So ganz kann ich die Bedenken von taff aber auch nicht abstreiten.
Wenn dein Pfarrer nicht die Hauptrolle spielt. Wer spielt sie dann? Das Ehepaar das am Ende nur kurz erwähnt wird, selbst gar nicht zu Wort kommt?
Oder vielleicht sogar die Geigen?
Denn offenbar hast du durch die Nicht-Reimung versucht etwas aufzuzeigen. Aber was genau, das versperrt sich mir irgendwie.
Ich kann mir nur vorstellen, dass mit den himmlischen Geigen alle heutzutage Geistlichen gemeint sind, die versuchen alle Kritiker des Glaubens zum Schweigen zu bringen??
Vielleicht sogar Kritiker des, seit so vielen Generationen traditionellen, Ehegelübdes vor dem Pfaffen?
taff hat geschrieben:Vor Gott, der Himmel und Erd‘ gemacht
Nach allem Mann und Frau geschafft
Gelobet sogleich gewissenhaft
In guten wie in schlechten Zeiten
Bis euch der Tod dahingerafft
Einander stets die Treu‘ zu halten
Du schreibst das Ganze sehr absolut. Als eine Tatsache. Es ist einfach so dass wir von Gott gemacht sind. Punkt Ende.
In diesen Zeilen kommt der Pfarrer zur Sprache, bzw der Pfarrer stellvertretend wieder für alle Pfarrer und Geistlichen.
taff hat geschrieben:So will denn er, so will denn sie
In nomine Patris et filii
Et spiritus sancti, in Ewigkeit
Gesegnet seid
Auch hier wieder diese Endültigkeit. Der Pfarrer nimmt sich das Recht raus zu behaupten, dass sie will und das er will. (Normalerweise werden die Betroffenen ja erstmal gefragt).
Die Geistlichkeit stellt sich hier also über die "normale" Bevölkerung und sagt: Ihr wollt heiraten, ihr habt zu heiraten, das ist Gott gewollt, also seid ihr jetzt verheiratet, viel Spaß damit und Tschüß, die nächsten Bitte.
Ich denke die Kritik in deinem Gedicht wendet sich gegen den Akt des kirchlichen Heiratens. Nicht gegen das Heiraten an sich, sondern dagegen WIE diese abgehalten wird.
Um 13:00 Uhr heiratet das Paar Müller, der Pfarrer leiert seine predigt, alles klatscht und um 13:30 heiratet am gleichen Ort das Paar Schneider mit der gleichen Prozedur.
Dieses "husch, husch, wir müssen uns beeilen" kommt in deinem kurzen Gedicht und seiner Dynamik darin auch sehr gut ins Auge.
Die Kirche geht mit Ehepaaren um wie mit einem Produkt das über die Kasse gezogen wird, tütüt, verkauft. Finde ich eine sehr schöne Idee als Gedicht und du hast es auch gut zum Ausdruck gebracht (Wenn du es denn so gemeint hast)
Unter diesem Gesichtspunkt hätte ich das Gedicht eigentlich eher unter der kritischen Rubrik angesiedelt.
PS: Mit Trauerfeierund und Beerdigungen wird übrigens das gleiche Schindluder betrieben.
In diesem Sinne^^