Hallöchen :]
Ich bin neu hier. (Der häufigste erste Satz ..)
Jedenfalls, anstatt nur Kommentare zu schreiben, möchte ich auch einmal ein eigenes Werk online stellen, um mir selbst einmal Meinungen anzuhören.
Es ist auf keinen Fall meine beste Geschichte, sie ist nicht perfekt, das weiß ich, doch alle anderen meiner Kurzgeschichten überschritten leider die 1000-Zeichen-Grenze *seufz*
Seid nicht zu streng - Aber seid trotzdem ehrlich bitte. Ich will mich schließlich verbessern :]
Liebste Grüße
Die Balletttänzerin
Die letzte, liebliche Note schwebte in den schalldichten Raum, wo sie sich verzückt umwandte und in die Stille glitt.
Für einen kurzen Augenblick hörte man keinen Laut in dem riesigen Tanzsaal, der voller begeisterter, gebannter Menschen war.
Die Tänzerin verharrte gemeinsam mit der letzten Note in einer eleganten Pose. Sie hob schüchtern den Kopf und wunderte sich immer noch darüber, dass sie im Rausch von Musik und Tanz all die Menschen vor sich vergessen konnte, obwohl doch hundert verschiedene Augenpaare auf sie gerichtet waren.
Verwirrt strich sie sich das hellblonde Haar hinter ihr zartes Ohr, während sie ihren Blick über die Zuschauer schweifen ließ; dann tanzte sie mit leichten Schritten zur Mitte ihrer heiß geliebten Bühne und setzte zu ihrer abschließenden Verbeugung an.
Die Menge brach in tosenden Jubel aus.
Ein erleichtertes Lächeln umschwebte die roséfarbenen Lippen des Mädchens, während sie anmutig knickste, wobei ihre aufgesetzten Zehen in akkurater Vollkommenheit gestreckt waren. Das schmale Band ihres Spitzenschuhs flatterte sacht umher, als sie den einen ihrer gestreckten Füße abermals neben den anderen posierte.
Die Musik hallte noch immer in ihren Ohren wieder; auch die letzte Note hatte sich in ihrem Kopf verirrt und wehte zart klingend umher. Liebevoll berührten die langen Finger der Tänzerin den gebauschten, kurzen Rock aus kunstvollem Stoff und sie dachte, während sie versunken auf der Bühne stand, darüber nach, wie ungern sie das Gefühl der Leichtigkeit und der Hingebung missen wollte. Es fiel ihr jedes Mal unsäglich schwer, die Bühne zu verlassen.
Der sanfte Aufprall eines leichten Gegenstandes riss das junge Mädchen abrupt aus ihren sehnsuchtsvollen Gedanken. Verwundert senkte die Tänzerin ihren Blick. Ihre Augen blitzten auf, als sie eine wunderschöne, blutrote Rose erblickte. Langsam ging die Balletttänzerin in die Hocke und streckte glückselig ihre Hand nach der geschenkten Blume aus. Ihre blassen Finger umfassten vorsichtig den grünen, dornenlosen Stängel. Wenig später führte die Tänzerin die Rose an ihr Gesicht und roch erfreut daran.
Die Menge raunte.
Das Mädchen besann sich sogleich, erinnerte sich daran, dass sie noch immer auf der Bühne stand. Sie schüttelte verwirrt den Kopf und stand glanzvoll mit einem strahlenden Leuchten in ihren Augen auf.
Sie knickste noch einmal anmutig, dann rauschte der weinrote, samtene Vorhang herab und schnitt sie von ihrem Publikum ab.
Die Tänzerin wandte sich ab und lächelte beglückt.
Gedankenverloren führte sie noch einmal die geschenkte, blutrote Rose an ihre Nase und sog den betörenden Duft in sich auf.
Begleitet von der lieblichen Musik in ihrem Kopf und der widerhallenden, süßlichen Note verließ sie die Bühne, die blutrote Rose noch immer in ihrer Hand ...
