[Spannung]Makaberes Mondlicht

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[Spannung]Makaberes Mondlicht

Beitragvon JimPhrasenlaus » 24.03.2015, 17:25

Hallo zusammen,

Ich bin ja mal gespannt, was ihr wohl dazu sagen werdet. Hier ein Teil aus einer ewig langen Geschichte, irgendwo mitten drin. Über Anmerkungen würde ich mich natürlich feuen. :)

Es war dunkel und Alisa war immer noch alleine am Wagen. Sie hatte ein paar der Laternen angezündet, um ihre Umgebung besser beobachten zu können, aber Hanson kam nicht zurück. Zwei Stunden war er nun schon unterwegs und langsam aber sicher begann sich in ihr ein Gefühl der Angst breit zu machen. Was ist, wenn ihm was passiert ist?, dachte sie sich. Dann muss ich alleine versuchen über die Runden zu kommen. Dann muss ich alleine auf Diebstähle beim Verkauf achten. Aber das, wusste sie, war so gut wie unmöglich. Sie schüttelte den Kopf. Nein, am besten gar nicht an sowas denken.
In einiger Entfernung über dem Marktplatz hinweg, konnte Alisa eine Bewegung ausmachen. Sie schaute in diese Richtung und sah, dass Hanson aus der Gasse kam. Mit einem mittelgroßen Fass über der Schulter. Ein Glück! Dann können wir uns jetzt so schnell wie möglich auf den Weg machen!
Doch irgendetwas passte hier nicht. Irgendwie beschlich sie dennoch ein merkwürdiges Gefühl. Noch ehe sie das Gefühl genauer beschreiben konnte, schrie sie entsetzt auf, als sie sah, wie ihr Vater von einem Mann überfallen wurde! Hanson fiel das Faß herunter, sodass es zersprang und er versuchte sich gegen den Angreifer zu verteidigen. Doch er war zu schnell. Alisa zog sofort ihren Bogen und versuchte zu zielen, doch aufgrund der dunkelen Kleidung war es unmöglich, den Angreifer genau anzuvisieren. Sie legte den Bogen um ihre Schultern, zog ihr Messer und eilte ihrem Vater zu Hilfe. Doch als sie gerade dabei war zu Hanson zu eilen, sah sie, wie er von dem Angreifer ein Messer seitlich in die Nieren gerammt bekam.
Entsetzt schrien sowohl Hanson als auch Alisa auf, und noch ehe einer der beiden reagieren konnte, war der Angreifer verschwunden. Hanson brach vor Schmerz auf dem Boden zusammen und Alisa eilte zu ihm. Sie fiel vor ihm auf die Knie und beugte sich über ihn. Sein Gesicht war blass vor Angst und er zitterte.
"Papa, alles wird gut!", sagte sie ihm, während sich die erste Träne auf ihren Wangen zeigte. "Ich werde dir einen Arzt besorgen! Und du wirst sehen, bald jagen wir wieder zusammen! Komm ich helfe dir auf den Wagen!" Doch als sie sich umdrehte, sah sie, dass der Wagen samt Pferden gestohlen wurde. Nun befasste auch sie die Angst, und ihr wich alle Farbe aus dem Gesicht.
"Alisa..." Hansons Gesicht verzog sich vor Schmerz.
"Nein, du brauchst Ruhe!"
"Alisa...." Seine Stimme wurde schon schwächer. "Ich glaube nicht, dass ich noch rechtzeitig zu einem Arzt komme... Aber... Du wirst alleine zurechtkommen..."
"Nein!" Alisa schüttelte heftig den Kopf. Die Tränen vermehrten sich rasant, wie ein plötzlicher Regenschauer tropften sie nun ihre Wangen hinab und landeten auf dem Boden. "Nein! Ich hole einen Arzt! Hier gibt es doch einen, der wird dich schon wieder zusammenflicken!"
Hanson schüttelte den Kopf. "Nein Alisa, hör zu! Ich... ich habe ein Geheimfach zu Hause... Nimm... Nimm den Inhalt an dich und... lies es sorgfältig durch... Du wirst schon wissen wo es ist... Ich..." Ein weiterer harter Schmerz zuckte durch seinen Körper und er krampfte sich zusammen. Er atmete hektisch.
Alisa konnte kein Wort mehr hervorbringen. Sie schluchzte laut und die Tränen wurden nicht weniger. Sie versuchte zwar zu sprechen, aber es kamen nur einige unterdrückte Laute heraus.
Hanson strich ihr noch einmal liebevoll durch die Haare. "Meine Kleine... Eine erwachsene Frau ist aus dir geworden... Versprich mir meinen letzten Willen zu erfüllen. Es... steht alles in meinem Brief an dich..."
Alisa nahm seine Hand und hielt sie fest. Sie schluchzte immer noch laut, während Hansons Kopf langsam zur Seite fiel, er die Augen schloss und laut aushauchte. Dann wurde sein Arm schwer, als es ihm nicht mehr möglich war, ihn hochzuhalten. Er nahm keinen Atemzug mehr.
Der Vollmond kam nun hinter den Wolken hervor. Als wäre dem Mond die makabere Aufgabe zuteil gewesen, beschien nun sein Licht die traurige Szene auf dem Marktplatz. Alisa beugte sich kniend über ihren Vater und vergrub ihr Gesicht in seiner leblosen Schulter. Ihr Schluchzen war noch weit in die hinteren Gassen zu hören. Und blieb nicht unbemerkt...
"Hast du Spaß?"
"Ja..."
"Dann sag das doch auch deinem Gesicht!"
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Re: Makaberes Mondlicht

Beitragvon Sasskia » 25.03.2015, 14:12

Hallo Jim!

Dann bin ich mal gespannt, was du zu meinem Kommentar sagen wirst :XD:

Es war dunkel und Alisa war immer noch alleine am Wagen.


Es war dunkel und Alisa stand noch immer allein am Wagen.

Damit wären die beiden "war" zu vermeiden.

Sie hatte ein paar der Laternen angezündet, um ihre Umgebung besser beobachten zu können, aber Hanson kam nicht zurück.


Dass sie auf Hanson wartet würde ich nicht in diesem Nebensatz anmerken. Wenn du meinst, sie hält nach ihm Ausschau, dann müsste es heißen: "aber sie konnte Hanson nirgendwo entdecken."

Was ist, wenn ihm was passiert ist?, dachte sie sich. Dann muss ich alleine versuchen über die Runden zu kommen. Dann muss ich alleine auf Diebstähle beim Verkauf achten. Aber das, wusste sie, war so gut wie unmöglich. Sie schüttelte den Kopf. Nein, am besten gar nicht an sowas denken.


Was mach ich, wenn ihm etwas passiert ist?, dachte sie sich.
Danach würde ich mit dem "Denken" aufhören und fortfahren: Sie malte sich aus, was alles auf sie zukommen würde und schüttelte hastig den Kopf. Am besten gar nicht daran denken.


In einiger Entfernung über dem Marktplatz hinweg, konnte Alisa eine Bewegung ausmachen. Sie schaute in diese Richtung und sah, dass Hanson aus der Gasse kam. Mit einem mittelgroßen Fass über der Schulter. Ein Glück! Dann können wir uns jetzt so schnell wie möglich auf den Weg machen!


In einiger Entfernung über dem Marktplatz hinweg? Reicht nicht, in einiger Entfernung? Und natürlich schaut sie gerade in diese Richtung, sonst könnte sie die Bewegung ja nicht ausmachen, oder?
Dann denkt sie plötzlich wieder ... dieser Absatz verwirrt mich. :roll:

Doch irgendetwas passte hier nicht. Irgendwie beschlich sie dennoch ein merkwürdiges Gefühl. Noch ehe sie das Gefühl genauer beschreiben konnte, schrie sie entsetzt auf, als sie sah, wie ihr Vater von einem Mann überfallen wurde! Hanson fiel das Faß herunter, sodass es zersprang und er versuchte sich gegen den Angreifer zu verteidigen. Doch er war zu schnell. Alisa zog sofort ihren Bogen und versuchte zu zielen, doch aufgrund der dunkelen Kleidung war es unmöglich, den Angreifer genau anzuvisieren. Sie legte den Bogen um ihre Schultern, zog ihr Messer und eilte ihrem Vater zu Hilfe. Doch als sie gerade dabei war zu Hanson zu eilen, sah sie, wie er von dem Angreifer ein Messer seitlich in die Nieren gerammt bekam.
Entsetzt schrien sowohl Hanson als auch Alisa auf, und noch ehe einer der beiden reagieren konnte, war der Angreifer verschwunden. Hanson brach vor Schmerz auf dem Boden zusammen und Alisa eilte zu ihm. Sie fiel vor ihm auf die Knie und beugte sich über ihn. Sein Gesicht war blass vor Angst und er zitterte.


Ich hab diese Textstelle zusammengefasst, da es um den Angriff und dessen Auswirkungen geht.
Was hier nicht passt und wieso sie ein merkwürdiges Gefühl beschleicht kann ich nicht nachvollziehen.

Der Vater kam aus einer Gasse mit einem mittelgroßen Fass über der Schulter. Links oder rechts?
Sie sah, wie ihr Vater von einem Mann überfallen wurde. Woran hat sie das gesehen? Hat sich der Angreifer auf ihn gestürzt, oder ihm einen Stoß versetzt, damit das Fass zu Boden fällt?
Womit hat Hanson versucht, sich zu verteidigen? Womit wurde er angegriffen?
Inwiefern war der Angreifer zu schnell?
Wieso konnte sie aufgrund der dunkelen (was ist das eigentlich?) Kleidung nicht zielen?
Kann man gerade dabei sein, zu eilen?
Während sie zu ihrem Vater lief, stach der Angreifer zu.

Wieso kann sie so genau sehen, dass er seitlich in die Nieren gestochen wurde?
Hast du recherchiert, was bei einem Nierenstich mit dem Opfer geschieht? Meines Wissens sind Opfer eines Nierenstiches kaum mehr in der Lage, irgendetwas zu sagen oder zu tun.

Hanson war zusammengebrochen und krümmte sich vor Schmerz auf dem Boden.

während sich die erste Träne auf ihren Wangen zeigte.


Eine einzelne Träne kann sich nur auf einer Wange zeigen.
Während ihr die Tränen kamen?

Doch als sie sich umdrehte, sah sie, dass der Wagen samt Pferden gestohlen wurde. Nun befasste auch sie die Angst, und ihr wich alle Farbe aus dem Gesicht.


Der Wagen wird in diesem Moment gestohlen? Von wem?
Meinst du, sie bekam Angst? Wieso jetzt erst? Der Vater wurde niedergestochen, das würde mir für eine mittlere Panik vollends genügen. Da wäre mir der Wagen total egal!
Ich würde schreien, Hilfe holen, an Türen pochen ...
Wenn sie wie gelähmt vor Entsetzen ist, dann führ das an.

"Nein Alisa, hör zu! Ich... ich habe ein Geheimfach zu Hause... Nimm... Nimm den Inhalt an dich und... lies es sorgfältig durch... Du wirst schon wissen wo es ist... Ich..." Ein weiterer harter Schmerz zuckte durch seinen Körper und er krampfte sich zusammen.


Nimm den Inhalt an dich ... lies die Briefe, Dokumente etc. sorgfältig durch ....
Ein harter Schmerz .... das gefällt mir nicht. Was ist ein weicher Schmerz? Weniger aua?
Ein stechender Schmerz, oder er verkrampfte sich vor Schmerzen.

Alisa nahm seine Hand und hielt sie fest. Sie schluchzte immer noch laut, während Hansons Kopf langsam zur Seite fiel, er die Augen schloss und laut aushauchte. Dann wurde sein Arm schwer, als es ihm nicht mehr möglich war, ihn hochzuhalten. Er nahm keinen Atemzug mehr.


Alisa nahm seine Hand und hielt sie fest. Ja, das gefällt mir
Dann wird es schwierig.
Haucht man laut aus, wenn man stirbt?
Alisa hat seine Hand festgehalten, wieso muss er den Arm hochhalten?
Er nahm keinen Atemzug mehr. Klingt ziemlich pathetisch.

Der Vollmond kam nun hinter den Wolken hervor


Den Vollmond würde ich einfach scheinen lassen. Ohne Wolken. Sonst wird es schwer zu erklären, weshalb Alisa alles so genau sehen konnte.

Fazit:

Eine gruslige Geschichte und schwierig in Worte zu fassen. Soviele Emotionen, die vermittelt werden müssen.
Ich hoffe, ich konnte dir einige Anregungen geben.

Liebe Grüße aus Wien

Sasskia :girl:
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Re: Makaberes Mondlicht

Beitragvon IPatricia » 25.03.2015, 15:28

Hey, ich werde es auch mal versuchen. :)
Erstmal sehr schön, dass du genügend Absätze machst, das vereinfacht es dem Leser und auch mir in diesem Fall :D

Es war dunkel und Alisa war immer noch alleine am Wagen. Sie hatte ein paar der Laternen angezündet, um ihre Umgebung besser beobachten zu können, aber Hanson kam nicht zurück. Zwei Stunden war er nun schon unterwegs und langsam aber sicher begann sich in ihr ein Gefühl der Angst breit zu machen.


Wie schon angesprochen, unbedingt Wiederholungen vermeiden, wo es möglich ist. Besonders "war" und "hatte" kommen immer oft vor, da kommt auch leider niemand gut drumherum, aber da, wo es geht, sollte man es versuchen. In diesem Fall:

Noch immer stand Alisa alleine am Wagen inmitten der Dunkelheit. Einige von ihr angezündete Laternen erleuchteten die Nacht, wodurch sie ihre Umgebung leichter beobachten konnte. Dennoch von Hason weit und breit keine Spur. Schon länger war er nun unterwegs. Langsam aber sicher begann sich in ihr ein Gefühl der Angst breitzumachen.

So vermeidest du viele Wiederholungen. Scheue dich nicht vor einigen kurzen Sätzen, die erhöhen etwas die Spannung, sollten aber auch nicht inflationör genutzt werden. Auf zum nächsten Absatz.

Was ist, wenn ihm was passiert ist?, dachte sie sich. Dann muss ich alleine versuchen über die Runden zu kommen. Dann muss ich alleine auf Diebstähle beim Verkauf achten. Aber das, wusste sie, war so gut wie unmöglich. Sie schüttelte den Kopf. Nein, am besten gar nicht an sowas denken.


Ich finde es immer seltsamn, wenn nach einer gedanklichen Frage "dachte sie sich" kommt. Vielleicht geht es nur mir so, aber durch das Fragezeichen sieht es komisch aus. Ich weiß jetzt nicht, wie genau du diese Passage formatiert hast in deinem Schreibprogramm. Falls du es nicht schon so gemacht hast: Gedanken auf jeden Fall immer kursiv schreiben, das trennt das Ganze besser vom Erzählvorgang. Deshalb finde ich es ein wenig unglücklich. So würde ich es machen:

Was ist, wenn ihm etwas zugestoßen ist? In ihren Gedanken malte sie sich bereits unschöne Szenarien aus. Das würde bedeuten, sie musste alleine über die Runden kommen. Alleine auf Diebstähle beim Verkauf achten. Nein, das ist doch nicht möglich. Kopfschüttelnd ließ sie diesen Gedanken fallen. Am besten, sie verschwendete keinen einzigen mehr daran.

Sie schaute in diese Richtung und sah, dass Hanson aus der Gasse kam.


Aus welcher Gasse? Es würde vielleicht helfen, generell die Umgebung besser zu beschreiben, das hilft dem Leser. Aber da du sagst, dass das eine Stelle ziemlich aus der Mitte ist, weiß ich auch nicht, ob du das nicht schon in einem vorherigen Teil gemacht hast. :D

Irgendwie beschlich sie dennoch ein merkwürdiges Gefühl. Noch ehe sie das Gefühl genauer[...]


Immer auf Wiederholungen achten, auch bei Nomen. Im zweiten Satz kannst du "Gefühl" auch mit "Intuition" ersetzen, da sie ja denkt, dass irgendetwas nicht stimmt, obwohl sie noch nicht weiß, was es ist.

[...] wie ihr Vater von einem Mann überfallen wurde!


Das würde ich nicht mit einem Ausrufezeichen versehen. Da du ja in 3. Person erzählst (zwar ein personaler Erzähler aus der Sicht deiner Protagonistin, aber dennoch), solltest du solche Wertungen vermeiden. Das Ausrufezeichen impliziert, dass deine Protagonistin bestürzt ist, der Erzähler jedoch sollte neutral sein. Das kannst du entkräften, indem du einfach den Vorgang genauer beschreibst. Zum Beispiel:

Sie sah, wie sich eine unbekannte Gestalt ihrem Vater näherte. Er packte ihn unsanft an der Schulter, wodurch sich sein Griff lockerte und das Fass zu Boden fiel. Es zersprang in seine Einzelteile. Ihr Vater versuchte, sich gegen den Angreifer zu verteidigen. [...]

Hier würde ich auch überwiegend kurze Sätze empfehlen, weil die Spannung an der Stelle sehr hoch ist.

[...]seitlich in die Nieren gerammt bekam.


Anhand der Tatsache, dass sie durch die Dunkelheit nicht einmal die beiden gut auseinander halten kann, als sie versucht, auf den Angreifer zu zielen, würde ich behaupten, dass sie nicht genau erkennen kann, wo der Angreifer zusticht. Ein Stich in die Seite reicht völlig aus, das mit den Nieren finde ich etwas zu präzise und es impliziert, dass sie sich genaustens mit der Anatomie auskennt.

So, den zweiten Teil des Textes werde ich insgesamt zusammenfassen:

Die Emotionen beschreibst du sehr gut, aber ich finde, alles in allem geht das Ganze doch sehr schnell. Zum Beispiel, dass sie merkt, dass der Wagen mitsamt den Pferden gestohlen wurde. Das geht nicht ganz so schnell. Man würde die Pferde hören und das in Bewegung setzen des Wagens. Selbst wenn sie gerade durch das Geschehen um ihren Vater abgelenkt ist, sollte das nicht an ihr vorbeigehen. Ich würde diese Szene zwischen ihr und ihrem Vater erzählerisch noch in die Länge ziehen, das wird mir zu kurz behandelt. Ich meine, da stirbt gerade ihr Vater. Du beschreibst das zwar schon sehr schön emotional, aber das kann ruhig etwas mehr sein. Ich denke mal, das ist eine Schlüsselszene in deiner Geschichte. Mehr Emotionen, mehr Verzweiflung, mehr körperliche Bewegungen wie Zittern, sie sieht das Blut, Augenbewegungen, all das. Dann kommt es einem auch nicht mehr so kurz vor, und es ist glaubwürdiger, dass ihr Wagen gestohlen wurde. In so kurzer Zeit fände ich das doch ein bisschen holprig.

So, ich hoffe, du nimmst es dir nicht zu Herzen, dass ich das jetzt ein bisschen "auseinander genommen" habe, das sind eigentlich nur kleine Anregungen, die dir helfen können. Feinarbeit sozusagen. Das Geschehen an sich finde ich total spannend, mch würde zumindest interessieren, wie es weitergeht. :)
Ziemlich emotional, natürlich fragt man sich, wieso diese Person ihren Vater getötet hat und was genau seine Tochter jetzt im Geheimversteck finden soll und was sie jetzt tun wird. Klingt spannend!

Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen weiterhelfen :geek:
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Re: Makaberes Mondlicht

Beitragvon JimPhrasenlaus » 25.03.2015, 17:29

Hallo Sasskia, hallo IPatricia,

Danke an Euch für die Kommentare!

Vorerst einiges im allgemeinen:

Zu Alisas Gedanken: Ja, in meinem Schreibprogramm waren diese alle kursiv geschrieben. Hätte ich besser aufgepasst, dann hätte ich das hier eingefügt, aber da war ich zu kurzsichtig.

Danke auch für die Verbesserungsvorschläge zu den Wortdopplungen, das ist mir beim Schreiben gar nicht aufgefallen. Da werde ich jetzt verstärkt drauf achten und alles noch einmal durch-ackern.

Zu Sasskia:

Sie hatte ein paar der Laternen angezündet, um ihre Umgebung besser beobachten zu können, aber Hanson kam nicht zurück.


Dass sie auf Hanson wartet würde ich nicht in diesem Nebensatz anmerken. Wenn du meinst, sie hält nach ihm Ausschau, dann müsste es heißen: "aber sie konnte Hanson nirgendwo entdecken."


Ja. Das ist definitiv besser.

In einiger Entfernung über dem Marktplatz hinweg, konnte Alisa eine Bewegung ausmachen. Sie schaute in diese Richtung und sah, dass Hanson aus der Gasse kam. Mit einem mittelgroßen Fass über der Schulter. Ein Glück! Dann können wir uns jetzt so schnell wie möglich auf den Weg machen!


In einiger Entfernung über dem Marktplatz hinweg? Reicht nicht, in einiger Entfernung? Und natürlich schaut sie gerade in diese Richtung, sonst könnte sie die Bewegung ja nicht ausmachen, oder?
Dann denkt sie plötzlich wieder ... dieser Absatz verwirrt mich. :roll:


Der Marktplatz in diesem Teil der Geschichte spielt eine zentrale Rolle, deswegen ist der so oft erwähnt. Natürlich würde auch "in einiger Entfernung" reichen, aber meine Film-Scene im Kopf lies diese Formulierung einfach nicht zu... Das werde ich noch einmal überdenken, das gefällt mir auch nicht wirklich...
Als ich daran dachte, dass Alisa die Bewegung ausmacht, da hatte ich gerade in meinem Augenwinkel einen Vogel an meinem Fenster vorbeifliegen sehen... Das hätte ich vielleicht dazu schreiben sollen "aus dem Augenwinkel". Sie hat keine bestimmte Bewegung direkt im Fokus gehabt, aber sie hat "irgendeine Bewegung" bemerkt... Der Abschnitt ist denke ich definitiv einer Überarbeitung wert.
Und ja, das mit den Gedanken... In meinem Skript am PC steht das da alles kursiv, da möchte ich mich für die Verwirrung entschuldigen...

Ich hab diese Textstelle zusammengefasst, da es um den Angriff und dessen Auswirkungen geht.
Was hier nicht passt und wieso sie ein merkwürdiges Gefühl beschleicht kann ich nicht nachvollziehen.

Der Vater kam aus einer Gasse mit einem mittelgroßen Fass über der Schulter. Links oder rechts?
Sie sah, wie ihr Vater von einem Mann überfallen wurde. Woran hat sie das gesehen? Hat sich der Angreifer auf ihn gestürzt, oder ihm einen Stoß versetzt, damit das Fass zu Boden fällt?
Womit hat Hanson versucht, sich zu verteidigen? Womit wurde er angegriffen?
Inwiefern war der Angreifer zu schnell?
Wieso konnte sie aufgrund der dunkelen (was ist das eigentlich?) Kleidung nicht zielen?
Kann man gerade dabei sein, zu eilen?
Während sie zu ihrem Vater lief, stach der Angreifer zu.

Wieso kann sie so genau sehen, dass er seitlich in die Nieren gestochen wurde?
Hast du recherchiert, was bei einem Nierenstich mit dem Opfer geschieht? Meines Wissens sind Opfer eines Nierenstiches kaum mehr in der Lage, irgendetwas zu sagen oder zu tun.


Das merkwürdige Gefühl macht mit der Vorgeschichte Sinn, da Alisa unter einer gewissen Paranoia leidet. Das zieht sich durch die gesamte Geschichte, wird auch am Anfang direkt deutlich. Was das Gefühl bedeuten soll, weiß sie zu diesem Zeitpunkt selber noch nicht. Meistens sind ihre merkwürdigen Gefühle auch nur Humbuk.
Die weiteren Fragen sagen mir, dass ich das auch noch einmal überarbeiten muss. Da war ich zu hektisch, ich wollte endlich zum nächsten Abschnitt übergehen, da hier ein Kapitel endet und meine Ideen nur so sprudelten. :mrgreen:
Und das mit dem Nierenstich: Keine Ahnung. Die Recherche dazu liegt bestimmt 2 Jahre zurück, der Abschnitt aus der Geschichte ist auch dementsprechend alt. Ich glaub ich nehm einfach die Niere raus.

Der Rest im kurzen Überblick:
Das mit dem Wagen war mir selber auch ein wenig schwammig. Ich hatte gehofft, das würde nicht zu sehr auffallen :mrgreen:
Der "harte Schmerz" ist bei uns in der Region sprachlich verankert, aber wahrscheinlich nur Dialekt. Das muss ich auch stärker beachten. Lustigerweise gibt es nur harten Schmerz aber keinen weichen :wink:
Das laut aushauchen war mehr an die Erinnerung an Darth Vaders letzten Atemzug in Star Wars Episode 6 verknüpft. Ein komisches "jammern-seufzen-hauchen-irgendwas"...
Das mit dem Arm muss ich wohl näher beschreiben, da kommen meine Gedanken nicht hervor.
Die Wolken waren für den vorherigen Regen gedacht. Steht leider in dem Abschnitt vorher.

Zu IPatricia:

ich bin es leider gewohnt unendlich lange Sätze zu bilden, wie zb von Thomas Mann oder Hermann Hesse. Ich finde die Sätze schon recht kurz, aber ich werde mich bemühen, diese vielleicht demnächst noch kürzer zu gestalten.
Die Absätze sind auch für mich beim Schreiben hilfreich, ohne gelungene Absätze kann ich meine Gedanken kaum ordnen. :wink:
Bei der Erzählperspektive hast du recht. Das werde ich ändern.
Und wieder das mit der Niere und der Dunkelheit: Ja, irgendwas stimmt da nicht so ganz.
Der Marktplatz wird vorher ausführlich beschrieben, vielleicht für manche auch zu ausführlich. Aber anhand dessen sollte man sich eigentlich genau da stehen sehen können in der Geschichte, sodass man weiß, welcher der Wasserspeier am Rathaus einen abgebrochenen Flügel hat, und wo das Moos wächst :wink:
Und dass am Ende alles zu schnell geht: Ja, ich hatte keine Lust mehr und wollte unbedingt zum nächsten Knoten am roten Faden übergehen :mrgreen:

Insoweit: Danke für die Anregungen, die helfen mir auch bei den anderen Teilen der Geschichte weiter.
Ziemlich emotional, natürlich fragt man sich, wieso diese Person ihren Vater getötet hat und was genau seine Tochter jetzt im Geheimversteck finden soll und was sie jetzt tun wird. Klingt spannend!

Dann habe ich ja zumindest meine Absicht erreicht, das könnte in 200 Seiten dann auch aufgelöst werden. :mrgreen: Und es wird bald wohl auch mehr davon geben, sobald ich das alles überarbeitet habe. :wink: Und dann hoffe ich, dass all Eure fragen beantwortet werden und es weiterhin emotional bleibt. :)

Liebe Grüße,
Jim
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Re: Makaberes Mondlicht

Beitragvon Bernd » 27.03.2015, 19:32

Hallo Jim,

ich habe die anderen Kommentare bewusst nicht gelesen und möchte gerne meinen eigenen Kommentar hierzu schreiben. Der Titel hat mich angelockt. Ich habe viel zu bekritteln, aber darum sind wir ja hier. Also los:

JimPhrasenlaus hat geschrieben:Es war dunkel und Alisa war immer noch alleine am Wagen. Sie hatte ein paar der Laternen angezündet, um ihre Umgebung besser beobachten zu können, aber Hanson kam nicht zurück.

Du schriebst eingangs, dass es nur ein Teil einer größeren Geschichte sei. Dadurch fehlen mir womöglich Informationen bezüglich des Jahrhunderts, in dem wir uns befinden. Im ersten Satz dachte ich noch, der Wagen sei ein modernes Auto, aber die Laternen haben mich stutzig gemacht. Auch, dass sie "am" und nicht "im" Wagen wartet. So ganz alleine, als Frau im Dunkeln... wo sind die überhaupt? Mitten im Wald auf einer einsamen Landstraße? Und warum? Alles Fragen, die ich mir im Moment noch stelle. Aber gut, sie wartet auf einen Mann namens Hanson...

JimPhrasenlaus hat geschrieben:Zwei Stunden war er nun schon unterwegs und langsam aber sicher begann sich in ihr ein Gefühl der Angst breit zu machen.

Das ist aber lange! Naja, wenn er zu Fuß zum nächsten Ort gelaufen ist, kein Wunder. Aber warum ist sie nicht mit? Warum wartet Sie wiegesagt nicht IM Wagen? Das Gefühl der Angst solltest Du uns schildern. (Machst Du dann ja auch.) Was denkt sie? Wie fühlt sie sich? Ist es kalt? Welche Szenarien malt sie sich in ihrem Kopf aus? Wundert sie sich, wo er bleibt, oder hat sie mit so einer langen Wartezeit gerechnet. Welche körperlichen Reaktionen ruft die Angst in ihr hervor?

JimPhrasenlaus hat geschrieben: Was ist, wenn ihm was passiert ist?, dachte sie sich. Dann muss ich alleine versuchen über die Runden zu kommen. Dann muss ich alleine auf Diebstähle beim Verkauf achten.

Das, lieber Jim, ist ungewollt komisch. Mal ehrlich, Du wirst Dich doch besser in die Frau hineinversetzen können als so, oder? Da steht sie seit zwei Stunden allein im Dunkeln irgendwo in der Pampa bei ihrem Wagen, kann niemanden telefonisch erreichen, ihr Freund oder Mann ist seit zwei Stunden weg, aber sie denkt nur an sich!!! Sehr unglaubwürdig! Viel realistischer ist es, dass sie sich ausmalt, was alles mit Hanson passiert sein könnte, dass sie Handlungsoptionen abwägt, vielleicht durchaus auch irrational handeln möchte (z.B. ihn suchen zu gehen) ... Und die Sache mit den Diebstählen verwirrt mich zudem inhaltlich. Sind wir gar nicht bei einem liegengebliebenen Auto auf einer Landstraße? - Ja, ich schreibe das absichtlich so provokant unter inhaltlich falschen Annahmen (Telefon, Ehemann/Freund, modernes Auto, mitten im Nirgendwo...), um aufzuzeigen, welche Fehlvorstellung des Settings sich bislang sich in meinem Kopf durch Deine Beschreibungen manifestiert hat.

JimPhrasenlaus hat geschrieben:In einiger Entfernung über dem Marktplatz hinweg, konnte Alisa eine Bewegung ausmachen. Sie schaute in diese Richtung und sah, dass Hanson aus der Gasse kam. Mit einem mittelgroßen Fass über der Schulter. Ein Glück! Dann können wir uns jetzt so schnell wie möglich auf den Weg machen!

So ein Zufall, dass der ausgerechnet jetzt auftaucht! (Wäre sie in ihren Gedanken versunken gewesen, so hätte das Auftauchen von Hanson sie aus diesen gerissen und das Timing sähe weniger gestellt aus.) Ein Marktplatz?! Also keine einsame Landstraße! Was für ein Wagen ist es dann, von dem hier die Rede ist. Ohje, Marktplatz - Gasse - Fass - sind wir im Mittelalter?! (Kann sein, dass mir dies klar wäre, würde ich den Anfang der Geschichte kennen.) Ihre Erleichterung könnte übrigens weit weit größer sein. All ihre Ängste fallen mit einem Schlag von ihr ab, sie läuft auf ihn zu, halb schimpfend vor Wut, weil er sie so lange hat warten lassen, aber noch viel mehr erleichtert und entsprechend schluchzend und erschöpft... ach ja, noch was zu dem Fass: Auf seiner Schulter kann man bestenfalls ein sehr kleines Fass tragen. Schon ein kleines Exemplar bekommt man nur gerollt oder mit aller Kraft vor sich her getragen. Aber ein mittelgroßes Fass (so 90cm Standardmaß) bekommst Du im vollen Zustand (und das "voll" bezieht sich aufs Fass) nicht mal angehoben! (Die wirklich großen Fässer fassen mehrere Tausend Liter und können nicht bewegt werden.)

JimPhrasenlaus hat geschrieben:Doch irgendetwas passte hier nicht. Irgendwie beschlich sie dennoch ein merkwürdiges Gefühl.

Diese vagen "irgendwie/irgendwas"-Andeutungen mag ich nicht. Es hat was von billigen Effekten, mit denen Spannung erzeugt werden soll. Aber so funktioniert das nicht. Auch in einem Film wirkt eine schuhuhende Eule nicht gruselig, wenn man nicht mit den Protagonisten mitfiebert. Das ist hier ähnlich. Wenn Du Gänsehautfeeling erzeugen willst, müssen wir mit der Dame mitfiebern. Wir müssen sehen, fühlen, riechen, schmecken wie sie. Wir müssen spüren, was sie spürt, müssen das mulmige Gefühl teilen, das ihr langsam den Rücken hoch kriecht... und es ist Deine Aufgabe, uns dies spüren zu lassen.

JimPhrasenlaus hat geschrieben:Noch ehe sie das Gefühl genauer beschreiben konnte, schrie sie entsetzt auf, als sie sah, wie ihr Vater von einem Mann überfallen wurde!

Na, da würde jeder aufschreien. Aber die Szene ist so sachlich geschrieben wie ein Polizeibericht. Als Leser entlockt mir das nicht mal ein "ups", geschweige denn, einen inneren Aufschrei. Ein Gefühl beschlich mich aber doch: Verwirrung: Wo kommt denn der Vater plötzlich her...?

JimPhrasenlaus hat geschrieben:Hanson fiel das Faß herunter, sodass es zersprang und er versuchte sich gegen den Angreifer zu verteidigen.

Moment mal, mich beschleicht ein Verdacht: Hanson IST ihr Vater. Also da hast Du mich unabsichtlich aber jetzt an der Nase herum geführt. Wer spricht denn von seinem Vater in der dritten Person? Gramatikalisch passt in dem Satz übrigens was nicht. Der zweite Teil hinter dem "und" scheint noch zum "sodass"-Teil zu gehören. Tut er aber nicht, oder? Mach zwei Sätze daraus. P.S.: Fässer zerspringen nicht so leicht. Die sind verdammt stabil! Und wenn, dann bersten sie. Aber da sie nicht aus Glas oder Ton sind, passt "zerspringen" nicht.

JimPhrasenlaus hat geschrieben:Doch er war zu schnell.

Wer ist er? Hanson? (siehe vorangegangener Satz.) Hanson war zu schnell?

JimPhrasenlaus hat geschrieben:Alisa zog sofort ihren Bogen und versuchte zu zielen, doch aufgrund der dunkelen Kleidung war es unmöglich, den Angreifer genau anzuvisieren.

Bögen zieht man nicht. Schwerter zieht man. Wo hat sie denn jetzt den Bogen her? Naja, vermutlich die ganze Zeit dabei gehabt. Aber wiederum stellt das mein Bild der Alisa auf den Kopf! Nichts gegen wehrhafte starke Frauen, aber bislang hast Du sie eher in der Opferrolle geschildert! Ach ja, mit einem Bogen visiert man nichts an. Bögen haben kein Visier. (Außer, man hat einen modernen Compound-Bogen.) Ich möchte noch bemerken, das Alisas Verhalten sehr rational ist: Sie hat eine Waffe, die zieht sie sofort und will sie benutzen. Warum rennt sie nicht erst mal kopflos ihrem Vater entgegen?

JimPhrasenlaus hat geschrieben:Sie legte den Bogen um ihre Schultern, zog ihr Messer und eilte ihrem Vater zu Hilfe.

Wieder sehr rational, aber immerhin rennt sie jetzt hin. Ein Messer hat sie auch! Aha. Den Bogen um die Schulter zu legen, sieht sicher cool aus, wenn man Legolas oder Katniss heißt, aber vermutlich würde sie den in dieser Situation einfach fallen lassen. Auch aus praktischen Gründen: So ein Bogen um die Schulter ist durchaus hinderlich!

JimPhrasenlaus hat geschrieben:Doch als sie gerade dabei war zu Hanson zu eilen, sah sie, wie er von dem Angreifer ein Messer seitlich in die Nieren gerammt bekam.

Eine präzise Diagnose, wie aus einem Autopsiebericht. Wieder gilt: Mehr Emotion, weniger Ratio!

Hast Du mal gezählt, wie oft sie zu Hanson eilt? Hier:
JimPhrasenlaus hat geschrieben:... und eilte ihrem Vater zu Hilfe
JimPhrasenlaus hat geschrieben:als sie gerade dabei war zu Hanson zu eilen
JimPhrasenlaus hat geschrieben:Hanson brach vor Schmerz auf dem Boden zusammen und Alisa eilte zu ihm

So langsam müsste sie also mal bei ihm sein, denke ich!

JimPhrasenlaus hat geschrieben:Ich werde dir einen Arzt besorgen!

Inzwischen habe ich mich mit dem Gedanken angefreundet, dass wir irgendwann im Mittelalter sind. Da gibt es eine Kutsche. Aber ein Arzt? Dieser Berufsstand scheint mir wiederum sehr modern zu sein. Und auch die Idee, schnell einen Arzt herzuholen. Es gab Barbiere, Hebammen, etc..., die gewisse Dinge mehr schlecht als recht behandeln konnten, aber ein Messerstich war i.d.R. das Todesurteil. Man konnte die Wunde auswaschen, Kräuter draufpacken oder mit heißem Eisen veröden. Aber inneren Verletzungen erlag man in der Regel. Davon abgesehen freue ich mich, dass es jetzt mal ein bisschen emotionaler wird.

JimPhrasenlaus hat geschrieben:Doch als sie sich umdrehte, sah sie, dass der Wagen samt Pferden gestohlen wurde. Nun befasste auch sie die Angst, und ihr wich alle Farbe aus dem Gesicht.

Interessant, findest Du nicht: Sie bekommt Angst, weil Pferd und Wagen weg sind (obwohl sie sich auf dem Marktplatz einer Siedlung befindet), aber nicht, weil ihr Vater gerade mit dem Tode ringt!

Der anschließende Dialog ist endlich mal gefühlsbetont. Leider auch ein bisschen kitschig und klischeehaft (könnte direkt aus einer Ärzte-Soap entspringen), aber immerhin kann man mal teilhaben am traurigen geschehen! Als Verbesserung schlage ich vor, uns wiederum an der Gedankenwelt der Protagonistin teilhaben zu lassen. Beide müssen nicht rational handeln und können aneinander vorbei reden. Dennoch:
JimPhrasenlaus hat geschrieben:ich habe ein Geheimfach zu Hause

Wäre es nicht zweckdienlich, wenn er ihr was über den Ort dieses Fachs verraten würde? Geheimfächer haben es leider an sich, dass sie schwer zu finden sind, weil sie - nun ja - geheim sind.

JimPhrasenlaus hat geschrieben: Er nahm keinen Atemzug mehr.

Eine seltsame Formulierung.

JimPhrasenlaus hat geschrieben:Und blieb nicht unbemerkt...

Und endlich, zum ersten mal in dieser Geschichte, gelingt es Dir, echte Spannung zu erzeugen!!!

Lieber Jim, ich weiß, es ist nicht schön, die eigene Geschichte zerpflückt zu bekommen. Aber ich will nicht so tun, als fände ich den Text gelungen, wenn dem nicht so ist. Setz Dich nochmal ran, schreibe ihn neu, und dann versuche es doch noch einmal hier!

Viele Grüße
Bernd
Zuletzt geändert von Bernd am 28.03.2015, 07:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Makaberes Mondlicht

Beitragvon ManuR22 » 27.03.2015, 20:14

Hallo Jim,
ich habe deinen Text gelesen, und ein paar Stellen gefunden zu denen ich einen Kommentar abgeben möchte.
JimPhrasenlaus hat geschrieben:Was ist, wenn ihm was passiert ist?, dachte sie sich.

...dachte sie sich... würde ich weglassen.

JimPhrasenlaus hat geschrieben:Dann muss ich alleine versuchen über die Runden zu kommen. Dann muss ich alleine auf Diebstähle beim Verkauf achten.

...Zweimal Dann am Satzanfang ist etwas ungünstig gewählt. Vielleicht daraus einen Satz machen.

JimPhrasenlaus hat geschrieben:In einiger Entfernung über dem Marktplatz hinweg, konnte Alisa eine Bewegung ausmachen. Sie schaute in diese Richtung und sah, dass Hanson aus der Gasse kam.

...über den Marktplatz hinweg, klingt nicht so gut. Vielleicht:
In einiger Entfernung konnte Alisa eine Bewegung ausmachen. Sie schaute angestrengt in diese Richtung und
sah, dass Hanson die Gasse verlassen hatte, und über den Marktplatz auf sie zukam.

JimPhrasenlaus hat geschrieben:Irgendwie beschlich sie dennoch ein merkwürdiges Gefühl. Noch ehe sie das Gefühl genauer beschreiben konnte, schrie sie entsetzt auf, als sie sah, wie ihr Vater von einem Mann überfallen wurde

...zwei mal Gefühl. Und wieso das Gefühl beschreiben in solch einer brenzlichen Situation?.
Noch ehe sie begriff, sah sie wie ein Mann aus dem Schatten trat und ihren Vater anfiel. Sie schrie entsetzt auf.

JimPhrasenlaus hat geschrieben:Doch er war zu schnell

...Falsch formuliert, da sich der Satz davor auf den Vater bezieht. Er will sich wehren und ist zu schnell?

JimPhrasenlaus hat geschrieben: zog ihr Messer und eilte ihrem Vater zu Hilfe. Doch als sie gerade dabei war zu Hanson zu eilen, sah sie, wie er von dem Angreifer ein Messer seitlich in die Nieren gerammt bekam.

...zwei mal eilen kurz hintereinander.
Vielleicht: ..als sie die beiden erreicht hatte, sah sie, wie der Angreifer ein Messer zog und es ihrem Vater in die Seite rammte.

JimPhrasenlaus hat geschrieben:"Ich werde dir einen Arzt besorgen!

...unglücklich gewählt. Einfach nur holen.

JimPhrasenlaus hat geschrieben: Nun befasste auch sie die Angst,

...unglücklich gewählt, eher ergriff

JimPhrasenlaus hat geschrieben:Die Tränen vermehrten sich rasant, wie ein plötzlicher Regenschauer tropften sie nun ihre Wangen hinab und landeten auf dem Boden.

...bei dem "Regenschauer" würde ich eher liefen als tropfen nehmen.

JimPhrasenlaus hat geschrieben:Dann wurde sein Arm schwer, als es ihm nicht mehr möglich war, ihn hochzuhalten. Er nahm keinen Atemzug mehr.

...würde ich komplett weglassen. Der Satz davor beschreibt die Szene sehr gut.

JimPhrasenlaus hat geschrieben:Der Vollmond kam nun hinter den Wolken hervor. Als wäre dem Mond die makabere Aufgabe zuteil gewesen, beschien nun sein Licht die traurige Szene auf dem Marktplatz

...Der Vollmond scheint reicht aus, da muss das Licht nicht mehr erwähnt werden.

JimPhrasenlaus hat geschrieben:Alisa beugte sich kniend über ihren Vater und vergrub ihr Gesicht in seiner leblosen Schulter.

...leblose Schulter würde ich weglassen. Wir wissen ja schon das er tot ist.
Einfach nur: vergrub ihr Gesicht an seiner Schulter.

Fazit: Ansonsten eine gute Geschichte. Bitte schreib weiter. Wir müssen doch jetzt noch wissen, was Alisa in dem Geheimversteck findet und was der letzte Wunsch ihres Vaters ist. Bin sehr neugierig.

LG Manu
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Re: Makaberes Mondlicht

Beitragvon JimPhrasenlaus » 29.03.2015, 14:28

Hallo auch an Bernd und Manu.

Und natürlich vielen Danke für Eure Kommentare! Es zeigt mir doch, dass zumindest der rote Faden in der Geschichte duetlich wird. Das Ganze drum herum wird deutlicher wenn man die Geschichte vorher und nachher kennt. Wobei ich das natürlich alles überarbeiten werde, es zeigt mir doch, dass ich selber wohl zu rational denke (danke dafür an Bernd, ja ich bin sehr rational denkend und würde vermutlich genau so handeln, wie Alisa es hier tut). Um das zu beheben werde ich wohl alle meine Freunde mal interviewen. Einfach um meine eigene Rationalität vielleicht abzubauen.
An Bernd: Ich kann mir denken, dass dich viel verwirrt in dieser Geschichte, diese Passage ist (ich habe nachgeschaut) Seite 41, die Zeit vorher verbringe ich damit, die Umgebung und die Gesellschaft zu beschreiben, in einem Post-Apokalyptischen Deutschland. Alles sehr kompliziert leider, vielleicht auch ein wenig trocken am Anfang.
Außerdem musste ich doch sehr über mich lachen, bei ein paar deiner Kommentare, insbesondere an der Stelle, wo Alisa niemals anzukommen scheint. :mrgreen: ist mir bisher nicht aufgefallen.
Zu dem Fass: Es ging niemals darum, dass das Fass voll sein sollte. Und ja, ich bin mir bewusst wie schwer so ein Fass ist, in unserem Verein für Schottische Kultur haben wir eines dieser Fässer als Sportgerät. Wenn es leer ist, kann man es, wenn man ein wenig kräftiger ist, gut tragen, es ist aber dennoch anstrengend. Das selbe Fass mit Sand gefüllt wird bei uns als Teamdisziplin über 5 Meter gerollt, in einer Staffel. Zwei Personen sind da erlaubt und es ist die Hölle. :twisted:
Zu Manu: Jap, viele unglückliche Formulierungen, viele Wortdopplungen. Ich muss das noch einmal überarbeiten (am besten ab Seite 1) und werde auf jeden Fall weiter schreiben!
Auch werde ich die vorherigen Passagen bei Zeiten hier veröffentlichen, dann wird denke ich auch für jeden deutlich, was da eigentlich passiert ist.
Fazit: Vielen Danke auch an Euch beide, es hilft mir alles ungemein bei meiner weiteren Arbeit daran!
Grüße,
Jim
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Re: Makaberes Mondlicht

Beitragvon Fianna » 01.06.2015, 23:59

JimPhrasenlaus hat geschrieben:Alisa [...] hatte ein paar der Laternen angezündet, um ihre Umgebung besser beobachten zu können, aber Hanson kam nicht zurück.

Das Setting scheint doch eher historisch zu sein, wenn ich mich nicht irre?
Da würde ich vorher schonmal einen Hinweis geben.

JimPhrasenlaus hat geschrieben:Zwei Stunden war er nun schon unterwegs und langsam aber sicher begann sich in ihr ein Gefühl der Angst breit zu machen.

Du beschreibst, was sie fühlt, Zeig es doch eher. Beschreibe wie sie nervös die Hände ringt, oder Sachen ordnet/einräumt und wieder zurückstellt/ausräumt. Oder lass den Leser an ihren besorgten Gedanken teilhaben. Aber einfach nur sagen, was sie fühlt, das wirkt nicht so stark.

JimPhrasenlaus hat geschrieben:Was ist, wenn ihm was passiert ist?, dachte sie sich.

Und damit hast Du die beiden vorigen Sätze überflüssig gemacht. Diesen Gedanken kannst Du aber auch noch etwas stärker formulieren.

JimPhrasenlaus hat geschrieben:Dann muss ich alleine versuchen über die Runden zu kommen. Dann muss ich alleine auf Diebstähle beim Verkauf achten. Aber das, wusste sie, war so gut wie unmöglich.

Hulla... Also, Gedanken und normalen Text bitte trennen, entweder durch Kursivschreibung oder mit 'einfachen' Anführungszeichen.
Anstatt noch zu sagen "Das ist ja unmöglich" könntest Du noch weitere Tätigkeiten von ihr aufzählen, so dass der Leser schon weiß, dass das dann also unmöglich ist.

JimPhrasenlaus hat geschrieben:Sie schaute in diese Richtung und sah, dass Hanson aus der Gasse kam. Mit einem mittelgroßen Fass über der Schulter. Ein Glück! Dann können wir uns jetzt so schnell wie möglich auf den Weg machen!

Geil, die beiden letzten Sätze sind super. Sowas meinte ich vorher.

JimPhrasenlaus hat geschrieben:Noch ehe sie das Gefühl genauer beschreiben konnte, schrie sie entsetzt auf, als sie sah, wie ihr Vater von einem Mann überfallen wurde! Hanson fiel das Faß herunter,

Hulla, Hanson ist ihr Vater? Das kommt jetzt aber SEHR überraschend.

JimPhrasenlaus hat geschrieben:sodass es zersprang und er versuchte sich gegen den Angreifer zu verteidigen. Doch er war zu schnell.

Das Personalpronomen ist hier irgendwie potentiell verwirrend, da würde ich ein Nomen hinsetzen.

JimPhrasenlaus hat geschrieben:Alisa zog sofort ihren Bogen und versuchte zu zielen, doch aufgrund der dunkelen Kleidung war es unmöglich, den Angreifer genau anzuvisieren.

Offensichtlich ist es ein historisches oder phantastisches Setting. Da wollte ich mal anmerken, dass Bogen schießen versammt schwer ist und viel Übung erfordert. Jemand, der die ganze Zeit hinterm Tresen steht, kann da keinesfalls die Fähigkeiten besitzen, mal eben zu schießen im Gefahrenfalle.

JimPhrasenlaus hat geschrieben:Doch als sie gerade dabei war zu Hanson zu eilen,

Das klingt sehr umständlich und grammatikalisch unschön.

JimPhrasenlaus hat geschrieben:Entsetzt schrien sowohl Hanson als auch Alisa auf, und noch ehe einer der beiden reagieren konnte, war der Angreifer verschwunden. Hanson brach vor Schmerz auf dem Boden zusammen und Alisa eilte zu ihm. Sie fiel vor ihm auf die Knie und beugte sich über ihn. Sein Gesicht war blass vor Angst und er zitterte.

Mehr zeigen, weniger beschreiben. Wenn Du schon beschreibst, dann aber bitte nicht in so umständlichen Sätzen.

JimPhrasenlaus hat geschrieben:"Papa, alles wird gut!", sagte sie ihm, während sich die erste Träne auf ihren Wangen zeigte. "Ich werde dir einen Arzt besorgen! Und du wirst sehen, bald jagen wir wieder zusammen! Komm ich helfe dir auf den Wagen!"

Das ist eine sehr schöne Stelle. Man merkt, wie sie Angst hat und es sich einredet, fast schon selbst nicht daran glaubt.
JimPhrasenlaus hat geschrieben:Nun befasste auch sie die Angst, und ihr wich alle Farbe aus dem Gesicht.

Das ist jetzt aber ein bisschen ungeschickt; extra nochmal zu betonen, dass sie Angst hat, muss nicht sein.

JimPhrasenlaus hat geschrieben:Alisa nahm seine Hand und hielt sie fest. Sie schluchzte immer noch laut, während Hansons Kopf langsam zur Seite fiel, er die Augen schloss und laut aushauchte.

Die Dialogszene war sehr schön. Das hier ist mir persönlich im letzten Teil etwas zu detailverliebt und zerstört die Stimmung (er hauchte laut aus? Klingt bemüht und reisst mich heraus).
JimPhrasenlaus hat geschrieben:Dann wurde sein Arm schwer, als es ihm nicht mehr möglich war, ihn hochzuhalten.

Das ist auch einer der überflüssigen Sätze. Wieso begründest du dass ihm der Arm runterfällt? Klingt doof.
JimPhrasenlaus hat geschrieben: Der Vollmond kam nun hinter den Wolken hervor. Als wäre dem Mond die makabere Aufgabe zuteil gewesen, beschien nun sein Licht die traurige Szene auf dem Marktplatz. Alisa beugte sich kniend über ihren Vater und vergrub ihr Gesicht in seiner leblosen Schulter. Ihr Schluchzen war noch weit in die hinteren Gassen zu hören. Und blieb nicht unbemerkt...


Hm.
Alisas Gefühle werden nur angekratzt, ich würde da noch etwas mehr in die Tiefe gehen. Da Du am Ende mit dem allwissenden Erzähler und dem offenen Ende die Horror-Note reinbringst, würde ich das also vor diesem Absatz machen.
Ich bekomme Alisas Gefühle vermittelt, und während des Dialogs nimmt es mich auch mehr gefangen, aber richtig berührt bin ich nicht. Ich bin eine Tochter, mein Vater ist alt, eigentlich sind das perfekte Gegebenheiten, dass ich mich da wirklich reinhypnotisieren kann.
Aber Du bist noch etwas zu sehr auf Beschreibung von außen, Du sagst mir, was Alisa fühlt anstatt mich mitfühlen zu lassen.

FAZIT:
Das Setting und die Personenverhältnisse müssten etwas früher klargestellt werden.
Du hast ein Gefühl für szenischen Aufbau, aber die genauen Örtlichkeiten könnte man noch etwas mehr beschreiben und damit auch mehr Atmosphäre aufbauen. Eigentlich dasselbe wie bei den Gefühlen: Du sagst mir, dass es da ziemlich einsam und verlassen ist, im Moment. Zeig es mir. Beschreibe den Wind, der durch die leeren Buden pfeift oder an einem Fensterladen rüttelt und Alisa erschreckt. Oder lass sie Schritte hören, die sie verängstigen, weil niemand Ehrbares mehr auf diesen Wegen unterwegs ist, und wie sie erleichtert ist, dass die Schritte verklingen - nur um erneut Angst zu bekommen, da ihr Vater immer noch abwesend ist. Die Schritte gehen nicht in ihre Richtung - vielleicht in die des Vaters? Wann kommt er nur endlich wieder!

Die Sätze müssten teilweise noch etwas klarer gesetzt werden und die Gefühle klarer zum Ausdruck gebracht werden. Lass den Leser mehr mitfühlen, zeige mehr was Alisa fühlt anstatt es zu beschreiben.

Den letzten Absatz finde ich richtig gut. Das erwarte ich bei einer personal geschriebenen Geschichte nicht direkt.


Liebe Grüße
Fianna
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Re: Makaberes Mondlicht

Beitragvon napweaver » 08.06.2015, 18:38

Hallo JimPhrasenlaus, ich würde dir sehr gerne einen Kommentar zu deinem Werk geben.

Zunächst möchte ich sagen, dass mir deine Geschichte gefallen hat. Ich finde, dass sie spannend ist und Lust auf mehr macht. Besonders das Ende ist in dieser Hinsicht gut gelungen, weil du den Leser direkt mit Fragen zurück lässt, die er gerne beantwortet hätte. Außerdem konnte ich die Geschichte flüssig lesen und gut folgen. Nur ein paar Sachen würde ich gerne anmerken.

Ein Glück! Dann können wir uns jetzt so schnell wie möglich auf den Weg machen!

Ich würde immer sparsam mit Ausrufezeichen umgehen. Vor allem wenn mehrere hintereinander folgen. Zum Beispiel kann man es bei dem zweiten Satz gut weglassen.

Dann muss ich alleine versuchen über die Runden zu kommen. Dann muss ich alleine auf Diebstähle beim Verkauf achten.

Gedanken würde ich besser kursiv machen, damit sich das mehr von dem Text aus der 3. Person abhebt.

Hanson fiel das Faß herunter, sodass es zersprang und er versuchte sich gegen den Angreifer zu verteidigen. Doch er war zu schnell. Alisa zog sofort ihren Bogen und versuchte zu zielen, doch aufgrund der dunkelen Kleidung war es unmöglich, den Angreifer genau anzuvisieren. Sie legte den Bogen um ihre Schultern, zog ihr Messer und eilte ihrem Vater zu Hilfe. Doch als sie gerade dabei war zu Hanson zu eilen, sah sie, wie er von dem Angreifer ein Messer seitlich in die Nieren gerammt bekam.

Dieser Teil ist mir ein bisschen zu trocken erzählt. Vielleicht kann man hier ein bisschen mehr Gefühle reinbringen. Bei den darauffolgenden Absätzen fand ich es besser umgesetzt, weil es mich mehr mitgenommen hat.

"Nein!" Alisa schüttelte heftig den Kopf. Die Tränen vermehrten sich rasant, wie ein plötzlicher Regenschauer tropften sie nun ihre Wangen hinab und landeten auf dem Boden. "Nein! Ich hole einen Arzt! Hier gibt es doch einen, der wird dich schon wieder zusammenflicken!"

Diesen Teil fand ich von den Gefühlen her sehr gut.

"Alisa...."

Hier hast du wohl einen Punkt zu viel genommen. Generell bin ich kein großer Fan von zu vielen Auslassungspunkten. Macht aber durch den nahenden Tod von Hanson in deiner Geschichte Sinn. Auch wenn es mir hier schon ein bisschen zu viel war.

Zudem würde ich gerne mehr darüber erfahren, was Alisa und Hanson überhaupt mit dem Fass vorhatten. Oder auch, wer Hanson ist. Je mehr ich über einen Charakter weiß, desto mehr fühle ich mit ihm und fiebere mit. Das kann aber wohl daran liegen, dass der Teil mitten aus einer Geschichte ist.

Vieles wurde ja auch schon von den vorherigen Kommentatoren gesagt. Ich entschuldige mich, falls ich mich in einem Punkt wiederholt haben sollte.
napweaver
 
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