Manipulation auf Uboot

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Manipulation auf Uboot

Beitragvon Anchesa » 16.09.2015, 18:16

Hey ihr Lieben!
Bei meinem neuen Projekt stehe ich vor folgendem Problem: wie kann man ein Uboot so manipulieren, dass es untergeht? Und zwar nicht heutzutage, sondern so in der Zeit des 2. Weltkriegs. Ich habe leider keine Ahnung, ob so eine Manipulation (am liebsten von intern) überhaupt möglich ist. Oder vielleicht gibt es Tatsachenberichte, die so etwas schildern? Ich habe im Internet bisher noch nichts brauchbares gefunden. Wäre toll, wenn ihr mir helfen könntet!
Liebe Grüße!
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Re: Manipulation auf Uboot

Beitragvon anby77 » 16.09.2015, 19:47

Kriegsschiffe haben Vorrichtungen, die der Selbstversenkung dienen, damit das Schiff nicht in feindliche Hände fällt. Meines Wissens sind das meistens Ventile, die während der Evakuierung geöffnet oder zerstört werden, woraufhin das Schiff mit Wasser vollläuft. Bei U-Booten müsste man solche Ventile nicht einmal extra einbauen, man könnte schlicht und einfach die fürs Tauchen ohnehin vorhandenen Ballasttanks fluten und dann deren Steuerung blockieren oder zerstören, damit das nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Nur wenn das Boot noch geborgen werden soll, wäre das keine Option, denn die U-Boote aus der Zeit des 2. Weltkrieges würden dadurch allerdings vermutlich mehr zerfetzt als versenkt.
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Re: Manipulation auf Uboot

Beitragvon Justin » 16.09.2015, 22:49

Sehr schlecht, denn eine Versenkung (ungewollt) setzt voraus, dass der "Täter" selber am Board ist und somit auch mit versenkt wird...

Ein U-Boot aus dem 2. Weltkrieg zu versenken ist nicht schwer - sie hatten selber Sprengsätze extra zu diesen Zweck am Board - Für gewöhnlich hat die Mannschaft nach einem Angriff, in dem das Boot so beschädigt war, dass es verlassen werden musste, das Boot mit Rettungsflossen in Sicherheit gebracht und es dann versenkt - Oft versuchte feindliche Schiffe diese Sprengung zu verhindern bevor die Mannschaft gerettet wurde. Eine U-Boot Mannschaft bestand aus knapp 50 Mann - Also waren sie alle gut mit einander bekannt. Ein Spion am Bord wäre aufgefallen wenn er nicht schon lange vorher eingeschleußt wäre.

Ab 1943 waren die deutschen U-Boote sowieso nicht mehr strategisch wichtig, denn sie überlebten im Durchschnitt nur 3 Monate.

Die alliierten haben nach 1943 die U-Boot Funke abgehört und die Gleitzüge sind durch Luftüberwachung gegen die U-Boote gut abgesichert gewesen - Nur 1 in 10 U-Boote haben den 2. Weltkrieg überhaupt überlebt.
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Re: Manipulation auf Uboot

Beitragvon Anchesa » 16.09.2015, 22:56

Danke schon einmal für die Antworten!
Woher habt ihr euer Wissen? Könnt ihr mir da eine spezielle Seite oder ein spezielles Buch empfehlen oder ist das aus verschiedenen Quellen über längere Zeit angewachsen sozusagen? :) Würde mich da gerne etwas vertiefender in das Thema einlesen. Oder eine gute Doku schauen, falls ihr eine empfehlen könnt.
An sich müsste ein Spion a) schon sehr lange als Spion arbeiten und b) selbst bereit sein zu sterben? Mhm.
Und wie sieht es mit Unfällen aus? Ich habe das auch mal gegoogelt, da steht viel davon, dass die Sprengsätze losgegangen sind oder radioaktiv verstrahltes Wasser eingedrungen ist. Wie kann man sich das vorstellen? Könnte das auch auf "akut" menschliches Versagen zurückzuführen sein? Oder ist ein technischer Defekt realistischer?
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Re: Manipulation auf Uboot

Beitragvon Justin » 17.09.2015, 16:01

Vielleicht ist dir den Film "The Imagination Game" bekannt - es geht um die britische Wissenschaftler, die die deutsche Verschlüsselungsmaschine "Enigma" geknackt haben. Damit waren die Alliierten in der Lage die U-Bootbewegungen sehr genau zu verfolgen und ihre Geleitzüge entsprechend mit Langstreckenbomber zu schützen.

Durch die hohe Verluste an U-Boote und Mannschaften - gekoppelt mit ständige Bombenangriffe auf die Werften und Werken - könnte die Deutschen Schiffe und U-Boote nicht schnell nachgebaut werden um mit den Verlusten Schritt zu halten - so wurden viele U-Boote im Dienst gestellt, die erheblich Mängel hatten sowie mit sehr jungen, unerfahrenen Mannschaften besetzt waren.

Bei Spiegel Online gab es ein schöner Bericht über die U-620, die schnell in Dienst gestellt und auf der ersten Feindfahrt versenkt wurde - ohne nur ein Torpedo abgefeuert zu haben.

Leider ist es mir nicht gelungen, die Links zu posten.
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Re: Manipulation auf Uboot

Beitragvon Bronzegolem » 24.10.2015, 15:26

Es gibt ein zwei Dinge die man für einen guten Ratschlag wissen muss, nämlich:

Was ist die Mission des Uboots, militärisch oder soll zB etwas evakuiert werden? Wie groß ist es und die Mannschaft? Welche Bewaffnung hat es, in welchen Tiefen operiert es, wer ist der Saboteur und soll er die Mission überleben, wie genau muss das Timing sein, darf man im Nachhinein herausfinden das es Sabotage war und wie ist seine Beziehung zur restlichen Mannschaft, seine Fähigkeiten, Befugnisse, generelle Position und welche Mittel stehen im zur Verfügung?

Wenn du das postest wäre ich gerne bereit die möglichst genaue Informationen und Tipps zu geben, aber bis dahin gehe ich einfach davon aus, dass:

Es ein militärisches Uboot ist mit einem lange eingesessenen Maulwurf den die Mannschaft kennt aber nicht verdächtigt, sie soll irgendwann auf ihrer Fahrt durch Sabotage versenkt werden und der Maulwurf will das natürlich überleben. Wie geht er also vor?

Ganz einfach, mithilfe einer Uhr und ein klein wenig Sprengstoff stellt er eine Zeitbombe her, die er auf die Spitze eines Torpedos schnallt (am besten einen der bereits geladen ist, da man die Bombe dort nicht findet, weil niemand nachsieht, aber ein Torpedo ist schwer und er kann ihn alleine nur sehr schwer laden) dann kommt der schwierige Teil:
Er muss entkommen. Aufzutauchen sollte für ihn kein Problem sein, zur Zeit des zweiten Weltkriegs musste jedes Uboot früher oder später auftauchen (es gab auch 'Schnorchel', aber wenn keine Gefahr droht ist es logisch diese nicht zu benutzen). Er würde einfach sagen, dass er wieder mal an Deck gehen will (legitim wenn keine Gefahr droht) und würde sobald er an Bord ist mithilfe einer Pistole die anderen Besatzungmitglieder, die mit ihm an Deck sind erschießen, optional eine Granate die Luke hinunter werfen und sich mithilfe einer Schwimmweste vom Boot entfernen ehe es durch die Zeitbombe und das ganze Torpedolager komplett zerfetzt wird. Wenn er einen Peilsender hat wird er diesen dann aktivieren und sich von einem Wasserflugzeug abholen lassen, was relativ einfach sein sollte, da er vermutlích verbündete haben die schonmal eine Seerettung bestechen können.

Ich hoffe das hat dir geholfen, wie gesagt, wenn du noch nähere Informationen oder Vorschläge brauchst brauchen wir im Gegenzug mehr Informationen :wink:
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Re: Manipulation auf Uboot

Beitragvon Aradir » 01.11.2015, 01:40

Meines Wissens sind das meistens Ventile, die während der Evakuierung geöffnet oder zerstört werden, woraufhin das Schiff mit Wasser vollläuft. Bei U-Booten müsste man solche Ventile nicht einmal extra einbauen, man könnte schlicht und einfach die fürs Tauchen ohnehin vorhandenen Ballasttanks fluten und dann deren Steuerung blockieren oder zerstören, damit das nicht mehr rückgängig gemacht werden kann.

Das halte ich prinzipiell für eher unsicher, da dass U-Boot hier ja nicht direkt zerstört wird, sondern "nur" auf Grund sinkt und dann evtl. wenn das Wasser tief genug ist durch den steigenden Wasserdruck zerstört ist. Mal davon abgesehen dürfte es auch alles andere als einfach sein das System durch einen einzelnen Spion zerstören zu lassen. Wenn mich nicht alles täuscht befindet sich die Systemsteuerung nämlich auf der Brücke und die einzelnen Presslufttanks und Ventile sind übers ganze Schiff verteilt; beides eher ungünstig.

Warum eigentlich so kompliziert? Ein U-Boot ist sehr groß und voller Ecken und Winkel in denen man mit etwas Wissen sehr einfach eine Bombe verstecken können müsste. Alternativ packt man die Bombe einfach in irgendwelchen Nachschub, der dann an Bord gebracht wird. Wenn die Bombe beispielsweise im Frisch- oder Abwassertank des Bootes landet, wird sie massiven Schaden anrichten und kaum entdeckt werden können. Dagegen wird man es als Spion relativ schwer haben unbeobachtet Zugang zum Torpedoraum zu bekommen. Auch "mal eben" an die frische Luft gehen dürfte wohl flach fallen: Für die Schicht auf dem Turm wurden Wachen eingeteilt, die dann Ausschau hielten. Da jederzeit mit dem Auftauchen von Flugzeugen gerechnet werden musste wurden die restlichen Mannschaftsmitglieder schön unten gelassen.

Als Quellen würde ich dir von "The Imitation Game" abraten, weil es mehr reißerische Charakterklamotte, als akkurate Darstellung von historischen Fakten ist. Als Quelle über das Leben an Bord von U-Booten empfehle ich das Buch "Das Boot", das von einem Kriegsberichtserstatter mit einschlägiger U-Booterfahrung geschrieben wurde.

Generell würde ich dir dazu raten etwas spezifischer zu fragen. Ähnlich wie die Frage: "Wie bringe ich jemanden am besten um?" gibts es je nach den Umständen 1001 richtige Antwort. :wink:
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