[NonFik] Märchen Analyse

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[NonFik] Märchen Analyse

Beitragvon robert » 02.03.2008, 16:18

Hallo,

Ich habe mich hier angemeldet und hier eigene Text von kritischen Lesern bewerten zu lassen und interessante Denkanstöße zu finden. Doch bin ich auch Schüler einer 11. Klasse und muss mich auf den Unterricht vorbereiten.

Daher hier eine Märchen Analyse von mir von folgenden Märchen. http://www.internet-maerchen.de/maerche ... koenig.htm

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In dem Philippinischen Märchen "Die Aufgabe des Königs" wird die Nachfolgersuche eines Königs thematisiert. Der König stellt seinen beiden Söhnen die Aufgaben eine Halle mit beliebigen Dingen zu füllen und ein begrenztes Budget an Geld nicht zu übersteigen. Die Aufgaben wird von beiden unterschiedlich gelöst wobei der König der Lösung des Jüngeren einen tieferen Sinn zuschreibt und ihn zum Nachfolger ernennt.

Die typische Märchenhaften Strukturen zeigen sich in folgenden Aspekten.
"Ein König hatte zwei Söhne" (vgl. Z. 1), die Zahl Zwei steht symbolisch für eins und noch etwas, wobei sich "noch etwas" von "eins" unterscheidet wenn nicht gar widerspricht. Dies kann sich äußern in gut und böse, fleißig und faul oder aber wie in diesem Märchen in würdig und unwürdig als Nachfolger.
Typisch für Märchen ist es auch dass sie gesamte Innenwelt der Charaktere nach außen reflektiert wird. Der König will seinen Nachfolger "bestellen" (vgl. Z. 1) so handelt er prompt dem entsprechen.
Die charakteristische Unbestimmtheit der Märchen wird an diesem Beispiel ebenfalls deutlich zum Ausdruck gebracht. Der Leser bzw. der Zuhörer erfährt weder eine brauchbare Ortsangabe noch die tatsächlichen Namen der beteiligten Figuren noch die Zeit der Handlung. Die Beschreibung der Figuren ist auf die Funktionen beschränkt der König als Herrscher und die beiden Söhne als Nachfolger.
Wenn man sich anschaut welche Verantwortung eine königliche Herrschaft mit sich bringt so wird schnell klar dass ein König seine Nachfolger nach besten Wissen und Gewissen ernennen würde und nicht etwa wie im vorliegenden Fall aufgrund einer einzigen Aufgabe. Dies ist allerdings für Märchen typisch. Durch diese Vereinfachung und Wirklichkeitswidersprechenden Handlung werden störende Hintergrundinformationen ausgeblendet und die eigentliche Botschaft verständlich zu halten.
Ebenso bedeutend für ein Märchen ist es die Handlung überwiegen zu lassen gegenüber der reflektierenden Rede. Dies kommt hier in einem besonderen Maße zur Geltung. Die Worte des jüngere Sohns, der die Aufgabe, dem König nach, am besten gelöst hat werden nie direkt an das Auditorium gerichtet, ganz im Gegensatz zu dem anderen Sohn.

Es wird auch eine Aussage darüber getroffen, dass der jüngere Sohn mehr Zeit und weniger Silberstücke für der Erfüllung der Aufgabe benötigt. Was angesichts seiner Lösung wenig Sinn zu ergeben scheint, denn eine Kerze zu erstehen und in die Halle zu stellen (vgl. Z. 16) dürfte doch einiges schneller geschehen als das ausgequetschte Zuckerrohr zu erstehen und in der Halle zu schaffen. Vermutlich hat sich der jüngere Sohn länger theoretisch mit der Umsetzung beschäftig. Um dann die praktische Umsetzung zu optimieren. Dies kann auch aus der Anzahl der Zeilen gedeutet werden, die Lösung des Älteren wird mit acht Zeilen beschrieben, während für den Jüngeren lediglich drei nötig sind.

Der König favorisiert die Lösung des jüngeren Sohns und gibt somit den königlichen Lösungsweg vor. Da die Aufgabenstellung des König von den Weisen als "gut" (vgl. Z. 6) eingestuft wird ist davon auszugehen, dass der König selbst weise ist und "gut" handelt.
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Wenn ihr denkt, dass solch banalen Sachen hier nichts zu suchen haben, schreibt mir dies bitte auch.

Danke
Robert
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Beitragvon Holly » 02.03.2008, 18:02

Hi Robert!

Ich bin ebenfalls in der 11. Klasse und habe bisher nicht daran gedacht, Hausaufgaben o.Ä. hier reinzustellen.
Ich glaube aber, dass ist kein Problem, allerdings wäre deine Analyse wohl besser in der Non-Fiktion-Spalte aufgehoben. In Fiktion gehören meines Wissens nur selbst verfasste Geschichten.

Ich hab mir mal durchgelesen, was du geschrieben hast. Auch wenn ich jetzt keine Lust hatte, mir auch noch das passende Märchen durchzulesen (es kommt mir sowieso sehr bekannt vor), denke ich doch, dass du deine Sache gut gemacht hast. Einleitung, Aufbau, Zitate, soweit so gut.

Nur dein Fazit gefällt mir noch nicht so ganz.

Der König favorisiert die Lösung des jüngeren Sohns und gibt somit den königlichen Lösungsweg vor. Da die Aufgabenstellung des König von den Weisen als "gut" (vgl. Z. 6) eingestuft wird ist davon auszugehen, dass der König selbst weise ist und "gut" handelt.


Abgesehen von den Schreibfehlern, die sich reingeschlichen haben
(des Königs, zwischen das wird und ist muss ein Komma)
würde ich diesen Teil umformulieren.

Der König ... königlichen Lösungsweg .... des König(s).... König
Etwas zu viel von dem alten Monarchen. :wink:

Im Fazit sollte der Inhalt der Geschichte nochmal kurz umrissen werden und die "Pointe" sollte klar werden. Das fehlt mir hier irgendwie.

Ansonsten finde ich deine Analyse ganz gelungen.


LG Holly :wink:
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Beitragvon Nickimitama » 13.04.2008, 19:53

Es ist interresant zu sehn wie viele schichten ein Text oder eine Geschichte haben kann. Du zeigst richtig gut wie viel sich hinter einem Wort verbergen kann. Gefällt mir :)
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