei Gerüchte feilboten.

Ok hier habe ich gleich nochmal fragen. Meintest du echt Gerüchte feilbieten??
Feilbieten ist ja sowas wie das Anbieten von etwas, also der Verkauf? Verkaufen die Gerüchte?
"Haste schon das neuste aus der Hauptstadt gehört? nur 5 Mark heute!"

Oder meintest du Gerichte? Also Speisen aus dem ganzen Land?
Wobei sich die Frage stellt, wer Thaicurry durchs Land tragen würde?

Oder nochmal anders! Du meintest Gewürze! Das wurde zu seiner Zeit echt viel gehandelt, doch ehr selten im Dorf, sondern ehr am Hafen. Ich glaub du verstehst was ich meine.

„Seid gegrüßt und willkommen in unserem Dorfe, Fremder!“ Ottion war der erste, der den Fremdling gesehen hatte und sogleich zu diesem herangestürzt, um ihn zu begrüßen. Als Gemeinderat gehörte sich das auch, fand er.

Wo ist hier das Problem? Pass auf!
Man hatte schon davon gehört. Von den Untoten, die durch das Land zogen, zehn Menschen aus einem Dorf auswählten und diese auf grausame Weise töteten.

Du willst mir erzählen, überall geht das Wort in die Runde, das Untote das Land überfallen und scheinbar Wahllos Menschen in Dörfern töten und man geht einfach auf einen fremden zu und begrüßt ihn?
Ist er ein wenig Lebensmüde? Naiv?

Niemand griff ein, niemand machte irgendetwas, außer hinzusehen.

Warum nicht? Sind Untoten unbesiegbar? Warum einfach zusehen? Wenn du glaubst dass du draufgehen könntest, hättest du doch genug Zeit, schon dreimal aus dem Dorf zu fliehen, bevor diese totlangsame wandelnde Leiche dich überhaupt nur erreicht hat.
Die Dorfbewohner scheinen alle nicht wirklich Angst vorm Tot zu haben glaub ich, eine Schande das dann gerade die nicht im Krieg waren :mrgreen:


Ich könnte jetzt noch sagen, das ein hellhaariger Held, der die junge Tochter des frisch ermordeten Bauern rettet, auch ziemlich Klischee ist, doch das weißt sicher selbst schon :P


Ich belass das jetzt erstmal wie das ist und freu mich schon auf deine erste Aufarbeitung.
Das Risiko war kalkuliert! ... Doch verdammt bin ich schlecht in Mathe!
- Mincing Mockingbird
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Re: [Fanty] Lefay

Beitragvon Asieral » 02.10.2015, 18:05

Hallo Nachfrage,

erst einmal danke ich dir für deinen Kommentar^^. Ich werde mal versuchen auf deine Fragen einzugehen.

DerNachfrager hat geschrieben:


Versuch ein wenig dem heile Welt Trott zu entkommen, dann sieht man das böse auch nicht direkt kommen :wink:

Eigentlich war es meine Intention, dass man das "Böse" kommen sieht, es soll keinerlei Spannung aufkommen bzw. der Leser soll nicht überrascht sein, dass da jetzt so etwas passiert.

Und warum ist das so wichtig das der Autor das extra erwähnen muss?

Für die Handlung selbst ist diese Information nicht wichtig, nur für die Charakterisierung des Erzählers, da der Erzähler teil dieser Welt ist.

Von hier war keiner in den Krieg gezogen, man besaß auch gar nicht die Mittel

Klingt erst nicht schlecht, doch selten führen Dörfer seine eigenen Kriege. Das tun dann doch die Königreiche, zudem ein Dorf in der Regel gehört ... Auch damals sind die meisten nicht freiwillig in den Krieg gezogen, die meisten mussten ... Die Pflicht ruft und so

Es war auch nicht gemeint, dass Dörfer hier einen Krieg führen oder so.. eigentlich sind es auch keine "Königreiche", die hier im Krieg sind.
Dass der Krieg nicht freiwillig ist, ist klar... nur gibts es zu dieser Zeit niemanden, der alle Bürger auch dazu zwingen könnte, ihre Pflicht zu erfüllen. Und bei einem derart kleinen Dorf, denke ich mir zumindest, fällt das auch nicht so sehr ins Gewicht.
Eigentlich passt dieses Dorf nicht mehr in die Welt, es ist fast so als sei es vergessen worden.

Ein Fremder, man bekam nicht oft Besuch, nur gelegentlich von wandernden Händlern, die allerlei Gerüchte feilboten.

Ok hier habe ich gleich nochmal fragen. Meintest du echt Gerüchte feilbieten??


Ja ich meine wirklich Gerüchte feilbieten^^. Denn die Dorfbewohner führen ein eher langweiliges Leben, wer etwas zu erzählen hat, ist selbst etwas Besonderes.


Du willst mir erzählen, überall geht das Wort in die Runde, das Untote das Land überfallen und scheinbar Wahllos Menschen in Dörfern töten und man geht einfach auf einen fremden zu und begrüßt ihn?
Ist er ein wenig Lebensmüde? Naiv?

Naiv ist er auf jeden Fall.. (wie eigentlich alle aus diesem Dorf, denn sie zahlen auch für Gerüchte) Wenn ein Fremder kommt, denkt man, auch wenn man von Gefahren gehört hat, nicht unbedingt immer auch, dass diese Gefahr jetzt gerade zu einem selbst kommt. Man hört doch auch immer von Unfällen etc und dennoch gibt es genug Menschen, die unvorsichtig fahren. Solch ein Mensch denkt sich: "Oh ein Fremder, neue Gerüchte"

Niemand griff ein, niemand machte irgendetwas, außer hinzusehen.

Warum nicht? Sind Untoten unbesiegbar? Warum einfach zusehen? Wenn du glaubst dass du draufgehen könntest, hättest du doch genug Zeit, schon dreimal aus dem Dorf zu fliehen, bevor diese totlangsame wandelnde Leiche dich überhaupt nur erreicht hat.
Die Dorfbewohner scheinen alle nicht wirklich Angst vorm Tot zu haben glaub ich, eine Schande das dann gerade die nicht im Krieg waren :mrgreen:

Naja.. wer sagt, dass Untote immer langsame, wandelnde Leichen sind?^^ Solche zombieartigen Wesen ohne Hirn etc gibt es bei mir nicht^^.

Kommt es aber nicht häufiger vor als man denkt, dass andere Menschen nur daneben stehen und zusehen? Außerdem hätte ein Wegrennen zur Folge, dass sie in den Fokus der Aufmerksamkeit gerieten.

Deine Reaktion, dass ein Eingreifen doch eigentlich logisch und richtig wäre ist das, was ich erreichen wollte:) Ich selbst halte die Szene für relativ absurd, obwohl ich aus psychologischer Sicht eine gewisse Logik darin sehe.^^

(Wegrennen ist auch ein Risiko, das man aktiv eingeht. Dazubleiben bedeutet nicht aktiv zu handeln und ist damit etwas Passives. Eingreifen ist auch ein Riskio, das aktiv auf sich genommen werden würde. Ich bin froh, wenn der Leser diese Verhaltensweise als nicht richtig empfindet:) und vll überlegt er sich, ob er selbst nicht auch oft so handelt. Denn wenn ich so betrachte, was tagtäglich geschieht, denke ich mir manchmal, dass alles doch eigentlich nur ein Traum sein könnte, dass die Menschen doch eigentlich nicht so handeln dürften/könnten, wenn sie klar denken würden. In einem Traum kann man sich beispielsweise, um mit den Worten Dostojewskis zu sprechen, mit dem toten Bruder unterhalten, ohne einen Widerspruch darin zu sehen, obwohl man genau weiß, dass er tot ist. Ja man argumentiert sogar über dies oder jenes und überlegt alles ganz genau mit scharfem Verstand. )

Ich könnte jetzt noch sagen, das ein hellhaariger Held, der die junge Tochter des frisch ermordeten Bauern rettet, auch ziemlich Klischee ist, doch das weißt sicher selbst schon :P

Naja, die Person ist niemand, der für die weitere Handlung wichtig ist, oder sonst wie vorkommt, von daher war mir nur wichtig herauszustellen, zu welcher Seite die dargestellten Akteure gehören.

Ich belass das jetzt erstmal wie das ist und freu mich schon auf deine erste Aufarbeitung.


Da werde ich dich wahrscheinlich enttäuschen müssen, da ich die Szene jetzt (vorerst) gestrichen habe, da sie nicht zum Gesamtkonzept passt^^ und erst einmal mit anderen Szenen beschäftigt bin.
Eine solche Szene wie diese entfaltet zwar anscheinend die von mir gewünschte Wirkung, aber niemand würde sie lesen bzw danach weiterlesen... was dann doch nicht ganz so optimal ist^^ :thinking:

Liebe Grüße
Asieral
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