[Humor]Meine Kinder, oder … Was machen Sie eigentlich so?

Komödie, Satire, Parodie

[Humor]Meine Kinder, oder … Was machen Sie eigentlich so?

Beitragvon ithiliel64 » 29.11.2014, 00:05

Es ist mal wieder passiert. Ich habe hier im Forum diese spannende Diskussion gelesen und dabei schoss mir dann ganz spontan die unten stehende Geschichte in den Kopf. So etwas passiert mir öfters. Nur habe ich bisher diese Gedanken nie weiter verfolgt und so gingen sie verloren. Da ich aber nun hier bin, dachte ich, ich schreibe es mal auf und stelle es hier rein.

Obwohl ich mir nicht ganz sicher bin, ob dies hier die richtige Rubrik ist :?: Falls nicht, dann bitte verschieben. Und danke dann schon mal für die Mühe :oops:

Ich habe, wie gesagt, das Ganze recht schnell runter geschrieben und kaum daran gefeilt. Es interessiert mich, ob " so etwas" überhaupt auf Interesse stößt und man / ihr das überhaupt lesen mögt und falls ja, wie es auf euch wirkt.

Es kostet mich einiges an Überwindung meine Texte einer Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Aber ich denke, ohne sich der Kritik auszusetzen, werde ich mein Ziel, Schreiben zu lernen, nicht erreichen können. Also trau ich mich und ich hoffe ihr habt etwas Spaß mit dem Text.

Liebe Grüße
Ithiliel
----------------------------
Meine Kinder,
oder …
Was machen Sie eigentlich so?


Was mag da wohl vor sich gehen‘, scheinen eure Blicke zu fragen, wenn ihr mich schief und mit tiefem Argwohn anschaut. ‚Tagsüber hört und sieht man nichts und nachts ist bis um 3:00 Uhr in der Früh das Licht an? Das kann nur was unheimliches bedeuten. ‘ Diese Gedanken schießen mir durch den Kopf, während ich mal wieder einen dieser misstrauischen Blicke erhasche.
Das ich sonderbar bin, scheint noch das angenehmste zu sein, was ihr mir andichtet. Ha! Andichtet ist gut. Wenn ihr wüsstet! Aber irgendwie bin ich jetzt ertappt. Erwischt?
Also gut, ich denke, es ist langsam an der Zeit, dass ich damit heraus rücke, womit ich meine Zeit verbringe. Was mich des Nachts nicht schlafen lässt. Und mich auch tagsüber geräuschlos und von euch kaum bemerkt, meiner Tätigkeit nach gehen lässt. Man könnte sagen, die Tat hat Besitz von mir ergriffen. Ich bin besessen!

Ich weiß, es ist schockierend. Aber ich muss euch warnen. Es kommt noch schlimmer!
Wie sage ich es bloß? Wie fange ich an? Ach, was nützt es. Früher oder später kommt es doch heraus, nicht wahr? Also warum dann nicht gleich. Jetzt!
Ich gebe es einfach unumwunden zu.
Ich gebäre.

Ja. Ehrlich. Immer. Pausenlos. Rund um die Uhr. Tag und Nacht. Kaum ist eins aus mir raus, produziere ich schon ein Neues. Manchmal kommen auch zwei, drei oder mehr gleichzeitig. Und manchmal produziere ich schon wieder, während noch ein, zwei oder mehr in mir wachsen. Manche sind schon nach kurzer Dauer fertig. Andere brauchen länger.

Was soll ich noch dazu sagen? Vielleicht, dass ich sie liebe? Ja, das tue ich. Alle. Mit voller Hingabe. Schließlich sind die, die das Licht der Welt erblicken, ob es nun lange dauert oder ganz schnell geht, unter großer Mühe und mit viel Anstrengung auf die Welt gekommen.
Einige schaffen es nicht. Sie sind nicht vollkommen. Werden nicht funktionieren. Sind es nicht wert, sich weiter mit ihnen zu beschäftigen. Ja, das ist abstoßend. Aber so ist es!
Dafür sind die, die es schaffen, mein ganzer Stolz. Ganz egal wie sie sind.

Da gibt es liebevolle, anständige, humorvolle, tragisch-komische und sogar tollpatschige, schüchterne und unbeholfene. Aber immer sie sind liebenswert. Und es gibt auch die Lügner, die, die uns an der Nase herum führen, die Arroganten, die Halsabschneider, die Hinterlistigen und die Verführer. Sogar Mörder sind unter ihnen.

Und trotzdem, ich liebe sie. Alle, jeden einzelnen. Ich habe sie den ganzen Tag um mich, teile alles mit ihnen. Meine tiefsten Gefühle und intimsten Gedanken. Und abends, wenn ich zu Bett gehe, nehme ich sie mit. Unter meine, ja, Decke.

Ob das skandalös ist? Scheußlich? Nun, es wird zunehmend erschreckender. Denn ich muss noch etwas beichten. Mir fällt mir nicht leicht das zu sagen. Denn auch während ich es tue, fällt es mir unsagbar schwer. Habe ich Hemmungen. Es geht schließlich um meine Kinder, die ich geboren habe. Egal wie sie sind. Ich liebe sie.

Und trotzdem. Manche von ihnen sterben. Die einen sterben einen natürlichen Tod. Andere einfach, weil es so sein muss. Die einen schnell und schmerzlos. Andere langsam, qualvoll, grausam, unter Folter. Und jedes Mal sterben sie durch meine Hand. Weil ich es so will. Und genauso, wie ich es will.

Bin ich deshalb schlecht? Eine Bestie? Ein Monster?

Nun, urteilt ruhig über mich. Das macht ihr ja sowieso. Ich sehe mich selber als Weltenerfinder und als Geschichtenerzähler. Und ohne meine Kinder würde keine dieser Welten oder Geschichten zum Leben erwachen.

Vielleicht begegnet euch ja mal ein Kind von mir und ihr findet vielleicht sogar Gefallen an ihm. Dann lasst es mit an eurem Tisch sitzen, nehmt es mit in die Bahn oder zum Arzt. Wenn ihr entspannt, kuschelt mit ihm auf dem Sofa, nehmt es mit in die Badewanne und vielleicht sogar mit in euer Bett. Lasst euch seine Geschichte erzählen und euch in seine Welt entführen. Lacht und weint mit ihm. Zittert und freut euch mit ihm.

Keine Sorge, das dürft ihr ruhig. Ich bin euch deswegen nicht böse. Im Gegenteil. Das würde mich sehr freuen und mit Stolz erfüllen. Denn für euch habe ich sie geboren – meine Kinder.
***
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Re: Meine Kinder, oder … Was machen Sie eigentlich so?

Beitragvon Arnulf » 29.11.2014, 20:12

Hi Ithiliel64,

du hast eine gar köstliche Geschichte geboren. Deine kurz eingeworfenen Sätze zeugen von deiner Spntanität. Inhaltlich oder stilistisch gibt es für mich kaum was anzumerken. Somit beschränke ich mich auf ein paar Schreibfehler und lass den Anderen noch etwas Futter zum Inhalt :oops:

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Man könnte sagen, die Tat hat Besitz von mir ergriffen


Na ja, das mit der "Tat" ist nicht konkret und lässt zweifeln, was nun gemeint ist. Da finde ich es passender zu schreiben: "Man könnte meinen ich bin besessen." Das reicht!

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Ich gebäre.

Hier wäre ein Ausrufezeichen eindrucksvoller.

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Aber immer sie sind liebenswert.

Da hast du nen Dreher drin. Besser wäre: "Aber immer sind sie liebenswert."

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Und trotzdem, ich liebe sie. Alle, jeden einzelnen.

"jeden einzelnen" passt nicht so richtig. Es ist/ sind ja die Geschichten (bzw. Kinder :lol: ). Daher besser "jede einzelne (Geschichte)"

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Unter meine, ja, Decke.

Hier finde ich es treffender "Ja, sogar unter meine Decke."

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Mir fällt mir nicht leicht das zu sagen.

Ne, das geht nicht. Besser: "Es fällt mir nicht leicht das zu sagen."

Schlussendlich ein wirklich super tolles Gedankenspiel. Ich habe mich köstlich amüsiert. Übernehme es bitte in irgendeines deiner Werke. Es darf nicht untergehen! :D
Kreative Grüße
Arnulf
Hinfallen ist menschlich - immer wieder aufstehen manchmal übermenschlich!
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Re: Meine Kinder, oder … Was machen Sie eigentlich so?

Beitragvon ithiliel64 » 30.11.2014, 21:26

Hallo Arnulf,

vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen, hast um dich mit meiner kleinen Geschichte zu beschäftigen. Und einen ganz herzlichen Dank für deine wohlwollende Meinung. Das freut mich ungemein, dass die Geschichte gefällt :-)

Arnulf hat geschrieben:Na ja, das mit der "Tat" ist nicht konkret und lässt zweifeln, was nun gemeint ist. Da finde ich es passender zu schreiben: "Man könnte meinen ich bin besessen." Das reicht!
Stimmt!

Arnulf hat geschrieben:Ich gebäre.

Hier wäre ein Ausrufezeichen eindrucksvoller.
Stimmt ebenfalls :oops:

Arnulf hat geschrieben:Aber immer sie sind liebenswert.

Da hast du nen Dreher drin. Besser wäre: "Aber immer sind sie liebenswert."
Stimmt auch auffallend :oops:

Arnulf hat geschrieben:Und trotzdem, ich liebe sie. Alle, jeden einzelnen.

"jeden einzelnen" passt nicht so richtig. Es ist/ sind ja die Geschichten (bzw. Kinder :lol: ). Daher besser "jede einzelne (Geschichte)"
Hmm, da bist du ein wenig auf dem Holzweg. Denn mit "Kinder" meine ich die Charakter, Personen, Protagonisten, welche die Geschichten bevölkern und zum Leben erwecken :oops:

Arnulf hat geschrieben:Unter meine, ja, Decke.

Hier finde ich es treffender "Ja, sogar unter meine Decke."

Mir fällt mir nicht leicht das zu sagen.

Ne, das geht nicht. Besser: "Es fällt mir nicht leicht das zu sagen."
Auch da stimme ich dir zu. Ich werde deine Anmerkungen in meine Geschichte übernehmen. Vielen Dank für deinen Blick darauf. Es freut mich, dass ich dich mit diesem "Werk" amüsieren konnte. Damit habe ich mein Ziel ja schon mal erreicht :-) Und da die Geschichte nun aufgeschrieben ist, wird sie auch nicht verloren gehen. Es wird in Zukunft sicher noch die ein und andere dazu kommen. Vielleicht werden sie einmal in ferner Zukunft "gesammelte Werke" ... :-D

Liebe Grüße
Ithiliel
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Re: Meine Kinder, oder … Was machen Sie eigentlich so?

Beitragvon Freezy » 01.12.2014, 20:56

Huhu ithiliel,

da mich dein Werk ebenfalls unterhalten hat und ich es supi finde, wie du dieses Thema in eine Geschichte gefasst hast, lasse auch ich dir mal meinen Senf da :)

ithiliel64 hat geschrieben:Es interessiert mich, ob " so etwas" überhaupt auf Interesse stößt und man / ihr das überhaupt lesen mögt und falls ja, wie es auf euch wirkt.

Ich hab es sehr gern gelesen und finde die Idee toll. Da steckt auch definitiv noch einiges an Potenzial drinne. Also nicht im Sinne von "das wäre besser gegangen" sondern "da kann man noch einiges reinbringen"

Gesamteindruck:
- Kreativ und zum Schmunzeln, da wir ja alle irgendwie diese "Gebärer" sind -> ergo: Identifikations-Potenzial vorhanden
- Der Text lässt sich sehr flüssig lesen, mit einer gewissen Spritzigkeit durch die kurzen Sätze und der Spontanität (wie Arnulf schon angemerkt hat)
- auch ich war anscheinend auf dem Holzweg :oops: ich habe ebenfalls den Gedanken wie Arnulf beim Lesen gehabt, dass es sich bei den Kindern um verschiedene Geschichten handelt, aber nicht um die Charaktere ansich. ABER um so intensiver wurde die Geschichte beim zweiten Lesen :)

Nun gehts ans Pflück- und Rupfwerk :mrgreen:

- im Nachhinein finde ich den Titel nicht mehr ganz so überzeugend
"Was machen Sie eigentlich so?" -> ja das ist eine Frage, mit der du Neugierde geweckt hast, aber eigentlich nicht wirklich beantwortet hast. Du sprichst zwar von Schüchternen, Tollpatschigen, Lügnern und Mördern, aber von keinerlei Handlungen, nur vom "Wesen". Also wäre vllt etwas in Richtung "Meine Kinder... oder wer sind sie eigentlich?

Andererseits beschäftigst du dich in deinem Text hauptsächlich mit der Tatsache, was DU (mit ihnen machst), nicht was sie machen^^
->
ithiliel64 hat geschrieben:Ich habe sie den ganzen Tag um mich

->
ithiliel64 hat geschrieben:wenn ich zu Bett gehe, nehme ich sie mit

->
ithiliel64 hat geschrieben:Und jedes Mal sterben sie durch meine Hand.

u.s.w ... verstehst du, worauf ich hinaus will?! Die Perspektive ist für mich irgendwie nicht ganz stimmig - das beziehe ich aber jetzt ausschließlich auf den gewählten Titel! Da würde ich einfach erwarten, dass deine Kinder mehr handeln ;)

Sööö, dann bin ich zu Anfang über eine Formulierung gestolpert
ithiliel64 hat geschrieben:und nachts ist bis um 3:00 Uhr in der Früh das Licht an?

also ich kenne das nur entweder so "bis spät in die Nacht" oder "bis morgens in der Früh" aber nachts und früh passt irgendwie nicht

ithiliel64 hat geschrieben:DasS ich sonderbar bin, scheint noch das angenehmste zu sein, was ihr mir andichtet. Ha! Andichtet ist gut.

Die Anspielung mit dem Andichten finde ich klasse (sofern ich die überhaupt richtig verstanden hab und da jetzt nichts reininterpretiert habe, was nicht beabsichtigt war ;) ). Würde aber den Infinitiv wählen -> [...]was ihr mir andichtet. Ha! Andichten ist gut.

ithiliel64 hat geschrieben:Es kommt noch schlimmer!

worauf beziehst du das? bis jetzt hast du ja noch nichts gebeichtet, wo etwas schlimmeres drauf folgen könnte ...

ithiliel64 hat geschrieben:Ich gebe es einfach unumwunden zu.

herrlicher Schmunzler! :D vorher die ganze Zeit abwechselnd Fragen und Ausrufe ... hin und her ... Spannung aufbauen und "strapazieren" und dann diese fast schon Ironie, es unumwunden zu zugeben, wo man sich doch vorher sehr wohl gewunden hat. Klasse! (ich hoffe das war jetzt verständlich, dass es positiv gemeint war)

ithiliel64 hat geschrieben:Sind es nicht wert, sich weiter mit ihnen zu beschäftigen.

Ich weiß was du damit ausdrücken möchtest, aber im Kontext ist mir das zu abwertend und bisschen widersprüchlich. Denn in den Sätzen davor ist (euphorisch) die Rede davon, dass du sie ALLE liebst. Und jetzt machst du einige auf einmal mit einer persönlichen Wertung runter. Besser würde es vllt passen, wenn du zwar erwähnst dass es manche nicht wert sind, aber sie dich trotzdem weiter gebracht haben o.Ä.

ithiliel64 hat geschrieben:Da gibt es liebevolle, anständige, humorvolle, tragisch-komische und sogar tollpatschige, schüchterne und unbeholfene. Aber immer sie sind liebenswert. Und es gibt auch die Lügner, die, die uns an der Nase herum führen, die Arroganten, die Halsabschneider, die Hinterlistigen und die Verführer. Sogar Mörder sind unter ihnen.

:2thumbs: (nur müsste im ersten Satz alles groß oder?)

ithiliel64 hat geschrieben:Ob das skandalös ist? Scheußlich? Nun, es wird zunehmend erschreckender. Denn ich muss noch etwas beichten. Mir fällt mir nicht leicht das zu sagen. Denn auch während ich es tue, fällt es mir unsagbar schwer. Habe ich Hemmungen. Es geht schließlich um meine Kinder, die ich geboren habe. Egal wie sie sind. Ich liebe sie.
Und trotzdem. Manche von ihnen sterben. Die einen sterben einen natürlichen Tod. Andere einfach, weil es so sein muss. Die einen schnell und schmerzlos. Andere langsam, qualvoll, grausam, unter Folter. Und jedes Mal sterben sie durch meine Hand. Weil ich es so will. Und genauso, wie ich es will.

Auch absolut klasse! Die Einleitung zum "morden" und dann noch dieser bestimmende Nachsatz " Und genauso wie ich es will". Super! Nur das zweite "fällt" oben würde ich ersetzen, wegen Wiederholung ;)

ithiliel64 hat geschrieben:Nun, urteilt ruhig über mich. Das macht ihr ja sowieso.

Finde ich auch super, dieses scheiß egal was ihr über mich denkt, ich schreibe halt! Man wird ja doch oft belächelt fürs Schreiben^^

Am Schluss gibts auch nichts zu meckern! Anschauliche Beispiele, schnörkellos, gerade heraus... einfach toll zu lesen.

Fazit: Ich konnte mich toll in die Zeilen einfinden und mich mit der Geschichte identifizieren. Bleibt aber vielleicht die Frage, ob es anderen Lesern, die selbst nichts mit Schreiben am Hut haben, ebenso ergeht.
Und der einzige Kritikpunkt der für mich eigentlich nur übrig bleibt: ich hätte mir mehr Handlungen deiner Kinder gewünscht, kurze Anrisse aus ihrer Welt, was sie erleben, was sie tun, wie sie sich fühlen und ob sie sich (bzw. ihren Geschwistern ;)) begegnen etc. Da ist soviel mehr noch herauszuholen^^

Ganz liebe Grüße

P.s: ich habe jetzt einfach mal überall "du" und "deine" geschrieben, obwohl ich natürlich als Kritiker von deinem Protagonisten korrekterweise sprechen müsste ;) Aber ich lass das jetzt so, weil ich denke du weißt wie es gemeint ist.
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Re: Meine Kinder, oder … Was machen Sie eigentlich so?

Beitragvon ithiliel64 » 01.12.2014, 23:04

Huhu Freezy,

auch ein dich ein ganz herzliches Dankeschön, fürs Lesen und kritisieren und somit Weiterbringen :-) Und nun sind es schon 2, denen die Geschichte gefällt. Das freut mich. Hätte ich nicht mit gerechnet, dass mein spontaner und wie du ja auch an einigen Stellen selber gemerkt und angemerkt hast, unstrukturierter und unausgereifter Monolog auf solch eine positive Resonanz stößt.

freezy hat geschrieben:- im Nachhinein finde ich den Titel nicht mehr ganz so überzeugend
"Was machen Sie eigentlich so?" -> ja das ist eine Frage, mit der du Neugierde geweckt hast, aber eigentlich nicht wirklich beantwortet hast. Du sprichst zwar von Schüchternen, Tollpatschigen, Lügnern und Mördern, aber von keinerlei Handlungen, nur vom "Wesen". Also wäre vllt etwas in Richtung "Meine Kinder... oder wer sind sie eigentlich?

Stimmt. Den Titel fand ich nach Beendigung der Geschichte auch nicht mehr passend, wusste / weiß aber noch keinen anderen. Ich lasse ihn deshalb erstmal als Arbeitstitel.
Ich dachte bei dem Titel (am Anfang) an eine dritte imaginäre Person, stellvertretend für die Meinung von Menschen, die keinen Zugang zu der (Gedanken-)Welt eines Autors haben, die dem Autor mit einer provozierenden Frage / Ansicht zu diesem Geständnis "Ich gebäre!" bringt. - Was für ein Satz! Ich hoffe, er ist verständlich? :oops: So fragt dann die imaginäre Person den Autor: "Was machen Sie eigentlich so?" Es soll implizieren, dass Autor-sein als etwas suspektes, eventuell sogar anrüchiges angesehen wird.

freezy hat geschrieben:also ich kenne das nur entweder so "bis spät in die Nacht" oder "bis morgens in der Früh" aber nachts und früh passt irgendwie nicht

Ja. Ist unlogisch. Muss ich überarbeiten! :shock:

freezy hat geschrieben:Die Anspielung mit dem Andichten finde ich klasse (sofern ich die überhaupt richtig verstanden hab und da jetzt nichts reininterpretiert habe, was nicht beabsichtigt war ;) ). Würde aber den Infinitiv wählen -> [...]was ihr mir andichtet. Ha! Andichten ist gut.

Infinitiv, ja! Hab ich mir hinter die Ohren geschrieben und wird im Text übernommen :) Und du hast die Anspielung nicht falsch verstanden :mrgreen:

freezy hat geschrieben:ithiliel64 hat geschrieben:
Es kommt noch schlimmer!

worauf beziehst du das? bis jetzt hast du ja noch nichts gebeichtet, wo etwas schlimmeres drauf folgen könnte ...

Doch. Ich habe "gebeichtet" dass ich besessen bin ;)

freezy hat geschrieben:herrlicher Schmunzler! :D vorher die ganze Zeit abwechselnd Fragen und Ausrufe ... hin und her ... Spannung aufbauen und "strapazieren" und dann diese fast schon Ironie, es unumwunden zu zugeben, wo man sich doch vorher sehr wohl gewunden hat. Klasse! (ich hoffe das war jetzt verständlich, dass es positiv gemeint war)

Schön, dass es dich schmunzeln ließ :-)

freezy hat geschrieben:Ich weiß was du damit ausdrücken möchtest, aber im Kontext ist mir das zu abwertend und bisschen widersprüchlich. Denn in den Sätzen davor ist (euphorisch) die Rede davon, dass du sie ALLE liebst. Und jetzt machst du einige auf einmal mit einer persönlichen Wertung runter. Besser würde es vllt passen, wenn du zwar erwähnst dass es manche nicht wert sind, aber sie dich trotzdem weiter gebracht haben o.Ä.

Werde ich überdenken. Danke :-)

freezy hat geschrieben:ithiliel64 hat geschrieben:
Da gibt es liebevolle, anständige, humorvolle, tragisch-komische und sogar tollpatschige, schüchterne und unbeholfene. Aber immer sie sind liebenswert. Und es gibt auch die Lügner, die, die uns an der Nase herum führen, die Arroganten, die Halsabschneider, die Hinterlistigen und die Verführer. Sogar Mörder sind unter ihnen.

:2thumbs: (nur müsste im ersten Satz alles groß oder?)

Stimmt :oops:

freezy hat geschrieben:ithiliel64 hat geschrieben:
Ob das skandalös ist? Scheußlich? Nun, es wird zunehmend erschreckender. Denn ich muss noch etwas beichten. Mir fällt mir nicht leicht das zu sagen. Denn auch während ich es tue, fällt es mir unsagbar schwer. Habe ich Hemmungen. Es geht schließlich um meine Kinder, die ich geboren habe. Egal wie sie sind. Ich liebe sie.
Und trotzdem. Manche von ihnen sterben. Die einen sterben einen natürlichen Tod. Andere einfach, weil es so sein muss. Die einen schnell und schmerzlos. Andere langsam, qualvoll, grausam, unter Folter. Und jedes Mal sterben sie durch meine Hand. Weil ich es so will. Und genauso, wie ich es will.

Auch absolut klasse! Die Einleitung zum "morden" und dann noch dieser bestimmende Nachsatz " Und genauso wie ich es will". Super! Nur das zweite "fällt" oben würde ich ersetzen, wegen Wiederholung ;)

Auch hier ein herzliches Danke :) Wie findest du: Es ängstigt mich dies einzugestehen - statt: Mir fällt mir nicht leicht das zu sagen. :?:

freezy hat geschrieben:Fazit: Ich konnte mich toll in die Zeilen einfinden und mich mit der Geschichte identifizieren. Bleibt aber vielleicht die Frage, ob es anderen Lesern, die selbst nichts mit Schreiben am Hut haben, ebenso ergeht.

Da die Inspiration aus einer Diskussion von Autoren über das Schreiben, insbesondere über ihre Protagonisten entstand, habe ich über eine breite Kompatibilität gar nicht nachgedacht ;-) Stimme dir aber zu. Jemand der selber mit dem Schreiben nichts zu tun hat, wird sich damit nicht identifizieren können. Aber vielleicht ein kleines bisschen Akzeptanz und / oder Toleranz gegenüber der schreibenden Zunft hinzugewinnen? Wäre jedenfalls schön ;-)

freezy hat geschrieben:Und der einzige Kritikpunkt der für mich eigentlich nur übrig bleibt: ich hätte mir mehr Handlungen deiner Kinder gewünscht, kurze Anrisse aus ihrer Welt, was sie erleben, was sie tun, wie sie sich fühlen und ob sie sich (bzw. ihren Geschwistern ;)) begegnen etc. Da ist soviel mehr noch herauszuholen^^

Oh je. So weit hatte ich noch gar nicht gedacht. Es sollte erstmal nur eine kleine, feine, feinsinnige Geschichte sein. Aber mal sehen - vielleicht wächst sie ja noch. Wie ein Kind ;-)

freezy hat geschrieben:P.s: ich habe jetzt einfach mal überall "du" und "deine" geschrieben, obwohl ich natürlich als Kritiker von deinem Protagonisten korrekterweise sprechen müsste ;) Aber ich lass das jetzt so, weil ich denke du weißt wie es gemeint ist.

Ja. Passt :-D

Liebe Grüße
Ithiliel
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