Mein Anti-Lieblingsbuch

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Mein Anti-Lieblingsbuch

Beitragvon freakingmuse » 29.08.2008, 20:59

Über Lieblingsbücher wurde hier ja schon oft geredet. Was man mag und was man liebt. Jede Münze hat aber zwei Seiten und so hat sicher jeder hier schonmal ein oder mehrere Bücher gelesen, die er absolut nicht ausstehen konnte.
Meine waren:

1. Der Venuspakt von Jeanine Krock- Ich kann nicht in Worte fassen, wie sehr ich es verabscheue. Eine Schande für das Vampirgenre

2. Ein Strand für meine Täume von Sergio Bambaren- Selbst Hollywood ist philosophischer als dieser Autor

3. Der törichte Engel von Christopher Moore- Ich mag Moore wirklich, aber was er sich bei diesem Buch gedacht hat, ist mir wirklich ein Rätsel.

Und nun los, warnt mich vor euren Hass-Büchern! ;)

Aber bleibt freundlich, Leute! Ich weiß, dass ist sicherlich ein Thema, dass du vielen Kontroversen führt, gerade wenn der eine das Buch hasst und der andere es liebt, aber Streiten wollen wir hier nicht. Fair bleiben! Das alles ist natürlich Geschmackssache und jedes noch so gute Argmuent wird mich z.B. nicht dazu bringen eines der obrigen Bücher zu mögen oder das Verlangen sie schreddern zu wollen, verschwinden lassen ;) Und so geht es wohl allen. Ich möchte nur, dass ihr das bedenkt, sobald der erste sagt, er mag die Twilight oder Harry Potter Reihe nicht o.ä.
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Beitragvon Zitkalasa » 30.08.2008, 15:39

Schullektüre, aufgezwungene "Qualität", sind immer eine gute Fundgrube ...

Mein bisheriger Favorit: Effi Briest von Theodor Fontane. Zum einen interessiert mich die Handlung an sich nicht, zum anderen ist seine Schreibe "schrecklich". Zudem ist Effi die Art von Charakter, die ich absolut nicht mag. Ich denke es ist bezeichnend, dass ich gerade mal etwas mehr als das erste Kapitel gelesen habe und mich dann mit Hörensagen von den Mitschülern und Zusammenfassungen aus dem Internet durch den Unterricht schlug ...

Um vorzugreifen: Ich mag Fontanes Schreibe daher nicht, weil sie nicht meinen Geschmack trifft. Ich verstehe ja, dass er so schrieb wie es zu seiner Zeit üblich war - heutzutage würde der Roman aber wohl im Laden versauern, fände er denn überhaupt einen Publikumsverlag. Alleine schon der erste Satz fasst in meiner Ausgabe um die sechs Zeilen. (Iwann mal nachgezählt.) Ich war damals schon versucht das Buch weg zu legen. Die erste Seite an sich beschäftigt sich außerdem nur mit der Beschreibung der Umgebung - einfach ermüdend.
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Beitragvon tintenfass » 08.09.2008, 01:41

Hallo!
Ja, Zitkalasa hat recht! Schullektüren sind (meistens) Hassbücher. Am Anfang finde ich sie noch recht interessant, aber nachdem jeder Satz analysiert worden ist und jede Szene hinterfragt, möchte ich nie nie wieder etwas von diesen Büchern hören. Beispiele aus meiner Schullaufbahn sind:
"Die Vermessung der Welt" (Bei den Namen Gauß und Humboldt schrecken wir in der Klasse alle zusammen)
"Der Besuch der alten Dame" (Dürrenmatt)
Das schlimmst Buch haben wir aber in der 6. Klasse gelesen:
"Tistou mit dem grünen Daumen" (Davon hab ich heute noch Alpträume)

Ich denke aber, man sollte ein Buch nicht verurteilen, solange man es nicht gelesen hat. Denn oft erfährt man beim Lesen eine positive Überraschung. :wink:
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Beitragvon Lex » 08.09.2008, 09:52

Das schlimmste Buch das ich je laß war für mich:

Eragon (Teil 1)
An und für sich eine gute Geschichte, eine gute Idee. Aber auf jeder Seite wartete man darauf daß Gandalf um die Ecke schaut, daß Hobits um die Kurve wieseln oder daß gar Darth Vader mit seinem Lichtschwert daher kommt.
Auch der Schreibstil ist grausam, vor allem auf den ersten 100 Seiten. Gramatik war wohl nicht nur für den Autor sondern auch für den Übersetzer ein Fremdwort???
Jedenfalls habe ich es in die Ecke gepfeffert - dort, wo es hingehört.


Und eines das ich jetzt gerade lese - ah, pardon, nicht mehr lese:
Terrie Goodkind, Das Schwert der Wahrheit (Teil 1)
Die ersten 300 Seiten waren ja noch gut, sogar richtig spannend und es hat mir gefallen, doch dann....
Die Geschichte entwickelt sich in eine Richtung die mir nicht gefällt. Zuviel Gewalt. Die Grausamkeiten werden zu genau beschrieben.
In wirklich guten Büchern (HDR!!!) wird dem Leser die Grausamkeit des Bösewichts auf eine Art und Weise vermitteln, ohne (!) ins Detail zu gehen!


Das waren meine beiden schlimmsten....
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Beitragvon freakingmuse » 08.09.2008, 11:03

tintenfass hat geschrieben:Ich denke aber, man sollte ein Buch nicht verurteilen, solange man es nicht gelesen hat. Denn oft erfährt man beim Lesen eine positive Überraschung. :wink:


Da hast du natürlich recht. Was der eine toll findet, findet der andere richtig schlimm. Um die Meute gegen mich aufzustacheln: Ich hatte gar keinen Spaß an "Herr der Ringe".
Für mich war es eine Qual die Bücher zu lesen, weil sie- in meinen Augen!- nie etwas anderes getan haben als wandern und singen und wandern und singen und dann mal ein "bisschen Krieg" und wieder wandern und singen.
Die Filme fand ich toll, die Bücher gar nicht, aber mit dieser Meinung stehe ich ziemlich alleine da. Und das ist okay. Es wäre ja langweilig, wenn alle dieselbe Meinung hätten.

Und ja, Schulbücher haben wirklich oft die Angewohnheit furchtbar zu sein. Aus diesem Grund habe ich wohl fast alle Verdrängt. Aber ich erinnere mich noch an "Der Richter und sein Henker" und das fand ich auch ganz furchtbar.
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Beitragvon Claudia.2 » 08.09.2008, 20:57

Hallo Leute,
jetzt werden mich gleich alle hassen, aber ich sags jetzt einfach trotzdem.

Stephen King wird hochgelobt und zumeist auch zu recht. Aber als ich Nachts gelesen habe, konnte ich nicht aufhören zu lesen, weil ich immer dachte, da kommt noch was, da kommt noch was. Als dann doch nix kam, hab ich das erste Mal ein Buch nicht zu Ende gelesen. 50 Seiten vor Ende! Ich hab mir das nur gemerkt, weil ich mich echt geärgert habe und von ihm total enttäuscht war. Wenn mich jemand fragen würde um was es gegangen ist? Keine Ahnung. Und Mädchen, von Stephen King fand ich auch öd. Sorry, an alle Fans, ich mochte ihn auch mal total gern. Und er hat auch super Bücher geschrieben, aber ich finde er hat stark nachgelassen und würde mir kein Buch mehr von ihm kaufen. :cry:


Mit freundlichen Grüßen
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Beitragvon Holly » 08.09.2008, 21:10

Die Leiden des jungen Werther von Goethe - ich habe beim Lesen dieses Buches wahrscheinlich mehr gelitten, als der Protagonist.
Was für ein Weichei! Und dann auch noch zu blöd um sich anständig zu erschießen. :twisted:
Natürlich eine Schullektüre...

Die ersten 200 Seiten vom ersten HdR -Band (Bitte steinigt mich nicht!). Mehr hab ich davon noch nicht gelesen und er zieht sich wie Kaugummi. Was kümmerts mich, an welchem Busch die Hobbits nun links oder rechts abbiegen.
:roll: Wenn ich absolut nichts Neues mehr in meinem Bücherregal hab, werd ichs aber nochmal damit versuchen.
@freakingmuse: Es gibt noch mehr wie dich!
Die Filme sind toll (ich seh mir grad einen davon an :wink: ), aber was die Leute an dem Schreibstil finden...
Den Henker musste ich mir auch antun...

Ansonsten Dürrenmatts "Unterm Birnbaum" (Wer hätt´s gedacht. Eine zu Tode analysierte Lektüre....), Fontane und alle Pferdegeschichten. :wink:

Früher war Deutsch mein Lieblingsfach, aber entweder machen wir langweilige Referate oder bewundern die große Kunst von Autoren, bei denen jeder Satz den semantisch-syntaktische Supergau darstellt ...

LG Holly
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Beitragvon Drachenreiter » 08.09.2008, 21:24

Oh, schönes Thema. *Lästermodus an*

Schulliteratur. Absolut mörderisch...warum muss man hunderte Jahre alte, langweilige, doofe Bücher lesen, um etwas über Literatur zu lernen, wenn es auch gute, neue, spannende, schöne, kluge Bücher gibt, wo man das gleiche bei lernt? Warum muss ich Tell, Scuderi und Kumpanen lesen? Es ist grausam, es ödet mich zu Tode...und Schulliteratur hat meinem Vater die Lust am Lesen dauerhaft verdorben. :cry: Das verzeih ich ihr nie!!

Am schlimmsten war Wilhelm Tell bisher...am besten die Scuderi, weil ich es nicht gelesen habe und die Lehrerin trotzdem nix gemerkt hat...wenn man mal gutes Image hat.^^
Aber ich komm ins Labern..

An privaten Büchern hatte ich noch keine Fehlgriffe...vielleicht manches, dass mal über einige Seiten langweilig war, aber es war noch so, dass ich es fertig gelesen habe.

Mit freundlichen Grüßen,

Drachenreiter
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Beitragvon Stefan_S » 08.09.2008, 21:48

Tja mein Antibuch oder eher Antibücher sind (damit mache ich mir jetzt sicher keine Freunde :lol: ) ich muss es leider Sagen die Harry Potter Bänder.
Ich finde wirklich das ist bis jetzt mit das langweiligste Fantasybuch was ich las. Die Idee ist zwar gut aber die Kinofilme allein würden reichen.
Ich finde zum Beispiel dieser Junge hat einfach viel zu unrealistisches Glück. Man achte allein im 2.Band der Kampf mit dem Basilisken. Da kommt der Phönix mit dem Hut angeflogen Schwups is da ein Schwert drinne und er schafft es tatsächlich diese Riesenschlange zu töten. Man bedenke im 2Band ist er glaube ich 12 oder 13.
Und dann auch mit Voldemorts Wiedergeburt er kämpft Schwups kommen Geister aus dem Zauberstab und schon wieder Glück gehabt.

Das is so mit der Hauptgrund warum ich persönlich nicht zu den Harry Potter Fans gehöre.
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Beitragvon Tahara Jan » 10.09.2008, 14:46

@ Stefan_S:

Also, ich muss sagen, dass ich gar nicht erst angefangen habe, Harry Potter zu lesen, die Filme reichen mir, aber wo grad von Harrys Glück redest, hab mal von einer Freundin einen tollen Satz dazu gehört (genaue Quelle unbekannt):

Und in folgenden Bänden von Harry Potter erwartet euch: "Harry Potter rettet seine Freunde", "Harry Potter rettet seine Freunde nochmal" und "Harry Potter rettet seine Freunde schon wieder, oh mein Gott, dieses Buch wird nie langweilig.


:lol: :P :twisted:

Das nur dazu...
Lg, Jan
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Beitragvon Claudia.2 » 10.09.2008, 15:21

Hallo Tahara Jan,
das hat deine Freundin aber schön gesagt.

Aber können so viele Menschen irren?
Ich hab übrigens auch nicht alle gelesen. Obwohl, Sirius was schon süß. :wink:

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Beitragvon Holly » 10.09.2008, 17:18

Na ja, nur weil man alle Harry Potter Bücher gelesen hat (wie ich zum Beispiel) heißt das nicht automatisch, dass man sie perfekt findet.

Gut gefallen hat mir:
>Die eigene Welt, die in sich schlüssig ist und funktioniert
>Charakterentwicklung und Beziehungen untereinander
>Die vielen Seiten der Bände garantieren langes Lesevergnügen
>Den unaufdringlichen, klaren Stil
(>Die Filmreihe mit der unvergesslichen Titelmelodie)

Nicht so doll finde ich:
>Harry der Held, der immer allein dasteht, wenn es brenzlig wird
>Die Hermine-Ron-Beziehung kommt für meinen Geschmack ewas zu kurz
>Das letzte Kapitel vom letzen Buch - unrealistisch weil alles gut ist

Aber ich gerate off-topic.
Wer hat denn noch ein paar tolle Anti-Lieblingsbücher?

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Beitragvon Kinki » 10.09.2008, 17:32

Grundsätzlich fand ich eigentlich alle Schullektüren sehr gut, die wir gelesen haben. Ich glaube auch nicht, dass man in der Schule alte Schinken liest um etwas über Literatur zu lernen, sondern eigentlich über Geschichte und wie diese sich mit bestimmten epochentypischen Merkmalen in der jeweiligen Literatur kennzeichnet... aber genug dazu, denn 2 meiner absoluten Hassbücher habe ich in der Schule gelesen (allerdings nachdem ich sie schon für mich gelesen hatte *gg*):

1. Das Parfüm

Wirklich keine Ahnung was die Welt an diesem Buch fasziniert, dass schon allein dadurch platt wird, dass der Protagonist den feinsten Geruchssinn hat, aber selbst keinen Eigengeruch besitzt. Bereits auf der ersten Seite wird der Geruch zu der Abspielzeit in Paris bis ins allerkleinste Detail beschrieben, so dass ich mich wunderte ob der Autor überhaupt noch andere Wörter außer "dreckig" "Gestank" und "schmutzig" kennt *gg*

2. Der Vorleser

Für mich ein einfach unpassender Umgang zu dem Thema 2. Schuld in Bezug auf Nazi-Deutschland. Dadurch, dass Hanna nicht lesen kann, hat sie laut Endaussage des Buches keinen Zugang zu Wissen und dadurch wird ihr (ich beschreibe das jetzt mal so kurz wie ich kann) ein riesiger Teil ihrer Schuld und Verantwortung genommen. Übertragen hieße das, dass jedes Einzelschicksal - natürlich hat jeder seine Schwächen - dazu führt, dass man "Ausreden" hat, die man Nazis wie ich finde nicht geben sollte.
Ich hoffe die, die das Buch gelesen haben, können was ich schreibe nachvollziehen *gg* Wirklich etwas knapp formuliert das Ganze ^^

3. Twilight

Mir fehlen wirklich die Worte. Das SOWAS ein Bestseller werden kann, ist mir unbegreiflich. Eine Geschichte, die davon lebt, dass Mary-Sue und Gary-Stew sich finden und man am Ende mal schnell einen Spannungs"hüpfer" einfügt um sagen zu können, dass man versucht hat 3dimensional zu arbeiten. Die Charaktere haben überspitze Schwächen, die ihnen scheinbar gegeben wurden, weil man ihnen nunmal Schwächen geben muss, aber stereotypisch ausgearbeitet den Charakter schon wieder unglaubwürdig machen.
Werde teil 2-4 sicher nicht lesen! Derbste Enttäuschung für jeden, der mehr als Kitsch eingepackt in Platt haben will.



So, ein bisschen Dampfablassen tut gut und ich hoffe kein Twilightfan springt mir jetzt an die Gurgel :wink:

Kinki

P.s. Ich liebe die Harry Potter Bücher. Die Filme werden ihnen wirklich nicht gerecht und bei einem so schlüssigen bis ins Detail ausgearbeiteten Buch, kann man JKR die unumstrittene Heldenposition Harrys sicher gerne verzeihen!
Lange Tage und angenehme Nächte!

Planlos ist der Weg das Ziel! NaNoWriMo 2009
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Beitragvon anby77 » 10.09.2008, 17:43

Nun ja, Schullektüren sind oft noch auf Jahre verhasst, weil man sie nicht einfach nur lesen darf, sondern lesen muss und sie zu Tode analysiert werden. Wenn man sie aber noch einmal in die Hand nimmt, wenn die Schule hinter einem liegt, stellt oft fest, dass sie schlecht gar nicht sind. (Nur Goethes Löwennovelle finde ich nach wie vor besch...)

Das meiner Meinung nach schlechteste Buch, das ich in den vergangenen Jahren gelesen habe, ist Phillip Roth "Der menschliche Makel" unglaublich mit gesellschaftspolitischen Fragen überladen, die außerhalb Amerikas keine besonders drängende Relevanz haben. Zum Teil, weil sich das Thema nicht im selben Maße stellt, zum Teil, weil die Fronten außerhalb der USA nicht so durch das amerikatypische Sendungsbewusstsein verhärtet werden, mit dem beide Seiten in den USA die Debatte führen. Dann diese ellenlangen strunzlangweiligen Beschreibungen und dass am Ende sowieso alles ganz anders sein muss, als es sich anfänglich darstellt ist schon nach den ersten paar Zeilen klar, so überzeichnet wie die Charaktere sind. Ich habe keine Ahnung, wie ich es geschafft habe, den ganzen Schinken zu lesen...
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Beitragvon Evil Angel » 11.09.2008, 18:26

Platz Eins auf meiner Lieblingshassbuchliste teilen sich zwei Werke:

a) "Die Brechtrommel" - ähhh sorry - Blechtrommel von Günter Grass

und

b) "Illuminati" von Dan Brown.

Die "Blechtrommel" finde ich einfach nur abstoßend. Schon allein Hauptfigur Oskar ist ja wirklich kein Sympathieträger, was ja auch nicht unbedingt sein muss, aber als Leser kann und vor allem WILL ich mich so gar nicht mit ihm identifizieren. Egal was Grass erzählt, es widert mich einfach alles an, weil seine ganze Welt nur aus Widerwärtigkeiten zu bestehen scheint.

Und "Illuminati" ist in meinen Augen ein fürchterlich unlogisches und unglaubwürdiges Konstrukt. - Nicht falsch verstehen, ich schreiben selbst Fantasy, was ja auch nicht gerade ein realistisches Genre ist. Aber auch unrealistische Dinge kann man schlüssig darstellen. Sofern man nicht Dan Brown heißt. - Ich habe mich schon auf den ersten 30 Seiten so fürchterlich aufgeregt über die platten, nichts sagenden Beschreibungen der Personen und die unlogischen Dinge, die darin passieren, dass ich das Buch am liebsten in die Ecke gepfeffert hätte. Davon abgehalten hat mich lediglich die Tatsache, dass es ein Buch aus der Leihbücherei war...
Ich brauche vermutlich nicht extra erwähnen, dass ich mir von Dan Brown nie mehr Zeit stehlen lasse...

Platz 2 belegt "Die Lüge" von Petra Hammesfahr. Das Buch ist meiner Meinung nach von vorne bis hinten unlogisch und unglaubwürdig und der ohnehin nicht gerade gut aufgebaute Spannungsbogen bricht immer wieder ein und ich habe mich mehrfach dabei ertappt, wie ich gedacht habe "oh Mann, immer noch so viele Seiten bis zum Ende".
Auch birgt der Text einige Unsauberkeiten und logische Schwächen. Angefangen von der "mit jungen Bäumen bestandenen Straße" - gemeint ist wohl eher die von jungen Bäumen gesäumte Straße - bis hin zu Käfern, die im Dezember über den Waldboden krabbeln oder der unheimlich langen halben Stunde, in der die Protagonistin es fertig bringt, gegen 6 Uhr aufzustehen, ihrem "Ehemann" bei der Morgentoilette zuzusehen, sich zu übergeben, danach - immer noch im Bad - ein Streitgespräch mit ihm zu führen, im Anschluss selbst zu duschen, Kaffee zu kochen, die Post durchzusehen und zu frühstücken, noch einige Dinge im Haus zu erledigen - und um halb sieben mit dem Auto auf dem Weg in die Stadt zu sein...
Das Raum-Zeit-Kontinuum scheint dort einen Knick zu haben...

Das waren meine Anti-Favoriten. Eines habe ich noch im Hinterkopf, aber ich habe es so gut verdrängt, dass ich weder Autor noch Titel weiß. Ich weiß nur noch, dass ich mich höllisch darüber geärgert habe, wie es sein kann, dass der Autor für so ein Dingens einen Verlag gefunden hat.
Kill your darlings!
Niemand ist unnütz - er kann immer noch als schlechtes Beispiel dienen.
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