Mehrere Tage bewusstlos/Koma: welche Suizidart?

Nachforschung, Untersuchung, Information. Hintergrundinformationen für deine Werke. Fragen bzgl. Geschichte, Gesellschaft, Technologie, etc.

Mehrere Tage bewusstlos/Koma: welche Suizidart?

Beitragvon Less » 27.09.2015, 11:30

Hallo allerseits!

Schwieriges Thema:
Ich suche nach einer Art von Suizidversuch, bei der die Protagonistin danach für mehrere Tage (Idealfall etwa eine Woche oder etwas länger) bewusstlos bleibt, im Koma oder künstlichen Koma liegt.

Erst hatte ich an Pulsadern aufschneiden gedacht, aber ich weiß nicht, ob man von Blutverlust so lange bewusstlos bleiben kann. Vor allem mit ärztlicher Betreuung... Meine Alternative wäre, dass sie sich von einem Auto anfahren lässt, aber ich weiß nicht, wie zufrieden ich damit bin. Sie sollte körperlich möglichst in Ordnung sein, wenn sie aus dem Krankenhaus kommt (also möglichst keine Brüche etc.)
Wären Schlaftabletten vielleicht möglich?

Was würdet ihr vorschlagen?

Danke schonmal für Antworten! :D
Less
 
Beiträge: 3
Registriert: 27.09.2015, 11:17

Re: Mehrere Tage bewusstlos/Koma: welche Suizidart?

Beitragvon Freigeborene » 27.09.2015, 13:33

Hallo :girl:

Ich glaube, dass Pulsadern aufschneiden schon zu endgültig ist. Das dauert ja nicht lange bis man endgültig verblutet ist... Also das würde ich meinen, so genau weiß ich das auch nicht.

Tendenziell würde ich vorschlagen, dass deine Prota von einer Brücke springt. Also so, dass sie im Wasser landet. Je nachdem wie sie aufschlägt, kann sie natürlich sterben, aber es gibt gute Chancen zu überleben mit ner Kopfverletztung, die dann ja dafür sorgen könnte, dass sie im Koma liegt. Ebenfalls könnte sie nur das kalte Wasser unterkühlen, bevor man sie rettet und dann hast du noch nen Grund fürs Koma, weil der Körper sich davon erst einmal erholen muss.

Keine Ahnung, ob das jetzt hilfreich war, aber ich hoffe doch :oops:

Liebe Grüße,
Freigeborene
Wunder geschehen dort, wo alle Hoffung verloren ist. Deshalb werden die stärksten Kämpfer niemals ein Wunder erleben, denn sie würden nicht aufgeben.
Freigeborene
 
Beiträge: 132
Registriert: 09.02.2015, 21:18
Blog: Blog ansehen (1)

Re: Mehrere Tage bewusstlos/Koma: welche Suizidart?

Beitragvon Alys » 27.09.2015, 14:38

Was Du Dir bewußt machen musst ist, dass jede Art von Verletzung, die ein mehrtägiges Koma nach sich zieht, Folgeschäden hat. Bei einem "echten" Koma, also wenn der Patient wirklich von sich aus nicht aufwacht, sowieso. Und auch, wenn man den Patienten als Teil seiner Therapie bewußt in ein "künstliches" Koma legt, dann sind seine Verletzungen so schwer, dass er hundertprozentig Folgen davonträgt (auch das Koma an sich hat ja Folgen...) Das können reversible Folgeschäden sein, die sich z.B. im Rahmen einer Reha zurückbilden. Bei einer so schweren Verletzung ist es aber wahrscheinlicher, dass dauerhaft etwas zurückbleibt.

Wenn wochen- bis monatelange Reha und Folgeschäden Teil Deines Plots sind, dann ok.
Aber einfach so ein paar Tage bewußtlos sein und dann aufwachen und wieder fit sein - das gibt's nur im Fernsehen in schlechten Soap Operas.

...und weiterhin halte ich hier die Fahne hoch für ein Thema, das mir wirklich am Herzen liegt: bitte diskutiert in einem öffentlich zugänglichen Forum keine Suizidmethoden.
Natürlich wird hier wieder das Gegenargument kommen, dass jeder, der den eigenen Suizid plant, sich in 30 Sekunden im Internet hunderte von Anleitungen zusammensuchen kann. Das stimmt.
Dennoch ist es so, dass gedankenloses Herumdiskutieren zu diesem Thema auf manche Menschen triggernd wirkt, und man es deshalb einfach aus Rücksicht vermeiden sollte.
Alys
 
Beiträge: 490
Registriert: 30.12.2014, 15:26

Re: Mehrere Tage bewusstlos/Koma: welche Suizidart?

Beitragvon Ankh » 27.09.2015, 15:17

Muss sie denn unbedingt bewusstlos sein? Wenn sie nur aus der Handlung genommen werden soll, könnte man sie doch z.B. nach dem Suizidversuch in die Psychiatrie einweisen, wo sie dann eine Woche lang beobachtet und therapiert wird. Möglicherweise wird sie dort auch ruhiggestellt, falls sie randaliert o.ä.
Benutzeravatar
Ankh
 
Beiträge: 461
Registriert: 05.07.2015, 12:27

Re: Mehrere Tage bewusstlos/Koma: welche Suizidart?

Beitragvon Less » 27.09.2015, 15:42

Hallo nochmal!
Erstmal danke für die Rückmeldungen. Hat mir was zum Nachdenken gegeben.
@Ankh: Ja, sie darf wirklich gar nicht bei Bewusstsein sein, das ist sehr wichtig, weil sich der Großteil des Buches um ihre Bewusstlosigkeit dreht.
@Alys: Sehr vielen Dank für die Fahne, da hast du recht. Werde zukünftig versuchen, besser darauf zu achten :)
Less
 
Beiträge: 3
Registriert: 27.09.2015, 11:17

Re: Mehrere Tage bewusstlos/Koma: welche Suizidart?

Beitragvon Ankh » 27.09.2015, 16:26

Less hat geschrieben:@Ankh: Ja, sie darf wirklich gar nicht bei Bewusstsein sein, das ist sehr wichtig, weil sich der Großteil des Buches um ihre Bewusstlosigkeit dreht.


Sollte sich die Handlung nicht eher um ihren Selbstmordversuch drehen, beziehungsweise die Gründe dafür? Wenn du nicht möchtest, dass sie mit den anderen Protagonisten kommunizieren kann, dann könnte sie sich doch auch einfach weigern, mit ihnen zu sprechen. Ein Selbstmord hat ja oft auch damit zu tun, einer Situation zu entkommen, aus der sie keinen anderen Ausweg sieht. Wenn der Suizidversuch nicht gerade ein Hilferuf nach Aufmerksamkeit war, dann kann oder will sie hinterher vielleicht gar nicht darüber reden, weil sie sich vom Reden sowieso keine Lösung verspricht.

Falls das keine Option ist, da stimme ich den anderen zu, dann hat sie ziemlich schwere Schäden abbekommen. Ich kann mir keine Verletzung vorstellen, bei der man eine Woche im Koma liegt, und dann die Augen aufschlägt, als wäre nichts gewesen. Das mag vielleicht ihr Wunsch sein; manche Selbstmörder wollen gar nicht wirklich sterben, sondern eigentlich "nur" auf ihre Verzweiflung aufmerksam machen, und schlucken dann z.B. vemeintlich harmlose Tabletten. Nur leider funktioniert das auch nicht immer spur- und folgenlos. Schon um Nachahmern für so etwas keinen Plan zu liefern, würde ich von der Beschreibung solcher "harmloser" Methoden unbedingt abraten.
Benutzeravatar
Ankh
 
Beiträge: 461
Registriert: 05.07.2015, 12:27

Re: Mehrere Tage bewusstlos/Koma: welche Suizidart?

Beitragvon Less » 28.09.2015, 19:42

Ankh hat geschrieben:Sollte sich die Handlung nicht eher um ihren Selbstmordversuch drehen, beziehungsweise die Gründe dafür?


In gewisser Hinsicht tut sie das auch. Du musst wissen, ich bin kein realistischer Schreiber, sondern eher ein märchenhafter/methaphorischer/wie auch immer du es nennen magst. Sie darf nicht bei Bewusstsein sein, weil sie diese Woche dann sozusagen in einer "Welt in ihrem Kopf" verbringt, in der sie sich ohne Erinnerungen und emotionale Zusammenhänge langsam mit dem auseinandersetzen muss, was in ihrem Leben geschehen ist.
Die Geschichte ist auch erst in der Ideen-Sammel-Phase, also noch sehr unausgereift... :writing:

Falls das keine Option ist, da stimme ich den anderen zu, dann hat sie ziemlich schwere Schäden abbekommen. Ich kann mir keine Verletzung vorstellen, bei der man eine Woche im Koma liegt, und dann die Augen aufschlägt, als wäre nichts gewesen.


Danke an alle! Dann werde ich mal über Folgeschäden recherchieren und nachsehen, was ich mir für meine Geschichte vorstellen kann :)
Less
 
Beiträge: 3
Registriert: 27.09.2015, 11:17

Re: Mehrere Tage bewusstlos/Koma: welche Suizidart?

Beitragvon paratoxic » 29.09.2015, 13:29

Kurzer Einwurf: Wieso muss die Zeit "in ihrem Kopf" überhaupt genauso schnell vergehen wie in Wirklichkeit?
Ist beim Träumen ja auch ähnlich. Das würde dein Problem deutlich vereinfachen ;)
paratoxic
 
Beiträge: 67
Registriert: 03.02.2015, 19:31

Re: Mehrere Tage bewusstlos/Koma: welche Suizidart?

Beitragvon Padrion » 29.09.2015, 15:12

Wie wäre es mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma in Folge eines Sturzes/Zusammenstoßes? Ich zitiere mal aus Wikipedia:

Bewusstlosigkeit länger als 60 Minuten, verursacht durch Einklemmung des Gehirns durch Blutungen, Ödeme oder ähnliche Vorgänge. [...] Die Folge ist oftmals ein lang andauerndes Koma (das oft künstlich verlängert wird), ein komaähnlicher Zustand oder gar der Tod. [...] Dauerhafte Schäden sind zu erwarten, aber nicht zwangsläufig.


Meistens hat so etwas lanfristige Folgen. Mann kann aber auch Glück haben und mehr oder weniger unversehrt rauskommen. Es könnte auch sein, dass man nur scheinbar unversehrt bleibt, sich aber bestimmte Auswirkungen erst später zeigen (mögliche Plotwendungen in der späteren Handlung). Bei Hirnverletzungen gibt es die verrücktesten Sachen. Bekannt ist die Geschichte von dem Typ, der sich eine Eisenstange quer durch den Kopf gerammt hat, nach der Operation erstaunlich schnell wieder auf dem Damm war, aber unbemerkt seine Empathie eingebüßt hat.

Alys hat geschrieben:Dennoch ist es so, dass gedankenloses Herumdiskutieren zu diesem Thema auf manche Menschen triggernd wirkt, und man es deshalb einfach aus Rücksicht vermeiden sollte.


Ich verstehe deine Position aber ich halte nichts von Selbstzensur in vorauseilendem Gehorsam. Wenn man nichts mehr diskutieren darf, bei dem vielleicht irgend jemand auf dumme Gedanken kommt, bleiben außer dem Wetter nicht mehr viele Themen übrig. :|
Benutzeravatar
Padrion
 
Beiträge: 209
Registriert: 23.06.2015, 16:56

Re: Mehrere Tage bewusstlos/Koma: welche Suizidart?

Beitragvon Mattyschrieb » 01.10.2015, 18:09

Ich würde Schlafttabletten nehmen ich kenn eine Bekannte und die hat das gemacht. Gott sei dank hat sie jemand gefunden und die Rettung gerufen. Sie war 3 Tage bewusstlos aber kann mir gut vorstellen das das auch länger gehen könnte.
Benutzeravatar
Mattyschrieb
 
Beiträge: 8
Registriert: 01.10.2015, 17:50
Wohnort: Österreich


Zurück zu Recherche

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast