[SciFi]Ordnung der Elemente (alternativer Anfang)

[SciFi]Ordnung der Elemente (alternativer Anfang)

Beitragvon RayhamGreen » 23.07.2014, 10:52

Aufgrund der konstruktiven Kritik an meinem ersten Versuch, doch sehr philosophisch meinen Roman zu beginnen hatte ich gerade eben eine alternative Idee. Die Szene spielt Zeitlich gesehen in der Mitte der Handlung, könnte aber als Anfang dienen. Dadurch wäre es möglich einerseits aus der Vergangenheit auf diesen Zeitpunkt zu zu schreiben, andererseits könnte man die Geschichte gleichzeitig aus der Gegenwart in die Zukunft laufen lassen. Ich bin gespannt, ob es euch mehr zusagt als das letzte Mal, freue mich jedoch auf genau soviel Kritik.


Edit:

In der überarbeiteten Version habe ich versucht auf die guten Ratschläge aus den ersten beiden Kommentaren einzugehen.
(Ich hoffe ich habe das mit den Anführungszeichen sowie den Personalpronomen jetzt einigermaßen hinbekommen ;) )
Auch habe ich versucht etwas Atmosphäre durch eine Handling einzubauen. Den Dialog hat es hoffentlich dadurch nicht zu sehr zerrissen, aber bitte urteilt selber. Ich bin offen für jede Kritik.




____________________________________________________________________________________________
„Guten Morgen Order! Gut geschlafen?“

Alexander betrat den leeren Konferenzraum, in dessen Mitte ein großer, ovaler Verhandlungstisch stand.

„Guten Morgen Sir! Ich schlafe nicht. Ich habe heute Nacht Swahili gelernt“, erklang eine Stimme aus den Lautsprechern, die rundherum in den Wänden eingelassen waren, „Swahili ist die Landessprache von Kenia und …“
„Das ist mir bekannt. Zeig mir lieber etwas von deinen neu erlernten Fähigkeiten“, sagte Alexander während er um den Tisch zu den abgedunkelten Fenstern ging.

„Mwenye nguvu mpishe. Das bedeutet …“
„Gehe dem Starken aus dem Weg“, meldete sich blechern der Universalübersetzter zu Wort.
„Das ist richtig“, erwiderte Order „Sinngemäß ließe es sich jedoch besser mit ‘Der Klügere gibt nach‘ übersetzen.“
„Order?“
„Ja, Sir?“
„Wärest du so freundlich und würdest ab sofort den Universalübersetzer ersetzen, ich ...“
„Sir, ich möchte sie gerne darauf hinweisen, dass ich erst 73 von … Entschuldigen Sie Sir, ich habe Sie unterbrochen.“
„Ich wollte nur noch bemerken, dass ich es erstaunlich finde wie angenehm doch deine Stimme ist.“

Die Morgensonne stand noch tief, sodass Alexander seine Augen eng zusammenkneifen musste, als er die Verdunkelung aus den Fenstern nahm um einen Blick über die Stadt zu werfen.

„Danke Sir. Ich werde das Kompliment gleich an meine Entwickler weiterleiten.“
„Darin sehe ich keine Notwendigkeit. Dann müsstest du ja auch mir danken.“
„Sir, darf ich Sie darauf hinweisen, dass Sie lediglich einen Anteil von 2,35% an meiner Entwicklung …“
„Ist mir durchaus bewusst. Zurzeit habe ich einfach viel zu wenig Zeit für Entwicklungen.“

Aufgrund der fehlenden Atmosphäre schien die Sonne nahezu ungehindert in den nun hell erleuchteten Raum und spiegelte sich grell im weißen Boden.

„Order, gib mir bitte einen aktuellen Statusbericht.“
„Gerne Sir. Das Wetter wird heute …“
„Das Wetter ist mir egal. Es gibt sicher wichtigeres.“

Er verdunkelte die Fenster wieder und hielt seine Augen noch eine Weile fest geschlossen um den Schmerz loszuwerden.

„Sir, ich glaube das könnte Sie interessieren.“
„Also gut“, sagte Alexander spürbar gereizt, der immer noch an den Folgen des direkten Blicks in die Sonne litt.
„Für heute ist um 13:37 Uhr ein Meteoritenschauer in Sektor Kappa gemeldet.“
„13:37 Uhr? Irgendwelche Kuppeln oder Solarparks betroffen?“
„Ja Sir. Solarpark Kappa-III wird voraussichtlich 42% seiner Anlagen durch zu starke Beschädigung verlieren.“
„42%? Sicher nicht 41 oder 43?“

Durch heftiges Blinzeln versuchte er sich wieder an die Helligkeit im Raum zu gewöhnen.

„Nein Sir. Meinen Berechnungen zufolge werden es 42% sein.“
„Und du möchtest mir sicher nicht gerade unterschwellig mitteilen, dass du ein elitärer Supercomputer bist und viel lieber Deep Thought heißen möchtest?“

Er bezweifelte zwar, dass ein stets korrekter Computer insgeheim Anspielungen auf einen Artgenossen in einem Film machte, doch war Order daraufhin programmiert Sachverhalte wie diesen zu erkennen und sich eigenständig über menschliche Verhaltensweisen sowie Emotionen, Gefühle und dergleichen zu informieren. Ziel war es dadurch ein System zu entwickeln, dass über rein zweckgebundene Anwendungen hinaus mit den Menschen kommunizierte uns interagierte.

„Nein Sir. Dies lag nicht in meiner Absicht.“
„Nun weiter im Text!“
„Der dadurch auftretende Engpass in der Stromversorgung wird größtenteils durch die Energiereserven abgedeckt, könnte jedoch in den Städtekuppeln Eta und Delta noch bemerkbar sein. Bei den Scannern sollten keine Störungen auftreten und die allgemeine Routinescannung kann ohne Einschränkungen durchgeführt werden. Des Weiteren erhalten die Aufständischen immer weitere Anhänger. Die Anzahl an identifiziertem, schädlichem Wissen ist im Vergleich zu gestern um 3,7% gestiegen. Die Routinescannung wird jedoch wie angeordnet eine Zwangslöschung vornehmen …“

Alexander verstand das einfach nicht. Er tat doch alles was im Rahmen seiner Möglichkeiten stand um den Menschen einen Lebensstil zu ermöglichen, von dem man vor ein paar Jahren nur hätte träumen können. Und dennoch gab es immer wieder Menschen, die Wissen besaßen beziehungsweise Pläne hatten, die dem System schadeten.

„… Ein Forschungsprojekt bezüglich der verbesserten Qualität von Holo-Bildern wurde fertig gestellt und bedarf Ihrer Abnahme“, setzte Order währenddessen ungeirrt Ihren Bericht fort, „Ihr Berater Simon wünscht einen Gesprächstermin mit Ihnen bezüglich des Orbitalscanners. Dieser ist voraussichtlich ab morgen einsatzbereit, in der Lage den gesamten Planeten zu überwachen und Schutz vor Eindringlingen zu bieten. Ich habe Ihnen bereits anhand Ihres Zeitplans Termine für das Gespräch mit Simon und für die Abnahme erstellt und in Ihren Kalender eingetragen, Sir.“

Alexander hatte sich mittlerweile wieder dem Tisch zugewendet und den Holo-Projektor in dessen Mitte eingeschaltet.

„Wie war das mit den Holo-Bildern?“
„Das Forschungsprojekt bezüglich der verbesserten Qualität von Holo-Bildern wurde fertig gestellt und bedarf Ihrer Abnahme, Sir“, wiederholte Order.

Das nun fertiggestellte Projekt war zwar keine Großartige Veränderung doch, so hatte man es ihm versprochen, würde das Bild nicht mehr so blaustichig und farbleer erscheinen. Von hier aus konnte er das Geschehen der Stadt in Echtzeit beobachteten, auch wenn sie im Gegenlicht der Sonne lag.

„Veranlasse die Erstellung je eines Klons von mir und meiner Frau, allerdings darf niemand davon erfahren“, sagte Alexander ohne seinen Blick von der Holo-Stadt abzuwenden. Wenn er nur wüsste, woher das ganze schädliche Wissen stammte.

„Sir, ich dacht Sie wollten nach dem Klon-Fiasko auf der Erde verhindern, dass je ein weiterer Klon erstellt wird?“, holte ihn Order wieder aus seinen Gedanken zurück.
„Ja, das wird das letzte Mal und streng vertraulich sogar gegenüber meiner Frau. Ich brauche meine Ruhe.“
„Sie wollen sich einen Arbeitsklon erstellen, Sir?“

Manchmal war Order wirklich etwas neugierig, doch an und für sich war es auch mal ganz angenehm sich offen mit jemandem unterhalten zu können ohne, dass er sich unentwegt Sorgen machen musste Informationen preiszugeben, die eventuell gegen Ihn verwendet werden konnten.

Daher antwortete er auch, „Nein, ich bin so gesehen der Arbeitsklon. Mein Doppelgänger soll zusammen mit dem meiner Frau ein normales Leben in einer eigenen Kolonie führen können. Ohne all die Last, die einen bedrückt, wenn man die Leitung über einen ganzen Planeten mitsamt Aufständischen hat. Ich werde mir später die Erinnerungen an ein ruhiges Leben abholen, in dem ich glücklich alt geworden bin.“
„Sir, darf ich sie darauf aufmerksam machen, dass der Prozess des Alterns negative Auswirkungen auf Ihr Hör-, Seh-, Reaktions-, …“
„Die Einschränkungen des Alters sind mir durchaus bewusst. Das Risiko nehme ich in Kauf.“
„Eine Frage hätte ich jedoch noch an Sie, Sir. Wie fühlt es sich an, wenn man in all seine Elemente zerlegt wird?“

Das war zum Beispiel eine dieser Fragen, denn was interessierten einen Computer menschlichen Sinneswahrnehmungen.

„Plant man eine Systemwartung bei dir?“
„Nein Sir. Es steht keine planmäßige Wartung an. Meine Systeme sind in vollem Umfang funktionstüchtig und einsatzbereit. Ich beziehe mich auf chemische Elemente, einer allgemeinen Bezeichnung für Nuklide, die …“
„Die Definition eines Elements kenne ich, Order, worauf willst du hinaus?“
„Wie fühlt es sich an, Sir, wenn sie bei einem der Scanvorgännge in all ihre Elemente zerschossen werden?“

Die Scannertechnologie hatte er entwickelt, von daher war es nicht ganz unberechtigt gerade Ihm diese Frage zu stellen, „Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Man kann sich danach nicht mehr daran erinnern. Ich stelle es mir jedoch recht schmerzhaft vor.“

(An diesem Punkt eine kurze Zwischenfrage: Wäre es sinnvoll/wünschenswert, wenn ich hier die Funktionsweise der Scanner erkläre?
Der Scann Vorgang ist ein kompliziertes Zusammenspiel von Wärme und Licht. Wärme ist nichts anderes als Bewegung. Somit bewegt sich jedes Element mit einer für es selbst spezifischer Eigenfrequenz. Das erklärt auch, warum manche Stoffe schneller den Aggregatszustand ändern als andere. So verdampft Wasser bei geringeren Temperaturen als zu Beispiel Metall. Licht kann unterschiedliche Wellenlängen haben und verändert je nach Wellenlänge seine Farbe. Daher hat auch jede Farbe ihre Eigenfrequenz. Erwärmt man nun ein Objekt gezielt, so schwingen seine Elemente mit bestimmten Frequenzen. Sendet man nun Licht einer bestimmten Wellenlänge auf das Objekt, so musste die Frequenz des Lichtes die Resonanzfrequenz des Elements treffen. Dies ist, als würde man ein Pendel immer weiter an schubsen, bis es sich überschlägt. So kann man Elemente aus ihrem Verbund lösen. Dadurch ist man in der Lage bei einer bestimmten Temperatur und einer bestimmten Wellenlänge des Lichts zum Beispiel alle Wasserstoffatom aus einem Stoff zu schießen. Dies ist durch Variation von Temperatur und Licht mit allen Elementen möglich.
Dies ist eine sehr sachliche Erklärung und müsste natürlich noch umgeschrieben werden.)


„Sir, Sie haben eine neue Sprachnachricht von Ihrer Frau.“ - „Hey. Guten Morgen Alex! Der Tee wird kalt, kommst du zum Frühstück?“ - „Soll ich ihnen einen Termin ´Frühstück mit Kathrin´ in Ihren Kalender eintragen?“
„Nicht nötig. Veranlasse jedoch, dass nach der Fertigstellung des Orbitalscanners die Erde eliminiert wird.“




________________________________________________________________________________________________
[alteversion=]„Guten Morgen Order! Gut geschlafen?“
„Guten Morgen Sir! Ich schlafe nicht. Ich habe heute Nacht Swahili gelernt. Swahili ist die Landessprache von Kenia und …“
„Das ist mir bekannt. Lass mal was hören.“
„Mwenye nguvu mpishe. Das bedeutet …“
„Gehe dem Starken aus dem Weg.“ Meldete sich blechern der Universalübersetzter zu Wort.
„Das ist richtig“, erwiderte Order „Sinngemäß ließe es sich jedoch besser mit, der Klügere gibt nach übersetzen.“
„Order?“
„Ja, Sir?“
„Wärest du so freundlich und würdest ab sofort den Universalübersetzer ersetzen, ich ...“
„Sir, ich möchte sie gerne darauf hinweisen, dass ich erst 73 von … Entschuldigen sie Sir, ich habe sie unterbrochen.“
„Ich wollte nur noch bemerken, dass ich es erstaunlich finde wie angenehm doch deine Stimme ist.“
„Danke Sir. Ich werde das Kompliment gleich an meine Entwickler weiterleiten.“
„Nein lass mal, das muss nicht sein. Dann müsstest du ja auch mir danken.“
„Sir, darf ich sie darauf hinweisen, dass ihr Anteil an meiner Entwicklung recht gering …“
„Jaja, ich weiß. Zurzeit habe ich einfach viel zu wenig Zeit für Entwicklungen. Order, gib mir bitte einen aktuellen Statusbericht.“
„Gerne Sir. Das Wetter wird heute …“
„Das Wetter ist mir egal. Es gibt sicher wichtigeres.“
„Sir, ich glaube das könnte sie interessieren.“
„Also gut.“
„Für heute ist um dreizehn Uhr siebenunddreißig ein Meteoritenschauer in Sektor Kappa gemeldet.“
„Dreizehn Uhr siebenunddreißig? Irgendwelche Kuppeln oder Solarparks betroffen?“
„Ja Sir. Solarpark Kappa-III wird voraussichtlich 42 Prozent seiner Anlagen durch zu starke Beschädigung verlieren.“
„42 Prozent? Sicher nicht 41 oder 43?“
„Nein Sir. Meinen Berechnungen zufolge werden es 42 Prozent sein.“
„Und du möchtest mir sicher nicht gerade unterschwellig mitteilen, dass du ein elitärer Supercomputer bist und viel lieber Deep Thought heißen möchtest?“
„Nein Sir. Dies lag nicht in meiner Absicht.“
„Weiter im Text!“
„Der dadurch auftretende Engpass in der Stromversorgung wird größtenteils durch die Energiereserven abgedeckt, könnte jedoch in den Städtekuppeln Eta und Delta noch bemerkbar sein. Bei den Scannern sollten keine Störungen auftreten und die allgemeine Routinescannung kann ohne Einschränkungen durchgeführt werden. Des Weiteren erhalten die Aufständischen immer weitere Anhänger. Die Anzahl an identifiziertem, schädlichem Wissen ist im Vergleich zu gestern um 3,7 Prozent gestiegen. Die Routinescannung wird jedoch wie angeordnet eine Zwangslöschung vornehmen. Ein Forschungsprojekt bezüglich der verbesserten Qualität von Holo-Bildern wurde fertig gestellt und bedarf ihrer Abnahme. Ihr Berater Simon wünscht einen Gesprächstermin mit Ihnen bezüglich des Orbitalscanners. Dieser ist voraussichtlich ab morgen einsatzbereit, in der Lage den gesamten Planeten zu überwachen und vor Eindringlingen von außerhalb zu schützen. Ich habe Ihnen bereits anhand ihres Zeitplans Termine für das Gespräch mit Simon und für die Abnahme erstellt und in ihren Kalender eingetragen, Sir.“
„Veranlasse auch die Erstellung je eines Klons von mir und meiner Frau, allerdings ohne, das jemand außer mir davon erfährt.“
„Sir, ich dacht sie wollten nach dem Klon Zwischenfall auf der Erde verhindern, dass je ein weiterer Klon erstellt wird?“
„Ja, das wird das allerletzte Mal und streng vertraulich sogar gegenüber meiner Frau. Ich brauche meine Ruhe.“
„Sie wollen sich einen Arbeitsklon erstellen, Sir?“
„Nein, ich bin so gesehen der Arbeitsklon. Mein Doppelgänger soll zusammen mit dem meiner Frau ein normales Leben in einer eigenen Kolonie führen können. Ohne all die Last, die einen bedrückt, wenn man die Leitung über einen ganzen Planeten mitsamt Aufständischen hat. Ich werde mir später die Erinnerungen an ein ruhiges Leben abholen, in dem ich glücklich alt geworden bin.“
„Sir, darf ich sie darauf aufmerksam machen, dass der Prozess des Alterns negative Auswirkungen auf ihr Hör-, Seh-, Reaktions-; …“
„Die Einschränkungen des Alters sind mir durchaus bewusst. Das Risiko nehme ich in Kauf.“
„Eine Frage hätte ich jedoch noch an sie, Sir. Wie fühlt es sich an, wenn man in all seine Elemente zerlegt wird?“
„Plant man eine Systemwartung bei dir?“
„Nein Sir. Es steht keine planmäßige Wartung an. Meine Systeme sind in vollem Umfang funktionstüchtig und einsatzbereit. Ich beziehe mich auf Chemische Elemente einer allgemeinen Bezeichnung für Nuklide, die …“
„Die Definition eines Elements kenne ich, Order, worauf willst du hinaus?“
„Wie fühlt es sich an, Sir, wenn sie bei einem der Scannvorgännge in all ihre Elemente zerschossen werden?“
„Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Man kann sich danach nichtmehr daran erinnern. Ich stelle es mir jedoch recht schmerzhaft vor.“
„Sir, sie haben eine neue Sprachnachricht von Ihrer Frau.“ - „Hey. Guten morgen Alex! Der Tee wird kalt, kommst du zum Frühstück?“ - „Soll ich ihnen einen Termin ´Frühstück mit Kathrin´ in ihren Kalender eintragen?“
„Nicht nötig. Veranlasse jedoch, dass sobald der Orbitalscanner fertiggestellt ist die Erde eliminiert wird.“[/alteversion]
Zuletzt geändert von RayhamGreen am 24.07.2014, 19:53, insgesamt 5-mal geändert.
Ich könnte dir deine Überlebenschancen ausrechnen, aber du wärst nicht begeistert.
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Re: Ordnung der Elemente (alternativer Anfang)

Beitragvon Mentos7 » 24.07.2014, 06:01

Hallo RayhamGreen,

Deinen ersten Versuch habe ich nicht gelesen, ich antworte trotzdem mal:

Gesamteindruck


Ein witziger Dialog, der die beiden "Personen" schon gut charakterisiert. Der Sir, der noch keinen Namen hat, der Order dauernd unterbricht, also offenbar eher dominant ist (was sich am Ende ja bestätigt, als er die Erde eliminieren will). Order ist der höfliche Robo (ich nenn ihn jetzt mal so, was immer er genau ist), der sehr schlau zu sein scheint. Also diese beiden Aspekte - meiner Meinung nach die wichtigsten und schwierigsten finde ich sehr gut gelungen.

Sprache
Insgesamt sehr gut. Ein paar Dinge sind mir aufgefallen:
„Gehe dem Starken aus dem Weg.“ Meldete sich blechern der Universalübersetzter zu Wort.

"Gehe dem Starken aus dem Weg", meldete sich...
Regel: Bei Aussagesätzen kein Satzzeichen, Ausführungszeichen, Komma, redebegleitendes Verb (z.B. sagte X). Bei Frage- und Ausrufesätzen: Satzzeichen, Ausführungszeichen, Komma, redebegleitendes Verb Außer es ist das Satzende, dann Satzzeichen (auch Punkt) und Ausführungszeichen.

„Sinngemäß ließe es sich jedoch besser mit, der Klügere gibt nach übersetzen.“

Vermutlich ein Tippfehler: "Sinngemäß ließe es sich jedoch besser mit 'Der Klügere gibt nach' übersetzen."
Regel: Zitat in wörtlicher Rede mit einfachen Anführungszeichen. Ganze Sätze immer groß, auch in Zitaten.

Entschuldigen sie Sir, ich habe sie unterbrochen.“

Entschuldigen Sie Sir, ich habe Sie unterbrochen.
Regel: Sie als Pronomen immer groß

Sir, darf ich sie darauf hinweisen, dass ihr Anteil an meiner Entwicklung recht gering

Ihr Anteil. Gleiche Regel wie bei Sie - Höflichkeitspronomen immer groß.

„Das Wetter ist mir egal. Es gibt sicher wichtigeres.“

Wichtigeres (Substantivierung)

Sir, ich glaube das könnte sie interessieren.“

Sie (s.o.)

bedarf ihrer Abnahme

Ihrer (s.o.)

Dieser ist voraussichtlich ab morgen einsatzbereit, in der Lage den gesamten Planeten zu überwachen und vor Eindringlingen von außerhalb zu schützen.

Über den Satz bin ich gestolpert. Er ist einsatzbereit, er ist in der Lage und er ist zu schützen - das geht nicht mit nur einem Verb, weil der letzte Teil im Passiv ist, die ersten beiden im Aktiv. Meiner Meinung nach ist das so was wie ein Zeugma, kann mich aber auch täuschen. Auf jeden Fall würde ich das überarbeiten.

anhand ihres Zeitplans und in ihren Kalender eingetragen, Sir.“

Ihres, Ihren

allerdings ohne, das jemand außer mir davon erfährt

dass
Aber mir gefällt die Konstruktion nicht: allerdings ohne dass - das liest sich etwas holprig. Ich würde es so schreiben: allerdings darf niemand davon erfahren. Das "außer mir" finde ich überflüssig. Es ist ja klar, dass er selbst es weiß. Außerdem weiß Order es jetzt auch. Von daher ginge noch: "Das bleibt aber unter uns" - das würde, wie ich finde, auch gut zu dem leicht arroganten, indirekten Stil vom Sir passen.

Sir, ich dacht sie

dachte, Sie

negative Auswirkungen auf ihr Hör-, Seh-, Reaktions-;

Ihr, ohne Semikolon

„Eine Frage hätte ich jedoch noch an sie, Sir

an Sie

Ich beziehe mich auf Chemische Elemente einer allgemeinen Bezeichnung für Nuklide, die

chemische (klein) Elemente Komma

Wie fühlt es sich an, Sir, wenn sie bei einem der Scannvorgännge

Sie
Ein paar n zu viel: Scanvorgänge

Man kann sich danach nichtmehr daran

nicht mehr

Sir, sie haben

Sie

Guten morgen Alex

Guten Morgen, Alex

in ihren Kalender

in Ihren

dass sobald der Orbitalscanner fertiggestellt ist die Erde eliminiert wird.“

dass Komma... ist Komma
Flüssiger fände ich: dass nach Fertigstellung des Orbitalscanners die Erde...

Lesbarkeit

Für die Korrektur fände ich es gut, wenn Du ein paar Leerzeilen einfügen könntest.
Insgesamt finde ich persönlich es etwas anstrengend, einen reinen Dialog zu lesen. Beim zweiten oder dritten Mal ist klar, wer jeweils redet. Bei einer Anfangsszene, gerade so einer inhaltlich sehr dichten, die viel Hintergrundinfo bietet, finde ich es recht mühsam. Ich würde ab und zu Erklärungen einbauen, z.B. so was wie "Order tippte etwas ein und sagte dann..."

Inhalt
Ich finde es toll, was man alles erfährt in dem kurzen Dialog! Du wirfst einige Fragen auf, das macht definitiv Lust auf mehr. Das Ende des eher plauderhaften Dialogs ist sehr überraschend und dadurch auch witzig.
Ich würde gerne lesen, wie es weitergeht!

Stil und Sonstiges

Sir, darf ich sie darauf hinweisen, dass ihr Anteil an meiner Entwicklung recht gering

Dafür dass Order sonst so höflich ist, finde ich den Satz etwas unhöflich. Er zeigt zwar, dass Order sehr korrekt ist, aber vorher entschuldigt er sich gleich fürs Unterbrechen, hier lässt er ihn auflaufen. Natürlich wirkt das auch witzig, aber ich finde, es ist ein gewisser Bruch. Wenn, dann würde ich das mit Zahlen machen. Also sowas wie, dass sein Anteil an der Entwicklung 3,7% beträgt und er entsprechend viel Dank bekommen soll. (Wobei sich dann die Prozente wiederholen).
Was mich auch ein wenig stört ist das "lass mal". Es wirkt ein wenig kumpelhaft, das passt nicht zu dem gehobenen Stil, den Order sonst pflegt. Eher ein: "Das ist nicht nötig". (Spontan fällt mir gerade so etwas wie eine 5%-Hürde ein, die man nehmen muss, um sich für Dank zu qualifizieren).
Sehr schön: Du hast hier gut eingebaut, dass der Sir eigentlich auch Entwickler ist.


42 Prozent

Ist die Anspielung auf den Anhalter beabsichtigt? Wenn ja, dann okay. Wobei es mich ein wenig gestört hat, dass mit Deep Thought ja dann gleich zwei Anspielungen enthalten sind. Aber das ist nur mein subjektiver Eindruck, Du kannst es auch lassen. Nur falls es ein Versehen war, solltest Du Dir zumindest bewusst sein, dass da zwei Anspielungen sind.

„Nein, ich bin so gesehen der Arbeitsklon. Mein Doppelgänger soll zusammen mit dem meiner Frau ein normales Leben in einer eigenen Kolonie führen können. Ohne all die Last, die einen bedrückt, wenn man die Leitung über einen ganzen Planeten mitsamt Aufständischen hat. Ich werde mir später die Erinnerungen an ein ruhiges Leben abholen, in dem ich glücklich alt geworden bin.“

Die Passage fand ich extrem lustig und originell!

Den Stil fand ich insgesamt sehr gut, weil der die Figuren gut charakterisiert.

Gesamt
Ein sehr schöner Anfang! Die Idee, etwas aus der Mitte der Handlung an den Anfang zu setzen finde ich sehr gut! Das wirft den Leser mitten ins Geschehen und gibt Dir, wie Du ja gesagt hast, die Möglichkeit interessant weiterzuerzählen. Freu mich auf eine Fortsetzung :)

Liebe Grüße Mentos7
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Re: Ordnung der Elemente (alternativer Anfang)

Beitragvon VictoriaDohle » 24.07.2014, 10:01

Also da ich die erste Version ja kenne: diese hier gefällt mir viel besser :-)

Ich schließe mich Mentos7 an, ein paar Einschübe zwischen der wörtlichen Rede könnten nicht schadeb und würden den gesamten Text spritziger machen. So liest sich der Dialog leicht einschläfernd, auch aufgrund der vielen technischen Informationen (ok, ich geb's zu: ich bin kein Science-Fiction-Leser normalerweise).

Wenn man mit jemand anderem redet, dann tut man immer auch etwas nebenbei. Schreib das ruhig. Verpass den beiden ruhig eine interessante Aufgabe, die sie während des Dialogs gerade ausführen und zeige sie uns. Das verschafft Atmosphäre, du kannst durch die Handlung einen Charakter noch weiter vertiefen und du kannst darüber auch Spannung aufbauen.

Was mir auch fehlt sind Gedanken der beiden. Aus welcher Perspektive willst du schreiben? Wenn es aus einer persönlichen Perspektive ist, dann lass uns ruhig an den Gefühlen und Gedanken der Figur während des Dialogs teilhaben. Wenn es aus einer auditorialen Perspektive ist, kannst du uns auch ruhig die Gedanken von beiden Figuren eröffnen.

Ein paar Kleinigkeiten, die mir noch aufgefallen sind:
„Guten Morgen Order! Gut geschlafen?“
„Guten Morgen Sir! Ich schlafe nicht. Ich habe heute Nacht Swahili gelernt. Swahili ist die Landessprache von Kenia und …“
Diesen Part finde ich gut. Zuerst habe ich gedacht: oh je, einen Dialog mit Guten Morgen anfangen *gähn*. Aber dann kam die Antwort und das hat mich erstmal überrascht.

Der Sir kommt mir sehr jung vor, auch weil er sehr umgangssprachlich redet. Ist das beabsichtigt? Andererseits scheint er eine Führungskraft zu sein, durch die laxe Ausdrucksweise minder das ein bisschen seine Dominanz, finde ich.

„Für heute ist um dreizehn Uhr siebenunddreißig ein Meteoritenschauer in Sektor Kappa gemeldet.“
Das liest sich sehr holprig. Ich würde "13:37 Uhr" schreiben. Das habe ich sofort parat, ausgeschrieben muss ich mir das erst im Kopf selbst in Zahlen übersetzen und das reißt mich aus dem Lesefluss.

„Ja Sir. Solarpark Kappa-III wird voraussichtlich 42 Prozent seiner Anlagen durch zu starke Beschädigung verlieren.“
Ähnliches hier: besser fände ich "42 %".

„Nein, ich bin so gesehen der Arbeitsklon. Mein Doppelgänger soll zusammen mit dem meiner Frau ein normales Leben in einer eigenen Kolonie führen können. Ohne all die Last, die einen bedrückt, wenn man die Leitung über einen ganzen Planeten mitsamt Aufständischen hat. Ich werde mir später die Erinnerungen an ein ruhiges Leben abholen, in dem ich glücklich alt geworden bin.“
Dieser Teil hat mir auch sehr gut gefallen :-)

„Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Man kann sich danach nichtmehr daran erinnern. Ich stelle es mir jedoch recht schmerzhaft vor.“
Das wirft jetzt bei mir zwei Fragen auf: ist der Sir auch ein Roboter? Und: wieso können Roboter Schmerzen empfinden? Ist das beabsichtigt?

„Soll ich ihnen einen Termin ´Frühstück mit Kathrin´ in ihren Kalender eintragen?“
„Nicht nötig. Veranlasse jedoch, dass sobald der Orbitalscanner fertiggestellt ist die Erde eliminiert wird.“
Sehr schöner Schluss der Szene! Dieser Kontrast zwischen dem harmlosen Frühstück und der Vernichtung der Erde, die er ganz emotionslos und sachlich von sich gibt, finde ich klasse.

Also insgesamt ein verbesserungswürdiger, aber gelungener Dialog und eine gute Einstiegsszene finde ich.

Übrigens würde ich eine Geschichte immer von der Gegenwart in die Zukunft entwickeln. Das will der Leser wissen. Vergangenheit ist vergangen und kann nicht mehr geändert werden. Da ist der Held dann passiv. Leser wollen aber einen aktiven Helden ;-)

Gruß,
Victoria
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Re: (überarbeitet) Ordnung der Elemente (alternativer Anfang

Beitragvon AnTBensOr » 31.07.2014, 21:29

Sei gegrüßt, Rayham.

„Guten Morgen Order! Gut geschlafen?“

Alexander betrat den leeren Konferenzraum, in dessen Mitte ein großer, ovaler Verhandlungstisch stand.

„Guten Morgen Sir! Ich schlafe nicht. Ich habe heute Nacht Swahili gelernt“, erklang eine Stimme aus den Lautsprechern, die rundherum in den Wänden eingelassen waren[.]

Da dies der Anfang des Werkes ist, würde ich hier explizit darauf hinweisen, dass Alexander den ersten Satz verlauten lässt, damit keine Missverständnisse auftreten.
Am Ende würde ich einen Punkt setzen, antstatt eines Kommas.

Die Morgensonne stand noch tief, sodass Alexander seine Augen eng zusammenkneifen musste, als er die Verdunkelung aus den Fenstern nahm um einen Blick über die Stadt zu werfen.

Die Geschichte spielt auf dem Mars, oder?
Bild
Soviel Sonne ist dort nicht, als dass sie blenden könnte. Denke ich zumindest, kann mich aber auch irren.
Andererseits könntest du nun argumentieren, dass die Atmosphäre von Feinpartikeln und ähnlichem gesäubert wurde, da die dieser Teil der Geschichte im späteren Verlauf des Buches zu lokalisieren ist.
Aufgrund der fehlenden Atmosphäre schien die Sonne nahezu ungehindert in den nun hell erleuchteten Raum und spiegelte sich grell im weißen Boden.

Dies ist natürlich ebenfalls eine Erklärung, andererseits würde ich dann direkt vermuten, dass man auf Faktoren wie die Ozon-Schicht verzichten müsste - was sich nicht besonders gut auf die Haut auswirkt - weswegen ein Ersatz eventuell in die Kuppel eingebaut wird, der womöglich die Helligkeit ein wenig reduzieren wird.

„Und du möchtest mir sicher nicht gerade unterschwellig mitteilen, dass du ein elitärer Supercomputer bist und viel lieber Deep Thought heißen möchtest?“

Er bezweifelte zwar, dass ein stets korrekter Computer insgeheim Anspielungen auf einen Artgenossen in einem Film machte, doch war Order daraufhin programmiert(,) Sachverhalte wie diesen zu erkennen und sich eigenständig über menschliche Verhaltensweisen sowie Emotionen, Gefühle und dergleichen zu informieren. Ziel war es(,) dadurch ein System zu entwickeln, dass über rein zweckgebundene Anwendungen hinaus mit den Menschen kommunizierte und interagierte.

Gut - aber damit meine ich nicht die Rechtschreibfehler. Immer sehr interessant, auf K.I. einzugehen und darüber zu philosophieren. Problematisch ist jedoch, ein solches System auf "Ideen zu bringen", wie Alex es tut.
Mal ein interessantes Beispiel: Eurisko ist ein Modell, dass selber lernen soll. Es "tinkert" mit seinen eigenen Mechanismen und erstellt neue Verbindungen, wodurch ein Lernprozess simuliert wird. Stundenlang arbeitet er und wirft Hypothesen und Fakten durch die Gegend, kommt zu neuen Erkenntnissen und Heuristiken, um sich dann aber irgendwann abzuschalten und gar nichts mehr zu tun. Grund? Er passt die Prämissen "neue, produktive Ergebnisse zu erzielen" und "keine Fehler machen" immer wieder neu an, bis er zu dem Schluss kommt: "Och, wenn ich keine Fehler machen soll, dann kann ich mich ja auch abschalten!"
Dies meine ich mit auf "Ideen bringen", denn die können durchaus auch nach hinten los gehen - genau wie bei einem Menschen.
Ist nur als Denkanstoß gemeint!

Alexander verstand das einfach nicht. Er tat doch alles was im Rahmen seiner Möglichkeiten stand um den Menschen einen Lebensstil zu ermöglichen, von dem man vor ein paar Jahren nur hätte träumen können. Und dennoch gab es immer wieder Menschen, die Wissen besaßen beziehungsweise Pläne hatten, die dem System schadeten.

Hier greifst du weit vor!
„Sir, ich dacht Sie wollten nach dem Klon-Fiasko auf der Erde verhindern, dass je ein weiterer Klon erstellt wird?“, holte ihn Order wieder aus seinen Gedanken zurück.

Ebenso!
„Soll ich ihnen einen Termin ´Frühstück mit Kathrin´ in Ihren Kalender eintragen?“

Und hier wird ein Namen verraten, der erst noch unter Verschluss bleiben sollte.
[kleine Anmerkung: Frühstück mit Kathrin sieht meiner Meinung nach besser aus als 'Frühstück mit Katrin'. Egal ob mit ' oder ´oder `.]
„Nicht nötig. Veranlasse jedoch, dass nach der Fertigstellung des Orbitalscanners die Erde eliminiert wird.“

Hiermit greifst du auch schon eine Menge aus der Zukunft heraus, aber dies würde ich tatsächlich noch drinne lassen, denn dies kann als Aufhänger dienen.

Die Scannertechnologie hatte er entwickelt, von daher war es nicht ganz unberechtigt gerade Ihm diese Frage zu stellen, „Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Man kann sich danach nicht mehr daran erinnern. Ich stelle es mir jedoch recht schmerzhaft vor.“

Hier würde ich die Scannertechnologie noch nicht vorstellen. Besser ist es, wenn sie das erste Mal eingesetzt wird. Aber wenn du es hier tust, dann überlädst du das erste Kapitel.


Nun, ich habe deine erste Fassung und dein Konzept gelesen, weswegen ich diesen Abschnitt ungefähr in die zeitliche Abfolge einordnen kann. Wie gesagt: ich finde, dass du ein paar Informationen zu früh bringst. Im besten Fall fühlt sich der Leser einfach überfordert und vergisst die Hälfte davon, im schlimmsten Fall weiß er genau, was passieren wird, wenn Alexander sein Projekt an die Öffentlichkeit bringt, wenn Alexander Klone auf die Erde schickt und wenn Alexander sich Kathrin bringen lässt. Klar, ich weiß bereits, was passiert, weswegen meine Meinung da nicht mehr unbefleckt ist, dennoch glaube ich, dass du so viel noch nicht servieren musst.
Ansonsten finde ich diesen Abschnitt recht angenehm zu lesen. Ich habe nicht alle Zeichenfehler angemerkt, da ich sowieso schon weiß, dass du alles noch einmal überarbeiten wirst. Die wörtliche Rede wirkt weder gestellt noch überspitzt und ich denke, dass es besser zu lesen ist, als die andere Fassung, die hier im Forum steht.

Noch etwas: wenn ich den Text lese, so werde ich das dumpfe Gefühl nicht los, dass du bis jetzt nur diesen Abschnitt geschrieben hast. Natürlich weiß ich, dass dies nicht so ist, aber du hast die Angewohnheit, ungemein viele, wichtige Informationen frühzeitig zu verpacken. Da würde ich den Gürtel ein wenig enger schnallen und die Sahnetupferl noch in Petto behalten.

Ach ja, hätte ich beinahe vergessen: es ist oftmals ein gutes Stilelement, wenn du mit einer Szene inmitten der Handlungsabfolge beginnst. Am besten mit einer, die kurz vor dem Punkt spielt, an dem alles zusammenbricht - und wenn ich es richtig deute, so ist dies mehr oder weniger eben jener Punkt. Dazu fällt mir gerade spontan etwas ein, was ich jedoch im Spoiler verpacke, damit andere Leser nicht zu viel erfahren:
Spoiler: Anzeigen
Im nächsten Schritt findet das Attentat statt. Du beschreibst also den Untergang des ganzen Systems noch in diesem Kapitel! Alex versucht alles zu retten und lässt sich vom Scanner auseinandernehmen und wieder zusammensetzen, und genau in diesem Moment spielt sich sein ganzes Leben noch einmal ab. Verstehst du, was ich meine?
Klar, die Klone von Kathrin und Alex müssten schon in der Kolonie sein, es passt also nicht ganz, aber du musst ja nicht direkt diese krasse Wendung nehmen, es wäre schon interessant genug, wenn Alex sich einfach nur teleportieren lässt, und dann ein bestimmter Auszug aus seinem Erfahrungsschatz dem Leser offenbart wird. Immerhin geht es ja in deiner Geschichte auch darum, dass Synpasen transferiert werden und einzelne Informationsabschnitte beinhalten, die universalt gelesen und interpretiert werden können. Diese Tatsache könntest du in deine Struktur einbauen! Weiter gesponnen wäre es dann so, dass Alex im Verlauf immer wieder zwischen Vergangenheit und Gegenwart springt - nämlich bei jedem Teleport!
Wenn du nicht weißt, was ich meine, dann versuche ich es noch einmal anders zu erklären, aber ich denke, dass das Prinzip nun klar geworden sein sollte.


Ansonsten: weiter so!

Viele Grüße,
AnTBensOr
AnTBensOr
 
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