Mein Anti-Lieblingsbuch

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Re: Mein Anti-Lieblingsbuch

Beitragvon Blackspot » 30.09.2015, 21:21

Amilyn hat geschrieben:Tribute von Panem/letzter Band - Suzanne Collins
Ach, was habe ich die ersten beiden Bände verschlungen, die waren echt toll.
Der letzte hätte ja auch toll werden können, da war aber leider die Ich-und-Gegenwart-Perspektive im Weg, denn die liebe Katniss lag das halbe Buch über entweder im Koma oder im Medikamentenrausch oder in sonst einem Ich-kann-gerade-nicht-erzählen-was-passiert-tja-doof-gelaufen-liebe-Leser-Zustand.
Hat mir die ganze Reihe vermurkst, leider, leider :(

Jetzt mein absoluter Favorit. Ich hab's in meiner Vorstellung schon geschrieben, dass ich zu diesem Buch so wunderbare Negativ-Kritiken gelesen habe, dass ich es einfach auch mal lesen wollte. Rein aus Neugier. Und es ist wirklich soooooooooo schlecht:

Shades of Grey - EL James
1. Dämlich-Faktor: die Story wiederholt sich das ganze Buch über. Sie schreiben sich irgendwelche Doof-E-Mails, er fliegt/fährt/läuft per Privatjet/Limousine/Lackschühchen zu ihr, sie tun es. Des woars, mehr passiert nicht. Und das immer und immer wieder.
2. Dämlich-Faktor: sie sieht ja rattenscharf aus, ist witzig, liebenswert und hat zehn Millionen Verehrer, aber ist mit Anfang 20 noch völlig ungeküsst und -berührt. Außerdem hat sie gleich zwei innere Stimmen, mit denen sie sich die ganze Zeit unterhält - nerv...
3. Dämlich-Faktor: die ganze SM-Thematik, die als wild und aufregend auf dem Klappentext beschrieben wird, aber nur am Schluss mal kurz und relativ schmerzlos ausgeführt wird. Und daraus entsteht dann ein SM-Hype, und jeder wollte ja schon immer mal insgeheim mit der Peitsche... Ach nee...



Beide Bücher sind meiner Meinung nach Paradebeispiele für absolute VORHERSEHBARKEIT. Suzanne Collins muss man vermutlich zugute halten, dass sie zuvor zwei wirklich geniale, unkonventionelle Bücher geschrieben hat, aber gerade deshalb bekommt der dritte Teil einen besonders Faden Beigeschmack der Langeweile. Gerade WEIL man weiß, dass sie es eigentlich besser kann. :|

Naja und was SoG angeht... bis zur Filmveröffentlichung hab ich es ja weitestgehend ignoriert, aber die Massen an teenie-mädels, die da uuuuuuunbedingt zur Premiere mussten..... fand ich persönlich WIRKLICH verstörend :shock:

Und hier noch ein Beispiel, für 'ne Autorin, die man sich klemmen kann: Juli Zeh.
Bücher wie Corpus Delicti oder Nullzeit muss und sollte man sich wirklich nicht geben, auch wenn gerade ersteres als politisch höchst brisant diverse Preis abgeräumt hat. Ist vom Handlungsaufbau nichts wirklich neues und im Grunde nur bei Orwell abgekupfert (Linientreue Systemanhängerin wird durch einschneidendes Erlebnis zur politischen Gegnerin, kämpft für Frieden und Gerechtigkeit und vor allem für sich selbst, steht kurz vor dem Ziel- und scheitert :arrow: mein persönlicher Ausgleich für die geopferten Nerven), mit dem Unterschied, dass Orwell mehr Tiefgang und Detailliebe aufweist. Ach ja und etwa 60 Jahre eher veröffentlicht hat :wink:
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Re: Mein Anti-Lieblingsbuch

Beitragvon SmilingSeth » 03.10.2015, 06:24

Blackspot hat geschrieben:Und hier noch ein Beispiel, für 'ne Autorin, die man sich klemmen kann: Juli Zeh.
Bücher wie Corpus Delicti oder Nullzeit muss und sollte man sich wirklich nicht geben, auch wenn gerade ersteres als politisch höchst brisant diverse Preis abgeräumt hat. Ist vom Handlungsaufbau nichts wirklich neues und im Grunde nur bei Orwell abgekupfert (Linientreue Systemanhängerin wird durch einschneidendes Erlebnis zur politischen Gegnerin, kämpft für Frieden und Gerechtigkeit und vor allem für sich selbst, steht kurz vor dem Ziel- und scheitert :arrow: mein persönlicher Ausgleich für die geopferten Nerven), mit dem Unterschied, dass Orwell mehr Tiefgang und Detailliebe aufweist. Ach ja und etwa 60 Jahre eher veröffentlicht hat :wink:

Du vergleichst aber gerade einen Autor wie ORWELL mit einer unbedeutenden Frau, die nicht mal 'nen coolen Namen hat. Klar, dass die da den kürzeren (Zeh) zieht.

Und wahrscheinlich ist er: Orwell, auch der bessere Autor:
"Wenn Sie sich ein Bild von der Zukunft ausmalen wollen, dann stellen Sie sich einen Stiefel vor, der in ein Menschenantlitz tritt – immer und immer wieder." :shock:
Amilyn hat geschrieben:Die Verwandlung - Franz Kafka
Gregor Samsa (ich werde diesen Namen NIEMALS vergessen, und - alle Gregors dieser Welt mögen mir verzeihen - ich kann aufgrund dieses grässlichen Buches den Namen bis heute einfach nicht vertragen) wohnt noch bei Mama, wacht eines Morgens als menschgroßer Käfer auf, und sein Chef steht ständig vor seiner Tür und will wissen, wo er nun bleibt.
Mag ja sein, dass hinter dieser Geschichte eine wahnsinnig tiefgründige Bedeutung steckt, ich hab sie nirgends gefunden, diese Bedeutung. Und spätestens, als ein Apfel auf seinem Käferrücken verschimmelt ist, hab ich aufgehört zu lesen.

Du darfst wählen:

A) Du hast ein so hervorragendes Buch schlecht gemacht...
Man sollte dich mit den positiven Rezensionen steinigen. :mrgreen:

B) Wusstest Du, dass der Autor "der Verwandlung" einerseits von den Nazis und andererseits (nach endlosen Interpretationen) von den Kommunisten abgelehnt wurde? Also bist Du nun entweder ein Nazi, also trägst im Kern die nationalsozialistische Ideologie in dir, oder bist ein Kommunist(neudeutsch: Sozial..ist_INNEN), der seine Heimat in totalitären Systemen sieht. Also bist Du ein Nazi oder Kommunist, oder schlimmstenfalls beides.
kleingedrucktes: (Ich lehne deine Meinung auf freundliche Weise ab, da sie mir nicht zusagt. Falls dir die Worte und der Vergleich nicht zusagen sollte, oder dich verletzen sollte, so meine ich das nicht gegen dich, nur gegen deine Worte, also deine Bewertung, die ich zutiefst ablehne)

C) Der Mensch wird nicht von außen bestimmt, aber er ist ihm frei zu wählen, was er tut - er ist durch sein Tun statt sein sein Sein zu beurteilen - man wird danach beurteilt. Nach welchem Gesichtspunkt wurde die Existenz von Gregor Samsa beurteilt?
Dass ist doch nicht so schwer. :? :cry:
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Re: Mein Anti-Lieblingsbuch

Beitragvon Amilyn » 03.10.2015, 10:07

SmilingSeth hat geschrieben:Also bist Du ein Nazi oder Kommunist, oder schlimmstenfalls beides.


Weder noch.
Ich mag einfach nur dieses Buch nicht.

Und sei bitte vorsichtig mit solchen Vergleichen.
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Re: Mein Anti-Lieblingsbuch

Beitragvon anby77 » 03.10.2015, 12:04

@Amliyn
Gregor Samsa (ich werde diesen Namen NIEMALS vergessen, und - alle Gregors dieser Welt mögen mir verzeihen - ich kann aufgrund dieses grässlichen Buches den Namen bis heute einfach nicht vertragen) wohnt noch bei Mama, wacht eines Morgens als menschgroßer Käfer auf, und sein Chef steht ständig vor seiner Tür und will wissen, wo er nun bleibt.

Da hast Du was gründlich falsch verstanden. Gregor Samsa ist kein Muttersöhnchen, das den Absprung von zuhause nicht schafft. Im Gegenteil, vor der Verwandlung ist er der einzige der ÜBERHAUPT etwas für den Lebensunterhalt der Familie tut. Er schuftet sich in einem verhassten Job den Arsch ab, um die Schulden seines Vaters zu begleichen, während der Vater selbst seinen Hintern nicht hoch kriegt und sich trotzdem wie der Herr im Haus aufführt. Wenn Dir das nicht klar ist, kann die Geschichte sich Dir nicht erschließen. Gregor ist auch vor der Verwandlung nicht wie ein Mensch mit eigenen Träumen, Hoffnungen und Sehnsucht behandelt worden, sondern eher wie eine Ressource, die es auszubeuten gilt oder wie ein Investment, dessen Früchte man erntet und wird, sobald absehbar ist, dass da nichts mehr auszubeuten bzw. zu ernten ist, zu Unrat, dessen man sich schämt und der letztlich ohne groß Gedanken zu verschwenden entsorgt wird.

@SmilingSeth:
(Ich lehne deine Meinung auf freundliche Weise ab, da sie mir nicht zusagt. Falls dir die Worte und der Vergleich nicht zusagen sollte, oder dich verletzen sollte, so meine ich das nicht gegen dich, nur gegen deine Worte, also deine Bewertung, die ich zutiefst ablehne)

Das ist ein performativer Widerspruch. Zu behaupten, jemand sei entweder ein Nazi oder ein Kommunist ist nicht freundlich und wird es auch durch die Behauptung, es freundlich gemeint, nicht. Wenn Du Amilyn nicht verletzen willst, verzichte auf solche Aussagen. Dann brauchst Du auch nichts klar zu stellen. Und wenn es Deine Absicht war, sie zu verletzen, steh gefälligst dazu anstatt Dich feige hinter "kleingedrucktem" zu verstecken.
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Re: Mein Anti-Lieblingsbuch

Beitragvon Amilyn » 03.10.2015, 12:47

@ anby77

Du hast recht - beide Male :wink:
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Re: Mein Anti-Lieblingsbuch

Beitragvon SmilingSeth » 03.10.2015, 13:36

anby77 hat geschrieben:Das ist ein performativer Widerspruch. Zu behaupten, jemand sei entweder ein Nazi oder ein Kommunist ist nicht freundlich und wird es auch durch die Behauptung, es freundlich gemeint, nicht. Wenn Du Amilyn nicht verletzen willst, verzichte auf solche Aussagen. Dann brauchst Du auch nichts klar zu stellen. Und wenn es Deine Absicht war, sie zu verletzen, steh gefälligst dazu anstatt Dich feige hinter "kleingedrucktem" zu verstecken.
Ich verstecke mich hinter so viel kleingedrucktem wie ich will. Und mir gehen niemals die Buchstaben aus, meine Wörter sind Legionen an Buchstaben, die nur auf ihren Einsatz warten. Und ich bin nicht feige, ich suche quasi Asyl im Kleingedrucktem.

Überhaupt, Du treibst mich gerade ganz ungut in Versuchung dieses Spiel* weiter zu spielen und im Namen Jesu Christi hör auf damit. :?






















Post Scrip... PS: ich habe die Wahl in Amilyns Hände gelegt, siehe A) B) C)
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Re: Mein Anti-Lieblingsbuch

Beitragvon anby77 » 03.10.2015, 14:51

Oh, SmilingSeth braucht Asyl im Kleingedruckten nachdem er ausfällig geworden ist. Eine Runde Mitleid aber nicht zuviel... Ups, schon passiert. Einen Grund für Asyl gäbe es höchsten, wenn Dich jemand gezwungen hätte, diesen geschmacklosen Vergleich anzustellen. Vielleicht dieses Jesu Christi-Dingens, das aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen für mein Verhalten eine Rolle spielen soll?
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Re: Mein Anti-Lieblingsbuch

Beitragvon Helfstyna » 04.10.2015, 01:37

Ich muss ja gestehen, dass ich nicht nachvollziehen kann, dass Mockingjay so unbeliebt ist bei den Leser.... Hunger Games und Catching Fire waren ja nett, aber das Arena Setting nutzt sich so schnell ab und das dauernde "Held kämpft, Held gewinnt" Szenario ist auch nicht neu.
Mal den psychologischen Effekt zu sehen, wie es weitergeht, wenn man eben überlebt hat, fand ich da wesentlich spannender...

Und noch zwei Bücher für meine Antiliste:
David Moody - Herbst
Ich mag Apokalypse, ich mag Zombies, ich mag Epidemien... aber ich habe selten ein so langweiliges Buch gelesen. Alles was interessant sein könnte wird in wenigen Seiten abgehandelt, die Figuren sind so austauschbar, dass ich während dem lesen immer wieder vergaß wer, wer ist... grauenhaft.

Und in der Zombie-Fanwelt schon fast ein Sakrileg, es nicht zu mögen:
Max Brooks World War Z
Ein Sammelsurium aus Augenzeugenberichten aus der Zeit der Zombieapokalypse, viele kleine Geschichten aus vielen Teilen der Welt und zu vielen Zeitpunkten der Zombieseuche... und ein Erzähler ist unsympathischer als der nächste.
"Time to play, he whisperd to them and winked.
And the stars winked back, for Peter's smile is a most contagious thing"
Brom The Child Thief
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