No-Go-Titel

Tipps, Ratschläge und Hilfen zum Schreiben. Wie machst du das? Hilfe bei Blockaden, Hemmungen und Anfangsschwierigkeiten

Re: No-Go-Titel

Beitragvon Allvater » 13.02.2015, 20:44

Ich persönlich finde die Titelvergabe des Heyne Verlages oftmals als ein No-Go. Vermutlich werden die englischen Bücher aus Absatztechnischen Gründen derart entfremdend betitelt, damit sie sich besser verkaufen, doch "the painted man" mit "Das Lied der Dunkelheit" zu übersetzen, oder "first law: the blade itself" als "Kriegsklingen" zu übersetzen, da schüttel ich oft nur den Kopf.

Natürlich verstehe ich wohl, dass für die breite, rein optisch orientierte Masse "Der tättowierte/bemalte Mann" wohl nicht unbedingt zu dem Buch greifen lässt. Dennoch finde ich solche Verfremdungen der Titel total daneben.
Und gerade bei Abercrombie würden 1:1 übersetzte Titel dennoch ins Fantasy-Genre passen.

Generell finde ich dass viele Autoren, oder im Fall Heyne Verlage, ihre Titel viel zu hochtrabend wählen, nur aus dem Grund die Käufer dazu zu bewegen es zu kaufen. Was natürlich nur logisch ist. Doch bei vielen Buchtiteln frage ich mich oft, warum ausgerechnet dieser Titel gewählt worden war, welcher mir ein völlig falsches Bild vom tatsächlichen Inhalt vermittelt hatte.
Benutzeravatar
Allvater
 
Beiträge: 83
Registriert: 14.01.2015, 01:33
Wohnort: Wien
Blog: Blog ansehen (2)

Re: No-Go-Titel

Beitragvon vic24 » 19.02.2015, 08:16

Generell finde ich dass viele Autoren, oder im Fall Heyne Verlage, ihre Titel viel zu hochtrabend wählen, nur aus dem Grund die Käufer dazu zu bewegen es zu kaufen. Was natürlich nur logisch ist. Doch bei vielen Buchtiteln frage ich mich oft, warum ausgerechnet dieser Titel gewählt worden war, welcher mir ein völlig falsches Bild vom tatsächlichen Inhalt vermittelt hatte.


Das fällt mir jedesmal auf, wenn ich bei Thalia zum Durchmarsch ansetze und den Fantasystapel passiere. Ich hatte schon einmal einen anderen Kunden mit der Bemerkung Das sind doch bestimmt nur die Arbeitstitel gehört. Manches entdeckt man tatsächlich nur, wenn man den Titel ignoriert oder ich zuerst Rezensionen antut.

:shock:
vic24
 
Beiträge: 28
Registriert: 11.02.2015, 19:50

Re: No-Go-Titel

Beitragvon Jupiter » 16.04.2015, 16:59

:thinking:
Also eigentlich bin ich bei Titeln nicht mehr so kritisch. Es gibt schließlich auch gute Bücher, die einen bescheidenen Titel haben (das mit den Beispielen ist hier schwierig, da ja irgendwie jeder andere Vorstellungen von bescheiden und gut hat :wink: ). Ich bin nur öfters amüsiert/verdutzt (Wie Allvater), was Verlage aus Original-Titeln machen, bzw, ich frage mich, wie die eigentlich darauf kommen ... (z. B.: Eragon - Das Erbe der Macht. Original: Inheritance (Deutsch: Erbe)). Aber was mir zugegebenermaßen doch ein Augenverdrehen entlock ist:
"Der letzte [beliebigen Rassen-Namen einfügen]" oder "Der [Engländer, Medicus, Schamande, ...]".
Diese Kreativität ... :)
"Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, dann ist es auch nicht das Ende."
Oscar Wilde (Und das Motto meines ersten Protas)
Benutzeravatar
Jupiter
 
Beiträge: 159
Registriert: 11.02.2015, 20:27

Re: No-Go-Titel

Beitragvon DerKarierteStein » 28.04.2015, 17:23

Ich weis nicht ob es unbedingt "no Go" ist weil es wohl auf den Inhalt passt, aber ich musste beim Title "Die Sklavin des Höhlenmenschen" sehr schmunzeln
Denn wir sind für immer, ein ewiger Abgrund neuer Tage, die an uns vorbei fallen ob wir sie sehen oder nicht.
Benutzeravatar
DerKarierteStein
 
Beiträge: 3
Registriert: 26.04.2015, 12:21
Wohnort: Deutschland

Re: No-Go-Titel

Beitragvon Ankh » 10.07.2015, 20:53

Richtig doof finde ich, wenn eine Reihe unbedingt eine Gemeinsamkeit im Titel haben will, und mit zunehmender Titelzahl in dieser Reihe klingt es dann immer gewürgter.

Fast lustig finde ich es ja bei Richard Castle- Büchern, weil ich nicht weiß, ob die sich nicht vielleicht mit den Titeln genau darüber lustig machen wollen:

Heat Wave - okay
Naked Heat - o-kaaaayyyy
Heat Rises - naja
Frozen Heat - hier wirds dann lächerlich...

Ich meine, als Autor (und auch als Verlag) hofft man doch, dass man möglicht viele Titel aus einer Reihe veröffentlicht. Warum fängt man dann mit sowas an, wo dir unter Garantie nach fünf Titeln die (guten) Ideen ausgehen?
Benutzeravatar
Ankh
 
Beiträge: 461
Registriert: 05.07.2015, 12:27

Re: No-Go-Titel

Beitragvon Saftkeks » 11.07.2015, 00:19

Ich übersehe gerne alles, was im Einheitsbrei untergeht. Es scheint in beinahe jedem Genre Schlagwörter/Schemata zu geben, die, so toll sie auch klingen, mittlerweile einfach abgegriffen sind. In der Fantasy wären das so epische Worte wie "Schatten", "Feuer", "Klingen" (ihr wisst, worauf ich hinaus will), in der Historie "Die [Job einer Frau]".

Irgendwie lassen sich da - mein Eindruck - Krimi- und Thrillerautoren/Verleger mehr einfallen :lol:
Benutzeravatar
Saftkeks
 
Beiträge: 188
Registriert: 08.05.2014, 14:25
Wohnort: 38***

Re: No-Go-Titel

Beitragvon Arbogaz » 24.08.2015, 02:57

Ich habe eine erste, lange Story geschrieben, obwohl ich nie dachte, dass ich dorthin jemals kommen würde und nun gefällt sie den Leuten sogar recht gut, dass es viele positive Kritiken gibt. Dabei krisisiere ich manch eine STelle total und würde es nie abgeben, solange ich nicht Teile noch verbessert habe, da ich Angst hätte, es würde von Verlagen wegen Fehlern abgelehnt werden.

Doch die Titel überlege ich mir schon etwas genauer und dieser setzt sich aus der Grundgeschichte zusammen und dem Teil, um das es in der Geschichte hauptsächlich dreht und was als magisches Amulett immer wieder zur Sprache kommt und meinen Vampir begleitet.

Es ist das Amulett der blutigen Tränen.
Arbogaz
 
Beiträge: 5
Registriert: 24.08.2015, 02:32

Re: No-Go-Titel

Beitragvon magico » 24.08.2015, 10:59

@Arbogaz:

Ich glaube, der Sinn dieses Threads ist ein wenig an dir vorbei gegangen.
Auf der anderen Seite gibt es sicher Menschen, die "Das Amulett der blutigen Tränen" als No-Go-Titel ansehen würden.
Neuester Artikel (30.11.): Das Gutmensch-Experiment: Ngana & Klaus

“Don’t go where the path may lead, go instead where there is no path … and leave a trail” - Ralph Waldo Emerson
Benutzeravatar
magico
 
Beiträge: 2094
Registriert: 01.05.2008, 22:23
Wohnort: habe ich

Re: No-Go-Titel

Beitragvon Mefla » 14.09.2015, 14:03

Ich habe mich gerade beim Lesen mehrmals dabei ertappt, wie ich bei den Titeln gedacht habe (vor allem auf den ersten Seiten):
:shock: Also ich würde mir das Buch genauer anschauen, der Titel klingt gut...

Aber ich bin sheinbar von der hier vertretenen Minderheit, die nichtssagende Buchtitel mag. Oder Wortspiele bzw. rethorische Mittel. Dieses "Dolch und Lilie" fand ich einen sehr interessanten Widerspruch. Außerdem schaue ich manche Bücher wegen ihres Untertitels an. Fällt mir aber gerade spontan keins ein...

Ich persönlich liebe einen knackigen, nichts sagenden Titel mit später im Buch auftrerenden "Wow!"-Effekt, der dann alles aufklärt (also im Titel). Außerdem mag ich es, wenn Buchreihen durch ähnliche Titel gekennzeichnet sind.

Meine aktuelle Lieblingsserie ist aber irgendwie hier ein Paradebeispiel in dem Thread. In vielen Kommentaren wurden die No-Go-Argumente dort vereinigt:
Serie. engl. Temeraire dt.: Die Feuerreiter seiner Majestät
1. His Majesty's Dragon dt.: Drachenbrut
2. Throne of Jade dt.: Drachenprinz
3. Black Powder War dt.: Drachenzorn
4. Empire of Ivory dt.: Drachenglanz
5. Victory of Eageles dt.: Drachenwacht
6. Tongues of Serpents dt.: Drachenflamme
7. Crucible of Gold dt.: Drachengold
8. Blood of Tyrants dt.: Drachenfeind
9. League of Dragons dt.: Noch nicht erschienen
Es geht aber tatsächlich um Drachen! Temeraire ist der Drachenprotagonist und Tier von Protagonist Laurence, das ganze spielt in England zur napoleonischen Zeit, also passt doch ab und zu etwas. Viel aber nicht, Feuerdrachen wie im Titel gibt's erst ab Teil 3 in England und auch nur einen, in Drachengold geht es beispielsweise um das (bekanntlich goldreiche) Inkareich, aber das war's auch. Trotzdem ist die Geschichte echt schön (kann ich Drachenfans nur empfehlen!)h ist

Was englische Übersetzungen angeht, bin ich recht offen. Bei "The fault in our Stars" (verbessert mich, falls es falsch ist) ist die deutsche Übersetzung "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" irgndwie doch treffender. Oder bei "The Hunger Games" finde ich "Die Tribute von Panem" interessanter...

Ein Buch, "Das Leben, die Liebe und ein Jahr auf der Couch", habe ich sogar nur gekauft, weil mich der Titel zum Grinsen gebracht hat. Es ist so eine Komödie über eine total gestresste und verpeilte Journalistin, was eigentlich überhaupt nicht mein Geschmack ist. Und dann noch "Der Name dieses Buches ist ein Geheminis". Viel sperriger und nichtssagender geht nicht, aber die Story war eigentlich lustig.
Wörter wirken auf einer Ebene, die nichts anderes zu berühren vermag
Benutzeravatar
Mefla
 
Beiträge: 22
Registriert: 11.09.2015, 22:25
Wohnort: Irgendwo zwischen Zetteln und herumliegenden Klamotten

Re: No-Go-Titel

Beitragvon magico » 14.09.2015, 15:35

Mefla hat geschrieben:Temeraire ist der Drachenprotagonist


Allein dieser Name. :fool: Wie spricht man das aus?
Neuester Artikel (30.11.): Das Gutmensch-Experiment: Ngana & Klaus

“Don’t go where the path may lead, go instead where there is no path … and leave a trail” - Ralph Waldo Emerson
Benutzeravatar
magico
 
Beiträge: 2094
Registriert: 01.05.2008, 22:23
Wohnort: habe ich

Re: No-Go-Titel

Beitragvon Mefla » 15.09.2015, 18:07

Ich habe absolut keine Ahnung.
Also eigentlich ist das der Name eines französischen Schiffes (was dem Matrosen Laurence als erstes durch den Kopf ging), aber es sind Briten und die Drachenrasse ist chinesisch.
Frazösisch würde es "Temerär" ausgesprochen, ich denke es mir aber wie geschrieben "Te-me-ra-i-re". Klingt meiner Meinung nach am besten... Außerdem habe ich versehentlich Teil 7 zuerst gelesen und wusste nichts von der französischen Herkunft :lol:
Wörter wirken auf einer Ebene, die nichts anderes zu berühren vermag
Benutzeravatar
Mefla
 
Beiträge: 22
Registriert: 11.09.2015, 22:25
Wohnort: Irgendwo zwischen Zetteln und herumliegenden Klamotten

Re: No-Go-Titel

Beitragvon Mefla » 15.09.2015, 20:58

Um jetzt mal wieder zurück zum Thema zu kommen:

Wie schon öfters hier gesagt, finde ich, dass es eigentlich keine No-Go-Titel gibt. Klar, das ganze "Die historische Arbetende" ist jetzt für viele (auch mich persönlich) nicht sehr reizend, aber es ist ja auch ein anderes Genre. Wir als Fantasy-Fans bevorzugen eben andere Titel als die Schnulzenliebhaber oder Historiefans. Jedes Genre hat seine eigene Fangemeinde und die wiederum andere Vorlieben.

Mein persönlicher Lieblingstitel beispielweise ist der unbeliebteste meines Bruders: "Der Richter und sein Henker". Wir hatten die gleiche Deutschlehrerin, daher haben wir beide das Buch lesen müssen. Für alle, die mit dem Titel nichts anfangen können, es ist ein Kriminalroman von ca. 1952 (eigentlich nicht mein Thema, aber Schule und so), in dem nie ein Richter oder ein Henker vorkommen. Erst im übertragenen Sinn erklärt sich der Titel und auf der letzten Seite: "Da haben sie mich und Gastmann aufeinander gehetzt wie Tiere! (...) Dann waren sie der Richter und ich der Henker."
Da hat es dann bei mir so richtig Klick gemacht und ab da fand ich den Titel besser als jeden anderen! Man sollte vielleicht aber auch erwähnen, dass Dürrenmatt deutschsprachig ist (und Literatur), also hat ihm da kein Verlag dazwischengefunkt.

Wegen den Tieteln, oder besser der Angst ein gutes Buch zu übersehen, lese ich mir eigentlich bei jedem Buch den Klapptext durch. Daher kaufe ich Bücher nur in der Buchhandlung 8)
Wörter wirken auf einer Ebene, die nichts anderes zu berühren vermag
Benutzeravatar
Mefla
 
Beiträge: 22
Registriert: 11.09.2015, 22:25
Wohnort: Irgendwo zwischen Zetteln und herumliegenden Klamotten

Re: No-Go-Titel

Beitragvon magico » 16.09.2015, 10:08

Mefla hat geschrieben:Wegen den Tieteln, oder besser der Angst ein gutes Buch zu übersehen, lese ich mir eigentlich bei jedem Buch den Klapptext durch. Daher kaufe ich Bücher nur in der Buchhandlung


Der Klappentext erscheint doch auch im Internet.
Neuester Artikel (30.11.): Das Gutmensch-Experiment: Ngana & Klaus

“Don’t go where the path may lead, go instead where there is no path … and leave a trail” - Ralph Waldo Emerson
Benutzeravatar
magico
 
Beiträge: 2094
Registriert: 01.05.2008, 22:23
Wohnort: habe ich

Re: No-Go-Titel

Beitragvon treogen » 16.09.2015, 11:02

Mefla hat geschrieben:Man sollte vielleicht aber auch erwähnen, dass Dürrenmatt deutschsprachig ist (und Literatur), also hat ihm da kein Verlag dazwischengefunkt.


Da würde ich dich gerne korrigieren.
Du hast recht, dass bei der Buchauflage dann natürlich keiner mehr dazwischengefunkt hatte.
Wäre ja auch dämlich, ein Buch umzubenennen, welches vorher schon erfolgreich abgedruckt wurde.
Der Roman wurde nämlich als Fortsetzunggeschichte in einer Wochenzeitschrift erstveröffentlicht. Da man damals versucht hat, mit solchen Fortsetzungsgeschichten die Auflagenzahlen einer Zeitschrift zu steigern, hatte NATÜRLICH der Zeitschriftenverleger bzw. seine Redakteure das Recht und die Pflicht, den Titel in Absprache mit den Autor zu ändern, um genau dieses Ziel zu erreichen.
Einmalig in der Phantastik-Szene - Der Verlag wurde 7 Mal in Folge für den Deutschen Phantastik Preis nominiert.
1. Platz: 2015 / 2011
2. Platz: 2014 / 2012 / 2010
4. Platz: 2013 / 2009

Phantastik vom Feinsten
Benutzeravatar
treogen
 
Beiträge: 1194
Registriert: 26.05.2010, 09:17
Wohnort: Erlingen
Blog: Blog ansehen (5)

Re: No-Go-Titel

Beitragvon Mefla » 16.09.2015, 20:40

magico hat geschrieben:
Mefla hat geschrieben:Wegen den Tieteln, oder besser der Angst ein gutes Buch zu übersehen, lese ich mir eigentlich bei jedem Buch den Klapptext durch. Daher kaufe ich Bücher nur in der Buchhandlung


Der Klappentext erscheint doch auch im Internet.


Ich habe irgendwie immer das Gefühl, dass im Internet nicht alles so ausführlich steht. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ein Buch für mich eine Art mystische Aura ausstrahlt, wenn ich es in der Hand habe. Im Internet fehlt irgendwie das haptische Erlebnis für meinen Tastsinn.

@treogen
Das wusste ich noch nicht, danke für die Information. Ich dachte, Dürrenmatt wäre da schon so berühmt gewesen, dass sich kein Redaktion getraut hätte, ihm zu widersprechen, aus Angst, er würde zu einer anderen gehen. Weißt du dann auch, ob das Buch dann in der Zeitschrift einen anderen Titel hatte?
Wörter wirken auf einer Ebene, die nichts anderes zu berühren vermag
Benutzeravatar
Mefla
 
Beiträge: 22
Registriert: 11.09.2015, 22:25
Wohnort: Irgendwo zwischen Zetteln und herumliegenden Klamotten

VorherigeNächste

Zurück zu Kreatives Schreiben

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste