[Liebe]Loveguard

Liebe, Romantik, Sehnsucht

[Liebe]Loveguard

Beitragvon tattoo99 » 11.02.2014, 13:06

Julia starrte aus dem Fenster, das mit ihrem Atem beschlagen war. Mit ihrem Finger malte sie kleine Kreise auf diese Stelle. Draußen tobte schon seit Tagen ein Schneesturm. Aus der Küche der kleinen drei- Zimmer Wohnung kamen das Geräusch scheppernder Töpfe und der leise Gesang ihrer Mutter Lina. Julia strich sich eine rote Haarsträhne aus dem Gesicht und wandte sich von dem Naturschauspiel ab. Ein kleines, braunes Knäul kam plötzlich auf sie zu geschossen und sprang bellend an ihr hoch. Sie beugte sich runter und nahm den kleinen Hund auf den Arm. An seinem roten Halsband, das in dem dunkelbraunen Fell als erstes auffiel hing ein kleines schwarzes Schild auf dem in weißer Schrift „Sammy“ stand. Das Mädchen lachte, als Sammy ihr mit seiner warmen, rauen Zunge übers Gesicht leckte. Mit ihrem Hund auf den Arm ging sie hinüber in die Küche und setzte sich dort an den Tisch. „Ich hab dir schon so oft gesagt, dass er dir nicht übers Gesicht lecken soll“, schimpfte ihre Mutter und stellte einen Topf auf den Küchentisch. Julia warf einen Blick hinein und machte ein angewidertes Gesicht. Bah! Sie hasste Eintopf. Ihre Mutter Lina setzte sich zu ihr und füllte erst den Teller ihrer Tochter und dann ihren eigenen. „Wegen Morgen“, begann sie vorsichtig. „ Keiner darf erfahren wo du wirklich herkommst und wer dein Vater ist. Verstanden?“ Julia nickte stumm. Man hatte ihr lange eingebläut nichts über ihren Vater und ihre Herkunft zu erzählen. Morgen musste sie ihren Hund Sammy ins Tierheim bringen und dann ging es für sie ins Internat. Zunächst hatte Julia sich geweigert dorthin zu gehen, doch dann erkannte sie, dass es besser für sie war. Zu ihrer eigenen Sicherheit.
„Ja, ich weiß.“ Schweigend aßen die beiden ihr Mittagessen.
„Ich fahr gleich einkaufen. Denk dran im Haus zu bleiben.“
„Darf ich nicht einmal zum Briefkasten gehen?“
„Nein.“
Als sie aufgegessen hatten, räumte Julia den Tisch ab und ihre Mutter ging einkaufen. Kaum war die Wohnungstür ins Schloss gefallen, da lief sie zum Telefon und wählte die Nummer des Tierheims. Eigentlich durfte sie noch nicht einmal telefonieren, aber was sollte schon passieren? Außerdem war Ben im Zimmer nebenan. Ben war ein kräftiger, großer Mann und diente den beiden als Bodyguard. Er hatte schütteres Haar und einen drei Tage Bart. Er hielt sich jedoch die ganze Zeit in seinem Zimmer auf, um Mutter und Tochter ein bisschen Privatsphäre zu gönnen. Endlich nahm am anderen Ende der Leitung jemand ab: „Tierheim Steinhagen. Guten Tag, mein Name ist Frau Dunker. Was kann ich für Sie tun?“
„Hallo. Hier ist Julia He...“ Erschrocken biss sie sich auf die Lippe. Sie durfte ihren richtigen Namen doch nicht sagen. Nur ihren Neuen. „Hier ist Julia Krug. Ich rufe an wegen meinem Hund Sammy den ich eigentlich morgen abgeben sollte, aber das hat sich geändert. Der Hund soll nicht ins Tierheim.“
„Das ist aber schön. Es ist besser, wenn er bei dir zu Hause bleibt. Danke für die Informationen, aber darf man Fragen warum? Diese Frage muss ich stellen, damit ich sicher gehen kann, dass alles in Ordnung ist.“
„Ich musste ursprünglich ins Internat, aber das hat sich erledigt und ich darf hier bleiben.“
„Okay, danke. Schönen Tag noch.“
„Tschüss. Danke, gleichfalls.“
Sie legte das Telefon zurück auf die Gabel und bemerkte plötzlich im Augenwinkel eine Gestalt. Es war Ben, der grinsend im Türrahmen lehnte.
„Du verrätst mich doch nicht, oder?“, fragte Julia verunsichert.
„Nur wenn ich einen Kaffee bekomme“, lachte Ben. „Aber du kannst den Hund doch nicht im Internat halten. Ist das nicht verboten?“
„Ja schon, aber irgendwie werde ich es schaffen.“ Julia lächelte hoffnungsvoll und atmete erleichtert auf. Ben war schon ein klasse Kerl.
Die beiden gingen in die Küche. Plötzlich ertönte das Summen der Tür aus dem Wohnungsflur. Alarmiert schaute Ben auf. „Bleib hier.“ Er ging in den Flur zu einer Sprechanlage, die neben der Tür hing, und drückte auf einen grauen Knopf. „Ja bitte? Wer ist da?“
„Der Postbote. Ich habe ein Paket für eine Frau Lina Krug.“
„Kommen sie hoch.“
Ben ließ den Knopf los und wartete, bis das Schellen der Klingel ertönte. Vorsichtig öffnete er die Tür einen Spalt und musterte den Postboten aufmerksam. Er hatte schütteres, schwarzes Haar und einen drei Tage Bart. Eine Hand hatte Ben an seiner Waffe. Immer bereit sie zum Einsatz zu bringen. Der Mann hielt ihm ein Paket entgegen. „Sind sie Herr Krug?“
„Ja der bin ich“, sagte Ben ohne mit der Wimper zu zucken. „Wo soll ich unterschreiben?“
„Hier.“ Der Postbote gab ihm einen Stift, mit dem er auf einem Gerät unterschrieb. „Danke Tschüss.“
„Ja“, murmelte Ben, ging zurück in die Küche und fasste sich an den Hinterkopf. „Was da wohl drin ist?“, fragte er sich selbst.
„Das werden wir gleich sehen.“ Julia wollte ihm das Packet aus der Hand nehmen und aufmachen, doch der Bodyguard fuhr sie wütend an: „Du gehst jetzt langsam in dein Zimmer und legst dich unter dein Bett. Verstanden? Du weißt doch, was du zu tun hast, wenn mir etwas passiert?“
Julia verdrehte die Augen. Natürlich! „Ich renne in die Nachbarwohnung, denn da ist Liam und der weiß, was zu tun ist.“ Leicht verärgert aber auch ängstlich ging sie in ihr Zimmer und machte das, was Ben ihr gesagt hatte. Was würde geschehen? Dann wartete sie, was passieren würde.
Ben hob das Packet und legte sein Ohr daran. Einen Absender hatte es auch nicht. Das Päckchen tickte. Tick Tack. War da etwa eine Bombe drin? Okay. Jetzt musste er Ruhe bewahren. Bloß. Nicht. In. Panik. Geraten. Ganz langsam nahm er eine Schere und ein Messer und stach vorsichtig ein paar Millimeter in den Karton. Seine Hände zitterten und Schweißperlen standen auf seiner Stirn. Hier in der Wohnung war ein Mädchen, das jeden Moment sterben könnte. Seinetwegen. Er ließ das Messer sinken und wischte sich mit einem Ärmel den Schweiß aus dem Gesicht. Als der Karton nun endlich auf war, griff er ganz langsam hinein. Es fühlte sich komisch an.
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Re: Loveguard

Beitragvon inmutanka » 12.02.2014, 13:58

Hallo Tattoo,

anbei mein Meinung zu deinem Text. Ich hoffe, es ist was brauchbares für dich dabei, ansonsten vergiss alles.

LG


Du schreibst gut lesbar und ein gutes Deutsch ohne Fehler (zumind. sind mir bisher keine aufgefallen). Einige Absätze täten dem Leser gut.

Inhalt:
Julia soll am nächsten Tag ins Internat. Sie lebt mit ihrer Mutter unter einem falschen Namen und mit einem Leibwächter zusammen und darf nichts über ihren Vater verraten. Dann kommt ein tickendes Paket an.

Insgesamt hätte diese damit Story alles um packend, rührselig und dramatisch zu werden.

Ich gehe jetzt einmal nach meinem Fragenkatalog vor, den ich auch bei meinen Stories anwende:
1. Haben die Figuren genug Tiefe?
Für dieses kurze Stück kann ich nur Julia herausnehmen und da muss ich mit einem klaren *Nein* antworten.
Julia bleibt oberflächlich und nichtssagend.
Grund:
Ein Teenager muss unter falschem Namen eventl. sogar an einem ihm fremden Ort ohne ihre vertrauten Freunde/Klassenkameraden leben und ihren Vater verleugnen. Selbst für Erwachsene wäre es schwer, irgendwo anders unter falschem Namen neu anzufangen und keine Kontakte mit vertrauten/liebgewonnen Personen zu halten. Dazu kommt, dass sie wahrscheinlich auch immer mit einer Portion Angst leben, doch noch von ihren Feinden/Widersachern gefunden zu werden. Und/Oder auch die Angst, bei neuen Freunden diese doch wieder über kurz oder lang verlassen zu müssen. Oder auch die Angst, sich durch eine unbedachte Äußerung zu verraten. Davon spüre ich bei Julia nichts. Keine Wehmut, dass sie in ein Internat und damit auch noch ihre letzten Bezugspersonen, ihre Mutter und Ben, verlassen muss. Der nächste Punkt ist ihr Hund! Mensch, mir an ihrer Stelle würde alleine die Vorstellung, mich von meinem Hund trennen zu müssen, kirre machen. Und dann auch noch Tierheim! Ich würde kämpfen, meine Mutter beknien, verhandeln, die wildesten Versprechungen machen, damit SIE ihn wenigstens behält und er nicht ins Tierheim muss. Und als Teenie wäre das für mich Grund genug auszureißen, wenn ich damit keinen Erfolg hätte. Im Gegenzug wäre meine Mutter absolut misstrauisch geworden, wenn ich diese Entscheidung so gleichmütig hingenommen hätte. Sie hätte gleich *den Braten* gerochen.
Aber deine Julia nimmt all das so gleichmütig hin, als ob es um die Entscheidung geht, ob es Morgen Linsen mit Würstchen oder Würstchen mit Linsen gäbe …

2. Zu gute/zu böse Figuren?
Zu kurz, um dazu etwas zu sagen.

3. Bist du den Hauptfiguren nahe? Und in diesem Falle noch gleich:
4. Kannst du dich mit den Figuren identifizieren?
Auf Julia bezogen – nein. Sie ist zu gleichgültig, leidenschaftslos. Ich teile keine Ängste, keine Sorgen, keinen Schmerz mit ihr. Sie lässt mich einfach kalt.

5. Entwickeln sich die Hauptfiguren?
Dazu ist der Text zu kurz.

6. Wie ist die Beziehung zwischen den Figuren?
Zwischen Mutter und Tochter empfinde ich die Beziehung gleichgültig. Sie könnten genauso gut Fremde/zufällige Straßenbekanntschaften sein. Zwischen Julia und Ben empfand ich mehr Sorge und Gefühle.

7. Ist der Plot stimmig?
Zu kurz, um etwas dazu zu sagen.

8. Erkennst du den roten Faden?
Wenn es darum geht, dass Julia gegen eine Gefahr/Gegner kämpfen muss – ja.

9. Stimmen die Spannungsbögen?
Jein – Potenzial für Spannungen/Konflikte wäre genügend da, werden aber nicht ausgereizt.

10. Passt die Perspektive?
Du hast Perspektivwechsel drin. Ich würde voll und ganz aus Julias Sicht schreiben.

11. Markiere die guten und die weniger guten Szenen.
Als gute Szene würde ich die letzte Szene – Ben öffnet das Paket – empfinden. Da kommt Spannung auf und ich fiebere mit, ob nun eine Bombe explodiert oder nicht. Dabei gilt meine Sorge jedoch Ben und nicht – wie es eigentlich sein sollte – Julia. Auch hier bleibt Julia wieder kalt und gefühllos – sie scheint sich kein bisschen um Ben zu sorgen.
Alle anderen Szenen empfinde ich als stark verbesserungswürdig und ausbaufähig.

12. Reihenfolge der Szenen umstellen?
nein, aber unbedingt ausbauen (oder einen Teil rauswerfen).

13. Wie empfindest du die ersten 5 Seiten?
Schwach, als Buch hätte ich nach den ersten 1 - 2 Seiten aufgehört zu lesen. Da steckt mehr Potenzial drin, als du zeigst.

14. Stimmen Fakten und Logik?
Sachlich gesehen würde ich sagen, Fakten ja, die Logik von den Reaktionen der Personen her nicht.

15. Passt der Grundton des Textes?
Für mich ja.

16. Sind die Dialoge lebensecht und überzeugend?
Für mich nicht.

27. Ist Wissen elegant vermittelt?
Nein – viele Beschreibungen kommen einfach nur plump herüber.

Julia starrte aus dem Fenster, das mit ihrem Atem beschlagen war. Mit ihrem Finger malte sie kleine Kreise auf diese Stelle. Draußen tobte schon seit Tagen ein Schneesturm. Aus der Küche der kleinen drei- Zimmer Wohnung kamen das Geräusch scheppernder Töpfe und der leise Gesang ihrer Mutter Lina. Julia strich sich eine rote Haarsträhne aus dem Gesicht und wandte sich von dem Naturschauspiel ab.


Julia starrt aus einem *beschlagenen* Fenster. Da gibt es zwei Möglichkeiten: sie sieht noch etwas oder sie sieht nichts. Aber du zeigst mir keine von diesen Möglichkeiten. Du zeigst mir nicht ob und was sie draußen sieht, sagst aber auch nicht, dass sie nichts sieht. Dann könntest du diese Sequenz dazu nutzen, um mir Julias Gedanken zu zeigen/was sie beschäftigt usw. Als Leser frage ich mich, warum lässt du eine Figur aus dem Fenster starren, ohne mir zu zeigen, was sie sieht?
Draußen tobte schon seit Tagen ein Schneesturm. – Wieder behauptest du nur etwas. Ich *sehe* nichts. Ich sehe nicht, dass es schon mittags so dunkel ist wie sonst am frühen Abend. Ich sehe keinen von Windböen gepeitschten Schnee, keine Schneeverwehungen, keine verschneite Landschaft/Straßen, eingeschneite Autos, einige wenige Menschen, die vom Sturm getrieben und dick eingemummelt durch die Gegend schlittern, Schneeräumfahrzeuge etc.
Aus der Küche der kleinen drei- Zimmer Wohnung kamen das Geräusch scheppernder Töpfe und der leise Gesang ihrer Mutter Lina. – *kleine Drei-Zimmer-Wohnung* ist für mich eine *plumpe* Info. Die könntest du eleganter verpacken, z. B. in ihren Gedanken (immerhin wird der Schneesturm sie schon seit Tagen in der kleinen Wohnung festhalten, das wird sie doch beschäftigen, oder). Und ich frage mich: Wieso scheppern Töpfe, wenn es nur Eintopf gibt, der zudem schon fertig ist? Ich brauche um Eintopf zu kochen nur – wie es der Name schon sagt – einen Topf. Das weckt bei mir das Gefühl: Der Autor will unbedingt auf Teufel komm raus Atmosphäre schaffen und/oder mir Infos (kleine Drei-Zimmer-Wohnung; Mutter heißt Lina) aufs Auge drücken.
*leise Gesang* konkret, konkreter = Stimmung/Atmosphäre/Realtitätsnähe. Wenn du schreibst: Mutter summte: Yesterday, all my troubles seemed so far away – transportiert das eine ganz andere Stimmung, als wenn du schreibst: Mutter summte den Radetzky-Marsch oder die Schnulze: Cherry, cherry Lady. Erstens schafft das Realität, zweitens sagt es etwas über die Person und ihre Stimmung aus, drittens kannst du zeigen, was Julia von ihrem Musikgeschmack hält.
*strich sich eine rote Haarsträhne* - auch das ist wieder eine plumpe Info, die eleganter verpackt werden könnte.
* wandte sich von dem Naturschauspiel ab* - von welchem Naturschauspiel? Du hast mir keines gezeigt, dafür aber die 3-Zimmer-Wohnung, Mutter Lina und scheppernde Töpfe und rote Haare.

Ein kleines, braunes Knäul kam plötzlich auf sie zu geschossen und sprang bellend an ihr hoch. Sie beugte sich runter und nahm den kleinen Hund auf den Arm. An seinem roten Halsband, das in dem dunkelbraunen Fell als erstes auffiel hing ein kleines schwarzes Schild auf dem in weißer Schrift „Sammy“ stand. Das Mädchen lachte, als Sammy ihr mit seiner warmen, rauen Zunge übers Gesicht leckte. Mit ihrem Hund auf den Arm ging sie hinüber in die Küche und setzte sich dort an den Tisch. „Ich hab dir schon so oft gesagt, dass er dir nicht übers Gesicht lecken soll“, schimpfte ihre Mutter und stellte einen Topf auf den Küchentisch.


Ein kleines, braunes Knäul kam plötzlich auf sie zu geschossen – Da entsteht kein Bild, keine Vorstellung. Was ist *klein*? Für mich sind z. B. alle Hunde unter 50 cm Schulterhöhe *klein* also auch Mittelschnauzer, Deutsche Pinscher uä. für andere sind *kleine* Hunde Yorkshire oder Chihuahua, aber im Vergleich zum Mittelschnauzer können somit locker 25 – 30 cm Schulterhöhe liegen. Bei *braunes* Knäul hatte ich zwei unterschiedliche Bilder vor Augen: 1. Ein zusammengeknäultes braunes Wäschestück (z. B. Socken) und – als ich *bellend* gelesen hatte, einen verfilzten und ungepflegten langhaarigen Hund. Ich denke nicht, dass das die von dir gewünschten Bilder sind. Daher immer konkret werden.
Da ich selbst lange Zeit Hunde hatte, weiß ich, dass sie nicht grundlos *auf einen zugeschossen* kommen. Gründe für meine Hunde waren: Ich habe sie gerufen oder aber, ich war ohne sie weg und bin zurückgekommen. Ansonsten waren sie ruhig auf ihren Lieblingsplätzen gelegen oder sind manierlich durch die Wohnung gelaufen.
* Sie beugte sich runter* - wenn schon dann: Sie beugte sich herunter. Aber es würde auch genügen, wenn du schreibst: sie nahm den Hund auf den Arm. Dass sie sich dazu mehr oder weniger bücken muss, ist logisch und braucht nicht extra erwähnt zu werden.
*An seinem roten Halsband, das in dem dunkelbraunen Fell als erstes auffiel hing ein kleines schwarzes Schild auf dem in weißer Schrift „Sammy“ stand.* - auch das ist pures plumpes Infodumping: Pass auf lieber Leser, sein rotes Halsband sticht aus dem dunkelbraunen Fell hervor, daran hängt ein schwarzes Schild mit weißer Aufschrift *Sammy* und so heißt der Hund. Dazu kommt: Oben schreibst du *ein braunes Knäul* und jetzt ist er *dunkelbraun*. Schau dir mal die Farbvarianten von Braun an. *Dunkelbraun* kann so dunkel sein, dass es für die meisten Menschen schwarz aussieht. Also bleib entweder bei *braun* oder bei *dunkelbraun*, dann kann sich jeder sein persönliches Braun heraussuchen.
* Das Mädchen lachte* - du hast sie schon personalisiert, also bleib bei *Julia*
* warmen, rauen Zunge* - wäre die Zunge in diesem Fall nicht warm, wäre das erwähnenswert. Aber so ist es logisch, dass die Zunge von einem lebenden Wesen warm ist, ist schließlich ein stark durchblutetes Organ.
* Mit ihrem Hund auf den Arm ging sie hinüber in die Küche und setzte sich dort an den Tisch. „Ich hab dir schon so oft gesagt, dass er dir nicht übers Gesicht lecken soll“* - für den Hund gilt das gleich wie für Julia. Du hast ihn schon beim Namen genannt, also bleibe auch beim Namen.
Unlogik hier: Wie hat ihre Mutter gesehen, dass Sammy Julias Gesicht abgeleckt hat, wenn sie doch erst danach zu ihr in die Küche geht?

Julia warf einen Blick hinein und machte ein angewidertes Gesicht. Bah! Sie hasste Eintopf. Ihre Mutter Lina setzte sich zu ihr und füllte erst den Teller ihrer Tochter und dann ihren eigenen. „Wegen Morgen“, begann sie vorsichtig. „ Keiner darf erfahren wo du wirklich herkommst und wer dein Vater ist. Verstanden?“ Julia nickte stumm. Man hatte ihr lange eingebläut nichts über ihren Vater und ihre Herkunft zu erzählen. Morgen musste sie ihren Hund Sammy ins Tierheim bringen und dann ging es für sie ins Internat. Zunächst hatte Julia sich geweigert dorthin zu gehen, doch dann erkannte sie, dass es besser für sie war. Zu ihrer eigenen Sicherheit.


* Julia warf einen Blick hinein und machte ein angewidertes Gesicht.* - Ok, meine Freunde/Familie sagen mir ja eine große Toleranzgrenze bzgl. Haustiere im Haushalt nach. Aber mit einem Hund auf den Arm zum Essen an den Tisch setzen? Das geht bei mir gar nicht. Und wenn ihre Mutter sich schon wegen einem Gesichtsschlecker aufregt, dann wird sie das erst recht stören.
* füllte erst den Teller ihrer Tochter und dann ihren eigenen.* - warum so umständlich und nicht: füllte die Teller? Oder willst du mir zeigen, dass sie die Grundregeln des höflichen Miteinanders beherrscht?
* „ Keiner darf erfahren wo du wirklich herkommst und wer dein Vater ist. Verstanden?“* - da passt für mich das *begann sie vorsichtig* nicht richtig. Mir kommt das schon ziemlich streng bzw. fast im Befehlston herüber. Vorsichtig wäre: Bitte denke daran, erzähle niemandem, wer du bist und wer dein Vater ist. Unser beider Leben, besonders deines, hängt davon ab. Kann ich mich auf dich verlassen?
* Julia nickte stumm.* - Julia nickte. – genügt. Wenn keine Rede folgt, ist klar, dass sie nichts sagt.
*Man hatte ihr lange eingebläut* - Wer ist *Man*? Wer hat es ihr eingebläut? *eingebläut* liest sich für mich schon fast *gehirnwäscheartig*. Ist das gewollt?
* nichts über ihren Vater und ihre Herkunft zu erzählen* - damit wiederholst du das, was zuvor die Mutter gesagt hat. Kann also raus.
*Morgen musste sie ihren Hund Sammy* - Ich weiß inzwischen, dass der Hund Sammy heißt und Sammy ein Hund ist. Der Name würde genügen.
* dann ging es für sie ins Internat* - liest sich unbeholfen. Bsp.: anschließend brachte sie XY in das Internat.
* Zunächst hatte Julia sich geweigert dorthin zu gehen, doch dann erkannte sie, dass es besser für sie war.* - Die Weigerung kann ich verstehen. Aber mir fehlt hier eine Andeutung, was ihren plötzlichen Gesinnungswandel ausgelöst hat.
* Zu ihrer eigenen Sicherheit.* - auch hier wieder: offene Fragen sind gut und schön, aber nur irgendwelche rätselhafte Behauptungen – das vermiest das Interesse. Wenn du HP gelesen hast, dann wirst du dich vllt. an die Stelle erinnern, wo sie das Baby HP bei Onkel und Tante abgelegt haben. Und selbst da wird schon deutlich, dass er bei den Muggels sicherer für ihn ist, weil die Zauberwelt ihn dort nicht vermuten wird. Der Leser weiß also sofort: HP ist was Besonderes und ein Teil der Zauberer will ihm Böses. Das hält die Leser bei der Stange, weil sie wissen möchten: warum beschützten ihn einige Zauberer und warum wollen andere Zauberer ihn töten? Würde dagegen nur dastehen: sie geben in bei den Muggels in Obhut, damit er sicher ist – wäre das Interesse kaum halb so groß.

„Ja, ich weiß.“ Schweigend aßen die beiden ihr Mittagessen.
„Ich fahr gleich einkaufen. Denk dran im Haus zu bleiben.“
„Darf ich nicht einmal zum Briefkasten gehen?“
„Nein.“
Als sie aufgegessen hatten, räumte Julia den Tisch ab und ihre Mutter ging einkaufen. Kaum war die Wohnungstür ins Schloss gefallen, da lief sie zum Telefon und wählte die Nummer des Tierheims. Eigentlich durfte sie noch nicht einmal telefonieren, aber was sollte schon passieren? Außerdem war Ben im Zimmer nebenan. Ben war ein kräftiger, großer Mann und diente den beiden als Bodyguard. Er hatte schütteres Haar und einen drei Tage Bart. Er hielt sich jedoch die ganze Zeit in seinem Zimmer auf, um Mutter und Tochter ein bisschen Privatsphäre zu gönnen.


* Schweigend aßen die beiden ihr Mittagessen.* - verstehe ich nicht. Sie essen schweigend, aber dann kommt ein kurzer Dialog und anschließend: als sie aufgegessen hatten. Die Sequenz vermittelt mir folgenden Ablauf: sie essen schweigend (fertig), dann reden sie, essen wieder. Wat nu?
*„Ich fahr gleich einkaufen. Denk dran im Haus zu bleiben.“* - Ähm, die haben doch seit Tagen einen fürchterlichen Schneesturm (s. 1. Absatz).
* und ihre Mutter ging einkaufen* - Wiederholung; kann raus.
Das ist wieder eine Sequenz, die ich als plump empfinde. Mir kommt es vor, als will der Autor unterbringen: Julia ist gefährdet, Mutter muss aus dem Haus, damit Julia beim Tierheim anrufen kann. Das alles liest sich irgendwie gezwungen.
* Eigentlich durfte sie noch nicht einmal telefonieren, aber was sollte schon passieren?* - Wer hat ihr warum das verboten und was könnte passieren? Auch hier wäre die eine oder andere Andeutung hilfreich, um nicht das Interesse zu verlieren.
* Ben war ein kräftiger, großer Mann und diente den beiden als Bodyguard. Er hatte schütteres Haar und einen drei Tage Bart.* - Warum hier so eine detaillierte Beschreibung, wenn er bisher noch nicht in Erscheinung getreten ist? *diente als Bodyguard* - *dienen* liest sich antiquiert, *war ihr Bodyguard* oder *wurde als ihr Bodyguard abgestellt*. Was ich nicht verstehe (Unlogik): Wenn er IHRER BEIDER Bodyguard ist, warum lässt er die Mutter einfach so aus dem Haus gehen? Und wenn Mutter und Tochter gefährdet sind, warum geht die Mutter, ohne sich bei ihm abzumelden?
* Er hielt sich jedoch die ganze Zeit in seinem Zimmer auf, um Mutter und Tochter ein bisschen Privatsphäre zu gönnen.* - Ok, es handelt sich um eine 3 Zimmer Wohnung, also Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer – was bedeutet: Entweder schlafen Mutter und Tochter in einem Raum oder aber Ben belagert das Wohnzimmer. Was ich ebenfalls für unlogisch und gar unhöflich halte (weil du zuvor so betont hast, dass die Mutter zuerst Julias und dann ihren eigenen Teller füllte): Mutter kocht für sich und Julia und den armen Ben, der seinen Kopf für die beiden hinhalten muss, kann sehen, wo er etwas zu essen herbekommt?

Sie legte das Telefon zurück auf die Gabel und bemerkte plötzlich im Augenwinkel eine Gestalt. Es war Ben, der grinsend im Türrahmen lehnte.
„Du verrätst mich doch nicht, oder?“, fragte Julia verunsichert.
„Nur wenn ich einen Kaffee bekomme“, lachte Ben. „Aber du kannst den Hund doch nicht im Internat halten. Ist das nicht verboten?“
„Ja schon, aber irgendwie werde ich es schaffen.“ Julia lächelte hoffnungsvoll und atmete erleichtert auf. Ben war schon ein klasse Kerl.
Die beiden gingen in die Küche. Plötzlich ertönte das Summen der Tür aus dem Wohnungsflur. Alarmiert schaute Ben auf. „Bleib hier.“ Er ging in den Flur zu einer Sprechanlage, die neben der Tür hing, und drückte auf einen grauen Knopf. „Ja bitte? Wer ist da?“
„Der Postbote. Ich habe ein Paket für eine Frau Lina Krug.“
„Kommen sie hoch.“


*Sie legte das Telefon zurück auf die Gabel und bemerkte plötzlich im Augenwinkel eine Gestalt. Es war Ben, der grinsend im Türrahmen lehnte* - Jetzt frage ich mich: ist die Gefahr doch nicht so groß für Mutter und Tochter oder nimmt Ben seinen Job nicht ernst? Grund: Julia darf nicht telefonieren, Ben bekommt es mit und er grinst nur?
*„Nur wenn ich einen Kaffee bekomme“, lachte Ben.* - Wie lacht jemand einen Satz? Er kann etwas sagen und dann lachen oder erst lachen und dann etwas sagen. Aber einen Satz lachen????
*„Aber du kannst den Hund doch nicht im Internat halten. Ist das nicht verboten?“* - Ähm, hier frage ich mich, wer kindischer ist. Julia oder Ben? Dass ein Kind sich noch ausmalt, wie es einen Hund unbemerkt in einem Internat halten kann, ist für mich noch nachvollziehbar.(Immerhin malte ich mir als Kind aus, dass es eigentlich durchaus möglich ist im 1. OG eines Miethauses im Badezimmer ein Pferd zu halten ;) ) Bei einem Teenager – na ja, da glaube ich es eher nicht mehr, außer er hat ein absolut kindliches Gemüt und realitätsfernes Denken. Aber dass Ben, der erwachsen und verantwortungsvoll sein soll – immerhin soll er 2 Leben unter Einsatz seines eigenen Lebens und Gesundheit schützen – das so einfach hinnimmt, ihr nicht versucht, es auszureden, Gegenargumente bringt etc. lässt ihn mir den Gedanken aufkommen, ihm ist sch…egal, was Julia und ihre Mutter machen.
*. Plötzlich ertönte das Summen der Tür aus dem Wohnungsflur.* - eine Tür die summt? Eher die Türklingel summte, oder?
* Alarmiert schaute Ben auf.* - wie muss ich mir das vorstellen? Schaut er sonst ständig unter sich?
* Er ging in den Flur zu einer Sprechanlage, die neben der Tür hing, und drückte auf einen grauen Knopf.* - zu *einer Sprechanlage* - bedeutet eine Sprechanlage unter vielen Sprechanlagen. Aber in der Wohnung wird es wohl nur EINE Sprechanlage geben, also müsste es heißen: zu DER Sprechanlage. * die neben der Tür hing* - wo sollte sie sonst hängen? Im Bad oder in der Küche? * grauen Knopf* ist es für die Story relevant, ob der Knopf grün, rot oder grau ist? Das kannst du alles einfach schreiben: Er ging in den Flur und drückte den Knopf der Sprechanlage.

Ben ließ den Knopf los und wartete, bis das Schellen der Klingel ertönte. Vorsichtig öffnete er die Tür einen Spalt und musterte den Postboten aufmerksam. Er hatte schütteres, schwarzes Haar und einen drei Tage Bart. Eine Hand hatte Ben an seiner Waffe. Immer bereit sie zum Einsatz zu bringen. Der Mann hielt ihm ein Paket entgegen. „Sind sie Herr Krug?“
„Ja der bin ich“, sagte Ben ohne mit der Wimper zu zucken. „Wo soll ich unterschreiben?“
„Hier.“ Der Postbote gab ihm einen Stift, mit dem er auf einem Gerät unterschrieb. „Danke Tschüss.“


* Ben ließ den Knopf los* - uninteressant, es ist logisch, dass er nicht den Finger darauf lässt.
* Vorsichtig öffnete er die Tür einen Spalt und musterte den Postboten aufmerksam.* - hier ist der Perspektivwechsel, von Julia zu Ben. Ich würde die Szene aus Julias Sicht beschreiben. Andere Frage: wo befindet sich Julia zu dem Zeitpunkt? Wäre ich Bodyguard, hätte ich meinen Schützling beim Klingeln in den entferntesten Raum geschickt und gesagt, sie solle die Tür schließen. Was ja nicht unbedingt bedeutet, dass der Schützling durch einen Türspalt lugt und alles beobachtet, was abgeht.
* Eine Hand hatte Ben an seiner Waffe. Immer bereit sie zum Einsatz zu bringen.* - und wo hat er die Waffe? An der seitlichen Hüfte, hinter dem Rücken im Hosenbund? Im Fussholster? Schulterholster? * Immer bereit sie zum Einsatz zu bringen.* das liest sich so reißerisch. Wenn er die Hand an der Waffe hat, weiß ich, dass er sie benutzen würde, wenn es notwendig ist (ansonsten taugt er nicht als Bodyguard). Deswegen brauchst du das nicht noch extra zu betonen.
Zum anderen: Um was für eine Waffe handelt es sich? Ein Smith&Wesson? Eine Glock? Ein Colt? Ein Schwert? Eine Lanze? – auch hier wieder: immer konkret werden.
* Der Postbote gab ihm einen Stift, mit dem er auf einem Gerät unterschrieb. „Danke Tschüss.“* - ist es wichtig für die Story, dass du das erwähnst? Ich weiß ja nicht einmal, in welchem Land das spielt. Vllt. ist es dort überhaupt nicht üblich oder der Paketbote ist nachlässig oder das Päckchen ist so klein/leicht, dass eine Unterschrift überhaupt nicht notwendig ist. – Könnte m. E. also raus.


„Ja“, murmelte Ben, ging zurück in die Küche und fasste sich an den Hinterkopf. „Was da wohl drin ist?“, fragte er sich selbst.
„Das werden wir gleich sehen.“ Julia wollte ihm das Packet aus der Hand nehmen und aufmachen, doch der Bodyguard fuhr sie wütend an: „Du gehst jetzt langsam in dein Zimmer und legst dich unter dein Bett. Verstanden? Du weißt doch, was du zu tun hast, wenn mir etwas passiert?“
Julia verdrehte die Augen. Natürlich! „Ich renne in die Nachbarwohnung, denn da ist Liam und der weiß, was zu tun ist.“ Leicht verärgert aber auch ängstlich ging sie in ihr Zimmer und machte das, was Ben ihr gesagt hatte. Was würde geschehen? Dann wartete sie, was passieren würde.


* und fasste sich an den Hinterkopf.* - ok, er fasst sich da an, und dann? Lass ihn sich am Kopf meinetwegen auch am Hinterkopf kratzen, oder den Nacken massieren. Aber so gibt das ein seltsames Bild.
*„Was da wohl drin ist?“, fragte er sich selbst.* - oh ich liebe solch rhetorischen Fragen :( Im wahren Leben neigen wir zu solchem sinnlosen Zeug, aber wenn wir schreiben, sollen die Gespräche zwar *lebensecht/natürlich* sein, aber trotzdem ohne die vielen Ähs und Ohs und Wiederholungen etc. und nur auf das beschränkt, was die Story vorantreibt oder den Sprecher charakterisiert. Wenn ich nun bei einem Charakter eine (sinnlose) rhetorische Frage lese, frage ich mich: was sagt das über den Charakter aus? Denn der Autor hat ja nicht ohne Hintergedanken so eine (sinnlose) Frage geschrieben. Es könnte sich also um einen schrulligen Mann handeln, der viel alleine ist und mit sich selbst redet. Es könnte sich auch um einen unsicheren Mann handeln, der sich dadurch vor sich selbst mit seinem Tun rechtfertigen will …
*Julia wollte ihm das Packet aus der Hand nehmen und aufmachen, * - hier wechselst du wieder in Julias Perspektive. Denn aus der Sicht von Ben könntest du nur schreiben: Julia wollte ihm das Paket aus der Hand nehmen. – Die Absicht, was sie danach damit machen will (aufmachen, verstecken, wegwerfen etc.) kann er nur vermuten, aber nicht so unumstößlich wissen (und aufmachen).
* doch der Bodyguard fuhr sie wütend an:* - siehe oben. Du hast ihn personifiziert, also bleib bei Ben. *fuhr sie wütend an* - das ist eine Behauptung, die ich dir glauben kann oder nicht. Und da ich es als Leser Autoren nicht einfach machen will (schließlich investiere ich Zeit und Geld in ihr Werk), glaube ich keine Behauptungen. Daher: show don’t tell!
* Du gehst jetzt langsam in dein Zimmer und legst dich unter dein Bett.* - Ich verstehe nicht, warum sie *langsam* in ihr Zimmer gehen soll? Hätte ich eine mutmaßliche Bombe in der Hand und jemand, den ich beschützen müsste stände in unmittelbarer Nähe, würde ich schreien: sofort in dein Zimmer und unter das Bett. Apropos: Badewannen mit Matratzen drüber sind sicherer als ein Bett bei Explosionen.
*„Ich renne in die Nachbarwohnung, denn da ist Liam und der weiß, was zu tun ist.“* - Jetzt erfahre ich, dass es offensichtlich einen zweiten Beschützer gibt. Daher verstehe ich noch weniger, dass Muttern alleine einkaufen ging.
* Leicht verärgert aber auch ängstlich * - siehe zuvor *Behauptungen*
* Was würde geschehen? Dann wartete sie, was passieren würde.* - wieder eine rhetorische Frage. Beides würde ich streichen.

Ben hob das Packet und legte sein Ohr daran. Einen Absender hatte es auch nicht. Das Päckchen tickte. Tick Tack. War da etwa eine Bombe drin? Okay. Jetzt musste er Ruhe bewahren. Bloß. Nicht. In. Panik. Geraten. Ganz langsam nahm er eine Schere und ein Messer und stach vorsichtig ein paar Millimeter in den Karton. Seine Hände zitterten und Schweißperlen standen auf seiner Stirn. Hier in der Wohnung war ein Mädchen, das jeden Moment sterben könnte. Seinetwegen. Er ließ das Messer sinken und wischte sich mit einem Ärmel den Schweiß aus dem Gesicht. Als der Karton nun endlich auf war, griff er ganz langsam hinein. Es fühlte sich komisch an.


* Ben hob das Pa(c)ket und legte sein Ohr daran. Einen Absender hatte es auch nicht.*- *g* er schaut mit dem Ohr, ob das Paket einen Absender hat? Außerdem hast du hier wieder den Perspektivwechsel zu Ben.
* Das Päckchen tickte. Tick Tack.* - Ja wat nu? Paket oder Päckchen? Geh mal zur Post und erkundige dich, da besteht sowohl in der Größe als auch im Porto ein Unterschied. *Tick Tack*- raus!
* War da etwa eine Bombe drin?* - wieder eine rhetorische Frage. Langsam verdichtet sich der Verdacht, dass Ben etwas schrullig ist.
* Jetzt musste er Ruhe bewahren. Bloß. Nicht. In. Panik. Geraten.* - 1. (Achtung: Ironie) Wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass er jetzt Ruhe bewahren muss. 2. Scheint Ben neu in seinem Job zu sein. Ich behaupte nicht, dass Personenschützer bei ihren Einsätzen keine Angst haben. Aber sie sind darauf trainiert, die Angst zu unterdrücken bzw. mit dem Gefühl umzugehen. Dein Ben macht mir nicht den Eindruck, dass er das gelernt/verinnerlicht hat.
* Ganz langsam nahm er eine Schere und ein Messer und stach vorsichtig ein paar Millimeter in den Karton. Seine Hände zitterten und Schweißperlen standen auf seiner Stirn. Hier in der Wohnung war ein Mädchen, das jeden Moment sterben könnte. Seinetwegen.* - wieder etwas, wo ich den Kopf schüttle. Er vermutet eine Bombe im Paket und in der Wohnung befindet sich jemand, den er beschützen soll (notfalls mit Einsatz seines Lebens). Warum, zum Teufel, geht er das Risiko ein, dass Julia verletzt werden kann, wenn er das Paket in der Wohnung öffnet? Besonders, wenn in der Nachbarwohnung jemand ist, zu dem sie gehen kann und ebenfalls über alles Bescheid zu wissen scheint? Oder warum legt er das Paket nicht in den Keller? Oder packt es in die Badewanne mit den besagten Matratzen obendrauf, geht mit Julia zu Liam und organisiert einen Fachmann für Bomben entschärfen? Er BRINGT mit seinem Verhalten Julia eindeutig in Gefahr!!!
* Er ließ das Messer sinken und wischte sich mit einem Ärmel den Schweiß aus dem Gesicht. Als der Karton nun endlich auf war* - er lässt das Messer sinken und schwuppdiwupp geht der Karton auf?
* griff er ganz langsam hinein. Es fühlte sich komisch an.* - *stirnrunzel* Er vermutet eine Bombe im Karton, macht ihn auf und greift blindlings hinein? Petzt er die Augen zu?

So, im Text gehst du verschwenderisch mit Füllwörtern und Adjektiven um.
Wortwiederholungen:
kleine Kreise - kleinen drei- Zimmer Wohnung - kleines, braunes Knäul - den kleinen Hund - rote Haarsträhne - roten Halsband - kleines schwarzes Schild – (Ben) Er hatte schütteres Haar und einen drei Tage Bart – (Postbote) Er hatte schütteres, schwarzes Haar und einen drei Tage Bart. - grauen Knopf - den Knopf los (kann sein, dass ich noch das eine oder andere übersehen habe, die waren am auffälligsten)
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Re: Loveguard

Beitragvon tattoo99 » 12.02.2014, 14:16

Danke für deinen kommi. Ja, das mit der Spannung und den Gefühlen ist bei mir so eine sache. Ich bekommen das einfach nicht hin.
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Re: Loveguard

Beitragvon brehb » 12.02.2014, 15:13

Hallo tattoo99,

ich habe deinen Text durchforstet, hier meine Eindrücke:

Titel:
Loveguard. Ok, warum nicht. Allerdings frage ich mich, ob eine (scheinbar bierernste) deutsche Welt englisch betitelt sein muss.

Inhalt:
Eine Julia, offensichtlich Kind einer Familie im Zeugenschutzprogramm, muss aus Sicherheitsgründen ins Internat. Ihren Hund, der ins Tierheim soll, meldet sie per Telefon dort ab, wird dabei aber vom Leibwächter Ben belauscht. Er solidarisiert sich mit ihr, "wenn ich einen Kaffe bekomme". Dann klingelt der Postbote mit einem Paket für "Frau Lina Krug" die neue Identität Julias Mutter. Ben schickt Julia "in ihr Zimmer, unters Bett", nimmt das Paket, das tickt, an und öffnet es vorsichtig. Der Inhalt fühlt sich komisch an.

Das ist eine ungewöhnliche, interessante Ausgangssituation, die spannend werden kann.

Formales:
Du schreibst ordentliches Deutsch und führst keinen Kampf gegen RS, Grammatik, Interpunktion, Satzbau oder Ausdruck. Die Optik stimmt. Prima.

Ausführung:
Da du vieles richtig machst, nur einige wenige Anregungen.
Im ersten Absatz fällt auf, dass du ab Satz vier eine Unmenge Adjektive verwendest. (kleine Wohnung, schepperde Töpfe, leiser Gesang, rote Haarsträhne, kleines braunes Knäuel, den kleinen Hund, rotes Halsband, dunkelbraunes Fell, kleines schwarzes Schild, weiße Schrift, warme raue Zunge...)
Alleine an der Häufung von "klein" kannst du sicher erkennen, dass das dem Leser schnell monoton vorkommt. Ich weiß, dass man dem Leser gerne "etwas zeigen" möchte. Aber die Regel lautet: Wenn du eine Flinte an der Wand zeigst, dann musst du damit auch schießen. Soll heißen: Adjektive sind nötig, wenn sie für die Geschchte eine Bedeutung haben (und nicht als Schmuck angekleistert werden). Oder, wenn man sie zur Unterscheidung oder Bewertung benötigt (Anna trug ein rotes Kleid, obwohl alle andern in Schwarz gekommen waren; ...das war der lustigste Film, den ich in den letzten Jahren gesehen habe) Ansonsten bestimmen kräftige Verben und ebensolche Hauptwörter die Qualität deutscher Texte. Und solche Wörter benötigen "Schulterfreiheit" um zu wirken, keine Verwässerungen durch adjektivisches Beiwerk.

Aus diesem Text
Ein kleines, braunes Knäul kam plötzlich auf sie zu geschossen und sprang bellend an ihr hoch. Sie beugte sich runter und nahm den kleinen Hund auf den Arm. An seinem roten Halsband, das in dem dunkelbraunen Fell als erstes auffiel hing ein kleines schwarzes Schild auf dem in weißer Schrift „Sammy“ stand. Das Mädchen lachte, als Sammy ihr mit seiner warmen, rauen Zunge übers Gesicht leckte.

würde ich beispielweise Folgendes machen:

Ein braunes, bellendes Knäul kam plötzlich auf sie zu geschossen und sprang an ihr hoch. Sie beugte sich nach unten und nahm den kleinen Hund auf den Arm. Das Namensschild an seinem Halsband klimperte. Das Mädchen lachte, als Sammy ihr mit seiner warmen, rauen Zunge übers Gesicht leckte.

Mit ihrem Hund auf den Arm ging sie hinüber in die Küche und setzte sich dort an den Tisch. „Ich hab dir schon so oft gesagt, dass er dir nicht übers Gesicht lecken soll“, schimpfte ihre Mutter ...

Das würde ich so nicht schreiben, denn für den Leser geschah das "abschlecken" in Julias Zimmer, die Mutter konnnte es nicht sehen.

Ihre Mutter Lina setzte sich zu ihr...

HIer macht sich bemerkbar, dass du (zu intensiv, wie ich meine) versuchst, "alles richtig" zu schreiben. Du hattest die Mutter bereits wenige Sätze zuvor eingeführt mit: ..der leise Gesang ihrer Mutter Lina.
Also sollte hier der Vorname nicht erneut geschrieben werden, es stört. Und das Gleiche drei Sätze später mit dem Hundenamen: Du hattest ihn gleich zweimal hintereinander erwähnt bei der Einführung des Tieres. Und jetzt schon wieder:
Morgen musste sie ihren Hund Sammy ins Tierheim bringen ...

Auf den Leser könnte das so wirken, als hieltest du sie für schwer von Kapee.

Für diese Überexaktheit gibt es weitere Beispiele:
„Ich fahr gleich einkaufen. Denk dran im Haus zu bleiben.“
„Darf ich nicht einmal zum Briefkasten gehen?“
„Nein.“
Als sie aufgegessen hatten, räumte Julia den Tisch ab und ihre Mutter ging einkaufen.

HIer merkst du sicherlich, dass es sprachlich recht flau wirkt, wenn man erst eine Tätigkeit ankündigt (Ich fahr gleich einkaufen) und dann genau diese Tätigkeit "zeigt" (...und ihre Mutter ging einkaufen) Es wäre eleganter, das zu vermeiden.

Er hatte schütteres Haar und einen drei Tage Bart.

Kleinigkeit. Ich meine das heißt Dreitagebart. Ärgerlicher ist, dass du später den Postboten mit fast dem gleichen Text charakterisierst (Er hatte schütteres, schwarzes Haar und einen drei Tage Bart.)

Jetzt wird es kompliziert. Du schreibst:
Ja“, murmelte Ben, ging zurück in die Küche und fasste sich an den Hinterkopf. „Was da wohl drin ist?“, fragte er sich selbst.

Und ich bin verwundert: Bisher ist Julia der Erzähler der Geschichte (Erzälperspektive) jetzt änderst du diesen Sichtwinkel und plötzlich ist Ben der Erzähler. Natürlich kann man das machen, aber man verwirrt den Leser damit. Ich würde das nicht tun, wenn es dafür keinen Zwang gibt.

Fazit:
Eine schöne Geschichte, gut geschrieben. Manchmal etwas übergenau und zuviele Adjektive (und Füllwörter)
Dass deine Prota außer Aversion gegen Eintopf auch noch ein wenig Gefühle zeigen dürfte, ist dir sicher bewusst.

LG brehb
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Re: Loveguard

Beitragvon tattoo99 » 12.02.2014, 15:43

Danke, danke, danke für deinen Kommentar brehb. Freu mich, dass es dir ein bisschen gefällt :)
Danke.
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Re: Loveguard

Beitragvon babs » 12.02.2014, 17:19

Hallo!

Dann will ich mich mal daran machen, de erstens Kommentar zu deiner Geschichte zu schreiben.

Zu erst möchte ich sagen, dass mich deine Geschichte neugierig gemacht hat, und ich sie weiterlesen würde.
Das "geheimnisvolle" daran (Bodyguard, neuer Name, Gefahr,...) gefällt mir. Da überlege und rätsle ich gerne, was die Lösunf sein könnte.
Aufgrund der Indizien, tippe ich jetzt mal auf Zeugenschutzprogramm.

Du schreibst insgesamt recht flüssig, auch wenn es (für mich) die eine oder andere "Stolperschwelle" gibt.

Dann will ich jetzt mal beim Anfang beginnen:

Was mit nicht ganz so gut gefällt ist dein erster Satz.
Ich bin zwar keine radikale Verfechterin, der "erster Satz These" und lese auch Bücher, Geschichten, deren erster Satz mich nicht vom Hocker haut. Aber ein toller erster Satz kann natürlich trotzdem nie schaden. :wink:
Den ersten Teil:
Julia starrte aus dem Fenster
finde ich ok. Den zweite Tei finde ich nicht gelungen:
das mit ihrem Atem beschlagen war
.
Zum einen gefällt mir einfach die Formulierung nicht, zum Anderen paßt das für mich nicht zusammen. Entweder ist das Fenster beschlagen, dann sieht sie aber nichts, oder sie starrt hinaus. Klar, das Fenster kann auch teilweise beschlagen sein, aber so wie es jetzt da steht klingt es für mich einfach unrund. Abgesehen davon, dass mAn, nach einem tagelangen Schneesturm, das Fenster vermutlich zumindest teilweise zugeschneit wäre.
Ich würde eventuell das Ganze umstellen:
Julia starrte aus dem Fenster. Seit Tagen tobte draußen ein Schneesturm, dichte Flocken wirbelten gegen die Scheibe. Ihr Atem ließ das kalte Glas beschlagen. Mit ihrem Finger malte sie kleine Kreise auf diese Stelle.

Ist jetzt nur mal auf die Schnelle, und noch nicht perfekt.

Ein kleines, braunes Knäul kam plötzlich auf sie zu geschossen und sprang bellend an ihr hoch. Sie beugte sich runter und nahm den kleinen Hund auf den Arm. An seinem roten Halsband, das in dem dunkelbraunen Fell als erstes auffiel hing ein kleines schwarzes Schild auf dem in weißer Schrift „Sammy“ stand. Das Mädchen lachte, als Sammy ihr mit seiner warmen, rauen Zunge übers Gesicht leckte.

Hier verwendest du mir zu viele Adjektive. Dass der Hund klein ist erwähnst du schon im ersten Satz, daher kannst du es im nächsten weglassen.
Wirklich "too much" finde ich diesen An seinem roten Halsband, das in dem dunkelbraunen Fell als erstes auffiel hing ein kleines schwarzes Schild auf dem in weißer Schrift „Sammy“ stand.
Ganz ehrlich, zu dem Zeitpunkt der Geschichte ist mir völlig egal ob der hund dunkel- mittel- oder hellbraun ist, welche Farbe sein Halsband oder die Marke haben, oder gar die Schrift darauf.
Wenn es dir absolut wichtig ist, dass der Leser weiß, der hund ist dunkelbraun (wobei davon auch jeder eine andere Vorstellung hat), dann schreibe im ertsen Satz: ein kleines dunkelbraunes Knäul...
Ansonsten lass es weg, oder erwähne es an anderer Stelle. Da kannst du die Farbe dann auch umschreiben.
Ich würde die Stelle so schreiben:
Ein kleines, (dunkel)braunes Knäul kam plötzlich auf sie zu geschossen und sprang bellend an ihr hoch. Sie beugte sich runter und nahm den Hund auf den Arm. Von seinem Halsband, baumelte ein Schild mit der Aufschrift „Sammy“.


Das Mädchen lachte, als ...
Das Mädchen würde ich hier nicht mehr schreiben. Wir wissen bereits, dass sie Julia heißt. Somit ist auch klar, dass sie ein Mädchen ist. (Harry Potter wird auch nicht mitten im Buch plötzlich "der Junge" genannt :wink: )

„Ich hab dir schon so oft gesagt, dass er dir nicht übers Gesicht lecken soll“

Ich habe dir schon so oft gesagt, er soll dir nicht übers Gesicht lecken
fände ich schöner.
Aber ich muß meinen Vorschreibern zustimmen, wie kann die Mutter das gesehen haben?

Ihre Mutter Lina setzte sich zu ihr ...
Den Namen der Mutter würde ich hier nicht noch einmal erwähnen.

Er hielt sich jedoch die ganze Zeit in seinem Zimmer auf, um Mutter und Tochter ein bisschen Privatsphäre zu gönnen.
jedoch kannst du streichen.

„Du verrätst mich doch nicht, oder?“, fragte Julia verunsichert.
„Nur wenn ich einen Kaffee bekomme“, lachte Ben.

"Nicht, wenn ich eine Kaffee bekomme" sonst würde es bedeuten, er verrät sie nur, wenn er einen Kaffee bekommt :wink:

Er ging in den Flur zu einer Sprechanlage, die neben der Tür hing, und drückte auf einen grauen Knopf.

Er ging in den Flur zur Sprechanlage (oder gibt es mehrer? :wink: ).
Dass sie neben der Tür hängt, kannst du meiner Ansicht nach auch weglassen, ist meistens so, und selbst wenn nicht eigentlich egal, genauso wie die Farbe des Knopfes.

Er hatte schütteres, schwarzes Haar und einen drei Tage Bart.
noch einer mit schütterem Haar und Dreitagesbart?
Abgesehen davon, dass der Postposte zumindest etwas Schnee an sich haben müsste (tagelanger Schneesturm!), ist mir an dieser Stelle, als Leser völlig egal wie er aussieht.
Ich denke Ben mustert ihn eher unter dem Aspekt , ist der Kerl verdächtig, ja oder nein.
Wenn das so ist, würde ich das auch so schreiben.

Ganz unabhängig davon schein es mir als wechselst du in dieser Szene (Ben geht zur Gegensprechanlage) die Perspektive, von Julia auf Ben.
Gleich danach (in der Küche) wechselst du wieder zu Julia.
Ist das beabsichtigt? Wenn ja, dann würde ich hier auf jeden Fall Absätze machen. Wenn nein, musst du die ganze Szene umschreiben, denn Julia kann ja nur Dinge wissen die sie sieht, oder hört.
Außerdem würde ich nicht nur für so kurze Sequenzen die Perspektive wechseln.
Spätestens in dem Moment in dem Julia unter dem Bett liegt, wechselst du eindeutig in Bens Perspektive.
Auch hier fehlt mAn wieder ein Absatz.

Paket schreibt man ohne c :wink:

Ein wenig seltsam erscheint mir die Szene mit der vermeintlichen Bombe.
Wenn Ben in dem Paket eine solche vermutet, würde er es doch nicht so ohne weiteres in der Wohnung öffnen. Vermutlich würde er ein Experten zu Hilfe holen, oder wenn er selbst ein solcher ist Vorkehrungsmaßnahmen treffen. (Werkzeuge, Schutzkeidung, was weiß ich, zumindet würde er Julia wohl eher aus dem Haus schaffen.)

Ganz langsam nahm er eine Schere und ein Messer und stach vorsichtig ein paar Millimeter in den Karton.
Warum eine Schre und ein Messer?
Er ließ das Messer sinken und wischte sich mit einem dem Ärmel den Schweiß aus dem Gesicht.
aber irgendwie gefällt mir der Satz nicht, zu viele dems, und Schweiß hatten wir vorher auch schon...
Vielleicht so: Er ließ das Messer sinken und wischte sich mit dem Ärmel übers Gesicht
Als der Karton nun endlich auf war, griff er ganz langsam hinein. Es fühlte sich komisch an.

Finde ich keine schöne Formulierung.
Ich würde schreiben: Als er den Karton endlich geöffnet hatte, griff er vorsichtig hinein. Es fühlte sich eigenartig an. (komisch schein mir hier einfach nicht recht zu passen.

Im Großen und ganzen gefällt mir deine Geschichte recht gut. Einge Stellen könnten besser formuliert werden.
Außerdem fehlt mir ein bisschen Gefühl, bei beiden Charas. Sie kommen ein wenig zweidimensional herüber.
Julia soll ins Internat, ihren Hund soll sie abgeben, über ihren Vater und ihre Herkunft darf sie nicht sprechen. Da möchte ich als Leser gerne miterleben, wie sie sich dabei fühlt.
Hat sie Angst? Ist sie wütend? Gelangweilt, oder genervt...?

Genauso Ben. Er soll die Familie beschützen, nun kommt ein Paket, von dem er befürchtet es könnte eine Bombe sein. Dafür wirkt er mit recht gelassen. Auch wenn wir annehmen er ist Profi und macht so etwas täglich, fehlt mir etwas. Dann will ich eben spüren wie tough er ist. Das er solche Situationen mit links erledigt.

Wenn du ein bisschen mehr Gefühl reinbringen kannst, und die Perspektivenwechsel besser trennst, kannst du noch viel mehr aus der Story herausholen.

Ich hoffe ein bisschen weitergeholfen zu haben.

LG babs

edit: Ich sehe gerade, dass in der Zeit zwischen Schreiben und Abschicken ein Kommentar dazugekommen ist. Falls ich also etwas wiederholen sollte ist es nicht beabsichtigt :girl:
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Re: Loveguard

Beitragvon monaluna » 19.12.2014, 13:12

Hallo :)
Ich habe ja schon beide Teile deiner historisch anmutenden Geschichte gelesen, deswegen dachte ich, ich versuche es mal mit einem anderen Genre ;)
Zuerst einmal ist mir natürlich der Titel aufgefallen...er ist ziemlich, wie soll ich sagen, dramatisch?

Julia starrte aus dem Fenster, das mit ihrem Atem beschlagen war. Mit ihrem Finger malte sie kleine Kreise auf diese Stelle. Draußen tobte schon seit Tagen ein Schneesturm. Aus der Küche der kleinen drei- Zimmer Wohnung kamen das Geräusch scheppernder Töpfe und der leise Gesang ihrer Mutter Lina. Julia strich sich eine rote Haarsträhne aus dem Gesicht und wandte sich von dem Naturschauspiel ab. Ein kleines, braunes Knäul kam plötzlich auf sie zu geschossen und sprang bellend an ihr hoch. Sie beugte sich runter und nahm den kleinen Hund auf den Arm. An seinem roten Halsband, das in dem dunkelbraunen Fell als erstes auffiel hing ein kleines schwarzes Schild auf dem in weißer Schrift „Sammy“ stand. Das Mädchen lachte, als Sammy ihr mit seiner warmen, rauen Zunge übers Gesicht leckte. Mit ihrem Hund auf den Arm ging sie hinüber in die Küche und setzte sich dort an den Tisch.

-->Ich habe selten so viele Male nacheinander das Wort "klein" gelesen...Ich glaube, das musst du wirklich ändern. Es gibt dem Text eine sehr niedergedrückte Wirkung, wenn alles immer "klein" ist! Der Leser stolpert wirklich ständig über dieses Wort, ich hab es dir zu Verdeutlichung mal markiert!

„Wegen Morgen“, begann sie vorsichtig. „ Keiner darf erfahren wo du wirklich herkommst und wer dein Vater ist. Verstanden?“

-->Es ist verständlich, dass die Mutter vorsichtig ist, wenn sie ihrer Tochter beibringen muss dass ihre Tochter absolut nichts verraten darf! Aber das "verstanden" am Ende des Satzes ist hier meiner Meinung nach völlig fehl am Platz. Wenn sie vorsichtig war, wieso dann dieses harte Wort? Lass sie auch am Ende des Satzes noch unsicher wirken.
Keiner darf erfahren wo du wirklich herkommst und wer dein Vater ist. Das verstehst du doch, oder?

Julia nickte stumm

-->Man nickt meistens stumm, eben, weil man nichts sagt ;)

„Du gehst jetzt langsam in dein Zimmer und legst dich unter dein Bett. Verstanden? Du weißt doch, was du zu tun hast, wenn mir etwas passiert?“

-->Unter das Bett? Ich stelle mir das als größeres Mädchen sehr schwierig vor...

Ich finde es auch etwas störend für den Lesefluss, dass du die Situation plötzlich aus Bens Sicht schilderst. Ich denke, es ist besser, wenn du bei einer Perspektive bleibst!
Außerdem finde ich, dass Julia sehr gefühlskalt und ruhig bleibt. Ich denke, dass wenn ich in ihrer Situation wäre, wäre ich wütend, traurig oder ängstlich! Aber sie ist unfassbar ruhig und beinahe gelangweilt. Mach sie lebendiger, lass sie mehr Gedanken haben, wie es ihr mit der Situation geht...
Ich denke, dass dein Text Potential hat, wenn du ihn nochmal ausarbeitest! :)

LG
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Re: Loveguard

Beitragvon tattoo99 » 19.12.2014, 18:32

Danke, für deinen Kommentar. Ich habe die Geschichte erst einmal Ruhen lassen, da die historische Geschichte mein Hauptprojekt ist. Ich werde die Story irgendwann mal überarbeiten :)
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