Mysteriöse und schaurige Motive [Projekt]

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Re: Mysteriöse und schaurige Motive [Projektgruppe]

Beitragvon grit » 06.09.2013, 21:03

Nahezu jeder noch so vetraute Ort kann gruselig und angsteinflößend wirken, wenn wir ihn in der Dunkelheit erleben. ( Ich meine jetzt richtige Finsternis, in der man nichts sehen kann oder allenfalls ein paar Schemen oder Schatten.) Ein Rascheln, ein nicht sofort identifizierbares Geräusch, ein Nachhall von Tönen oder Schritten - nichts ist zu sehen. Kommt da jemand? Ist da noch einer außer mir? Selbst ein kurzer, recht vertrauter Weg kann einem so endlos vorkommen. Allein und in der Dunkelheit - da kann alles zum Horror werden. Je mehr Phantasie jemand hat, um so größer die Angst.
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Re: Mysteriöse und schaurige Motive [Projektgruppe]

Beitragvon Aella79 » 08.09.2013, 12:28

Der Vorteil an einem Buch ist doch, das man anders als beim Film nicht einfach die Augen schliessen kann und abwarten, bis der Horror vorbei ist. Sofern man am fortgang der Geschichte interessiert ist, muss man weiterlesen. Fuer mich ist das die Staerke von Buechern. Es ist fuer den Autor aber sicher deutlich schwerer Horror zu verbreiten. Ganz ehrlich kan ich mich an kein Buch erinnern, was nachhaltig Grusel erzeugt hat, bei Filmen ist das anders, da man da z.T. mit so verstoerenden, wiederlichen (platten) Bildern gefuettert wird, die ich manchmal noch wochen spaeter verarbeiten muss und, ich war mal Sanitaeter....
Ich denke es kommt sehr viel auf die eigene Persoenlichkeit an, was einen Aengstigt, sprich, wofuer man empfaenglich ist. Blut, Schleim, Koerperteile sind wiederlich, erzeugen z.b. Ekel, aber fuer mich keinen Horror. Kleine, fast unscheinbare Scenen, um so mehr.
Mein Mann kam neulich mit unserem Sohn auf dem Arm (Baby) ins Wohnzimmer, ploetzlich hat unser Sohn gekreischt und eine unserer Katzen, die in die selbe Richtung geschaut hat, erstarrte... mein Mann meinte daraufhin: "Heisst es nicht, das Kinder und Katzen Dinge sehen koennen, die wir nicht mehr sehen?"... ich habe mich fast totgegruselt.
Es war eine kleine Abweichung, mit einem dahingesagten Kommentar den ich sau gruselig fand. Ohne den Satz waere mir wohl nichts weiter aufgefallen. Es ist die Angst vor etwas unsichtbaren, was uns umgibt und wir manchmal meinen wahrzunehmen,wenn man Gaensehaut, ohne Grund bekommt o.ae. dazu muss man aber glaube ich auch anfaellig fuer son Quatsch sein.
Ein anderes gutes Genre, was Horror sehr gut verbreiten kann sind div. PC Spiele (vor allem aus der Ego Perspektive), da man hier quasi, wenn man sich darauf einlassen kann, mittendrin ist. Man trifft selbst Entscheidungen, in der Art: Gehe ich jetzt den Gang lang oder nicht??? Hier liegt der Horror wohl darin, das man weiss, das was passiert, man weiss aber nicht was und wann...
Zusammenfassend denke ich liegt der Horror in etwas lauerndem, unsichtbaren, von dem immer behauptet wird, es existiert nicht und Zweifel an unserer Wahrnehmun schuert, am besten so, das man denkt man wird verrueckt, isoliert von den Menschen um uns, da wir vielleicht als Einzige das Wahrnehmen, oder eben, das wir darauf warten unser Leben verteidigen zu muessen, ohne zu wissen, wann, wo und warum ...
Das in Buchern zu transportieren empfinde ich als verdammt schwer, da man entscheiden muss was der Leser wissen, sehen darf....
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Re: Mysteriöse und schaurige Motive [Projektgruppe]

Beitragvon Pferdinand » 22.07.2015, 15:52

Danke euch Personen aus der Vergangenheit für eure zahlreichen Ideen! War leider lange nicht mehr hier, habe mich aber auch zwei Jahre später noch über die Ausstrahlung der ganzen Einfälle gefreut die wir hier gesammelt haben :)

Vielleicht findet sich ja noch jemand, der Nutzen hieraus ziehen kann, ich werde mir definitiv noch den ein oder anderen Gedanken hierzu durch den Kopf gehen lassen.

Alles Liebe,
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Re: Mysteriöse und schaurige Motive [Projektgruppe]

Beitragvon Robert Brannon » 22.07.2015, 18:39

grit hat geschrieben:[...] in der Dunkelheit erleben. ( Ich meine jetzt richtige Finsternis, in der man nichts sehen kann oder allenfalls ein paar Schemen oder Schatten.) Ein Rascheln, ein nicht sofort identifizierbares Geräusch, ein Nachhall von Tönen oder Schritten - nichts ist zu sehen.


Interessanter Thread, habe den gar nie gesehen, daher danke fürs ausgraben.

Zum Zitat; da hat mir mein Bruder mal erzählt (als wir es über unsere grössten Ängste hatten, waren da um die 12-14), und das hat mich fasziniert: am schlimmsten fände er es, in einem übersichtlichen, hellen Raum zu stehen, und zu wissen, das etwas kommt, das ihn ziemlich übel zurichten wird ("ein Bein ausreissen" hatte er gesagt :P). Er wird es nicht sehen, bestenfalls hören, aber er kann nicht weg. Er war da vielen 12 Jährigen wohl schon voraus punkto Horrorvorstellungen. Meine grösste Angst hingegen war, die Kontrolle über mein Handeln zu verlieren und es selbst nicht zu bemerken (wie evt bei einer bipolaren Störung).

Ich versuche viele gruselige Dinge in meine eigentlich unbeschwerte Geschichte einfliessen zu lassen; und der wahre Horror wird durch das eigene Unverständnis geboren (das bricht auch hartgesottene).
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Re: Mysteriöse und schaurige Motive [Projekt]

Beitragvon Anchesa » 09.10.2015, 22:36

Zu Wesen möchte ich noch hinzufügen: Vogelscheuchen und Wasserspeier. Und Puppen! Oder geht das nur mir so? Ich suche gerade auch noch ein paar gruselige Wesen. Bzw eigentlich alltägliches, das gruselig wird (wie zum Beispiel Puppen, wenn sie auf einmal lebendig werden etc).
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Re: Mysteriöse und schaurige Motive [Projekt]

Beitragvon Helfstyna » 10.10.2015, 22:58

Anchesa hat geschrieben:Zu Wesen möchte ich noch hinzufügen: Vogelscheuchen und Wasserspeier. Und Puppen! Oder geht das nur mir so? Ich suche gerade auch noch ein paar gruselige Wesen. Bzw eigentlich alltägliches, das gruselig wird (wie zum Beispiel Puppen, wenn sie auf einmal lebendig werden etc).


Nein, das geht nicht nur dir so.
Puppen sind gruselig, ganz besonders Clownpuppen in Kombination mit Kindern.
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Re: Mysteriöse und schaurige Motive [Projekt]

Beitragvon Hark » 10.10.2015, 23:48

Plots für Schauer bis Horror liefern im Grunde alle Situationen, die dem Menschen von Natur aus unangenehm sind. Das sind Bedrohungen aller Art und unerwartete Veränderungen. Beispiele:

Beobachtet werden
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Ein scheußliches Gefühl, wenn wir den Eindruck haben, jemand würde uns beobachten. Wissen aber nicht wer. Und wo sich das Beobachtende versteckt. Ein solcher unangenehmer Druck kann noch verstärkt werden durch

Eindringen in private Sphäre
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Anzeichen, dass jemand anders in der Nähe ist (Klassiker: Der Horla / Guy de Maupassant). Oder dass jemand (für den Leser erkennbar) offensichtlich in unlauterer Absicht in die Intimsphäre des Protagnisten eindringt. Vielleicht neigt die Person dazu

Menschen zu manipulieren
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und verpasst der Hauptfigur eine Kopfwäsche, zerstört eine intakte Beziehung u.s.w. Besonders bedrückend wird es es dann häufig weil

man kann nicht reden / Ignoranz durch die Umwelt
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man über "es" nicht spricht. Und überhaupt scheint der Leser die einzige Person zu sein, welche die bösen Zusammenhänge durchschaut. Niemand redet, alle scheinen Zombies zu sein, und alle tun grundsätzlich das Verkehrte.

Eindringen in die Intimsphäre
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Unangenehm, wenn die Barriere verletzt wird, die zwei Menschen unsichtbar von einander trennt. Unerwünschte Berührungen. Vielleicht Gewalt.

Unerwartete Abweisung
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Schatten auf der Beziehung, still und schleichend führen zu einer unerwarteten Abweisung. Das Böse strickt seinen Faden.

Gezwungen werden
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Wir hassen Zwänge und lieben die Freiheit. Gezwungen werden ist unangenehm. Unausweichlicher Zwang ist geradezu quälend.

Unschöner Fund
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Ein Brief, der eine Lüge enthüllt. Ein mysteriöser Anruf, ein Klopfen im Schrank, ein Alptraum, die Botschaft einer somnambulen Schläferin ... führt zu einer grauenhaften Entdeckung.

Eingesperrt sein
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Neben dem Zwang ist die physikalische Beraubung der Freiheit eine besonders unangenehme Situation. Vor allem dann, wenn die Mauern gar nicht so hoch sind. Die schüchterne junge Frau, die in der Sekte den untersten Rang einnimmt. Sie könnte gehen. Doch sie schafft es nicht. Oder die alleinerziehende Mutter. Sie kann nicht weg. Wohin soll sie gehen mit den vier Kindern? U.s.w.

Diese Liste ist ganz sicher nicht vollständig und darf gerne ergänzt und erweitert werden.
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Re: Mysteriöse und schaurige Motive [Projekt]

Beitragvon Anchesa » 11.10.2015, 09:37

Wo ich unter "Unschöner Fund", das "Klopfen im Schrank" lese... Schränke allgemein. Alle Möbelstücke, unter denen man sich verstecken kann...also im Schrank, unterm Bett, hinter einer Tür. Es gab/gibt doch diese Sendung "X Faktor, das Unfassbare" (sehr inspirierend, wenn man mal ein bisschen nach Ideen sucht im Bereich Grusel :D). Da gab es mal eine Folge "Das Monster im Schrank", wo ein kleiner Junge immer Geräusche aus dem Schrank gehört hat und dann irgendwann darin verschwunden ist. Als ich klein war, konnte ich danach wochenlang nicht schlafen, geschweige denn Dinge aus meinem Schrank holen =D
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