[Liebe]One night stand - [DÜ]

Liebe, Romantik, Sehnsucht

[Liebe]One night stand - [DÜ]

Beitragvon exr99 » 27.10.2014, 21:48

Idee auf Basis der Dienstagsübung vom 22.10.2014

One Night Stand

Es ist Abend, und wie so oft zuvor bin ich unterwegs und bereite mich darauf vor fremde Menschen zu treffen. Nicht weil ich einsam bin, aber ich liebe den Nervenkitzel, die Spannung und das Glücksgefühl. Ich würde mich auch nicht als oberflächlich betrachten, eher als pragmatisch. Hilft eine Begegnung beiden Seiten dabei, ihre Bedürfnisse zu befriedigen, so ist das doch eine gute Sache. Über diesen Gedanken kann man trefflich streiten, und das habe ich auch schon oft getan. Dennoch ist es für mich das richtige, ich möchte es nicht anders, und bin darum auch heute wieder ausgerückt. Wegen des Nervenkitzels, wegen der Bestätigung und weil ich Spaß daran habe. Ganz profanen Spaß.

Haben zwei Menschen bei einem solchen Treffen dasselbe im Sinn, so verlaufen Begegnungen dieser Art nach einer Art Protokoll. Manche schöpfen dabei aus eigener Erfahrung, manchen wurde davon erzählt, andere haben darüber gelesen oder es im Fernsehen gesehen. Ich mache das nicht zum ersten mal, auch nicht zum zweiten mal. Um ehrlich zu sein, ich habe zu zählen aufgehört und so viel Erfahrung darin, dass ich den Mangel und die Unsicherheit meines Partners oder meiner Partnerin für die Nacht mühelos ausgleichen kann. Ich bin nicht wählerisch, was das anbelangt, doch das tut hier nicht viel zur Sache.
Heute fügt es sich, dass eine junge Frau meine Partnerin für diese Nacht ist. Als ich sie sehe, bemerke ich zuerst ihre Augen. Große Augen, ein freches Grün, leuchtend und glänzend schimmernd. Ich muss mich zusammenreißen und den Blick wieder lösen zu können, bevor aus meinem bewundernden Blick ein Starren wird. Ich lasse meinen Blick über sie schweifen, über das glatte lange Harr, braun wie eine Kastanie und fast schwarz im schwachen Licht. Es ist kühl hier draußen, und ihre Wangen sind leicht rosig, was ihrem Gesicht eine gesunde Farbe verleiht. Wenn sie Make-Up trägt, so kann ich es nicht erkennen. Sie ist mir auf Anhieb sympathisch.

Was nun folgt ist das Kennenlernen. Ich stelle mich vor, wir kommen kurz ins Gespräch. Ich unterhalte mich mit ihr, und frage nach den üblichen Dingen. Ob sie öfters hier ist. Wie es ihr geht. Was sie gern mag. Ob sie einen Partner hat. Das ist mir sehr wichtig. Manche Dinge müssen geklärt werden, solange noch Zeit dafür ist. Solange es noch nicht zu spät ist. Hinterher ist nicht früh genug. Egal wie man drumherum redet, aber manche Karten sollten auch bei einem einmaligen Treffen offen auf dem Tisch liegen.

Das Gespräch bringt uns näher, und es zeichnet sich schnell ab, dass sie dasselbe im Sinn hat wie ich. So führt das eine zum anderen, und ihre Zielstrebigkeit und Entschlossenheit macht mich beinahe erschrocken. Keine Zweifel und keine Ängste, sondern offene Zuversicht, ein klares Ziel und keine Umwege auf es zu erreichen. So finden wir uns früher als ich das geplant hatte in unserem Intermezzo wieder. Ich bin bereits eifrig am Werk. Mit geübten Bewegungen gehe ich voran, mit einer Mischung aus Eile und Vorsichtig. Sie stöhnt, fordert mich auf das Tempo zu erhöhen, tiefer einzudringen und stöhnt immer heftiger. Ich wechsle die Stellung und nehme das stattdessen das Tempo zurück. Sie wirft den Kopf hin und her, zittert. Ich suche ihren Blick und sehe in ihre weit aufgerissenen Augen. Ihr Grün ist betörend. Ohne ein Wort fordern sie, verlangen sie nach mehr, und bestätigen mich in gleichem Maße. All das spricht wortlos aus diesen Augen.
Ich konzentriere mich, bemühe mich. Spreize, pumpe, stoße und drehe. Ich stöhne vor Anstrengung. Dann, nach einer scheinbar endlosen Zeit, schreit sie auf, zittert, weint. Gleichzeitig fällt die Anspannung von mir, entlädt sich meine aufgestaute Anstrengung, wird zu der herbeigesehnten Entspannung und dem Gefühl, dass ich gut war.

Sie weint noch immer, schüttelt sich und versucht ihre Wunden nicht anzusehen. Ich mühe mich aus dem Weg zu gehen, schiebe die Trümmerteile ihres Wagens beiseite und mache Platz für die Sanitäter, die nun versuchen die Blutungen zu stoppen. Meine Kollegen von der Feuerwehr helfen dabei sie aus dem Auto zu heben, in den Rettungswagen zu schieben und rechtzeitig ins Krankenhaus zu bringen.
Eine schöne Nacht.
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Re: One night stand - [DÜ]

Beitragvon Concorde » 05.11.2014, 00:14

Hallo,

ich bin durch Zufall auf deine Geschichte gestoßen, und ich muss sagen, du hast mich ziemlich verwirrt. Erst nachdem ich die Story mehrmals gelesen habe, und dann den vorigen Kommentar, und dann wieder die Story, fing ich langsam an zu begreifen. Feuerwehreinsatz also, getarnt als Liebesszene. Naja, einige Kameraden die zu einsatzfreudig sind müssen sich sicher manchmal daheim vorwerfen lassen sie seien mit der Feuerwehr verheiratet.
Nun, jedenfalls passt die Interpretation... und irgendwie auch nicht. Auf jeden Fall passt es zum Ende (könntest du uns bitte aufklären, ob du wirklich die Feuerwehr im Sinn hattest??!!)

Dabei fällt mir ein, dass mir meine Eltern mal erzählt haben, dass es in ihrer Jugend ein frivoles Liedchen gab, mit der Textzeile "die Feuerwehr, die Feuerwehr, die hat die längsten Schläuch' ". Da haben wir ja die selbe Zweideutigkeit...

Aber nun mal Absatz für Absatz.

Es ist Abend, und wie so oft zuvor bin ich unterwegs und bereite mich darauf vor fremde Menschen zu treffen.

Hmm... Fremde Menschen?? Meinst du die, denen er zur Hilfe kommt? da würde ich das nicht als "treffen" bezeichnen. Und seine Kameraden sind wohl nicht fremd, oder?

Nicht weil ich einsam bin, aber ich liebe den Nervenkitzel, die Spannung und das Glücksgefühl. Ich würde mich auch nicht als oberflächlich betrachten, eher als pragmatisch. Hilft eine Begegnung beiden Seiten dabei, ihre Bedürfnisse zu befriedigen, so ist das doch eine gute Sache. Über diesen Gedanken kann man trefflich streiten, und das habe ich auch schon oft getan. Dennoch ist es für mich das richtige, ich möchte es nicht anders, und bin darum auch heute wieder ausgerückt. Wegen des Nervenkitzels, wegen der Bestätigung und weil ich Spaß daran habe. Ganz profanen Spaß.

Der Absatz gefällt mir gut. Problematisiert die Frage, die sich alle Freiwilligen immer wieder stellen müssen oder gestellt bekommen, warum tut man sich das an. "ausrücken", schönes Indiz für den Handlungsdetektiv. Da könnte man erstmals auf FW und co kommen. Übrigens, falls du tatsächlich zu den Einsatzkräften gehörst und dich auch darauf bezogen hast, DANKE für die Ehrlichkeit. Ich bin selber bei der Rettung, und es geht mir ganz gewaltig auf die Nerven, wenn sich Funktionäre bezüglich Motivation in hohlen Floskeln ergehen. Warum nicht einfach sagen, dass es Spaß macht was wir tun. Was ist daran so schwer, und was ist daran so schlimm?? Spaß ist essentiell im Leben. Wenn Sex keinen Spaß machen würde, wäre die Menschheit schon ausgestorben (womit wir wieder bei der Zweideutigkeit wären). In diesem Zusammenhang passt auch die Formulierung "Bedürfnisse befriedigen" die mich zunächst etwas irritiert hat, doch wieder sehr gut. Das Bedürfnis nach Sicherheit (im weitesten Sinne) auf der einen versus dem Spaß-Selbstverwirklichungs-Helfersyndrom-Blaulichtgeilheit-Konglomerat auf der anderen Seite.


Haben zwei Menschen bei einem solchen Treffen dasselbe im Sinn, so verlaufen Begegnungen dieser Art nach einer Art Protokoll. Manche schöpfen dabei aus eigener Erfahrung, manchen wurde davon erzählt, andere haben darüber gelesen oder es im Fernsehen gesehen. Ich mache das nicht zum ersten mal, auch nicht zum zweiten mal. Um ehrlich zu sein, ich habe zu zählen aufgehört und so viel Erfahrung darin, dass ich den Mangel und die Unsicherheit meines Partners oder meiner Partnerin für die Nacht mühelos ausgleichen kann. Ich bin nicht wählerisch, was das anbelangt, doch das tut hier nicht viel zur Sache.

Hier nehme ich an, es geht um den Punkt, wo er seine Kameraden trifft. Wer ist in der Dienstmannschaft, jemand neues dabei, etc. Dein Prota scheint wohl schon länger dabei zu sein. Die Parallele zum Liebesspiel ist fast schon schockierend, der Erfahrenere übernimmt die Führung und das ding läuft :D die Schreibübung "Zweideutigkeit" ist dir hier jedenfalls gelungen.
Wobei, was mich irritiert ist, dass hier anscheinend von einem Zweierteam die Rede ist. Ich weiß zuwenig über die Organisationsstruktur und die Einsatztaktik der Feuerwehr (ja, Bildungslücke, gebe ich zu, sollte wohl dringend mal Abhilfe schaffen), aber wenn ich sie im Einsatz erlebe sind es meistens größere Gruppen. 6 Mann zum Tür aufbrechen, wenns brennt bedeutend mehr. Oder gibt es da auch Fahrzeuge mit Zweierbesetzung, oder zumindest Teams die zusammengehören??? Sinn machen würde es ja.

Heute fügt es sich, dass eine junge Frau meine Partnerin für diese Nacht ist. Als ich sie sehe, bemerke ich zuerst ihre Augen. Große Augen, ein freches Grün, leuchtend und glänzend schimmernd. "Große grün schimmernde Augen, die mich frech anblickten" - gefiele mir persönlich besser Ich muss mich zusammenreißen und den Blick wieder lösen zu können, bevor aus meinem bewundernden Blick ein Starren wird. Ich lasse meinen Blick über sie schweifen, über das glatte lange Harr Haar, braun wie eine Kastanie und fast schwarz im schwachen Licht. Es ist kühl hier draußen, und ihre Wangen sind leicht rosig, was ihrem Gesicht eine gesunde Farbe verleiht. Wenn sie Make-Up trägt, so kann ich es nicht erkennen. Sie ist mir auf Anhieb sympathisch.

Ok, wir gehen von nem Zweierteam aus, seine Partnerin ist eine Frau. Und ich nehme doch an dass sie so vernünftig ist, im Dienst kein Makeup zu tragen... Und, stehen die im Freien? Haben sie keine Wachstube? Du könntest sie natürlich auch am Fahrzeug rumwerkeln lassen und den ahnungslosen Leser glauben machen, dass dein Prota eine Fernfahrerin auf einem Parkplatz abschleppen will - Frauen die in Männerberufen tätig sind, sagt man ja zuweilen eine frauenuntypische sexuelle Offenheit nach (ja ich weiß, ich bin fies und versaut :mrgreen: ) Dass er sie nicht kennt, ja warum auch nicht, man kann nicht jeden kennen in einer großen Organisation. Wobei ich an deiner Stelle hier erst erwähnen würde, dass er sie noch nie gesehen hat, und nicht oben schon alle als "Fremde" bezeichnen.

Was nun folgt ist das Kennenlernen. Ich stelle mich vor, wir kommen kurz ins Gespräch. Ich unterhalte mich mit ihr, und frage nach den üblichen Dingen. Ob sie öfters hier ist. Wie es ihr geht. Was sie gern mag. Ob sie einen Partner hat. Das ist mir sehr wichtig. Manche Dinge müssen geklärt werden, solange noch Zeit dafür ist. Solange es noch nicht zu spät ist. Hinterher ist nicht früh genug. Egal wie man drumherum redet, aber manche Karten sollten auch bei einem einmaligen Treffen offen auf dem Tisch liegen.

Das passt wieder super, ja man sollte die Leute einschätzen können, mit denen man zusammenarbeitet.

Das Gespräch bringt uns näher, und es zeichnet sich schnell ab, dass sie dasselbe im Sinn hat wie ich. So führt das eine zum anderen, und ihre Zielstrebigkeit und Entschlossenheit macht mich beinahe erschrocken. Keine Zweifel und keine Ängste, sondern offene Zuversicht, ein klares Ziel und keine Umwege auf es zu erreichen. So finden wir uns früher als ich das geplant hatte in unserem Intermezzo wieder.

und wie sollte es anders sein, man hat den Kaffee noch nicht mal ausgetrunken, geht schon der Alarm los... :D Aber vllt den letzten Satz umformulieren: "Früher als geplant finden wir uns in unserem Intermezzo wieder". Schließlich lag es ja nicht an ihr, sondern an der Leitstelle :mrgreen:

Ich bin bereits eifrig am Werk. Mit geübten Bewegungen gehe ich voran, mit einer Mischung aus Eile und Vorsichtig. Sie stöhnt, fordert mich auf das Tempo zu erhöhen, tiefer einzudringen und stöhnt immer heftiger. Ich wechsle die Stellung und nehme das stattdessen das Tempo zurück. Sie wirft den Kopf hin und her, zittert. Ich suche ihren Blick und sehe in ihre weit aufgerissenen Augen. Ihr Grün ist betörend. Ohne ein Wort fordern sie, verlangen sie nach mehr, und bestätigen mich in gleichem Maße. All das spricht wortlos aus diesen Augen.
Ich konzentriere mich, bemühe mich. Spreize, pumpe, stoße und drehe. Ich stöhne vor Anstrengung. Dann, nach einer scheinbar endlosen Zeit, schreit sie auf, zittert, weint. Gleichzeitig fällt die Anspannung von mir, entlädt sich meine aufgestaute Anstrengung, wird zu der herbeigesehnten Entspannung und dem Gefühl, dass ich gut war.

Okay, der erste Absatz klingt mal ganz eindeutig nach Sex. Dass sie das erste mal stöhnt würde ich jedenfalls weglassen, das klingt zu schräg in dem Zusammenhang. Aber, warum weint sie am Ende? dass ihnen Schweiß übers Gesicht rinnt ja, aber weinen? So wie du das Mädel beschreibst ist sie wohl eher hart im Nehmen. Und Leute die den Anblick einer Unfallstelle nicht ertragen überstehen wohl kaum die ersten Wochen der Ausbildung...

Sie weint noch immer, schüttelt sich und versucht ihre Wunden nicht anzusehen. Ich mühe mich aus dem Weg zu gehen, schiebe die Trümmerteile ihres Wagens beiseite und mache Platz für die Sanitäter, die nun versuchen die Blutungen zu stoppen. Meine Kollegen von der Feuerwehr helfen dabei sie aus dem Auto zu heben, in den Rettungswagen zu schieben und rechtzeitig ins Krankenhaus zu bringen.

OK, wer ist jetzt "sie"? Seine Kollegin? Das Unfallopfer? Da solltest du eine klare Unterscheidung vornehmen. Das geht nicht, dass du in der Auflösung den Leser noch mehr verwirrst. Oder wurde seine Kollegin verletzt? Dann passt aber der letzte Satz nicht mehr.

Eine schöne Nacht.

Wenn du "uneingeweihte" Leser als Zielgruppe hast, wirst du sie damit gründlich vor den Kopf stoßen. Auch wenn ich natürlich weiß, was du meinst. Wie wäre es mit "eine erfolgreiche Nacht", oder "eine bewegte Nacht", das vermittelt auch ein positiver Gefühl, aber ist nicht so irritierend.

ich hoffe du konntest mit meinen Anmerkungen was anfangen. Ich fand es jedenfalls interessant mich mit deinem Text zu befassen, und vielleicht teilst du uns ja mit, was du wirklich gemeint hast.

LG Concorde :D
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Wer die Gesetze nicht kennt, bringt sich um das Vergnügen, gegen sie zu verstoßen.
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Re: One night stand - [DÜ]

Beitragvon Arya14 » 05.11.2014, 13:23

Hallo exr99,

ich muss Concorde zustimmen. Auch ich musste die Geschichte erst 2mal lesen, um sie wirklich zu verstehen. Ich finde die Idee sehr gut umgesetzt. Aber wenn man das erste Mal bis zum Schluss liest, steht man etwas verwirrt da. Das heißt, der Leser wird auf jeden Fall dazu aufgefordert, den Text ein weiteres Mal zu lesen, um die Bedeutung hinter den einzelnen Worten zu erkennen.

So dann fang ich mal an:


Es ist Abend, und wie so oft zuvor bin ich unterwegs und bereite mich darauf vor fremde Menschen zu treffen.

Ich würde in dem Fall das Wort „treffen“ durch ein Synonym ersetzen. Man trifft ja über den ganzen Tag verteilt sehr viele Leute. Das bedeutet aber nicht, dass ich sie dabei auch kennenlerne oder überhaupt ein Wort mit ihnen wechsle. Das würde dann auch die Sache mit den fremden Menschen und den Arbeitskollegen, wie Concorde es bereits angesprochen hatte, erledigen. Vielleicht fällt dir da ja noch ein anderes Wort ein. Ich würde übrigens zwischen "darauf vor" und "fremde Menschen" ein Komma setzen. Dann ließt es sich schöner.

Nicht weil ich einsam bin, aber ich liebe den Nervenkitzel, die Spannung und das Glücksgefühl. Ich würde mich auch nicht als oberflächlich betrachten, eher als pragmatisch. Hilft eine Begegnung beiden Seiten dabei, ihre Bedürfnisse zu befriedigen, so ist das doch eine gute Sache. Über diesen Gedanken kann man trefflich streiten, und das habe ich auch schon oft getan. Dennoch ist es für mich das richtige, ich möchte es nicht anders, und bin darum auch heute wieder ausgerückt. Wegen des Nervenkitzels, wegen der Bestätigung und weil ich Spaß daran habe. Ganz profanen Spaß.

Meiner Meinung nach ein sehr guter Abschnitt. Brutal ehrlich. Hierzu nur zwei kleine Anmerkungen. Ich würde jeweils vor dem „und“ das Komma weglassen. Macht man eigentlich nicht. Und „das Richtige“ im vorletzten Satz müsste groß geschrieben werden.

Haben zwei Menschen bei einem solchen Treffen dasselbe im Sinn, so verlaufen Begegnungen dieser Art nach einer Art Protokoll.

Hier hast du zweimal in Folge das Wort „Art“ benutzt. Vielleicht fällt dir bei einem der Aufführungen ein anderes Wort ein?

Ich mache das nicht zum ersten mal, auch nicht zum zweiten mal.

In diesem Satz müssten die beiden Worte „Mal“ groß geschrieben werden.

Um ehrlich zu sein, ich habe zu zählen aufgehört und so viel Erfahrung darin, dass ich den Mangel und die Unsicherheit meines Partners oder meiner Partnerin für die Nacht mühelos ausgleichen kann. Ich bin nicht wählerisch, was das anbelangt, doch das tut hier nicht viel zur Sache.

Sehr schön geschrieben. Und der Vergleich ist wieder treffend gelungen!
Ich würde hier vielleicht das Komma nach „wählerisch“ im letzten Satz weglassen. Wird beim Lesen dann flüssiger.
Ab hier muss ich allerdings zugeben, dass meine Interpretation des Textes mit der von Concorde auseinander geht. Ich verstehe es im Folgenden so, dass es bei dem Partner / der Partnerin für die Nacht um denjenigen oder diejenige geht, dem er helfen soll.

Heute fügt es sich, dass eine junge Frau meine Partnerin für diese Nacht ist. Als ich sie sehe, bemerke ich zuerst ihre Augen. Große Augen, ein freches Grün, leuchtend und glänzend schimmernd. Ich muss mich zusammenreißen und den Blick wieder lösen zu können, bevor aus meinem bewundernden Blick ein Starren wird. Ich lasse meinen Blick über sie schweifen, über das glatte lange Harr, braun wie eine Kastanie und fast schwarz im schwachen Licht. Es ist kühl hier draußen, und ihre Wangen sind leicht rosig, was ihrem Gesicht eine gesunde Farbe verleiht. Wenn sie Make-Up trägt, so kann ich es nicht erkennen. Sie ist mir auf Anhieb sympathisch.

Ich meine, bei dem Absatz könnte es sich tatsächlich noch um einen Kollegen handeln
Kurze Anmerkung: "glänzend schimmernd" sind zwei beschreibende Worte, mit fast der gleichen Bedeutung. Ich würde vielleicht eines davon streichen. Nach „zusammenreißen“ wäre ein Komma und danach ein „um“ besser. Das „und“ passt hier nicht so richtig.
"Haar" ist falsch geschrieben. 5. Satz, wenn ich mich nicht verzählt habe.
Du hast bei zwei Sätzen in Folge 3mal hintereinander das Wort „Blick“ verwendet. Eventuell fällt dir da ja noch eine Alternative ein.

Was nun folgt ist das Kennenlernen. Ich stelle mich vor, wir kommen kurz ins Gespräch. Ich unterhalte mich mit ihr, und frage nach den üblichen Dingen. Ob sie öfters hier ist. Wie es ihr geht. Was sie gern mag. Ob sie einen Partner hat. Das ist mir sehr wichtig. Manche Dinge müssen geklärt werden, solange noch Zeit dafür ist. Solange es noch nicht zu spät ist. Hinterher ist nicht früh genug. Egal wie man drumherum redet, aber manche Karten sollten auch bei einem einmaligen Treffen offen auf dem Tisch liegen.

Hier verstehe ich es so, dass der Protagonist der „Verwundeten“ Fragen stellt, um sie abzulenken und um herauszufinden, wer benachrichtigt werden kann, dass sie einen Unfall hatte. Und natürlich der Verweis auf das „solange noch Zeit ist“. Bedeutet meiner Meinung nach so viel wie, kann ja auch schlecht für sie ausgehen…

Das Gespräch bringt uns näher, und es zeichnet sich schnell ab, dass sie dasselbe im Sinn hat wie ich. So führt das eine zum anderen, und ihre Zielstrebigkeit und Entschlossenheit macht mich beinahe erschrocken.

„So führt das Eine zum Anderen“ = Eine und Anderen müssten groß geschrieben werden. Und „macht mich beinahe erschrocken“ sagt man eigentlich nicht. Passender wäre eher so etwas in der Richtung „erschreckte mich beinahe“.

Keine Zweifel und keine Ängste, sondern offene Zuversicht, ein klares Ziel und keine Umwege auf es zu erreichen.

Hier eher: „Umwege, um es zu erreichen.“ „auf es zu erreichen“ gibt es nicht.

Ich bin bereits eifrig am Werk. Mit geübten Bewegungen gehe ich voran, mit einer Mischung aus Eile und Vorsichtig. Sie stöhnt, fordert mich auf das Tempo zu erhöhen, tiefer einzudringen und stöhnt immer heftiger. Ich wechsle die Stellung und nehme das stattdessen das Tempo zurück. Sie wirft den Kopf hin und her, zittert. Ich suche ihren Blick und sehe in ihre weit aufgerissenen Augen. Ihr Grün ist betörend. Ohne ein Wort fordern sie, verlangen sie nach mehr, und bestätigen mich in gleichem Maße. All das spricht wortlos aus diesen Augen.
Ich konzentriere mich, bemühe mich. Spreize, pumpe, stoße und drehe. Ich stöhne vor Anstrengung. Dann, nach einer scheinbar endlosen Zeit, schreit sie auf, zittert, weint. Gleichzeitig fällt die Anspannung von mir, entlädt sich meine aufgestaute Anstrengung, wird zu der herbeigesehnten Entspannung und dem Gefühl, dass ich gut war.

Hier wieder: Ich interpretiere es so, dass die Verletzte ihn zur Eile antreibt, da sie starke Schmerzen hat. Er jedoch versucht langsamer und vorsichtiger zu arbeiten um ihr dabei weniger wehzutun. Die Partnerin, wie Concorde es schreibt, hätte ja keine Schmerzen, wenn er das Opfer befreit. Und da du immer „sie“ schreibst. Gehe ich davon aus, dass du immer die gleiche Person meinst, die seine „Partnerin“ ist, oder?
Und du hast versehentlich ein „das“ vor „stattdessen das Tempo zurück.“ ziemlich weit oben eingebaut. Das müsste raus.

Sie weint noch immer, schüttelt sich und versucht ihre Wunden nicht anzusehen. Ich mühe mich aus dem Weg zu gehen, schiebe die Trümmerteile ihres Wagens beiseite und mache Platz für die Sanitäter, die nun versuchen die Blutungen zu stoppen. Meine Kollegen von der Feuerwehr helfen dabei sie aus dem Auto zu heben, in den Rettungswagen zu schieben und rechtzeitig ins Krankenhaus zu bringen.

Okay, hier meiner Meinung ganz eindeutig das Unfallopfer. Außerdem sagst du hier „Kollegen“ zu den anderen Feuerwehrleuten. Dann denke ich schon, dass du von Anfang an mit „Partnerin“ das Unfallopfer meintest. Sozusagen: Der Protagonist arbeitet mit ihr zusammen, versucht sie abzulenken von den Schmerzen, der Angst…

Eine schöne Nacht.

Ein sehr guter Abschluss! Es ist darauf zu schließen, dass sie den Abend überlebt. Er hat also seine Arbeit erfolgreich gemacht und kann mit sich selbst zufrieden sein. Und er hatte seinen erhofften / erwarteten Nervenkitzel.

Ich hoffe ich habe die Geschichte jetzt nicht völlig falsch interpretiert und würde mich sehr über eine kurze Rückmeldung freuen, wie genau du es jetzt gemeint hast.
Auf jeden Fall ist die Geschichte gut gelungen. Die Zweideutigkeit ist sehr gut umgesetzt. :)

Liebe Grüße
Arya
Lächeln ist die eleganteste Art, seinen Gegnern die Zähne zu zeigen.
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Re: One night stand - [DÜ]

Beitragvon exr99 » 07.11.2014, 23:35

Concorde hat geschrieben:ich hoffe du konntest mit meinen Anmerkungen was anfangen. Ich fand es jedenfalls interessant mich mit deinem Text zu befassen, und vielleicht teilst du uns ja mit, was du wirklich gemeint hast.


Arya14 hat geschrieben:Ich hoffe ich habe die Geschichte jetzt nicht völlig falsch interpretiert und würde mich sehr über eine kurze Rückmeldung freuen, wie genau du es jetzt gemeint hast.


Hallo.

Vielen Dank für die Reviews und die konstruktiven Anmerkungen! :)
Arya14 liegt mit ihrer Vermutung richtig. Es handelt sich bei der Frau um das Unfallopfer. Zur Überraschung des erzählenden Protagonisten ermutigt sie ihn zügig zu arbeiten und versichert ihm ihre Zustimmung. Sie hat keine Angst und versichert dem Helfer ihre Zuversicht.

Ich will versuchen die Geschichte am WE zu überarbeiten, insbesondere die Kommasetzung scheint einer Verbesserung sehr würdig.

Das Forum habe ich erst vor wenigen Tagen entdeckt und bei den Überlegungen zur Dienstagsübung bin ich beim Nachdenken in der Mittagspause auf die hier umgesetzte Idee gekommen. Ich bin kein Mitglied der Feuerwehr und hatte selbst kein solches Erlebnis. Die Geschichte ist reine Fiktion und wurde mit dem Ziel geschrieben, den Erzähler beim ersten Durchlesen als oberflächlichen, pragmatischen Spaßmenschen wirken zu lassen. Später vielleicht ein wenig suspekt oder dubios in seinen Absichten. Am Ende dann die Klärung im letzten Teil. Die Wortwahl wollte ich dabei so treffen, dass die Geschichte beim zweiten Durchlesen noch immer einen Sinn ergibt, mit dem Hintergrund der Aufklärung aber einen anderen als beim ersten Mal. Leider scheint das nicht so richtig gelungen und es wird mehr Verwirrung gestiftet als beabsichtigt. Diesen Apsekt möchte ich mir nochmal genau ansehen.

Vielen Dank auch für die freundlichen Worte und das Lob! Es freut mich sehr dass die Geschichte gut angekommen ist! :)

Freundliche Grüße,
exr
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