Mehr Kausalität !

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Mehr Kausalität !

Beitragvon Chrysantheme » 21.07.2014, 18:00

:ugeek:

Hallo, ich habe mal wieder ein gar nicht so kompliziertes Problem und erhoffe mir Anregungen oder zumindest Mitgefühl *schnief*
Ich schreibe gerade an einem Megaprojekt, das aus vier völlig unterschiedlichen Welten besteht. Jede Welt mit eigenen Personen und eigener Handlung.
Die Themen:
-Fantasy- Steinzeit
-Sci-Fi Planetenkolonisierung,
-Sci-Fi Universum allgemein mit Unterzweig eine Geschichte im Mittelalter-Fantasy bereich
-Sci-Fi Erforschung eines Paralleluniversums

Die Geschichten sind recht flexibel, würde ich sagen. Ich habe eine grobe Richtung und verlasse mich auf spontane Einfälle, was darin passieren soll. (kommen echt geniale Wendungen bei raus!) :D

Für jeden der Punkte habe ich auch ein eigenes Buch, es könnten also parallele Handlungen sein, die nebeneinander herplätschern. Sollen sie aber nicht! Es sind einzelne Geschichten einer großen Ganzen, die in mehreren 10 000 – Millionen Jahren oder Kilometern Abstand voneinander stattfinden. So weit noch kein Problem, es ist leichter als ich dachte.
Ich dachte nämlich an so was wie „Cloudatlas“ , nur großkotziger. Unterschiedliche Personen sind durch Geschichtliche Ereignisse miteinander verbunden. Im Film werden die schicksalhaften Verbindungen durch Muttermale, Aussprüche, Briefe/Tagebücher, und nicht zuletzt durch die Wiederkehr der gleichen Gesichter dargestellt. :girl:

:idea: :!: :?: Aber wie zur Hölle soll ich das machen?? Ich dachte an die gute alte Kausalität: in der Vergangenheit passiert etwas, was sich aus die ferne ferne Zukunft auswirkt… Ich weiß nur nicht was. Wie soll ich die Geschichten miteinander verbinden?

Muttermale und so was kommen ja im geschriebenen Wort nicht so gut zur Geltung, wie im Film. Auch das Problem mit der „Mentalen Verbindung“ durch Briefe kann ich durch die schiere Entfernung nicht verwenden. Bisher habe ich ähnliche Charaktere verwendet, die voneinander Träumen, und so eine gewisse Verbindung entsteht.
Aber es sollen in der Historie des Universums zusammenhängende Ereignisse stattfinden. Ursache und Wirkung. Kausalität eben. :thinking:

Z.B: Ich bin schon so verzweifelt Quanteneffekte einzubauen. Ein Raumschiff aus einer Sci-Fi Geschichte benutzt einen Subdimensionsantrieb, durch eine zufällige Quantenfluktuation wird in der Welt der Steinzeitmenschen ein Schneesturm ausgelöst. Sie werden gezwungen in eine Höhle zu ziehen und hinterlassen Malereien, die wiederum eine Verbindung zu nachfolgenden Geschöpfen darstellen. So was meine ich.

Mir fehlen nur konkrete weitere Ideen. Wie hängt etwas mit etwas anderem weit entfernt zusammen?
Wenn sich jemand trotz der Hitze erbarmt und ein paar kreative Ideen hat, wie im Beispiel, so schreibe er sie hier nieder!

Danke, schöne heiße Tage noch !
:island:
Zuletzt geändert von Julestrel am 22.07.2014, 08:54, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Von "Kreatives Schreiben" nach "Plot-Hilfe" verschoben.
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Re: Mehr Kausalität !

Beitragvon Maggi1417 » 22.07.2014, 23:09

Was ist mit diesem ganzen Wiedergeburtskonzept? Aufgaben die der Mensch in seinem ersten Leben nicht vollenden konnte, sowas wie einen bestimmten Menschen heiraten, Rache üben, jemanden retten, werden im nächsten Leben, im nächsten Körper weiter verfolgt.
Ich bin ja kein Esoteriker und glaube nicht daran, aber ich finde die Idee schön, dass die Menschen, die in unserem Leben wichtig sind (positiv oder negativ), schon in früheren Leben für uns wichtig waren, auch wenn sie dort vielleicht eine andere Rolle gespielt haben. Der Vater wird zum Sohn, die Schwester zur Geliebten. Oder so gar noch interessanter: Die Rollen werden getauscht. Aus dem Folterer der Vergangenheit wird auf einmal das Opfer, aus dem Gefolterten der Täter.

Durch das "voneinander träumen", kann man das ja auch recht effektiv umsetzten.
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Re: Mehr Kausalität !

Beitragvon Milch » 22.07.2014, 23:19

Die Wiedergeburtskonzept gefällt mir nicht.
Vielleicht kann man ein Grundthema variieren.
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Re: Mehr Kausalität !

Beitragvon Mindelu » 23.07.2014, 07:31

Das kosmische Rad dreht sich so lange, bis man alle Verstrickungen aufgelöst hat.
Ich glaube an Wiedergeburt, sonst hätte das ganze Theater hier ja gar keinen Sinn.

Nur einmal Leben und in den Himmel kommen? Da hat man ja ständig das Gefühl etwas zu verpassen.
Nachdem man stirbt versinkt man in unendlicher Dunkelheit? Etwas traurig oder?

Ich finde auch, das du das mit "voneinander Träumen" gut verbinden kannst. Gebe jedem deiner Hauptprotas ein gut erkennendes Merkmal und man weiß dann wer gemeint ist.

Oder du erzählst die Gesichte als allwissender Erzähler. Dann kannst du einfach sagen, das das jetzt mit dem verstrickt ist und sich das auf dies ausgewirkt hat.

Ich denk noch mal drauf rum und füge evtl. später noch mal was hinzu.

:island:
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Re: Mehr Kausalität !

Beitragvon RocketJo » 11.08.2014, 13:58

Kennst du von Cloud Atlas nur den Film? Wenn ja: Lies das Buch. Das ist für das Projekt der beste Tipp, den ich dir an die Hand geben kann. Der Film ist gut, aber der ist absolut miserabel und grottig gegen das Buch, in dem übrigens auch die Muttermale eine große Rolle spielen. Und wenn du das gelesen hast, ließ im Anshcluss gleich noch "Chaos" vom sleben Autor, das hat eine ähnliche Thematik, ist aber anders strukturiert. Und dann nimm gleich noch all seine anderen Werke dazu, weil er sie nämlich ALLE miteinander verwoben hat. Das liegt darin, dass er immer irgendwo eine Person auftauchen lässt, die in einem anderen Werk eine Rolle hatte.

Ansonsten glaube ich, dass meine Vorredner schon recht gute Ideen hatten. Schwierig ist es mit dem Parallel-Universum, weil die eigentlich nicht beeinflusst werden dürften (kommt aber drauf an, wie du Paralleluniversum definierst). Ich halte übrigens Mitchells Konzept für das beste, dass die Konsequenen der Tat einer Person das Verhalten einer anderen beeinflussen. Im Wolkenatlas ist Song-Mi da ein schönes Beispiel, sie beeinflusst die Zukunft nur durch ihr Dasein (im Buch kommt das deutlich besser zur Geltung). Übrigens spiegelt diese Geschichte die Geschichte von Frobisher, was im Film überahupt nicht zur Geltung kommt ^^
Oder die Geschichte von Sixsmith:
Frobisher wird in seinem Handeln von Ewings Tagebuch beeinflusst (weil es ihn inspiriert und ihm Durchhaltevermögen schenkt). Das führt dazu, dass er sich von Ayers löst, was letzten Endes zu seinem Selbstmord führt. Durch diesen Selbstmord wird Sixsmith hart getroffen, er distanziert sich von Menschen jenseits seiner Familie und flüchtet sich in seine Arbeit. Das widerrum beeinflusst (durch den Zufall mit dem Aufzug) Megan, der Sache mit dem Reaktor auf den Grund zu gehen.

Aber wie gesagt, wenn du es nicht getan hast: Lies das Buch. ^^

Was eventuell auch helfen könnte, wäre ein Studium der antiken Sagen Griechenlands. Da taucht das Konzept Schicksal öfter auf, Konsequenzen, die sich aus dem Handeln ergeben, sind viel eher und deutlicher beleuchtet als bei den meisten heutigen Werken (finde ich).
"Der Herzog heißt Herzog, weil er vor dem Heer herzog." - Stefan Herber
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Re: Mehr Kausalität !

Beitragvon RainerMann » 11.08.2014, 15:17

Als gute Vorlage kann man auch die "Hyperiongesänge" von Dan Simmons heranziehen.

Hier treffen sich sogar zwei Zeitstränge in der Mitte:

Einer arbeitet sich aus der Zukunft in die Vergangenheit, der andere aus der Vergangenheit ind die Zukunft. Sie treffen sich quasi in der Mitte.

Auch 'ne gute Vorlage bzgl. der Vermischung von Antike/Fantasy und Zukunft, sowie Handlungen aus der Vergangenheit, die in die ferne Zukunft wirken:

Illium und Olympos von Dan Simmons.


-----------------------

Zu deiner Geschichte:

Du willst sie über 10 Mrd. Jahre spielen lassen? Das ist mal 'ne Aufgabe...
(Oder meintest du "nur" Millionen Jahren?)

Die Gefahr besteht, dass wenn du dich an "Cloud Atlas" als Vorlage orientierst, einerseits wenig "Neues" bietest, wenn die Zeiträume und Entfernungen einfach nur größer werden.
Andererseits kann deine Geschichte dann auch die Nachvollziehbarkeit durch die "Masse" an Informationen verlieren und so den Leser vergraulen.

Du musst dir auch klarmachen, welche Grundaussage/"Schwingung"/Konflikt deine Geschichte tragen soll.
Erst dann kannst du dich an die Ausgestaltung der Kausalität und Zusammenhänge machen.

Ferner:

In der Vergangenheit passiert etwas...

'N bisschen wenig.


Stell dir doch folgende Fragen, vielleicht kommst du bei der Beantwortung auf neue Ideen:

- Warum möchte ich unbedingt diese Geschichte mit diesem Hintergrund schreiben?

- Wie könnte der Anfang aussehen?

- Habe ich gar ein Bild vor Augen vom möglichen Ende?

- Welche Figuren tragen meine Geschichte?

usw.


Letzten Endes können wir dir mit "Ideen", was in der Vergangenheit passieren könnte, um sich so gravierend auf die Zukunft auszuwirken, nicht helfen.
Wir kennen deine Gedanken zu deiner Geschichte nicht oder was du für Ideen schon hast.

Gute Hilfe ist immer:

Hinsetzen und schreiben.
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Re: Mehr Kausalität !

Beitragvon Chrysantheme » 26.09.2014, 22:29

:seedaylight:
Danke für eure Anregungen, ich möchte an dieser Stelle was ergänzen, habe mir folgende Punkte überlegt, um einzelne Geschichten zu verbinden:

- die gleiche Charaktere tauchen immer wieder auf
- generationenübergreifende Familiengeschichten
- Der Eine kennt einen Anderen, der einen Nächsten kennt
- Verbindungen zwischen Personen werden durch Gegenstände oder Orte geschaffen, zeitübergreifend
- Träume voneinander
- Wiedergeburt
- Prophezeiungen, Legenden

Ich habe für die oben angegebenen Geschichten jetzt ein geheimnisvolles "Pflanzenwesen" als Verbindungselement eingebaut. Dieses Wesen wächst überall dort, wo meine Geschichten spielen. Es gehört so zu sagen zur Evolution des Menschen dazu, hat die Menschen seit Anbeginn der Geschichte(n) beeinflusst und im Laufe der Handlungen finden die Personen heraus, was es damit auf sich hat. Die Pflanzenwesen können untereinander über Gravitationswellen, die sie erzeugen, Kommunizieren und bilden sozusagen ein Flechtwerk durch die Galaxis...
Ein bisschen ausgefallen, zugegeben, aber so wird "bildlich" dargestellt, was ich mit den Geschichten ausdrücken will.
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Kausalität-Esoterik Fazit

Beitragvon Chrysantheme » 28.11.2015, 18:49

Ich muss hier mal einen abschließenden Kommentar einfügen:

Und zwar haben sich meine Geschichten, die anfangs total unabhängig voneinander waren und ich das Gefühl hatte, die kann ich nur mit Gewalt und deus ex machina zusammen bringen, nun doch in eine gemeinsame Richtung entwickelt. Es waren weniger irgendwelche "magischen" Effekte- (außer bei einer, wo die Leute durch physikalische Anomalien quer durch die Raumzeit geschleudert werden)
- sondern vielmehr simple/komplizierte Kausalität. Im Laufe des Schreibens habe ich immer wieder kleine Ideen eingefügt, wie alles zusammenhängt und es in den anderen Geschichten aufgegriffen. :writing:

Das lief so:
in der PlanetenkolonisierungsGeschichte findet jemand heraus, dass was mit dem Sternensystem nicht stimmt. Die Planeten verhalten sich nicht nach den Physikalischen Gesetzen. Das liegt daran, dass in der Vergangenheit eine große metaphysische Katastrophe passiert ist, welche in der nächsten Geschichte beschrieben wird.
Menschen im Fantasy-Mittelalter kämpfen gegen dunkle Macht (metaphysische Katastrophe) a la Herr der Ringe. Ihr Ziel ist es an eine magische Waffe zu gelangen, bei der es sich um eine Science-Fiction-Technologie handelt, was die Handlung wiederum mit der nächsten Geschichte verbindet.

Na gut, das klingt doch alles ein bisschen wenig nach wissenschaftlicher Ursache und Wirkung..., aber ihr wisst schon was ich meine. :wink:

Der Protagonist einer Geschichte sucht das oder findet jenes heraus, was den Protagonisten der nächsten Geschichte beeinflusst. Gleiches gilt für Planetensysteme. Dann werden diese eben durch fundamentale galaxienübergreifende Katastrophen heimgesucht. :2thumbs:
Schließlich vergehen Millionen Jahre, bis so etwas am anderen Ende spürbar wird. Auf diese Weise habe ich auch die zeitliche Dimension abgedeckt. :2thumbs: :2thumbs:

So kann ich ein bisschen Abstand finden zu irgendwelchen esoterischen Verbindungen, denn es ist schwer diese in den eigentlichen Handlungen unterzubringen. Bis auf Albträume von fernen Zeitaltern, welche die Protas von Zeit zu Zeit in jeder Geschi haben...

je mehr die Handlungen vorranschreiten, desto mehr wachsen die Verbindungen. Wie gesagt, es sind mehr die kleinen Ideen, die dazu beitragen. Ich glaube "die große Zusammenführung" wirds dann doch nicht geben.
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