(Märch|Krimi|Roman) Kapitel 1

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(Märch|Krimi|Roman) Kapitel 1

Beitragvon Arya007 » 29.10.2015, 15:27

Hey Leute,
es geht weiter! Hier kommt mal der erste Teil des 1. Kapitels. Nicht wundern er unterscheidet sich sehr, sehr von dem Prolog. Das ist gewollt.
(Es geht besonders darum, diese Naivität der beiden Schwestern besonders herauszustellen)

Genug Worte für den Anfang.
PS: Wer Interesse hat kann sich ja den Prolog durchlesen
Kapitel 1
Wie aus Muscheln Perlen werden


Die weiße Tür des Kinderzimmers öffnete sich quietschend.
Silver schlug vorsichtig ein Auge auf. Die Sache war ziemlich riskant. Wenn ihre Eltern gekommen waren um nachzusehen, ob sie bereits eingeschlafen wäre, durfte sie auf keinen Fall zeigen, dass sie noch wach war. Denn das mochten ihre Eltern aus irgendeinem Grund gar nicht.
Wenn aber ihre große Schwester endlich nach oben gekommen wäre, riskierte sie es eine wundervolle Gutenachtgeschichte zu verpassen. Eine Person schlüpfte ins Zimmer. Blaue Augen blitzten in der Dunkelheit auf, braune Haare streiften über Silvers Gesicht.
„Schade, dass du schon schläfst, Silver! Du verpasst eine großartige Geschichte.“
Ein leises Kichern ertönte. „Du weißt doch, dass ich immer auf dich und deine Geschichten warte.“, hauchte das Mädchen ihrer großen Schwester ins Ohr, bevor sie ihre schiefergrauen Augen aufschlug.
„Dann machen wir mal Licht!“, entgegnete das ältere Mädchen und streckte sich kurz um die sternförmige Lampe über dem Himmelbett anzuschalten. Schon wurde das Zimmer von warmem Licht erhellt.
„Shhht…“, raunte das Mädchen seiner kleinen Schwester zu und schlich lautlos, wie eine Katze zur Tür, die bloß angelehnt war. Sie schloss diese und zögerte einen Moment, bevor sie nach einer Decke griff und unter den Türspalt schob.
Keine Geschichte, die sie erzählen konnte, wäre den Ärger wert, wenn ihre Eltern herausfanden, dass sie ihre fünfjährige Schwester vom Schlafen abhielt.
„Komm endlich!“, quengelte eine Stimme aus dem Kissenhaufen vom Bett her. Fibi lächelte.
„Warte Silver!“ Ganz leise zog das Mädchen die Nase hoch, bevor sie sich umdrehte. Während sie sich neben ihre Schwester kuschelte, fasste sie sich an den Hals und zuckte enttäuscht zusammen. Keine Kette mehr… Die klugen grauen Augen des kleinen Mädchens beobachteten ihre große Schwester neugierig. Als ihr die blonden Haare ins Gesicht fielen, zog Silver die Nase kraus.
„Wo ist denn deine Kette, Fibi?“, fragte die Kleine entmutigt.
Die besagte Kette bestand aus vielen kleinen und großen hübschen Muscheln in allen Formen und Farben und war ein Geschenk von Silver gewesen. Fibi begann leise zu weinen.
„Ach Fibi!“, seufzte ihre kleine Schwester und hörte sich viel zu erwachsen für ihre fünf Jahre an.
„Was ist denn passiert?“, fragte sie leise, bevor ihr ebenfalls Tränen in die Augen traten.
„Das“, wich Fibi aus, „ist aber eine verdammt lange Geschichte und du solltest doch bald schlafen.“
Sie wollte ihre Schwester einfach nicht belasten. „Erzähl es mir als eine deiner Geschichten!“, bettelte Silver und blickte ihrer Schwester treuherzig tief in die Augen. Sie würde nie nachgeben. „Na gut…“, gab sich das Mädchen geschlagen und überlegte. Wo sollte sie denn nur anfangen?

„Es war einmal eine Elfe. Sie war noch jung und unerfahren. Ihr Name war Emma. Sie wurden von allen beneidet, denn sie hatte nicht bloß so grüne Augen, dass sie dem tiefsten Blätterwerk glichen und so ebenholzbraune Haare, dass sie neben den Stämmen des Waldes verschwanden, sie besaß auch eine magische Halskette. Es war eine goldene Kette an der lauter perlmuttschimmernde Muscheln hingen.
Die Kette sorgte unter den Anderen an der Elfenschule für großen Neid. Ihre Mitschüler behaupteten, sie fänden die Kette kindisch, doch man konnte gleichzeitig den Neid in den unzähligen Augen aufblitzen sehen und wenn man genau hinsah, entdeckte man darin so etwas wie Bewunderung für dieses Schmuckstück. Denn aller Schmuck den Elfen herstellten war perfekt, doch wenn alles perfekt ist, ist so eine Kette mit ihren Ecken und Kanten etwas ganz besonderes.
Emma verlor sogar einige ihrer „Freunde“ deswegen. Man sollte sich jedoch fragen, ob das tatsächliche Freunde gewesen waren. Sie weigerte sich beharrlich die Kette abzulegen. Denn diese hatte sie von der Prinzessin geschenkt bekommen. Auch wenn sie unterschiedlichen Ständen angehörten, waren Emma und die Prinzessin fast wie Schwestern.
An einem sonnigen Dienstag war Emma nämlich in der Nähe des Meeres unterwegs gewesen um Treibholz zu sammeln, als aus dem nahegelegen Wald Schreie erklangen. Sofort war Emma losgerannt. Sie war kaum 50 Meter weit gekommen, als sie das Heulen hörte. Wer auch immer da schrie, wurde von Wölfen angegriffen. Emma war auf den nächstbesten Baum geklettert und hatte sich von da an von Baum zu Baum gehangelt. Ganz in ihrer Nähe hatte sie Schuppen aufblitzen sehen. Sie sah eine junge Meerjungfrau umringt von einem Rudel Wölfe. Der größte fletschte die Lefzen und sprang auf das Mädchen zu.
Emma zögerte keinen Moment. Sie griff eine Efeuranke und zog prüfend daran. Entschlossen packte sie die Ranke mit einer Hand und drückte sich vom Ast ab. Emma segelte über die Wölfe hinweg und packte die Meerjungfrau an der Hand. Dieses Erlebnis war der Beginn einer wundervollen Freundschaft.
Die Prinzessin, deren Name Amelie war, hatte Emma sogar einmal mit nach Atlantis genommen und ihr dort die Kette gebastelt. Amelie hatte die Perlen aus dem Brunnen gefischt, der den Mittelpunkt von Atlantis markierte. Anschießend hatte sie die Perlen auf eines ihrer goldenen Haare gefädelt.
Emma waren es alle Schikanen, Beleidigungen und Schubse, Knuffe und giftigen Blicke wert, die sie für diese Kette in Kauf nehmen musste. Doch aus den neidvollen Blicken wurden wütende Blicke und schon bald waren es nicht mehr nur blöde Kommentare…“

Sooo... Das ist so ungefähr die Hälfte des Kapitels. Ich freu mich wie immer über alle Antworten
Wie immer
Lg eure Arya
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Re: (Märch|Krimi|Roman) Kapitel 1

Beitragvon KatiaBenego » 29.10.2015, 18:09

Liebe Arya, ich habe mir soeben dein Kapitel durchgelesen.

Erstens einmal finde ich, dass du für eine 14-jährige schon gut schreibst. Wenige Fehler und schöne Worte.
Zu meiner Kritik möchte ich nur noch kurz sagen, dass das nur meine persönliche Meinung ist. Wenn du nichts mit ihr anfangen kannst, dann schnell wieder vergessen, ok?;)

Ich habe 4 Kritikpunkte:

1: Wortwahl passt nicht immer.
Z.B. "Silver schlug vorsichtig ein Auge auf." Hier finde ich, dass das Wort "schlagen" und "vorsichtig" nicht wirklich zusammenpassen. Ich würde hier eher schreiben: "öffnete vorsichtig ein Auge"

2: Die Sätze sind für meinen Geschmack manchmal ein wenig zu lange. Du könntest hier zwei Sätze daraus machen oder aber den Satz einfach ein wenig knackiger sinngemäss verpacken.
Z.B. "Wenn ihre Eltern gekommen waren um nachzusehen, ob sie bereits eingeschlafen wäre, durfte sie auf keinen Fall zeigen, dass sie noch wach war." Hier würde ein Satz locker reichen wie: "Ihre Eltern durften auf gar keinen Fall bemerken, dass sie noch wach war. Sonst gab es ärger."

3: Die Perspektive läuft nicht rund. Du schreibst eine Mischung aus auktorial und personal. Mal ist der Leser im Kopf von Fibi, mal im Kopf von Silver und mal ist er in gar keinem Kopf, sondern hängt quasi in der Decke und beobachtet das ganze Geschehen, dann wenn du zum Beispiel vom "älteren Mädchen / vom jüngeren Mädchen schreibst". Versuch dich mal darauf zu achten. ;)

4: Der Dialog über die Geschichte ist sehr lang, aber das ist wirklich Geschmacksache. Du könntest hier zum Beispiel auch ab und an den Dialog beenden, Silver oder Fibi eine Geste machen oder eine Verständnisfrage stellen lassen. Evtl. horchen sie auch mal auf, weil sie Schritte ihrer Eltern hören, die dann aber wieder verschwinden, etc.

Hilft dir das so mal?
Wenn ich mal mehr Zeit habe, kann ich dir die Zeilen sonst auch anstreichen, falls dir das hilft.

Ganz liebe Grüsse und weiter so ;)
KatiaBenego
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Re: (Märch|Krimi|Roman) Kapitel 1

Beitragvon Ojinaa » 05.11.2015, 14:04

Gut. Bitte achte beim Schreiben aber mehr darauf, nichts Falsches zu sagen (aus Muscheln werden niemals Perlen) und konsequent/logisch zu sein (was denn nun: Muschel- oder Perlenkette?)!


Silver schlug vorsichtig ein Auge auf.

„schlug“ ist unpassend (siehe Kommentar vorher)

Die Sache war ziemlich riskant. Wenn ihre Eltern gekommen waren um nachzusehen, ob sie bereits eingeschlafen wäre, durfte sie auf keinen Fall zeigen, dass sie noch wach war. Denn das mochten ihre Eltern aus irgendeinem Grund gar nicht.

Mir gefällt der klare Rhythmuswechsel (kurz - lang - kurz), aber ein bisschen kürzer könnte der zweite Satz tatsächlich sein.

Wenn aber ihre große Schwester endlich nach oben gekommen wäre, riskierte sie esKOMMA eine wundervolle Gutenachtgeschichte zu verpassen.


Eine Person schlüpfte ins Zimmer.

Das hier hat mit den Risken nichts zu tun, es beginnt einer neuer Absatz.

Blaue Augen blitzten in der Dunkelheit auf, braune Haare streiften über Silvers Gesicht.

Wieso blitzen die Augen? Stecken da Lampen drin? ;)

„Schade, dass du schon schläfst, Silver! Du verpasst eine großartige Geschichte.“
Ein leises Kichern ertönte.

Schön, aber …

„Du weißt doch, dass ich immer auf dich und deine Geschichten warte.“, hauchte das Mädchen ihrer großen Schwester ins Ohr, bevor sie ihre schiefergrauen Augen aufschlug.

… diese Rede passt nicht zu einer 5-Jährigen.
warte", hauchte

„Dann machen wir mal Licht!“, entgegnete das ältere Mädchen und streckte sich kurzKOMMA um die sternförmige Lampe über dem Himmelbett anzuschalten. Schon wurde das Zimmer von warmem Licht erhellt.

Warum "schon"? Ist doch normal, dass das Licht sofort angeht. Nur, wenn es nicht so wäre, wäre das erwähnenswert.

„Shhht…“, raunte das Mädchen seiner kleinen Schwester zu und schlich lautlos, wie eine Katze zur Tür, die bloß angelehnt war.

Leerzeichen von den drei Punkten
Kommas bestimmen Inhalte mit. Das hier heißt, die schleicht lautlos und zwar in der Weise lautlos, wie eine Katze zu einer angelehnten Tür schleicht. Du meinst: … lautlos wie eine Katze zur Tür, die …

Sie schloss diese und zögerte einen Moment, bevor sie nach einer Decke griff und unter den Türspalt schob.

Konsequent sein! : Warum zögert sie? Die Mädchen machen sowas offenbar öfter, den Türspalt abzudecken, damit das Licht sie nicht verrät, sollte also Routine sein.
Sie schieb die Decke nicht "unter" den Spalt (sie würde dann an der andern Seite rausgucken) sondern legt/knüllt sie vor den Spalt. Oder?

Keine Geschichte, die sie erzählen konnte, wäre den Ärger wert, wenn ihre Eltern herausfanden, dass sie ihre fünfjährige Schwester vom Schlafen abhielt.

Hast du absichtlich das Unterstrichne eingefügt? Wenn nicht (weil dir die Bedeutung nicht bewusst ist/war), ist das nur ein Füller, den du streichen kannst.

„Warte Silver!“ Ganz leise zog das Mädchen die Nase hoch, bevor sie sich umdrehte.

Wie macht man das? Ein Geräusch ergibt das doch immer. Und: Wofür ist das so wichtig, dass du diese Irritation riskierst?

Während sie sich neben ihre Schwester kuschelte, fasste sie sich an den Hals und zuckte enttäuscht zusammen.

Zusammenzucken ist ein großer Schreck, was du meinst ist lediglich ein kurzes Zurückzucken der Hand.

Keine Kette mehr… Die klugen grauen Augen des kleinen Mädchens beobachteten ihre große Schwester neugierig.

Klischee: "kluge Augen"
Nicht die Augen beobachten, das Mädchen beobachtet. Im Ernst: Versuche, nicht so oft so "schön hintenrum" zu schreiben, das ist in der Regel kitschig und/oder sachlich falsch.

Als ihr die blonden Haare ins Gesicht fielen, zog Silver die Nase kraus.

Wieso tun die Haare das?? Ich sah nicht, dass Silver sich bewegt hätte.

„Wo ist denn deine Kette, Fibi?“, fragte die Kleine entmutigt.

Wieso „entmutigt“? Im Ernst: Wähle Adjektive und Adverbien sorgfältiger! Hier haben weder Mut noch "Mut weg" was zu suchen …

Die besagte Kette bestand aus vielen kleinen und großen hübschen Muscheln in allen Formen und Farben und war ein Geschenk von Silver gewesen. Fibi begann leise zu weinen.

Zu langer Satz; die Beschreibung nimmt (hier und so) zu viel Raum ein (die Art der Kette hat nicht wirklich etwas damit zu tun, dass die Schwestern sie vermissen).
Klischee (=Effekthascherei): Wieso weint Fibi plötzlich? Ich verstehe, dass sie traurig ist, aber die Situation passt für so einen Trauerausbruch nicht.

„Ach Fibi!“, seufzte ihre kleine Schwester und hörte sich viel zu erwachsen für ihre fünf Jahre an.

Ja, das scheint so ein Fall zu sein, wo Kinder etwas nachplappern, ohne den Sinn zu verstehen.

„Was ist denn passiert?“, fragte sie leise, bevor ihr ebenfalls Tränen in die Augen traten.

Was soll das mit dem "leise"? Im Ernst: Das (Wortwahl und Tonfall) würde ich von einer Mutter erwarten, die ihre herzzereißend leidende Tochter tröstet, nicht von einer Fünfjährigen, die wissen will, wo ihr Geschenk abgeblieben ist.

„Das“, wich Fibi aus, „ist aber eine verdammt lange Geschichte und du solltest doch bald schlafen.“
Sie wollte ihre Schwester einfach nicht belasten. „Erzähl es mir als eine deiner Geschichten!“, bettelte Silver und blickte ihrer Schwester treuherzig tief in die Augen. Sie würde nie nachgeben. „Na gut…“, gab sich das Mädchen geschlagen und überlegte. Wo sollte sie denn nur anfangen?

Das ergibt nicht viel Sinn: Entweder sie will sie nicht belasten - es ihr also nicht erzählen - oder sie erzählt es ihr (wenn auch in ein anderes Set verpackt).
Die Frage, mit dem „wo anfangen“ verstehe ich nicht. Es ist ja nicht so, dass es eine ellenlange Vorgeschichte geben würde, die Silver nicht kennt.


„Es war einmal eine Elfe. Sie war noch jung und unerfahren. Ihr Name war Emma. Sie wurden von allen beneidet, denn sie hatte nicht bloß so grüne Augen, dass sie dem tiefsten Blätterwerk glichenKOMMA und so ebenholzbraune Haare, dass sie neben den Stämmen des Waldes verschwanden, sie besaß auch eine magische Halskette. Es war eine goldene Kette an der lauter perlmuttschimmernde Muscheln hingen.

… später sind es Perlen, die auf einem Haar aufgezogen worden sind.

Die Kette sorgte unter den Anderen an der Elfenschule für großen Neid. Ihre Mitschüler behaupteten, sie fänden die Kette kindisch, doch man konnte gleichzeitig den Neid in den unzähligen Augen aufblitzen sehen und wenn man genau hinsah, entdeckte man darin so etwas wie Bewunderung für dieses Schmuckstück. Denn aller SchmuckKOMMA den Elfen herstelltenKOMMA war perfekt, doch wenn alles perfekt ist, ist so eine Kette mit ihren Ecken und Kanten etwas ganz besonderes.

anderen
Wieso sind da "unzählige" (also eine rieeeeesige Anzahl) Augen?
Wieso jat die Kette Ecken und Kanten? Weder eine Kette hat sowas von Hause aus noch Muscheln. Im Ernst: Redewendungen nicht unkontrolliert einsetzen!

Emma verlor sogar einige ihrer „Freunde“ deswegen.

Wie spricht Fibi diese Strichel? Bedenke: Sie ERZÄHLT das!

Man sollte sich jedoch fragen, ob das tatsächliche Freunde gewesen waren. Sie weigerte sich beharrlichKOMMA die Kette abzulegen.


Denn diese hatte sie von der Prinzessin geschenkt bekommen. Auch wenn sie unterschiedlichen Ständen angehörten, waren Emma und die Prinzessin fast wie Schwestern.

Ok: Die Elfen haben also ein Königshaus und demzufolge eine Prinzessin; eine Elfenprinzessin also.

An einem sonnigen Dienstag war Emma nämlich in der Nähe des Meeres unterwegs gewesenKOMMA um Treibholz zu sammeln, als aus dem nahegelegenen Wald Schreie erklangen. Sofort war Emma losgerannt. Sie war kaum 50 Meter weit gekommen, als sie das Heulen hörte. Wer auch immer da schrie, wurde von Wölfen angegriffen. Emma war auf den nächstbesten Baum geklettert und hatte sich von da an von Baum zu Baum gehangelt. Ganz in ihrer Nähe hatte sie Schuppen aufblitzen sehen. Sie sah eine junge Meerjungfrau umringt von einem Rudel Wölfe. Der größte fletschte die Lefzen und sprang auf das Mädchen zu.

Das mit dem "Dienstsg" ist zwar witzig, aber dieser Witz passt nicht zum Rest des Textes.
Zahlen ausschreiben (es sei denn, es wird als Wort unübersichtlich).
"ganz in ihre Nähe" - bevor oder nachdem sie von Baum zu Baum gehangelt ist?
Eine Meerjungfrau so tief im Wald? Gebeamt??
Man kann die Zähne fletschen, nicht die Lefzen.

Emma zögerte keinen Moment. Sie griff eine Efeuranke und zog prüfend daran. Entschlossen packte sie die Ranke mit einer Hand und drückte sich vom Ast ab. Emma segelte über die Wölfe hinweg und packte die Meerjungfrau an der Hand. Dieses Erlebnis war der Beginn einer wundervollen Freundschaft.

Ok, Efeu ist keine Liane, aber tun wir mal so, als ob der Zufall Emma in die Hände spielen würde. Aber: Wieso entsteht die Fraundschaft durch "an der Hand packen"? Sollte Emma die Meerjungfrau nicht wenigstens noch im Schwung mitnehmen und so retten? ;)
"Beginn einer wundervollen Freudnschaft" ist ein abgenudelter Ausdruck, der auch noch mit einer speziellen Art Freundschaft hinterlegt ist.

Die Prinzessin, deren Name Amelie war, hatte Emma sogar einmal mit nach Atlantis genommen und ihr dort die Kette gebastelt.

MOOOMENT! Prinzessin? Eben war es noch eine Meerjungfrau! Wenn die oben erwähnte Prinzessin also gar keine Elfenprinzessin ist, sondern eine Meerjungfrau-Prinzessin, dann ist der oben erwähnte Standesunterschied völlig schnuppe. Sowas spielt nur innerhalb einer Gesellschaft eine Rolle, fast nie zwischen verschiedenen Gesellschaften (hier sogar Spezies).


Amelie hatte die Perlen aus dem Brunnen gefischt, der den Mittelpunkt von Atlantis markierte. Anschießend hatte sie die Perlen auf eines ihrer goldenen Haare gefädelt.

Ok, da sind also Perlen im Brunnen (warum?). Offenbar sogar schon durchbohrte (warum???). Und Amelie darf sie einfach so rausfischen. Aber: Was hat das hier mit der oben erwähnten „Gold-Kette mit Muscheln“ zu tun?

Emma waren es alle Schikanen, Beleidigungen und Schubse, Knuffe und giftigen Blicke wert, die sie für diese Kette in Kauf nehmen musste. Doch aus den neidvollen Blicken wurden wütende Blicke und schon bald waren es nicht mehr nur blöde Kommentare…“

Erst nimmt sie die "Schikanen, Beleidigungen und Schubse, Knuffe und giftigen Blicke" in Kauf, dann sind das aber doch nur neidvolle Blicke und blöde Kommentare, die erst später zu mehr werden. Im Ernst: Versuche, gezielter von vorn nach hinten zu erzählen, spring nicht so wild herum!


So viel von mir. Die "Im Ernst"-Hinweise sollen dir helfen, den für einen so jungen Anfänger guten Stil schnell noch verbessern zu können. Gezielt am Stil (also Klang und Rhythmus) zu arbeiten, ist der nächste Schritt - die Baustellen in dem Bereich sind aber durchaus überschaubar.
Zuletzt geändert von Ojinaa am 06.11.2015, 09:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: (Märch|Krimi|Roman) Kapitel 1

Beitragvon Arya007 » 05.11.2015, 20:32

Puhh hab mir den Text grad noch mal durchgelesen.
Weil es der Anfang ist, ist es nun schon über ein Jahr alt (Ich meine sogar schon fast 2)
Ich erkenne was ihr mir sagen wollt und hau mir grad gegen die Stirn, weil ich das selber nicht gesehen habe :|

Werd mich auf jeden Fall bald an die Bearbeitung setzten und mir die anderen Kapitel auch noch mal genau anschauen. Bestimmt finde ich da ähnliches!

Trotzdem habe ich noch ein paar Rückfragen und Anmerkungen:

1. Was kann ich anstatt schlug im 2. Satz verwenden? öffnen habe ich im Satz davor schon verwendet und mehr Wörter dafür kenne ich nicht :oops:

2. Rhytmuswechsel?! :lol: Hab ich noch nie drüber nachgedacht. Ich dachte das gibt s nur bei Gedichten (Okay gut sieht aus als müsste ich noch viel lernen)

3. Ich weiß, dass Silver sich zu alt anhört, das zieht sich aber durch das ganze Buch. Sie ist nur ziemlich frühreif. Wie kann ich das besser rüberbringen?

4. Ich weiß meine Sätze sind zu lang (übringens danke KatjaBenego für die allgemeine Zusammenfassung der Punkte, dass war auch für den restlichen Text echt hilfreich)
Ich bin nunmal ein riesiger Fan von Schachtelsätzen. Je länger desto besser. Wie kann ich die denn zusammenfassen und trotzdem alles reinkriegen?

5. Okay gut mir ist gerade aufgefallen, ich habe dieses Problem öfter. Eine Prinzessin ist einmal eine Fee, dann eine Elfe dann eine Königin. Da ging wohl die Fantasie mit mir durch :oops:

6. So zu guter letzt wollte ich mal fragen ob ihr findet, dass der Text euch irgendetwas vermitteln will? Mal sehen ob durchkommt was ich sagen wollte

Danke, Danke, Danke Ojina und KatjaBenego für die Hilfe
Freu mich immer riesig über Hilfe

Wie immer
Liebe Grüße
Eure Arya

PS: Unfassbar wie viel man hier lernen kann :D
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Re: (Märch|Krimi|Roman) Kapitel 1

Beitragvon Ojinaa » 06.11.2015, 09:55

1. Was kann ich anstatt schlug im 2. Satz verwenden? öffnen habe ich im Satz davor schon verwendet und mehr Wörter dafür kenne ich nicht

Silver könnte vorsichtig blinzeln …

2. Rhytmuswechsel?! Hab ich noch nie drüber nachgedacht. Ich dachte das gibt s nur bei Gedichten (Okay gut sieht aus als müsste ich noch viel lernen)

Mach dir keinen Kopf, den meisten ist nicht so stark bewusst, dass auch Prosa eine Melodie inkl. Rhythmus hat. Manchmal merkt man z. B., dass ein Text "leiert", dass er eintönig klingt – das hat genau damit zu tun. Oder dass eine Passage oder sogar ein ganzer Text so "rast", dass man beim Lesen fast in Atemnot gerät. Oder man schläft fast ein. Ein harmonischer Wechsel von Satzlängen beugt dem vor und öffnet zudem die Tür dafür, schon mit dem reinen Sound und Rhythmus Action, Ruhe/Stimmung oder auch Wendepunkte zu vermitteln.

3. Ich weiß, dass Silver sich zu alt anhört, das zieht sich aber durch das ganze Buch. Sie ist nur ziemlich frühreif. Wie kann ich das besser rüberbringen?

Schwierig. Schon der Ansatz ist problematisch, weil man damit wirklich leicht an Glaubwürdigkeitsgrenzen stößt. Vielleicht ist es sinnvoller, die Reife eher in den Taten und Inhalten als an der Sprache selbst festzumachen. Sie kann durchaus einfacher strukturiert sprechen, dabei aber kluge/weise Dinge sagen.

4. Ich weiß meine Sätze sind zu lang (übringens danke KatjaBenego für die allgemeine Zusammenfassung der Punkte, dass war auch für den restlichen Text echt hilfreich)
Ich bin nunmal ein riesiger Fan von Schachtelsätzen. Je länger desto besser. Wie kann ich die denn zusammenfassen und trotzdem alles reinkriegen?

Lange Sätze an sich sind so schlimm nicht, sie sind für den Sound sogar manchmal recht hilfreich. Schachtelsätze allerdings sind heikel, weil sie oft stückelig wirken und man im Extremfall mit den Sortieren der Zugehörigkeiten stark gefordert ist (was das Lesen schwer erscheinen lässt). Der "Witz" ist: Du musst nicht "alles reinkriegen", nicht in einen Satz zumindest. Oft sind zwei oder mehr Sätze sogar besser. Diese Überladung (von der z. B. die "Adjektivitis" eine Spielart ist), wirkt schnell unlocker, verkrampft oder überkandidelt bzw. sogar verkitscht. Lies dir die Sätze (bzw. die Passagen) laut vor - wenn sie wie aus einer akademischen Abhandlung klingen, sind die defintiv für Erzählprosa zu dicht geschachtelt bzw. zu "kopfig".

5. Okay gut mir ist gerade aufgefallen, ich habe dieses Problem öfter. Eine Prinzessin ist einmal eine Fee, dann eine Elfe dann eine Königin. Da ging wohl die Fantasie mit mir durch

… dafür sind Personen- oder Charakterblätter gut: Notier kurz die Figur, die du grade eingeführt hast (oder einführen willst) und bestimme Spezies, Stand, eventuell optische und charakterliche Details. So hast du zum einen die Figur schon mal für dich selbst "vertieft" und kannst zum anderen immer mal schnell nachsehen.

6. So zu guter letzt wollte ich mal fragen ob ihr findet, dass der Text euch irgendetwas vermitteln will? Mal sehen ob durchkommt was ich sagen wollte

Was meinst du damit? Botschaften (so wie "Neid ist böse"?)? Dazu ist es noch viel zu früh. Es ist auch nicht hilfreich, beim konkreten Schreibvorgang darauf abzuzielen - entweder die Geschichte/der Plot transportiert diese Botschaften oder nicht. Beim Erzählen solltest du dich ganz auf Figuren und Handlung (und bei Bedarf Set) konzentrieren – die Botschaften werden dabei automatisch sichtbar (falls du Figuren und Handlung passend dazu erfunden hast).
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