No-Go-Titel

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Re: No-Go-Titel

Beitragvon Zytra » 22.04.2014, 20:16

inmutanka hat geschrieben:Na ja, da frage ich mich, warum die Verlage für ein deutsches Buch einen englischen Titel wählen, wenn sie ihn dann noch einmal auf deutsch wiederholen für diejenigen, die nicht Englisch können. Fühlt sich für mich schizo-maßig an.


Weil es manchmal den Titel in der übersetzten Form bereits gibt und durch den Doppelnamen noch eine Unterscheidung hergestellt wird, ohne dass der Verlag deshalb einen komplett neuen Titel erdenken muss.
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Re: No-Go-Titel

Beitragvon Bonaventura » 26.04.2014, 12:58

Der Arschdoktor

Das wär doch ein Supertitel für ne Bukowski-Geschichte. :mrgreen:

Herzblut: Kluftingers neuer Fall
Tödlicher Absturz: Ein neuer Fall für Julia Durant
Verachtung: Der vierte Fall für Carl Morck, Sonderdezernat Q

Ist denk ich tatsächlich ein Problem, jeden Teil einer Serie oder von Geschichten, die sich jeweils um dieselbe Hauptfigur drehen, schon durch den Titel zusammenzubinden und dem potenziellen Leser eindeutig als zusammengehörig zu kennzeichnen. So ne richtig tolle Lösung will mir da auch nicht einfallen: "Harry Potter und der..." ist ja auch nicht so super. Und "Tintenherz" war noch ein toller Titel, aber "Tintenblut" und "Tintentod" ist dann irgendwie schon ziemlich generisch.

Besser find ichs eigentlich gelöst, wenn man einfach einen Namen für die Serie hat ("Herr der Ringe", "Gormenghast") und dann eben für jedes einzelne Buch darin ganz unabhängig und ohne die Notwendigkeit des verbalen Verbindens einen Titel suchen kann.

Warum muß eigentlich fast jeder Roman der sich mit lebenden Leichen beschäftigt eines dieser Wörter im Titel haben?
(Okay .. damit ein Zombie Freak die Bücher auch schnell bei Amazon & Co findet)
Das isses halt auch. Genreromane sollen eben am besten gleich am Titel für den Leser eindeutig als solche auffindbar und erkennbar sein. Ein Titel hat ja auch eine Funktion, die über das "Hört sich toll an" hinausgeht. Wenn die geneigte Leserin auf der Suche ist nach einem neuen Schmachtfetzen, der so ähnlich ist wie "Der xx des Highlanders", dann ist "Der yy des Highlanders" ein Titel, der ihr die Suche erheblich erleichtert. Also alles richtig gemacht.


Vielleicht ist es aber mit Titeln wie mit allen anderen Wörtern: Sagt man sie sich zu lange vor, klingen sie blöde. Wenn ich mal so in mein Regal schaue: So richtig super sind die meisten Titel nicht. Hat mich nicht am Kaufen gehindert.
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Re: No-Go-Titel

Beitragvon Bonaventura » 29.04.2014, 19:31

Da machen sie dann beim Verlag wahlweise ein "ad sum - Tödliches Beisein" oder ein "ad sum - Dabeisein ist alles" draus. Stell Dich schon mal drauf ein. :twisted:
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Re: No-Go-Titel

Beitragvon Fredda1002 » 30.04.2014, 19:42

Hi,
ich habe mir die Kommentare mal durchgelesen (nebenbei: ich finde den Thread cool!) und bin auf einige Buchtiteltypen gestoßen, mit denen ich auch schon Erfahrungen gemacht habe.
Zum Beispiel bei der Reihe Septimus Heap, die ich eigentlich gerne mag, da weiß ich echt nicht warum die Bücher beispielswiese Fyre (und nicht Fire) oder Darke (und nicht Dark) genannt wurden. Liegt das wirklich nur an fehlenden Ideen, will der Autor das Ganze nur interessanter machen? Wenn es da einen tieferen Sinn gibt - ich habe ihn noch nicht erkannt.....

Naja, ich bin jetzt mal mein Bücherregal durchgegangen, und auf ziemlich viele verschiedene Titelarten - Ttielgestaltungen gestoßen.
Es gibt Bücher da steht einfach "Der/Die/Das....." oder einfach nur ein Wort wie "Wunder" (an der Stelle: das Buch ist echt empfehlendswert, aber der Titel wirklich absolut nichtssagend, obwohl er, wie ich finde, passt).

Ich glaube, ob ein Titel gelungen ist, kann man auch erst sagen, wenn man das Buch gelesen hat, weil man dann eventuelle Assoziationen begreift, vor allem bei sehr kurzen Titeln.
Das Problem ist eben, dass, wenn der Titel nicht ansprechend ist, das Buch sofort ins Regal zurückgestellt wird. Leider, also ist meine Regel, dass ich immer erst den Klappentext lese, wobei auch der manchmal ziemlich ungenau ist, oder einfach aus einer zitierten bzw. verkürzten Textstelle besteht oder aus z.B. einer Prophezeiung (meistens Fantasy, wenn es denn so etwas im Buch gibt). Dann hilft einem auch der Klappentext nichts. :(

Wortspiele bei Titeln finde ich generell nicht schlecht, aber bei Bis(s) ist das irgendwie...übertrieben? Also, irgendwie gefallen mir diese Klammern nicht......aber ob der Titel gut ist, entscheidet ja letztendlich der Leser, und Twilight hat ja viele Fans.
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Re: No-Go-Titel

Beitragvon Sternenherz » 23.06.2014, 17:15

Letzten Endes ist es doch Geschmackssache. Und wenn man sich den Thread hier mal durchliest, schießt mir direkt eine Frage in den Kopf:

Was bleibt denn da noch übrig?

Ich stöbere viel in Bücherforen herum, da ich neben dem Schreiben halt auch eine absolute Leseratte bin und mir fällt immer wieder auf, dass den meisten Lesern das völlig egal ist ob ein Titel zum Beispiel Englisch ist, obwohl das Buch Deutsch, oder eventuell sogar beides beinhaltet. Ich glaube da machen (insbesondere angehende) Autoren sich manchmal viel Kopf um nix.

Ich suche derzeit zum Beispiel auch für ein Fantasy Projekt einen passenden Titel, obwohl ich mit dem Arbeitstitel eigentlich zufrieden bin. Aber liest man sich alles so durch, was als No Go gilt... kann einem echt schlecht werden und man lässt es lieber gleich bleiben :)
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Re: No-Go-Titel

Beitragvon KwonMinJae » 01.08.2014, 23:03

Ich finde Titel wie 'Höllen-Flirt', sind ein No-Go :D
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Re: No-Go-Titel

Beitragvon LeeAres » 13.08.2014, 00:26

No-Go Titel, schwierige Sache.
Mir fällt im Moment kein bestimmter ein, aber ichmag es überhaupt nicht, wenn die Titel aus einem ganzen Satz bestehen.
Außerdem sollten die Titel, sofern sie in Deutschland spielen und rein gar nichts mit Amerika/England zut utn haben, auch auf Deutsch geschrieben werden.
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Re: No-Go-Titel

Beitragvon Fredda1002 » 04.09.2014, 22:35

Aber mal die gegenfrage zu diesem Thread:
Im Grunde sind die meisten Titel doch irgendwie nicht gut gelungen: Wenn sie poetisch sind und gut klingen, sind sie nichtssagend.
Wenn sie sich auf den Inhalt beziehen, dann verraten sie entweder alles oder sind zum Kotzen.
Wenn sie einfach aufgrund einer Reihe auf einen ähnlichen Namen getauft werden (Bsp. die "Bis(s)" reihe) dann sind sie auch nichtssagend oder ausgelutscht.
Wortwitz im Titel ist entweder auch ausgelutscht, falsch übersetzt (aus dem englischen) oder verfehlt die Wirkung.
usw.
usf.
Ich schaue auf mein Bücherregal und auf fünf schlechte Titel kommt ein guter.

Ein Beispiel, das ich gerne anführen würde, ist da zum Beispiel ein Buch mit dem Titel "Wunder": Klar, klingt nichtssagend, auch irgendwie abgedroschen und zu kurz um wirklich Bezug auf etwas Konkretes im Buch zu haben. Theorethisch könnte man jedes Buch "Wunder" nennen, oder?
Aber liest man das Buch und schaut danach auf den Titel, dann denkt man sich: Passt doch super, der Titel hat wirklich eine Bedeutung im Buch!!

Einen guten Titel finde ich eigentlich "Drachenläufer": im Buch kommen mehrfach Drachenläufer vor, der Titel ist kurz, einprägsam und markant.
Vom selben Autor gibt es ein Buch, das "Tausend strahlende Sonnen" heißt: Diesmal klingt der Titel vielleicht poetisch, hat aber bis auf eine einzige Textstelle in dem Das Gedicht mit dieser Zeile erwähnt wird, null Bezug zum Buch, deshalb finde ich ihn gänzlich ungeeignet.


Mein Fazit: Es gibt keinen perfekten Titel, und manchmal muss man sich dann Entscheiden: kurz, einprägsam und poetisch oder eben der Bezug zum Inhalt und kreativ.
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Re: No-Go-Titel

Beitragvon Lindberg » 14.09.2014, 13:31

Ich würde sie zwar nicht unbedingt als No-Go-Titel abstempeln aber so langsam gehen mir diese Ein-Wort-Titel ziemlich auf den Zünder ("Erbarmen", "Erwartung", etc), die auf Teufel komm raus irgendwie spannend und mysteriös klingen sollen. Dazu würde ich auch diese zusammengesetzten Wörter zählen ("Narbenkind").
Es wirkt auf mich einfach als sei es ein ungeschriebenes Gesetz, Krimis und Thriller mit solchen nichtssagenden Titeln zu versehen. Wie gesagt, wenn er gut gewählt ist und zur Geschichte beiträgt ("Inferno") hat solch ein Titel durchaus seine Berechtigung.
Wie bereits viele geschrieben haben, mag auch ich es nicht, wenn englische Titel für den deutschen Markt aus nicht ersichtlichen Gründen komplett abgeändert werden. Klar, Titel wie "Der fünfte Elefant" verlieren im Gegensatz zum englischen Original den Wortwitz, dennoch passt er zur Geschichte, von daher würde ich da nichts großartig verändern.

Viele Grüße,
Lindberg
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Re: No-Go-Titel

Beitragvon Rockhound » 14.09.2014, 17:48

Ich schließe mich Kwonminjae an, Höllen flirt ist ein No-Go.
And I will strike down upon thee with great vengeance and furious anger, those who attempt to poison and destroy my brothers, and you will know my name is The Lord, when I lay my vengeance upon thee.
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Re: No-Go-Titel

Beitragvon Klitzeklein » 15.09.2014, 16:42

Ich hab mal in der Bibliothek ne schräge Buchreihe gesehen....

So etwa:

Der rote Ritter - der gute rote Ritter kämpft gegen den bösen grünen Ritter

Der gelbe Ritter - der gute gelbe Ritter kämpft gegen den bösen blauen Ritter

Der grüne Ritter - der gute grüne Ritter kämpft gegen den bösen gelben Ritter

Der blaue Ritter - der gute rote Ritter kämpft gegen den bösen roten Ritter

Und so weiter...

Ähm, sorry? Empfohlene Altersgruppe war so 10 -11 Jahre...
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Re: No-Go-Titel

Beitragvon Kerobin » 16.09.2014, 02:37

Ich würde sie zwar nicht unbedingt als No-Go-Titel abstempeln aber so langsam gehen mir diese Ein-Wort-Titel ziemlich auf den Zünder ("Erbarmen", "Erwartung", etc), die auf Teufel komm raus irgendwie spannend und mysteriös klingen sollen.

Aber sowas von ;)
Obwohl ich schlichte Namen eigentlich immer erst mal gut finde. Aber diese Inspirationslosigkeit, aktuell vor allem im Thriller- und Horrorgenre ist schon echt nicht mehr feierlich.

Ansonsten schon mal prinzipiell jeder Titel in dem das Wort "Highlander" vorkommt, übertrieben pathetische oder/und abgedroschene Titel (vor allem in Kombination mit Waffen, Blut oder irgendwelchen Edelsteinen), schlechte Wortspiele und Doppelwörter.

Generell sollte man im Zweifelsfall ein Buch aber wohl auch nicht nach dem Titel auswählen^^

Beispiele:
Ich brenne für dich
Engelsfeuer
Der Kehlenschneider
Blut ist dicker als Wasser
Robinrot, Saphirblau etc. + Ersatztitel
Die Weisheit des Feuers
usw.

Die deutsche Übersetzung ist da zweifellos nicht immer von rhetorischem Genie geprägt.
Es wäre aber wohl auch unfair zu sagen, dass solche Titel nur ein Unding unserer Verlage wären.
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Re: No-Go-Titel

Beitragvon Prinzesschin » 23.09.2014, 22:55

Milch hat geschrieben:
Skrivo hat geschrieben:Ein Absolutes No-Go finde ich, sind diese Doppeltitel.
Beispiel(das ist nur ein Beispiel, ich weiß nicht ob es ein Buch gibt, das so heißt):
The Game - Das Spiel
Ich meine Hallo? Kann man sich da nicht mal entscheiden?


Das ist für diejenigen, die kein Englisch können.
Bei einer anderen Sprache außer Englisch wärst du auch froh, wenn es da eine Übersetzung gäbe.


naja... wenn das für die gemacht wurde, die kein englisch können dann kann mann das ja auch gleich weglassen oder?
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Re: No-Go-Titel

Beitragvon Carschukow » 14.10.2014, 12:53

Ich weiß nicht, ob es hier schon mal angesprochen wurde, aber falls jemand den Rechtsstreit über "Die schönsten Wanderwege der Wanderhure" mitbekommen hat, so kann ich das insofern nachvollziehen, als dass dieser Titel nicht nur satirisch gemeint ist, sondern eben auch plagiiert. Ob sich der Verlag da jetzt anstellt oder nicht - darüber wird jeder seine eignen Ansichten haben. Für mich zählt dies aber definitiv als No-Go. Satire kann man auch anders machen.
Und so bekleid´ ich meine nackte Bosheit, mit alten Fetzen aus der Schrift gestohlen, und schein´ein Heiliger, wo ich Teufel bin!"
William Shakespeare, Richard III
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Re: No-Go-Titel

Beitragvon Kachwurzt » 14.10.2014, 12:56

Carschukow hat geschrieben:"Die schönsten Wanderwege der Wanderhure"


:lol: Also ich finde den Titel witzig ...
Wer dämlich mit "h" schreibt, ist nämlich ...
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