Mut zur Lücke

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Mut zur Lücke

 
Nutze dieses Thema um über folgenden Beitrag aus meinem Blog zu diskutieren:
Mut zur Lücke

Schreibst du schon?
Wenn nein: Was hindert dich daran?
Wenn ja: Wie weit bist du?
Wie läuft das Schreiben so?
Wo versteckt sich dein innerer Kritiker?
Hast du auch schon ein paar schließende Kreise oder kleine Ringe hinter dir?
Kennst du dieses Gefühl überhaupt?

von Jacky

Re: Mut zur Lücke

 
Ehrlich gesagt schreibe ich zurzeit nur, wenn mir eine Szene einfällt, die ich unbedingt aufschreiben muss - da sind bei mir dann auch gleich die Formulierungen da. Das kommt dann in mein Notizbuch.
Ich arbeite auch nicht an meinem Plot. Ich hab zwar schon einen groben Plot, aber meine Weltenplanung nimmt mich zu sehr in Anspruch, um mich mit der Planung der Geschichte näher zu beschäftigen - und ich schätze, sie wird das auch noch einige Zeit tun.

von naemi

Re: Mut zur Lücke

 
Normalerweise schreibe ich immer gleichzeitig an
1. Romanprojekt
2. Kurzgeschichten (immer wenn ich eine Idee habe oder einfach Lust habe zu schreiben)
3. einer Kurzgeschichtenreihe alias einer Neuinterpretation von "Alice im Wunderland"

Aber zur Zeit ist dieser Rhymthmus etwas durcheinander, dank des Heyne Wettbewerbs. Dafür habe ich mein Langzeitprojekt aus der Schublade befreit und begonnen es durchzukorrigieren (Nebenbei bemerkt war es wirklich eine großartige Sache das Ganze ein Jahr ruhen zu lassen bevor es ans Korrigieren ging).
Währenddessen bemerkte ich aber, dass die Geschichte *viel* zu lang ist, korrigierte es aber trotzdem fertig und machte mich dann daran mein aktuelles Romanprojekt abzutippen (ich hab es zur Abwechslung mal per Hand geschrieben) und weiter zu schreiben. Durch den Wettbewerb und die durch die Korrektur verlorene Zeit hatte ich einen ziemlichen Druck, der dem Projekt nur geschadet hat.
Denn seitdem habe ich keine richtige Motivation daran weiter zu arbeiten.

Dafür schreibe ich aber jede Menge Kurzgeschichten, besonders eben "Alice".
Die Geschichte um Alice und mein Schreiben ist recht komplex. Vielleicht mache ich demnächst mal einen Blog daraus, weil es definitiv zu lang wäre um es hier zu erklären...

Jedenfalls läuft es mit dem Schreiben sehr gut. Einige Kreise haben sich geschlossen, wie du so schön gesagt hast, und zum ersten Mal ist so etwas wie ein Ende in Sicht.
Wie viele Geschichten/Teile/Kapitel es dafür noch braucht, weiß ich nicht, aber es ist immerhin in Sicht und das ist eine Premiere.

Und der Innere Kritiker... Der scheint noch im Urlaub zu sein, denn den habe ich lange nicht gesehen.
Im NaNoWriMo hat er sich verabschiedet und sich nicht einmal blicken lassen (yey!), bei der Korrektur meines Langzeitprojektes war er ganz hilfreich und seitdem ist er wohl wieder im Urlaub. Ich beschwere mich jedoch nicht, von mir aus kann er bleiben wo er ist und mich weiter in Ruhe schreiben lassen.

von freakingmuse

Re: Mut zur Lücke

 
Halli-hallo!

Schön für dich, dass du mit deinem Projekt weiterkommst!

Also, mein tolles, neues Projekt (jaah, noch gefällt es mir! fragt sich, wie lang dieser Zustand noch anhält...) exisiert jetzt seit etwa anderthalb Monaten. Der Plot steht in den gröbsten Grundzügen, aber das tolle ist, es kommen immer mehr Szenen dazu, er verändert sich dauernd, wabert vor sich ihn... Ich habe bis jetzt kaum etwas geschrieben, ich recherchiere ein bisschen rum, notiere mir einzelne Textfetzen, arbeite am Plot, aber hauptsächlich besteht meine Arbeit aus Tagträumen. Das klingt nach Faulheit, aber genauso entstehen eben meine Geschichten. Szenen laufen wie ein Film vor meinem inneren Auge ab, und so entsteht nach und nach die eigentliche Story. Das ist toll; diese Phase ist meine liebste, abgesehen vom Schreiben natürlich. Ich liebe Tagträume, sie machen das Leben im allgemeinen und langweilige Schulstunden im speziellen viel interessanter.

Wie gesagt, es kommen ständig neue Einfälle, vom dem her läuft es super, auch wenn ich nicht schreibe.

Der innere Kritiker hockt in der hintersten Ecke meines Gehirns und schmollt, weil er gegen die Euphorie einer neuen Idee nicht ankommt.

Ach, du nennst das Gefühl "Kreise schließen"? Ich nenne es das "Schlüssel-im-Schloss-Gefühl", weil es plötzlich einfach passt. Aber ja, ich kenne es. Bei meinem alten Projekt hatte ich es ein paarmal. Da das aktuelle noch sehr frisch ist, haben da bis jetzt noch keine Fäden ungeplant zueinander gefunden. Ich hoffe sehr, dass das noch kommt.

Ich muss jetzt mal die Charas in Angriff nehmen. Ich hab den Charakterbogen mal grob ausgefüllt, aber ich bin noch nicht ganz zufrieden, deswegen werde ich akribisch deine Charakterentwicklung (die ich vergöttere) durchgehen und ja, der Rest sollte sich von selbst ergeben. Der erste geschlossene Kreis soll der sein, dass die Protagonisten zum Leben erwachen.

LG,
Biene

von Biene

Re: Mut zur Lücke

 
Hey,
ich habe zwar bereits angefangen zu schreiben doch bin auch ich größtenteils damit beschäftigt meine Welt zu planen (Völker, Handelssystem, Landkarte u.s.w.). Mein großes Problem ist es vorallendingen mich länger an einer Sache zu beschäftigen. Vllt. kann mir ja jemand Tipps dazu geben.

Viele Grüße Safier

von Safier

Re: Mut zur Lücke

 
Momentan habe ich leider schon länger eine Schreibpause. Irgendwie sind mir einfach alle Ideen ausgegangen. Ich habe zwar schon etwas so halb in Planung, aber da stehen vielleicht ein zwei, drei Charaktere schemenhaft und ein paar Bausteine, aber so gut wie gar keine Handlung – jedenfalls keine, die mir richtig gefällt. Ist alles so abgelutscht.
Durch deinen Eintrag habe ich aber gleich riesig Lust bekommen, endlich mal wieder zu schreiben. Wenn ich nur nicht so wenig Zeit hätte! Die nächsten Wochen habe ich fast jeden Tag mindestens eine Prüfung… Blööööööööööööööööde Schule! :evil:
Aber zum Glück habe ich irgendeinmal auch wieder Ferien, dann könnte ich endlich loslegen.

Das mit dem Kreiseschliessen kenne ich auch, das ist ja das Tolle am Schreiben! Gerade ich, die ich doch viel zu ungeduldig bin, um richtig zu plotten und das meiste nur durch Zufall entsteht, bin ja darauf angewiesen, dass es irgendeinmal einfach passt. Ich kenne ja vielmals weder den Beginn noch das Ende noch einen Mittelteil, sondern nur ein paar Charaktere und eine bestimmte Situation, die den Ausschlag gibt. Und wenn ich mich dann immer mehr in meinen Handlungen verstricke, aber plötzlich einfach alles stimmt, ist das ein wahnsinniges Gefühl. :D

von Seegurke

Re: Mut zur Lücke

 
Um ehrlich zu sein, hänge ich immernoch an meinen Profilen fest, es macht mir zwar Spaß diese auszuarbeiten, aber es passiert mir oft, dass ich mir erst über gewisse Punkte einen Kopf machen muss und das dauert dann oft Tage. Manchmal gibt es auch Dinge bei denen ich mich einfach nicht für einen Lösung entscheiden kann, das zermattert mich dann innerlich und nimmt mir auch oft ein wenig den Mut. Und wieder bleibt alles liegen. Oder aber es gibt oft Tage, an denen ich z.B auf der Arbeit oder auch privat soviel um die Ohren habe (an arbeit), dass ich für dich Story einfach keinen klaren Gedanken fassen kann. Umso mehr ich es dann versuche, desto weiter triften die Ideen und Bilder von mir, gehen verloren.
Also wie gesagt ich hänge noch bei den Profilen der Hauptcharas... :mrgreen:

von Berluca

Re: Mut zur Lücke

 
Hallo!

Ja, ich schreibe endlich wieder. Mein innerer Kritiker saß die ganze Zeit in meinem Kopf und hatte gegen alles etwas, was ich schreiben wollte, jemals geschrieben habe oder gerade aufs Papier gebracht habe. Deswegen war ich entmutigt und habe nur ein paar Ideen gesammelt, ohne sie auszuarbeiten.

Jetzt halte ich mich an das Motto 'Schreib schlecht' und damit kann ich den Kritiker gut unter Kontrolle halten. Ich meine, klar ist er noch da und sagt, wie blöd diese Geschichte ist, dieser Ausdruck, und überhaupt!!! Aber ich halte dann dagegen: Das ist nur die Rohfassung, ich darf schlecht schreiben.

Und da kann er dann nix mehr sagen. :lol:

Das Gefühl der abschließenden Kreise und Ringe kenne ich, joah. Habe schon ein paar abgeschlossene (auch sehr lange) Geschichten hinter mir, wo es sich gelohnt hat, durchzuhalten. Deswegen mag ich plotten auch nicht so sehr. Klar, ne Grundstruktur ist gut, aber die Geschichte hat ja doch nen eigenen Willen. Ich nehme den Plot als Hilfmittel zur Hand, wenn es nicht mehr weiter geht - dann bringt er mir meist Ideen, die die Geschichte wieder ins Laufen bringen. (-:

LG Silithiel

von Silithiel

Re: Mut zur Lücke

 
Hallo Jacky,

ja, ich schreibe, stecke aber momentan fest.
Ich habe bereits dreißig Seiten geschrieben, die mir aber nicht mehr gefallen haben, neu angefangen und jetzt stecke ich auf der dritten Seite wieder fest. Ich vermute, dass ich mir zu hohe Ziele setze. Am liebsten hätte ich die Geschichte schon fertig. Damit setze ich mich wahrscheinlich unter Druck.
Habt Ihr da vielleicht einen Tipp für mich.

Liebe Grüße
gini

von gini

Re: Mut zur Lücke

 
Dutzende :D

Wie wäre es mit schlecht schreiben, sich selber in den Hintern treten, bei streikenden Charakteren erst einmal plotten und Charaktere entwickeln oder auch einen der sieben Wege aus der Sackgasse verwenden?

lg
Jacky ;)

von Jacky

Re: Mut zur Lücke

 
Ja manchmal geht es mir auch so, da passt dann hier was nicht und da stimmt es nicht so wie ich es gerne hätte oder vorgestellt habe und manchmal stellt sich mir dann die Frage: sollte ich nicht einfach von vorne Anfangen? Das stimmt doch hinten und vorne nicht! Aber dann erinnere ich mich selbst: das ist ja nur die Rohfassung, der Feinschliff kommt später noch! Das darf so sein!
Und ganz ehrlich, es klappt !! Mittlerweile bin ich schon soweit, dass ich mir dann einrede: was bringt es von vorne anzufangen, dann würde es sicher wieder anfangen zu holpern und irgendwas passt anfangs nie ganz, wozu also ständig neu anfangen. Schreib einfach mal weiter und sieh was dabei raus kommt!

von Berluca