[Liebe]McPherson-Saga (1/20) Highlander-Roman

Liebe, Romantik, Sehnsucht

[Liebe]McPherson-Saga (1/20) Highlander-Roman

Beitragvon TanjaMerz » 17.11.2014, 21:34

Hallo, ihr Lieben!

Hier der Klappentext:

Emilie ist als einziges rechtmäßiges Kind Laird Duncan McPhersons mit ihren 16 Jahren dazu bestimmt, einen einflußreichen Lord zu ehelichen, doch sie schlägt die Heiratsangebote adeliger Anwärter der Reihe nach aus, in der Hoffnung, das verstockte Herz des Mannes zu erreichen, der ihrem Vater treu ergeben ist: Iain, Vertrauter des Laird und bester Kämpfer des Clans. An das wankelmütige Geschlecht der Frauen verschwendet der Krieger allerdings keinen einzigen Gedanken.
Da wird Emilie von einem befeindeten Clan entführt und Iains zerschundene Seele wie auch die Loyalität zu seinem Herrn geraten ins Wanken.

Bitte helft mir streichen! Es muss einiges zu streichen sein.
Meine Änderungen entsprechend euren Vorschlägen sind fett markiert.

Verführung eines Kriegers


Prolog
Schottische Highlands, November 1548

Iain lag auf dem Rücken. Er hatte nicht die Kraft, sich aufzurichten.
Das Messer in seiner Brust machte das Atmen fast unmöglich, das Brennen in der Lunge drohte ihm die Sinne zu rauben. Ein Stöhnen entrang sich seiner Kehle und verwehte im Highlandwind.
Emilie.
Freiwillig hätte er sie niemals verlassen. Aber er war als einfacher Mann geboren worden und gehörte nicht an ihre Seite. Nicht als ihr Ehemann. Auch wenn dieser braungelockte Wildfang das nicht einsehen wollte - sie war für das Leben einer Lady bestimmt.
Der Streit, der plötzlich zwischen den Strauchdieben losbrach, holte ihn wieder in die Wirklichkeit zurück. Als erfahrener Krieger hätte er es mit zweien, vielleicht mit dreien von ihnen aufgenommen. Aber sie waren zu zehnt aus dem Hinterhalt über ihn hergefallen. Dieses marodierende Pack war nicht besser als feiges Vieh, das als Meute angreift und die Beute nur mit vereinten Kräften niederringt. Es ausweidet und schließlich zurücklässt.
Iain hustete. Es schmeckte nach Eisen. Bald würde es vorbei sein.
Es machte ihm nichts aus, seinem Schöpfer heute gegenüberzutreten.

Dann hat mein verfluchtes Schicksal wenigstens ein Ende.
Er würde Emilie niemals besitzen. Aber er würde Gott oder den Teufel, je nachdem, wer dafür verantwortlich war, für dessen Grausamkeit zur Rechenschaft ziehen.
Iain spürte die Kälte durch den dicken Wollstoff des Tartans in seinen Rücken kriechen.
Unaufhörlich fiel Schnee auf ihn herab und schmolz auf seinem Gesicht. Schemenhafte Gestalten beugten sich über ihn.
"Wir geben ihm den Rest!"
„Nein, verdammter Dummkopf! Wir lassen ihn hier! Ich lasse mir lieber die Hand abhacken, anstatt als Mörder vom Ast zu baumeln.“
Ein Dritter lachte heiser. „Die Füchse werden ihre Freude an ihm haben!“
„Wenn die entstellte Fratze sie nicht abschreckt“, höhnte der Vierte.
„Schluss jetzt sag ich!“
„Pah! Der gute Mann ist binnen einer Stunde tot! Mit oder ohne Fuchs!“
Iain hörte, wie der Strauchdieb daraufhin ausspuckte.
Jemand griff nach dem Messer und zog es mit einem Ruck aus der Wunde.
Iain schrie auf. Ein schier unerträglicher Schmerz fuhr durch seinen Körper.
"Nehmt seinen Umhang!"
Ein Fußtritt beförderte Iain auf die Seite.

Er hörte Leder knarren, als die Männer sich in den Sattel schwangen. Dann verlor er das Bewusstsein.

Eins
Ballindalloch Castle – fünf Monate vorher

Sonnenstrahlen fielen durch die hohen Fenster in den Hauptsaal des Schlosses und ließen die darin tanzenden Staubpünktchen aufleuchten.
Wie die Stimmung täuschen kann, dachte Emilie. Ihre Eltern warteten bereits auf sie. Sie saßen am anderen Ende der Halle an der langen Tafel, die aus massiver schottischer Eiche gezimmert war. Emilie ging festen Schrittes voran, vorbei an den Teppichen und Streitäxten, die von den Wänden herabhingen und wie das Familienwappen eine Menge über die kämpferische Vergangenheit ihres Clans zu erzählen hatten.
Vorbei am offene Kamin, der groß genug war, um einen Hirsch darin zu braten. Als sie vor ihren Eltern stand,
hob sie den Kopf und reckte das Kinn. „Mylord?“
„Hamish McKeith bittet um deine Hand.“ Laird Duncan McPherson thronte auf dem erhöhten Sitz hinter der Tafel und starrte auf sie herab. Ihre Mutter Anabell hielt sich, wie zumeist in solchen Situationen, vorerst zurück.
"Kommt nicht in Frage!" Emilie sah ihrem Vater geradewegs in die Augen. Der trotzige Unterton in ihrer Stimme veranlasste ihn, die Stirn zu runzeln.
„Hüte deine Zunge, Emilie!“ Der Laird trommelte mit den Fingern auf die Stuhllehne.
Sie durfte keine Schwäche zeigen, sonst würde er sie an einen Mann verheiraten, der über vierzig Jahre älter war als sie und der bereits die Hilfe eines Knappen benötige, um sein Pferd zu besteigen.
„Es ist mir unmöglich, McKeith als Gemahl zu akzeptieren.“ Sie ballte die Hände zu Fäusten. “Zwingt mich nicht zu dieser Verbindung, Vater.“
„Was hast du dagegen einzuwenden?”
“Ein altersschwacher Mann ist nicht im Stande, mich und unsere Kinder vor den Sassenach zu beschützen”, verteidigte sie sich.
Duncan schnaubte verächtlich. “Pah! Wofür hat er seine Männer? Sein hohes Alter kann nur von Vorteil sein. Möglicherweise überlebt er nicht einmal den Vollzug der Ehe. Mit einer Nacht in seinem Bett wärest du alleinige Herrin über seinen Besitz und es stünde dir frei, dich erneut zu vermählen.“
Übelkeit stieg in ihr auf. Sie berührte das Medaillon an ihrer Halskette. Ihr Herz hatte sie bereits vor Jahren verschenkt und sie würde sich bis auf den Tod dagegen zur Wehr setzen, einen Fremden zu ehelichen. Ich werde heiraten, Vater. Nur nicht diesen Mann.”
Ihr Vater schlug mit der Faust auf den Tisch. „Emilie Margaret McPherson! Willst du mich zum Narren halten? Dies ist nun schon der zweite Antrag, den du ausschlägst! Ob jung oder alt, mehr oder weniger reich, einen jeden Anwärter weist du ab. Wen willst du heiraten? Den Schmied etwa? Oder den Bischof von Moray?“
Emilie schwieg. Sie wollte den Zorn ihres Vaters nicht weiter schüren.
“Duncan, mein lieber Gemahl”, meldete sich ihre Mutter zu Wort, "es mag günstigere Optionen für unsere Tochter geben.”
“Was willst du damit sagen, Anabell?”
Die Lairdess tätschelte Duncans Hand. “Greise Lenden vermögen keine gesunden Söhne herzuvorbringen”, raunte sie ihm zu.
Emilies und Anabells Blicke trafen sich.
“Sollten Hamish McKeiths ausgetrockneten Säften nicht mehr die Kraft innewohnen, ihren Bauch mit Leben zu füllen, dann sei dem so.” Der Laird entzog sich den Beschwichtigungsversuchen seiner Frau. “Dann wird der zweite Gemahl ihr Söhne und Töchter schenken. Emilie wird sich fügen!”
An Emilie gewandt fuhr er fort. “Anstatt dich um die Aufgaben und Pflichten einer Lady zu bemühen, jagst du dein Pferd von früh bis spät über die Güter oder verbringst die Tage auf dem Sandplatz, um die Übungskämpfe der Krieger zu verfolgen. Dieses Spiel hat nun ein Ende! Du hast nun einmal eine gewisse Verantwortung unserer Familie und dem Clan gegenüber. Eine erwachsene Frau, Emilie, muss ihrer Bestimmung folgen!”
Was auch immer man als Bestimmung bezeichnen mag, ging es ihr durch den Kopf. Sie verschränkte die Arme vor der Brust.
Duncan nahm einen Schluck aus seinem Becher und knallte ihn auf die Tischplatte, dass der Wein über den Rand schwappte. “Bis Hoghmanay hast du Zeit, einen Bräutigam zu wählen. Andernfalls wirst du der Obhut der Ordensschwestern übergeben.”
Emilie suchte nach einem Ausweg.
Nun, wenn ihr Vater erneut versuchen wollte, sie zu einer Ehe zu zwingen, würde sie wieder fliehen. Wie letztes Jahr, als er sie an Sir Sheumas McGillis hatte geben wollen.
Duncan beobachtete sie und Emilie wurde mit einem Mal klar, dass es unklug war, unter seinen Augen Fluchtpläne zu schmieden. Er kannte sie zu gut.
Lass dein Haar in Ruhe und kau nicht wieder auf der Unterlippe!
Emilie nahm die Hand von der Locke, die sie zwischen den Fingern gedreht hatte und strich über die Falten ihres Kleides.
Ihr Vater musterte sie. Missbilligend, wie er es immer tat. „Wenn du ein weiteres Mal auf den unsäglichen Gedanken kommen solltest, zu fliehen, droht dir dasselbe Schicksal.”
Mit einem Wink gab er ihr zu verstehen, dass er ihr nichts mehr zu sagen hatte und sie stürmte hinaus.
Zuletzt geändert von TanjaMerz am 20.11.2014, 00:22, insgesamt 24-mal geändert.
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Re: McPherson-Saga (1/20) Highlander-Roman

Beitragvon inmutanka » 18.11.2014, 13:35

Hallo Tanja,

anbei mein Senf zu deinem Text. Pick dir herauss, was dir passend erscheint ...

LG
Inmutanka

PS: das ist kein Pitch sondern ein Klappentext ...


Emilie ist als einziges rechtmäßiges Kind Laird Duncan McPhersons mit ihren 19 Jahren dazu bestimmt, einen einflußreichen Lord zu ehelichen, doch sie schlägt die Heiratsangebote adeliger Anwärter der Reihe nach aus, in der Hoffnung, das verstockte Herz des Mannes zu erreichen, der ihrem Vater treu ergeben ist: Iain, Vertrauter des Laird und bester Kämpfer des Clans.


Historisch gesehen wurden damals Töchter ab 12 Jahre verheiratet, mit 19/20 galten sie als alte, fast unvermittelbare Jungfern denen nur noch der Schleier blieb. Desweiteren hatten sie damals kein Mitspracherecht über die Wahl des Ehepartners, außer der Vater war sehr großzügig. Ob er allerdings auch noch großzügig blieb, wenn sie mit 19 noch unverehelicht war, bezweifle ich.

Außerdem war es möglich (üblich?), dass auch der höhere Herr (König?) mitbestimmen konnte, wenn die Töchter seiner Lords zu heiraten hatten.

Bitte helft mir streichen! Es muss einiges zu streichen sein.

Gerne - mal sehen ;) in blau

Iain lag auf dem Rücken (und hatte nicht mehr die Kraft, sich aufzurichten.)
Das Messer in seiner/der Brust machte das Atmen fast unmöglich und das Brennen in der Lunge drohte ihm die Sinne zu rauben. Ein (rauhes) Stöhnen entrang sich seiner Kehle und verwehte im (strengen) Highlandwind.
Es würde ihm nichts ausmachen, ich würde schreiben: es machte ihm nichts aus, heute ... ...seinem Schöpfer heute gegenüberzutreten.
Dann hat mein verfluchtes Schicksal wenigstens ein Ende.
Und er würde Gott oder dem Teufel, je nachdem, wer dafür verantwortlich war, für dessen Grausamkeit zur Rechenschaft ziehen. Da fehlt mir noch etwas... für die Grausamkeiten in seinem Leben/der letzten Monate etc.
Iain spürte den steinigen Boden (unter sich) was spürt er? Die Unebenheiten? Die Kälte, die von den Steinen ausgeht? Den scharfkantigen Fels, der sich in seinen Rücken bohrt?, die Feuchtigkeit woher kommt die auf einmal? war bereits durch den dicken Wollstoff des Tartans gedrungen. Den Umhang hatten sie ?wer sind *sie*? ihm längst abgenommen.
Unaufhörlich fielen die Schneeflocken auf ihn herab und schmolzen auf seinem erhitzten Gesicht weshalb erhitzt? Wichtig?. Er erkannte nur fahle Schleier mir ist nicht klar, was du mit *fahlen Schleiern* meinst? Nebel? Himmel? und (undeutliche) gesichtslose?Schatten, die sich über ihn beugten.
Ein (schier) unerträglicher Schmerz fuhr durch seinen Körper, als jemand das Messer mit einem Ruck aus seiner Wunde riss.würde ich umdrehen, jemand beugt sich über ihn und zieht das Messer aus der Wunde und da kommt der Schmerz (Iain hörte) Leder knarrte, als die Männer sich in den Sattel schwangen, dann verlor er das Bewusstsein.

Eins
Ballindalloch Castle – fünf Monate vorher

(Warme) Sonnenstrahlen fielen durch die hohen Fenster in den Hauptsaal des Schlosses und ließen die darin tanzenden Staubpünktchen (märchenhaft) aufleuchten. Ähm - der Staub tanzt im Hauptsaal? Wohl eher: der Staub tanzt in den Sonnenstrahlen, oder?
Wie die Stimmung täuschen kann, dachte Emili, hob den Kopf und reckte das Kinn. „Mylord?“ Kommt mir zu plötzlich. Ich hätte mir eher gewünscht, zu *sehen*, wie sie den Saal betritt, und wer dort alles ist/wie es dort aussieht etc.
„Hamish McKeith bittet um deine Hand.“ Laird Cormac McPherson thronte auf dem erhöhten Sitz hinter der Tafel am Kopf der Tafel? und sandte einen strengen Blick zu ihr herunter.lass ihn Emili doch einfach streng anssehen
Emilie sah ihrem Vater geradewegs in die Augen. Sie durfte keine Schwäche zeigen, sonst würde er sie an einen Mann verheiraten, der über vierzig Jahre älter war als sie und von dem sie wusste, dass er bereits die Hilfe eines Knappen benötige, um sein Pferd zu besteigen. ;) na ja, in Rüstung benötigten sie alle Hilfe
(Es entstand eine Pause und) der Laird trommelte mit den Fingern auf die Stuhllehne.
„Es ist mir unmöglich, McKeith als Gemahl zu akzeptieren.“ Emilies Stimme hallte durch den BurgHauptsaal. und Der trotzige Unterton darin veranlasste ihren Vater, die Stirn zu runzeln.
„Hüte deine Zunge, Emilie“, donnerte er.Mit Ausrufezeichen könntest du dir *donnerte er* sparen
Emilie ballte die Hände zu Fäusten. “Zwingt mich nicht zu dieser Verbindung, Vater.“
„Was hast du dagegen einzuwenden?”
„Hamish McKeith mag lange vor meiner Geburt ein stattlicher Laird gewesen sein, doch heute steht er dem Tod näher als dem Leben.”
„Dieser Mann besitzt riesige Ländereien und es gibt keinen einzigen rechtmäßigen Verwandten mit Anspruch auf seine Hinterlassenschaft. Eine jede heiratswillige Lady wäre dankbar für so eine Gelegenheit.” Versteh ich nicht. M. Wissens durften die Frauen damals keinen Besitz haben. Im Falle des Todes vom Ehemann fiel sowohl Wohl und Wehe der Witwe einschl. ihr Vermögen entweder wieder dem Vater/Bruder/Vormund oder dem Herrscher zu.
“Ein altersschwacher Mann ist nicht im Stande, mich und unsere Kinder vor den Sassenach oder den Machenschaften heimtückischer Neider zu beschützen”, (verteidigte sie sich). nimmt m. M. n. die Schnelligkeit eines wörtl. Schlagabtausches heraus
Duncan Wer ist dieser Duncan?schnaubte verächtlich. “Sein hohes Alter kann nur von Vorteil sein. Möglicherweise überlebt er nichteinmal den Vollzug der Ehe. Mit einer Nacht in seinem Bett wärest du alleinige Herrin über seinen Besitz und es stünde dir frei, dich erneut zu vermählen.“
Übelkeit stieg in ihr auf. Entschlossen ergriff sie das Medaillon ich würde mir eine nähere Beschreibung wünschen, a la: den Delphinanhänger/das Kreuz/den keltischen Knoten etc. an ihrer Halskette. „Ich werde einen anderen zum Mann nehmen, nur nicht diesen.”
Emilie Margaret McPherson! Willst du mich zum Narren halten?” Ihr Vater schlug mit der Faust auf den Tisch. “Drei Heiratsanträge hast du in den letzten beiden Jahren ausgeschlagen.oh, nur 3? dann ist die Dame entweder potthässlich/die Mitgift sehr gering oder der Stand ihres Vaters uninteressant ... Ob jung oder alt, mehr oder weniger reich. Einen jeden Anwärter hast du abgewiesen. Bitte sag mir, Emilie, was du vorhast! Wen willst du heiraten? Den Schmied etwa? Oder den Bischof von Moray?“
Jeder wusste, dass ein Geistlicher nicht für den Bund der Ehe bestimmt und ein Schmied keine standesgemäße Partie für sie war, aber Emilie wollte den Zorn ihres Vaters nicht weiter schüren, deshalb ließ sie es auf sich beruhen und schwieg. Du könntest mehr Würze reinbringen, wenn er ihr drohen würde, sie weit unter ihrem Stand zu vermählen, statt dieser Frage
“Duncan, mein lieber Gemahl ups - oben hieß er anders: Cormac McPherson”, meldete sich ihre Mutter zu Wort. “Es mag günstigere Optionen für unsere Tochter geben.”
“Was willst du damit sagen, Anabell?”, knurrte er.
Die Lairdess tätschelte Duncans Hand. “Ein greiser Schoß Schoß würde sich eher auf Frauen beziehen, hier wäre *Lenden* treffender kann niemals gesunde Söhne hervorbringen”, raunte sie ihm zu.
Emilies und Anabells Blicke trafen sich.
“Sollte Hamish McKeiths ausgetrockneten Säften nicht mehr die Kraft innewohnen, ihren Bauch mit Leben zu füllen, dann sei dem so”, donnerte er und nicht schon wieder donnernentzog sich den Beschwichtigungsversuchen seiner Frau verlässt er den Saal? Oder entzieht er ihr nur die Hand?. “Dann wird der zweite Gemahl ihr Söhne und Töchter schenken. Emilie wird sich fügen!”
An Emilie gewandt fuhr er fort. “Anstatt dich um die Aufgaben und Pflichten einer Lady zu bemühen, jagst du dein Pferd von früh bis spät über die Güter oder verbringst die Tage auf dem Sandplatz, um die Übungskämpfe der Krieger zu verfolgen. Abends kommst du in völlig unangemessenem Zustandwürde ich konkreter werden nach Hause und verschwindest in den Gemächern. Dieses Spiel hat nun ein Ende! Die Zeiten, in denen du dich tagein, tagaus durchs Leben treiben liessest, sind vorbei. Du hast nuneinmal eine gewisse Verantwortung unserer Familie und dem Clan gegenüber. Eine erwachsene Frau, Emilie, muss ihrer Bestimmung folgen!”
Was auch immer man als Bestimmung bezeichnen mag, ging es ihr durch den Kopf. Sie verschränkte die Arme vor der Brust.
Duncan nahm trankeinen Schluck aus seinem Becher und knallte ihn auf die Tischplatte, dass der Wein über den Rand schwappte. “Bis Hoghmanay hast du Zeit, einen Bräutigam zu wählen. Andernfalls wirst du der Obhut der Ordensschwestern übergeben.”
Emilie kaute auf der Unterlippe und suchte nach einem Ausweg.
Nun, wenn ihr Vater erneut versuchen wollte, sie zu einer Ehe zu zwingen, würde sie wieder fliehen. Wie letztes Jahr, als er sie an Sir Sheumas McGillis hatte geben/verschachern? wollte wollen.
Duncan beobachtete sie und Emilie wurde mit einem Mal klar, dass es unklug war, unter seinen Augen Fluchtpläne zu schmieden. Er kannte sie zu gut.
Lass dein Haar in Ruhe und kau nicht wieder auf der Unterlippe!
Emilie nahm die Hand von der Locke, die sie zwischen den Fingern gedreht hatte und strich über die Falten ihres Kleides.

Ihr Vater musterte sie. Missbilligend, wie er es immer tat. „Wenn du ein weiteres Mal auf den unsäglichen Gedanken kommen solltest, zu fliehen, droht dir dasselbe Schicksal.” für mich unlogisch. Wenn sie nicht heirat, muss sie ins Kloster, da spielt es keine Rolle, ob sie flieht oder Nein sagt. Daher könnte die Drohung raus.
Mit einem verärgerten Wink gab er ihr zu verstehen, dass ihre Anwesenheit nicht länger erwünscht war entließ er Emiliund sie stürmte hinaus.aus dem Saal

Mir persönlich wären zu viele Adjektive drin und es wird zu wenig gezeigt, zu viel behauptet. Die Brisanz von dem Dialoginhalt kommt für mich nicht richtig heraus. Da helfen auch die vielen *donnerte/missbilligende/verärgert etc.* nicht. Ich würde mir da kürzere, entschlossenere Sätze in Rede und Gegenrede wünschen. Auch mehr Aktion vom Vater, nicht nur böse Blicke, trommelnde Finger, hingeknallte Becher etc. Immerhin hat er eine alte Jungfer als Tochter und den letzten sich erbarmenden Freier will sie nicht heiraten - er muss mit rechnen, dass sein Besitz an den König fällt, wenn er nicht bald einen Schwiegersohn als Nachfolger präsentieren kann. Vllt. ist er und seine Tochter schon Inhalt von Spottliedern etc. Es hängt also auch von seiner Seite viel davon ab. Ich würde noch den Druck auf den Vater erhöhen, vllt. dass er krank ist/ein mächtiger Feind es auf seinen Besitz abgesehen hat und ein (Ehe-)Bündnis die letzte Rettung wäre oder dass er in Geldnöten ist und sich durch die Ehe zu sanieren hofft oder dadurch die Abgaben an den König zahlen kann, der ihm schon gedroht hat, seinen Besitz jemanden anderen zu geben und ihn und seine Familie zum Teufel zu jagen.
Ich danke allen, die meine Träume belächelt haben; Sie haben meine Phantasie beflügelt. ... Vor allem aber danke ich all jenen, die mich lieben, so wie ich bin; Sie geben mir die Kraft zum Leben! Danke. (Paul Coelho)
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Re: McPherson-Saga (1/20) Highlander-Roman

Beitragvon Concorde » 18.11.2014, 22:34

Hallo Tanja,

nachdem du dir so viel Mühe mit meinem Werk gemacht hast, denke ich, ist es Zeit sich zu revanchieren. außerdem lese ich ab und zu, man glaubt es kaum, auch recht gerne richtige Schnulzen :girl:

so, nun zur Sache.


Der Prolog: Der Typ (Iain) liegt mit einem Messer in der Brust irgendwo im Schnee und hat entsetzliche Schmerzen. Mehr Inhalt kommt da nicht rüber, und ich weiß nicht so Recht, was das mit dem Rest der Geschichte zu tun haben sollte. Er ist wohl in irgendeinem Kampf verwundet worden, in der damaligen Zeit nicht unüblich. Im Grunde genommen könntest du den gesamten Prolog streichen. Dass er einmal schwer verwundet worden ist, kannst du auch im Laufe der Geschichte irgendwie einflechten. ZB, wenn Emilie bei den Übungskämpfen zusieht und seine Narbe sieht, und sich daran erinnert dass er mal halbtot von seinen Kampfgefährten heimgebracht wurde. Aber das ist natürlich deine Entscheidung.

Das Messer in seiner Brust machte das Atmen fast unmöglich und das Brennen in der Lunge drohte ihm die Sinne zu rauben. Ein rauhes Stöhnen entrang sich seiner Kehle und verwehte im strengen Highlandwind.

Die Beschreibung der Verletzung mutet recht schräg an. Brennen in der Lunge klingt eher nach Giftgasangriff als nach Pfählungsverletzung. Das Atmen ist entweder unmöglich (dann denkt der Typ aber sicher nicht mehr über Gott und die Welt nach), oder nicht. "Fast" ist ein merkwürdiges Mittelding, mit dem ich nicht recht viel anfangen kann.
Iain lag am Rücken, ihm fehlte die Kraft zu jeglicher Bewegung. Der Schmerz in seiner Brust schien mit jedem Atemzug zuzunehmen, und er musste sich Mühe geben nicht laut aufzuschreien.

Und er würde Gott oder den Teufel, je nachdem, wer dafür verantwortlich war, für dessen Grausamkeit zur Rechenschaft ziehen.

Der Satz gefällt mir. Bringt was vom Charakter rüber. Cooler Typ, der sich selbst von den höchsten Mächten nichts gefallen lassen will :mrgreen:

Ein schier unerträglicher Schmerz fuhr durch seinen Körper, als jemand das Messer mit einem Ruck aus seiner Wunde riss.

Mal abgesehen davon dass es sehr unklug ist, einen Gegenstand der im Körper steckt schwungvoll rauszuziehen, gehe ich davon aus, dass der Schmerz vorher schon unerträglich gewesen sein muss.
Es würde reichen wenn er merkt, dass sich Leute über ihn beugen, und er dann einfach wegdämmert. So würdest du auch die Frage nach der Behandlung von Stichverletzungen gekonnt umgehen. Ich habe leider keine Ahnung wie man das damals machte, allerdings halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass man an so einer Verletzung gestorben ist, wenn man nicht unglaubliches Glück hatte, dass keine lebenswichtigen Organe verletzt wurden. Also lass lieber die Andeutungen, von wegen Messer in der Lunge weg, sonst fragt sich vllt der eine oder andere ob Emilie wirklich zu seiner Hochzeit, und nicht etwa zu seiner Beerdigung gehen wird... Es reicht wenn er das Messer irgendwo im Körper hat, und er eben "unglaubliches Glück" hatte zu überleben.

----

Zum ersten Kapitel - die Diskussion mit ihrem Vater. Ich bin übrigens irritiert, dass das VOR dem Prolog stattfindet...

Emilie sah ihrem Vater geradewegs in die Augen
.
Wenn er hinuntersieht, müsste sie nicht logischerweise hinaufscheuen?

Sie durfte keine Schwäche zeigen, sonst würde er sie an einen Mann verheiraten, der über vierzig Jahre älter war als sie und von dem sie wusste, dass er bereits die Hilfe eines Knappen benötige, um sein Pferd zu besteigen
.
Das kann man sich denken, dass er sie verheiraten will.
vllt. Es fiel ihr schwer, sich zu beherrschen. Der Mann war vierzig Jahre älter als sie und konnte nicht einmal sein Pferd alleine besteigen!

„Es ist mir unmöglich, McKeith als Gemahl zu akzeptieren.“ Emilies Stimme hallte durch den Hauptsaal.

einfach: "antwortete sie trotzig". Wobei, wenn sie so rebellisch drauf ist, sagt sie vllt einfach nur laut "Nein! Niemals!" oder so ähnlich. Danach einfach weiter: "ihr Vater runzelte die Stirn/blickte sie streng an.[/i]

„Hamish McKeith mag lange vor meiner Geburt ein stattlicher Laird gewesen sein, doch heute steht er dem Tod näher als dem Leben.”

Zu lang, zu ausschweifend. Sieh ihn dir doch an! Der steht dem Tod näher als dem Leben!

Duncan schnaubte verächtlich. “Sein hohes Alter kann nur von Vorteil sein. Möglicherweise überlebt er nichteinmal den Vollzug der Ehe. Mit einer Nacht in seinem Bett wärest du alleinige Herrin über seinen Besitz und es stünde dir frei, dich erneut zu vermählen.“

zwar nicht ausgeschlossen, vor allem wenn der Herr ein schwaches Herz hat, wobei ich glaube dass damals die Leute gesünder waren als heute. Ich glaube aber nicht dass das so oft vorkommt, dass man damit rechnen muss. Der Vater würde wohl eher allgemein auf Alter/Gebrechlichkeit anspielen und nicht sofort den Tod in der Hochzeitsnacht vor Augen haben.

„Ich werde einen anderen zum Mann nehmen, nur nicht diesen.”

dasselbe wie oben. "Ich werde heiraten, aber nicht ihn!

“Duncan, mein lieber Gemahl”, meldete sich ihre Mutter zu Wort.

Wo kommt die jetzt her? Wenn sie schon im Raum war, würde ich es vorher erwähnen, oder hier anmerken dass sie bis jetzt schweigend zugehört hatte.

Allgemein zum ersten Kapitel: Emilie und ihr Vater sind am streiten. In der Situation formuliert man keine wohlüberlegten Sätze, sondern man wirft sich an den Kopf, was naheliegend ist. Ich habe ja ein paar Beispiele gebracht, wie man die direkten Reden knapper, direkter formulieren könnte. Meiner Meinung nach könnten die beiden ruhig heftiger in die Haare geraten. Sie könnte ihm vorwerfen, dass er ein Tyrann ist, er ihr, sie sei eine undankbare Tochter.

Die Mutter versucht wohl die Situation etwas zu entschärfen, das passt hier ganz gut. Was mir allerdings fehlt, ist ein Hinweis, irgendetwas, warum die Geschichte noch spannend werden könnte. du beschreibst einen typischen Vater-Tochter-Konflikt, und das übliche Los junger Frauen in der damaligen Zeit. Warum sollte ich genau diese Geschichte lesen? Das Medaillon an der Kette wäre ein Anhaltspunkt. Was verbindet sie damit? Eine Erinnerung an den einzig wichtigen mann in ihrem Leben? Irgendetwas das in der Vergangenheit passiert ist?

so, ich hoffe ich konnte dir helfen, und ich hoffe ich war nicht zu streng mit deiner Geschichte.

LG Concorde :D
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Wer die Gesetze nicht kennt, bringt sich um das Vergnügen, gegen sie zu verstoßen.
(Jean Genet)
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Re: McPherson-Saga (1/20) Highlander-Roman

Beitragvon Fafharad » 19.11.2014, 12:15

Hallo Tanja!

Dann will ich mich also mal an die angedrohte "Schnulze" wagen. Oder bleiben wir lieber bei "historical romance", du must dein Werk ja nicht selber schlechtreden. Denn es ist solides Handwerk, oder um mit Stephen Kings Worten zu sprechen: Du hast deinen Werkzeugkasten gut gepackt und weißt, wie die einzelnen Werkzeuge einzusetzen sind. Deshalb gibt es auch wenig zu korrigieren, und wir können uns direkt dem Feinschliff widmen.

Da du um Streichungen gebeten hast, werde ich diese in den Zitaten kommentarlos vornehmen (indem ich sie grün einklammere).
Falls ich doch Fehler finden sollte, markiere ich sie rot und die Korrekturen oder Vorschläge blau. Wortwiederholungen unterstreiche ich.
Und falls ich mal Späßchen mache: Ist nie böse gemeint, sondern soll nur die Stimmung auflockern :wink: .

Los geht's:

Prolog

OK, ich streiche gerne Prologe :wink: . Aber das muss ich fairerweise doch kommentieren.
Für mich ist dein Prolog zu kurz geraten. Ein Prolog sollte zwar kurz und knackig sein, aber die Szene sollte auch einwirken können. Dafür endet diese einfach zu schnell und hinterlässt für meinen Geschmack zu viele Fragen:
- Wer hat Iain verletzt?
- Wird er überleben?
- War es ein Überfall, ein Angriff aus persönlichen Gründen oder eine kriegerische Auseinandersetzung?
- Warum geben die Angreifer Iain nicht den Rest, sondern überlassen ihn einem ungewissen Schicksal?
- Warum spricht keiner von ihnen?
- Warum hält sich Iain für verflucht?

Mein Vorschlag wäre, die Szene auf zwei Seiten auszudehnen, mehr über die Angreifer und ihre Beweggründe zu verraten und vor allem Iain mehr in Aktion zu zeigen: Im Kampf und im Dialog.

Andererseits: Der Kunstgriff, im Prolog an eine spannende Stelle zu einem späteren Zeitpunkt in der Handlung zu springen, verrät mir als Leser, dass der Autor den eigentlichen Anfang der Geschichte für zu langweilig hält, um zum Weiterlesen zu animieren - warum hätte er/sie es sonst für nötig befunden, mit einem Trick die Neugier des Lesers zu wecken?
Alternativ könntest du Iain das komplette erste Kapitel widmen: Zeige ihn in seinem Element als Krieger, seine persönlichen Dämonen - und das, was ihn für Emilie so begehrenswert macht. Diese Szene würde ich zeitlich vor den Beginn der Haupthandlung setzen.

Schottische Highlands, November 1548

Solche trockenen Angaben halte ich für überflüssig, da sich die Informationen lebendiger im Text vermitteln lassen. Allerdings nicht als Infodump, sondern an relevanter Stelle.

Iain lag auf dem Rücken und hatte nicht (mehr) die Kraft, sich aufzurichten.
Das Messer in seiner Brust machte das Atmen fast unmöglich und das Brennen in der Lunge drohte ihm die Sinne zu rauben. Ein (rauhes) Stöhnen entrang sich seiner Kehle und verwehte im (strengen) Highlandwind.

Gleich zu Beginn verrätst du mir dein Lieblingswort: "Und". :lol:
Das "und" bewirkt vor allem eines: lange Sätze. Ich führe dir mal den Absatz mit kurzen Sätzen vor (und bin so frei, etwas aufzupeppen :wink: ).
Iain lag auf dem Rücken. Er hatte nicht die Kraft, sich aufzurichten.
Ein Stöhnen entrang sich seiner Kehle und verwehte im Highlandwind. Das Messer in seiner Brust machte das Atmen fast unmöglich. Der Schmerz drohte ihm die Sinne zu rauben.


Es würde ihm nichts ausmachen, seinem Schöpfer heute gegenüberzutreten.

Und er würde Gott oder den Teufel, je nachdem, wer dafür verantwortlich war, für dessen Grausamkeit zur Rechenschaft ziehen.

Diese Sätze widersprechen sich. Der erste, der ja ein vielbemühter Klassiker ist, bedeutet in der Regel, dass man seinen Frieden mit Gott gemacht hat. Im zweiten wird Gott Prügel (oder der Anwalt :lol: ) angedroht.

Iain spürte den steinigen Boden unter sich, die Feuchtigkeit des geschmolzenen Schnees war bereits durch den dicken Wollstoff des Tartans gedrungen. Den Umhang hatten sie ihm längst abgenommen.
Unaufhörlich fielen die Schneeflocken auf ihn herab und schmolzen auf seinem Gesicht. Er erkannte nur Schleier und gesichtslose Schatten, die sich über ihn beugten.

Hmm. Tauwetter? Und was sind das für Schleier?
Insgesamt empfinde ich diesen Absatz als sperrig. Mal sehen ...
Iain spürte die Kälte durch den nassen Wolltartan in seinen Rücken kriechen. Unaufhörlich fiel Schnee auf ihn herab und schmolz auf seinem Gesicht.
Schemenhafte Gestalten beugten sich über ihn. Jemand griff nach dem Messer und zog es mit einem Ruck aus der Wunde. Iain schrie gurglend auf. Blut besprenkelte seine Lippen.
"Nehmt seinen Umhang!"
Ein Fußtritt beförderte Iain auf die Seite.


Gut, das ist jetzt ein ziemlich starker Eingriff in deinen Text. Ich wollte dir nur mal zeigen, wie eine zweite Fassung aussehen könnte. Mit so etwas werde ich mich ab jetzt zurückhalten, versprochen.

Warme Sonnenstrahlen fielen durch die hohen Fenster in den Hauptsaal des Schlosses und ließen die darin tanzenden Staubpünktchen märchenhaft aufleuchten.
Wie die Stimmung täuschen kann, dachte Emili, hob den Kopf und reckte das Kinn. „Mylord?“

Eigentlich mag ich es ja nicht, wenn Kapitel mit Stimmungsbildern (oder Wetterbeschreibungen :shock: ) beginnen. Aber der Folgesatz gibt dem Einstieg augenzwinkernd seine Berechtigung. Daraus würde ich übrigens zwei Sätze machen.
Muss das Wort "märchenhaft" sein?

[... und sandte einen strengen Blick zu ihr herunter.

Einen Blick senden ... Na ja. Wie lange ist der Blick denn unterwegs, bis er bei Emilie eintrifft :wink: ?

Emilie sah ihrem Vater geradewegs in die Augen. Sie durfte keine Schwäche zeigen, sonst würde er sie an einen Mann verheiraten, der über vierzig Jahre älter war als sie und (von dem sie wusste, dass er bereits) die Hilfe eines Knappen benötige, um sein Pferd zu besteigen.

(Es entstand eine Pause und) der Laird trommelte mit den Fingern auf die Stuhllehne.

„Es ist mir unmöglich, McKeith als Gemahl zu akzeptieren.“ (Emilies Stimme hallte durch den Hauptsaal.) Der trotzige Unterton in Emilies Stimme (darin) veranlasste ihren Vater, die Stirn zu runzeln.

Ein kleiner Exkurs in Sachen "show, don't tell": Adverbien wie "trotzig" nehmen dem Leser die Möglichkeit, einen Dialog als unvoreingenommener Beobachter selbst zu bewerten. Ich empfinde einen Dialog als lebendiger und unmittelbarer ohne diese angehefteten Etiketten (die vor meinem geistigen Auge tatsächlich als gelbe Haftnotizen aufleuchten *grins*). Ein gutes Beispiel für beschreibendes Erzählen ist: "... und reckte das Kinn." Hier entsteht sofort das Bild des Trotzkopfes, und der "trotzige Unterton" ist für mich ohne eine weitere Erklärung hörbar. Oder: "Emilie ballte die Hände zu Fäusten." = zorniger Tonfall.
Wie gesagt, du beherrscht das Handwerk :) . Achte beim Überarbeiten ruhig mal auf Adverbien und ob sie nicht möglicherweise überflüssig sind.

„Was hast du dagegen einzuwenden?”
(„Hamish McKeith mag lange vor meiner Geburt ein stattlicher Laird gewesen sein, doch heute steht er dem Tod näher als dem Leben.”
„Pah! Das Alter ist nicht von Belang! Der letzte Anwärter zählte zwanzig Jahre!)

“Ein altersschwacher Mann ist nicht im Stande, mich und unsere Kinder vor den Sassenach zu beschützen”(, verteidigte sie sich.)


Duncan schnaubte verächtlich. “Sein hohes Alter kann nur von Vorteil sein. Möglicherweise überlebt er nicht[LEER]einmal den Vollzug der Ehe. Mit einer (Durch eine) Nacht in seinem Bett wärest du alleinige Herrin über seinen Besitz und es stünde dir frei, dich erneut zu vermählen.“

Vielleicht sollte Duncan direkt auf Emilies Einwand eingehen, z.b.: "Pah! Wofür hat er seine Männer?"
Und nach dieser unverhohlenen Offenbarung, dass Duncan auf McKeiths Besitz spekuliert, könnte Emilie der Kragen platzen ("Es geht dir also nur um Macht um Reichtum! Was ich dabei empfinde, ist dir völlig gleichgültig!")

Entschlossen ergriff sie das Medaillon an ihrer Halskette.

Wie sieht dieses "entschlossen" aus? Unterstreicht sie die Geste mit besonderem Nachdruck, als nonverbales Signal an ihren Vater? Eher nicht, da das Medaillon offenbar etwas mit Iain zu tun hat.
Passender wäre hier eine unbewusste Handlung: Während sie spricht, streichen ihre Finger über das Medaillon.

Ihr Vater schlug mit der Faust auf den Tisch.

Da Duncan auf einem "erhöhten Sitz hinter der Tafel" thront, müsste er sich weit vornüberbeugen, was diesem Ausbruch die Spontaneität rauben würde.

"Ob jung oder alt, mehr oder weniger reich(. Einen), einen jeden Anwärter weist du ab. (Bitte sag mir, Emilie, was du vorhast!) Wen willst du heiraten? Den Schmied etwa? Oder den Bischof von Moray?"
(Jeder wusste, dass ein Geistlicher nicht für den Bund der Ehe bestimmt und ein Schmied keine standesgemäße Partie für sie war, aber) Emilie schwieg. Sie wollte den Zorn ihres Vaters nicht weiter schüren(, deshalb ließ sie es auf sich beruhen und schwieg).

Das mit dem Schmied und dem Bischof wissen auch die Leser :wink: .

“Duncan, mein lieber Gemahl”, meldete sich ihre Mutter zu Wort(. “Es) , “es mag günstigere Optionen für unsere Tochter geben.”

Sollte Sollten Hamish McKeiths ausgetrockneten Säften ...

Grimmig entzog er sich den Beschwichtigungsversuchen seiner Frau. “Dann wird der zweite Gemahl ihr Söhne und Töchter schenken. Emilie wird sich fügen!

Adverb-Alarm: Bei diesem "grimmig" bekomme ich Bauchgrimmen :( .
Mit der kursiven Formatierung solltest du sparsam umgehen. An dieser Stelle ist sie m.E. unnötig.

“Anstatt dich um die Aufgaben und Pflichten einer Lady zu bemühen, jagst du dein Pferd von früh bis spät über die Güter oder verbringst die Tage auf dem Sandplatz, um die Übungskämpfe der Krieger zu verfolgen. Dieses Spiel hat nun ein Ende! (Die Zeiten, in denen du dich tagein, tagaus durchs Leben treiben liessest, sind vorbei.) Du hast nun[LEER]einmal eine gewisse Verantwortung unserer Familie und dem Clan gegenüber. Eine erwachsene Frau, Emilie, muss ihrer Bestimmung folgen!”

Vorschlag für die letzten beiden Sätze:
"Du bist kein Kind mehr, Emilie! Du trägst jetzt Verantwortung für Clan und Familie!"
Dadurch entfällt der Folgesatz - oder wird zu etwas in der Art von: Und für deinen aufgeblähten Stolz, fügte Emilie in Gedanken hinzu.

Emilie kaute auf der Unterlippe (und suchte nach einem Ausweg).
[...]
Lass dein Haar in Ruhe und kau nicht wieder auf der Unterlippe!

Mit einem verärgerten Wink gab er ihr zu verstehen, dass ihre Anwesenheit nicht länger erwünscht war und sie stürmte hinaus.

1. Mach zwei Sätze draus!
2. Der Wink ist verärgert? Wie das? :lol:
3. Hier hat sich eine passive Formulierung eingeschlichen. Auch wenn es jetzt oberlehrerhaft klingt, aber die sollten Autoren meiden wie die Pest! Aktiv ist immer lebendiger (und ehrlicher): "Mit einem Wink gab er ihr zu verstehen, dass er ihr nichts mehr zu sagen hatte."

* * * * *

Dass ich viel geschrieben habe, heißt nicht, dass ich viel auszusetzen hatte. Das meiste waren Verbesserungsvorschläge, die meiner eigenen Vorstellung von Literatur ( :wink: ) entsprangen. Ich hoffe aber, dass du mit deinem Text mehr vorhast als nur Streichungen vorzunehmen ...
Für deinen Erstling hast du auf jeden Fall überdurchschnittliche Qualität abgeliefert. Ich glaube, wenn du es ernst meinst und am Ball bleibst, kannst du dich zu einer wirklich guten Autorin entwickeln.

Eine persönliche Frage: Wie sehr hat der Pixar-Film "Merida" dich inspiriert? Ich hatte ständig diesen Wildfang mit dem ungezähmten Rotschopf vor Augen :XD: .

Liebe Grüße,
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Re: McPherson-Saga (1/20) Highlander-Roman

Beitragvon TanjaMerz » 19.11.2014, 15:41

Hallo, inmutanka!
Danke für deine Anmerkungen!

Ja, mit dem Alter der Mädchen hast du Recht!
Ich wollte verhindern, dass die Protagonistin zu jung ist und die Geschichte beim Leser einen unangenehmen Beigeschmack erzeugt. Ich habe Emilie nicht mehr als 3 Jahre jünger germacht, da in unserer heutigen Zeit jede Frau unter 15 als Kind gilt.


***

Ich habe die Halle nun ausführlicher beschrieben als bisher.

***

Du schreibst: Immerhin hat er eine alte Jungfer als Tochter und den letzten sich erbarmenden Freier will sie nicht heiraten - er muss mit rechnen, dass sein Besitz an den König fällt, wenn er nicht bald einen Schwiegersohn als Nachfolger präsentieren kann.

Frauen hatten damals wirklich nicht viel zu sagen. Auch nicht, wenns um den Zukünftigen ging.
Vielleicht komme ich doch nicht drum herum, die Protagonistin heiraten zu lassen.
Dann müssen sie und Iain auf anderen Wegen zueinander finden.
Vielleicht ist er dann der Vertraute des Ehemannes (der sie schlecht behandelt)? Wäre alles moralisch schwierig. Obwohl ich auch schon Schottlandromane gelesen habe, die das mit der Monogamie der Ladies nicht so genau genommen haben. (Da fällt mir eine Geschichte ein, in der eine schwangere Lady es sich nicht hat nehmen lassen, mit einem anderen in die Kiste zu steigen :shock: )

Oder sie ist eines von vielen Kindern des Laird. Das würde die Sache einfacher machen.
Dann schafft sie es vielleicht doch, die fremden Heiratsanwärter abzuwehren. Bis sie und Iain dann doch zusammmen kommen und Duncan sie so nicht mehr an den Mann bringen kann...

Vielen Dank für die Anregungen diesbezüglich!!
Zuerst war ich etwas frustriert. Aber das hat mich alles zum Nachdenken angeregt. Und so bin ich auf mehrere Möglichkeiten gekommen.
Es ist wirklich schwierig, Betriebsblindheit zu vermeiden. :geek:

***

Du schreibst: für mich unlogisch. Wenn sie nicht heirat, muss sie ins Kloster, da spielt es keine Rolle, ob sie flieht oder Nein sagt. Daher könnte die Drohung raus.

Naja, wenn sie flieht, kann er sie nicht ins Kloster stecken, dachte ich.

***

Ja die Adjektive... Ich weiß, Mark Twain und so weiter. Ich werd versuchen, so viele wie möglich zu erschießen. :mrgreen:

Vielen Dank nochmal!

Tanja :girl:
Zuletzt geändert von TanjaMerz am 19.11.2014, 20:42, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: McPherson-Saga (1/20) Highlander-Roman

Beitragvon inmutanka » 19.11.2014, 16:19

Hallo Tanja,

Ja, mit dem Alter der Mädchen hast du Recht!
Ich wollte verhindern, dass die Protagonistin zu jung ist und die Geschichte beim Leser einen unangenehmen Beigeschmack erzeugt. Ich habe Emilie nicht mehr als 3 Jahre jünger germacht, da in unserer heutigen Zeit jede Frau unter 15 als Kind gilt.


naja, ich sehe das nicht als Problem. Entweder du lässt das mit dem Alter offen/Alter wird nicht erwähnt oder du lässt sie tatsächlich als baldige alte Jungfer ;) agieren. Mit letzterer Alternative erhöhst du sogar noch den Druck auf Emili und (falls Iain in sie verliebt ist) auch auf ihn.

Ich gebe übrigens meinem Vorredner recht: Ich empfinde den Prolog ebenfalls als überflüssig, da ich aber als überwiegender Prolog-Feind bekannt bin, erspare ich mir solche Hinweise und eventl. daraus resultierende Diskussionen.

Statt des Prologs würde ich mit dem Heiratskandidaten anfangen. Lass doch den Freier im Beisein von Emili (als Hauptbetroffene) und Iain (als Vertrauter des Vaters, eventl. vllt. auch als Wache) bei den Eltern um die Hand anhalten. Emili lehnt entrüstet ab, Freier schießt Bemerkungen bzgl. vertrocknete Jungfer ab, verlässt unter div. Drohungen mit seinem Gefolge den Saal. Vater explodiert: wieder einmal hat Emili ihn zum Gespött der Bänkelsänger gemacht, der Nachbar/Freier verärgert und jetzt muss er auch noch versuchen (aus welchen Gründen auch immer) wieder Gut-Wetter bei ihm zu machen. Muttern sitzt zwischen allen Stühlen, sie hat aus Liebe geheiratet und wünscht das auch ihrer Tochter, aber sie sieht auch die Probleme, die durch die Heiratsweigerung auf die Besitztümer/den Clan heranrollen und versteht ihren Mann. Und Iain - tja, kommt darauf an, ob er schon weiß, dass er in Emili verliebt ist und warum er dann der Meinung ist, warum er als Kandidat nicht in Frage kommt, oder ob er es nicht weiß. Du könntest ihn auch in einen wunderschönen Konflikt stürzen (falls er schon in Emili verknallt ist). Auf der einen Seite ist er glücklich, dass Emili *nein* sagte, auf der anderen Seite könnte er jetzt Ängste ausstehen, dass

1. der Vater sie ins Kloster schickt
2. Repressalien auf den Clan zukommen
3. er seinem Herrn in den Rücken fällt.

Das wäre ein herrlicher Einstiegs-Konflikt. Aber ich bin eh der Meinung, dass in einem Roman nichts glatt laufen darf und die Hürden immer höher werden müssen.

Falls du Ideen brauchst, schicke mir per PN die Zusammenfassung. Vllt. kann ich dir helfen. Ich lese übrigens auch gern diese History-Schnulzen (nur nicht zu viele auf einmal/hintereinander :wink: )

LG
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Re: McPherson-Saga (1/20) Highlander-Roman

Beitragvon TanjaMerz » 19.11.2014, 16:50

Hallo, Concorde!
Danke für deine Anmerkungen.

Ich habe, wie es aussieht, zu wenig Info in den Prolog gepackt, da hast du recht.
Ich habe ihn deshalb etwas umgewandelt und Abschnitte aus einer früheren Version wieder eingefügt.

In der veränderten Version des Prologs wird deutlich, dass es sich um feindliche Männer handelt.
Deshalb wird das Messer auch ruckartig herausgezogen. Den Angreifer interessiert es schließlich nicht, ob das für Iain angenehm ist oder nicht.

Dass das Atmen Iain Schmerzen bereitet, meinte ich so: durch die damit einhergehenden Bewegungen des Brustkorbes erhöhen sich auch die Schmerzen an der Wunde, die sich mitbewegt.

Ich bin deinem Ratschlag gefolgt und habe etwas mehr zu dem Medaillon gesagt und auch Emilies Mutter Anabell habe ich früher erwähnt. Sie kam tatsächlich zu abrupt in die Handlung hinein.

Die Auseinandersetzng mit dem Vater findet 5 Monate VOR dem Prolog statt. Deshalb hatte ich es auch an den Anfang des ersten Kapitels gesetzt.


Vielen Dank
Liebe Grüße :girl:
Tanja
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Re: McPherson-Saga (1/20) Highlander-Roman

Beitragvon TanjaMerz » 19.11.2014, 16:56

Hallo, Fafharad!

Vielen Dank für deine humorvollen Anmerkungen!!!
:XD: :XD: :XD: :XD:
Deine lustige Art macht es einem leicht, locker zu bleiben und sich und das eigene Werk nicht übertrieben ernst zu nehmen!

Zum Prolog:
Ich bin dem Hinweis eines Schreibratgebers gefolgt, der da besagt, dass ein Prolog auch gut als kurzer Vorausblick dienen kann (vieleicht fast schon als EINE ART cliffhanger), der so wenig Info enthält, dass der Leser zum Nachdenken angeregt wird und eventuell weiterlesen möchte um herauszufinden, wie es wohl zu diesem dramatischen Ausgang kommt.
Der Prolog enthielt ursprünglich tatsächlich viel mehr Info, es war von “Wegelagerern” die Rede und es gab wörtliche Rede, die haben also tatsächlich auch gesprochen. *grins*
Irgendwann war ich der Meinung, diese ganze Info tut nichts zur Sache und ein Prolog sollte nicht mehr als eine Seite lang sein.
Ich muss wohl noch das richtige Maß finden zwischen Interesse erzeugendem Info-Mangel und stimmungserzeugender Info-Menge.

***

Ich habe deinen Textvorschlag mitsamt den Infos aus der alten Prolog-Version kombiniert und eingefügt.
Ich finde lange Textbeispiele besser als kurze und empfinde sie keineswegs als Eingriff! Danke!
Wie oben schon mal angemerkt, lasse ich den Prolog vielleicht auch ganz weg. Mal schauen.

***

Ich hab die Info "Schottische Highlands - ecetera blabla" oben hingesetzt, weil ich es aus den meisten Schmonzetten so kenne. Kann man natürlich auch anders machen. Ich werd mir den Vorschlag ernsthaft durch den Kopf gehen lassen.

***

Nein, den Pixar-Film kenne ich nicht. Klingt, als wär der was für mich! Muss ich mir bei Gelegenheit mal reinziehen. :mrgreen:
Danke für den Tipp!


Liebe Grüße
Tanja :girl:
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Re: McPherson-Saga (1/20) Highlander-Roman

Beitragvon TanjaMerz » 19.11.2014, 20:53

Hallo, inmutanka!

Du schreibst:
Statt des Prologs würde ich mit dem Heiratskandidaten anfangen. Lass doch den Freier im Beisein von Emili (als Hauptbetroffene) und Iain (als Vertrauter des Vaters, eventl. vllt. auch als Wache) bei den Eltern um die Hand anhalten. Emili lehnt entrüstet ab, Freier schießt Bemerkungen bzgl. vertrocknete Jungfer ab, verlässt unter div. Drohungen mit seinem Gefolge den Saal. Vater explodiert: wieder einmal hat Emili ihn zum Gespött der Bänkelsänger gemacht, der Nachbar/Freier verärgert und jetzt muss er auch noch versuchen (aus welchen Gründen auch immer) wieder Gut-Wetter bei ihm zu machen. Muttern sitzt zwischen allen Stühlen, sie hat aus Liebe geheiratet und wünscht das auch ihrer Tochter, aber sie sieht auch die Probleme, die durch die Heiratsweigerung auf die Besitztümer/den Clan heranrollen und versteht ihren Mann. Und Iain - tja, kommt darauf an, ob er schon weiß, dass er in Emili verliebt ist und warum er dann der Meinung ist, warum er als Kandidat nicht in Frage kommt, oder ob er es nicht weiß. Du könntest ihn auch in einen wunderschönen Konflikt stürzen (falls er schon in Emili verknallt ist). Auf der einen Seite ist er glücklich, dass Emili *nein* sagte, auf der anderen Seite könnte er jetzt Ängste ausstehen, dass
1. der Vater sie ins Kloster schickt
2. Repressalien auf den Clan zukommen
3. er seinem Herrn in den Rücken fällt.

Das ist tatsächlich eine Möglichkeit, enorm viel Spannung in eine einzige Szene zu packen.
Ich werde versuchen, eine zu schreiben. Kann einige Zeit dauern.
ob Iain über seine Gefühle zu dem Zeitpunikt schon bescheid weiß oder nicht, ist glaub ich für die Szene nicht allzu relevant. Selbst wenn er es nur unterbewusst weiß, kann er ja nur leicht nervös werden.

Ich habe daus Aussehen des Saales übrigens besser herausgearbeitet und den Prolog ergänzt.

Danke

Liebe Grüße
Tanja
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Re: McPherson-Saga (1/20) Highlander-Roman

Beitragvon Fafharad » 24.11.2014, 23:33

Hallo Tanja!

Mehr Infos, mehr Dialog, mehr Handlung: das ist gut so, auch wenn du manchmal übers Ziel hinausgeschossen bist :wink: . Dazu aber an entsprechender Stelle mehr.

Zunächst will ich noch einen Tipp zur Lesbarkeit loswerden: Du hast neu hinzugefügten Text fett formatiert, damit diejenigen, die deine erste Version gelesen haben, diese Passagen sofort finden.
Soweit, so gut. Wer aber als Neuleser über den Text stolpert, der kommt aus dem Wundern nicht mehr heraus: "Was will uns die Autorin mit dieser Formatierung sagen? Hält sie diese Sätze für bedeutungsvoller als die anderen?"
Auch für mich ein eher unattraktives Leseerlebnis.

Die SWS hält den Button [alteversion=] vor, mit dem du Text in ein Fenster verschieben kannst. Einfach die alte Version markieren und den Button anklicken - Fertig! Die neue Fassung kannst du jetzt dem geneigten Leser ohne jegliche Formatierung präsentieren :) .
Und vielleicht noch eine Versionsnummer zur Betreffzeile hinzufügen.

Und jetzt zu den Änderungen:
Freiwillig hätte er sie niemals verlassen. Aber er war als einfacher Mann geboren worden und gehörte nicht an ihre Seite. Nicht als ihr Ehemann. Auch wenn dieser braungelockte Wildfang das nicht einsehen wollte - sie war für das Leben einer Lady bestimmt.

Du steigst mit einer für Iain lebensbedrohlichen Situation in die Story ein, um deine Leserinnen zu packen - und ziehst sofort in voller Fahrt die Handbremse!
Wenn ich ein Buch aufschlage und mich im zweiten Absatz mit einem Rückblick konfrontiert sehe, lege ich es wieder beiseite. Eine der wichtigsten Regeln lautet: Lass den Leser nicht von der Leine! Bleib in einer spannenden Handlung, vermeide alles, was sie bremst oder Spannung rausnimmt.
Vor allem knall deinen Lesern nicht ungefragt Informationen vor den Latz, die sie sich selbst erarbeiten sollen! "Er war als einfacher Mann geboren" gehört hier nicht hin. Du hast später noch kapitelweise Möglichkeiten, diese Information "unter der Hand" zu vermitteln. Eigentlich geht es hierbei auch gar nicht so sehr um Iains Herkunft, sondern um das, was zwischen den Zeilen zu lesen ist: Iain ist demütig, opferbereit, frei von Allüren. Das anhand seines Verhaltens zu zeigen ist viel schöner, als ihm bei seinem ersten Auftritt das Etikett "von einfacher Herkunft" anzuhaften.

Der Streit, der plötzlich zwischen den Strauchdieben losbrach, holte ihn wieder in die Wirklichkeit zurück. Als erfahrener Krieger hätte er es mit zweien, vielleicht mit dreien von ihnen aufgenommen. Aber sie waren zu zehnt aus dem Hinterhalt über ihn hergefallen. Dieses marodierende Pack war nicht besser als feiges Vieh, das als Meute angreift und die Beute nur mit vereinten Kräften niederringt. Es ausweidet und schließlich zurücklässt.

Welcher Streit? Dieser hier vielleicht?
"Das Pferd wird nicht geschlachtet, du Idiot! Das ist mehr wert als der ganze Krempel, den er bei sich hatte!"
"Ach, und wer soll uns den Gaul abkaufen? Häh?" - "Liam hat Recht, Ewan. Wir haben alle Hunger!"
"Ich bin euer verdammter Anführer! Und ich sage, wir behalten das Pferd!"
"Ich hab dich nich' zum Anführer gewählt, Ewan!"
Iain stöhnte. Es gab viele Wege, ehrenhaft zu Tode zu kommen, aber er musste sich von einem Haufen Schwachköpfe überwältigen und abstechen lassen! Die Bande hatte ihn wie ein Wolfsrudel eingekreist und vom Pferd gezogen.


Solche stark wertenden Passagen wie die, die ich dir rot markiert habe, liest, glaube ich, niemand gerne. Auch wenn es als innerer Monolog Iains gedacht war - im Text kommt es so nicht rüber, weil du es im direkten Anschluss an einen Satz aus der Erzählerperspektive bringst.
Und ich glaube auch nicht, dass jemand in Iains Situation solche Gedanken hegen würde - eher würde er dem Streit lauschen und überlegen, ob er ihn zu seinem Vorteil nutzen kann.

Schemenhafte Gestalten beugten sich über ihn.
"Wir geben ihm den Rest!"
„Nein, verdammter Dummkopf! Wir lassen ihn hier! Ich lasse mir lieber die Hand abhacken, anstatt als Mörder vom Ast zu baumeln.“
Ein Dritter lachte heiser. „Die Füchse werden ihre Freude an ihm haben!“
„Wenn die entstellte Fratze sie nicht abschreckt“, höhnte der Vierte.
„Schluss jetzt sag ich!“
„Pah! Der gute Mann ist binnen einer Stunde tot! Mit oder ohne Fuchs!“

Jetzt können wir uns vom streitbaren Naturell der lustigen Räuber überzeugen. So wirklich überzeugt bin ich von ihrer Bösartigkeit und ihrem Realitätssinn allerdings nicht :wink:. So reden keine Banditen. Nee, echt nicht :( . Nicht mal in Historien-Schmonzetten. Eher schon so:
"Der is' ja noch gar nich' tot!"
"Fehlt nicht mehr viel. Los, hauen wir ab!"
"Sollt'n wir ihn nich' irgendwo verstecken, Ewan? Falls jemand suchen kommt?"
"Pah! Weiß doch keiner, dass wir das waren."


Warum die Banditen nicht auf Nummer Sicher gehen, ist mir - abgesehen von den dramaturgischen Zwängen - ein Rätsel. Das sind doch harte Jungs, oder? Die würden Iain nur liegen lassen, wenn sie überzeugt wären, dass er tot ist. Oder sie werfen ihn in eine Schlucht. Aber sich darauf zu verlassen, dass er binnen einer Stunde stirbt - das ist schlicht leichtsinnig.

... vorbei an den Teppichen und Streitäxten, die von den Wänden herabhingen und wie das Familienwappen eine Menge über die kämpferische Vergangenheit ihres Clans zu erzählen hatten.

Wenn du das Wappen schon erwähnst - wie sieht es denn aus?
Oder wird dieser Exkurs dadurch zu lang?' Dann lieber das Wappen nicht erwähnen.

Ihre Mutter Anabell hielt sich, wie zumeist in solchen Situationen, vorerst zurück.

Der Satz kommt zu früh. Ich würde Emilie an einer passenden Stelle hilfesuchend zu ihrer Mutter blicken lassen. Dann kannst du es sinngemäß erwähnen.

Sie berührte das Medaillon an ihrer Halskette. (Ihr Herz hatte sie bereits vor Jahren verschenkt und sie würde sich bis auf den Tod dagegen zur Wehr setzen, einen Fremden zu ehelichen.) „Ich werde heiraten, Vater. Nur nicht diesen Mann.”

Das, was ich zum Streichen markiert habe, sagt Emilie doch in anderen Worten.

* * * * * * *

Ein kleiner Tipp zum Überarbeiten: Durch das Einfügen neuer Sätze in die Ursprungsfassung wirkt der Erzählfluss oft nicht mehr ganz glatt, schlimmstenfalls merkt der Leser sogar eine Lücke im roten Faden. Versuch doch mal, wenn du viel hinzuzufügen hast, einen Abschnitt aus dem Kopf komplett neu zu schreiben, statt an den alten Formulierungen festzuhalten. Dadurch fügen sich die neuen Inhalte viel nahtloser ein.

Ich hoffe, meine Anmerkungen konnten dir helfen. Vergiss einfach, was dich nicht überzeugt, und nimm, was du gebrauchen kannst :wink: .

Liebe Grüße,
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