[Liebe]McPherson-Saga (2/20) Highlander-Roman

Liebe, Romantik, Sehnsucht

[Liebe]McPherson-Saga (2/20) Highlander-Roman

Beitragvon TanjaMerz » 17.11.2014, 21:39

Der Laird blieb in der Halle zurück. „Es ist nicht zu fassen!”
Anabell runzelte die Stirn.
“Emilie ist alles gleich”, fuhr er fort. “Die Familie, das Erbe, der Clan. Eine McPherson lässt sich nicht gerne etwas vorschreiben. Und anfangs war ich stolz darauf, dass unsere Tochter ihren eigenen Kopf hat. Aber nun verwenden wir schon fast zwei Jahre darauf, einen angemessenen Gemahl für sie zu finden, doch sie hat an jedem Heiratswilligen etwas auszusetzen.“
„Wenn eine Frau sich so vehement sträubt, steckt oft ein Mann dahinter.”
Er lachte und schüttelte den Kopf. “Ich glaube nicht daran. Emilie interessiert sich nur für Männer, die sich auf dem Übungsplatz die Köpfe einschlagen. Ein heimlicher Geliebter ist ganz sicher nicht der Grund.”
„Duncan, selbst das sprödeste Weib ist gegen zärtliche Gefühle nicht gefeit. Fällt dir niemand ein, der sie erobert, der ihr ein heimliches Versprechen entlockt haben könnte?” Über die Miene seiner Frau huschte ein ahnungsvoller Schatten. "Sie zeigt zu viel Interesse am Schwertkampf. Möglicherweise gefällt ihr einer der Männer?"
"Unsinn! Die Krieger behandeln sie, als wäre sie eine von ihnen. Dass sie sich dessen nicht schämt, ist eine Sache. Romantische Anwandlungen haben da gleichwohl keinen Platz."
Annabell presste die Lippen aufeinander, wie um ihren Zweifel hinunterzuschlucken. “Ich wüsste gerne, was in diesem Medaillon versteckt ist, das sie von mir hat. Es ist zwar nur ein Anhänger. Aber sie hält es jedes mal umklammert, wenn sie mit aller Gewalt ihren Willen durchzusetzen versucht. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein solches Schmuckstück ein Liebespfand enthält. Wir sollten diese Möglichkeit zumindest in Erwägung ziehen.”
Er verzog keine Miene.
Anabell verschränkte die Finger ineinander. “Ich werde ihre Cousinen für meine Erkundigungen heranziehen. Vielleicht verheimlichen sie etwas."
"Fiona und Adela etwa?"
Sie starrte auf ihren Weinpokal.
"Ich werde als Mutter schon lange nicht mehr eingeweiht.”
“Ich habe einen besseren Einfall.“ Duncan blickte ins Leere. „Unsere Tochter verbringt so gut wie niemals Zeit mit ihren Cousinen. Die Mädchen wissen nichts. Aber sie hat einen anderen Vertrauten. Und dieser Mann ist mein Vertrauter.”

Emilie stand auf der Eingangstreppe und blickte auf den Schlosshof hinab.
Eine Schar Kinder jagte einer Ratte hinterher und Edda, die rundliche Köchin, saß vor der Rauchküche und rupfte ein Huhn. Handwerker und Dienstboten gingen ihrem Tagwerk nach.
Aber eigentlich ruhte Emilies Blick auf Iain.
Der Krieger ragte zwischen den anderen Männern auf und unterhielt sich mit einem fahrenden Händler, der seinen Wagen soeben auf dem Hof abgestellt hatte. Dabei verschränkte er die Arme vor der Brust, starrte auf den Sand zu seinen Füßen und lauschte dem Anliegen des Fremden.
Um die hochsommerlichen Temperaturen ertragen zu können, hatte Iain sich entschieden, diesem "neumodischen Unsinn" zu folgen, wie er es nannte und den Tartan der McPherson angelegt, denn für einen Highlander war die Heumond-Hitze eine Qual. Das lange Haar hing ihm in Flechten auf die Schultern.
Iain mac Domnaill vom Clan McPherson.
Wäre es jemals möglich, dass er sie als etwas anderes betrachtete, als das kleine Mädchen, auf das er jahrelang achtgegeben hatte? Als die Tochter seines Herrn?
Emilie betrachtete den Mann, der ihrem Vater bedingungslos ergeben war.
Iain runzelte unter der grellen Mittagssonne die Stirn und die markanten Linien um seinen Mund traten deutlicher hervor. Die verräterischen Strahlen in seinen Augenwinkeln ließen erkennen, dass er den größten Teil seiner Zeit im Freien zubrachte.
In manchen Momenten stahl sich ein flüchtiges Lächeln in seine Züge, das sie so sehr liebte, wenn sie
es schaffte, ihn aufzuheitern. Was selten genug der Fall war.
Iain war meist in sich gekehrt und sprach nur das notwendigste.
Er reckte die Arme in den Himmel und dehnte den Rücken. Zwei Dienstmägde, miteinander in ein Gespräch vertieft, schlenderten über den Platz, die Wäschekörbe in die Seiten gestemmt, die sich im Rhythmus ihrer Hüften wiegten.
Eines der Mädchen blickte dem Krieger hinterher und stieß den Ellbogen gegen die Rippen ihrer Freundin. Beide drehten sich nach ihm um. Die andere lachte und schüttelte den Kopf.
Emilie seufzte.
Zofen, Küchenmägde, Waschweiber, Arbeiterinnen, ja selbst die ärmste Bäuerin – ihnen stand es frei, sich einen Mann zu wählen und meistens wurde die Ehe gestattet.
Sie aber sollte einen Unbekannten ehelichen, und es war jedes Mal ein Kampf, sich gegen die Heiratsanfragen fremder Lords aufzulehnen.
Wie lange noch würde sie sich behaupten können?
Iain sah auf und erwiederte ihren Blick. Emilies Lippen formten lautlos das Wort Wald und Iain antwortete mit einem kaum wahrnehmbaren Nicken.
So schritt sie auf die Stallungen zu und ließ ihre Stute satteln.
Aus den Augenwinkeln nahm sie wahr, wie Iain noch vor ihr die Burg verließ.
Sie würde ihm in unauffälligem Abstand folgen.


„Der Blitz soll meinen schottischen Arsch treffen, wenn...“ Ronald kratzte sich den weißen Bart und starrte Iain hinterher.
„Wenn was?“ Alexander lehnte an einem Balken bei den Stallungen und folgte seinem Blick.
Der greise Soldat wischte sich mit den rauen Fingern über die Lippen. „Alex, mein Junge, ich kanns nicht erklären. Aber es hat sich etwas verändert.“
Alexander hob die Brauen. "Mit meiner Cousine?" Dann brach er in schallendes Gelächter aus. „Du hast Wahnvorstellungen, alter Mann!“
„Alt? Wer ist hier alt?“
„Also ich kann an ihrem Verhalten nichts ungewöhnliches entdecken. Die beiden reiten regelmäßig aus. Wir können froh sein, dass Iain sie immernoch so unermüdlich im Auge behält und diese… äh... unglückliche Aufgabe keinem von uns übertragen wird.“ Alexander grinste und klopfte seinem Freund auf die Schulter. „Etwas weniger Ale würde deinem Urteilsvermögen guttun.“
„Pah!“ Ronald winkte ab. „Glaub was du willst. Ich weiß, was ich sehe.“

Zwei
Emilie stand hinter einer Fichte und sah auf die Lichtung. Keine acht Yards vor ihr saß Iain unter einer mächtigen Eiche und war dabei, Haselruten anzuspitzen.
Sie wollte sich anschleichen und ihn aus dem Hinterhalt überrumpeln, denn es bereitete ihr ein diebisches Vergnügen, ihn auf die Probe zu stellen. Und wenn es ihr gelang, sich unbemerkt anzupirschen, hätte sie genug Möglichkeiten, ihn damit aufzuziehen.
Iain musste gelegentlich mal einen Scherz verkraften können. Obwohl sie nur allzu gut wusste, dass er ihr gegenüber viel nachsichtiger war, als er es allen anderen auf Ballindalloch zugestand.
„Willst du da Wurzeln schlagen“, murmelte er, ohne seine Arbeit zu unterbrechen.
Emilie stieß die Luft aus. Bis heute war es ihr nicht gelungen, an Iains Kriegsfähigkeiten auch nur den kleinsten Fehler zu entdecken. Sie gab ihr Versteck auf und schlenderte zu ihm hinüber.
„Mein Pferd hat dich längst gewittert“, zwinkerte er ihr zu. „Die wachsam tanzenden Ohren würden jeden erfahrenen Krieger sofort alarmieren. Das Pferd ist der Wachhund des Kriegers.“ Er ließ die Hand mit dem Messer auf dem Knie ruhen und sah sie an. „Wenn du unentdeckt bleiben willst, dann nähere dich nur gegen die Windrichtung. Ansonsten werden die Tiere des Feindes deinen Geruch aufnehmen, bevor du sie sehen kannst.“
Emilie nickte.
"Du bist doch nicht zu Fuß gekommen? Wo ist Siri?"
"Hab ich bei Old Finlay gelassen."
"Bei dem Bauern vor dem Wald? Du bist wohl nicht ganz bei Trost?"
Emilie winkte ab. "Der hält dicht. Ich versorge ihn regelmäßig mit Kräutern gegen das Gliederreißen. Er glaubt, ich suche nach einer ganz bestimmten Pflanze. Seit er sich dank meiner Hilfe wieder bewegen kann, sind Kräuter für ihn das reinste Wundermittel."

Emilie setzte sich unter dem dichten Blätterdach ins Gras und umschlang ihre Knie. Iain streckte sich neben ihr der Länge nach aus, die Arme hinter dem Kopf verschränkt. „Wie war euer Gespräch?“
„Nicht gut.“
„Du hast wieder abgelehnt?“
Sie nickte.
„In der ganzen Grafschaft wirst du keinen gestandenen Krieger finden, der es wagen würde, deinen Vater derart zu reizen“, brummte er.
Zuletzt geändert von TanjaMerz am 23.11.2014, 16:02, insgesamt 21-mal geändert.
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Re: McPherson-Saga (2/20) Highlander-Roman

Beitragvon Concorde » 18.11.2014, 23:43

ok, weiter gehts.

„Wenn eine Frau sich so vehement sträubt, steckt oft ein Mann dahinter.”

Nicht "eine Frau". Momentan geht es um ihre Tochter. Warum nicht: "Vielleicht steckt ja wirklich ein anderer Mann dahinter"

„Duncan, selbst das sprödeste Weib ist gegen zärtliche Gefühle nicht gefeit. Fällt dir niemand ein, der sie erobert, der ihr ein heimliches Versprechen entlockt haben könnte?” Über die Miene seiner Frau huschte ein ahnungsvoller Schatten. “Ich wüsste gerne, was in diesem Medaillon versteckt ist, das sie jedesmal umklammert hält, wenn sie mit aller Gewalt ihren Willen durchzusetzen versucht. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein solches Schmuckstück ein Liebespfand enthält. Wir sollten diese Möglichkeit zumindest in Erwägung ziehen.”

Auch hier redet sie irgendwie zu gestelzt. Ich nehme an, dass du dich um eine ihrem Stand angemessene Sprache bemüht hast. Aber, wenn Eheleute, vor allem nach so langer Ehe, ein vertrauliches Gespräch führen, können sie schon lockerer miteinander umgehen. Ich meine hallo - die gehen miteinander ins Bett. Da sollten sie wohl beim Reden nicht mehr um Zurückhaltung bemüht sein müssen...
Duncan, unsere Tochter ist ein Wildfang, aber sie hat auch Gefühle. Meinst du nicht, dass ihr irgendjemand heimlich seine Liebe versprochen hat?

Ich wüsste gerne, was in diesem Medaillion versteckt ist. Sie hat es schon wieder wie einen Schatz umklammert. Könnte sie es nicht von einem Mann haben?


Anabell verschränkte die Finger ineinander. “Ich werde ihre Cousinen für meine Erkundigungen heranziehen. Meist sind die Freundinnen einer Lady in deren Geheimnisse eingeweiht. Und wenn sich meine Vemutung nicht bestätigt, umso besser.”

Ich werde mit ihren Cousinen sprechen. Gute Freundinnen teilen oft ihre Geheimnisse. Und wenn ich Unrecht habe, umso besser. (wobei man den letzten Satz auch weglassen könnte, weil es eigentlich egal ist, was Annabell jetzt für besser hält...



Emilie betrachtete den Mann, der ihrem Vater rückhaltlos ergeben war.

nicht eher bedingungslos???

Sein Gesicht wie auch seine Gestalt verrieten viel über ihn: dass er den größten Teil seiner Zeit im Freien zubrachte und körperlich schwere Arbeit gewohnt war. Sie wusste, Müßiggang war nichts für ihn.
Iain runzelte unter der grellen Mittagssonne die Stirn und die markanten Linien um seinen Mund traten noch deutlicher hervor. Obwohl es in seinem Leben nicht oft Grund zum Lachen gegeben hatte, ließen die verräterischen Strahlen in seinen Augenwinkeln erkennen, dass er ein fröhliches Gemüt besaß, wenn es denn jemand schaffte, ihn aufzuheitern. Was selten genug der Fall war.
Iain war meist in sich gekehrt und sprach nur das notwendigste.

Kürzen. Dass die Sonne scheint wissen wir seit dem ersten Satz, ob er die Stirn runzelt, ist nicht relevant. Ein, zwei Sätze über seine kräftige Gestalt, und sein heiteres Gemüt dass er trotz seines harten Lebens nicht verloren hat, reichen.

Zofen, Küchenmägde, Waschweiber, Arbeiterinnen, ja selbst die ärmste Bäuerin – ihnen stand es frei, sich einen Mann zu wählen.
Sie aber sollte einen Unbekannten ehelichen, und es war jedes Mal ein Kampf, sich gegen die Heiratsanfragen fremder Lords aufzulehnen.

fast schon philosophische Betrachtungen über das Los einer Frau von gewissem Stand. Gefällt mir gut. Noblesse oblige, Adel verpflichtet, und das Lebe ist für die "hohen Herren" keineswegs immer einfach. Vllt geht Emilie ja (womöglich auch an anderer Stelle) noch weiter, findet, dass es ihr nichts ausmachen würde, schwere Arbeit zu verrichten, wenn sie dafür mehr Freiheit in privaten Dingen hätte.


„Der Blitz soll meinen schottischen Arsch treffen, wenn...“ Ronald kratzte sich den weißen Bart und starrte Iain hinterher.
„Wenn was?“ Alexander lehnte an einem Balken neben der Schmiede und folgte seinem Blick.
Der greise Soldat wischte sich mit den schrundigen Fingern über die Lippen. „Alex, mein Junge, ich kanns nicht erklären. Aber es hat sich etwas verändert.“
Alexander hob die Brauen. Dann brach er in schallendes Gelächter aus. „Du hast Wahnvorstellungen, alter Mann!“
„Alt? Wer ist hier alt?“
„Etwas weniger Ale würde deinem Urteilsvermögen guttun“, grinste der Jüngere und klopfte seinem Freund auf die Schulter.
„Pah!“ Ronald winkte ab. „Glaub was du willst. Ich weiß, was ich sehe.“

Den Dialog finde ich einfach cool. Vor allem die Meldung mit dem schottischen Arsch :mrgreen:
allerdings kann ich nicht ganz zuordnen, wohin die Szene gehören soll.

an "zwei" habe ich momentan nichts auszusetzen. Die Szene gefällt mir. Die Vertrautheit zwischen den beiden kommt gut rüber, und auch dass sich Emilie wohl mehr für Männerangelegenheiten (Anschleichen, Kriegslist) interessiert als für Heirat, Heim und Herd.

Liebe Tanja, hier hast du es geschafft, mich in die Geschichte reinzuziehen. Die zwischenmenschliche Beziehungskiste verspricht interessant zu werden, insbesondere das Dreieck Vater-Tochter-Iain.
Du könntest die einzelnen Figuren ruhig noch etwas mehr herausarbeiten, die rebellische Tochter, den Vater der an seinen Stand, Erbe, etc denken muss und insgeheim aber doch irgendwie stolz auf sein Mädchen ist (nehme ich mal an), die Mutter die versucht, diplomatisch zu sein und wohl als einzige von den dreien ziemlich lösungsorientiert ist.
Dass du streichen willst hast du ja selber geschrieben - vor allem bei ausschweifenden Formulierungen kannst du sehr viel kürzen. Am besten ist oft, sich zu überlegen, wie man denn selber in so einer Situation reden würde. ZB sagst du doch bei einem Streit wohl eher "Sicher nicht, du Arsch!", und nicht "Nach reiflicher Überlegung habe ich mich dazu entschieden, dass ich deinem Vorschlag nicht Folge leisten werde!". Nur als ganz extremes Beispiel.

so ich hoffe, es war was brauchbares für dich dabei, und ich werde natürlich an deiner Geschichte dranbleiben.

LG Concorde :D
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Re: McPherson-Saga (2/20) Highlander-Roman

Beitragvon inmutanka » 19.11.2014, 07:24

Hallo Tanja,

was ich zum ersten Teil schrieb, gilt auch hier:

für mich zu viele Adjektive, zu viel beschrieben und ich spüre keinen Druck bei den Personen, warum sie so handeln müssen, wie sie handeln. Alles plätschert/tröpfelt so vor sich hin.

LG
Inmutanka

Der Laird blieb in der Halle zurück. „Es ist nicht zu fassen”, polterte er.
Anabell runzelte die Stirn. irgendwie habe ich das Gefühl, außer poltern und stirnrunzeln haben die Personen keine andere Ausdrucksmöglichkeit
“Emilie ist alles gleich”, fuhr er fort. “Die Familie, das Erbe, der Clan. Eine McPherson lässt sich nicht gerne etwas vorschreiben. Und anfangs war ich stolz darauf, dass unsere Tochter ihren eigenen Kopf hat. Aber nun verwenden wir schon fast drei Jahre darauf, einen angemessenen Gemahl für sie zu finden, doch sie hat an jedem Heiratswilligen etwas auszusetzen.“ auch hier fehlt mir der Druck, warum er unbedingt die Tochter verheiraten will. Ich setze jetzt mal voraus: Tochter ist am Ende des heiratsfähigen Alters, wo sie noch eine gute Partie machen kann; sie ist selbstständig/eigensinnig; sie lebt in wirtschaftl. guten und unabhängigen Verhältnissen - der einzige Druck, den ich spüre ist, dass die Eltern vllt. Enkel wollen - und das ist mir für eine *unbedingte Vermählung auf Teufel komm raus* zu wenig.
„Wenn eine Frau sich so vehement sträubt, steckt oft ein Mann dahinter.” Wenn sie das weiß, wäre es doch logisch, dass sie sich - als Mutter - schon dahinter geklemmt und geforscht hätte, wer dieser Mann ist. Besonders, wenn sie, wie der Vater, unbedingt unter die Haube bringen will. Oder sie vor einer Zwangsehe bewahren will. Besonders, da solch eine Burg/Schloss ein ganz eigener kleiner Kosmos ist, und im Prinzip - gerade die Herrschaft - nichts tun/lassen kann, was dem Personal nicht auffällt bzw. worüber sie sich nicht die Mäuler verreißen. Ich kenne das vom heutigen Dorfleben, obwohl es angenehm sein kann und auch einen gewissen Maß an Schutz und Hilfe bietet, weiß in Dörfer jeder alles über jeden und das noch über Generationen. Und was man selbst nicht mitbekommen hat, wird einem brühwarm hinterbracht. Wie soll das erst in einer abgelegenen Burg/Schloss zugehen, wo sich die Leute von Kindesbeinen an kennen? Und da willst du mir weismachen, die Eltern haben noch nichts beobachtet/Klatsch erfahren?
Er lachte rauh und schüttelte den Kopf. “Ich glaube nicht daran. Emilie interessiert sich nur für Männer, die sich auf dem Übungsplatz die Köpfe einschlagen. Ein heimlicher Geliebter ist ganz sicher nicht der Grund.” Häh? Genau das wäre für mich ein Indiz, dass sie sich für einen von ihnen besonders interessiert. Besonders Helle kommt der Vater für mich nicht rüber.
„Duncan, selbst das sprödeste Weib ist gegen zärtliche Gefühle nicht gefeit. Fällt dir niemand ein, der sie erobert, der ihr ein heimliches Versprechen entlockt haben könnte?” Über die Miene seiner Frau huschte ein ahnungsvoller Schatten. “Ich wüsste gerne, was in diesem Medaillon versteckt ist, das sie jedesmal umklammert hält, wenn sie mit aller Gewalt ihren Willen durchzusetzen versucht. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein solches Schmuckstück ein Liebespfand enthält. Wir sollten diese Möglichkeit zumindest in Erwägung ziehen.”s. o. für mich kommen ihre Ahnungen/Bedenken reichlich spät. Oder hat sie kein gutes Verhältnis zur Tochter? Ihr müsste doch auffallen, wenn ihre Tochter plötzlich ein neues Schmuckstück trägt, sie darauf ansprechen. Vllt. trägt sie selbst ein Medallion von ihrem Mann mit einer Haarlocke (und inzwischen ist er kahl :) ), dann würde ich es hier einbringen: Sie zieht ihr Medallion hervor: Weißt du noch? - Was? Du trägst es immer noch bei dir? Obwohl wir schon 20 Jahre verheiratet sind? - Jeden einzelnen Tag, seitdem du es mir gegeben hast - usw.
Er verzog keine Miene.
Anabell verschränkte die Finger ineinander. “Ich werde ihre Cousinen für meine Erkundigungen heranziehen. Meist sind die Freundinnen einer Lady in deren Geheimnisse eingeweiht. Und wenn sich meine Vemutung nicht bestätigt, umso besser.”
“Ich habe einen besseren Einfall.“ Duncan blickte ins Leere. „Unsere Tochter verbringt so gut wie niemals Zeit mit ihren Cousinen. Die Mädchen wissen nichts. Aber sie hat einen anderen Vertrauten. Und dieser Mann ist mein Vertrauter.”
Wieder: Häh? Der Vater weiß, dass sie keine Zeit mit Cousinen verbringt und die Mutter nicht? Und wenn er weiß, dass sie viel Zeit mit seinem Vertrauten verbringt, warum hegt er keinen Verdacht, dass sie ihn liebt? Bestätigt meinen Vermutung von *nicht bes. helle*, wenn du mir nicht einen Grund zeigst, warum er es für völlig abwegig hält. - Logisch wäre für mich: Mutter äußert den Verdacht, dass es eventl. der Vertraute ist. Sie macht den Vater darauf aufmerksam, dass Emili ständig am Übungsplatz herumhängt, mit ihm zusammen ist, ihn mit den Blicken verfolgt etc., Vater kann es nicht glauben und überhaupt, keine standesgemäße Verbindung?, kein Geld? - oder sonstige Gründe, warum er gegen eine solche Verbindung wäre


Emilie stand auf der Eingangstreppe und blickte auf den Schlosshof hinab, auf dem es wuselte, wie auf einem Ameisenhaufen. Wenn du mir zeigst, was sie sieht, brauche ich das nicht.
Eine Schar Kinder jagte einer Ratte hinterher und Edda, die rundliche Köchin, saß vor der Rauchküche und rupfte ein Huhn. Handwerker und Dienstboten gingen ihrem Tagwerk nach.
Aber eigentlich ruhte Emilies Blick auf Iain.
Der Krieger ragte zwischen den anderen Männern auf und unterhielt sich mit einem fahrenden Händler, liest sich nicht gut: ragt zw. den anderen Männern auf/unterhält sich mit einem fahrenden Händlerder seinen Wagen soeben auf dem Hof abgestellt hatte, dabei verschränkte er die Arme vor der Brust, starrte auf den Sand zu seinen Füßen und lauschte dem Anliegen des Fremden. Seine Körperhaltung etc. würde ich in einem sep. Satz bringen
Iain mac Domnaill vom Clan McPherson.
Wäre es jemals möglich, dass er sie als etwas anderes betrachtete, als eine Freundin? Als die Tochter seines Herrn? schlimmer wäre es doch, wenn er sie als Kind, bestenfalls kleine Schwester sehen würde, oder?
Emilie betrachtete den Mann, der ihrem Vater rückhaltlos ergeben war.
Sein Gesicht wie auch seine Gestalt verrieten viel über ihn wenn du aufzählst, was es verrät, dann brauchst du das nicht: dass er den größten Teil seiner Zeit im Freien zubrachte und körperlich schwere Arbeit gewohnt war.zeigen Sie wusste, Müßiggang war nichts für ihn. Woher? noch eine Frage: du beschreibst ihn zuvor 1. Teil als Krieger - und hier kommt *schwere körperliche Arbeit*. Klar, Langschwert schwingen kostet Kraft, Bogenschießen etc. auch, aber unter *schwerer körperlicher Arbeit* stelle ich mir Landarbeit vor, Holzhacken, Steinbruch etc. - passt nicht zu jemanden, der nur *Krieger* ist.
Iain runzelte unter der grellen Mittagssonne die Stirn und die markanten Linien um seinen Mund traten noch deutlicher hervor. Das sieht sie alles aus der Entfernung? Donnerwetter! *runzelte unter der grellen Mittagssonne die Stirn * - runzelt er wegen der Sonne die Stirn oder über das, was der Händler ihm erzählt? Obwohl es in seinem Leben nicht oft Grund zum Lachen gegeben hatte, hier würde ich mir eine Andeutung wünschen, warumließen die verräterischen Strahlen in seinen Augenwinkeln erkennen, dass er ein fröhliches Gemüt besaß, wenn es denn jemand schaffte, ihn aufzuheitern. Was selten genug der Fall war. ??? Er hat ein *fröhliches Gemüt* und gelingt es nur *selten jemand, in aufzuheitern*? Hört sich nicht nach einem fröhlichen Menschen an.
Iain war meist in sich gekehrt und sprach nur das notwendigste.


Er stand hoch aufgerichtet, wie kann jemand, der steht, nicht *hochaufgerichtet sein? reckte die Arme in den Himmel und dehnte den breiten Rücken.bei *reckte die Arme in den Himmel* dachte ich: Alle Vögel fliegen hoch! :twisted: aber zu dieser Haltung passt nicht das *Rückendehnen* Zwei Dienstmägde, miteinander in ein Gespräch vertieft, schlenderten über den Platz, die Wäschekörbe in die Seiten gestemmt, die sich im Rhythmus ihrer Hüften wiegten.
Eines der Mädchen blickte dem Krieger hinterher und stieß den Ellbogen gegen die Rippen ihrer Freundin. Beide drehten sich nach ihm um. Die andere lachte und schüttelte den Kopf.
Emilie seufzte schwer. gibt es auch ein *leichtes* Seufzen?
Zofen, Küchenmägde, Waschweiber, Arbeiterinnen, ja selbst die ärmste Bäuerin – ihnen stand es frei, sich einen Mann zu wählen. Was??? Großes Veto! Da hatten Lehnsherren, Kirche etc. ein gewichtiges Wörtchen mitzusprechen. Und dort gab es auch arrangierte Ehen. In einer wissenschaftl. Arbeit las ich, dass von der einfachen Bevölkerung mehr als die Hälfte nicht heiraten durften/konnten
Sie aber sollte einen Unbekannten ehelichen, und es war jedes Mal ein Kampf, sich gegen die Heiratsanfragen fremder Lords aufzulehnen. wieso fremd? Ich denke, dass man sich in Adelskreisen kennt, oder?
Wie lange noch würde sie sich behaupten können?
Iain sah auf und erwiederte ihren Blick. Emilies Lippen formten lautlos das Wort Wald und Iain antwortete mit einem kaum wahrnehmbaren Nicken. oben schreibst du, sie steht auf der Schlosstreppe und schaut auf den *Schlosshof hinab*, demnach muss es eine gewisse Höhe/Entfernung haben und da kann er von den Lippen lesen?
So schritt sie auf die Stallungen zu, sattelte ihre Stute und trabte kurze Zeit später durch das Burgtor und verließ Ballindalloch. Ich weiß, dass es in den Filmen oft gezeigt wird, aber im MA ritten die Damen nicht. Sie saßen in Fuhrwerken, auf Pferde/Maultierrücken geschnallten Sänften, aber davon abgesehen: Die Tochter des Schlossherrs sattelt *selbst* ihr Pferd? Unwahrscheinlich! Und um was handelt es sich nun, um ein Schloss oder eine Burg? Schlösser waren offen, repräsentierten. Burgen waren als Schutz und Bollwerk gedacht, mit Burgmauer, Tore usw.


„Der Blitz soll meinen schottischen Arsch treffen, wenn...“ Ronald kratzte sich den weißen Bart und starrte Iain hinterher.
„Wenn was?“ Alexander lehnte an einem Balken neben der Schmiede und folgte seinem Blick. Schlosshof? und dann ist die Schmiede in der Nähe? Nee, nicht wirklich.
Der greise Soldat wischte sich mit den schrundigen Fingern Hast du dir mal wirklich *schrundige Hände* angesehen? Das ist nicht einfach raue Haut/Hornhaut, da sind Risse drin, die sehr schmerzen
http://images.gesundheitsfrage.net/media/fragen-antworten/bilder/85915/0_big.jpg
über die Lippen. „Alex, mein Junge, ich kanns nicht erklären. Aber es hat sich etwas verändert.“ eine Andeutung, was?
Alexander hob die Brauen. Dann brach er in schallendes Gelächter aus. „Du hast Wahnvorstellungen, alter Mann!“
„Alt? Wer ist hier alt?“
„Etwas weniger Ale würde deinem Urteilsvermögen guttun“, grinste der Jüngere wie kann man einen Satz grinsen?und klopfte seinem Freund auf die Schulter.
„Pah!“ Ronald winkte ab. „Glaub was du willst. Ich weiß, was ich sehe.“ Ein schöner Dialog, doch wer sind die Personen, die sprechen? Wie treibt es die Szene voran? Wo ist der Bezug zur Zwangsheirat oder zu Iain/Emili? Da das alles nicht gegeben ist, würde sie bei mir entweder umgeschrieben werden oder rausfliegen


Zwei
Emilie stand hinter einer Fichte und sah auf die Lichtung. Sie hatte lange warten müssen, doch er war gekommen. Iain saß unter einer Eiche und war dabei, Haselruten anzuspitzen. hier kommen 3 Pflanzen ins Spiel. Fichte/Eiche/Haselstrauch, für mich in dieser Aufzählung zu viel. Du zeigst mir eine Fichte/eine Eiche auf einer Lichtung, wenn sie nicht gerade Winnetah ist, hat sie keine Chancen, sich anzuschleichen. Und warum *spitzt er Haselruten* an (Sinn/Zweck)?
Sie wollte sich anschleichen und ihn aus dem Hinterhalt überrumpeln, denn es bereitete ihr ein diebisches Vergnügen, ihn auf die Probe zu stellen. Und wenn es ihr gelang, sich unbemerkt anzupirschen, hätte sie genug Möglichkeiten, ihn damit aufzuziehen.
Iain musste gelegentlich mal einen Scherz verkraften können. Obwohl sie nur allzu gut wusste, dass er ihr gegenüber viel nachsichtiger war, als er es allen anderen zugestand. wer ist mit *allen anderen* gemeint?
Sie verabreden sich an einem Stammplatz, Iain sieht sie davonreiten (schließl. stand er auf dem Schlosshof und sie ritt durch das Burgtor - demnach muss sie ja an ihm vorbei) - und dann will sie ihn auf einer Lichtung übertölpeln? Sorry, da gehört nicht viel Grips an Iains Stelle dazu, um zu wissen, dass Emili irgendwo lauert, wenn sie nicht offen an der Eiche wartet.


„Dein Pferd steht zu nah“, murmelte er, ohne seine Arbeit zu unterbrechen.
Emilie stieß die Luft aus. Bis heute war es ihr nicht gelungen, an Iains Kriegsfähigkeiten auch nur den kleinsten Fehler zu entdecken. Sie gab ihr Versteck auf und schlenderte zu ihm hinüber. ich bin verwirrt. Wenn auf der Lichtung eine einigermaßen stattliche Eiche steht, muss die Lichtung schon einen gewissen Durchmesser haben. Gehe ich weiter davon aus, dass Emili irgendwo am Waldrand in einiger Entfernung steht, es nicht gerade totenstill ist (Vogelgezwitscher usw.) und dann hört und versteht sie, wenn er etwas murmelt?
„Mein Pferd hat deine Stute längst gewittert“, zwinkerte er ihr zu. „Die wachsam tanzenden Ohren würden jeden erfahrenen Krieger sofort alarmieren.“ Er ließ die Hand mit dem Messer auf dem Knie ruhen und sah sie an. „Wenn du unerkannt wenn sie *unerkannt* bleiben will, dann muss sie sich maskieren, wohl eher *unentdeckt* bleiben willst, dann nähere dich immer ohne dein Pferd *g* sie hat das Pferd mit sich geführt? Da schlagen wohl Papas Gene durch :lol: (bitte nicht böse sein, konnte ich mir nicht verkneifen).und nur gegen die Windrichtung. Ansonsten werden die Tiere des Feindes deinen Geruch *g* sie hält es wohl nicht so mit der Hygiene, oder? Warum ich mir das nicht verkneifen konnte: Sie führt ein Pferd mit und der Eigengeruch eines Pferdes, den sogar wir mit unseren untalentierten Riechorganen wahrnehmen, wird von ihrem Geruch überlagert und von den anderen Pferden wahrgenommen?aufnehmen, bevor du sie sehen kannst.“
Ihre Stute trabte auf die Wiese und gesellte sich zu Iains Tier. Hm, ich kenne es, dass Pferde schnauben/wiehern, wenn sie Artgenossen wittern, besonders, wenn sie das andere Pferd kennen. Wenn Iain dazu noch einen Hengst (gehört ja bei solchen Romanen dazu) reitet, der eine ihm vertraute Stute wittert, bleibt es erst recht nicht nur beim Ohrenspiel. Aufgeregtes Ohrenspiel kommt, wenn sich etwas nähert, dass sie nicht einordnen können. Dazu kommt, dass sie das Pferd nicht angebunden hat/festhält, wenn sie sich an jemanden heranpirschen will?


Emilie setzte sich unter dem dichten Blätterdach ins Gras und umschlang ihre Knie. Iain streckte sich neben ihr der Länge nach aus, die Arme hinter dem Kopf verschränkt. „Wie war euer Gespräch?“
„Nicht gut.“
„Du hast wieder abgelehnt?“
Sie nickte.
„In der ganzen Grafschaft wirst du keinen gestandenen Krieger finden, der es wagen würde, deinen Vater derart zu reizen“, brummte er. ??? absolut nichtssagender Dialog. Du bringst hier nichts, was ich nicht schon weiß. Gehe mal davon aus, dass Iain tatsächlich nur die Tochter seines Herrn, die kleine Schwester, die Freundin sieht - dann müsste er ihr doch zureden/schelten: Du wirst älter, du kannst nicht mehr so wählerisch sein. Oder: Wenn stellst du dir als Mann vor? Wer käme bei dir in die engere Wahl? Oder: Willst du dein Leben als Braut Christi beenden? Oder seine Erleichterung, dass er weiterhin die Freundin/Vertraute hat und gleichzeitig die Sorge, wie es weitergehen soll. etc. Oder wenn er in sie verliebt ist, dann spüre ich nichts von seiner Erleichterung, nichts von der Verzweiflung, warum er sie nicht heiraten kann und doch mit dem Schlimmsten rechnen muss (Zwangsheirat/Kloster). Das Ganze liest sich, als würden sie über das Mittagessen plaudern: Schmeckts? - Ja.- Fehlt wirklich nichts - Vllt. ein wenig Salz, aber nicht viel.
Ich danke allen, die meine Träume belächelt haben; Sie haben meine Phantasie beflügelt. ... Vor allem aber danke ich all jenen, die mich lieben, so wie ich bin; Sie geben mir die Kraft zum Leben! Danke. (Paul Coelho)
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Re: McPherson-Saga (2/20) Highlander-Roman

Beitragvon inmutanka » 19.11.2014, 08:44

Noch ein PS:

ist jetzt alles nur mein Gefühl, dass ich beim Lesen der beiden Teile hatte.

Du hast Bilder im Kopf (finde ich gut, geht mir auch so), aber du vergisst, deinen Leser diese Bilder zu zeigen. Bsp. im 1. Teil der Burg/Schloßsaal. Du beschreibst hohe Fenster und dass der Vater erhöht hinter einem Tisch sitzt. Dann erfahre ich: Halt, da ist ja auch noch die Mutter da. Aber mehr Infos gibst du mir nicht. Aber wie soll ich mir diesen Saal vorstellen. Ok, hohe Fenster - also ist er hell, Ein Tisch - da strauchle ich schon. Was für ein Tisch ist das? Grob gezimmert? Oder mit zierlichen, geschnitzten/gedrechselten Beinen? Wie ist die Tischplatte? Blank poliert? Oder eingeritzt wie die alten Schülertische (die ich noch hatte ;) ), in der sich Generationen verewigten? Was steht auf dem Tisch? Ist er leer? Oder liegen Papierrollen darauf? Oder sind die Eltern gerade beim Essen? Wie muss ich mir die Wände vorstellen? Aus Fels gehauene Steine? Mit Teppichen/Behängen davor? Oder sind sie verputzt und mit Tapete? Oder mit Holz verkleidet? Sind sie alleine im Saal? Stehen nirgends Bedienstete/Wachen herum?

Oder hier als Bsp. die Sache mit der Lichtung. Du zeigst mir eine Lichtung, eine Kiefer, eine Eiche und mehr nicht. Was ist mit dem Wald (Lichtung im Wald/Was für ein Wald? überwiegend Laubwald/undurchdringlicher Mischwald? Oder Kieferwald?)? Was ist mit der Lichtung selbst? Ist das Gras hoch, nieder? Gibt es viele Blumen/Insekten? Oder ist sie eher mit Wollgras etc. bewachsen? Lichtungen die nicht gepflegt werden, werden vom Wald wieder zurückerobert, sind mit Baumsämlingen und Büschen bewachsen. Es gibt Lichtungen, deren Ränder mit Brombeeren/Himbeeren und Büschen bewachsen sind. Andere selbst gehen direkt vom Wald/Bäumen in die Lichtung über. Wie soll ich mir die Eiche vorstellen? Eine Eiche von 30 Jahren sieht anders aus als eine von 300 Jahren. Oder Iain selbst. Ich weiß, dass er anscheinend (und wie immer üblichen bei solchen Romanen ;) ) größer ist als der Durchschnitt und kein Moppel ist. Aber wenn er so im Gras liegt, was hat er an? Rennt er ständig mit Rüstung herum? Mit dem Schottenrock? Trennt er sich nie von seinem Schwert? Oder zieht er lieber den Bogen vor?

Ich muss nicht wissen, ob er ein Pfefferfleck am linken Ar...backen hat, oder ob er rote oder blonde Haare hat (interessant wäre eventl. ob kurz oder lang, ob er es offen trägt oder so neckische Zöpfchen an den Schläfen hat), aber ich brauche sowohl von der Umgebung/Gegebenheiten deiner Story als auch von den Personen einige Hinweise, um Bilder entstehen zu lassen. Dabei müssen (und werden sie nicht) meine Bilder mit deinen übereinstimmen, aber Hinweise brauche ich. Stell dir vor, der Leser nimmt das Buch und sein Kopfkino ist eine weiße Fläche und jedes Teil, das du erwähnst und er liest, nimmt in diesem Kopfkino Gestalt an und wird von eigenen Erfahrungen/Vorlieben etc. mit einigen Pixel ergänzt.

Durch die mangelnden Beschreibungen erweckst du den Eindruck, du möchtest mit 7-Meilen-Stiefeln zu einer Lieblingsszene oder durch die Story hetzen, weil du schon die nächste Idee im Kopf hast und umsetzen willst. Zumind. ist es mir so ergangen: Ich hatte Lieblingsszenen, die ich episch auswalzte und die Szenen/Handlungen, die notwendig waren um dort hin zu gelangen, waren mehr minimalistisch anzusehen :D Falls du dich darin erkennst, dann lehn dich zurück, atme durch und beschreibe, beschreibe, beschreibe. Beim Überarbeiten kannst du alles streichen, was zu viel/überflüssig ist. Das ist wesentlich einfacher, als Beschreibungen dann irgendwann einzuflicken, weil Leser sagen: Sorry - da entsteht kein Bild.

Aber es kann ja sein, dass es nur mir so geht mit deinem Text. Dann vergiss alles.

LG
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Re: McPherson-Saga (2/20) Highlander-Roman

Beitragvon TanjaMerz » 21.11.2014, 17:25

Hallo ihr Lieben!

Vielen Dank für euren ausführlichen Beiträge!
Ich melde mich sobald ich kann!

Liebe Grüße :girl:
Tabja
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Re: McPherson-Saga (2/20) Highlander-Roman

Beitragvon TanjaMerz » 22.11.2014, 18:54

Hallo inmutanka!

Vielen Dank für deine scharfsinnigen Kommentare! :idea:
Ich bin begeistert! Und gleichzeit schockiert darüber, wie viele Ungereimtheiten mir durch die Lappen gehen.
Ich wünschte, ich könnte die Flecken von meiner metaphorischen Brille wischen um genauso scharf zu sehen wie du.

Nun meine Antworten:
irgendwie habe ich das Gefühl, außer poltern und stirnrunzeln haben die Personen keine andere Ausdrucksmöglichkeit.
Ja, ich sollte die Gemütszustände der Personen besser herausarbeiten. Am besten aktiv durch die Dialoge, so wie ich das verstanden habe, oder?

hier fehlt mir der Druck, warum er unbedingt die Tochter verheiraten will. Ich setze jetzt mal voraus: Tochter ist am Ende des heiratsfähigen Alters, wo sie noch eine gute Partie machen kann; sie ist selbstständig/eigensinnig; sie lebt in wirtschaftl. guten und unabhängigen Verhältnissen - der einzige Druck, den ich spüre ist, dass die Eltern vllt. Enkel wollen - und das ist mir für eine *unbedingte Vermählung auf Teufel komm raus* zu wenig.
Ich werde die Familiensituation ändern und Emilie ein paar Brüder und Schwestern dazudichten.
Damit bleibt die Möglichkeit offen, dass Duncans Wunsch zur Vermählung nur daher rührt, der Konvention zu entsprechen und Emilie schafft es leichter, eine Zwangsheirat hinauszuzögern.


„Wenn eine Frau sich so vehement sträubt, steckt oft ein Mann dahinter.” Wenn sie das weiß, wäre es doch logisch, dass sie sich - als Mutter - schon dahinter geklemmt und geforscht hätte, wer dieser Mann ist. Besonders, wenn sie, wie der Vater, unbedingt unter die Haube bringen will.
Ich wollte es so gestalten, dass sie erst durch die zweite Absage auf den Gedanken gekommen ist. Es kann ja durchaus sein, dass der erste Anwärter Emilie absolut nicht zugesagt hat. Das kann vorkommen. Aber jetzt, da der zweite auch abgewiesen wird, gerät sie ins Grübeln...

Besonders, da solch eine Burg/Schloss ein ganz eigener kleiner Kosmos ist, und im Prinzip - gerade die Herrschaft - nichts tun/lassen kann, was dem Personal nicht auffällt bzw. worüber sie sich nicht die Mäuler verreißen. Ich kenne das vom heutigen Dorfleben, obwohl es angenehm sein kann und auch einen gewissen Maß an Schutz und Hilfe bietet, weiß in Dörfer jeder alles über jeden und das noch über Generationen. Und was man selbst nicht mitbekommen hat, wird einem brühwarm hinterbracht. Wie soll das erst in einer abgelegenen Burg/Schloss zugehen, wo sich die Leute von Kindesbeinen an kennen? Und da willst du mir weismachen, die Eltern haben noch nichts beobachtet/Klatsch erfahren?

Da Iain Emilie seit ihrem vierten Lebensjahr (kommt später raus) "betreut", sprich: ihr das Reiten und allerlei andere Sachen beigebracht hat, und das auch noch auf Duncans Befehl hin, ist es für die Clansmitglieder normal, dass die beiden Zeit miteinander verbringen.
Es weiß auch jeder davon, dass Duncan ihr den Schwertkampf verboten hat. Dass sie das beste draus macht und sich dafür die Übungskämpfe der Männer ansieht, scheint mir plausibel.
Die andere Seite der Medaille bleibt geheim. Denn zum Trainieren gehen die beiden natürlich an einen abgelegenen Ort. Dass Iain Duncans Zorn fürchtet, falls er das spitz kriegt, steht in (3/20).


Er lachte rauh und schüttelte den Kopf. “Ich glaube nicht daran. Emilie interessiert sich nur für Männer, die sich auf dem Übungsplatz die Köpfe einschlagen. Ein heimlicher Geliebter ist ganz sicher nicht der Grund.” Häh? Genau das wäre für mich ein Indiz, dass sie sich für einen von ihnen besonders interessiert. Besonders Helle kommt der Vater für mich nicht rüber.
Siehe Kommentar oben.

s. o. für mich kommen ihre Ahnungen/Bedenken reichlich spät. Oder hat sie kein gutes Verhältnis zur Tochter? Ihr müsste doch auffallen, wenn ihre Tochter plötzlich ein neues Schmuckstück trägt, sie darauf ansprechen.
Ich würde hier im Text dann anmerken, dass sie das Medaillon von ihrer Mutter geschenkt bekommen hat. Deshalb denkt die sich nichts dazu. Es fällt der Mutter eben nur auf, dass sie bei gewissen Angelegenheiten danach greift, wie um sich selbst MUt zuzusprechen.

Wieder: Häh? Der Vater weiß, dass sie keine Zeit mit Cousinen verbringt und die Mutter nicht? Und wenn er weiß, dass sie viel Zeit mit seinem Vertrauten verbringt, warum hegt er keinen Verdacht, dass sie ihn liebt? Bestätigt meinen Vermutung von *nicht bes. helle*, wenn du mir nicht einen Grund zeigst, warum er es für völlig abwegig hält.
Wieder siehe oben. Duncan hat Iain damit beuftragt, seine Tochter in derlei Dingen wie Reiten zu unterrichen. Deshalb taucht der Gedanke nicht auf seinem Radar auf. Mag auch sein, dass er den lockeren, eher geschwisterlichen Umgang von Iain und Emilie wahrgenommen hat und es deshalb nicht in Erwägung zieht. Müsste ich nochmal im Text hervorheben...

- Logisch wäre für mich: Mutter äußert den Verdacht, dass es eventl. der Vertraute ist. Sie macht den Vater darauf aufmerksam, dass Emili ständig am Übungsplatz herumhängt, mit ihm zusammen ist, ihn mit den Blicken verfolgt etc., Vater kann es nicht glauben und überhaupt, keine standesgemäße Verbindung?, kein Geld? - oder sonstige Gründe, warum er gegen eine solche Verbindung wäre
Kann man tatsächlich den eher unromantischen Umgang der beiden miteinander erwähnen.

Sie wusste, Müßiggang war nichts für ihn. Woher?
Weil sie ihn kennt, seit sie auf der Welt ist. hmmm. Muss ich mir noch Gedanken drüber machen.

noch eine Frage: du beschreibst ihn zuvor 1. Teil als Krieger - und hier kommt *schwere körperliche Arbeit*. Klar, Langschwert schwingen kostet Kraft, Bogenschießen etc. auch, aber unter *schwerer körperlicher Arbeit* stelle ich mir Landarbeit vor, Holzhacken, Steinbruch etc. - passt nicht zu jemanden, der nur *Krieger* ist.
Hast recht. werde ich umformulieren.

Iain runzelte unter der grellen Mittagssonne die Stirn und die markanten Linien um seinen Mund traten noch deutlicher hervor. Das sieht sie alles aus der Entfernung? Donnerwetter! *runzelte unter der grellen Mittagssonne die Stirn * - runzelt er wegen der Sonne die Stirn oder über das, was der Händler ihm erzählt?
"Unter der grellen Mittagssonne." ich dachte, das ist klar, dass es das Licht ist.


Obwohl es in seinem Leben nicht oft Grund zum Lachen gegeben hatte, hier würde ich mir eine Andeutung wünschen, warumließen die verräterischen Strahlen in seinen Augenwinkeln erkennen, dass er ein fröhliches Gemüt besaß, wenn es denn jemand schaffte, ihn aufzuheitern. Was selten genug der Fall war. ??? Er hat ein *fröhliches Gemüt* und gelingt es nur *selten jemand, in aufzuheitern*? Hört sich nicht nach einem fröhlichen Menschen an.
Stimmt. Widerspruch.


„Der Blitz soll meinen schottischen Arsch treffen, wenn...“ Ronald kratzte sich den weißen Bart und starrte Iain hinterher.
„Wenn was?“ Alexander lehnte an einem Balken neben der Schmiede und folgte seinem Blick. Schlosshof? und dann ist die Schmiede in der Nähe? Nee, nicht wirklich.
Dann lehnt er an einem Balken der Stallungen. :wink:

Der greise Soldat wischte sich mit den schrundigen Fingern Hast du dir mal wirklich *schrundige Hände* angesehen? Das ist nicht einfach raue Haut/Hornhaut, da sind Risse drin, die sehr schmerzen
http://images.gesundheitsfrage.net/medi ... /0_big.jpg über die Lippen.
Dann sind es wohl besser "grobe" Hände.

„Alex, mein Junge, ich kanns nicht erklären. Aber es hat sich etwas verändert.“ eine Andeutung, was?
Ja, ist das verkehrt?

Ein schöner Dialog, doch wer sind die Personen, die sprechen? Wie treibt es die Szene voran? Wo ist der Bezug zur Zwangsheirat oder zu Iain/Emili? Da das alles nicht gegeben ist, würde sie bei mir entweder umgeschrieben werden oder rausfliegen
Ursprünglich hatte der Dialog mehr Info, war auch sehr viel länger.
Ich dachte mir, eine Grübelaufgabe kann dem Leser nicht schaden. Ok, ich denke, ich habe wie im Prolog auch, wieder zu wenig stehen lassen. Ich werde sehen, dass ich dem Dialog eine Berechtigung gebe, indem dort Informationen auftauchen, die für den weiteren Verlauf interessant sind.


hier kommen 3 Pflanzen ins Spiel. Fichte/Eiche/Haselstrauch, für mich in dieser Aufzählung zu viel. Du zeigst mir eine Fichte/eine Eiche auf einer Lichtung, wenn sie nicht gerade Winnetah ist, hat sie keine Chancen, sich anzuschleichen.
Da muss ich wohl das Bild, das in meinem Kopf steckt, besser rüberbringen:
Die Eiche steht relativ nah an der Grenze zum Wald. Also nicht im Zentrum der Lichtung.
Vielleicht zwei Meter entfernt.
Da um große Baume herum oft noch einige kleine "Regenerationszweige" aus dem Stamm sprießen, könnte sie sich schon ranschleichen. Besser gesagt "anpirschen." Mit schleichen meinte ich nicht, dass sie mit dem Bauch über den Boden robbt. :mrgreen:
Ok, Beschreibung der Lichtung, der "Lokalität" im Allgemeinen. Ich geb mein bestes.


Und warum *spitzt er Haselruten* an (Sinn/Zweck)?
Der Sinn und Zweck wird in (3/20) oder (4/20) erwähnt, wenn sie sie zum Geschicklichkeitstraining verwenden.


Iain musste gelegentlich mal einen Scherz verkraften können. Obwohl sie nur allzu gut wusste, dass er ihr gegenüber viel nachsichtiger war, als er es allen anderen zugestand. wer ist mit *allen anderen* gemeint?
alle anderen Clansmitglieder, die mit ihm Umgang pflegen...

Sie verabreden sich an einem Stammplatz, Iain sieht sie davonreiten (schließl. stand er auf dem Schlosshof und sie ritt durch das Burgtor - demnach muss sie ja an ihm vorbei) - und dann will sie ihn auf einer Lichtung übertölpeln? Sorry, da gehört nicht viel Grips an Iains Stelle dazu, um zu wissen, dass Emili irgendwo lauert, wenn sie nicht offen an der Eiche wartet.
Ja, sowas hatte ich schon befürchtet. Ich werd die Szene im Burghof umschreiben. Sie LÄSST SICH VON EINEM STALLBURSCHEN das Pferd satteln und in dr Zeit ist Iain schon vor ihr losgeritten.
Und um nochmals auf das Reiten zurück zukommen: ich weiß tatsächlich nicht, ob adelige Damen früher reiten durften, Ich kann mir aber vorstellen, dass sie es aus praktischen Gründen können sollten.
In allen anderen Schottlandromanen reiten sie ebenfalls. Sicher, das muss nix heißen.
Aber ich dachte, reiche Frauen hatten überhaupt die finanziellen Mittel, sich ein Pferd zu leisten. Da kann ich mir vorstellen, dass sie es auch reiten konnten...?


„Dein Pferd steht zu nah“, murmelte er, ohne seine Arbeit zu unterbrechen.
Emilie stieß die Luft aus. Bis heute war es ihr nicht gelungen, an Iains Kriegsfähigkeiten auch nur den kleinsten Fehler zu entdecken. Sie gab ihr Versteck auf und schlenderte zu ihm hinüber. ich bin verwirrt. Wenn auf der Lichtung eine einigermaßen stattliche Eiche steht, muss die Lichtung schon einen gewissen Durchmesser haben. Gehe ich weiter davon aus, dass Emili irgendwo am Waldrand in einiger Entfernung steht, es nicht gerade totenstill ist (Vogelgezwitscher usw.) und dann hört und versteht sie, wenn er etwas murmelt?
Wie gesagt, in meinem Kopf steht die Eiche recht nah am Rande der Lichtung.


„Mein Pferd hat deine Stute längst gewittert“, zwinkerte er ihr zu. „Die wachsam tanzenden Ohren würden jeden erfahrenen Krieger sofort alarmieren.“ Er ließ die Hand mit dem Messer auf dem Knie ruhen und sah sie an. „Wenn du unerkannt wenn sie *unerkannt* bleiben will, dann muss sie sich maskieren, wohl eher *unentdeckt* bleiben willst,
stimmt.

dann nähere dich immer ohne dein Pferd *g* sie hat das Pferd mit sich geführt? Da schlagen wohl Papas Gene durch :lol: (bitte nicht böse sein, konnte ich mir nicht verkneifen).
Ich werd es umschreiben. Sie bindet ihre Stute an einen Zweig, noch im Inneren des Waldes.

und nur gegen die Windrichtung. Ansonsten werden die Tiere des Feindes deinen Geruch *g* sie hält es wohl nicht so mit der Hygiene, oder?
Nun ich denke nicht, dass man als Mensch stinken muss, damit ein Tier einen aus der Entfernung riechen kann. Sicher riecht sein Hengst auch ihre Stute, aber ich glaube dass die sensiblen Ogane der Tiere auch anderen Nebengerüche herausfiltern können.

Warum ich mir das nicht verkneifen konnte: Sie führt ein Pferd mit und der Eigengeruch eines Pferdes, den sogar wir mit unseren untalentierten Riechorganen wahrnehmen, wird von ihrem Geruch überlagert und von den anderen Pferden wahrgenommen?aufnehmen, bevor du sie sehen kannst.“
Ihre Stute trabte auf die Wiese und gesellte sich zu Iains Tier. Hm, ich kenne es, dass Pferde schnauben/wiehern, wenn sie Artgenossen wittern, besonders, wenn sie das andere Pferd kennen. Wenn Iain dazu noch einen Hengst (gehört ja bei solchen Romanen dazu) reitet, der eine ihm vertraute Stute wittert, bleibt es erst recht nicht nur beim Ohrenspiel. Aufgeregtes Ohrenspiel kommt, wenn sich etwas nähert, dass sie nicht einordnen können.
Mit dem Ohrenspiel meinte ich, dass Pferde auch besser hören und ihre Schritte (im Gras oder wo auch immer) gehört hat, die Ohren bewegt hat, bevor ein Menschn so etwas hätte hören können.

absolut nichtssagender Dialog. Du bringst hier nichts, was ich nicht schon weiß. Gehe mal davon aus, dass Iain tatsächlich nur die Tochter seines Herrn, die kleine Schwester, die Freundin sieht - dann müsste er ihr doch zureden/schelten: Du wirst älter, du kannst nicht mehr so wählerisch sein. Oder: Wenn stellst du dir als Mann vor? Wer käme bei dir in die engere Wahl? Oder: Willst du dein Leben als Braut Christi beenden? Oder seine Erleichterung, dass er weiterhin die Freundin/Vertraute hat und gleichzeitig die Sorge, wie es weitergehen soll. etc. Oder wenn er in sie verliebt ist, dann spüre ich nichts von seiner Erleichterung, nichts von der Verzweiflung, warum er sie nicht heiraten kann und doch mit dem Schlimmsten rechnen muss (Zwangsheirat/Kloster).
Genau diese Sätze kommen dann in (3/20 gleich am Anfang des Textes).
Dort ärgert Emilie sich auch, dass er sein Statement abgibt (das könne sie nicht ewig so weitertreiben), was für ihren Geschmack zu trocken/emotionslos rüberkommt. Und dann ärgert sie sich darüber, dass an seinem Mienenspiel absolut nichts abzulesen ist. Weil er seine wahren Gefühle zu diesem Thema verschließt. (Für mich als Leser wäre da sofort klar, dass ihm das Thema mit der Heirat nicht gefällt.)


Das Ganze liest sich, als würden sie über das Mittagessen plaudern:
Ich wollte hier zeigen, dass die beiden einen typischen gemeinsamen Nachmittag miteinander verbringen und diesen dazu nutzen, sich über das aktuelle Thema Zwangsheirat ecetera usw. auszutauschen.
Und natürlich zu trainieren.
Diese Szene / Den Nachmittag hab ich dazu genutzt, Emilies Einstellung zu Iain nochmal deutlicher herauszuarbeiten.
Dazu noch ein ganz allgemeines Statement, weil du angemerkt hast, die Handlung pletschert nur vor sich hin:
In meiner Geschichte gibt es diesen Moment der “Liebe auf den ersten Blick” oder des “wie vom Donner gerührt-Seins” nicht, schließlich kennen sich die beiden Hauptfiguren schon seit ewigen Zeiten. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Menschen sich damals in diejenigen verliebt haben, die tagein tagaus vor ihrer Nase herumgehüpft sind und nicht wie in den meisten Romanen dargestellt, genau in das Clansoberhaupt/ die Lady, die man noch nie zuvor gesehen hat, die einem von Anfang an unsympathisch ist und auch noch ausgerechnet zu einem befeindeten Clan gehört. Ich denke, erlaubte und unerlaubte Verbindungen kamen realistisch gesehen zwischen den Menschen zustande, die ständigen Kontakt miteinander hatten. Besuch kam im Spätmittelalter immernoch recht selten vor, denn die Entfernungen waren weit, die Wege und Transportmöglichkeiten ließen zu wünschen übrig und Reisen im allgemeinen kosteten ein Heidengeld.
Was ich NICHT schreiben wollte, war eine erotikgeladene Action-Geschichte. Es lag mir am Herzen, das Leben der damaligen Zeit möglichst authentisch darzustellen und im 16. Jahrhundert hat man sich in Friedenszeiten eben tödlich gelangweilt (zumindest als Adeliger. Die Armen mussten ja von Sonnenauf- bis Sonnennuntergang schuften).
Ich werde versuchen, knackiger und kompakter zu formulieren. Ich kann mir vorstellen, dass Plot einigen zu ereignisarm ist. Diese Problematik muss ich anders angehen...


Vielen Dank nochmal für die Beiträge!
Ich mach mich mal an die Verbesserungen.

Liebe Grüße
Tanja :girl:
TanjaMerz
 
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Re: McPherson-Saga (2/20) Highlander-Roman

Beitragvon inmutanka » 22.11.2014, 20:58

Hallo Tanja,

freut mich, wenn es dir weiterhilft.

Nun meine Antworten:
irgendwie habe ich das Gefühl, außer poltern und stirnrunzeln haben die Personen keine andere Ausdrucksmöglichkeit.
Ja, ich sollte die Gemütszustände der Personen besser herausarbeiten. Am besten aktiv durch die Dialoge, so wie ich das verstanden habe, oder?


Nicht nur durch Dialoge. Beobachte die Leute, was für Angewohnheiten sie haben. Die Ausdrucksmöglichkeiten sind vielfältig. Ich werde z. B. immer freundlicher und süßer und leiser mit der Stimme, je angesäuerter ich bin. Jemand in meinem Bekanntenkreis bekommt ein Augenzucken usw., andere *reden* immer mit den Händen (s. Italiener), wenn sie erregt sind, Wichtigkeiten im Gesagten unterstreichen wollen. usw.

hier fehlt mir der Druck, warum er unbedingt die Tochter verheiraten will. Ich setze jetzt mal voraus: Tochter ist am Ende des heiratsfähigen Alters, wo sie noch eine gute Partie machen kann; sie ist selbstständig/eigensinnig; sie lebt in wirtschaftl. guten und unabhängigen Verhältnissen - der einzige Druck, den ich spüre ist, dass die Eltern vllt. Enkel wollen - und das ist mir für eine *unbedingte Vermählung auf Teufel komm raus* zu wenig.
Ich werde die Familiensituation ändern und Emilie ein paar Brüder und Schwestern dazudichten.Damit bleibt die Möglichkeit offen, dass Duncans Wunsch zur Vermählung nur daher rührt, der Konvention zu entsprechen und Emilie schafft es leichter, eine Zwangsheirat hinauszuzögern.


ja und? Wo bleibt der Druck? Was hängt von einer Hochzeit/keiner Hochzeit für Duncan ab? Was riskiert er, wenn er sie nicht verheiratet, außer dass er vllt. bis zum Ende seiner Tage eine alte Jungfer durchfüttern muss?

Warum willst du es Emilie leichter machen? Sie muss ebenfalls etwas riskieren mit der Ablehnung, für sich persönlich/für den Clan.

Wenn ich an ihrer Stelle denken würde: Na ja, der Alte poltert und droht, aber passieren wird nichts. Ist das etwas ganz anderes, als wenn er sagen würde: Beim nächsten Kandidaten sind die Nonnen vom Kloster XY (mit besonders strengen/rigorosen Ruf) da. Lehnst du den Mann erneut ab, nehmen dich die Nonnen gleich mit. Und ich weiß, dass er es durchzieht. Oder: Wenn die Familie sich in einer Zwangslage befindet. Tochter muss reich verheiratet werden, weil die Familie sonst ihre Steuerschuld nicht zahlen kann, gleichzeitig liebt sie einen armen Schlucker. Oder der Sohn eines Ranghöheren will sie ehelichen und wenn sie ablehnt, brandschatzt er die Burg. Dann ist sie für den Tod vieler Menschen/Elend der Eltern verantwortlich, aber ihr Herz sagt Nein, ich will Iain. Bring Emilie in ein schier auswegsloses (Gefühls-)Dilemma, lass für die Familie die/eine Heirat überlebenswichtig werden.

„Wenn eine Frau sich so vehement sträubt, steckt oft ein Mann dahinter.” Wenn sie das weiß, wäre es doch logisch, dass sie sich - als Mutter - schon dahinter geklemmt und geforscht hätte, wer dieser Mann ist. Besonders, wenn sie, wie der Vater, unbedingt unter die Haube bringen will.
[b]Ich wollte es so gestalten, dass sie erst durch die zweite Absage auf den Gedanken gekommen ist. Es kann ja durchaus sein, dass der erste Anwärter Emilie absolut nicht zugesagt hat. Das kann vorkommen. Aber jetzt, da der zweite auch abgewiesen wird, gerät sie ins Grübeln...


Hm, ich habe ein gutes Verhältnis zu meiner Tochter. Entweder würde sie mir von ihrer Liebe/Schwärmerei erzählen oder ich würde merken, dass sie verliebt ist. Auch meine Mutter hat es bei mir immer bemerkt/gewusst. Wenn sie also ein gutes Verhältnis hat, müsste sie es mitbekommen und nicht erst bei Ablehnung der Kandidaten ins Grübeln kommen.

Besonders, da solch eine Burg/Schloss ein ganz eigener kleiner Kosmos ist, und im Prinzip - gerade die Herrschaft - nichts tun/lassen kann, was dem Personal nicht auffällt bzw. worüber sie sich nicht die Mäuler verreißen. Ich kenne das vom heutigen Dorfleben, obwohl es angenehm sein kann und auch einen gewissen Maß an Schutz und Hilfe bietet, weiß in Dörfer jeder alles über jeden und das noch über Generationen. Und was man selbst nicht mitbekommen hat, wird einem brühwarm hinterbracht. Wie soll das erst in einer abgelegenen Burg/Schloss zugehen, wo sich die Leute von Kindesbeinen an kennen? Und da willst du mir weismachen, die Eltern haben noch nichts beobachtet/Klatsch erfahren?

Da Iain Emilie seit ihrem vierten Lebensjahr (kommt später raus) "betreut", sprich: ihr das Reiten und allerlei andere Sachen beigebracht hat, und das auch noch auf Duncans Befehl hin, ist es für die Clansmitglieder normal, dass die beiden Zeit miteinander verbringen.
Es weiß auch jeder davon, dass Duncan ihr den Schwertkampf verboten hat. Dass sie das beste draus macht und sich dafür die Übungskämpfe der Männer ansieht, scheint mir plausibel.
Die andere Seite der Medaille bleibt geheim. Denn zum Trainieren gehen die beiden natürlich an einen abgelegenen Ort. Dass Iain Duncans Zorn fürchtet, falls er das spitz kriegt, steht in (3/20).


Sorry, ICH nehme dir das nicht ab. Viele Augen entdecken die minimalsten Veränderungen. Und dass sich nicht vllt. der eine oder andere Junge oder eine verliebte Magd mal an die Fersen seines/ihres *Schwarms* Iain hängt, oder über so viele Jahre die geheimen Übungen *geheim* bleiben, wage ich auch zu bezweifeln. So weit/abgelegen können sie sich nicht von der Burg entfernen. Dazu kommen noch die Bauern etc., die in der Umgebung der Burg leben. Auch da wird der eine oder andere mal was mitbekommen/beobachten und dann gibt es Klatsch ... Du kannst mir verkaufen, dass an einem Mann (Vater) vllt. vieles vorbeirauscht was *Weiberkram* ist, aber nicht an der Mutter/Burgherrin.

Wieder: Häh? Der Vater weiß, dass sie keine Zeit mit Cousinen verbringt und die Mutter nicht? Und wenn er weiß, dass sie viel Zeit mit seinem Vertrauten verbringt, warum hegt er keinen Verdacht, dass sie ihn liebt? Bestätigt meinen Vermutung von *nicht bes. helle*, wenn du mir nicht einen Grund zeigst, warum er es für völlig abwegig hält.
Wieder siehe oben. Duncan hat Iain damit beuftragt, seine Tochter in derlei Dingen wie Reiten zu unterrichen. Deshalb taucht der Gedanke nicht auf seinem Radar auf. Mag auch sein, dass er den lockeren, eher geschwisterlichen Umgang von Iain und Emilie wahrgenommen hat und es deshalb nicht in Erwägung zieht. Müsste ich nochmal im Text hervorheben...

- Logisch wäre für mich: Mutter äußert den Verdacht, dass es eventl. der Vertraute ist. Sie macht den Vater darauf aufmerksam, dass Emili ständig am Übungsplatz herumhängt, mit ihm zusammen ist, ihn mit den Blicken verfolgt etc., Vater kann es nicht glauben und überhaupt, keine standesgemäße Verbindung?, kein Geld? - oder sonstige Gründe, warum er gegen eine solche Verbindung wäre
Kann man tatsächlich den eher unromantischen Umgang der beiden miteinander erwähnen.


Wie gesagt: dass Duncan es vllt. nicht auf dem Radar hat, würde ich noch abnehmen. ( a la: Es kann nicht sein, was nicht sein darf). Aber eine Mutter - und das noch zu einer Zeit/in einer Gesellschaft, wo die Jungfäulichkeit der Tochter hohen Wert hat - wird sie ihre Tochter mit Argusaugen beobachten, wenn sie in das Alter kommt, wo sie sich für Männer interessiert/für Männer interessant wird.

Außerdem kannst du wieder Konflikte/Schwierigkeiten einbauen. Mutter äußert den Verdacht, dass es eventl. Iain ist, für Vater ist das Humbug. Sein Iain doch nicht. Er ist ein fähiger Krieger, aber doch nicht standesgemäß etc. Aber der Samen des MIsstrauens ist eingepflanzt. Ducan beobachtet die beiden schärfer, lässt hier und da eine Anspielung fallen (a la: wenn jemand von meinem Hof Emilie den Kopf verdreht hat, lasse ich ihn pfählen. Egal, wer es ist - und dabei starrt er Iain an.) Lass deine Charaktere schwitzen/Angst haben/in tiefe Krisen stürzen, lügen und betrügen, Gewissenskonflikte ausgesetzt sein usw.

Sie wusste, Müßiggang war nichts für ihn. Woher?
Weil sie ihn kennt, seit sie auf der Welt ist. hmmm. Muss ich mir noch Gedanken drüber machen.


Ok, sie kennt ihn, der Leser (noch) nicht.


I
ain runzelte unter der grellen Mittagssonne die Stirn und die markanten Linien um seinen Mund traten noch deutlicher hervor. Das sieht sie alles aus der Entfernung? Donnerwetter! *runzelte unter der grellen Mittagssonne die Stirn * - runzelt er wegen der Sonne die Stirn oder über das, was der Händler ihm erzählt?
"Unter der grellen Mittagssonne." ich dachte, das ist klar, dass es das Licht ist.


Runzelst du die Stirn im grellen Licht? ich blinzle, petze die Augenlider zusammen, beschatte die Augen mit der Hand etc. Stirnrunzeln kommt (bei mir) eher, wenn ich grüble oder mich über eine Äußerung mopse.

„Der Blitz soll meinen schottischen Arsch treffen, wenn...“ Ronald kratzte sich den weißen Bart und starrte Iain hinterher.
„Wenn was?“ Alexander lehnte an einem Balken neben der Schmiede und folgte seinem Blick. Schlosshof? und dann ist die Schmiede in der Nähe? Nee, nicht wirklich.
Dann lehnt er an einem Balken der Stallungen. :wink:


*g* seh dir mal die Pläne von Schloss-/Burganlagen an. Stallungen und Schmieden waren immer in unmittelbarer Nähe zueinander, aber weit/weiter (besond. bei den Schlössern) von den herrschaftl. Teil entfernt. Schließlich fabrizieren Viecher Mist und auch wenn es zu dieser Zeit nicht besonders reinlich zuging, Misthaufen in der Nähe der Herrschaft war ein No Go, und dass die Stalljungen einen halben Tag unterwegs waren, um den Mist kilometer(Ironie)weit wegzukarren, ebenfalls.

„Alex, mein Junge, ich kanns nicht erklären. Aber es hat sich etwas verändert.“ eine Andeutung, was?
Ja, ist das verkehrt?


Was heißt verkehrt? Ich hätte gerne eine Andeutung. Stell dir vor, du bist in einer Partnerschaft. irgendwann stellst du fest, etwas hat sich verändert. Dann fängst du an zu grübeln und zu beobachten. Du stellst Vergleiche zwischen früher und jetzt an: Dein Partner verbringt auf einmal mind. 1 Std. im Bad, bevor er aus dem Haus geht. Trägt seit Jahr und Tag immer den selben Schnitt und kommt nun mit einer ganz neuen Frisur heim. Wechselt das Rasierwasser, latschte früher immer in ausgetretenen Turnschlappen rum, trägt seit neuestem ital. Slipper usw.
So auch hier, was ich vllt. schreiben würde:
- „Alex, mein Junge, ich kanns nicht erklären. Aber es hat sich etwas verändert.“
- Ach was, du siehst Mäuse Raggae tanzen.
- Nein, nein, da ist etwas anders bei Iain. Letztens hat er sich die Fingernägel geputzt und die Hände mit Wasser und Seife abgeschrubbt. Hast du so etwas schon mal bei ihm gesehen? Und letztens hat er sich Pickel auf der Nase ausgedrückt. Nein, nein - da ist was im Busch.

OK, nicht ganz ernst der Dialog - aber vllt. wird klar, was ich meine.

Ein schöner Dialog, doch wer sind die Personen, die sprechen? Wie treibt es die Szene voran? Wo ist der Bezug zur Zwangsheirat oder zu Iain/Emili? Da das alles nicht gegeben ist, würde sie bei mir entweder umgeschrieben werden oder rausfliegen
Ursprünglich hatte der Dialog mehr Info, war auch sehr viel länger.
Ich dachte mir, eine Grübelaufgabe kann dem Leser nicht schaden. Ok, ich denke, ich habe wie im Prolog auch, wieder zu wenig stehen lassen. Ich werde sehen, dass ich dem Dialog eine Berechtigung gebe, indem dort Informationen auftauchen, die für den weiteren Verlauf interessant sind.


Persönl. mag ich solche Mini-Zwischenszenen nicht, bes. wenn die Figuren zuvor nicht eingeführt wurden. Sie reißen mich raus. Aber das sehe ich als Geschmackssache an.

hier kommen 3 Pflanzen ins Spiel. Fichte/Eiche/Haselstrauch, für mich in dieser Aufzählung zu viel. Du zeigst mir eine Fichte/eine Eiche auf einer Lichtung, wenn sie nicht gerade Winnetah ist, hat sie keine Chancen, sich anzuschleichen.
Da muss ich wohl das Bild, das in meinem Kopf steckt, besser rüberbringen:
Die Eiche steht relativ nah an der Grenze zum Wald. Also nicht im Zentrum der Lichtung.
Vielleicht zwei Meter entfernt.
Da um große Baume herum oft noch einige kleine "Regenerationszweige" aus dem Stamm sprießen, könnte sie sich schon ranschleichen. Besser gesagt "anpirschen." Mit schleichen meinte ich nicht, dass sie mit dem Bauch über den Boden robbt. :mrgreen:


Eichen sind Lichtbäume. Um groß und ausladend zu werden, benötigen sie Einzelstatus. Fichten sind Halbschattengewächse. Jetzt möchte ich dir noch etwas zu bedenken geben: Schau dir die Frauenkleider/mode im 14.-15. Jhdt. an. Glaubst du wirklich, eine Frau kann sich damit durch den Wald an jemanden anpirschen? Und ehrlich, du willst mir verkaufen, dass Emilie zuerst zum Treffpunkt kommt, Iain danach - und dann will sie *unbemerkt* bleiben, und das ganze auf 2 m Distanz?


Und warum *spitzt er Haselruten* an (Sinn/Zweck)?
[b]Der Sinn und Zweck wird in (3/20) oder (4/20) erwähnt, wenn sie sie zum Geschicklichkeitstraining verwenden.



Dann solltest du hier schon etwas in der Art erwähnen, Bsp. Sie sah, wie Iain Haselruten für das Ringelpietzspiel anspitzte.

Iain musste gelegentlich mal einen Scherz verkraften können. wer ist mit *allen anderen* gemeint?
alle anderen Clansmitglieder, die mit ihm Umgang pflegen...


Dann schreibe es, noch besser: Obwohl sie nur allzu gut wusste, dass er ihr gegenüber viel nachsichtiger war, als er es allen anderen Menschen in seiner Umgebung zugestand. Nur zu gut erinnerte sie sich, wie Iain seinem Trainingspartner Sean mit dem Holzschwert einen harten Hieb auf den Oberschenkel verpasste. Zum wiederholten Male hatte Iain ihn auf eine Fehlhaltung hingewiesen und zuletzt zahlte Sean den Preis seiner Unaufmerksamkeit mit 10 Tagen hinken.

Geht besser, nur so als Anregung.


Und um nochmals auf das Reiten zurück zukommen: ich weiß tatsächlich nicht, ob adelige Damen früher reiten durften, Ich kann mir aber vorstellen, dass sie es aus praktischen Gründen können sollten.
In allen anderen Schottlandromanen reiten sie ebenfalls. Sicher, das muss nix heißen.
Aber ich dachte, reiche Frauen hatten überhaupt die finanziellen Mittel, sich ein Pferd zu leisten. Da kann ich mir vorstellen, dass sie es auch reiten konnten...?[/b]


Tja, da musst du dich entscheiden. Historisch korrekt und - wenn sie trotzdem reiten soll/muss eine gute Erklärung finden (z. B. Vatern wünschte sich unbedingt einen Sohn und bekam nur Töchter, und Emilie, als wildeste Tochter, wurde von ihm - zum Leidwesen der Mutter, Gespött der anderen Frauen auf dem Hof etc. mehr als Sohn erzogen. Womit du auch wieder einen Konflikt hättest: Welcher Mann will eine Frau heiraten, die sich mehr als Mann aufführt? Und jetzt muss er sie (aus welchen Gründen auch immer, s. o.) verheiraten und wg. ihrem Verhalten fragen nur wenige Freier. Vllt. macht ihm auch die Frau Vorwürfe: Siehste, das haste nun davon. Nicht nur eine dickköpfige Tochter sondern auch keine adäquate Kandidaten, aber du musstest sie unbedingt wie ein Mann erziehen ...

„Dein Pferd steht zu nah“, murmelte er, ohne seine Arbeit zu unterbrechen.
Emilie stieß die Luft aus. Bis heute war es ihr nicht gelungen, an Iains Kriegsfähigkeiten auch nur den kleinsten Fehler zu entdecken. Sie gab ihr Versteck auf und schlenderte zu ihm hinüber. ich bin verwirrt. Wenn auf der Lichtung eine einigermaßen stattliche Eiche steht, muss die Lichtung schon einen gewissen Durchmesser haben. Gehe ich weiter davon aus, dass Emili irgendwo am Waldrand in einiger Entfernung steht, es nicht gerade totenstill ist (Vogelgezwitscher usw.) und dann hört und versteht sie, wenn er etwas murmelt?
Wie gesagt, in meinem Kopf steht die Eiche recht nah am Rande der Lichtung.


Probier es einfach aus, wie nahe du bei jemanden im Wald stehen musst, um ihn noch *murmeln* zu hören.

Ihre Stute trabte auf die Wiese und gesellte sich zu Iains Tier. Hm, ich kenne es, dass Pferde schnauben/wiehern, wenn sie Artgenossen wittern, besonders, wenn sie das andere Pferd kennen. Wenn Iain dazu noch einen Hengst (gehört ja bei solchen Romanen dazu) reitet, der eine ihm vertraute Stute wittert, bleibt es erst recht nicht nur beim Ohrenspiel. Aufgeregtes Ohrenspiel kommt, wenn sich etwas nähert, dass sie nicht einordnen können.
Mit dem Ohrenspiel meinte ich, dass Pferde auch besser hören und ihre Schritte (im Gras oder wo auch immer) gehört hat, die Ohren bewegt hat, bevor ein Menschn so etwas hätte hören können.

absolut nichtssagender Dialog. Du bringst hier nichts, was ich nicht schon weiß. Gehe mal davon aus, dass Iain tatsächlich nur die Tochter seines Herrn, die kleine Schwester, die Freundin sieht - dann müsste er ihr doch zureden/schelten: Du wirst älter, du kannst nicht mehr so wählerisch sein. Oder: Wenn stellst du dir als Mann vor? Wer käme bei dir in die engere Wahl? Oder: Willst du dein Leben als Braut Christi beenden? Oder seine Erleichterung, dass er weiterhin die Freundin/Vertraute hat und gleichzeitig die Sorge, wie es weitergehen soll. etc. Oder wenn er in sie verliebt ist, dann spüre ich nichts von seiner Erleichterung, nichts von der Verzweiflung, warum er sie nicht heiraten kann und doch mit dem Schlimmsten rechnen muss (Zwangsheirat/Kloster).
Genau diese Sätze kommen dann in (3/20 gleich am Anfang des Textes).

Dort ärgert Emilie sich auch, dass er sein Statement abgibt (das könne sie nicht ewig so weitertreiben), was für ihren Geschmack zu trocken/emotionslos rüberkommt. Und dann ärgert sie sich darüber, dass an seinem Mienenspiel absolut nichts abzulesen ist. Weil er seine wahren Gefühle zu diesem Thema verschließt. (Für mich als Leser wäre da sofort klar, dass ihm das Thema mit der Heirat nicht gefällt.)


warum erst da und nicht schon hier?

Das Ganze liest sich, als würden sie über das Mittagessen plaudern:
Ich wollte hier zeigen, dass die beiden einen typischen gemeinsamen Nachmittag miteinander verbringen und diesen dazu nutzen, sich über das aktuelle Thema Zwangsheirat ecetera usw. auszutauschen.
Und natürlich zu trainieren.


Willst du über das *Typische* lesen oder über das *Untypische*? Interessiert es dich, wenn jemand jeden morgen aufsteht, ins Bad marschiert auf die Toilette geht, anschließend sich das Gesicht wäscht etc. Oder ist es interessanter zu lesen: Springt aus dem Bett, Läufer rutscht weg, sitzt auf der Toilette mit Durchfall und hat kein Papier, wäscht sich das Gesicht mit Enthaarungscreme und erwischt die Tube mit Sekundenkleber als Zahnpasta.

Diese Szene / Den Nachmittag hab ich dazu genutzt, Emilies Einstellung zu Iain nochmal deutlicher herauszuarbeiten.


Sorry, für mich hast du das nicht. Wie wäre es, wenn sie ihn zärtl. berührt, er wehrt brüsk ab/macht sie lächerlich, sie sehnt sich nach ihm, zweifelt an seine Gefühle, versucht sich zu beschwichtigen (er muss so reagieren, weil ...) etc.

Dazu noch ein ganz allgemeines Statement, weil du angemerkt hast, die Handlung pletschert nur vor sich hin:
In meiner Geschichte gibt es diesen Moment der “Liebe auf den ersten Blick” oder des “wie vom Donner gerührt-Seins” nicht, muss es auch nicht, um spannend/interessant zu sein. Aber es muss mehr geschehen/mehr Konflikte kommen.Du musst dem Leser von Anfang an zeigen: Beide lieben sich, aber aus den und den und den Gründen sehen sie keine Möglichkeit, zusammen zu kommen. Dann will der Leser wissen: Schaffen sie es? Wie schaffen sie es? Wie meistern sie die aussichtslose Lage? Übertrieben gesagt: Für jede deiner Figuren muss mit der Durchsetzung seiner Wünsche/Ziele die Existenz auf dem Spiel stehen. Je wichtiger die Figur in deiner Story ist, umso mehr muss für ihn auf dem Spiel stehen, umso größer die im Weg stehenden Schwierigkeiten und umso tiefer der Fall bei einem möglichen Scheitern sein. Für die Nebenfigur Küchenmagd liegt das Gelingen der Suppe nur zwischen einem Lob der Herrschaft oder - falls ungenießbar - oder einer Tracht Prügel. Für Emilie muss mit der Ablehnung des Freiers ebenso einiges auf dem Spiel stehen wie für den Vater, der sie unbedingt verheiraten will. Für Iain muss einiges auf dem Spiel stehen. Wie groß ist sein Verlangen/sein Wunsch, mit Emilie zusammen zu sein. Was ist er bereit zu riskieren, um das Ziel zu erreichen? Was droht ihm, wenn er scheitert (außer dem Verlust von Emilie)?
...
Es lag mir am Herzen, das Leben der damaligen Zeit möglichst authentisch darzustellen und im 16. Jahrhundert hat man sich in Friedenszeiten eben tödlich gelangweilt (zumindest als Adeliger. Die Armen mussten ja von Sonnenauf- bis Sonnennuntergang schuften).
Für einen Autor gibt es nur eine Todsünde: den Leser zu langweilen. Willst du tatsächlich über das täglich langweilige Leben von Menschen lesen? Oder eben das besondere Ereignis herauspicken, das aus dem Alltagstrott herausragt?


Ich werde versuchen, knackiger und kompakter zu formulieren. Ich kann mir vorstellen, dass Plot einigen zu ereignisarm ist. Diese Problematik muss ich anders angehen ...

auch wenn ich mich wiederhole und es dir wahrscheinlich zum Hals heraushängt: Konflikte! Für jeden muss mit jeder Entscheidung etwas auf dem Spiel stehen und daher daran interessiert sein, sein Ziel unbedingt zu erreichen. Schon hast du *Leben* im Roman.



Wie gesagt, ich will dir deinen Roman nicht madig machen. Für andere scheint es zu funktionieren und dann ist es ja auch gut. Ich kann dir nur sagen, warum etwas bei mir nicht funktioniert.

LG
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Re: McPherson-Saga (2/20) Highlander-Roman

Beitragvon TanjaMerz » 22.11.2014, 22:14

Hallo, inmutanka!

Vielen Dank für dein feedback!
Mir ist klar, dass Konflikte Leben in die Handlung bringen.
Allerdings ist ein Schottlandroman meiner Ansicht nach IMMER ein Kompromiss zwischen Authentizität und Dichtung.
Wenn man jeden Schottlandroman hernehmen und ihn auf knallharte Logik durchleuchten würde, kämen recht viele Unstimmigkeiten zutage.
Ein zu hundert Prozent realistischer Schottlandroman würde glaube ich, so aussehen:
Vater sagt: Du heiratest!
Tochter sagt: Nein, niemals!
Er donnert ihr eine, dass sie zu Boden geht.
Er schreit: und jetzt geh mir aus den Augen! Bis dein Bräutigam zur Stelle ist, siehst du wieder wie ein Mensch aus!
Sie heiratet eine alten Sack, dem sie sich entweder unwillig hingibt oder sich wehrt und vergewaltigt wird.
Ende.

Das ist vielleicht auch der Grund, warum alle bisherigen Autoren sich einen Plot ausgedacht haben, in dem nur adelige Menschen mit anderen adeligen Menschen zusammenkommen oder der Highlander in die Zukunft reist, in der absolut alles möglich ist.
Weil es, wie es aussieht, kaum funktionieren kann, dass eine Lady es schafft, einen einfachen Mann zu ergattern, weil sie nur ihn liebt.
Würde sie sich dem Stallburschen hingeben, würde ihr Mann sie abstechen und den Stallburschen vierteilen.
Je schlimmer der Konflikt ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, eine Lösung dafür zu finden.

Ich komme langsam auf den Trichter, dass es entweder gar kein Roman wird oder ein Schottlandroman, bei dem die Protagonistin zwar ihren Herzallerliebsten bekommt, das Happy End aber in Armut /Verbannung endet. :XD:


Die Plotfrage bleibt bestehen...

Gruß
Tanja
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Re: McPherson-Saga (2/20) Highlander-Roman

Beitragvon inmutanka » 22.11.2014, 23:19

Hallo Tanja,

ich denke, es gab zu jeder Zeit in jedem Land Menschen, die sich gegen das *Übliche* auflehnten/abhebten. Und über diese (wenn auch nur fiktive) Menschen sollten wir schreiben. Heiraten unter dem Stand gab es durchaus, allerdings verlor eine Adlige ihren Adelsstand.

Und ja, eben diese Unlogiken - Logik ist eben ein Zug von mir - vermiesen mir viele Romane.
Na ja, klar war früher (und auch heute in vielen Ländern/Gesellschaftsschichten) es üblich, dass man in seine Schicht heiratet. Bedingt auch dadurch, dass man sich eben untereinander kannte. Eine Burglady wird den Adel kennen, mit dem sie verkehrt und ihre engsten Bediensteten. Aber den letzten Leibeigenen am Rande ihrer Güter garantiert nicht mehr. Dazu kommt, dass die Damen früher auch an sehr kurzer *Leine* gehalten wurden. Sowohl die Ehefrauen als auch die Töchter.

Sie heiratet eine alten Sack, dem sie sich entweder unwillig hingibt oder sich wehrt und vergewaltigt wird.


Nicht unbedingt. Es gab auch solche geschlossenen Ehen, die glücklich wurden oder wo die Frauen die Macht übernahmen und sich nicht mehr aus den Händen nehmen ließen. Andere Frauen änderten ihr Schicksal - Katharina, die Große - fällt mir ein, weitere interessante Frauen findest du hier:

http://www.kaiserin.de/

Vllt. ist ja die eine oder andere Inspiration dabei.

Je schlimmer der Konflikt ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, eine Lösung dafür zu finden.


*Lach* und das ist eben unsere Kunst. Jemand sagte mal: Wenn du es schaffst deinen Helden aus folgender Situation heil herauszuschreiben, dann bist du gut:

vor dem Helden ist ein Fluß voller hungriger Krokodile, von hinten kommt ein LKW voll mit Killer, rechts ist ein Rudel hungriger Löwen und links ein wütender Stamm Kannibalen.

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Ich komme langsam auf den Trichter, dass es entweder gar kein Roman wird oder ein Schottlandroman, bei dem die Protagonistin zwar ihren Herzallerliebsten bekommt, das Happy End aber in Armut /Verbannung endet.


Auch ein tragischer Roman kann interessant sein, s. Anna Karenina. Viel Spaß beim Schreiben - vllt. mit einer Packung Taschentücher neben dem PC :cry:

LG
Inmutanka
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Re: McPherson-Saga (2/20) Highlander-Roman

Beitragvon TanjaMerz » 23.11.2014, 15:49

Hallo, inmutanka!

Danke für Fußtritt 1, 2, 3 und 4!
Wenn man die erste Enttäuschung, Frustration und Eitelkeit überwunden hat und seine grauen Zellen anschmeißt, kommt man recht schnell auf eine Lösung.

Mir ist mittlerweile eingefallen, wie Emilie und Iain zusammenkommen und -bleiben können, OHNE ihr restliches Daseinals als Vertriebene und arme Schlucker fristen zu müssen.
Das alles zu erklären würde hier aber den Rahmen sprengen.

Ganz generell werde ich aber immer nach einem glücklichen Ende suchen.
Ich hab mich nunmal auf dieses Genre eingeschossen und finde es toll.

Ich wünsche einen schönen Sonntag!

Tanja
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