[Liebe]Nie für immer Teil 2

Liebe, Romantik, Sehnsucht

[Liebe]Nie für immer Teil 2

Beitragvon LiaPetterson » 04.02.2014, 21:37

Teil 2

Ich sitze mit Sanni in einem kleinen Cafe und erhole mich von den Strapazen des Einkaufsmarathons. Sanni ist einfach unerbittlich, ich hätte schon vor Stunden aufhören können schließlich bin ich bereits im ersten Geschäft Besitzerin eines Hosenanzuges, zwei Blusen, einem Kleid und einem Rock geworden. Ich werde nur einem einzigen Geschäftstermin haben, da kann ich nur ein Teil von meinen neuen Errungenschaften anziehen. Zudem hasse ich solche Klamotten, richtig wohl fühle ich mich nur in Jeans und T-Shirt. Sanni nötigte mich aber noch zu neuer Unterwäsche und Pumps. Ok die Unterwäsche ist heiß und würde bestimmt noch zum Einsatz kommen, aber die Pumps würde ich nicht anziehen. Viel zu unbequem.

Sanni plappert ohne Luft zu holen und schwärmt, ohne Punkt und Komma, von den Vorzügen einer Ehe. Schon seit Jahren liegt sie mir in den Ohren, dass ich beziehungstechnisch endlich sesshaft werden sollte. Ich stellte meine Ohren auf Durchzug und scanne die Auslagen mit den Torten. Eine größere Auswahl an, absolut überragenden Torten, hatte ich noch nie gesehen. Ich bestelle ein großes Stück Sahnetorte mit Eierlikör und bringe Sanni damit fast zum Überschäumen.

"Du sollst mir mal zuhören und nicht ständig solche Torte vor meinen Augen essen. Ich bekomme schon Pickel wenn ich dir nur zusehe, mal abgesehen davon, dass ich bestimmt schon wieder ein Pfund zugenommen habe."
Ich schaue sie nur mit großen Augen an stopfe mir den Rest in den Mund. Wir sind heute gefühlte zwanzig Kilometer gelaufen, da darf ich ungestraft ein paar Kalorien nachladen. Kopfschüttelnd und mit verdrehten Augen erspare ich ihr eine Antwort, zudem gehe ich dreimal die Woche ins Fitnessstudio um dem Grauen der Zeit entgegenzuwirken. Alles Dinge die einem in einer Ehe scheinbar abhanden kommen. Den Kommentar dazu schlucke ich lieber herunter, denn ich möchte mich mit Sanni nicht verkrachen. Sie ist die Einzige die mich noch so nimmt wie ich bin. Von Mike mal abgesehen, aber der ist ja mein Bruder und das ist dann etwas anderes.

Ich scanne nochmal die Tortenauslage und habe das Gefühl beobachtet zu werden. Aus dem Augenwinkel erkenne ich einen Mann am Nebentisch, der sich leicht zu mir herüber beugt. "Ich mag Frauen mit einem gesunden Appetit. Darf ich dich zu einer weiteren Torte einladen?" Er flüstert ganz dicht an meinem Ohr. Ich glaube mir steht der Mund offen. Was fällt dem denn ein und wieso wird mir gerade so verdammt heiß. Bin ich etwa rot geworden?
Gerade als ich ihm eine patzige Antwort geben will ist mein Sprachzentrum ausgefallen. Ich sehe ihn mir genau von oben bis unten an. Nicht schlecht, hätte ich jetzt gerne gesagt, aber wie gesagt mein Sprachzentrum....

Er ist bestimmt so alt wie ich, vielleicht sogar ein, zwei Jahre älter, was ihn nicht unattraktiver macht. Er hat volles Haar, das strubbelig nach hinten gekämmt und an den Seiten von feinen Silberfäden durchzogen ist. Scheinbar versucht auch er dem körperlichen Verfall in einem Fitnessstudio entgegen zu wirken, denn unter seinem T-Shirt erkennt man einen durchtrainierten Körper. An den Enden seines Shirts schauen frech ein paar Tattoos heraus. Seine Jeans hängt ein wenig zu tief auf den Hüften. Himmel hilf mir, den würde ich gerne mit nach Hause nehmen.

"Ich hoffe dir gefällt was du siehst." Er grinst mich an und hält mir eine Serviette hin. Ich erwache aus meiner Starre und ziehe die Augenbrauen zusammen. "Was soll ich denn damit", blaffe ich ihn an nehme die Serviette aber doch. "Damit kannst du dir den Sabber vom Mund wischen".
Sanni versteht die ganze Situation falsch und springt wütend auf. "Bella ich muss jetzt nach Hause und habe keine Lust zuzusehen, wie du die Männer schon in einem Cafe anspringst." Mit den letzten Worten ist sie aufgesprungen und hat das Cafe verlassen.

"Tut mir Leid, habe ich deine Freundin verscheucht? Das war nicht meine Absicht. Ich würde dich wirklich gerne zu einem Stück Kuchen einladen. Du siehst ziemlich hungrig aus." Wenn er wüsste auf was ich hungrig bin. Kaum hat er das ausgesprochen, setzt er sich auf Sannis Platz und winkt die Bedienung heran. "Für die hungrige Frau neben mir bitte einmal von der Eierlikörtorte und ich hätte gerne einen Cupcake."
"Geht´s noch? Ich will keinen Kuchen mehr." Dafür würde ich dich gerne jetzt auf der Stelle und sofort über mir spüren und zwar nackt, was ich natürlich nicht ausspreche. Meinen Einwand wegen der Torte ignoriert er einfach.

Als der Kuchen vor mir auf dem Tisch steht kann ich nicht widerstehen und esse ihn doch. Mein Gegenüber sehe ich dabei nur mürrisch an. "Wohnst du hier in der Gegend, oder wollen wir zu mir fahren",fragt er, hoffentlich scherzend. Er sieht mich an und wartet auf eine Reaktion. Genau kann ich nicht sagen, ob er es ernst meint, oder ob er mich nur verarscht, eigentlich sieht er nicht aus, wie einer der für eine schnelle Nummer, Frauen in einem Cafe ansprechen muss. Wären da nicht seine funkelnden Augen, die mir zu verstehen geben, dass er es sehr ernst meint.

Völlig durch den Wind muss ich gestehen, ich weiß nicht wie ich reagieren soll. Normalerweise bin ich diejenige, die die Kerle so unverschämt anmacht und dann zu mir nach Hause lockt. "Wir gehen zu mir", blaffe ich mit hochgezogenen Augenbrauen, damit werde ich ihn hoffentlich verschreckt haben. Ich sortiere meine Einkaufstaschen und mache mich auf den Weg nach draußen.

Die frische Luft tut mir gut, diese ganze Situation ist mir zu viel geworden. Ohne mich umzusehen marschiere ich los. "Ist es noch weit?" ertönt diese bezaubernde Stimme hinter mir. Ich wirbel so schnell herum, dass mir ein wenig schwindelig wird. Bevor ich ins straucheln komme fängt er mich auf und hält mich etwas länger als nötig fest. Oh oh gar nicht gut. Dort wo seine Hände meine Schultern berühren fängt es an zu kribbeln und in meinem Bauch fängt es verdächtig an zu pochen.

Vielleicht sollte ich doch mal zu einem Arzt gehen. Sanni und Mike haben vielleicht wirklich recht, wenn sie immer behaupten mit mir stimmt was nicht. Aber das ich jetzt nicht mehr normal einkaufen gehen kann ohne das ich einen Kerl, wenn auch einen überdurchschnittlich anziehenden, im Schlepptau habe, macht mir doch ein wenig angst und ich sollte mal über ernsthafte psychische Erkrankungen nachdenken.

"Also, wie lange muss ich noch warten bis ich dir deine Klamotten vom Leib reißen darf." Er scheint meine Fassungslosigkeit ernsthaft zu genießen, er grinst von einem Ohr zum anderen. Unfassbar, ich bringe tatsächlich nur noch "Wir sind schon da", hervor. Nun ist es an ihm, erstaunt zu schauen. Dabei schnellt eine Augenbraue nach Oben und er sieht mich fragend an.
Da ich schon lange über meinen vernünftigen Punkt hinweg bin, gehe ich ins Treppenhaus und deute auf den Fahrstuhl. "Meine Wohnung ist ganz oben, ich möchte nicht das du dich schon beim Treppensteigen verausgabst, steig ein".
Ja,ich kann auch anders, was er mit einem leichten Keuchen quittiert. Im Fahrstuhl können wir uns kaum ansehen, aber es knistert verdächtig und ich vermute, wenn wir nicht schnell genug hier rauskommen sind wir für eine elektrische Überspannung verantwortlich.


In Teil 3 geht es weiter
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Re: Nie für immer Teil 2

Beitragvon CraX » 10.02.2014, 15:20

Hallo LiaPetterson,

... und weiter geht’s ...

ich hätte schon vor Stunden aufhören können komma schließlich bin ich bereits im ersten Geschäft Besitzerin eines Hosenanzuges, zwei Blusen, einem Kleid und einem Rock geworden.


Ich werde nur einemn einzigen Geschäftstermin haben


Mit Kommas habe ich selber Probleme, aber hier würde ich sie so setzen:
Sanni plappert komma ohne Luft zu holen und schwärmt, ohne Punkt und Komma, von den Vorzügen einer Ehe.


Ich stellte meine Ohren auf Durchzug und scanne die Auslagen mit den Torten

Achte auf die Zeit: stellte /scanne

Eine größere Auswahl an, absolut überragenden Torten, hatte ich noch nie gesehen.


Ich bekomme schon Pickel wenn ich dir nur zusehe, mal abgesehen davon, dass ich bestimmt schon wieder ein Pfund zugenommen habe."

Obwohl mir der erste Teil des Satzes gefällt, stört mich eine Kleinigkeit daran: Pickel würde ich eher zu den Teenagerproblemen zuordnen, wenn die Erzählerin aber 41 ist, vermute ich die Freundin in einem ähnlichem Alter. Im zweiten Teil hört es sich eher so an, als habe sie gerade selber auch einen Kuchen gegessen. Kürzen und zuammenfassen?: „Ich nehme schon ein Pfund zu, wenn ich dir nur zusehe." Nicht ganz so witzig, aber vielleicht stimmiger.

Ich schaue sie nur mit großen Augen an undoderkomma stopfe mir den Rest in den Mund.


Kopfschüttelnd und mit verdrehten Augen erspare ich ihr mir eine Antwort.

Den Teil vielleicht auch ganz rausnehmen, da sie ja zwei Zeilen weiter erneut auf die Bemerkung der Freundin reagiert, es liest sich seltsam, wenn ein Vorgang (hier die Gegenreaktion) zweimal beschrieben wird.
Das Augenverdrehen ist zudem etwas, dass ich nicht zu oft wiederholen lassen würde (Tauchte am Start des ersten Teils bereits auf).

Sie ist die Einzige komma die mich noch so nimmt komma(?) wie ich bin.


Von Mike mal abgesehen, aber der ist ja mein Bruder und das ist dann etwas anderes.

Ich glaube, den letzten Teil kann man sich denken und sparen.

Aus dem Augenwinkel erkenne ich einen Mann am Nebentisch

Statt „erkennen“ vielleicht nahm ich einen Mann ... wahr. "Erkennen" könnte irreführend sein.

Darf ich dich zu einer weiteren Torte einladen?

Würde ein fremder Mann eine 41jährige gleich duzen?

Bin ich etwa rot geworden?

Er hat den Satz ja gerade zu Ende gesprochen, da liegt mir die Reaktion zu weit in der Vergangenheit (Mit den Zeitformen habe ich selber Probleme, aber ich denke, es müsste erlaubt sein):
Werde ich etwa rot?

Gerade komma als ich ihm eine patzige Antwort geben will komma(?) ist mein Sprachzentrum ausgefallen.


Nicht schlecht, hätte ich jetzt gerne gesagt, aber wie gesagt mein Sprachzentrum....

Statt Sprachzentrum (unschön) zu wiederholen, würde ich es hier anders formulieren.

Seine Jeans hängt ein wenig zu tief auf den Hüften.

Kann man so etwas im Sitzen erkennen?

"Ich hoffe dir gefällt was du siehst."

Also da sind noch jede Menge weiterer Kommafehler im Text, die ich jetzt nicht weiter bearbeiten will, da es zunehmend ausufert. Mit dem Thema musst du dich (wie ich) noch einmal näher beschäftigen.

"Damit kannst du dir den Sabber vom Mund wischen"

Also ich bin da nicht ganz vom Fach, aber eine Dame im reifen Alter würde ich nicht so ansprechen.

Mit den letzten Worten ist war sie aufgesprungen und hat das Cafe verlassen.

"Wohnst du hier in der Gegend, oder wollen wir zu mir fahren",fragt er, hoffentlich scherzend.

Warum hoffentlich scherzend? Oben wünscht sie sich ihn doch nach Hause.

Die frische Luft tut mir gut, diese ganze Situation ist mir zu viel geworden.

Du springst schon wieder in die Gegenwart.

Dabei schnellt eine Augenbraue nach Oben und er sieht mich fragend an.
Da ich schon lange über meinen vernünftigen Punkt hinweg bin, gehe ich ins Treppenhaus und deute auf den Fahrstuhl.

Gefühlsmäßig oder vom Zeitablauf fehlt mir hier etwas. Ihr Wohnhaus erscheint mir zu plötzlich aus dem Nichts.

Ja,ich kann auch anders, was er mit einem leichten Keuchen quittiert.

Keuchen verwirrt mich hier. Klingt so, als hätte er jetzt doch die Treppe genommen.

Insgesamt hatte ich beim 2. Teil den Eindruck, dass du ein weinig nachlässig geworden bist. Die Kommafehler häufen sich und ab und zu fehlt auch ein Leerzeichen (oder es ist mir im 1.Teil noch nicht so aufgefallen). Aber auch der Umgangston und die Gedankengänge passen nicht zu dem Alter der Frau, aber ich habe es mehrmals nachgeschlagen, die Frau ist 41, oder irre ich mich da? In diesem Alter ist es auch eher ungewöhnlich, in Nachbarschaft (noch) mit dem Bruder zu wohnen.

OK, das war jetzt eine ganze Menge, aber das soll dich nicht abschrecken.
Die Story gefällt mir (bis jetzt) ganz gut und ich würde sie auch gerne weiter lesen. Dein Stil ist nach wie vor spritzig und frisch, aber vielleicht ein bisschen zu „jung“. Oder du änderst das Alter von der Prota und sprichst damit auch gezielter die jüngeren Leser an.

Bin neugierig, wie es weiter geht.
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Re: Nie für immer Teil 2

Beitragvon LiaPetterson » 11.02.2014, 08:39

Hallo CraX,

vielen Dank für die Mühe, die du dir gemacht hast. Du hast Recht, meine Satzzeichen/Kommata sind ein graus, aber ich arbeite daran.
Die gefundenen Fehler werde ich bearbeiten und den Text nochmal gründlich korrigieren.

Es freut mich, dass dir der Text soweit gefallen hat. Wahrscheinlich hast du recht und ER würde SIE nicht einfach duzen.(darüber werde ich nochmal nachdenken) Obwohl sie tatsächlich noch nicht wirklich erwachsen ist, was man aber auf den ersten Blick nicht sehen kann.

Und mit 41 Jahren ist mal noch keine reife Dame. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. :lol: DAS REIFE ALTER GEGINNT ERST MIT 70+ :shock:

Ich hoffe der Rest der Geschichte gefällt dir ähnlich gut. Teil 3 kommt demnächst.

LG Lia
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Re: Nie für immer Teil 2

Beitragvon MariaMagdalena » 06.04.2014, 19:59

Liebe LiaPetterson,

ebenso wie dein erster Teil gefällt mir auch dein zweiter ausgesprochen gut. Ich kann mir schon ein ganzes Buch mit den Abenteuern deiner Protagonistin vorstellen. So wie ich es im ersten Teil verstanden habe, ist sie auch erst 31, da passt dein junger Schreibstil noch sehr gut.

Hier ein paar kleine Anmerkungen von mir:

aber die Pumps würde ich nicht anziehen. Viel zu unbequem.
Warum hat sie sie denn dann gekauft?

Ich schaue sie nur mit großen Augen an stopfe mir den Rest in den Mund.


Schön frech.

Ich scanne nochmal die Tortenauslage
Zweimal scannen finde ich langweilig.

Sanni versteht die ganze Situation falsch und springt wütend auf. "Bella ich muss jetzt nach Hause und habe keine Lust zuzusehen, wie du die Männer schon in einem Cafe anspringst." Mit den letzten Worten ist sie aufgesprungen und hat das Cafe verlassen.
3x springen nacheinander

wie einer der für eine schnelle Nummer (,) Frauen in einem Cafe ansprechen muss.


"Wir gehen zu mir", blaffe ich mit hochgezogenen Augenbrauen, damit werde ich ihn hoffentlich verschreckt haben.
Finde ich nicht ganz so glaubwürdig, denn eigentlich will sie ihn doch vögeln, oder?
ich bringe tatsächlich nur noch "Wir sind schon da", hervor. Nun ist es an ihm, erstaunt zu schauen. Dabei schnellt eine Augenbraue nach Oben und er sieht mich fragend an.


Was ist daran so überraschend?

....

So, das war es auch schon. Er hat mir wirklich gut gefallen, Dein Text. Freu mich auf Teil 3
LG Maria
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Re: Nie für immer Teil 2

Beitragvon LiaPetterson » 10.04.2014, 07:54

Hallo Maria,

vielen Dank für deinen netten Kommentar. Es freut mich, dass dir die Geschichte gefällt.

Ursprünglich war die Prota etwas älter, das habe ich aber geändert.

Deine Anmerkungen habe ich alle notiert und werde sie bei der nächsten Überarbeitung berücksichtigen.

LG Lia
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