Ludger

Tragödien, Tragisches

Ludger

Beitragvon DrJones » 25.09.2015, 06:59

Hallo! Hier ist die erste Überarbeitung meine Ministory "Ludger".

Drei Fragen habe ich an Euch:

Was ist die Stimmung dieser Figur?
Warum ist sie in dieser Stimmung?
Was ist Euch sonst noch aufgefallen? :)


Ludger

Ludger kramte in der Nachttischschublade. Wo ist denn die Packung? Auf dem scharfkantigen Blister nestelte er nach einer Tablette. Ach ja - leer. Jetzt musste er in die Küche gehen. Ludger machte nicht das Licht an. Vielleicht konnte er später noch etwas schlafen. Im Dunkeln tastete er im Apothekerschrank nach der Packung. War es die große, die mittlere oder doch die kleine? Mist.

Das Küchenlicht grellte ihn an. Ach da. Die Cholinestera… Hm. Oder waren es die Maodaprin?
Wogegen sind die Dulopram?
Seine Hände zitterten. Egal. Er nahm alle Packungen.

Ludger las auf dem grünen Zettel seinen Benutzernamen und sein Passwort und tippte diese in die Anmeldefelder bei SmileMail ein. „Sie haben 0 neue Nachrichten“. Er stieß auf. Ein kranker Geschmack.
Regen prasselte auf das Dachfenster. Ludger stand auf. In den Tropfen brachen sich tausendfach die Lichter der Laternen. Mit dem Finger zeichnete er den zittrigen Weg eines herunterrinnenden Tropfens nach. Dann war er verschwunden.


Version 1: (Zum Lesen bitte scrollen)
Ludger

Ludger griff zum Nachttisch. Wo ist denn die Packung? Auf dem scharfkantigen Plastikrechteck nestelte er nach einer Tablette. Ach ja. Leer. Jetzt musste er in die Küche gehen. Ludger machte nicht das Licht an. Vielleicht konnte er später noch etwas schlafen. Im Dunkeln tastete er im Apothekerschrank nach der Packung. War es die große, die mittlere oder doch die kleine? Mist.

Das Küchenlicht grellte ihn an. Ach da. Die Cholinestera… Hm. Oder waren es die Maodaprin? Wogegen brauchte er die Dulopram? Seine Hände zitterten. Egal. Er nahm alle Packungen.

Ludger las auf dem grünen Zettel seinen Benutzernamen und sein Passwort und tippte diese in die Anmeldefelder bei SmileMail ein. „Sie haben 0 neue Nachrichten“. Er stieß auf. Ein kranker Geschmack.
Regen prasselte auf das Dachfenster. Ludger stand auf. In den Tropfen brachen sich tausendfach die Lichter der Laternen. Mit dem Finger zeichnete er den zittrigen Weg eines herunterrinnenden Tropfens nach. Dann war er verschwunden.

Zuletzt geändert von DrJones am 26.09.2015, 15:59, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Ludger

Beitragvon magico » 25.09.2015, 08:23

Guten Morgen Dr.Jones,

lang nix mehr von dir gelesen oder kommentiert. Aber nu:

Was ist die Stimmung dieser Figur?


Ludger ist ziemlich mit sich selbst beschäftigt. Aufgrund der Beschreibung tippe ich auf Hypochonder.
Die Stimmung an sich variiert. Zu Beginn ist er wohl etwas panisch und genervt, später eher einsam und verlassen.

Warum ist sie in dieser Stimmung?


Nun ... zunächst, da seine wichtigen Tabletten nicht an Ort und Stelle liegen, was wiederum ein Aufstehen erfordert, ja sogar die Betätigung des Lichtschalters.
Da er keine Mails im Postfach hat, wird er sich wohl aufgrund dieser (immer wiederkehrenden?) Enttäuschung einsam, verlassen und eventuell missverstanden fühlen.


Ansonsten:

Ich finde diesen Übergang etwas abrupt:

Egal. Er nahm alle Packungen.

Ludger las auf dem grünen Zettel


Klar, es ist in einem so kurzen Text schwierig, was man schreibt und was man weglässt, aber da fehlt mir eben irgendwas.

Mit dem Finger zeichnete er den zittrigen Weg eines herunterrinnenden Tropfens nach. Dann war er verschwunden.


Das Ende ist ebenfalls sehr plötzlich und erzielt die Wirkung (welche du dir sicher gewünscht hast), dass man sich natürlich fragt, weshalb Ludger verschwunden ist. Ist er physisch oder psychisch entschwunden? Oder gar beides? Hängt es damit zusammen, dass er alle Medikamente durcheinander genommen hat? War das beabsichtigt? Ich meine, wusste er um die Folgen?

Mit diesem Ende so viele Fragen aufzuwerfen ist eine ordentliche Leistung. Demzufolge kann ich die Mini-Geschichte als "gelungen" einstufen.


Grüße - magico
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Re: Ludger

Beitragvon FrozenBambi » 25.09.2015, 08:32

Hallo,

ich frage mich, warum du diese Geschichte als traurig abstempelst. Maximal könnte sie traurig sein, weil der Charakter so "traurig" hilflos zu sein scheint, wenngleich dies den Leser nicht beeindrucken kann, da man ihn nicht kennt.


Wo ist denn die Packung?


Entweder musst du das kursiv (alternativ in Anführungszeichen) setzen, oder schreiben "wo war denn die Packung". Sonst hat es den Anschein, dass du als Erzähler hier in die Geschichte reinschlüpfst. (Womöglich war es eh kursiv und durch's Kopieren ins Forum njo...)



Auf dem scharfkantigen Plastikrechteck nestelte er nach einer Tablette.


Das hier verwirrt. Also entweder ist der Nachttisch scharfkantig und aus Plastik (ersteres wäre doch fraglich) oder du meinst diese typischen Plastikboxen für Tabletten. Da müsste er aber im Inneren danach nesteln denn obenauf ist nur der verschiebbare Plastikdeckel.


Ach ja. Leer.


Mach ein Komma, Strichpunkt oder Gedankenstrich dazwischen. Nen Punkt passt mMn nicht.


Jetzt musste er in die Küche gehen. Ludger machte nicht das Licht an. Vielleicht konnte er später noch etwas schlafen. Im Dunkeln tastete er im Apothekerschrank nach der Packung. War es die große, die mittlere oder doch die kleine? Mist.


Hier die erste Teilantwort zu deinem Charakter, allerdings nicht ganz auf deine Frage abgezielt, denn eine Stimmung ist nicht genau abzuzeichnen. Höchstens verärgert über sich selbst und über seine Schusseligkeit.

Der erste Satz suggeriert mir, dass der Mann sich schwer mit gleichzeitigem Denken und Handeln tut. Er überlegt einfachste Schritte, ehe er sie ausführt.
Der zweite zeigt mir, dass entweder der Protagonist blöd ist oder du da eine verquere Vorstellung hast. :mrgreen: Man kann danach noch auch schlafen, wenn man das Licht angemacht hat. Es ist verdammt fahrlässig, im Dunkeln nach irgendwelchen Medikamenten zu kramen. Insbesondere, wenn man diese nicht anhand der Packungsgröße sicher identifzieren kann.

Das Küchenlicht grellte ihn an. Ach da. Die Cholinestera… Hm. Oder waren es die Maodaprin? Wogegen brauchte er die Dulopram? Seine Hände zitterten. Egal. Er nahm alle Packungen.


Dieses hier plus das o.g. Zitat nehmen der Geschichte die Glaubwürdigkeit. Ich gehe jetzt mal schlicht recherchefrei davon aus, dass der Mann diese Medis regelmäßig braucht. Das bedeutet für mich, entweder er hat eine Routine, sodass er nicht jedes Mal überlegen muss, was er gerade braucht. Ist er dazu nicht fähig, dann wird es eine externe Betreuung oder ähnlich geben, die ihm das Zeug verabreicht, damit er sich nicht selbst mit ner Überdosis umlegt.

Und das genialste an der Sache: Das Küchenlich "grellte" ihn an - also es leuchtet ihn vllt grell an aber grellte gibt es nicht. Und dabei hat er doch gerade das Licht ausgelassen!

Ludger las auf dem grünen Zettel seinen Benutzernamen und sein Passwort und tippte diese in die Anmeldefelder bei SmileMail ein. „Sie haben 0 neue Nachrichten“.


Völlig motivationslose Handlung. Erst will er kein Licht aufdrehen, um noch schlafen zu können, dann haut er sich plötzlich vor den PC und lässt sich munter anstrahlen. Wir tippen weiter, entweder auf geistige Verwirrtheit oder auf fragliche Planung.


Fazit:


Was ist die Stimmung dieser Figur?

Keine Ahnung, sehr wechselhaft würde ich aus seinen Handlungen ablesen.

Warum ist sie in dieser Stimmung?

Weil er ne Macke hat.


Ich kann aus der Geschichte leider wenig mitnehmen, noch einen Sinn dahinter erkennen. Gefühle werden nicht transportiert, da wir den Charakter nicht kennen. Selbst wenn man dies täte, so entzieht sich die Geschichte doch jeglichem roten Faden: Sie hüpft von einem Pünktchen Handlung zum nächsten ohne logische Abfolge und hinterlässt ein Fragezeichen, was du uns damit rüberbringen wolltest.

Vllt deute ich das alles einfach nur falsch und es steckt mehr dahinter, mal sehen was die anderen Kommis herausfiltern. :mrgreen:

LG

Bambi
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Re: Ludger

Beitragvon DrJones » 25.09.2015, 20:18

@magico

Hey, magico!

Schön, von Dir zu lesen!

Ich bin ja ganz überrascht, wie schnell ich Feedback zu meiner
Geschichte bekommen habe - und das gleich zweimal! :D
Vielen Dank!

Guten Morgen Dr.Jones,

lang nix mehr von dir gelesen oder kommentiert. Aber nu:


Ja, ich bin sehr beschäftigt - leider nicht so sehr mit Schreiben...

Was ist die Stimmung dieser Figur?


Ludger ist ziemlich mit sich selbst beschäftigt. Aufgrund der Beschreibung tippe ich auf Hypochonder.
Die Stimmung an sich variiert. Zu Beginn ist er wohl etwas panisch und genervt, später eher einsam und verlassen.


Ja, da steht etwas mit dabei, was auf diesen Ludger zutrifft. Ich werde es nicht verfrüht auflösen,
sondern abwarten, wie es noch andere wahrnehmen. Dann lüfte ich den Vorhang... 8)


Warum ist sie in dieser Stimmung?


Nun ... zunächst, da seine wichtigen Tabletten nicht an Ort und Stelle liegen, was wiederum ein Aufstehen erfordert, ja sogar die Betätigung des Lichtschalters.
Da er keine Mails im Postfach hat, wird er sich wohl aufgrund dieser (immer wiederkehrenden?) Enttäuschung einsam, verlassen und eventuell missverstanden fühlen.


Eine interessante Interpretation... 8)

Ansonsten:

Ich finde diesen Übergang etwas abrupt:

Egal. Er nahm alle Packungen.

Ludger las auf dem grünen Zettel


Klar, es ist in einem so kurzen Text schwierig, was man schreibt und was man weglässt, aber da fehlt mir eben irgendwas.


Der Übergang ist abrupt gestaltet, um dadurch etwas mit der Person auszudrücken.
Ich hatte versucht, aus Sicht dieser Person zu schreiben, inkl. aller Einschränkungen und
Absonderlichkeiten.

Mit dem Finger zeichnete er den zittrigen Weg eines herunterrinnenden Tropfens nach. Dann war er verschwunden.


Das Ende ist ebenfalls sehr plötzlich und erzielt die Wirkung (welche du dir sicher gewünscht hast), dass man sich natürlich fragt, weshalb Ludger verschwunden ist. Ist er physisch oder psychisch entschwunden? Oder gar beides? Hängt es damit zusammen, dass er alle Medikamente durcheinander genommen hat? War das beabsichtigt? Ich meine, wusste er um die Folgen?


Wieder eine spannende Lesart dieser Stelle... Ludger. Der Tropfen. Wer verschwindet? 8)

Mit diesem Ende so viele Fragen aufzuwerfen ist eine ordentliche Leistung. Demzufolge kann ich die Mini-Geschichte als "gelungen" einstufen.

Grüße - magico


Vielen Dank! :D
Ich fragte mich, ob am Ende evtl. zu viele Fragen offen bleiben.




Nochmals vielen Dank für Deine hilfreichen Gedanken zum Text!!

Viele Grüße,

DrJones



@FrozenBambi

Habt Ihr zwei Euch abgesprochen? So schnelle Rückmeldungen! :D

Vielen Dank auch Dir!

Hallo,

ich frage mich, warum du diese Geschichte als traurig abstempelst. Maximal könnte sie traurig sein, weil der Charakter so "traurig" hilflos zu sein scheint, wenngleich dies den Leser nicht beeindrucken kann, da man ihn nicht kennt.


Na ja, abstempeln? Es gibt immer mal Geschichten, die passen nie so ganz
in die eine oder andere Kategorie. Ich fand, dass "Trauriges" noch am besten passt -
wenn auch nicht wirklich in jeder Hinsicht. Also von daher stimmt es, was Du schreibst. :)

Wo ist denn die Packung?


Entweder musst du das kursiv (alternativ in Anführungszeichen) setzen, oder schreiben "wo war denn die Packung". Sonst hat es den Anschein, dass du als Erzähler hier in die Geschichte reinschlüpfst. (Womöglich war es eh kursiv und durch's Kopieren ins Forum njo...)


Oh ja, guter Punkt!! :)



Auf dem scharfkantigen Plastikrechteck nestelte er nach einer Tablette.


Das hier verwirrt. Also entweder ist der Nachttisch scharfkantig und aus Plastik (ersteres wäre doch fraglich) oder du meinst diese typischen Plastikboxen für Tabletten. Da müsste er aber im Inneren danach nesteln denn obenauf ist nur der verschiebbare Plastikdeckel.


Ja, das hatte ich geahnt... Stimmt!

Was ich meinte, waren eigentlich Blisters, wie man das
wohl nennt:

http://www.macsa.com.ar/img2/blisters.jpg

Da ich aber davon ausgehe, dass diesen Begriff eher nur eine Minderheit kennt,
habe ich mich auf das scharfkantige Plastikrechteck verzogen.

Ach ja. Leer.


Mach ein Komma, Strichpunkt oder Gedankenstrich dazwischen. Nen Punkt passt mMn nicht.


Okay. Ich hatte eine bestimmte Art im Ohr, wie er redet. Ein Komma passt nicht, aber sehr gut
ein Gedankenstrich. Danke für den Tipp! :D


Jetzt musste er in die Küche gehen. Ludger machte nicht das Licht an. Vielleicht konnte er später noch etwas schlafen. Im Dunkeln tastete er im Apothekerschrank nach der Packung. War es die große, die mittlere oder doch die kleine? Mist.


Hier die erste Teilantwort zu deinem Charakter, allerdings nicht ganz auf deine Frage abgezielt, denn eine Stimmung ist nicht genau abzuzeichnen. Höchstens verärgert über sich selbst und über seine Schusseligkeit.

Der erste Satz suggeriert mir, dass der Mann sich schwer mit gleichzeitigem Denken und Handeln tut. Er überlegt einfachste Schritte, ehe er sie ausführt.
Der zweite zeigt mir, dass entweder der Protagonist blöd ist oder du da eine verquere Vorstellung hast. :mrgreen: Man kann danach noch auch schlafen, wenn man das Licht angemacht hat. Es ist verdammt fahrlässig, im Dunkeln nach irgendwelchen Medikamenten zu kramen. Insbesondere, wenn man diese nicht anhand der Packungsgröße sicher identifzieren kann.


Ich löse es an dieser Stelle nicht auf, da auch ich noch die Antworten der anderen abwarten möchte -
nur vielleicht soviel: Der Protagonist ist nicht blöd. Und meine Vorstellung ist - denke ich zumindest :wink: -
auch nicht verquer... Ich hatte eine ganz bestimmte Intention im Hinterkopf, es auf diese Art
zu schreiben. In meinem Text gibt es viel Subtext. So ist der Text auch ein riskantes (?)
Experiment. Ich nehme daher Fehl - bzw. Missverständnisse voll auf meine Kappe. :)

Das Küchenlicht grellte ihn an. Ach da. Die Cholinestera… Hm. Oder waren es die Maodaprin? Wogegen brauchte er die Dulopram? Seine Hände zitterten. Egal. Er nahm alle Packungen.


Dieses hier plus das o.g. Zitat nehmen der Geschichte die Glaubwürdigkeit. Ich gehe jetzt mal schlicht recherchefrei davon aus, dass der Mann diese Medis regelmäßig braucht. Das bedeutet für mich, entweder er hat eine Routine, sodass er nicht jedes Mal überlegen muss, was er gerade braucht. Ist er dazu nicht fähig, dann wird es eine externe Betreuung oder ähnlich geben, die ihm das Zeug verabreicht, damit er sich nicht selbst mit ner Überdosis umlegt.


Ich löse es hier nicht auf aus o. g. Gründen. Deine Gedanken gehen tlw. in die Richtung, die ich
mir überlegte, tlw. aber auch nicht. Es gibt noch eine dritte Möglichkeit, die Du bisher nicht gesehen
hast. 8)

Und das genialste an der Sache: Das Küchenlich "grellte" ihn an - also es leuchtet ihn vllt grell an aber grellte gibt es nicht. Und dabei hat er doch gerade das Licht ausgelassen!


Hier bin ich mir unsicher, wie Du das "Und das genialste an der Sache" genau meinst.
Man kann diese Bemerkung von Dir auf verschiedene Arten interpretieren - ich interpretiere
sie mal positiv. Ansonsten müsste ich mich ärgern, und davon hätte niemand etwas. :lol:

"grellen" ist ein schwaches Verb mit mittlerer Häufigkeit:

http://www.duden.de/rechtschreibung/grellen

Das Licht war aus, und dann ist es an. Wie kann das sein? Es steht alles im Subtext und
hängt eng mit einer der drei Krankheiten zusammen, die dieser Ludger hat.

Ludger las auf dem grünen Zettel seinen Benutzernamen und sein Passwort und tippte diese in die Anmeldefelder bei SmileMail ein. „Sie haben 0 neue Nachrichten“.


Völlig motivationslose Handlung. Erst will er kein Licht aufdrehen, um noch schlafen zu können, dann haut er sich plötzlich vor den PC und lässt sich munter anstrahlen. Wir tippen weiter, entweder auf geistige Verwirrtheit oder auf fragliche Planung.


Schon wärmer... Ich weiß, dass die Handlungen Ludgers nicht wirklich nachvollziehbar
sind, aber es gibt eine einfache Erklärung dafür. Ich löse das später auf.


Fazit:


Was ist die Stimmung dieser Figur?

Keine Ahnung, sehr wechselhaft würde ich aus seinen Handlungen ablesen.


Okay. Würdest Du sagen, er ist momentan eher Sanguiniker oder Melancholiker?
Wechselhaft...? Ich muss diese Story an mehreren Stellen vom Subtext in den geschriebenen
Text bringen.


Warum ist sie in dieser Stimmung?

Weil er ne Macke hat.


:roll: Ähm - neiin...

Ich kann aus der Geschichte leider wenig mitnehmen, noch einen Sinn dahinter erkennen. Gefühle werden nicht transportiert, da wir den Charakter nicht kennen. Selbst wenn man dies täte, so entzieht sich die Geschichte doch jeglichem roten Faden: Sie hüpft von einem Pünktchen Handlung zum nächsten ohne logische Abfolge und hinterlässt ein Fragezeichen, was du uns damit rüberbringen wolltest.


Es gibt eine Erklärung für all das - genau genommen - sogar drei. :)
Vllt deute ich das alles einfach nur falsch und es steckt mehr dahinter, mal sehen was die anderen Kommis herausfiltern. :mrgreen:


Falsch interpretiert gibt es IMHO nicht, da eine Geschichte eigentlich
erst beim Leser entsteht. Es gibt aber einen Unterschied darin, wie ich es gemeint hatte und
wie es angekommen ist. An sich ist das nicht schlimm, solange sich ein Leser unterhalten
fühlt. Bei Dir war das, wenn ich Deine Kommentare richtig deute, eher nicht der Fall.
Das gibt mir zu denken. :cry: :x

LG

Bambi


Auch LG von mir und vielen Dank für Deine Meinung und Einschätzungen!

DrJones! :D
Zuletzt geändert von DrJones am 26.09.2015, 16:01, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ludger

Beitragvon KleineLady1981 » 26.09.2015, 11:23

Hallo DrJones :girl:

Ich bin gestern schon über deinen Text gestolpert, hatte aber kein günstiges Zeitfenster. Vorteil für mich, denn jetzt habe ich deine Anmerkungen zu den anderen Kommentaren lesen können und mir das ganze noch einmal in aller Ruhe durch den Kopf gehen lassen.

DrJones hat geschrieben:Ludger griff zum Nachttisch. Wo ist denn die Packung? Auf dem scharfkantigen Plastikrechteck nestelte er nach einer Tablette. Ach ja. Leer. Jetzt musste er in die Küche gehen. Ludger machte nicht das Licht an. Vielleicht konnte er später noch etwas schlafen. Im Dunkeln tastete er im Apothekerschrank nach der Packung. War es die große, die mittlere oder doch die kleine? Mist.


Der erste Satz ist mir zu allgemein. Da du im nachfolgenden Text recht genau bist, würde ich hier konkretisieren. Z. B.
Ludger wühlte mit einer Hand in der Nachttischschublade.
Oder so.

Der Gedanke "Wo ist denn die Packung" sollte als solcher gekennzeichnet werden, weil es sonst ein unschöner Zeitfehler wäre.

Das mit dem scharfkantigen Rechteck war schon angemerkt worden, ich würde da auch vorschlagen, das richtige Wort zu benutzen: Blister. Ich denke, so unbekannt ist es nicht und im Zusammenhang mit dem Satz vorher auch durchaus erkennbar, was gemeint ist.

DrJones hat geschrieben: Das Küchenlicht grellte ihn an. Ach da. Die Cholinestera… Hm. Oder waren es die Maodaprin? Wogegen brauchte er die Dulopram? Seine Hände zitterten. Egal. Er nahm alle Packungen.


Das "grellte" tatsächlich im Duden existiert als Verb, wusste ich nicht. Ich fand es aber trotzdem sehr passend. Wobei sich mir in meiner Vorstellung dann Neonröhren aufdrängen zusammen mit dem leisen Summen, das sie immer von sich geben.

Ich will ehrlich sein. Ich hab gegooglet. Die Cholinestera scheinen bei einer Lebererkrankung notwendig zu sein (irgendwas mit Eiweiß verstoffwechseln oder produzieren). Die beiden anderen Begriffe gibt es jedoch nicht. Dazu komme ich gleich nochmal.

DrJones hat geschrieben: Ludger las auf dem grünen Zettel seinen Benutzernamen und sein Passwort und tippte diese in die Anmeldefelder bei SmileMail ein. „Sie haben 0 neue Nachrichten“. Er stieß auf. Ein kranker Geschmack.
Regen prasselte auf das Dachfenster. Ludger stand auf. In den Tropfen brachen sich tausendfach die Lichter der Laternen. Mit dem Finger zeichnete er den zittrigen Weg eines herunterrinnenden Tropfens nach. Dann war er verschwunden.


Mir gefällt das "tausendfach" nicht. Es sagt für mich nichts aus. Ich würde es weglassen. Ich bin mir nicht sicher, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen Ludgers zitternden Händen und dem zittrigen Weg des Tropfens. Allein schon, weil am Ende die Frage offen bleibt, wer verschwunden ist, Ludger oder der Tropfen. So könnte das ein Gleichnis zu Ludgers bisherigem Lebensweg sein.

Der Zusammenhang zwischen dem Cholinestera und der Leberkrankheit legt mir den Gedanken an Alkoholismus nahe. Die harten Brüche zwischen den Absätzen wären wie kleine Filmrisse. Im einen Moment liegt er noch im Bett, im nächsten steht er im Küchenlicht. Er bekommt die Medikamentennamen nicht mehr auf die Kette (ich vermute, du hast sie entweder selbst abgewandelt, oder die Silben von zwei, drei zusammen gewürfelt), weiß nicht mehr was er wofür nehmen soll. Gesetzt den Fall, er steht tatsächlich vor seinem Medizinschrank und nicht vorm Teeregal scheinen es etliche Medikamente zu sein, die er nehmen muss.
Ganz unwillkürlich muss ich gerade an Persönlichkeitsspaltung denken... Das würde den letzten Satz "Dann war er verschwunden" in ein anderes Licht stellen. Auch das würde die Filmrisse, die harten Schnitte erklären, auch wenn ich mir nicht ganz sicher bin, ob die Blackouts so kurz sein können.

Wenn ich mir den Text noch mal anschaue... im ersten Absatz sehen wir Ludger, der seine Tabletten nehmen will. Im zweiten erwähnst du keinen Namen. Er nimmt Lebertabletten. Weiß aber nicht mehr, wofür er die anderen braucht und kriegt die Namen nicht zusammen. Man erfährt zwar nicht, ob und welche Tabletten er jetzt eingeworfen hat, aber im dritten Absatz sehen wir definitiv wieder Ludger. Der seinen Benutzernamen vom Zettel ablesen muss, um seine Emails abzurufen (Passwort ist ja noch nachvollziehbar, aber der Benutzername macht mich stutzig).
Das Brechen der Lichter in den Tropfen könnte ein Hinweis auf die verschiedenen Persönlichkeiten sein? Der zittrige Weg des herunterrinnenden Tropfens ist Ludgers eigener Weg? Viele Tropfen - viele Wege - viele Persönlichkeiten. Dass dieser eine herausgestochen wird zeigt vielleicht Ludgers Unsicherheit im eigenen Bestehen.

Die Stimmung der Figur kommt mir leer rüber. Er wirkt nicht wirklich traurig auf mich, oder depressiv. Eher ...leer. Vielleicht weil er dieses Medikament nehmen muss, um seine Persönlichkeitsstörung, so er denn überhaupt eine hat, im Griff zu behalten und er selbst zu bleiben. Die anderen werden unterdrückt, schlafen gelegt, ausgeschaltet. Deshalb fühlt er sich vielleicht leer...

Das war nur mal so ein Gedankengang. Wahrscheinlich lieg ich auch völlig falsch damit, aber ich mag solche Herausforderungen ganz gerne. Ich bin sehr gespannt auf die Auflösung.

Federgruß
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Re: Ludger

Beitragvon DrJones » 26.09.2015, 13:19

Hallo Kady!

Ich freue mich sehr, auch mal hier von Dir zu lesen!
Vielen Dank für Deinen konstruktiven Kommentar! :D :D

Hallo DrJones :girl:

Ich bin gestern schon über deinen Text gestolpert, hatte aber kein günstiges Zeitfenster. Vorteil für mich, denn jetzt habe ich deine Anmerkungen zu den anderen Kommentaren lesen können und mir das ganze noch einmal in aller Ruhe durch den Kopf gehen lassen.


Das freut mich! :D

DrJones hat geschrieben:Ludger griff zum Nachttisch. Wo ist denn die Packung? Auf dem scharfkantigen Plastikrechteck nestelte er nach einer Tablette. Ach ja. Leer. Jetzt musste er in die Küche gehen. Ludger machte nicht das Licht an. Vielleicht konnte er später noch etwas schlafen. Im Dunkeln tastete er im Apothekerschrank nach der Packung. War es die große, die mittlere oder doch die kleine? Mist.


Der erste Satz ist mir zu allgemein. Da du im nachfolgenden Text recht genau bist, würde ich hier konkretisieren. Z. B.
Ludger wühlte mit einer Hand in der Nachttischschublade.
Oder so.


Ja, stimmt. Vielleicht auch den ersten Satz lassen und dann den zweiten: Er wühlte mit einer Hand...

Der Gedanke "Wo ist denn die Packung" sollte als solcher gekennzeichnet werden, weil es sonst ein unschöner Zeitfehler wäre.


Yepp. Habe ich notiert! :)

Das mit dem scharfkantigen Rechteck war schon angemerkt worden, ich würde da auch vorschlagen, das richtige Wort zu benutzen: Blister. Ich denke, so unbekannt ist es nicht und im Zusammenhang mit dem Satz vorher auch durchaus erkennbar, was gemeint ist.


Ich frage mich, ob bei der Krankheit, die er hat, ihm das Wort "Blister" in den Kopf käme.
Ich würde es sehr gerne verwenden - IMHO passt es nicht so gut zur Figur. Ich stelle immer die
Figurenzeichnung über alles andere und nehme sogar Missverständnisse beim Leser
in Kauf. Vielleicht aber lässt sich noch ein guter Kompromiss finden... Danke auf jeden
Fall für Deinen Hinweis! :)

DrJones hat geschrieben: Das Küchenlicht grellte ihn an. Ach da. Die Cholinestera… Hm. Oder waren es die Maodaprin? Wogegen brauchte er die Dulopram? Seine Hände zitterten. Egal. Er nahm alle Packungen.


Das "grellte" tatsächlich im Duden existiert als Verb, wusste ich nicht. Ich fand es aber trotzdem sehr passend. Wobei sich mir in meiner Vorstellung dann Neonröhren aufdrängen zusammen mit dem leisen Summen, das sie immer von sich geben.


Ja, es ist ein selten verwendetes Wort, was mir sehr entgegenkommt. :wink:
Ich verwende es gerne, da es noch ganz andere Bilder transportiert, wie Du auch geschrieben
hast. Diese Bilder hatte ich auch im Kopf. Ein kaltes, unpersönliches (!) Licht. 8)

Ich will ehrlich sein. Ich hab gegooglet. Die Cholinestera scheinen bei einer Lebererkrankung notwendig zu sein (irgendwas mit Eiweiß verstoffwechseln oder produzieren). Die beiden anderen Begriffe gibt es jedoch nicht. Dazu komme ich gleich nochmal.


Ja, ich habe es zusammengesetzt aus Namen für Standardmedikamente gegen bestimmte Krankheiten.
Er hat drei Krankheiten (Uuuuuh! die Zahl drei... 8) ). Die Sache mit den Cholinestera ist eine
Koinzidenz, die ich nicht beabsichtigte. Ich hatte auch hierfür den Namen zusammengesetzt -
allerdings aus Medikamentennamen für eine andere Krankheit. Ich finde Deine spätere
Interpretation aber interessant - und sie würde ebenso passen wie meine eigentliche Intention! :)


DrJones hat geschrieben: Ludger las auf dem grünen Zettel seinen Benutzernamen und sein Passwort und tippte diese in die Anmeldefelder bei SmileMail ein. „Sie haben 0 neue Nachrichten“. Er stieß auf. Ein kranker Geschmack.
Regen prasselte auf das Dachfenster. Ludger stand auf. In den Tropfen brachen sich tausendfach die Lichter der Laternen. Mit dem Finger zeichnete er den zittrigen Weg eines herunterrinnenden Tropfens nach. Dann war er verschwunden.


Mir gefällt das "tausendfach" nicht. Es sagt für mich nichts aus. Ich würde es weglassen.


Manchmal stelle ich mein Bauchgefühl über meinen Kopf. Ich denke, dass das Unterbewusstsein
uns bestimmte Worte und vor allem Bilder mitteilt, die wir verwenden sollten. Zugegeben habe ich
an dieser Stelle am längsten überlegt, ob ich "tausendfach" verwenden sollte. Dann bin ich
nochmal meinen Zettel zu Ludger durchgegangen, seine Krankheiten und da fand ich "tausendfach"
das beste Symbol, um seine .... auszudrücken. Ich löse es bald auf. Versprochen!! :wink:

Ich bin mir nicht sicher, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen Ludgers zitternden Händen und dem zittrigen Weg des Tropfens. Allein schon, weil am Ende die Frage offen bleibt, wer verschwunden ist, Ludger oder der Tropfen. So könnte das ein Gleichnis zu Ludgers bisherigem Lebensweg sein.


Den Zusammenhang gibt es indirekt. Seine Hände zittern und dann dieser Tropfen. Ich habe da etwas
auf die Umgebung projiziert, was Ludgers Problem ist. Er findet sich sozusagen in kleinen Dingen
um ihn herum wieder.
Wer ist verschwunden? Der Tropfen oder Ludger? Ich will ehrlich sein: Auch ich weiß es nicht.
Ich gebe diese Geschichte ein stückweit an den Leser und lasse ihn selbst entscheiden.
Für mich ist es der Tropfen und Ludger, der sich verliert. Ich finde es schön, dass Dir das
mit dem Tropfen aufgefallen ist. Zumindest wollte ich die Aufmerksamkeit auf dieses seltsame Bild
mit Ludger und dem zitternden Tropfen lenken. :)

Der Zusammenhang zwischen dem Cholinestera und der Leberkrankheit legt mir den Gedanken an Alkoholismus nahe. Die harten Brüche zwischen den Absätzen wären wie kleine Filmrisse. Im einen Moment liegt er noch im Bett, im nächsten steht er im Küchenlicht.


Ich hatte Alkoholismus nicht im Blick, finde aber die Zuordnung durchaus passend.
Das Zittern hat andere Ursachen. Die Brüche als Filmrisse habe ich genau so beabsichtigt.
Schön, dass das rüberkam. :D


Er bekommt die Medikamentennamen nicht mehr auf die Kette (ich vermute, du hast sie entweder selbst abgewandelt, oder die Silben von zwei, drei zusammen gewürfelt), weiß nicht mehr was er wofür nehmen soll. Gesetzt den Fall, er steht tatsächlich vor seinem Medizinschrank und nicht vorm Teeregal scheinen es etliche Medikamente zu sein, die er nehmen muss.


S. o. Ja, habe ich abgewandelt. Ludger hat einen Lebenskonflikt. Du hast es schon angedeutet, und
Frozenbambi hat geschrieben, dass er eigentlich eine Betreuung bräuchte.
Ganz unwillkürlich muss ich gerade an Persönlichkeitsspaltung denken... Das würde den letzten Satz "Dann war er verschwunden" in ein anderes Licht stellen. Auch das würde die Filmrisse, die harten Schnitte erklären, auch wenn ich mir nicht ganz sicher bin, ob die Blackouts so kurz sein können.


Diese Deutung finde ich überraschend und passend. Es ist zwar nicht ganz, was... Ich löse
es bald auf! :D
Wenn ich mir den Text noch mal anschaue... im ersten Absatz sehen wir Ludger, der seine Tabletten nehmen will. Im zweiten erwähnst du keinen Namen. Er nimmt Lebertabletten. Weiß aber nicht mehr, wofür er die anderen braucht und kriegt die Namen nicht zusammen. Man erfährt zwar nicht, ob und welche Tabletten er jetzt eingeworfen hat, aber im dritten Absatz sehen wir definitiv wieder Ludger. Der seinen Benutzernamen vom Zettel ablesen muss, um seine Emails abzurufen (Passwort ist ja noch nachvollziehbar, aber der Benutzername macht mich stutzig).


Das ist ja sowas von spannend, auf welche Interpretation Du hier gekommen bist!
Ich habe nicht an diese Dinge gedacht, aber wo Du es jetzt schreibst... Ja im zweiten
Absatz steht nicht sein Name. Und dann findet er sich vorm Rechner wieder. Als Ludger.
Die Frage ist, ob ich evtl. meine Intention überdenke und die Geschichte mehr auf die
Neuinterpretationen ausrichte oder, ob ich meine ursprüngliche Intention verfolge und
die Aussagen auf jeden Fall transportieren möchte. Ich belasse es, denke ich, so, wie es
ist. Ambivalent.

Das Brechen der Lichter in den Tropfen könnte ein Hinweis auf die verschiedenen Persönlichkeiten sein? Der zittrige Weg des herunterrinnenden Tropfens ist Ludgers eigener Weg? Viele Tropfen - viele Wege - viele Persönlichkeiten. Dass dieser eine herausgestochen wird zeigt vielleicht Ludgers Unsicherheit im eigenen Bestehen.


Ich finde diese Sichtweisen sehr interessant, Kady! Ich sah nur dieses Bild, wie Ludger gedanken-
verloren mit dem Finger den Tropfen nachzeichnete. Was dahinter steckt, lag in der Figur und
Du findest eine so potentiell passende Erklärung. :D

Die Stimmung der Figur kommt mir leer rüber. Er wirkt nicht wirklich traurig auf mich, oder depressiv. Eher ...leer. Vielleicht weil er dieses Medikament nehmen muss, um seine Persönlichkeitsstörung, so er denn überhaupt eine hat, im Griff zu behalten und er selbst zu bleiben. Die anderen werden unterdrückt, schlafen gelegt, ausgeschaltet. Deshalb fühlt er sich vielleicht leer...


Leere. Richtig. Traurig also nicht... Liegt vielleicht auch an den Medikamenten, die er nimmt.
Medikamente beeinflussen oft die Persönlichkeit und die Stimmung usw.
Ich fragte mich, wie ein --- Patient wohl die Welt sieht.
Das war nur mal so ein Gedankengang. Wahrscheinlich lieg ich auch völlig falsch damit, aber ich mag solche Herausforderungen ganz gerne. Ich bin sehr gespannt auf die Auflösung.


Da gibt es IMHO kein richtig oder falsch. Außer, dass er eine "Macke" hat (FrozenBambis-Kommentar).
Da kam von mir ein klares "nein". Denn "Macke" griff für mein Verständnis nicht weit genug.

Federgruß
Kady


Danke!!
Von mir eine tiefe Verbeugung und einen elegant gezogenen Federhut,

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Re: Ludger

Beitragvon Heribertpolta » 13.10.2015, 20:11

Hallo Doktor,

melde mich mal wieder, mein Herzens-Projekt stockt; nun bin ich wieder hier...
Ich halte es wie gehabt: Überflüssiges rot, Vorschläge blau, Doppelungen rosa.


Ludger kramte in der Nachttischschublade. Wo ist denn die Packung? Auf dem scharfkantigen Blister nestelte er nach einer Tablette. Ach ja - leer. Jetzt musste er in die Küche gehen. Ludger machte nicht das Licht an. Vielleicht konnte er später noch etwas schlafen. Im Dunkeln Er tastete im Apothekerschrank nach der Packung. War es die große, die mittlere oder doch die kleine? Mist.


Nun...

Das Küchenlicht grellte ihn an. Ach da. Die Cholinestera… Hm. Oder waren es die Maodaprin?
Wogegen sind die Dulopram? Seine Hände zitterten. Egal. Er nahm alle Packungen.


Nahm er die Packungen mit? Nahm er den Inhalt der Packungen zu sich? Oder schluckte er die Packungen hinunter? :D

Ludger las auf dem grünen Zettel seinen Benutzernamen und sein Passwort und tippte diese in die Anmeldefelder bei SmileMail ein. „Sie haben 0 neue Nachrichten“. Er stieß auf. Ein kranker Geschmack.
Regen prasselte auf das Dachfenster. Ludger stand auf. In den Tropfen brachen sich tausendfach die Lichter der Laternen. Mit dem Finger zeichnete er den zittrigen Weg eines herunterrinnenden Tropfens nach. Dann war er verschwunden.


Also, ich finde die Bilder lebhaft. War er verschwunden gefällt mir. Das Rülpsen auch.

Zu deinen Fragen:

Was ist die Stimmung dieser Figur?


Ludger ist müde und hat Schmerzen. Oder?

Warum ist sie in dieser Stimmung?


Vielleicht ein Entzug? Oder Depressionen? Er will sich umbringen!

Was ist Euch sonst noch aufgefallen?


Es brennt plötzlich doch Licht in der Bude. Und ich weiß nicht, was ein Blister in deiner Geschichte ist. Eine Blase nicht, und eine Sichtverpackung auch nicht. Oder doch?

Um so mehr ich über die Geschichte nachdenke, umso besser gefällt sie mir. Ehrlich. Ludger hat strähnige Haare und er schwitzt, hat ein schmutziges Unterhemd an und riecht. Stimmt das?

Mir ist etwas peinlich, dass die anderen Kommentatoren fett kommentiert haben und meiner so dürftig ausfällt. Aber ich bin so müde und verstehe nix mehr. Außerdem habe ich schon 18 Bier getrunken und Hunger auf Würstchen mit scharfen Senf. Und außerdem brauche ich den Kommentar zum veröffentlichen...
Grüße,

Heribert Polta
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Re: Ludger

Beitragvon DrJones » 17.10.2015, 16:04

Hallo Heribert!

Danke für die vielen Anregungen!

Das Küchenlicht grellte ihn an. Ach da. Die Cholinestera… Hm. Oder waren es die Maodaprin?
Wogegen sind die Dulopram? Seine Hände zitterten. Egal. Er nahm alle Packungen.


Nahm er die Packungen mit? Nahm er den Inhalt der Packungen zu sich? Oder schluckte er die Packungen hinunter? :D


Das überlasse ich Dir. :) Für mich hat er die Packungen zunächst einfach rausgenommen.

Ludger las auf dem grünen Zettel seinen Benutzernamen und sein Passwort und tippte diese in die Anmeldefelder bei SmileMail ein. „Sie haben 0 neue Nachrichten“. Er stieß auf. Ein kranker Geschmack.
Regen prasselte auf das Dachfenster. Ludger stand auf. In den Tropfen brachen sich tausendfach die Lichter der Laternen. Mit dem Finger zeichnete er den zittrigen Weg eines herunterrinnenden Tropfens nach. Dann war er verschwunden.


Also, ich finde die Bilder lebhaft. War er verschwunden gefällt mir. Das Rülpsen auch
.

Freut mich sehr! :D

Zu deinen Fragen:

Was ist die Stimmung dieser Figur?


Ludger ist müde und hat Schmerzen. Oder?


Ja, der ist nicht mehr ganz traufrisch. Schon recht final!
Warum ist sie in dieser Stimmung?


Vielleicht ein Entzug? Oder Depressionen? Er will sich umbringen!


Depressionen. Und Alzheimer. Und Parkinson.

Was ist Euch sonst noch aufgefallen?


Es brennt plötzlich doch Licht in der Bude. Und ich weiß nicht, was ein Blister in deiner Geschichte ist. Eine Blase nicht, und eine Sichtverpackung auch nicht. Oder doch?


Das mit dem Licht liegt am Alzheimer. Hat er selbst angeknipst und wieder vergessen.
Blister ist ein Risikowort. In einem Blister sind die Pillen drin. Dieses kratzige Plasikrechteck.

Um so mehr ich über die Geschichte nachdenke, umso besser gefällt sie mir. Ehrlich. Ludger hat strähnige Haare und er schwitzt, hat ein schmutziges Unterhemd an und riecht. Stimmt das?


Hey, danke! Diese Zeichnung der Figur passt.

Mir ist etwas peinlich, dass die anderen Kommentatoren fett kommentiert haben und meiner so dürftig ausfällt. Aber ich bin so müde und verstehe nix mehr. Außerdem habe ich schon 18 Bier getrunken und Hunger auf Würstchen mit scharfen Senf. Und außerdem brauche ich den Kommentar zum veröffentlichen...


Na dann mach mal!

Auf jeden Fall tausend Dank für diese Eindrücke! :D :D :D

Einen gewieften Gruß,

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