... was bisher geschah:
http://www.schreibwerkstatt.de/offroad-durch-montenegro-albanien-nordgriechenland-teil-t12914.html
Iassas Hellas ! – Hallo Griechenland,
hier bin ich wieder.
Den südlichen und mittleren Teil bis Meteora hatte ich schon früher bereist, so dass ich mich jetzt um so mehr freute, den Norden Griechenlands kennen zu lernen ...
... Die Fahrt durch das Epirus Gebirge war dann auch sehr beeindruckend, die Aussicht atemberaubend. Wir folgten einem (alten) Schmugglerweg, der oft und gerne für den illegalen Grenzverkehr mit Albanien benutzt wurde (und vielleicht auch heute noch wird).
An einer Stelle konnte man besonders gut nach Albanien rübersehen – dies war die kürzeste Distanz zum Nachbarland, das wir erst vor kurzem wieder verlassen hatten ...
... Kurze Zeit später kamen wir zu einer alten Steinbrücke, die über einen kleinen Fluss führte. Wir überquerten die Brücke zu Fuß mit dem ehrfürchtigen Gefühl, ein Bauwerk unter unseren Füßen zu haben, das Jahrhunderte, wenn nicht sogar Jahrtausende überdauert hatte.
Dann kühlten wir unsere Füße im kristallklaren und eiskalten Fluss, bevor wir uns auf den Rückweg machten ...
... weiteres Ziel war die Perama-Höhle in Ioannina.
Auf engen Gängen ging es bergauf-bergab, vorbei an Stalagmiten und Stalagtiten, an versteinerten Wasserfällen und vielerlei Gebilden, die die Zeit aus den Steinen geformt hatte.
Die Höhle erstreckt sich auf einer Fläche von 14.800 Quadratmetern, der Weg, dem wir auf unserer Besichtigung folgten, war etwa 1.500 Meter lang.
Nach einer dreiviertel Stunde kannten wir dann auch die Namensvetter der Freiheitsstatue und des schiefen Turms von Pisa – bekannte Gebäude, die bei der Namensgebung Pate standen für steinerne Monumente.
Wir hatten schon viele Höhlen gesehen, aber jede ist auf ihre Art einzigartig und ein neues, faszinierendes Erlebnis ...
... auf unserer Tour durch das Epirus-Gebirge genossen wir ein gigantisches Bergpanorama und befuhren viele kleine anspruchsvolle Wege – also all das, was das Herz des Offroaders begehrt.
Und was wir an Tieren sahen, war durchaus geeignet, einen kleinen Zoo zu füllen: Pferde, Hühner, Kühe, Schafe, Schweine, Ziegen, Schildkröten, Frösche und was sonst noch so alles kreucht und fleucht.
Wir fühlten uns im Land des Odysseus wie auf dessen Spuren.
... Bald stand mal wieder die Kultur auf dem Plan. Wir fuhren nach Dodona, eine Ausgrabungsstädte, die erstmalig wohl ca. 2.000 vor Christus besiedelt worden war.
Dodona war eine Orakelstätte, in welcher von Priestern die Orakelsprüche verkündet wurden. Diese hörten die Stimme der Götter wohl in den rauschenden Blättern einer großen Eiche.
Bei Homer spielt sie in seinen beiden großen Dramen eine Rolle.
In der Ilias wendet sich Achill mit den Worten „Zeus, König von Dodona“ an den Göttervater und auch in der Odyssee wird das Orakel in Anspruch genommen: „Odysseus besucht das Heiligtum, um die Eiche zu fragen, wie er nach Ithaka zurückkehren werde“.
Neben dem Orakel gibt es in Dodona auch noch ein großes Theater, das damals 18.000 Zuschauern Platz bot und von König Pyrrhus im dritten Jahrhundert vor Christus erbaut wurde.
Nachdem wir Dodona verlassen hatten – die Stimmen der Götter hatten mangels Wind heute nicht zu uns gesprochen, ging´s weiter durch das Epirusgebiet ...
... Heute begann dann auch schon der letzte volle Tag in Griechenland.
Da ich sehr früh wach war, nutzte ich die Gelegenheit für ein morgendliches Bad im Meer, das zu dieser Zeit noch menschenleer war.
Die gleichmäßige Bewegung der Wellen vermittelte mir das Gefühl, vom Meer in den Arm genommen zu werden.
Landeinwärts konnte ich die Sonne über den Bergen aufgehen sehen, ihr morgendlicher Schein setzte sich als Linie in den Wellen fort.
Auch dieser Augenblick ist in mein Gedächtnis gebrannt – eine Erinnerung, die, wie so viele auf dieser Reise, lange anhalten wird.
